Für Beratung und Beistand meinen Dank an:
Herrn Traugott Göltenboth, Stuttgart
Herrn Max Bartholet, Asunción

Berichte zur Entstehung des Buches:
DAS DRITTE TESTAMENT
Nach den Offenbarungen und wörtlichem Diktat Gottes 1866 - 1950

Victor P. Martens

INHALTSVERZEICHNIS (Beim anklicken kommen Sie direkt zum Abschnitt)
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V o r w o r t "Das Königliche Gastmahl"
Wie erwarten wir die Wiederkunft Christi? Ausgewählte Texte aus dem Buch des Wahren Lebens
Die Wiederkunft Christi im Spiegel biblischer Verheißungen Kurzfassung einiger Belehrungen als Beispiel
Jakob Lorber zur Wiederkunft Christi Zum besseren Verständnis
Am Beispiel eigener Erfahrungen Einige äussere Umstände zur Beachtung
Die geistige Welt und wir
Es gibt Belehrungen über das Geistige Reich Beilage zu den ersten "Freundschafts-Exemplaren" des Buches "Das Dritte Testament"
Unsere große "Reise" ins Jenseits ROQUE ROJAS - Morgenröte der Wiederkunft des Herrn
Wir hatten 2000 Jahre Zeit Ein Nachwort und Gruß aus Mexiko - Ein Stimmträger berichtet von seiner Berufung
Einführung zur deutschen Übersetzung des 2. Bandes "Buch des Wahren Lebens" Eine kleine "Überzeugungs-Statistik"
Volk Israel - Wen der Herr heute so bezeichnet Der Auftrag zur Verbreitung des neuen Wortes
Also sprach der Herr: 10 Verse aus Unterweisung 123 Abschluss
Kleine geschichtliche Zusammenfassung Anhang
Der Herr erläutert sein "Drittes Testament" Übersicht je Band der 366 Unterweisungen


V o r w o r t

Damit Sie nicht nach einer ersten Sichtung des Inhaltsverzeichnisses und Leseproben dieses Büchlein beiseite legen, möchte ich auf seine Absicht, Entstehung und einige Umstände hinweisen.

Der Inhalt ist kein Selbstzweck. Er ist ein Wegweiser zu einem anderen "Buch", eine Sammlung von Berichten, die sich alle auf ein göttliches Geschehen konzentrieren und auf dessen geistige Bedeutung. Die einzelnen Abschnitte mit ihren Berichten, Zitaten oder Essays wurden aus diversen Quellen herangezogen, die zu unterschiedlichen Daten und Anlässen entstanden. Da es sich um einen zentralen Vorgang handelt, auf den sich alles bezieht, liessen sich viele Überschneidungen und Wiederholungen nicht vermeiden. Dafür bitte ich um Verständnis und Nachsicht, den geduldigen und interessierten Leser wird das kaum stören.

Lesen Sie die erstaunlichen Erklärungen zum Inhalt, zur Absicht und den Umständen eines Geschehens in Mexiko in den Jahren 1866 bis 1950: die von uns als Menschheit und Kinder Gottes jahrhunderte lang erwartete, bezweifelte oder gar gefürchtete "Wiederkunft Christi".

Erfahren Sie die Umstände dieser göttlichen Offenbarung, denn um eine solche handelt es sich. Lesen Sie Näheres über den Ort, die Daten, die anwesenden Menschen und vor allem: wie sich diese Offenbarung bekundete, als Botschaft, als göttliches Wort in einer endlosen Fülle und über Jahrzehnte hinweg. Nach den Weisungen des Herrn wurde eine Auswahl dieser sogenannten "Unterweisungen" (spanisch: enseñanzas) in Buchform (12 Bände) nach dem Ende dieser Botschaften, in den 50er Jahren des XX. Jahrhunderts gedruckt. Der Herr selbst bezeichnet die Gesamtheit seiner Belehrungen als sein letztes und "Drittes Testament", das jetzt als ein Kompendium in deutscher Sprache verfügbar ist, und darum geht es hier.

Bemerkung: Als Beispiel und Zeugnis werden u.a. auch Zitate einzelner Verse aus dem Kompendium "Das Dritte Testament" dargestellt, identifiziert nach Kapitel und Vers. Wenn ausnahmsweise ein Vers aus dem Hauptwerk "Buch des Wahren Lebens" zitiert wird, wird er identifiziert mit U und Nummer (von Unterweisung und Vers). Das Kompendium enthält "nur" 4772 Verse aus den 12 Bänden mit rd. 25.500.

Wie erwarten wir die Wiederkunft Christi?

Das zentrale Thema ist die "Wiederkunft Christi", oft gepredigt, erbeten und ersehnt, wie der Aufgang eines neuen himmlischen Lebens auf Erden, wie der Beginn des verheissenen tausendjährigen Reiches Gottes. Wenn wir aber unser Verhalten genauer betrachten, finden wir nirgends echte Anzeichen einer "Hier und jetzt Erwartung", eine echte Bereitschaft, den Herrn wirklich wieder "haben zu wollen", in diesem unserem Leben auf Erden, inmitten unserer Kämpfe, Kriege, Korruptionen, Fehler, Ungehorsamkeiten und Untreue gegenüber unserem himmlischen Vater. Warum, fragt man sich, tun wir so, als ob uns die Wiederkunft Christi, als Heiliger Geist, als Geist der Wahrheit, als Tröster ehrlich am Herzen liegt; denn von einer Ausschau auf seine eventuell stattfindende oder gar stattgefundene Wiederkunft ist nichts zu merken.

Die erste Lektion, die uns Christus als Jesus, der Menschensohn gab, haben wir nicht vergessen: es ist nicht seine Art, in Prunk und weltlicher Pracht auf dem materiellen Plan zu erscheinen; die ärmlichen Umstände seiner Geburt vor 2000 Jahren sind bekannt. Ebenso bekannt sind die falschen Erwartungen der damaligen geistigen Führer, die einen solchen Messias weder erwarteten noch haben wollten. ER gab ihnen und uns allen eine Lektion der Demut und der Liebe, als Antwort auf Hoffahrt, Dünkel, Ungehorsam und Untreue. Die aus jenem Judentum hervorgegangenen Christen - eine Minderheit damals - dürften heute in jene Fehler nicht mehr fallen. Wie also, müsste man sich fragen, sollte, könnte und würde unser Heiland, Meister und Christus sein zweites Kommen gestalten - und vor allem wann?

Etwa nicht mehr als ein "Menschensohn", d.h. im Fleische? Könnte es sein, daß ER als Geist, als Heiliger Geist kommt - in der Bibel wird es ja so angekündigt. Würde dieser Geist sich dann den Menschen bemerkbar machen, etwa so, wie es uns im christlichen Umfeld als Zungenreden in heiliger Ekstase überliefert wurde? Würde Er dann in einer uns bekannten Sprache zu uns reden - und wer würden die Angesprochenen sein? Würde ER sich ausweisen und seinen Zuhörern unmissverständlich sagen, daß ER Christus ist, der zu Ihnen spricht? Und wie würde der Inhalt dieser Ansprachen sein? Dürfte man erwarten, daß diese Inhalte Göttliche Weisheiten enthalten, daß sie als Belehrungen, als Ermahnungen, als Trost und zur geistigen Fortbildung gegeben werden? Würde ER sich nur einmal offenbaren oder mehrmals, vielleicht gar während der Lebenszeit einer ganzen Generation? Würden diese Botschaften einen ganz bestimmten Zweck erfüllen und womöglich nicht nur für die Anwesenden, sondern für alle Menschen und Rassen gültig sein? Würden vielleicht auch Anweisungen konkreter Art und Weise gegeben werden, wie und wann die Zuhörer in die Verantwortung genommen werden, diese Lehren zu sammeln, in Büchern zu vereinen, in andere Sprachen zu übersetzen? Würden vielleicht auch sogenannte Wunder oder Wunderheilungen stattfinden, aus Liebe zu seinen Menschenkindern und zur Festigung ihres Glaubens? Und gäbe es auch eine Flut von Vorhersagen, von Prophezeiungen, wie dies ja vor 2000 Jahren auch geschah? Würden vielleicht auch die vielen, vielen Fragen der Teilnehmer beantwortet, z.B. unter anderem, warum der Herr einen bestimmten Ort ausgesucht habe, um sich erneut zu offenbaren - und gerade zu diesem oder jenem Datum?

Und wie würde ER z.B. mit unseren Kriegen, unseren Bosheiten, Hass, Unliebe und den ach so vielen schlechten Eigenschaften der menschlichen Seele zu Gericht sitzen? Würde ER uns genau erklären, wie wir uns "den Tag des Herrn" vorzustellen hätten, das Gericht, das unweigerlich vor dem tausendjährigen Reich kommen wird, die grosse Reinigung, die auch schon von vielen Propheten wieder und wieder angekündigt wurde? Würde ER uns vielleicht verdeutlichen, wo wir uns, bezogen auf die Apokalypsis des Johannes, in unserer Entwicklung z.Zt befinden, und wie es weitergeht?

Würden dann nicht viele, viele Gemeinden entstehen, die alle an einer solchen Göttlichen Offenbarung teilnehmen wollten, an den Botschaften und Unterweisungen des Herrn? Würde ER kommen, um eine neue Religion zu gründen, oder um für alle Menschen nicht Religion, sondern Gesetz zu bringen?

Lieber Leser, alles dieses ist schon geschehen, wir brauchen es uns nicht mehr vorzustellen oder zu wünschen, es ist bereits Geschichte und dennoch Gegenwart und Zukunft zugleich. Der HERR ist erschienen, von l866 bis 1884, angekündigt durch Elias. Anschliessend erlebten viele Einwohner in den Randgebieten der Stadt Mexico City bis zum Jahre 1950 alle diese oben abgefragten Situationen und noch vieles mehr. In den einzelnen Abschnitten dieses Einführungsbuches werden Sie die Umstände dieses gewaltigsten Geschehens im christlichen Glaubensfeld erfahren: Christus ist wiedergekommen, "hören" wir, was ER uns sagen wollte und in aller Fülle gesagt hat. Seine Botschaften wurden in einer Sammlung von 12 Bänden niedergeschrieben, und selbst diese sind zunächst nur eine Auswahl. Aus diesen 12 Bänden (in spanischer Sprache unter der Bezeichnung "Libro de la Vida Verdadera", zu deutsch "Buch des Wahren Lebens") entstand in den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts eine Auswahl, ein Kompendium, nach Themen geordnet und in die deutsche Sprache übersetzt, das sich, nach dem wiederholten und ausdrücklichen Gebot des Herrn, der Menschheit als "Das Dritte Testament" vorstellt, an anderer Stelle auch sein "letztes" Testament genannt. Diese Offenbarung beinhaltet die Essenz der ersten zwei Testamente nach seinen eigenen Aussagen und wendet sich an alle Kinder Gottes, an ..." die Anwesenden und für die Abwesenden, für heute, für morgen und für alle Zeit; für die, die sterben, für die Lebenden und für die, die noch geboren werden." (Kap. 7, 13)

"Wer spricht zu euch über Christus, Jünger? Er selbst." ( Kap. 1, 13)

"Ich bin es, das "Wort", das aufs neue zu dir spricht, Menschheit. Erkennt Mich, zweifelt nicht an meiner Gegenwart wegen der Unscheinbarkeit, in der Ich Mich zeige. Bei Mir kann es keinen Hochmut geben." ( Kap. 1 - 14)

"Niemand sollte von meiner Gegenwart überrascht sein. Schon durch Jesus zeigte Ich euch die Ereignisse an, die meine Kundgebung als Geist der Wahrheit ankündigen würden. Auch sagte Ich euch, daß mein Kommen im Geiste geschehen würde, damit niemand materielle Manifestationen erwarten sollte, die niemals kommen werden." ( Kap. 1 - 25)


Die Wiederkunft Christi im Spiegel biblischer Verheißungen

Seit den ersten Anfängen des Christentums haben sich die Gläubigen mit der Wiederkunft Christi beschäftigt, und jede Zeit hat darüber ihre eigenen Vorstellungen hervorgebracht. Auch heute haben die Gläubigen unterschiedliche, vorwiegend verschwommene Ansichten darüber, weil sie die symbolische Bildsprache der entsprechenden Bibelstellen nicht richtig auszulegen verstehen. Deshalb ist es notwendig, Klarheit zu erhalten. Zu diesem Zweck wollen wir die ungenauen und oft phantasievollen Vorstellungen untersuchen und sie mit den einschlägigen Bibelworten vergleichen.

Weitverbreitet ist folgende Meinung: Danach würde der Herr vor den Augen aller Menschen in den Wolken des Himmels erscheinen, wobei alle Augen Ihn gleichzeitig sehen werden; denn Seine Wiederkunft soll ja wie ein Blitz am Himmel sein, alles erleuchtend und für alle Menschen sichtbar. Kann sich dies überhaupt so zutragen, und entsprechen diese Vorstellungen den Ankündigungen Jesu selbst, wie sie uns von verschiedenen Evangelisten überliefert sind?

Wie wir wissen, hat die Erde Kugelgestalt, und schon aus diesem Grund ist diese populäre Vorstellung jenes Ereignisses eine physikalische Unmöglichkeit, da die Bewohner einer Kugelwelt eine Himmelserscheinung nicht gleichzeitig rund um den Erdball sehen können.

Wir wollen zunächst untersuchen, ob nicht aus den verschiedenen biblischen Hinweisen ein glaubwürdigeres Bild dieses Geschehens erkennbar wird, wenn wir die Worte der Weissagung aus der symbolischen Bildsprache in unsere heutige Sprache übersetzen und dabei den geistigen Sinn erfassen, der ausgedrückt werden soll.

Was den Zeitpunkt der Wiederkunft anbelangt, sagt der Herr zwar, daß niemand Tag und Stunde wisse, bevor das Ereignis eintrete, außer dem Vater (Math. 24, 36+42); doch gab Er verschiedene Vorzeichen Seines Kommens an: falsche Christi und falsche Propheten, Kriege, Seuchen, teure Zeiten, Erdbeben, zunehmende Lieblosigkeit und Trübsale, Schrecknisse und große Zeichen am Himmel, Überschwemmungen und schwere Unwetter, die Verkündigung des Evangeliums in der ganzen Welt. All diese Zeichen sind erfüllt, und trotzdem warten die Gläubigen noch immer auf die Erfüllung der Verheißungen.

In einem Gleichnis gab der Herr einen noch genaueren Hinweis auf die Zeit und die Art Seines Wiederkommens. Er verglich es mit dem heimlichen Einbruch eines Diebes in der Nacht und setzte hinzu: … "denn des Menschen Sohn wird kommen zu einer Stunde, da ihr's nicht meint" (Math. 24, 44). Aus diesem Gleichnis sind zwei Dinge klar erkennbar: Erstens, daß Seine Wiederkunft nicht als übernatürliches Himmelsschauspiel vor sich gehen wird, sondern im Verborgenen, unbeachtet von der Welt und der Christenheit als Ganzes. Und zweitens, daß auch der Zeitpunkt Seines Kommens anders sein wird als erwartet. Der Herr bekräftigt die Bedeutung dieses Gleichnisses für eine richtige Vorstellung von Seiner Wiederkunft, indem Er in Seiner Offenbarung an Johannes nocheinmal darauf verweist: ,,Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig ist, der da wacht und seine Kleider bereithält…" (Off. 16, 15).

In einem zweiten Gleichnis vom klugen und vom schlechten Knecht wird sogar noch ein Hinweis darauf gegeben, ob der Zeitpunkt, an dem die Menschen zur Zeit Seiner Wiederkunft Sein Kommen erwarten, zu früh oder zu spät angesetzt ist. Jesus sagt nämlich in diesem Gleichnis: …"So aber jener, der böse Knecht, wird in seinem Herzen sagen: mein Herr kommt noch lange nicht…, so wird der Herr des Knechtes kommen an dem Tage, da er sich's nicht versieht, und zu der Stunde, die er nicht meint…" (Math. 24, 48+50). Daraus geht eindeutig hervor, daß der Herr früher kommen wird, als die Christen allgemein annehmen.

In welcher Art soll diese in der Stille sich vollziehende Wiederkunft des Herrn dann vor sich gehen? - Bei Matthäus lesen wir: ,,Denn gleichwie der Blitz ausgeht vom Aufgang (der Sonne, also Osten) und scheint bis zum Niedergang (Westen), also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes" (Math. 27,27). - Es dürfte für jedermann verständlich sein, daß es sich hierbei nicht um einen natürlichen Blitz handeln kann, der mit unseren körperlichen Augen gesehen wird; denn in den wenigsten Fällen leuchtet der Blitz von Osten nach Westen, sondern geht vom Himmel zur Erde nieder. Die Bedeutung muss also eine andere sein. Da der Blitz eine grelle Lichterscheinung am Himmel ist, und der Begriff Licht im Wort Gottes häufig als Sinnbild für geistige Erkenntnis verwendet wird, ist naheliegend, diesen Blitz als eine vom geistigen Himmel ausgehende Offenbarungslehre Christi zu deuten. Warum hat sie ihren Anfang gerade im Osten und ihren Abschluss im Westen? Hierzu sagt uns der Herr in Seinem neuen Wort, daß mit diesem Bild die Gesamtheit Seiner Lehre an die Menschheit symbolisiert ist, die ihren Anfang im Volk Israel, also im Orient oder Osten hatte und ihren umfassenden Abschluss im Westen, in einem Land der westlichen Hemisphäre finden sollte und nun auch gefunden hat. (Die geistigen Offenbarungen in Mexiko). Das Symbol des Blitzes hat zudem die Bedeutung, daß für Ihn die zwischen beiden Offenbarungszeiten liegende Zeitspanne nur ein kurzer Augenblick gewesen ist, der wie ein Blitz am Himmel vorüberging. - Für uns Menschen sind fast 2000 Jahre eine lange Zeit, für Gott nur ein Augenblick der Ewigkeit.

Die nachfolgenden Verse des Matthäusevangeliums, so wie sie uns überliefert sind, scheinen dieser Auslegung der Wiederkunft Christi als Offenbarung im Worte zu widersprechen, da es heißt, daß ,,Sonne und Mond" ihren Schein verlieren, die ,,Sterne" vom Himmel fallen werden, das ,,Zeichen des Menschensohnes" am Himmel erscheinen und anschließend Er selbst ,,in den Wolken des Himmels" mit großer Kraft und Herrlichkeit erscheinen wird.

Wenn man die mit Anführungsstrichen versehenen Begriffe im materiellen Sinn auffasst wie allgemein üblich, so wäre die Erde in Finsternis gehüllt, am nächtlichen Himmel würden die Sterne durcheinanderrasen oder ein Meteorregen auf die Erde niederstürzen, in diesem Chaos würde ein Zeichen am Himmel sichtbar werden, und dann der Herr selbst zwischen nächtlichen Wolken erscheinen, um die entsetzten Menschen zu richten. Wenn man aber die biblischen Worte bezüglich der Wiederkunft Christi als gleichnishafte Bildersprache für geistige Vorgänge auffasst - wie es sein muss - vermitteln sie eine ganz andere Erkenntnis.

Beschränken wir uns einmal darauf, den Symbolbegriff ,,Wolke" zu entziffern. Er kommt mehrere Male in der Bibel vor, doch meist nicht im natürlichen Sinne. Beim Durchzug der Kinder Israel durch die Wüste ,,zog der Herr vor ihnen her des Tages in einer Wolkensäule…" und bei der Übergabe der Zehn Gebote auf dem Berge Sinai bedeutet die ,,Wolke" die geistige Gegenwart Gottes für Sein Volk. In einer Vision Daniels heißt es: ,,Ich sah in diesem Gesichte des Nachts, und siehe, es kam Einer 'in des Himmels Wolken' wie eines Menschen Sohn bis zu dem Alten und ward vor ihn gebracht. Der gab ihm Gewalt, Ehre und Reich, daß ihm alle Völker, Leute und Zungen dienen sollten. Seine Gewalt ist ewig, die nicht vergeht, und sein Königreich hat kein Ende" (Dan. 7, 13+14). Hier wird für das geistige Erscheinungsbild Christi der selbe Ausdruck gebraucht wie bei der Schilderung Seiner Wiederkunft im Matthäusevangelium; doch wer wollte behaupten, daß es sich hierbei um materielle Wolken handelt und nicht um eine symbolische Ausdruckweise für die geistige Erscheinung Christi? Im Evangelium nach Lukas ist bezeichnenderweise nicht von 'den Wolken des Himmels' die Rede, sondern von 'der Wolke', und das Wort 'Himmel' fehlt ganz: ,,Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen 'in der Wolke' mit großer Kraft und Herrlichkeit" (Luk. 21, 27). Diese Ausdrucksweise zeigt deutlich, daß es sich nicht um irdische Wolken am Himmel handelt, sondern daß damit eine geistige Offenbarungsform ausgedrückt werden soll und der Herr nicht materiell sichtbar erscheinen wird.

Auch spricht die Bibelstelle davon, daß die Menschen 'des Menschen Sohn' sehen werden. Viele Christen verstehen dies wörtlich und glauben, daß sie mit ihren materiellen Augen Jesus sehen werden, wie Er vom Himmel herabschwebt. Würde die körperliche Erscheinung Jesu, die mit unseren materiellen Augen zu sehen wäre, den Glauben der Menschheit an Ihn wecken oder stärken? Mitnichten. Wenn Christus, mit den körperlichen Augen sichtbar, vom Himmel herabkommen würde, so könnte dies nur ein verschwindend kleiner Teil der Menschheit sehen. Die übrige Menschheit, praktisch die Gesamtheit, hätte dies Phänomen nicht miterlebt und damit wäre der Überzeugungseffekt von Christi Wiederkunft gar nicht eingetreten. Es würde also wieder darauf ankommen, ob man den wenigen Augenzeugen oder Seinen Worten Glauben schenken würde, mit andern Worten, es hätte sich wieder die Lage ergeben wie vor fast 2000 Jahren.

Damals lebte Christus schon einmal sichtbar unter den Menschen, und man hat Seiner Lehre keinen Glauben geschenkt - eine kleine Minderheit ausgenommen. Und wenn Er heute für unsere körperliche Augen sichtbar als Mensch unter uns wäre, würde man Ihn noch weniger beachten als vor 2000 Jahren, denn heute sind die Menschen viel zu sehr mit ihrem Kampf um mehr Wohlstand oder mit ihren schweren Problemen der täglichen Nahrungsbeschaffung, mit ihren Machtkämpfen, Intrigen und Kriegen beschäftigt. Und doch werden die Menschen Ihn sehen. Die einen, welche mit dem geistigen Gesicht begnadet sind, werden Jesus schauen, wie die Jünger Ihn bei der Verklärung auf dem Berge Tabor sahen. Nicht als einen Beweis Seiner Gegenwart - sie brauchen diese Beweise nicht - sondern als Belohnung ihres Glaubens und ihrer geistigen Zurüstung. Die andern werden in ihrem tiefsten Innern die Gegenwart Christi in Seinen neuen Offenbarungen spüren. Ihr Geist bezeugt ihnen die Wahrheit Seines Wortes. Und wieder andere, die Mehrheit, werden in ihrem ganzen Wesen erzittern, wenn die schweren Heimsuchungen über sie hereinbrechen werden, die kommen müssen. Dann wird ihnen ihr Gewissen klar vor Augen stellen, daß dies die verheißene Wiederkunft Christi in Seiner unerbittlichen Gerechtigkeit ist. Dies Erleben wird um vieles nachhaltiger sein, als wenn ihre körperlichen Augen 'des Menschen Sohn' gesehen hätten.

Bei Lukas folgt auf die Verheißung Jesu über seine Rückkehr zur Erde noch der Hinweis: ,,Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf und erhebet eure Häupter, darum daß sich eure Erlösung naht" (Luk. 21, 28). Der Ausdruck, wenn es anfängt zu geschehen, zeigt an, daß es sich nicht um ein plötzliches 'Weltuntergangsereignis' handelt, sondern um einen längere Zeit andauernden Vorgang, nach dem die Menschen Ausschau halten sollen. Worum es sich bei diesem Vorgang handelt, erhellt ein weiterer Hinweis Jesu auf Seine Wiederkunft: ,,Wenn des Menschen Sohn kommen wird, meinst du, daß er auch werde Glauben finden auf Erden?" (Luk. 18, 8) Die Art des Fragesatzes drückt Verneinung aus und läßt darauf schließen, daß es sich bei Seinem Zweiten Kommen ebenfalls um die Verkündung der Wahrheit, Seiner Heilslehre, handelt, und daß die Menschen wiederum aufgrund ihres freien Willens die Möglichkeit der Annahme oder Ablehnung haben werden, und sie - zumindest was die große Masse der Menschen und die sie führenden Vertreter von Kirche, Wissenschaft und Staat betrifft - sich zunächst ebenso ungläubig und ablehnend verhalten werden wie zu Jesu Zeiten.

Im Gleichnis vom Senfkorn (Luk. 13, 18), das die Entstehung des Reiches Gottes auf Erden versinnbildlicht, weist der Herr besonders auf die Kleinheit des Samens hin, also auf die anfänglich geringe Wirkung Seines Wortes in der Welt, das 'in den Garten' geworfen wird, also auf die Erde, das heisst vom Himmel auf die Erde herabgesandt wird und zum großen, allen Vögeln, d.h. Menschen, Schutz und Schatten spendenden 'Baume' wird und damit zur Grundlage des Gottesreiches auf Erden. Denselben Sinn eines allmählichen Wachsens und Eindringen Seines Wortes in das Bewusstsein der Menschheit hat auch das darauffolgende Gleichnis vom Sauerteig.

Nun ist noch zu untersuchen, was der Apostel Johannes, der Lieblingsjünger Jesu, zu unserem Thema zu sagen hat, der - wie sein Evangelienbericht erweist - die Lehre Seines Meisters am tiefsten und geistigsten aufgefasst und überliefert hat. Bei ihm sagt der Herr in Seiner Abschiedsrede zu seinen Jüngern: "Liebet ihr mich, so haltet meine Gebote! Und ich will den Vater bitten, und er soll euch einen anderen Tröster geben, daß er bei euch bleibe ewiglich, den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht kann empfangen, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr aber kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein; Ich will euch nicht Waisen (sein) lassen; ich komme zu euch". (Joh. 14, 15-18)

Wegen der Bedeutung dieser Verheißung für Seine Nachfolger kommt Jesus in Seiner großen Abschiedsrede noch mehrmals darauf zurück: "Aber der Tröster, der Heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe" (Joh. 14, 26) Hier erfahren wir, daß dieser Tröstergeist oder Geist der Wahrheit der Heilige Geist Gottes ist, der 'im Namen' Christi den Gläubigen auf Erden gesandt wird, um sie alles zu lehren, und ihnen alle Lehren Jesu wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Nachdem Jesus den Jüngern nocheinmal Sein Liebesgebot ans Herz gelegt und sie auf kommende Verfolgungen vorbereitet hat, gibt Er ihnen als eine Verheißung nach diesen Verfolgungen die tröstliche Versicherung: "Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang an bei mir gewesen" (Joh. 15, 26-27).

"Aber ich sage euch die Wahrheit: es ist gut, daß ich hingehe (zum Vater). Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch: so ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden" (Joh. 16, 7). Die Voraussetzung dafür, daß der Tröster als Geist der Wahrheit kommt, ist also die Rückkehr Jesu zum Vater. Dies bedeutet, daß dieser Wahrheitsgeist von Christus selbst als dem 'Wort' Gottes ausgeht und Er ihn vom Throne des Vaters aus, in der Einheit mit Ihm, Seinen Gläubigen auf Erden senden wird. Denn Er war auch als Mensch der große Wahrheitszeuge Gottes, weshalb Er vor Pilatus bekannte: "Ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich für die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme". (Joh. 18, 37).

"Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von sich selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbe wird mich verklären; denn von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird's von dem Meinen nehmen und euch verkündigen" (Joh. 16, 12-15).

Mit den vorstehenden Worten machte der Herr Seine Jünger darauf aufmerksam, daß sie noch nicht fähig sind, die ganze Wahrheit zu ertragen, die Er vom Vater als dessen Offenbarungsträger zu überbringen hat. Deshalb verweist Er sie nocheinmal auf Sein kommendes Offenbarungswort als Geist der Wahrheit, das sie dann in alle Wahrheiten einführen wird. Er wird als 'Das Wort' ebenso wie auf Erden nur das verkünden, was Er in der Einheit mit Gottvater als göttliche Wahrheit und Weisheit von Diesem empfangen wird und das dennoch nichts Fremdes, nur Übermitteltes ist, sondern aus Seinem eigenen Geist hervorgeht. Dabei wird Er Sein Leben und Seine Lehre als Menschensohn Jesus 'verklären', also Licht und Klarheit darüber bringen, daß dieser Tröster- und Wahrheitsgeist das Wort des einen Göttlichen Geistes selbst ist, weshalb er auch der 'Heilige Geist' ist.

Wie wir aus den vorangehenden Zitaten ersehen, gibt uns das Neue Testament eine Fülle von Hinweisen und Erläuterungen über den 'andern Tröster', 'den Heiligen Geist', den 'Geist der Wahrheit', den der Vater Seinen Kindern senden wird nach Jesu Heimgang zum Vater. Auch berichtet die Bibel, daß dies geschehen ist bei der Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Jünger. Nun besteht vielfach unter den Gläubigen die Ansicht, daß damit die Verheißungen voll erfüllt wurden und als abgeschlossen betrachtet werden können. Doch ist diese Auffassung richtig? - Wir müssen uns bewusst sein, daß alle Worte Jesu und besonders Seine Verheißungen nicht nur auf die damalige Gegenwart oder die ihr unmittelbar folgende Zukunft Bezug hatten, sondern daß ihr geistiger Sinn darüberhinaus auch für spätere Zeiten von aktueller Bedeutung ist. Die Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Jünger Jesu, auf ihre späteren Mitarbeiter und Glaubensgenossen und hernach auf wenige Auserwählte war - trotz ihrer großen Bedeutung - nur ein bescheidener Anfang, gleichsam eine Vor-Erfüllung dessen, was kommen sollte. Bei dem sogenannten Pfingstgeschehen wurde nur ein kleiner Kreis erfasst; doch die vollkommene Erfüllung muss das ganze Volk Israel erfassen, wie schon der Prophet Joel weissagte: "Und nach diesem will ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen Träume haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen." (Joel 2, 28)

Was damals Zukunft war, ist seit 1866 Gegenwart. Der Geist der Wahrheit ist jetzt unter uns. Doch wie wenige sind innerlich schon bereit und fähig, voll in der Kraft des Heiligen Geistes zu wirken, auch wenn sie diesen Wahrheitsgeist in sich aufgenommen haben!

"Solches habe ich zu euch durch 'Sprichwörter' (in Bildersprache) geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch 'Sprichwörter' mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater" (Joh. 16, 25) Hiermit bestätigt der Herr, daß Seine Sprache eine Bildersprache voller Symbole und geistiger Entsprechungen von irdisch-materiellen Dingen und Vorgängen zu solchen geistiger Natur ist. Doch werde die Zeit kommen - und das kann nur die Zeit Seiner Wiederkunft sein als Geist des Trostes, der Wahrheit und der Heiligkeit - da werde Er den Seinen in ihrer dann entwickelteren Sprach- und Begriffswelt unmissverständlich von Seinem Vater verkünden, so daß das Rätseln des Verstandes über den wahren Sinn der Bildersprache ein für allemal ein Ende hat.

Ängstliche Christen, die in jeder geistig weiterleitenden Offenbarung eine Irreführung sehen, und Namenschristen, die in ihrer geistigen Trägheit nicht gestört werden wollen, werden auf die Warnungen Jesu vor den falschen Christi hinweisen und die Menschen damit von der Annahme dieses neuen Gotteswortes abzuschrecken suchen. Doch diese sollten sich darüber klar sein, daß gerade zur Zeit der falschen Christi und falschen Propheten, von denen es schon genug gegeben hat und noch gibt, auch der 'echte' Christus mit Seinem neuen Wort verheißen ist. Ein ungeprüftes oder vorurteilsvolles Verwerfen alles Neuen und nicht in die eigenen Vorstellungen und Interessen Passenden muss daher zwangsläufig auch zur Verwerfung Christi in Seiner Wiederkunft führen! Deshalb die ernste Ermahnung: Prüfet alles, aber das Gute behaltet.

Als Abschluss dieser Studie sei noch an das Sendschreiben Christi in Seiner geistigen Offenbarung an den Apostel Johannes erinnert, das sich dem Wortlaut nach an die christlichen Gemeinden in Kleinasien wendet, das jedoch in seiner wahren Bedeutung eine Ermahnung an die christlichen Kirchen während sieben aufeinanderfolgender Entwicklungs-Epochen ist. Die letzte Epoche wird durch die Gemeinde von Laodizea symbolisiert, in der wir die jetzigen im Kult erstarrten Kirchenorganisationen christlicher Prägung erkennen können. Der Herr lässt ihr sagen: "Ich weiß deine Werke, daß du weder kalt noch warm bist. Ach, daß du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde". (Off. 3, 15+16) - Welch treffende Charakterisierung des heutigen Namens- und Gewohnheitschristentums! "Du sprichst: Ich bin reich und habe gar satt und bedarf nichts! Und weißt nicht, daß du bist elend und jämmerlich, arm, blind und bloß. Ich rate dir, daß du Gold von mir kaufest, das mit Feuer durchläutert ist, daß du reich werdest, und weiße Kleider, daß du dich anziehst und nicht offenbart werde die Schande deiner Blöße; und salbe deine Augen mit Augensalbe, daß du sehen mögest." (Off. 3, 17, 18) - Die Christen glauben alles zu haben und keiner weiteren Offenbarung Christi zu bedürfen. Doch in Seinen Augen stehen sie geistig elend, jämmerlich, blind und nackt da, weshalb Er ihnen rät, von Ihm das Gold und die weißen Kleider unverfälschter, göttlicher Heilswahrheiten zu erwerben. Auch sollen sie ihre für die Wahrheit blinden Augen mit einer Augensalbe einreiben. - Woraus die dann wohl besteht?

"Welche ich lieb habe, die strafe und züchtige ich. So sei nun fleißig und tue Buße" (Off. 3, 19). Trotz der schweren Rüge verwirft der Herr Seine Kinder nicht. Er liebt sie, gerade in den großen Prüfungen und Heimsuchungen, die über die Menschen gekommen sind und noch kommen werden; denn sie sollen uns zur Buße und Erneuerung führen.

"Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir." (Off. 3, 20) - Er fällt also nicht mit der Tür ins Haus, noch übt Er auf Seine Kinder Zwang aus. Die aber auf Seine von neuem vernehmbare Stimme hören und ihre Herzenstüre öffnen, erleben die engste Verbindung von Geist zu Geist mit Ihrem Herrn.

Wir haben versucht, den kritischen Zweiflern - die aber eines guten Willens sind - zu helfen, die Wiederkunft Christi zu verstehen. Wir haben in dem Vorangehenden festgestellt, daß Er weder inmitten eines spektakulären Himmelsereignisses noch körperlich sichtbar wiederkommen wird. Auch haben wir erkannt, daß die großen Menschenmengen Seine Wiederkunft nicht bemerken, weil Er wie ein Dieb in der Nacht kommt: unerwartet und leise auf geistigen Wegen. Deshalb seine Ermahnung: Wachet und betet, damit ihr diese bedeutende und wichtige Zeit nicht ungenutzt lasst. Seid nicht wie die fünf törichten Jungfrauen des Gleichnisses, die das lichtspendende Öl in ihren Lampen - das Symbol des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung - versiegen ließen und daher dem in der geistigen Finsternis der Mitternacht kommenden Bräutigam nicht in freudigem Erkennen entgegengehen konnten und schließlich zu spät zur Hochzeit kamen.

Aus "Erläuterungen" in Bd. 1 der Übersetzung des "Buch des Wahren Lebens" - von Traugott Göltenboth und Walter Maier (im Reichl Verlag, Der Leuchter).

Zu den Übersetzern: Walter Maier lebte längere Zeit in Mexiko und nahm in den Jahren 1942 - 1950 an diesen Offenbarungs-Versammlungen teil. Zurück in Deutschland, begannen in den 70er Jahren W. Maier und sein Freund Traugott Göltenboth mit dem Übersetzunswerk für den deutschen Sprachraum. W. Maier verstarb im Jahre 2001.

Die Menschen fühlen meine Gegenwart, nehmen meinen Universellen Strahl wahr, der herabfällt und auf ihnen ruht. Sie ahnen Mich, ohne dieses Werk zu kennen, ohne mein Wort gehört zu haben, und sie erheben ihre Seelen zu Mir, um Mich zu fragen: "Herr, in welcher Zeit leben wir? Diese Heimsuchungen und Leiden, die die Menschen getroffen haben - was bedeuten sie, Vater? Vernimmst Du etwa nicht das Klagen dieser Welt? Hast Du nicht gesagt, daß Du wiederkommen würdest? Wann wirst Du denn kommen, o Herr? Und in jeder Glaubensgruppe und Religionsgemeinschaft erhebt sich der Geist meiner Kinder, und sie suchen Mich, bitten Mich, fragen Mich und erwarten Mich. (Kap. 1,20)

Seht, so warten die Menschen auf Mich, ohne zu fühlen, daß Ich unter ihnen bin. Ich bin vor ihren Augen, und sie sehen Mich nicht; Ich spreche zu ihnen, und sie hören meine Stimme nicht; und wenn sie Mich endlich für einen Augenblick schauen, leugnen sie Mich. Aber ich gebe weiterhin Zeugnis von Mir, und die auf Mich hoffen, werde Ich fernerhin erwarten.(Kap. 1,23)

Doch wahrlich, die Zeichen meiner Offenbarung in dieser Zeit sind groß gewesen, selbst das Blut der Menschen, in Strömen vergossen und die Erde tränkend, hat die Zeit meiner Gegenwart unter euch als Heiliger Geist angezeigt. (Kap.1, 24)


Jakob Lorber zur Wiederkunft Christi

Jesus: "In diesem Lande, wo Ich nun von einem Orte zum andern von den Juden des Tempels wie ein Verbrecher verfolgt werde, werde Ich persönlich nicht wieder auftreten, lehren und trösten die Schwachen. Wohl aber in den Landen eines andern Weltteiles, die nun von Heiden bewohnt werden, werde Ich ein neues Reich gründen, ein Reich des Friedens, der Eintracht, der Liebe und des lebendigen Glaubens, und die Furcht vor dem Tode des Leibes wird nicht mehr unter den Menschen sein, die in Meinem Lichte wandeln und im beständigen Verkehr mit den Engeln des Himmels stehen werden." (Gr. Ev.Bd.9, Kap. 94,9)

Jesus: "Es gibt ein gar großes Land im fernen Westen, das von allen Seiten vom großen Weltozean umflossen ist und nirgend mit der alten Welt zusammenhängt. Aus jenem Lande werden die Menschen zuerst bedeutende Dinge vernehmen, und diese werden auch im Westen Europas auftauchen, und es wird daraus ein helles Strahlen und Widerstrahlen entstehen. Die Lichter der Himmel werden sich begegnen, erkennen und unterstützen. - Aus diesen Lichtern wird sich die Sonne des Lebens, also das neue, vollkommene Jerusalem, gestalten. Und in dieser Sonne werde Ich auf diese Erde wiederkommen." (Gr.Ev.Bd.9, Kap.94, 14-15)

Jesus: "Wenn Ich dereinst zur Erde wiederkomme, dann werde Ich nicht allein kommen, sondern all die Meinen, die schon lange in Meinem Himmelreiche bei Mir sind, werden mit Mir in großen Scharen kommen und stärken ihre noch auf Erden im Fleische wandelnden Brüder, und es wird so eine wahre Gemeinschaft zwischen den seligsten Geistern der Himmel und den Menschen dieser Erde bestehen, was den derzeit lebenden Menschen zum größten Troste gereichen wird." (Gr.Ev.Bd.8, Kap. 187,5)

Jesus zu seinen Jüngern: "Ich werde nie mehr in einem Tempel, von Menschenhand erbaut, Wohnung nehmen, sondern nur im Geiste derer, die Mich suchen, Mich bitten, an Mich allein glauben und Mich auch über alles lieben werden; ihr Herz wird Mein wahrer Wohntempel sein, und in diesem werde Ich auch zu ihnen reden, sie lehren und führen. Dieses merket euch." (Gr.Ev.Bd. 8, Kap. 163, 4)

Jesus: "Freund, die Lehre, die Ich nun gebe, ist Gottes Wort und bleibt ewig. Und darum werden die Menschen zur Zeit Meiner Wiederkunft nur die Lehre überkommen, die ihr von Mir bekommen habt. Aber in jenen Zeiten wird sie ihnen nicht verhüllt, sondern völlig dem geistigen und himmlischen Sinne nach enthüllt gegeben werden, und darin wird das neue Jerusalem bestehen, das aus den Himmeln auf die Erde herniederkommt." (Gr.Ev.Bd.9, 90, 2-4)

Jesus zu seinen Jüngern: "Von nun an werden nahezu 2000 Jahre hindurch viele Seher und Propheten erweckt werden, weil auch eine noch größere Anzahl falscher Propheten und Christusse erstehen werden. Gegen Ende der angezeigten Zeit werde Ich stets größere Propheten erwecken, und mit ihnen werden auch die Gerichte sich mehren und ausdehnen. Da werden große Erderschütterungen kommen, verheerende Stürme, Teuerungen, Kriege, Hungersnot, Pestilenz und viele andere Übel. Der Glaube wird nicht unter den in einem Hochmut erkalteten Menschen sein, und ein Volk wird wider das andere ziehen. . . .Doch darauf wird eine allergrößte Offenbarung geschehen durch Meine abermalige Darniederkunft auf diese Erde; aber dieser Offenbarung wird vorangehen ein allerschärfstes Gericht und nachfolgen eine allgemeine Sichtung der Weltmenschen durchs Feuer und sein Geschoss, auf daß dann Ich selber eine ganz andere Pflanzschule für wahre Menschen auf dieser Erde errichten kann, die bis ans Ende der Zeiten dieser Erde dauern wird." (Gr.Ev.Bd.6, Kap. 150 , 14-17)
Zitate ausgesucht von Walter Maier

Siehe "Das Grosse Evangelium Johannis", Lorber Verlag.

"Denkt nicht, daß Ich diese Nation (Mexiko) erst in letzter Stunde fuer meine Kundgebung ausgewaehlt habe. Alles war schon von Ewigkeit her vorgesehen. Dieser Boden, diese Rasse, eure Seelen wurden von mir vorbereitet, ebenso wie die Zeit meiner Gegenwart auch durch meinen Willen vorbestimmt worden war." ( Kap. 4,12)


Am Beispiel eigener Erfahrungen

Lieber Leser: Für die Lektüre dieses Buches und der darin geschilderten Vorgänge müssten Sie zu einer offenen Einstellung und Abschaltung gängiger philosophischer oder religiöser Dogmen und Richtlinien bereit sein. Die Absicht und das Ziel der vielfältigen Erklärungen und Berichte, die als Vorbereitung auf ein gewaltiges Geschehen dem Leser angeboten werden, sind das Ergebnis jahrelanger Beobachtungen, Erfahrungen und Gespräche mit beteiligten Menschen, sowie die Prüfung vieler Schriften. Bitte stossen Sie sich nicht am Stil dieser Ausführungen, der eher einer Reportage angemessen ist. Sie werden dafür Verständnis haben, wenn Sie die Umstände, die zu diesem Buch geführt haben, näher kennenlernen.

Schon die Tatsache, daß Sie sich für diese Thematik interessieren, erleichtert die Verständigung. Es bedarf keiner speziellen Untersuchung, um zu wissen, daß heutzutage nur ein geringer Teil der Menschheit sich für Prophetien, geistige Belehrungen oder gar Offenbarungen interessiert, trotz der Vielfalt der diesbezüglichen Literatur, die uns angeboten wird. Vielfach handelt es sich dort um ein gezieltes, abgegrenztes Wissen einzelner "Para-Gebiete", das in gutem Glauben und ehrlicher Überzeugung publiziert wird; seltener um versteckte Irreführung, mit der Absicht, weltliche Macht und Güter zu erreichen, oder gar die extremen, bedauerlichen Fälle von blindem Fanatismus, der bis hin zum kollektiven Mord oder Selbstmord geführt hat - die Menschheit hat mit Erschütterung und Unverständnis davon erfahren..

Eine Minderheit ist nun mit der geistigen Entwicklung des Menschen nicht zufrieden, wie sollte sie auch. Die Frage ist nur, ob der Einzelne aus dieser Minderheit bereit ist, aus vorgeformten Glaubensbekenntnissen auszubrechen - nicht um sie zu verleugnen, sondern um ihre Wahrheit, ihre göttlichen Wurzeln zu suchen. Damit geht meist gleichlautend die Frage nach dem Sinn des Lebens, nach dem Schicksal der Geistseele nach dem leiblichen Tode einher. Für diese anspruchsvollen Fragen finden sich selten Erleuchtete oder Propheten wie in alten Zeiten, bereit und beauftragt, dem Menschen das Licht und die Wahrheit zu bringen. Gezwungenermassen vergräbt sich also solch ein Grübler in weltliche Bücher (wie weiter oben erwähnt) und erforscht die Früchte der einschlägigen Literatur in der Hoffnung, allein und ohne fremde Hilfe den richtigen Weg zu finden.

Die Frage ist berechtigt, warum sich ein solcher verunsicherter Mensch nicht vertrauensvoll an die Bibel hält, vor allem an das Neue Testament. Zumeist hat er das viele Jahre lang getan, gleichzeitig aber auch beobachtet, was für eine Entwicklung die Menschheit (hier: die Christenheit) trotz dieses göttlich inspirierten Buches eingeschlagen hat. Wie oft sind es die bitteren Früchte, die wir ernten - weil wir den "Baum" vernachlässigt haben - die uns unbefriedigt lassen und zur weiteren Suche anspornen. Trotzdem: die Heiligen Schriften, die zwei Testamente, nehmen einen zentralen Raum ein in diesen neuen Berichten, aber aus dem Blickwinkel geistiger Weiterentwicklung nach dem Schöpfungsplan Gottes.

Wenn Sie nun, lieber Leser, entweder keine Zeit haben, einen Berg von geistig orientierten Werken zu studieren, oder nicht wissen, wo und wie damit zu beginnen, schliessen Sie mit mir ein Abkommen, nur gültig, bis Sie dieses vorliegende Büchlein gelesen haben:

Vertrauen Sie einem anderen Menschen soweit, daß er auch für Sie über 20 Jahre gelesen, studiert, wiederholt, verglichen und gebetet hat, um zu Erkenntnissen zu kommen, die auch Ihnen möglicherweise weiterhelfen und viele Ihrer beunruhigenden Fragen beantworten. Sie werden ohnehin - und sollten es auch - anschliessend darüber nachdenken, vergleichen und selbst urteilen. Das ist nicht nur Ihr gutes Recht - nein, Sie werden erfahren, daß es jedermanns Pflicht ist.

Begleiten Sie mich jetzt auf unsere Schatzsuche. Begeben wir uns auf den Weg in ein geistiges Abenteuer, auf die Suche nach dem einzigen geistigen Ziel, das uns aus unserer heutigen Unwissenheit, Desinteressiertheit und Unsicherheit in geistigen Dingen herausholen kann; ein Ziel, das es wirklich gibt und das auch Sie mit ein wenig Anstrengung erreichen können. Kommen Sie mit auf diese Reise, die Ihre höchsten Erwartungen übertreffen wird und Ihnen ein neues Wissen aus der Schatzkammer Gottes schenkt, die kein Ende hat.

Die ersten Schritte

Wir sassen in Hamburg in der Gaststätte "Am Brandende" und unterhielten uns nach langer Zeit der Trennung. Ich hatte meinem Freund Kurt viel zu erzählen - doch er noch mehr. Er wurde irgendwann etwas nachdenklich und zögernd, bis er mich fragte: "Hast Du eigentlich Angst vor dem Sterben?" Darauf war ich, zumal ohne äusseren Anlass, nicht vorbereitet. Ich war erstaunt und belustigt, erinnere mich aber nicht mehr genau, was ich geantwortet habe - gewiss bohrte ich, wie er zu dieser Frage kam. Darauf erzählte er mir von einem liebenswürdigen älteren Ehepaar, das er während eines längeren Münchner Aufenthalts kennengelernt hatte. Sie waren "Spiritisten" eigener Art und luden ihn ein, sich damit vertraut zu machen. Es wurden keine "Seancen" in abgedunkelten Räumen, kein Tischerücken oder Materialisationen geboten, sondern das damals populäre alphabetische Fragespiel mit dem kleinen umgestülpten Gläschen, das angeblich ohne eigenes Zutun Worte und Zahlen formte und dadurch ganze Sätze und "jenseitige Botschaften" durchgab. Die Schreiber sollten Geister verstorbener Menschen sein, sie hatten Namen und liessen sich jederzeit "rufen", durch eine gedankliche Einstellung. (Unter der Schutzmarke "Ouija-Board" konnte man diese Kartons gar in Kaufhäusern finden.)

Wir philosophierten noch eine Weile über dieses Thema; ich war etwas verwirrt und nahm es alles nicht sehr ernst, obwohl ich Kurt als einen integren und zuverlässigen Freund und Geschäftsmann kannte. Während meiner Heimfahrt auf der Autobahn nach Süden dachte ich unablässig darüber nach, ich konnte es nicht fassen - mein guter, vernünftiger Freund glaubte an Geister, das durfte einfach nicht wahr sein. Doch bewusst oder unbewusst, eines hatte Kurt erreicht: ich begann mich für Bücher dieser Ausrichtung zu interessieren; später erfuhr ich, daß es ein Wissensgebiet gibt, das sich Parapsychologie nennt, eifrig studiert und praktiziert von einigen, bitter bekämpft von den Religionen und der Wissenschaft und ignoriert von den meisten Menschen.

Meine ersten Lektüren waren die Bücher "Bericht vom Leben nach dem Tode" von Arthur Ford und "Der schlafende Prophet" von Jess Stearn - beide in deutscher Sprache erhältlich. Obwohl inhaltlich sehr verschieden, hinterliessen beide Bücher einen gemeinsamen - für mich neuen - Eindruck: daß es eine unsichtbare, aber durchaus reale Sphäre oder geistige Welt gibt, und daß sie sich auf die unterschiedlichste Weise manifestieren konnte und es - unter bestimmten Voraussetzungen, aber nicht auf Kommando - auch tat.

Ich begann die öffentlichen Bibliotheken der Stadt und Umgebung systematisch nach einschlägiger Literatur abzusuchen. Gleichzeitig kaufte oder bestellte ich viele Titel, die mich vordergründig zu interessieren schienen, soweit sie im Verleih nicht zu finden waren. Kurzum, ich wurde innerhalb weniger Jahre zu einem in diesen Dingen belesenen Menschen - um es so zu formulieren. Ich stellte auch fest, daß es insbesondere in England fast wissenschaftlich akzeptiert wurde, sich mit den Fragen der Parapsychologie zu befassen, gab es dort gar eine angesehene "Society for Psychical Research". Die Literatur auf dem deutschen Büchermarkt befasste sich ebenso mit all den mir inzwischen (theoretisch) bekannten Wirkungen geistiger Kräfte, wie z.B. Spiritismus, Hellsehen, automatisches Schreiben, Zungenreden, Geistoperationen, Telepathie, Telekinese, Telemetrie, Besessenheit, Materialisationen, Levitationen, Präkognition, Poltergeister, Phantome und anderes mehr. Ich las auch, daß es an der Freiburger Universität inzwischen einen Lehrstuhl für dieses "Pseudo"-Wissensgebiet gab.

Wie wirkten sich nun diese von den Religionen verbotenen oder zumindest geächteten Inhalte auf meine geistige Verfassung aus? Da ich zu jener Zeit, fern meiner Jugendheimat ohnehin keine Kirche besuchte, kam mir auch keine Schuld zum Bewusstsein. Im Gegenteil, ich wurde hellwach und war dabei, diesem Leben einen neuen Sinn und Inhalt abzugewinnen. Dabei störte oder irritierte mich eine neue Beobachtung, als ich in einigen Büchern über das sogenannte "Jenseits" und das dortige Leben Begriffe fand, die ich in meiner Jugend für eine unverständliche "Frömmelei" gehalten hatte. Genau das aber war nicht, was ich suchte. Mir ging es zunächst um den Nervenkitzel eigener Art, um die Betretung einer (angeblich) verbotenen Welt, ein "Jenseits", über das uns unsere geistigen Führer sehr wenig Auskunft gegeben hatten - heute weiss ich auch, warum.

Jedenfalls gab es sogenannte Durchgaben aus dem "Jenseits" von den Geistwesen verstorbener Menschen, die aber zu meiner (und mehr noch, zu ihrer eigenen) Überraschung sehr wach und aktiv weiterlebten, was immer wieder bestätigt wurde. Die solchen Dingen entgegengebrachten Zweifel, die auch mir kamen, musste ich nach so vielen sich bestätigenden Botschaften aus unterschiedlichen Ländern, Daten und Schriften sowie nach Gegenüberstellungen und Vergleichen mit Berichten ganz anderer Herkunft, endgültig ablegen, und ich tat gut daran. Ich erinnere mich auch, daß ich mir vorgenommen hatte, zunächst ALLE Bücher und Autoren ernst zu nehmen, d.h. keine betrügerische Absicht zu unterstellen, keine Scharlatanerie oder boshafte Irreführung. Falls ich ausnahmsweise einmal zu einer solchen Schrift kam, bildete ich mir ein, solche "Blüten" schnell zu erkennen, und so war es meist auch. Inzwischen weiss ich auch, daß die Kritiker und jene, die am lautesten und selbstgerecht protestieren, meist solche sind, die sich entweder nicht die Zeit nehmen zu prüfen oder sich davor scheuen, da sie sich womöglich durch Unwissenheit blamieren könnten. Es sind erwiesenermassen nicht die leichtgläubigen Schwärmer, die sich offen zu diesen geistigen Manifestationen (und was erst noch dahintersteht) bekennen, sondern die Mutigen, die keinen Spott oder Isolierung fürchten. Sie werden dafür fürstlich belohnt werden.

Unter den vielen Schriften und Büchern, die mich stark beeindruckten und wiederum Bestätigung um Bestätigung lieferten, fand ich auch die Berichte des Irrenarztes Dr. med. Carl Wickland. Er arbeitete Zeit seines Lebens als Psychiater und sog. "Irrenhaus-Arzt" in Kalifornien. In seinem Buch "Dreissig Jahre unter den Toten" berichtet er über hochinteressante und nachprüfbare Fälle von Besessenheit seiner Patienten, durch sog. "erdgebundene", sich ihrer Lage oder ihres Zustandes noch nicht bewusster Geistseelen verstorbener, auch "guter" Menschen. (Während der Befragungen der Besessenheitsgeister seiner Patienten über ein Medium, erhielt er hochinteressante Berichte über das "Leben" in den unteren Bereichen jener erdverbundenen Geister). Ein nicht hoch genug zu empfehlendes Lehrbuch eines wichtigen Teilgebiets der Parapsychologie für ehrlich Suchende, ja selbst für Spötter und Besserwisser.

Nach der Lektüre von buchstäblich einigen hundert Büchern all dieser Fachgebiete, wenn man sie so bezeichnen will, fand ich aus dieser Erfahrung sehr bald heraus, welche davon lediglich auf einer Modewelle, vor allem in den 70er Jahren des XX. Jahrhunderts, mitschwammen, nur Auszüge und Wiederholungen anderer Autoren zu bieten hatten oder gar wirklich an Scharlatanerie grenzten. Andererseits erfährt der Leser durch ernstzunehmende Berichte, daß die Seelen im Jenseits nicht schlafen, sondern hellwach sind und sich - genau wie auf Erden, - bezüglich ihrer Moral, Ethik und Absichten, in "Gute, Normale, Desinteressierte und Böse in allen Variationen" einteilen lassen. Allerdings sind sie dorten, entsprechend ihrem Zustand, in sog. Sphären abgegrenzt. Eine uns sehr betreffende Eigenart ist die Tatsache, daß sich die jenseitigen Geister umso leichter mit noch inkarnierten Menschen (medial oder in Trance) in Verbindung setzen können, je stärker sie sich gedanklich noch mit der Materie identisch fühlen (erdverbundene Seelen). In diesem Zustand wirken sich noch besonders stark störende Gefühle aus, wie Wut, Rache, Hass, Bosheiten aller Schattierungen, Gier, Süchte, Leidenschaften und insbesondere Unwissenheit. Bei besonders ausgeprägter Medialität eines Menschen kann dies dann zu einer "Besessenheit" führen, die - laut überzeugenden Angaben von Dr. W. und jenseitigen Durchsagen - Hauptursache der meisten geistigen "Krankheiten" ist. Urteilen sie erst, wenn sie das sachliche Buch von Dr. Wickland gelesen haben. Zusammenfassend und sehr generell kann gesagt werden, daß es im Jenseits menschliche Geistseelen aller Abstufungen gibt, genauso wie wir sie hier auf Erden kennen.

Um einen Autor hatte ich bei meinen Bestellungen nach einem Verlagskatalog immer einen grossen Bogen gemacht: Die endlos vielen Titel von Jakob Lorber verleiteten mich zu dem voreiligen Schluss, daß ein Autor mit so vielen Werken wohl kaum Zeit hatte, jedes Buch gründlich zu recherchieren, zu kontrollieren und vorzubereiten: welch ein Irrtum. Dies alles hatte Lorber garnicht nötig, erhielt er doch seine Schriften direkt vom Herrn diktiert (ja, sie haben richtig gelesen). Ich war ja nicht gezwungen dieses zu glauben, aber die Lektüre der ersten Bände aus seiner Feder überzeugten mich eines Besseren. Kurz gesagt, dürfen wir Jakob Lorber als einen Propheten der neuen Zeit (l800 bis 1864) betrachten. "Das Grosse Evangelium Johannis" (11 Bände aus seinen insgesamt 24 Werken) sein Hauptwerk, belegt einen Ehrenplatz in der christlichen Literatur. Es befasst sich mit dem irdischen Leben Jesu-Christi während seiner drei Lehrjahre bis ins kleinste Detail. Und diese Zeit der Offenbarung des Christus in Jesus wird als die zweite Zeit göttlicher Offenbarungen bezeichnet, als "erste" von Adam bis zur Zeit des Exodus, der Führung Mose durch den Herrn und bis zu Christi Geburt.

In den Büchern Jakob Lorbers fand ich die Quintessenz meines bis dahin erworbenen Wissens bestätigt, sodaß ich konsequenterweise fortan auf die Studien von Para-Teilgebieten geistiger Belehrungen weitgehend verzichten konnte, um mich ganz dem neuen Reichtum zu widmen. Wohlgemerkt, es handelte sich keinesfalls um abstraktes Wissen aus verstaubten Bibliotheken, sondern um die Vermittlung von praktischen Weisungen, Belehrungen, Warnungen und echten Offenbarungen über jenes weithin als Mystik abgetane geistige Gut, das sich hier in göttlichen Worten (anders war dieses Werk nicht begreifbar) dem Leser bot.

Wenn Sie mich bis hierher begleitet haben, werden Sie merken, daß ich nun doch, entgegen meiner ursprünglichen Absicht, nicht nur in das höhere Geistige, sondern auch in das "Religiöse" reingeweht wurde. Heute, im Nachhinein, ist mir das ganz klar, denn zwischen dem materiellen Leben und dem Geistigen, dem Jenseits und dessen Gesetzen gibt es keine klare Trennung. Falls es eine Trennung überhaupt gibt, so ist es die, die wir Menschen uns selbst aufgebaut haben, weil uns die geistigen Gesetze, soweit wir sie überhaupt kannten, in unserem weltlichen, bequemen und egoistischen Leben störten. So zum Beispiel fielen mir besonders Berichte auf, daß es im geistigen Leben (also im "Jenseits"), auch in den höheren Sphären kein ausgeprägtes "frommes Getue" gibt, aber man kennt und beachtet die göttlichen Gebote und Gesetze, spontan, freudig und liebevoll.

Wir wollen nicht bei Jakob Lorber, durch den Christus die Zweite Offenbarung brachte und die Zweite Zeit beschrieb, stehenbleiben; aber ich kann schon sagen, daß das Studium seiner Bücher - ich habe sie alle und mehrfach gelesen - eine gute Vorbereitung, ein neues Wissen und eine geistige Erleuchtung bedeutet. Lorbers Bücher über (Christi) Lehren, Berichte, Botschaften und Erläuterungen vieler bisher offener Fragen sind eine wahre Fundgrube und führen zu einem Umdenken über den Sinn des Lebens, der Bedeutung der Religionen, ihrer Fehler, Inhalte und unbeantworteten Fragen.

Die Dritte Zeit

Eigentlich war mein Bedarf an Lesestoff mit den vielen Lorberbüchern, aber auch mit einer Fülle von Kurzfassungen, Exegesen, Auszügen, Kompendien usw. gedeckt. Nun wollte es der Zufall (heute glaube ich an Zufälle nicht mehr), daß ich in den Antiquariatsseiten eines Katalogs das Buch fand "Die Dritte Zeit" . Mit dem Titel konnte ich zunächst nichts anfangen, kaufte aber das Buch, nachdem die Kurzbeschreibung mein Interesse geweckt hatte. Darin wurde nun von "Offenbarungen durch göttliche Kundgaben" in Mexico berichtet, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1950 stattgefunden haben sollen. Ich konnte mir zwar keine Steigerung der Lorber-Offenbarung mehr vorstellen, las aber das Buch - es bezog sich auf ein Originalwerk "Libro de la Vida Verdadera"- mit steigendem Interesse und zunehmender Spannung. Ich fand heraus, daß es seit den 80er Jahren bereits die ersten Bücher eines 12-bändigen "Buch des Wahren Lebens" in deutscher Übersetzung, gab. Ich besorgte mir diese und erfuhr durch die Übersetzer , daß weitere Bände im gleichen Verlag in Vorbereitung waren.

Was ich nun hier las, war so erstaunlich und gewaltig, daß ich den deutlichen Eindruck empfand, eine logische und konsequente Fortsetzung der Lorber-Offenbarung gefunden zu haben. Um es schlicht vorwegzunehmen, genau das war es auch: Die Dritte Offenbarungszeit. Hier bot sich nun einer erstaunten und erschütterten kleinen Gruppe anwesender Zuhörer in Mexiko (mehrere Deutsche dabei) - stellvertretend für die ganze Menschheit - eine neue Göttliche Offenbarung, über sogenannte "Portavoces" (Stimmträger), in Erfüllung der Verheissungen Jesu-Christi, daß er uns "den Tröster, den Geist der Wahrheit als Heiligen Geist" senden werde. Und hiermit erfüllte sich auch sein Zweites Kommen, seine Wiederkunft als Heiliger Geist, die von einigen erwartet, von anderen gefürchtet oder bezweifelt wurde.

Damit kommen wir nun zur Absicht dieser Berichte: den Leser über ein bereits eingetroffenes Ereignis zu informieren, das für die heutige Christenheit in all ihren Formen und Abzweigungen das gewaltigste, unglaublichste und von vielen ersehnte Geschehnis ist seit dem Erdenwandel unseres Herrn Jesu Christi vor fast 2000 Jahren: die von ihm mehrfach verheissene und angekündigte Wiederkunft. So geschehen in Mexiko, im Zeitraum von 1866 bis 1950. Alle Informationen (in diesem Buch) erstreckt sich auf die Zusammenfassung vieler Auszüge, Zitate und Berichte über die historische Entstehung und weitere Entwicklung während und nach diesen Offenbarungen. Inhaltlich schöpfen diese Berichte noch aus "frischen" Aufzeichnungen, Erinnerungen oder Erzählungen von noch lebenden Teilnehmern und wirken daher überzeugend. Mein Hauptanliegen ist jedoch der Hinweis auf die Verfügbarkeit inzwischen sorgfältig erstellter und gedruckter Übersetzungen sowohl der ersten sechs Bücher des zwölfbändigen mexikanischen "Buch des Wahren Lebens", als auch insbesondere eines neuen Kompendiums aus allen 12 Bänden, kürzlich erschienen als "Das Dritte Testament", in vier Sprachen. Zu diesem Werk, das sich als "Erstlektüre" anbietet, will dieses Buch, das Sie in Händen halten, eine Art "Sammlung von Einführungen" sein; warum?

Die bisherige Erfahrung hat gezeigt, daß auch ernsthaft interessierte Leser Hemmungen zeigen, sich ohne Vorbereitung in die Lektüre eines so umfangreichen Hauptwerkes zu stürzen, von dem z.Zt. erst die Hälfte in deutscher Sprache verfügbar ist. Ist es da nicht vergleichsweise leichter, sich zunächst mit "Einem" Band zu befassen? Wenn aber nun dieser eine Band den (berechtigten) Anspruch erhebt, Teil der Heiligen Schriften zu sein, so entsteht möglicherweise Unglauben oder Skepsis, geht es Ihnen nicht auch so? Aus diesen Überlegungen heraus entstand die Idee, dem Leser dieses erwähnte "Kompendium" zunächst erzählerisch vorzustellen, mit vielen Details, Zitaten und Geschichtlichem. Damit soll Ihnen einerseits eine gewisse Scheu vor "noch einem Heiligen Buch" genommen werden, andererseits aber auch das Interesse geweckt werden, was Ihnen denn "Das Dritte Testament" bringen kann und wird. Im Verlauf der weiteren Seiten dieses Buches sollen Sie sich in dieses Geschehen um die Entstehung der mexikanischen Offenbarungen einlesen und das Gefühl, "glauben zu dürfen", entwickeln. Aus diesen Gründen bat ich Sie weiter vorne um Ihr Vertrauen zu meinen Ausführungen. Gelegentlich habe ich zur Verdeutlichung und "Beweisführung" Verse aus dem Werk eingeflochten: es sind dann ungekürzte, sorgfältige Übersetzungen aus dem "Buch des Wahren Lebens" - das in seiner umfassenden Botschaft und seinen Inhalten vom Herrn ausdrücklich als sein Drittes Testament bezeichnet wird und dessen Verbreitung und Übersetzung Er oft und nachdrücklich geboten hat.

Manch ein Leser mag mir bis hier gefolgt sein, aber jetzt ernsthafte Zweifel bekommen. Nach meinen bisherigen Erfahrungen ist das ganz "normal" in dem Sinne, daß die Mehrheit der Christen zunächst ebenso auf diese Nachricht reagiert. Um solches glauben zu können, brauchen viele einen langen Anlauf; eine Vorbereitungszeit, Beweise und nochmals Beweise. Trotzdem, jetzt verstehen Sie, was ich weiter vorne mit meinen Worten gemeint habe. Nur in seltenen Fällen wird sich einem ehrlich Suchenden diese Botschaft (und die endlose Fülle der Unterweisungen, denn um diese geht es ja) als "sein Damaskus Erlebnis" (die augenblickliche Erleuchtung und Bekehrung des Saulus vor Damaskus) erweisen. Viele werden Monate und Jahre brauchen, bis sie sich informiert haben und die Weisheit, Logik, Absicht und Göttliche Liebe gespürt und akzeptiert haben. Andere, vermutlich die Mehrheit unserer heutigen Generation, wird diese Zeichen der Zeit vorerst unbeachtet lassen und sie auf eine - ihre - fernere Zukunft schieben.

Und um diese "Dritte Zeit", vom Herrn auch als das eröffnete 6. Siegel bezeichnet, als eine neue Ära, als den "Tag des Herrn", als konsequente Fortsetzung Göttlicher Belehrungen seiner entgleisten Kinder, als unsere Rückführung auf den vorgezeichneten Weg zu unserer wahren, ewigen Bestimmung, geht es hier. Diese Ausführungen sind dabei nur als Hinweise zu betrachten; in dem Werk selbst stehen Ihnen die Inhalte der vielen Unterweisungen in deutscher Sprache zur Verfügung. Ein Schatz Göttlicher Weisheiten erwartet jeden von uns!

"Wann wird der Mensch sich aufnahmefähig zu machen verstehen, um den weisen Rat der Geistigen Welt zu hören und sich auf diese Weise von deren Eingebungen leiten zu lassen?" ( Kap. 41,7)


Die geistige Welt und wir

Ist es nicht sonderbar, daß die "organisierte" christliche Lehre praktisch neben dem Geschichtlichen vor allem über die geistige Welt predigt, besonders in den lutherisch orientierten Gottesdiensten; und eben diese geistige Welt dann aber, wenn sie sich in unserem materiellen Leben manifestiert, verachtet, verhöhnt und bestenfalls ignoriert?

Wie ich so etwas sagen kann? Mit voller Berechtigung, wie ich meine. Ich will es erklären: es gibt eine geistige Welt, mit Engeln, die bei Gott sind, und einer Ewigkeit, die dem frommen Menschen verheißen wird. So hören wir es in vereinfachter Form, und es ist m. E. nicht unrichtig, aber für den Christen, dessen geistiges Erfahrungsgut und Lehrzeit fast 2000 Jahre Zeit hatte, sich zu entwickeln, sehr, sehr dürftig.

Überlegen wir einmal, wie unendlich viel Mühe und Fleiß wir Menschen für unser materielles Leben, Umfeld, Berufe, Bequemlichkeiten, Gesundheit, Technik und - und aufwenden, dabei aber in unseren Gottesdiensten lautstark postulieren, daß unser eigentliches Leben ja im ewigen, geistigen Reich liegt, von dem Christus deutlich sagte, daß es "nicht von dieser Welt ist". Das wissen wir also. Aber in den oben erwähnten 2000 Jahren, erzieherisch angefüllt mit Schulen, Richtlinien, Gesetzen und Politik für unser kurzes Erdenleben, haben wir nichts getan, um jenes so viel wichtigere Leben intensiv und wirklich kennenzulernen.

Entweder sind wir Heuchler und glauben garnicht daran, dann sind wir allerdings auch keine überzeugten Christen, oder wir haben andere Gründe, ja, wir suchen sie direkt, denn wir fürchten uns vor dem Unbekannten. Diese leider allzuhäufig praktizierte Haltung, ist nicht nur falsch und unlogisch, sondern auch schädigend für unsere "Zukunft", wenn wir das Weiterleben im Geiste so nennen wollen; oder glauben wir etwa daran auch nicht mehr? Vielleicht dämmert es dem einen oder anderen, daß ich so unrecht garnicht habe - nur, es ist ja verboten! Wie bitte? Ja, es ist verboten, denn alles was aus der "geistigen Welt" zu uns kommt oder kommen könnte, stammt ja aus dem Reich des Todes, und dort weilen nur Dämonen, das haben uns unsere geistigen Führer über Jahrhunderte eingegeben. Und da wir ja eigentlich nur auf eine bequeme Ausrede warteten, um uns "nicht" mit der geistigen Welt und ihren so strengen Gesetzen auseinandersetzen zu müssen, kam uns dieses Verbot mit den Dämonen sehr gelegen.

Ja, so ist es auch, doch -"Unwissenheit schützt vor Strafe nicht", nur, warum sind wir unwissend? Ich mag vorübergehend so getan haben, als ob ich berechtigt wäre, einen großen Bogen um dieses, für mein ewiges Leben so wichtige Thema zu machen, der Verlierer bin letzten Endes ich, der Durchschnitts-Christ, der automatische Gottesdienst-Besucher, der sich dort das beruhigte Gewissen holt, für die nächste Woche mit seinem Seelenheil "á jour" zu sein.

Dazu glaube ich sagen zu dürfen, daß das nicht stimmt. Er weiß garnichts über das "Land", in das er früher oder später eintreten muss, ob er will oder nicht, ob er daran glaubt oder nicht - es wird nicht gefragt. Was aber sehr wohl gefragt ist, ob er vorbereitet ist, ob er einigermaßen die Gesetzmäßigkeiten dort kennt, ob er während seines irdischen Lebens sein Verhalten nach den dort herrschenden "Richtlinien" so gut es ging gelenkt hat. Es genügt nicht, "ein guter Mensch" gewesen zu sein, es gehört eben mehr dazu - und das weiß er nicht. Folglich kommt er wieder in eine Schule - eine geistige - und zwar in eine Klasse, von der er meinte, sie nicht mehr zu brauchen, weil er auf Erden ja dies und jenes immer nach kirchlicher Vorschrift geglaubt und getan hat.

Jesus Christus hat richtig gesagt, daß wir keinen Verkehr mit den "Toten", mit den Geistern haben sollen. Daran klammert sich die Obrigkeit und schüttet "das Kind mit dem Bade aus", indem nun alles was uns aus unserer geistigen Heimat (ja, sie ist es) herüberkommt, in Bausch und Bogen den Dämonen zugeschrieben wird, mag es auch noch so lieblich, fromm und lichtvoll sein. Da passt dann wieder, daß ein Apostel geschrieben hat, der Satan kann sich auch in der Person eines strahlenden Engels zeigen - und schon haben wir wieder ein Alibi.

Wir haben uns inzwischen soviele Alibis (Unschuldsbeweise) geschaffen, daß wir das Tor der geistigen Welt oder des Jenseits für einen Verkehr miteinander rabiat zugeschlagen haben. Wenn Jesus Christus sagt, daß sein Reich nicht von dieser Welt sei, ist es also in jener, der geistigen Welt; also leben mit ihm doch Milliarden von Geistwesen und Engel.

Ob sie wirklich nur schlafen und auf das Jüngste Gericht warten, können wir sehr genau erfahren, aber wir wollen ja nicht hören.

Paulus sagt: "Wie der Baum fällt, so bleibt er liegen", damit will er sagen, (und das ist nicht meine Interpretation), daß durch den Tod aus einem Narren kein Weiser wird und aus einem Sünder kein Heiliger. Folglich gibt es im Jenseits neben den "guten Seelen " oder Geistern, wie sie auch genannt werden, ebenfalls und in viel größerer Anzahl (leider) auch böse oder solche, die aus Unerfahrenheit störend wirken.

Das Verbot, mit den Toten zu verkehren, wurde wort-wörtlich genommen. Hat aber nicht Jesus, der alles aus geistiger Sicht lehrt, nicht "die Toten im Geiste" gemeint? Und stimmt es nicht, daß jene Geist-Seelen, die zu seiner Zeit im dunklen (geistig gesehen) Zwischenreich schmachteten - und in diesem verwirrten Zustand nicht gerufen werden sollten, von Jesus Christus in den ersten Tagen nach seinem Kreuzestode erleuchtet und dadurch auch "gerettet" wurden? Und weiter: stimmt es nicht, daß in der Heiligen Schrift noch viele Hinweise enthalten sind, die wir geflissentlich übersehen, da sie nicht in das Konzept der "Dämonen" passen? Haben nicht die Gemeinden von Paulus Richtlinien erhalten, wer und wie sie Belehrungen von guten Geistern erhalten dürften? Wurde nicht gesagt: "prüfet die Geister, ob sie aus Gott sind" - und das war doch nur möglich, wenn man mit ihnen verkehrte. Sind die Besessenheiten, deren es so viele gab und noch immer gibt, jemals in den heutigen Predigten beschrieben, erläutert oder geheilt worden ?

Man hat ein harmloses Wort genommen und ein böses Omen hineingelegt, das Unbekannte, Verborgene vor unserem Wissen, aus dem lateinischen Wort "ocultus", "Okkultismus" genannt. Mit diesem Begriff wurden ausschließlich negative Lehren und Praktiken verbunden, bewusst und absichtlich. Damit wurden die gläubigen Mitglieder davon abgehalten, mit der jenseitigen Welt direkte Verbindungen zu suchen oder sie überhaupt zur Kenntnis zu nehmen. Um es weltlich auszudrücken: man hat eine Konkurrenz ausgeschaltet.

Neben den abzulehnenden Praktiken der sogenannten schwarzen Magie und einiger Ausschweifungen, um die man lieber einen großen Bogen macht, ist fast alles andere, was mit Okkultismus gemeint ist oder gemeint werden sollte, durchaus wertvoll, bis hin zu den lichtesten Höhen besserer Gotteserkenntnis. Das muss mal einem nachdenklichen Christen gesagt werden. Auch wir Menschen rangieren von Verbrechern bis zu Heiligen, wie anders sollten dann die Seelen der Verstorbenen aussehen? Ebenso!!

Und wenn das so ist, warum hören und wissen wir nicht viel mehr von den "guten" oder weisen Geist-Seelen, die ja dann wohl in diesem also beschriebenen Jenseits "leben"? Wenn sie noch unterschiedlich im Wissen und Charakter waren, konnten sie sich weiterentwickeln, und tun sie das nur für sich selbst, oder nutzen ihre Fortschritte auch, um uns noch irdische Menschen zu warnen, zu belehren und zu führen?

Wir wissen so wenig oder garnichts von unseren Verstorbenen und von weisen Engeln oder Geistern, weil wir uns die Ohren zuhalten. Im Klartext heißt das, wir haben ja die amtliche Richtlinie, uns nicht mit solchen Sachen zu befassen, nach dem Motto: wollen wir religiöses Wissen haben, brauchen wir nur die Heilige Schrift zu studieren, die sagt uns alles, was wir wissen dürfen über den Tod und das ewige Leben. Meldet sich aber dieses ewige Leben durch liebevolle Helfer - wir mögen sie nennen wie wir wollen - aus dem geistigen Reich, so sind es Dämonen. Wie dumm und unwissend, ja selbstzerstörerisch verhalten wir uns diesem Reichtum gegenüber, der uns den größten Schatz unseres Lebens, diesseits und jenseits des Todes, auf silbernen Tabletts anbietet - und wir verhöhnen und verlachen unsere geistigen Freunde, Helfer und Engel. Das passt so ganz und garnicht zu unserer Vernunft und unserem Fortschritt auf so vielen, angeblich geistigen Gebieten. Nur bei dem einen Gebiet, auf das es vor allem ankommt, da versagt unsere Logik, unsere Intuition (falls wir überhaupt auf sie hören) und unser verhärtetes Gefühl.

Ich rede hier nicht dem elementaren Spiritismus das Wort, da kommt meist nur Banales und z. T. auch Trügerisches heraus, was uns zeigt, wes "Geistes Kind" sich uns auf der anderen Seite mitteilt, buchstäblich.

Nein, die geistige Welt hat viele Möglichkeiten und Gesetzmäßigkeiten (keine Wunder), sich unter bestimmten Voraussetzungen bemerkbar zu machen, und zwar mit zwei grundsätzlichen Absichten:

Erstens, um uns den Beweis zu geben (den sie zu ihrer eigenen Überraschung dort gefunden hat), daß sie noch weiter und sehr intensiv leben; daß es also ein "Leben gleich nach dem Tode" wirklich gibt; und zweitens: um dann, wenn eine solche Kommunikation zustande gekommen ist, uns Belehrungen und Erläuterungen über die vielen Fragen und Verhältnisse aufzuzeigen, über die wir bisher total unwissend waren. Diese sogenannten Durchsagen sind so gut über Jahrhunderte dokumentiert, auch von Forschern und Wissenschaftlern (scheel angesehen von eigenen Kollegen), daß es eine endlose Liste von objektiven Berichten und Ergebnissen in Buchform, in vielen Sprachen, gibt. Hier an Scharlatanerie oder billige Sensationslust zu denken, wäre schlicht wirklichkeitsfremd. Meist sind ja auch die lautesten Kritiker jene, die am wenigsten davon verstehen und sich auch keine Mühe machen, es zu prüfen (wegen der Gefahr, sich womöglich zu blamieren).

Weiter oben sprach ich von einem Reichtum, der uns durch diese objektiven Studien, frei von unreinen Ideen und falschen Lehren, zufallen kann und einigen Menschen in aller Fülle bereits zugefallen ist. Erst jetzt, d.h. wenn sich ein Suchender bis hier durchgearbeitet hat und guten Willens ist, öffnen sich ihm die Tore zu einer Vergeistigung - die aber das materielle Leben nicht verneint - die als strahlendes Licht im Dunkel unseres verunsicherten Erdenlebens erlebt werden kann. Die Botschaft dazu ist bereits erhalten worden - sie ist zu groß und überwältigend, um in dieser Kurzfassung beschrieben zu werden. Schritt für Schritt müssen wir uns entwickeln und nichts, garnichts, was dort - in der erwähnten Botschaft - gelehrt wird, entfernt sich vom geistigen Sinn der Heiligen Schrift.

"Die verschiedenen Konfessionen haben in die Menschenherzen eine falsche Furcht vor geistigem Wissen gesät, was verursacht hat, daß sie meine Offenbarungen meiden und immer mehr in der Finsternis der Unwissenheit versinken, wobei sie als Grund angeben, daß das Geistige Leben ein undurchdringliches Geheimnis ist." ( Kap. 27,2)


Es gibt Belehrungen über das Geistige Reich

Das religiöse Ziel und die sonntäglichen Predigten weisen uns unaufhörlich auf das Weiterleben nach dem Tode, unter all den unterschiedlichen Namen oder Verkleidungen hin. Was aber dieses "andere, geistige Leben" nun wirklich ist, wie der Übergang, der Eintritt, der dortige "Empfang", die weitere Entwicklung, die Umgebung, die Gefühle, die anderen Geister oder Wesenheiten, ja die Wesenheit Gottes selbst dort sind - davon wissen wir so gut wie nichts.

Nun gibt es einen unaufhörlichen Fluss von geistigen "Informationen", sog. Kundgaben, Berichte, oder als höchste Form, von Offenbarungen. Da diese (noch) nicht in einem kanonisierten Buche aufgenommen und von den Kirchen oder Religionen und Sekten akzeptiert worden sind, führen sie ein fast geheimes, verstoßenes und vom Ruche des Ketzerischen begleitetes Dasein bei einer vergleichsweise kleinen Zahl der Menschheit.

Wer sich die Mühe machte, nicht nur in der Bibel zu forschen und aus dieser zu lernen, sondern vom Drang nach Wahrheit beseelt auch in solchen Kundgaben und Offenbarungen oder alten sog. "apokryphen" Schriften zu suchen, findet weit mehr Erleuchtungen und Wahrheiten, als er sich hätte träumen lassen - und dies aus reinsten Quellen, falls er der Weisung folgt: "Prüfet die Geister, ob sie aus Gott sind" und "prüfet alles und das Gute behaltet".

Der klassische und strenge Theologe aus der Schule fast aller großen Religionen und Glaubensrichtungen wird sagen, das ist nicht nötig, alles, was wir wissen wollen oder sollen, steht in der Schrift - Sola Scriptura - und was darüber ist, ist von Übel. Ich meine, das ist eine Schutzbehauptung, die nicht stichhaltig ist. Es steht nirgends geschrieben, daß der Mensch in seiner geistigen Entwicklung stehen bleiben soll. Es steht aber m. W. sinngemäß in der Bibel, daß den Menschen jeweils soviel "Licht" d.h. Lehren und Weisheiten, gegeben werden und werden sollen, wie sie ihrer jeweiligen Entwicklung entsprechend zu "fassen" und zu verstehen in der Lage sind. Der Mensch braucht nicht mit den materiellen Augen zu sehen, um zu glauben (wie Thomas), aber davon, daß er seine geistigen Augen schließen soll, steht nichts geschrieben - im Gegenteil.

"Auch im Jenseits kann der Geist Welten der Finsternis, der Verderbtheit, des Hasses und der Rache antreffen, je nach der Neigung der Seele, ihrer Verirrung und ihren Leidenschaften. Doch wahrlich, Ich sage euch, sowohl der Himmel, als auch die Hölle, von denen sich die Menschen nur mittels irdischer Formen und Bilder eine Vorstellung machen, sind nichts anderes als verschiedene Entwicklungsstadien der Seele: die eine aufgrund ihrer Tugend und Entwicklung auf dem Gipfel der Vollkommenheit, die andere im Abgrund ihrer Finsternis, ihrer Laster und ihrer Verblendung." ( Kap. 27,12)


Unsere große "Reise" ins Jenseits

Gibt es eine Hölle? Ist es das sogenannte Zwischenreich? Das Purgatorium, das Fegefeuer? Ist es ein Ort oder ein Zustand der einzelnen Seele, oder was sollen wir davon halten?

Wenn wir darüber nicht Bescheid wissen, dann liegt das an unserer eigenen Haltung während des irdischen Lebens: aus Desinteresse, aus falscher Furcht, aus irriger religiöser Erziehung oder gar aus religiösem Fanatismus, dem viele Menschen unterliegen, die diesen Zustand weit von sich weisen würden. Aber mehr noch: das "nicht darüber Bescheid wissen", ist für uns alle ein schwerer Fehler und Nachteil. Es ist fast soviel wie eine Sicherheit, daß wir dadurch ausgerechnet in diesen Zustand hineinkommen.

In einem vorangehenden Aufsatz: "Die geistige Welt und wir", habe ich meinen Eindruck dazu beschrieben. Wir glauben an Engel, aber sie spielen in unserem religiösen Leben nur eine ferne, symbolische Rolle. Wir glauben viel lieber an Dämonen, weil sie in der Bibel erwähnt werden und machen einen großen Bogen um jede Erwähnung oder Information, die mit den geistigen Wesenheiten, die so bezeichnet werden, zu tun haben. Was wir aber nicht wissen, ist, daß diese sogenannten Dämonen unsere lieben verstorbenen Eltern, Geschwister, Kinder, Freunde und Nachbarn sein können. Ja, aber wieso denn das?

Denken wir doch einmal nach: unser christlicher Glaube sagt uns, daß die Seele unsterblich ist, also weiterlebt. Folglich IST sie ja irgendwo, wenn sie die sterbliche Hülle abgelegt hat. Zähle man nur ungefähr nach, wieviel Milliarden Menschen (und Seelen) seit den uns überlieferten Zeiten lebten und gestorben sind: diese vielen Seelen also sind noch DA. Aus vielen, vielen Berichten, Kundgaben, Offenbarungen (man muss sich schon die Mühe machen, ein wenig zu forschen) wissen wir auch, daß sie nicht "schlafen", wir können sie also auch gar nicht "in ihrer Ruhe stören". Nun, was tun sie sonst? Sind sie etwa schon gerichtet von ihrem Schöpfer, nach "Schafen und Böcken" verteilt? Mit dieser Symbolik, die falsch verstanden wird, kommen wir nicht weiter.

Also wo sind diese vielen Seelen? Der weitaus grösste Teil befindet sich auf den verschiedenen Entwicklungsstufen oder Heimstätten der Geistigen Welt, des Jenseits: sagte nicht Jesus Christus "im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen" - warum wohl? Ein kleinerer Teil dieser Seelen ist derzeit auf Erden re-inkarniert. Ein weiterer Teil besteht aus Seelen verstorbener Menschen, die sich noch im Bannkreis der Erde aufhalten. Sie sind sogenannte "arme oder erdgebundene Seelen", die noch nicht wissen, daß sie im Jenseits, daß sie gestorben sind. Damit befinden sie sich in einem Zustand, der von Seele zu Seele unterschiedlich ist, je nach seinem/ihrem Lebenswandel und Wissen um das Leben nach dem Tode. Dieser Zustand ist eben jener, der in den ersten Absätzen weiter oben erwähnt wird. Dort können und müssen sie viele Jahre verbleiben, bis sie helfenden Geistern erlauben, sich ihnen zu nähern und sie zu belehren. Das gerade tun sie aber schwerlich, weil sie "ja nicht gestorben sind und mit Geistern nichts zu tun haben wollen, das sind ja alles nur Dämonen". Über diese Thematik sind viele Abhandlungen und Bücher geschrieben worden, von Menschen, die absolut vernünftig sind und sich für diese so unendlich wichtigen Umstände, die uns erwarten, interessiert haben.

Ist es nicht sonderbar? Wenn wir Mitteilungen über Reisen und Informationen ferner Länder oder Gebiete hören oder lesen, kommen wir nicht auf die Idee, daß das lauter Lügen sind oder der Autor ein Scharlatan sei. Wir lesen, glauben es und richten uns danach. Mit dieser Einstellung kann und sollte man ebenfalls Berichte und Bücher lesen, die vom Jenseits und seinen durchaus konsequenten Gesetzen berichten. Ohne dieses Wissen müssen wir durch jene Zustände hindurch, wie oben beschrieben. Schön, sagst Du - und wie geht es weiter? Nun, das Leben sowohl im Fleische als auch im Geistigen Reich ist zunächst eine Schule, mit unendlich vielen Abstufungen. Die symbolische Jakobsleiter ist ein Hinweis darauf.

Uns irdische Menschen interessiert ja zunächst die "Stufe" die wir, als "Wissende" erleben, wenn wir in dieses - man könnte sagen - fremde Land kommen. Wir wissen, daß die "nächste Station oder geistiger Zustand" eine untere Stufe oder Sphäre eines empfundenen Glückszustandes sein kann, oder etwas, was wir als "Paradies" bezeichnen würden (nicht gleichbedeutend mit "Himmel"). Auch dort ist alles nur lernen - und dienen. Das Gelernte muss an die geistig ärmeren Seelen weitergegeben werden, von den höher stehenden, d.h. weiter entwickelten Geistwesen, lernen wir selbst. Wir sind noch nicht im "Himmel", haben aber unsere "Hölle" bereits hinter uns: unsere Reue, unser Unwissen, unsere irdischen Begierden und Sehnsüchte bewältigt. Eine "ewige" Hölle gibt es also nicht, und als einen Ort hat es ihn auch niemals gegeben. Jeder Mensch schafft sich seine Hölle aus dem Urteil seines Gewissens (das unmittelbar nach dem Tode viel strenger und lauter auftritt, als während des irdischen Lebens). Und dieses uns von Gott mitgegebene Gewissen beginnt am ersten Tag (dem "Jüngsten") im Jenseits, uns unser vorangegangenes Leben vorzuzeigen, ein Gericht sozusagen, dem wir uns nur durch demütige Anerkennung, Reue und den Willen zur Buße und Sühne entziehen können. Daß dem echt Suchenden und Reuevollen Hilfe durch höherstehende geistige Brüder zuteil wird, ist eben jene Erbarmung und Liebe unseres Herrn, die Er uns so oft verheissen hat.

Dieser erläuternde Zusammenhang ist nun kein Phantasiegebilde oder Märchen, sondern Teil eben jener Gesetzmäßigkeiten, die immer und überall erwähnt und beschrieben, ja bezeugt werden, wo es um Kundgaben mündlicher oder schriftlicher Art über und aus dem Jenseits geht. Wer nicht "an Geister glaubt", darf nicht sagen, daß er an GOTT oder an sein eigenes ewiges Leben glaubt. Denn nur als ein Geist, wird er selbst an diesem ewigen Leben teilnehmen.

Für den Anfang soll es hiermit genug sein. Die Gesetze der geistigen Welt sind genau und vielfältig; die Kenntnis darüber sollte jedoch insbesondere ein Hilfsmittel sein für uns alle, die wir in ein neues, fernes, geistiges "Land" reisen werden, aber nicht wissen, daß wir uns vorbereiten müssen. Auf der Erde würde man solche Vorbereitungen lange vorher beginnen, warum tun wir das nicht für die "Reise ins Jenseits?"

"Alle Konfessionen stärken die Seele auf ihrem Gang durch diese Welt; aber wie wenig offenbaren sie ihr und bereiten sie für die große Reise ins Jenseits vor. Das ist der Grund, weshalb viele den Tod als ein Ende betrachten, ohne zu wissen, daß man von da an den unendlichen Horizont des wahren Lebens erblickt." ( Kap. 28,6)


Wir hatten 2000 Jahre Zeit

In knapp zweitausend Jahren hat sich selbst die eigensinnigste menschliche Intelligenz nicht erdreistet, dem meistverbreiteten Buch der christlichen Welt, der Bibel, ein weiteres eigenes Göttliches Offenbarungsbuch hinzuzufügen, als Quelle von Belehrungen und geistiger Führung. Ein solches Nachfolgewerk konnte und durfte aus menschlicher Vernunft und Hand nicht entstehen. Nur dem Göttlichen Meister und Herrn stand und steht es zu, sich der Menschheit nochmals zu offenbaren und die Weisung zu erteilen, diese dritte, verheissene und zeitlich längste und umfangreichste Belehrung für die Menschheit in einem "Buch des Wahren Lebens" nach seinem Diktat, niederschreiben zu lassen.

Ausdrücklich gebot der Herr, aus den sehr umfangreichen sogenannten Unterweisungen oder Predigten, auch Auszüge, Zusammenfassungen und Übersetzungen zum leichteren Verständnis für die ganze Menschheit zu machen. Den Inhalt bezeichnet er als Erläuterung, Berichtigung und Erweiterung seiner Unterweisungen und Belehrungen durch Moses, die Propheten und dann durch Jesus Christus, in der Ersten und in der "Zweiten Zeit" und gab ihm den Namen "Das Dritte Testament".

Kam diese Dritte Zeit, dies sechste Siegel, wie ER es bezeichnet, für die Menschheit überraschend? Zur Schande der Christenheit müssen wir bekennen, daß es so war. Trotz der Verheißung, daß ER als Heiliger Geist in den Wolken (im Geiste) wiederkommen würde, daß wir "wachen und beten" sollten, waren wir nicht vorbereitet. Damit hat sich die immer wieder beschworene "Wiederkunft Christi" erfüllt, aber anders, als es sich die religiöse Obrigkeit vorgestellt hat. Wieder einmal hegten viele, auch solche, die es besser wissen sollten, die Vorstellung, der HERR würde in "Macht und Herrlichkeit", und zwar unseren weltlichen Sinnen sichtbar, erscheinen. Erinnert uns das nicht an die Erwartungen der Tempelpharisäer auf den Messias?

Mit und um diese neue Offenbarung hat und wird sich keine neue Kirche, Religion oder Sekte bilden. Vor dem Herrn gibt es keine Religionen, sondern nur sein Gesetz und seine Kinder, die sich alle in der Entwicklung befinden, wenn auch auf unterschiedlichen und getrennten eigenen Wegen (Religionen). In seinem neuen Wort dieser Dritten Zeit, ermahnt und bittet Er seine Kinder, sich alle - wie Er sich in Entsprechungen ausdrückt, - unter dem einen grossen Baum des Lebens zu vereinen - und dazu sagt Er noch: "Liebet einander!"

Die Engel haben diese Offenbarungen angekündigt, und ihr Ruf hat den Raum erfüllt. Habt ihr sie erkannt? Es ist die Geistige Welt, die zu euch gekommen ist, um meine Gegenwart zu bezeugen. Alles, was geschrieben steht, wird in Erfüllung gehen. Die Zerstörung, die ausgelöst wurde, wird den Hochmut und die Eitelkeit des Menschen besiegen, und dieser - demütig geworden - wird Mich suchen und Mich Vater nennen. (Kap1, 48)

Folgendes sagte Ich euch in damaliger Zeit: "Was Ich euch gesagt habe, ist nicht alles, was Ich euch lehren muß. Damit ihr alles erfahrt, muß Ich zuerst hinweggehen und euch den Geist der Wahrheit senden, damit er alles erklärt, was Ich gesagt und getan habe. Ich verspreche euch den Tröster in den Zeiten der Prüfung." Doch jener Tröster, jener Erklärer, bin Ich selbst, der zurückkehrt, um euch zu erleuchten und euch zu helfen, die vergangenen Unterweisungen und diese neue zu verstehen, die Ich euch jetzt bringe.(Kap. 1, 49)


Einführung zur deutschen Übersetzung des 2. Bandes "Buch des Wahren Lebens"

Nachdem der erste Band erschienen war, wurde von Lesern vielfach der Wunsch geäußert, mehr über den Ursprung des Geistwerkes Christi zu erfahren. Um dieser Bitte nachzukommen, soll der vorliegende zweite Band mit dem Kapitel eröffnet werden:

Entstehung und erste Anfänge der Göttlichen Offenbarungen in Mexiko

Das große Ereignis, wie es zweifellos die Göttlichen Kundgaben darstellen, wurde von Gottes Hand weise vorbereitet. Das ausersehene Werkzeug war Roque Rojas, geboren in der Hauptstadt von Mexiko im Jahre 1812. Er war ein einfacher, frommer Mann, der schon in seinen Jugendjahren den religiösen Dingen zugetan war. Da geschah es in der Nacht des 23. Juni 1861, daß er ein geistiges Gesicht hatte, und eine innere Stimme sprach zu ihm: "Roque, du bist der dazu Auserwählte, der starke Fels Israels zu sein." Von diesem Zeitpunkt an hörte er oft innere Stimmen, deren Sinn er zunächst nicht begriff. Auch geistige Erscheinungen wurden ihm zuteil. Dies alles verwirrte ihn in großem Maße und er befürchtete, den Verstand zu verlieren. In seiner Verzweiflung bat er die Stimme, die er hörte, ihm zu sagen, wer zu ihm sprach. Und er vernahm deutlich: "Gabriel ist es, der zu dir spricht." Von diesem Augenblick an wurde Roque Rojas innerlich ruhig, denn er wusste nun, von wem die Stimme kam, und so oft er sie vernahm, konzentrierte er sich, um den Sinn der Worte zu begreifen. Seine Aufgabe war ihm klar geworden, und weisungsgemäß sammelte er gleichgesinnte Männer und Frauen um sich.

In einer dieser Versammlungen offenbarte sich der Geist Elia's durch den Verstand von Roque Rojas und sagte: "Ich bin der Prophet Elia, jener der Verklärung auf dem Berge Tabor." Er erteilte die ersten Belehrungen an die Anwesenden und eröffnete ihnen, daß die Dritte Zeit, das Zeitalter des Heiligen Geistes, seinen Anfang nehme. Der Geist Elia's war unermüdlich in der Zurüstung der ersten Jünger tätig, so wie er schon in der "Zweiten Zeit" durch Johannes den Täufer den Weg für Jesus vorbereitete. Am 1. September 1866, inmitten einer zahlreichen Versammlung, salbte Elia durch sein Werkzeug Roque Rojas sieben Gläubige, die an der Spitze der sieben Versammlungsstätten stehen und die sieben Siegel darstellen sollten. Vermutlich wurde an diesem Tage auch die von Roque Rojas früher empfangene Göttliche Offenbarung bekannt gegeben, welche die Gebote Moses, die Lehren Jesu und die Anweisungen Elia's in einem einzigen Gesetz mit 22 Geboten vereinigte. Bei einer früheren Zusammenkunft waren 12 Männer und 12 Frauen gesalbt worden, die später als Stimmträger des Göttlichen Meisters dienen sollten. Als diese Zeit gekommen war (1884), ruhte der Göttliche Strahl zum ersten Mal auf einer jungen Frau namens Damiana Oviedo, als dem auserwählten Werkzeug, durch das Christus sprach.

Alles ereignete sich in großer Einfachheit, gemäß dem Göttlichen Willen; der Anfang war bescheiden, infolge der menschlichen Schwächen und Unvollkommenheiten. Aber zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es schon mehrere Gemeinden, in denen sich Christus durch auserwählte Werkzeuge kundtat. Diese Personen, Männer und Frauen, wurden von Gott ausersehen und zubereitet, damit sie in geistiger Verzückung als Instrumente für die Kundgabe Seiner Botschaften wirken konnten. Im Spanischen heißt das Wort "portavoz", was soviel wie Stimmträger, Wortträger oder Sprachrohr bedeutet. - Zwischen den Jahren 1930 und 1950 hatte sich die geistige Lehre gefestigt und in vielen Gemeinschaften in der Hauptstadt und in der ganzen mexikanischen Republik verbreitet. Von der großen Menge kaum beachtet, offenbarte sich Christus in herrlichen Unterweisungen. Es war die Wiederkunft Christi im Geist, im Wort.

Nach Gottes Willen dauerten die Kundgaben in Mexiko bis zum Jahre 1950, und in den letzten Jahren davor wurden die Predigten des Göttlichen Meisters mitgeschrieben. Eine Gruppe von treuen Anhängern der Geistesbewegung sammelte die Niederschriften und begann im Jahre 1956 den ersten Band in spanischer Sprache zu veröffentlichen. Im Gesamten umfassen die Unterweisungen heute 12 Bände. - Wenn man bedenkt, daß die Göttlichen Offenbarungen durch verschiedene Stimmträger in den jeweiligen, zahlreichen Gemeinden kundgetan wurden und die Botschaften in ihrem Sinngehalt voll übereinstimmen, so ist dies eine Bestätigung mehr, daß das Wort, das von den Lippen der Erwählten kam, Göttliche Wahrheit ist.

Nach 1950 versammelten sich die Glieder der Gemeinden weiterhin in den verschiedenen Versammlungsstätten, und man verfuhr nach den vom Herrn zuvor gegebenen Weisungen: Man übte die geistige Erhebung durch das stille Gebet, und anschließend wurde eine Unterweisung vorgelesen. Hernach gaben die "Propheten", die die Gabe des geistigen Gesichts hatten, Zeugnis von dem, was der Himmlische Vater ihnen zu schauen gewährte. Andere, mit der Gabe der Intuition ausgerüstet, erläuterten und vertieften verschiedene Themen der vorgelesenen Predigt. Auf diese Weise sollte die Vergeistigung der Glieder gefördert werden.

Der Schreiber dieser Zeilen hatte das Glück, im Jahre 1930 nach Mexiko zur beruflichen Weiterbildung zu gehen. Während vieler Jahre genoß ich die Freuden einer neuen Welt und die beruflichen Erfolge. Während auf verschiedenen Kriegsschauplätzen das große Völkerringen tobte, kam ich im Jahre 1942 in der Hauptstadt von Mexiko in Kontakt mit den Göttlichen Kundgaben und fühlte mich sofort von ihnen angesprochen. Trotzdem ergründete ich die Botschaften anfangs kritisch, bis ich bald feststellte, daß es echte Offenbarungen des Himmlischen Vaters waren. Ich war dann ein eifriger Zuhörer und persönlicher Zeuge derselben. - Es gab eine Zeit, da waren wir eine Gruppe von bis zu 20 Deutschen innerhalb der mexikanischen Gemeinde, bei der wir Zuhörer waren. Einige der Landsleute zogen sich aber wieder zurück.

Vor elf Jahren, als die Zeit gekommen war, in der ich meine berufliche Tätigkeit in Mexiko zu beenden wünschte, kehrte ich nach Deutschland zurück. Bald danach begann ich mit meinem Freund Traugott Göltenboth den ersten Band in die deutsche Sprache zu übersetzen, um den deutschsprechenden Interessenten die gewaltigen Offenbarungen zugänglich zu machen. Der erste Band ist seit längerem übersetzt und erschien vor einiger Zeit im Otto Reichl Verlag, St. Goar, unter dem Titel: "Buch des wahren Lebens". Nun ist der zweite Band fertiggestellt, und wir wünschen, daß er ebenfalls seinen segensreichen Weg in die Herzen der deutschen Geistgeschwister finden möge. Walter Maier und Traugott Göltenboth, 1984

"Ich brachte euch dies Wort und ließ es euch in eurer Sprache hören, doch Ich gebe euch den Auftrag, es später in andere Sprachen zu übersetzen, damit es allen bekannt wird." ( Kap. 59,4)

"Es spricht in diesem Augenblick Jener zu euch, der immer zu eurer Rettung gekommen ist: Christus, die Göttliche Verheißung, Mensch geworden in Jesus in der "Zweiten Zeit", das zu Menschenwort gewordene Göttliche Wort; der Geist der Liebe, des Lichtes, der Weisheit, begrenzt in einem Strahl, welcher über das Gewissen den Geist und den Verstand des Menschen berührt, um ihn zu lehren, meine Gedanken zu übermitteln." ( Kap. 4,3)


Volk Israel - Wen der Herr heute so bezeichnet

In den Unterweisungen spricht der Herr oft vom "Volk Israel", "Mein Volk" oder einfach "Volk". Damit ist keineswegs die mexikanische Nation gemeint, in deren Mitte die Kundgebungen geschahen. Ist etwa der Staat Israel gemeint? - Nein. - Um Irrtümer zu vermeiden, sei hier eine kurze Erläuterung über die Herkunft des Namens "Israel" und wer in den Offenbarungen mit "Volk Israel" angesprochen ist, gegeben.

Der Bibelkundige kennt die Erzählung im Alten Testament, derzufolge Jakob während einer schwierigen Lebenslage in der Nacht mit einem "Manne" rang, bis die Morgenröte anbrach. "Der Mann" konnte ihn nicht überwältigen und sagte schließlich: "Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel, denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und bist oblegen." Und Gott erneuerte gegenüber Jakob Sein Versprechen: "Dein Same soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Abend, Morgen, Mitternacht und Mittag; und durch dich und deinen Samen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden," Israel ist ein geistiger Name und bedeutet "stark". Es sollte eine starke, geistige Gemeinschaft werden, die das ganze Volk umfasst, ein zahlreiches, starkes Volk Israel. Und Gott gab dem Volk das Verheißene Land, um darin in Frieden leben und die geistige Verbindung mit Ihm vertiefen zu können. Jedoch war daran die Bedingung geknüpft, gemäß des mit Gott geschlossenen Paktes, daß es die wahre Verehrung des einzigen Gottes und die Wahrheit Seiner Lehre allen Völkern der Erde kundtun, also ein Priestervolk sein sollte.

Das Alte Testament berichtet anschaulich über die Entwicklung des Volkes Israel im Laufe der Jahrhunderte. Bald wurde innerhalb desselben eine Spaltung sichtbar: auf der einen Seite das kleine Häuflein, das wir das Geistige Israel nennen wollen, weil es den geistigen Kontakt mit Gott aufrecht erhielt und aus deren Mitte die weisen Führer des Volkes und die großen Propheten hervorgingen. Auf der anderen Seite die Mehrheit, die wir als das materialistische Israel bezeichnen wollen, weil es die göttlichen Segnungen an großer Klugheit, Beharrlichkeit und Tatkraft ausschließlich dazu verwendete, um Macht und Reichtum zu erlangen. Dieser Ungehorsam gegenüber dem mit Gott geschlossenen Bund brachte dem Volk Israel oft schwere Prüfungen ein, die es selbst verschuldete, denn sein Reichtum, seine Macht und sein Stolz forderten die Nachbarstaaten geradezu heraus, gegen es zu kriegen. In der Drangsal und Not schrie das Volk zu seinem Gott, doch die Reue währte nur so lange, bis es wieder Freiheit erlangte und zu Reichtum gekommen war.

Während der vielen Prüfungen lebte die Minderheit des geistigen Israel unbeachtet, doch voller Glauben und Hoffnung auf den Messias. Deshalb konnte Er in ihrer Mitte in Jesus Mensch werden, um nochmals Sein Volk auf seine geistige Mission unter den Völkern aufmerksam zu machen und dafür vorzubereiten. Das geistige Israel folgte ihm nach und war glücklich, Sein Wort zu hören. Die Mehrheit, das materialistische Israel, nahm kaum Kenntnis von ihm, und der "Tempel" lehnte Ihn entschieden ab. Sie erwartete einen starken Mann, einen mächtigen Krieger, der die Herrschaft der Römer brechen sollte, um ein irdisches, glanzvolles und unbesiegbares Israel aufzurichten. Doch der Messias war demütig und bekundete: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt." Da war die Enttäuschung so groß, daß sie Ihn als Aufwiegler und Gotteslästerer verurteilten und Ihn kreuzigen ließen. Damit war ein Ereignis von ungeheurer Bedeutung eingetreten: die sichtbare Trennung zwischen dem geistigen und materialistischen Israel.

Das Geistige Israel versammelte sich um die Apostel, und in der kleinen Schar reifte bald die Erkenntnis, die der Apostel Petrus in die Worte fasste: "Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansieht, sondern in allerlei Volk, wer Ihn fürchtet und recht tut, der ist Ihm angenehm." Also nicht nur die Juden gehören zum Geistigen Israel, sondern aus allen Religionen und Nationen diejenigen, die den Worten Christi glauben und danach handeln; denn es ist eine geistige Gemeinschaft und deshalb nicht an Nationen gebunden.

Doch nun, beinahe 2000 Jahre nach jenen Ereignissen und der daraus hervorgegangenen sichtbaren Trennung zwischen dem geistigen und dem materialistischen Israel, vollzieht sich wieder ein Wandel von ungeahnter Bedeutung. Das Geistige Israel, das als kaum beachtete Minderheit unter den Völkern der Erde ein schwaches, wenig einflußreiches Häuflein war, wird wachgerüttelt und gesammelt. Christus in Seiner geistigen Wiederkunft spricht zum "Israel nach dem Geiste". Er vereinigt nun alle "zerstreuten Stämme Israels", um ihren Geist zuzurüsten und in den Kampf zu senden, bis es die Rettung und Vergeistigung des Menschengeschlechts erreicht hat. Die Unterweisungen hierzu sind die neuen Offenbarungen Christi, die in den 12 Bänden, "Buch des Wahren Lebens" gesammelt sind.

Die Dritte Zeit

Jesus konnte während seiner Erdenzeit nicht alles offenbaren, weil die Menschheit noch nicht reif dafür war. Er kündigte aber an, daß der Vater den Tröster, den Heiligen Geist senden werde. Diese Dritte Zeit wurde eingeleitet durch Elia, dessen Geist ein von Gott bestimmtes Werkzeug erleuchtete. Es war ein einfacher Mann mit Namen Roque Rojas; er war ähnlich Johannes dem Täufer der Wegbereiter, damit sich Gottes Heiliger Geist, der Geist der Wahrheit unter den Menschen offenbaren konnte. Im Jahre 1866 verkündigte der Geist Elia´s durch seinen Wortvermittler: "Ich bin Elia, der Prophet der ersten Zeit, jener von der Verklärung auf dem Berge Tabor, bereitet euch zu..." Diejenigen Zuhörer, welche die Gabe der geistigen Schau hatten, sahen damals Jesus, Mose und Elia so, wie die Jünger es bei der Verklärung auf dem Berge Tabor erlebten. Dies ist die Bestätigung für die drei grossen Zeitepochen und dafür, daß Elia die Dritte Zeit symbolisiert, in der der Geist der Wahrheit sich mitteilt, oder: die Wiederkunft Christi im Geiste (Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist der Dreieinigkeit).

Gott übergibt seine Offenbarungen in vollkommener Reihenfolge: nachdem wir schon ausreichende Kenntnisse der Gerechtigkeit Gottes hatten (Erste Zeit), wurde uns die Lehre der Liebe durch Jesus gegeben (Zweite Zeit). Und so werden wir die Lehre der Wahrheit und der Weisheit in uns aufnehmen können, wenn wir die Lehren der Liebe erfüllen.

Das sechste Siegel

Das sechste Siegel ist - als Auftakt und Vorbereitungsstufe der Dritten Zeit, durch Elia versinnbildlicht, den Propheten und grossen Streiter im Alten Testament, der nach Beendigung seiner Mission in einem "feurigen Wagen" gen Himmel fuhr (2. Kön. 2, 11). Mit dieser bildhaften Darstellung wird uns gezeigt, daß der Geist Elia der lichtvolle Kämpfer Gottes ist. Dieser cherubinische Geist war nach dem Zeugnis Jesu auch in Johannes dem Täufer inkarniert (Matth. 11, 7-14), der die Herzen vorbereitete, damit Jesus seine Lehre in sie legen konnte. Er ebnete auch in unserer Zeit die Wege des Herrn bei dessen geistiger Wiederkunft und vermittelt als machtvoller Engelsfürst allen Geistern und Welten das Licht des Heiligen Geistes, der Göttlichen Weisheit, das dem geöffneten sechsten Siegel oder Kapitel des Lebensbuches entströmt, dessen Lehren und Offenbarungen der Herr selbst bis zum Jahre 1950 durch auserwählte Werkzeuge kundtat. Doch damit war die Zeit des 6. Siegels nicht beendet. Das Licht des sechsten Siegels bestrahlt weiterhin die Menschheit, bis diese die Offenbarungen Christi in seiner Wiederkunft anerkannt und sich vergeistigt hat. Die zur gleichen Zeit eintretenden Heimsuchungen werden diese Entwicklung unterstützen, damit die Geister die Wahrheit und Weisheit Gottes empfangen können. Auf diese Weise wird die Menschheit auf das siebte Siegel vorbereitet.
Aus " Die Dritte Zeit"
Reichl Verlag "Der Leuchter"

"In dieser Zeit ist nicht Palästina Zeuge meiner Offenbarung gewesen; denn es ist nicht ein bestimmter Ort, den Ich suche, sondern euer Geist. Ich suche das "Volk Israel nach dem Geist", nicht nach dem Blut- das Volk, das den geistigen Samen besitzt, den es über die Zeiten hin durch meine Barmherzigkeit empfangen hat." ( Kap. 39,8)


Also sprach der Herr: 10 Verse aus Unterweisung 123

Als Einleitung zum deutschen Band V des "Buch des Wahren Lebens", sollen die Verse 1-10 der Unterweisung U-123 dienen, in denen Christus über Sein Geisteswerk spricht:

1. Mein Wort ergießt sich unerschöpflich über euch. Ich bin Christus, der in der Zweiten Zeit unter den Menschen wohnte und der erneut zu euch herabkommt, um von sich selbst Zeugnis abzulegen und damit Seine Verheißung und Sein Wort zu erfüllen; damals bestätigte Ich mit Meinen Werken das Gesetz, das der Vater dem Mose diktierte, welcher nicht nach seinem eigenen Willen handelte, noch nach dem der Menschen, sondern nach dem Willen des Ewigen; deshalb sage Ich euch, wenn Ich das, was Mose sprach, nicht aufhob, so werde Ich jetzt auch nicht das aufheben, was Ich euch in Jesus lehrte.

2. Ich bin bei euch, denn dies versprach und kündigte Ich Meinen Jüngern an, als Ich bei einer bestimmten Gelegenheit von ihnen umgeben war und sie Mich auf folgende Weise fragten: "Meister, Du hast gesagt, daß Du scheiden wirst, aber daß Du hernach wiederkommen wirst. Sage uns: Wann wird das sein?" Ich sah, daß ihre Einfalt und das Verlangen nach Wissen sie die geheimen Ratschlüsse ihres Herrn erforschen ließ. Dennoch sprach Ich liebevoll zu ihnen: "Wahrlich, der Tag ist nicht ferne, an dem Ich zu den Menschen zurückkomme", womit Ich ihnen begreiflich machte, daß Meine Gegenwart dann im Geiste sein würde, und gab ihnen zugleich die Zeichen bekannt, die Mein nächstes Kommen ankündigen würden. Jene Zeichen würden Kriege, Chaos und großes Leid auf der ganzen Erde sein. Doch wahrlich, Ich sage euch, gerade so, inmitten eines Chaos, war Mein Kommen in dieser Zeit. Hier bin Ich, ihr Menschen, mit einer Botschaft des Lichtes und des Friedens für eure Seele, aus der Ich nun eine (geistige) Arche machen werde, in die alle gläubigen Menschen, die sich retten wollen, gelangen, wo die Menschheit Zuflucht finden kann. Diese Arche wird festgefügt sein durch den Glauben, die Hoffnung und die Liebestätigkeit derer, die Mir nachfolgen, und wird geistige Ähnlichkeit mit jener haben, die Noah anvertraut war, als die Naturgewalten entfesselt waren.

3. In welcher Zeit lebt ihr? Denkt darüber nach und seid euch bewusst, daß Ich euch Meine Lehre in drei Zeitaltern gegeben habe. Das erste war jenes des Gesetzes, das zweite das der Liebe, und das dritte, welches das gegenwärtige ist, entspricht der Weisheit.

4. Ein einziger Geist, welcher der Meine ist, ist immer bei euch gewesen. Doch wenn Ich ihn in drei verschiedenen Phasen offenbart habe, so bedenkt, daß die Formen, in denen Ich Mich in der ganzen Schöpfung manifestiere, unendlich und gleichzeitig vollkommen sind.

5. In der Ersten Zeit habt ihr den Vater als Richter und Gesetzgeber kennengelernt. In der Zweiten Zeit ließ Ich "Mein Wort" in Jesus Mensch werden, und Sein Wort sprach mit göttlicher Wahrheit. Christus ist "Das Wort", derselbe, der den Menschen sagte: "Wer den Sohn kennt, kennt den Vater". Jetzt seid ihr in der Dritten Zeit, in der Ich Meine Weisheit auf euch ergieße.

6. In Erfüllung Meiner Verheißung bin Ich im Geiste gekommen, auf der sinnbildlichen "Wolke", welche eure Seelen bei ihrer Erhebung zu Mir bilden, und errichte in den Herzen der Menschen den wahren Tempel.

7. Wenn ihr Mich durch diese Stimmträger hört, so denkt nicht, daß Mein Geist sich in diesem kleinen und unreinen Körper niederlässt. Ich habe euch schon gesagt, daß es euer Verstandesorgan ist, auf das ein Strahl Meines Lichtes herabfällt, welcher göttliche Inspiration ist, welcher Weisheit und Liebe ist.

8. Erfasst das Wunder dieser Mitteilung und erkennt, daß über das Verstandesorgan dieser ungebildeten Geschöpfe und deren Lippen das Wort kommt, das den Unwissenden erleuchtet und den Sünder bekehrt, so daß er in seinem Herzen eine Gott würdige Heimstätte errichtet und ihm den Schlüssel des Glaubens gibt, welcher die Pforte zur Weisheit öffnet.

9. Mit unendlicher Geduld wartete Ich auf die Zeit, in der die Entwicklung eurer Seele euch ermöglichen würde, Meine Mitteilung durch das Verstandesorgan des Stimmträgers zu begreifen, als eine Vorbereitung für die vollkommene Verbindung zwischen Meinem Geist und dem euren.

10. Dies ist der Grund, weshalb der Stimmträger Mein Wort ausspricht, ohne daß sein Gehirn sich ermüdet oder seine Kehle heiser wird. Denn Ich bin es, der jene Lippen bewegt, um Meinen Aufruf an die Menschen gelangen zu lassen. Ich lade sie ein, unter dem Schatten des Lebensbaumes auszuruhen und die Frucht des ewigen Lebens zu essen.
Aus "Rundschreiben" von Walter Maier

"Hier bin Ich nun "auf der Wolke", umgeben von Engeln, welches die geistigen Wesen sind, die sich unter euch als Botschafter meiner Göttlichkeit und als eure guten Ratgeber kundgetan haben. Die Lichtstrahlen sind mein Wort, das euch neue Offenbarungen bringt, das jedes Verstandesvermögen mit Weisheit überströmt." (Kap. 3,15)


Kleine geschichtliche Zusammenfassung

Die Herausgabe eines solchen Buches, zumal mit diesem Titel, erfordert eine Begründung. Daß es sich um ein geistig orientiertes Thema handelt, eine Lektüre für besinnliche Stunden und Vertiefung, ergibt sich schon aus dem Titel. Es erhebt den berechtigten Anspruch, in sich eine Einführung für ein anderes Buch, für ein Werk zu sein, das durchgehend Sinn und Gegenstand dieser Berichte, Beschreibungen und Erläuterungen ist. Weiter vorne wurde schon darauf hingewiesen.

Ergänzend dazu: Es liess sich nicht vermeiden, bei der Auswahl und Gestaltung des Inhalts, der sich weitgehend auf Berichte und Zitate stützt, thematische Wiederholungen aus unterschiedlicher Betrachtung zu bringen, um das beabsichtigte Bild aus anderen Perspektiven zu beleuchten. Was ist damit gemeint?

Am 1. September 1866 begann ein Geschehen, das sich, von der Welt kaum wahrgenommen, in immer gewaltigerer und beglückenderer Weise einer zunächst kleineren Gruppe von einfachen Menschen in einem Vorort von Mexico-City buchstäblich offenbarte. Wenn ein Vergleich erlaubt ist, könnte man sagen, ausser den Aufzeichnungen der religiösen Schriften des Christlichen Glaubens hat es seit 2000 Jahren kein größeres, umfangreicheres, weiseres und lichtvolleres Werk Göttlicher Offenbarungen gegeben. Ja, über 84 Jahre - länger als jedes "aktive" menschliche Leben überbrücken könnte - hat sich die Göttliche Stimme (während der ersten 18 Jahre durch den Propheten Elias) über sogenannte Stimmträger in menschlichen Worten und in spanischer Sprache bekundet. Die Zuhörer, anfänglich nur in einem einfachen Versammlungsort, erfuhren zu ihrem Erstaunen, daß sie mit "mein geliebtes Volk", "Israel im Geiste" angesprochen und wöchentlich belehrt wurden. Man könnte es Predigten nennen, der Herr sagte dazu "mi doctrina", (Meine Lehre) mi ley (mein Gesetz), oder "mis enseñanzas" (meine Unterweisungen).

An vielen Orten entstanden im Laufe der Jahrzehnte solche Lehr- oder einfachen Versammlungshäuser (recintos), die recherchierten Informationen sprechen von mehreren hundert. Anfänglich musste das Gedächtnis der Zuhörer die Belehrungen behalten, manche mögen sich auch gekürzte Aufzeichnungen gemacht haben. Erst seit den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts konnte man beginnen, in Kurzschrift - später auch mit Bandaufnahmen - bis hin zum 31.12.1950 diese Belehrungen aufzunehmen und aufzuzeichnen. Das erhaltene Material in Form von Weisungen, Trost, Führung, Prophezeiungen und Ermahnungen war so umfangreich, daß allein aus den Aufzeichnungen der Jahre 1941 bis 1950 ein zwölfbändiges Werk zusammengestellt werden konnte mit dem Titel "Libro de la Vida Verdadera", d.h. "Buch des Wahren Lebens".

In den letzten Jahren vor 1950 nahm auch eine kleine Gruppe Deutscher an diesen sonntäglichen Zusammenkünften teil. Einer von Ihnen, Walter Maier, erst interessiert und später von der Wahrhaftigkeit dieser Offenbarungen überzeugt, machte es sich nach seiner Rückkehr nach Deutschland (in den 70er Jahren) zur Lebensaufgabe, die ersten Bände in die deutsche Sprache zu übersetzen; ihm zur Seite stand ein hochtalentierter Übersetzer und Formulierer, Traugott Göltenboth. Ihnen beiden sind die zur Zeit auf dem deutschen Buchmarkt verfügbaren ersten 6 Bände (im Reichl Verlag "Der Leuchter"), zu verdanken.

Aus Übersee stand ich mit diesen Übersetzern in Korrespondenz und verfolgte und unterstützte ihre Arbeiten. Durch die zeitaufwendigen Übersetzungen der einzelnen Bände - es fehlten noch sieben - bot es sich an, dem interessierten deutschen Leser schon vor der Fertigstellung aller restlichen Übersetzungen eine Zusammenfassung, nach Themen geordnet, in einem Band anzubieten. Ein solches Vorhaben hätte ausserdem den Vorteil, daß viele potentielle Leser, die vor einer so umfangreichen Lektüre zurückschreckten, hier eine originalgetreue Auswahl aus allen l2 Bänden finden konnten. Kurz gesagt, es entstand aus unserer vierjährigen Zusammenarbeit ein solches "Kompendium". Unter Berücksichtigung vielfacher Weisungen in den Offenbarungen, übernahmen wir die vom Herrn immer wieder verwendete Bezeichnung: DAS DRITTE TESTAMENT.

Um eine solche neue "Heilige Schrift", denn darum handelt es sich, bekannt zu machen, empfand ich die Notwendigkeit, zusätzlich zu der darin enthaltenen ausführlichen Einführung noch mehr Informationen für den Leser zusammenzutragen. Dazu erschien mir nicht nur mein Studium dieser Schriften über viele Jahre als eine brauchbare Basis, sondern auch eine "Pilgerfahrt" nach Mexiko, zu der einzigen Gemeinde oder Gruppe, die es sich in einer sog. "Asociacion de Estudios Espirituales" zur Aufgabe gemacht hat, das Schrifttum zu sammeln, zu sichten und mit ihren relativ bescheidenen Mitteln zu veröffentlichen. Als "Laie" übernahm ich diese Aufgabe, weil es z. Zt. und meines Wissens keine Auswahl an bereitwilligen Berichterstattern (in deutscher Sprache) zu diesem Geschehen gibt. Herr W. Maier verstarb im hohen Alter; mit weiteren Übersetzungen der Einzelbände kann aber gerechnet werden, allerdings in zeitlich grösseren Abständen. Soviel zu den in deutscher Sprache verfügbaren Schriften.

Welchen "Stellenwert" hat nun heute in der christlichen Öffentlichkeit jenes Geschehen und Umfeld, in dem Christus, gemäß seiner Verheißung, wiedergekommen ist. Eine Wiederkunft, die Er selbst als "Die Dritte Zeit", das Sechste Siegel, die Zeit des Gerichts vor dem "tausendjährigen Reich" bezeichnet. Die Antwort ist: keine. Es klingt so entmutigend hilflos und traurig, aber zu "Seiner Wiederkunft" wurde er von niemandem "empfangen", keine weltliche oder kirchliche Obrigkeit hatte, wie er sich beklagte, "gewacht und gebetet", obwohl alle Zeichen, die Er für seine zweite Wiederkunft angekündigt hatte, erfüllt waren. Seit 1950 bis zum heutigen Tage ist die Jüngerschaft der damals auserwählten Personen nicht nur aus Altersgründen stark zurückgegangen, sondern der verbliebene treue und überzeugte Kern damaliger Zuhörer beschränkt sich auf das eigene Studium dieser Offenbarungen und auf die Herausgabe gesammelter Unterweisungen. Übersetzungen sind in erster Linie in deutscher und englischer Sprache erschienen.

Mitte des Jahres 2000 machte ich mich auf zu "meiner Pilgerfahrt", um die Stätten zu besuchen, wo sich über viele Jahrzehnte das heilige Wort der Offenbarung des Herrn an Seine neuen auserwählten Jünger gewandt hatte. Andererseits wollte ich auch die Personen kennenlernen, die treu ihrer Aufgabe den Wortschatz hüteten und in Buchform verbreiteten.

Der Inhalt der 12 Bände in spanischer Sprache lag mir schon vor, d.h. - wir waren im 3. Jahr der Themenübersetzungen und mussten dazu verständlicherweise diese Themen durch intensive Studien aussuchen. In Mexiko wollte ich vor allem historische Begebenheiten, Personen und Zeugenberichte aus den letzten Jahren VOR dem Ende der Kundgaben 1950 suchen. Ich fand einen Reichtum an Informationen, Beschreibungen der damaligen Umwelt (zu Zeiten politischer Unruhen und weltlicher Herrscher wie Benito Juarez, Kaiser Maximilian, Porfirio Diaz, Madero, Huerta u.a.) und Berichte, die meine vielen Fragen beantworteten.

Weil Sie, lieber Leser, verständlicherweise alle diese Erfahrungen und all das Wissenswerte nicht persönlich erleben konnten, habe ich sozusagen "stellvertretend" diese Aufgabe übernommen und hoffe, daß Sie durch meine Ausführungen zu einer Vorstellung von diesem Geschehen in Mexiko kommen und die Botschaften als solche mit offenen und verständnisvollen Augen und Herzen lesen werden. Ob diesem "Lesen" dann auch das "Glauben" folgt, wird ihre höchsteigene Entscheidung bleiben. Schenken Sie mir einen Vertrauens-vorschuss und vor allem: vergessen Sie die vielen selbsternannten Propheten, Gurus, Weltverbesserer, Sektierer und ihre Schriften. Hier geht es nicht um Religion, nicht um Geld oder Macht, sondern um den VATER, der zu seinen Kindern spricht: bevor wir "weisen" und modernen Menschen das leugnen, hören wir erst einmal zu, was ER uns gesagt hat - zu Ihrer und unser aller geistigen Entwicklung.

"Wißt ihr von jener "Wolke", auf der Mich meine Jünger auffahren sahen, als Ich Mich ihnen das letzte Mal kundgab? Denn wahrheitsgemäß steht geschrieben, daß Ich "auf der Wolke" zurückkommen würde, und Ich habe es erfüllt. Am 1. September 1866 kam mein Geist auf der symbolischen Wolke, um euch für den Empfang der neuen Unterweisung vorzubereiten. Hernach, im Jahre 1884, begann Ich euch meine Unterweisung zu geben."

"Ich kam nicht als Mensch, sondern geistig, begrenzt in einem Lichtstrahl, um ihn auf einem menschlichen Verstandesvermögen ruhen zu lassen. Dies ist das durch meinen Willen erwählte Mittel, um in dieser Zeit zu euch zu sprechen, und Ich werde euch den Glauben, den ihr an dieses Wort habt, anrechnen." (Kap. 2, 5 - 6)


Der Herr erläutert sein "Drittes Testament"

Das im Titel erwähnte Werk erscheint um die Jahrtausendwende, "als sich diese unsere Welt auf der dritten Stufe der Verderbnis befindet". Dieser Begriff aus alten Prophezeiungen, erscheint uns meist nur als eine vage geschichtliche Ermahnung, die mehr symbolisch verstanden, von den Jahrhunderten verdrängt und objektiv ohnehin kaum geglaubt wurde. Das war zur Zeit Noahs und der Sintflut nicht anders, änderte aber nichts an dem Geschehen. Wird es uns ebenfalls so ergehen?

Auch der Titel wird manchen überraschen, erstaunen oder gar in "heiligen Zorn" versetzen, daß Menschen sich erdreisten, in Anlehnung an die Heilige Schrift - das Alte und Neue Testament - eine unglaubliche Fortsetzung anzukündigen. Sie hätten vollkommen Recht, wenn es ein von Menschen geschaffenes Buch wäre, doch dem ist nicht so. Mit Ausnahme der Einführung, stammt jedes Wort sinngemäß (nach dem spanischen Original) aus dem Göttlichen Geist und seinem Diktat. So auch die Bezeichnung des Titels, denn der HERR sagte:

"Meine Prophezeiungen werden sich in dieser Zeit bis zur letzten erfüllen. Ich hinterlasse euch meine drei Testamente, die ein einziges bilden." (Kap. 38,22)

Es spricht zu euch das "Wort", das immer in Gott war, dasselbe, das in Christus war und das ihr heute durch den Heiligen Geist kennt; denn das "Wort" ist Wort, ist Gesetz, ist Botschaft, ist Offenbarung, ist Weisheit. Wenn ihr das "Wort" durch die Worte Christi vernommen habt und es nun durch die Inspiration des Heiligen Geistes empfangt - wahrlich, Ich sage euch, so ist es die Stimme Gottes, die ihr gehört habt. Denn es gibt nur einen Gott, nur ein Wort und nur einen Heiligen Geist. (Kap. 4,1)

Wieviele Argumente, um diese Offenbarung zu leugnen! Wieviele Versuche, dieses Wort zu vernichten! Doch nichts hat den Lauf meiner Botschaft aufgehalten - im Gegenteil: Je mehr man dieses Werk bekämpft hat, desto mehr wurde der Glaube der Menschen entzündet, und je mehr Zeit verging, desto größer wurde die Zahl derer, durch die Ich mein Wort übermittle. (Kap. 4,20)

Eine neue Apostelschar entstand in dieser Gemeinschaft, bestehend aus schlichten und demütigen Herzen, die jedoch von Liebe und Glauben erfüllt waren, um Mir nachzufolgen. Natürlich fehlte unter ihnen nicht ein neuer Thomas, der sehen mußte, um an meine Gegenwart zu glauben - ein neuer Petrus, der, obwohl er an Mich glaubte, Mich aus Furcht vor den Menschen verleugnen würde, und ein neuer Judas Ischariot, der Mich verraten würde, indem er mein Wort und meine Wahrheit für Geld und Schmeicheleien verfälscht.(Kap. 4,23)

Die "Toten", die "Blinden", die Kranken und die Parias bilden ein sehr großes Volk. Ich werde zu ihnen kommen, denn jene, die seelisch oder körperlich leiden, sind am empfänglichsten für meine Gegenwart. Die Großen der Welt- jene, die Macht, Reichtümer und weltliche Herrlichkeiten haben, glauben Mich nicht zu benötigen und erwarten Mich nicht: Was könnte ihnen Christus denn geben, da sie doch sagen, schon alles zu haben? Etwa einige geistige Güter, oder einen Platz in der Ewigkeit? Das interessiert sie nicht! (Kap. 4,31)

Für euch, die Sünder, ist es nur natürlich, daß ihr euch in eurer Sünde ferne von Mir fühlt. Ich dagegen fühle, daß, je mehr Verfehlungen ihr begeht und je mehr ihr eure Seele befleckt, es umso notwendiger ist, daß Ich Mich euch zuwende, um euch das Licht zu geben, euch die Hand zu reichen, um euch zu heilen und zu retten.(Kap. 4,41)

Es hat Mir wohlgefallen, Mich durch den Menschen mitzuteilen, und mein Entschluß ist vollkommen. Ich kenne den Menschen, denn Ich habe ihn geschaffen. Ich halte ihn für würdig, denn er ist mein Kind, denn er ging aus Mir hervor. Ich kann Mich seiner bedienen, denn dafür schuf Ich ihn, und Ich kann meine Herrlichkeit durch seine Vermittlung offenbaren, weil Ich ihn schuf, um Mich in ihm zu verherrlichen.(Kap.4,60)

Mein Wort wird für alle Zeiten niedergeschrieben bleiben, aus ihm werdet ihr das Buch der Dritten Zeit, das Dritte Testament, die letzte Botschaft des Vaters zusammenstellen; denn in allen drei Zeitaltern hatte Gott Seine "Goldfedern", um der Menschheit seine Weisheit zu hinterlassen. (Kap. 6,37)

"Wollt ihr, daß Ich das Kreuz der Unvollkommenheiten der Welt auf meinen Schultern trage und daß Ich eure Pflichten übernehme, um das zu tun, was allein euch zukommt? Ich vermache euch derzeit DAS DRITTE TESTAMENT, und ihr habt nicht einmal die beiden Ersten verstanden. Wenn ihr in dieser Zeit vorbereitet gewesen wäret, wäre es nicht notwendig gewesen, daß mein Wort materiell hörbar wird, denn Ich würde dann geistig sprechen, und ihr würdet Mir mit eurer Liebe antworten." (Kap. 63,36)

Um den für viele Namenschristen unglaublichen Anspruch dieses Buches noch zu erhöhen, sei hier vorausgeschickt, daß diese Unterweisungen, die Göttlichen Offenbarungen, im Verlaufe von 66 Jahren (1884 - 1950) der überraschten und ergriffenen (anwesenden) Menschheit direkt vom HERRN, von CHRISTUS und seinem HEILIGEN GEIST in Erfüllung seiner Verheißung der Wiederkunft in menschlicher (spanischer) Sprache gegeben wurden. Im Verlaufe dieser langen Jahre erfolgten wöchentliche Versammlungen, um Gottes Unterweisungen zu hören. Nach dem ersten Versammlungsort entstanden im Laufe der Jahre noch viele weitere, in unterschiedlichen Orten in Mexiko.

Die erst in den letzten Jahren mitstenographierten oder auf Tonband aufgenommenen Unterweisungen durch den Mund sogenannter "Portavoces" (soviel wie Stimmträger) waren später eine unerschöpfliche Quelle zur Zusammenfassung und zum Druck eines 12-bändigen Werkes, "Libro de la Vida Verdadera" - oder "Buch des Wahren Lebens". So nennt der Herr Sein neues Wort in seiner Gesamtheit (einschliesslich aller nicht aufgeschriebenen Belehrungen oder noch nicht veröffentlichten Schriften), auch als sein letztes und "Drittes Testament" bezeichnet. In Anbetracht seines Umfangs empfahl und gebot der Herr in seinen Ansprachen, Zusammenfassungen und Auswahlen zu erstellen ( Kap. 59,1 ) für die "hungernde und dürstende" Menschheit. Eine solche, nach Themen geordnete Auswahl ist jetzt als Kompendium in deutscher, spanischer, englischer und französischer Sprache verfügbar.


"Das Königliche Gastmahl"

Diese kleine, improvisierte Einführung in ein monumentales Werk, kann den Gegenstand des Buches der Göttlichen Kundgaben aus Mexiko, selbst in vereinfachter Form, kaum beschreiben. Doch ohne gewisse Hilfestellungen würden diese Lehren und Belehrungen - so befürchte ich - beiseite gelegt zu den vielen, vielen menschlichen Produktionen, die sich mit dieser Thematik seit Jahrtausenden befasst haben und noch weiterhin befassen, bis hin zu den sonderbarsten Exzessen.

Wohlgemerkt, mit den Beiträgen dieses Buches soll nicht das Werk selbst, sondern nur bestimmte Umstände, Voraussetzungen, Prämissen oder (für Skeptiker) Arbeitshypothesen dargelegt werden. Gehen Sie davon aus, daß die "Unterweisungen" (oder im spanischen Original "Enseñanzas") nicht den Gedanken oder Wissen eines Menschen entstammen (können). Mehr darüber wird an anderer Stelle dargelegt. Wenn Sie später (im Kompendium - das hier vorgestellt wird) einzelne Unterweisungen lesen, urteilen und denken Sie darüber nach. Es ist nicht erforderlich, sie in ihren fortlaufenden Nummern zu studieren. Jede ist für sich abgeschlossen oder schließt mit den nachfolgenden Versen ab.

Viele Themen werden wiederholt, oft mit anderen Worten. Auch das hat einen logischen Sinn: die Unterweisungen wurden nachgesprochen und aufgezeichnet; anfangs aus dem Gedächtnis, später mitstenographiert und in den letzten Jahren teilweise auch auf Tonband aufgenommen. Woche für Woche, Jahr für Jahr, Ort für Ort - und sehr wichtig: Menschen kamen und gingen, waren dabei, änderten den Wohnsitz, starben, neue Generationen lösten sie ab.

Hier geht es wirklich und wahrhaftig um mehr als eine Philosophie, mehr als eine Kirchenlehre, mehr als alle menschliche Weisheit zusammengefasst. Wer diese Worte zu lesen bereit ist, hat genug Verstandeskraft zu beurteilen, was um uns herum vorgeht und kann vielleicht sogar abschätzen, wie lange die Völker, die missbrauchte Natur, die Wirtschaft, die Politik, die Verbrecherszene, die Drogensucht noch bestehen können - ja, wie lange unser GOTT UND VATER dies alles noch zu dulden bereit ist. (Siehe hierzu Kap. 63, 460 - unten zitiert).

Auch dazu werden wir ausführlich belehrt, mit neuen - darauf Bezug nehmenden - Prophezeiungen; auch durch solche noch unerfüllte, aus mehreren Jahrtausenden, verglichen und belegt.

Kein Zwang erfolgt aus diesen Belehrungen für den Leser, für den Suchenden, für den Zweifler oder den Besserwisser. Mit der Bestimmtheit und Autorität des Meisters, des VATERS - und mit seiner Liebe und sanften Geduld wird uns das Wissen jener Bücher in klarster, menschlicher Sprache geschenkt, von denen Johannes sprach, als er im Kapitel 21 Vers 24 schrieb, "daß die Welt die 'Bücher' nicht fassen könne, die noch zu schreiben wären". Diese Zeit ist gekommen. Die Bücher wurden geschrieben und die "Welt" - der menschliche Verstand - kann nach fast 2000 Jahren Christentum, die Bücher und das Wissen "fassen".

Wer sich "noch" nicht für die Weiterentwicklung der Lehren Jesu Christi interessiert oder ihre Existenz gar leugnet, höre denn auch auf weiter zu suchen - sie alle werden nachholen müssen; denn dieses Wissen ist die nächste Stufe unserer Entwicklung, ob wir wollen oder nicht. Alles in Gottes Werken ist Entwicklung und seine wertvollste Schöpfung, geistige Kinder, fallen erst recht in diese Ordnung. Er, der Erste und der Letzte, das Alpha und das Omega - lädt uns selbst ein, an seinen Tisch. Wer möchte nicht mit aller Liebe beim ersten Ruf des Vaters herbeieilen und an seinem Gastmahl teilnehmen?

Viel Unheil wird die Welt vor Eintritt dieser Zeit erleiden. Aber jene Leiden werden zum Wohle der Menschheit sein, sowohl im Irdischen, als auch im Geistigen. Es wird wie ein "Bis hierher und nicht weiter" für den zügellosen Lauf der Übeltaten, der Selbstsucht und Genusssucht der Menschen sein. (Kap. 63,460)

Erhaltet dies Wort in seiner ursprünglichen Reinheit, denn es ist das schönste Erbe, das Ich dem Menschen hinterlassen werde. Schreibt meine Unterweisung nieder und macht sie euren Brüdern bekannt; bewahrt sie treulich, denn ihr seid verantwortlich für dieses Erbe.(Kap. 6,2)

Ich habe gesehen, daß das Gesetz und die Lehren, die Ich der Menschheit in vergangenen Zeiten vermachte, verborgen und durch Riten, äußerliche Kulte und Traditionen ersetzt worden sind. (Kap. 6,13)

In diesem bescheidenen und schlichten, aber von Göttlichem Licht erfüllten Buche werden die Menschen die Klärung all ihrer Zweifel finden, sie werden die Ergänzung der Unterweisungen entdecken, die in vergangenen Zeiten nur zum Teil offenbart wurden, und sie werden die klare und einfache Art und Weise finden, all das auszulegen, was in den alten Texten im Sinnbild verborgen ist. (Kap. 6,25)

Heute sage ich euch: Hier ist der Meister, jener, den die Menschen den Rabbi aus Galiläa nannten. Ich gebe euch die ewiggültige Lehre, die Lehre der Liebe. Das Festmahl, zu dem Ich euch heute einlade, ist geistig, das Brot und der Wein gleichfalls. Aber heute wie ehedem und wie immer bin Ich der Weg, die Wahrheit und das Leben. (Kap. 4,6)


Ausgewählte Texte aus dem Buch des Wahren Lebens

U 305 : 41 - 42:

"Die Prüfungen, die eure Welt durchläuft, sind Zeichen des Endes einer Ära, sind der Untergang oder der Todeskampf einer Zeit des Materialismus; denn Materialismus hat es in eurer Wissenschaft, in eurem ehrgeizigen Streben und in euren Gefühlsäusserungen gegeben. Materialismus ist in eurer Verehrung Meiner Gottheit und in allen euren Werken vorhanden gewesen. Die Liebe zur Welt, die Habgier nach Irdischem, die Fleischeslust, das Vergnügen an allen niederen Begierden, der Egoismus, die Eigenliebe und der Hochmut waren die Triebkräfte, mit der ihr ein Leben nach eurem Verstand und eurem menschlichen Willen geschaffen habt und dessen Früchte Ich euch ernten ließ, damit eure Erfahrung vollkommen ist. Doch wenn diese Ära, die zu Ende geht, durch ihren Materialismus in der Menschheitsgeschichte gekennzeichnet sein wird - wahrlich, Ich sage euch, die neue Zeit wird sich durch ihre Vergeistigung auszeichnen, denn in ihr werden das Gewissen und der Wille des Geistes auf der Erde eine Welt von Menschen aufrichten, die durch die Liebe erhöht sind.

U 292 : 32 - 34:

"Die irdische Macht der Menschen und ihre angesammelten Schätze werden bereits von der Gerechtigkeit des Vaters heimgesucht, um sie begreifen zu lassen, daß mein Wort niemals die Kraft der materiellen Macht und ihrer Reichtümer brauchen wird, um zu herrschen oder sich auszubreiten. Von jenem ganzen moralischen und materiellen Gefüge dieser Menschheit wird "kein Stein auf dem andern" bleiben; denn damit auf dieser Erde der neue Mensch erscheinen kann, ist es notwendig, jeden Schandfleck abzuwischen, jede Sünde zu zerstören und nur das zu belassen, was guten Samen in sich trägt. Die Herrlichkeit meiner Gegenwart und meiner Gerechtigkeit wird auf der ganzen Welt geschaut werden und vor diesem Lichte werden die Götzen fallen, und man wird die gewohnheitsmäßigen Überlieferungen sowie die Rituale verlassen."

U 286 : 44 - 45

"Ich werde dich erretten, Menschheit, denn sogar die Luft, die du einatmest, ist krank; aber Ich sage dieser Erde, welche Wohnstätte und Obdach für meine Kinder gewesen ist: Wenn sie dieselbe mit ihren Verfehlungen entweiht haben, so werden sie sie bis zur letzten Sünde reinigen müssen. Erkennt, wie sehr die Menschen eine große Lehre benötigen, um aus all den Prüfungen, die sie bedrücken, siegreich hervorgehen zu können. Dies ist die große Zeit, von den Propheten angekündigt und von den Sehern geschaut, in der der Schmerz der Menschen zum Höhepunkt gelangen wird, und in der die Barmherzigkeit des Vaters sein Licht über die Menschen ausgießen wird. Es ist die Zeit, die das Ende des Bösen und den Anfang des Guten auf der Erde kennzeichnen wird.

U 282 : 9 - 10

"Sehet diese Welt, hochmütig, herausfordernd und stolz auf alle Werke der Menschen, mit denen sie die Generationen dieses Jahrhunderts in Erstaunen setzen. In ihrer Mehrheit glauben sie nicht, noch lieben sie das Geistige, und aus diesem Grund beten sie nicht, noch beachten sie mein Gesetz. Trotzdem sind sie zufrieden und stolz, eine gewaltige Welt voller Wunder vorzeigen zu können, die sie mit der Macht ihrer Wissenschaft geschaffen haben. Doch diese wunderbare Welt der Menschen, erlangt durch die Wissenschaft, durch Kämpfe und Tränen im Lauf der Jahrhunderte, werden sie durch ihre eigenen Hände und mit ihren Waffen zerstören; denn es nähert sich bereits der Augenblick, in dem die Menschheit sich der Unbeständigkeit und Vergänglichkeit ihrer Werke bewusst wird, denen die Liebe und Gerechtigkeit fehlte, sowie das wahrhafte Verlangen nach Vollkommenheit."

U 65 : 31

"Eine neue Sintflut wird hereinbrechen, die die Erde von der menschlichen Verderbnis reinwaschen wird. Sie wird die Altäre der falschen Götter umstürzen, wird Stein für Stein die Fundamente jenes Turms des Hochmuts und der Gottlosigkeit zerstören und wird jede falsche Lehre und jede verkehrte Philosophie auslöschen. Doch diese Sintflut wird nicht nur aus Wasser bestehen wie einstens; denn die Hand des Menschen hat alle Elemente gegen sich entfesselt, sowohl sichtbare, als auch unsichtbare. Er spricht sich selbst sein Urteil, straft und richtet sich selbst.

U 57 : 39

"All dies sage Ich euch, damit ihr der Menschheit euer Zeugnis übergeben könnt. Fürchtet nicht, daß man euch nicht glaubt, denn die Naturgewalten werden eure Worte bestätigen. Die Erde wird erbeben, die Wasser werden über die Ufer treten, das Feuer wird wüten, die Winde werden entfesselt sein auf der Welt, die Meere werden emporwogen, und die Seuchen werden ganze Landstriche verheeren. Der zügellose Lauf der Menschheit wird durch den Schmerz aufgehalten werden. Sobald dann die Menschheit sich von ihrem Materialismus reinigt, wird mein Wort zu den Herzen gelangen, und niemand wird ohne es bleiben.

U 129 : 46

"Ihr werdet erleben, wie sich die großen Religionen gegenseitig bekämpfen, und wie die Menschenmassen in wilder Flucht fliehen. Für jene Stunde soll dieses Volk volle Erkenntnis seiner Aufgabe haben, frei sein von Vorurteilen, Flecken oder Irrtümern, um seine Hand voll Nächstenliebe dem des Friedens, Trostes, Lichtes und der Gesundheit Bedürftigen zu reichen."

Von Walter Maier ausgewählte Texte

Aus "Buch des Wahren Lebens"


Kurzfassung einiger Belehrungen als Beispiel

Aus den vielen Belehrungen erfahren wir u.a. auch:

- Die Tatsache, daß die Hl. Schrift durchaus noch von Gott weiter "geschrieben" und tiefer erklärt wird. Sie war und ist kein abgeschlossenes Werk - wie viele behaupten.

- Daß Gott auch nach der Verbreitung der Evangelien im N.T. weiterhin durch Offenbarungen zu seinen Kindern spricht.

- Daß man diese Offenbarungen aufgeschrieben hat und lesen (studieren) soll, wenn der Mensch geistig wachsen will.

- Daß es durchaus eine "Geistige Welt" gibt, in der sowohl verirrte Seelen leben, als auch höhere Wesen - die wir symbolisch "Engel" nennen können.

- Daß ein Kontakt mit jener geistigen Stufe möglich ist, weil Gott sowohl uns als auch ihnen den freien Willen gelassen hat. Dies kann sehr lehr- und hilfreich sein; bei Unkenntnis oder falschen "Kontakten" aber auch schädlich.

- Daß der Kontakt zu den verirrten Seelen (oder Geistern) häufig über die Praxis des seit knapp 200 Jahren wieder entdeckten Spiritismus praktiziert wird, meist mit nutzlosen, wenn auch überraschenden Ergebnissen.

- Daß es parallel dazu aber Visionen, Intuitionen, innere (gehörte) Worte und ekstatische Offenbarungen gibt, die von hilfsbereiten und "guten" höheren Geistwesen stammen. Auch solche Durchgaben sind schriftlich erfasst und den Menschen seit dem 20. Jahrhundert zugänglich.

- Daß die höchste Form solcher Kundgaben die des "Heiligen Geistes" ist, Offenbarungen in Ich-Form durch den Herrn, als Gott oder Vater oder Jesus Christus (selbst) bezeichnet.

- Daß die Inhalte solcher Offenbarungen derart eindrucksvoll, weise und mit Autorität belehrend sind, daß es nicht denkbar ist, ihren Ursprung dem Intellekt eines Menschen zu unterstellen.

- Daß die Menschen die falsch verstandene Furcht vor den sogenannten "okkulten" Dingen überwinden sollen, indem sie lernen und verstehen, wo die Grenzen gezogen werden müssen.

- Daß sie, indem sie alles "Geistige" oder ins geistige Reich hineinragende Geschehen während unseres irdischen Lebens als Okkultismus verdammen, sich dadurch des grossen Reichtums begeben, der aus jenem Reiche zu uns kommt.

- Daß ausgerechnet solche geistige Kundgaben jene sind, auf die die Menschen seit fast 2000 Jahren warten: nämlich die Zweite Wiederkunft des Herrn "in den Wolken" d.h. im Geiste.

- Daß dieses Zweite Wiederkommen bereits stattgefunden hat, auf eine ähnlich einfache und demütige Art, wie es der Herr uns bei seinem ersten Kommen vorgelebt hat. Es geschah in Mexiko im Jahre 1866 und dauerte bis 1950.

- Daher wissen wir, daß wir im geöffneten 6. Siegel leben und die große Reinigung, von der bereits im A.T. und durch Jesus prophezeit wurde, vor der Tür steht.

- Wir wissen vor allem jetzt auch, daß der Herr nicht noch einmal "materiell" kommen wird. Heute wartet die ganze Christenheit immer noch auf sein Kommen - wie, das sagt uns niemand. Wird die Christenheit genauso blind und erfolglos auf das 2. Kommen Christi warten wie die Juden damals bis heute immer noch auf den Messias?

- Er kam zwar "in den Wolken" wie versprochen, hat aber sein WORT über die sogenannten Sprachrohre oder Stimmträger, "materialisiert". Daher ist es berechtigt, wenn Er sagt, daß Er sich uns doch noch halb-materiell offenbart hat - was zukünftig nie mehr geschehen wird.

- Die Menschheit braucht es auch nicht mehr, da jene - die nach der grossen Reinigung verbleiben - ohnehin mit dem Herrn von Geist zu Geist in Verbindung stehen werden, so wie ER es jetzt verheißen hat.

- Eine weitere Lehre, die den heutigen traditionellen Christen fast wie eine Lästerung vorkommen kann, ist die Wiedergeburt des Geistes (mit seiner Seele) in immer neuen fleischlichen Körpern, so oft, bis notwendige Erfahrungen gewonnen und alle Unvollkommenheiten (Sünden) erkannt, bereut und gesühnt sind.

- Allein schon diese Offenbarung wirft ein ganz neues und hoffnungsvolles Licht auf die zeitlich sehr viel längere Entwicklung der Menschheit. Sie klärt viele Fragen nach der Gerechtigkeit im Plan Gottes und verheißt ALLEN Geistwesen, die aus Gott geschaffen wurden, eine Rückkehr zu ihm - nach Hause in unsere ewige Heimat. Ewig in einer (nicht existenten) Feuerhölle brennende Seelen gibt es nicht. Läuterung ist für jede Seele nur eine Frage ihres "Zustandes", ihres freien Willens zur weiteren Entwicklung und der dazu erforderlichen Zeit -und was bedeutet Zeit in der Ewigkeit?

- Des weiteren sollen die Menschen sich entsprechend ihrer bisher erreichten geistigen Entwicklung verhalten, auch in der Gottesanbetung und im Gottesdienst: Der Herr will uns abhalten vom Zeremoniell, von "Glaubenskrücken", bildlichen oder anderen Darstellungen, Symbolen (eine beliebte Bezeichnung halber Götzenkulte) u.a.m. Einige Religionen und Gläubige haben hiervon mehr, andere weniger zu bereinigen.

- Die 144.000 "Auserwählten" wurden vom Herrn tatsächlich wiederholt erwähnt und kommen jetzt zu ihrer Bestimmung: diese Offenbarung zu erhalten, zu begreifen, niederzuschreiben und dann, wenn sie die Lehren in die Tat umsetzen, sie auch allen Menschen guten Willens zu verkünden.

- Der Herr ist konsequent: er hat es so eingerichtet, daß viele seiner Kinder, die in der Ersten Zeit (A.T.) als "Volk Israel" bezeichnet wurden, sich gerade zum Zeitpunkt seiner Offenbarung in Mexiko wieder inkarnieren mussten. Daher spricht er sie an, als "Volk Israel" - nicht als heutige Nation oder Rasse, sondern als geistig Wiedergeborene, damalige Kinder seines Volkes. Wenn man die Verheißungen Gottes an Abraham und an Jakob nachliest, erkennt man den Zusammenhang, wenn auch erst über Jahrtausende.

- Auch die Rolle Marias, der leiblichen Mutter Jesu, wird uns erstmalig aus geistiger und göttlicher Sicht erklärt. Sie verkörpert die "mütterliche Liebe und Zärtlichkeit", Eigenschaften, die Teil der Gottheit sind.

- Die Art unserer Gebete wird uns berichtigt: wir sollen von Geist zu Geist beten lernen, keine Lippengebete, wie sie bei den meisten Religionen noch praktiziert werden. Deshalb wird uns die Macht des richtigen Betens immer wieder nahegelegt. Auch die Meditation (vertieftes geistiges Denken) nährt unseren Geist und nähert uns dem Göttlichen Funken, der in jedem Menschen (aller Rassen und Stufen) lebt.

- Der Herr betont in seinen Offenbarungen, daß er nicht gekommen ist, seine Lehren der 2. Zeit (Jesu Leben auf Erden) zu widerrufen, sondern sie zu bestätigen und - wo nötig - zu ihrem richtigen Sinn zurückzuführen, denn vieles wurde entstellt.

- Wir sollen auch unsere verstorbenen Freunde und Verwandten im jenseitigen geistigen Tal nicht vergessen - darüber hinaus auch nicht alle jene, z. T. verirrten Geister, die unsere Gebete und guten Wünsche brauchen - sie helfen ihnen wirklich. Das heißt, uns den "Geistwesen" einseitig durch unsere guten und belehrenden Gedanken und Gebete zuzuwenden, was in der heutigen Praxis der Religionen kaum erlaubt oder praktiziert wird.

- Durch das ganze Werk führt wie ein roter Faden die Aussage des Herrn: "Dies ist die Dritte Zeit", meine Belehrungen entsprechen dem "Dritten Testament". Ich vereine jetzt meine drei Offenbarungen (als Vater, als Sohn oder Wort in Christus, und jetzt als Heiliger Geist) in einem einzigen Werk.

(Soviel als kleine "Kostprobe" der überzeugenden und erstaunlichen Belehrungen des Herrn in seinem neuen Wort.)

"Der Spiritualismus löscht kein einziges der Worte aus, die Christus einst verkündete. Wenn es nicht so wäre, dürfte er sich nicht diesen Namen geben, da er sich der Wahrheit entgegenstellen würde. Wie könnte dieses Wort gegen jenes sein, da es doch derselbe Meister ist, der es ausspricht. Wenn ihr wirklich in den Sinngehalt dieser Lehre eindringen würdet, würdet ihr sehen, daß mein Wort von heute die Erklärung oder Erläuterung all dessen ist, was Ich einst sagte. Daher ist die Menschheit von heute und die der Zukunft in der Lage, mehr zu verstehen als die vergangenen Generationen, und deswegen auch das Gesetz auf eine reinere, höhere und wahrhaftigere Weise zu erfüllen." ( Kap. 6 ,23)


Zum besseren Verständnis

Das neue Kompendium der 12 Bände des "Buch des Wahren Lebens", in seiner Gesamtheit vom Herrn als Sein "Drittes Testament" bezeichnet, wurde mit einer ausführlichen Einleitung versehen. Die Inhalte sind sorgfältige Übersetzungen von Versen aus dem spanischen Original, ohne Zusätze oder Kommentare.

In den 12 Bänden gibt es keine "wichtigen und unwichtigen" Aussagen, wohl aber Wiederholungen. Wie haben wir also eine Auswahl treffen können? Indem wir aus unserer Sicht 66 Themen als Kapitelüberschriften wählten und durch sorgfältige Abstimmung zu diesen Themen, aus rund 25.500 Versen der 12 Bände, 4772 aussuchten. Man könnte wahrhaftig noch ein weiteres oder mehrere Kompendien mit jenen Versen zusammenstellen, die wir ausgelassen haben, alle als göttliches Wort, alle gleich wichtig. Wen es also danach drängt, nach der Lektüre des "Dritten Testaments" noch weitere Belehrungen (oder Bestätigung des Gelesenen) zu suchen, findet in den bereits erschienenen ersten (5) Bänden des "Buch des Wahren Lebens" (in deutscher Sprache) vieles, das er noch nicht kennt.

Einige Jahre nach Beendigung der Offenbarungen 1950 begann eine Gruppe gewesener sog. "Stimmträger" Kopien der Predigten und Unterweisungen des Herrn zu sammeln, zu sichten und bildete daraus das Werk, das in Mexiko unter der Bezeichnung "Libro de la Vida Verdadera" (in der Landesprache spanisch) im kleinen Kreise bekannt wurde. (Hierzu wurden besonders die gesammelten Unterlagen aus dem letzten Jahrzehnt genommen). Allerdings finden wir kaum Hinweise auf die genauen Daten, wann die eine oder andere Unterweisung empfangen wurde, mit einigen Ausnahmen. Das heißt also, daß wir beim Lesen keine chronologische Zusammensetzung erwarten dürfen. Gleiches gilt auch für das neue Kompendium.

Die Belehrungen wurden in dem Zeitraum von 1884 bis 1950 empfangen, und zwar meist wöchentlich in einigen wenigen Versammlungsorten, die später bis zu "einigen hundert" (lt. verbalen Aussagen) anschwollen. Pro Versammlungsort standen meist mehrere vorbereitete "Stimmträger" bereit. Die Predigt bezog sich erwiesenermaßen auf die geistige Verfassung oder sog. "Zurüstung" der Gemeinde. Dabei konnte es vorkommen, daß die eine gelobt, eine andere gerügt wurde. Wir dürfen hier keinen Göttlichen Widerspruch sehen, sondern eine Gerechtigkeit.

Dies gilt auch für die vielen Wiederholungen: im ganzen Lande wurden - nicht an den gleichen Tagen - alle Botschaften, Lehren und Themen der Göttlichen Lehre durchgegeben; als dann später die daraus entstandenen maschinellen Abschriften gesammelt und gesichtet wurden, fielen solche Wiederholungen auf, wurden aber wegen ihrer unterschiedlichen Darstellung dennoch als Urschriften aufgenommen. Manche wurden ebenfalls im Kompendium beibehalten, als Bestätigung oder zur Erläuterung eines Themas aus einer anderen Sicht. Zog sich eine besondere Einzelaussage über mehrere Verse, wurden alle diese Verse beibehalten, der Zusammenhang blieb gewahrt. Am Ende solch einer Verskette wurde dann zur evtl. Gegenprüfung mit den Originalen die Nummer der Unterweisung mit ihren entsprechenden Versen angegeben, wie z.B. (U 148, 53 - 58). Insgesamt gibt es 366 Unterweisungen, die Anzahl der darin enthaltenen jeweiligen Verse ist sehr unterschiedlich. (Siehe am Schluss des Buches eine entsprechende Übersicht der Unterweisungen pro Band)

Aus dem bisher Gesagten geht hervor, daß dieses Kompendium durchaus auch als Nachschlagewerk gelesen werden kann, wenn auch eine Überschneidung der Themeninhalte nicht immer vermieden werden konnte.

Bei den Übersetzungen entstanden gelegentlich Formulierungen und Satzbildungen, die nicht zu vermeiden waren und etwas fremd anmuteten, aber den Sinn besser trafen.

Es ist notwendig gewesen, daß viele Menschen dieser Zeit sich von jeder Religion freimachten, um Mich mit dem Geiste suchen und all jene Eigenschaften, Gaben und Fähigkeiten entfalten zu können, die sie im Innersten ihres Wesens fühlen. (Kap.16,10)

Die Menschheit wird noch viele falsche Werke der Liebe und Wohltätigkeit tun, bis sie zu lieben und wahre Liebestätigkeit auszuüben lernt, und viele werden noch von Konfession zu Konfession wandern müssen, bis ihr Geist sich zu höherem Erkennen aufschwingt und sie endlich begreifen, daß das einzige Gesetz, die universelle und ewige Lehre des Geistes, die der Liebe ist, zu der alle gelangen werden. (Kap.16,18)

Legt meine Unterweisung richtig aus; denkt nicht, daß mein Geist Freude daran haben kann, wenn er eure Leiden auf Erden sieht, oder daß Ich komme, euch alles zu entziehen, was euch Freude macht, um Mich daran zu ergötzen. Ich komme, damit ihr meine Gesetze anerkennt und respektiert, denn sie sind eures Respekts und eurer Beachtung würdig, und weil sie euch die Glückseligkeit bescheren, wenn ihr ihnen gehorcht. (Kap. 16,31)

Ich zeige euch das wahre Leben der Seele, damit ihr nicht unter ungerechtfertigten Drohungen lebt und mein Gesetz nicht nur aus Furcht vor Strafe erfüllt, von der jene zu euch gesprochen haben, die mein Wort nicht richtig auszulegen verstanden. (Kap. 16,35)

Ihr anerkennt, daß es im materiellen Leben Prinzipien gibt, an die ihr euch anpassen müsst, um überleben zu können. Aber ihr habt vergessen, daß es auch im Geistigen Prinzipien gibt, die respektiert werden müssen, damit der Mensch der Quelle des ewigen Lebens teilhaftig werden kann, die im Göttlichen existiert. (Kap. 16,39)


Einige äußere Umstände zur Beachtung

Zusammen mit dem Wortlaut der Durchgaben über die sog. Stimmträger, die der HERR "Portavoz" oder "Pedestal" nannte, sind vielleicht manche Eigenarten und Umstände interessant, als Überlieferungen für spätere Generationen. Trotz vielfältiger Auszüge, Zusammenfassungen und Übersetzungen fand ich bei einem Besuch der sog. "Asociacion" (im J. 2000) und meinen Befragungen in Mexiko keine diesbezügliche schriftlichen Unterlagen. Einige mündliche Informationen möchte ich daher doch festhalten, denn spätere Leser werden vermutlich nach der Lektüre der Botschaften auch Näheres über ihre Entstehung, das "menschliche Umfeld", die unmittelbar Beteiligten und anderes wissen wollen. Die letzten Teilnehmer bis 1950 - auch noch mehrere "Stimmträger"- sind schon älter, und bald wird es Informationen nur noch vom "Hörensagen" geben.

Die "Asociación" ist ausschließlich eine bewahrende Sammelstelle der Schriften, verantwortlich für den Satz, Druck und den (bescheidenen) Vertrieb. Sie versteht sich keinesfalls als eine "Zentrale" zur Ausbildung von Missionaren oder Gründung weiterer Vertretungen, geschweige denn einer neuen Kirche oder Religion. Auch wird keinem Mitglied dieser Asociacion ein Prophetentum oder eine Jüngerschaft noch sonst eine geistige Führungsrolle zuerkannt. Nur die Verbreitung des neuen Wortes anerkennen sie als eine Aufgabe und Pflicht, wobei bisher keine "weltliche" Werbung gemacht wurde, sondern die Schriften werden sozusagen von Mund zu Mund weiterempfohlen. Sie vertrauen auch auf das Wort des Herrn in dem ihnen verheissen wird, daß Er ihnen durch Menschen guten Willens die Mittel und Wege zuführen wird, damit Seine Botschaft zu allen Menschen gelangt (Kap. 59, 23). Zur weltlichen "Legitimation" ihrer Aufgabe und ungestörter Tätigkeit gemäss den Satzungen ihrer "Asociacion", haben sie sich die Rechte für alle diese Schriften durch Eintragungen schützen müssen. Dabei ermuntern sie originalgetreue Nachdrucke unter Angabe der Quelle auf Antrag (kostenlos), was auch fuer Übersetzungen gilt, sofern die interessierten Stellen den Nachweis für eine korrekte und sinngemäss zutreffende Formulierung in der jeweiligen Fremdsprache erbringen. Die Verbreitung dieses Werkes ist führend in deutscher Sprache, es folgt englisch, rumänisch, lettisch und französisch. Interessenten fuer weitere Übersetzungen sind ihnen willkommen. Das Kompendium in deutscher Sprache, "Das Dritte Testament", Gegenstand dieses Buches, fand ihre volle Zustimmung, so daß sie die Themenwahl und Gestaltung des Buches getreu übernahmen und im September 2002 in Mexiko den Druck dieses Werkes in der Originalsprache spanisch, vornahmen. Weitere Ausgaben in englisch und französisch, wurden nachträglich in Paraguay gedruckt.

Die Inhalte dieser kurzen Übersicht sind für den Interessierten schon deshalb brauchbar, weil es in Mexico keine zentrale Erfassungsstelle oder Kontrolle gibt, die statistische und geschichtliche Daten sammelt und verfügbar hält. Zur Zeit meines Besuches lebten noch einige Stimmträger (Portavoces) und konnten meine Fragen beantworten. Es waren natürlich ältere Personen, die ich nur anlässlich zweier Veranstaltungen treffen konnte. Allerdings wusste mein Gastgeber und Leiter der Asociacion, Don Ignacio, bei dem ich wohnte, fast alles was auch diese "Portavoces" mir erzählen konnten, (man kannte sich seit Jahrzehnten); von ihm erhielt ich sehr viele wertvolle Informationen.

Die Stimmträger sprachen im Zustand der Ekstase, nicht zu verwechseln mit "Trance". Es waren einfache Menschen aus dem Volke, oft mit stark indianischem Einschlag und des "kastilischen Hochspanisch" nicht mächtig. Das brauchten sie auch nicht: Wenn der göttliche Strahl auf ihnen ruhte, sprachen sie fließend, ohne Stockung, ohne heiser zu werden, stundenlang, im besten spanisch-kastilischen Stil (unüblich in Mexiko). Sie sassen auf einem Stuhl vor den Zuhörern, die man nur teilweise als "Gemeinde" bezeichnen konnte, denn es kamen auch viele "Neugierige" hinzu, alle willkommen. Neben dem Stimmträger nahm der Schreiber: "pluma de oro", soviel wie "Goldfeder", Platz. Das mag erst eingeführt worden sein, seit es in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts die Stenographie in verbreiteter Form gab. Die Anwesenden stimmten ein Lied an, der Stimmträger versenkte sich im Gebet und Meditation. Sobald er in den Zustand der Ekstase fiel, fing er an zu zittern und zu sprechen, der Gesang wurde sofort unterbrochen; die Ansprache des Herrn begann mit seinem Gruß.

Es sind auch nur wenige Namen der letzten Stimmträger überliefert, zumeist solche, die in den ersten Versammlungshäusern: "Santa Fé" und "Medio Día" in Mexico-City "gearbeitet" hatten, und dann natürlich die der noch Lebenden. Sie wurden vom Herrn namentlich und lange vor ihrem Einsatz erwählt und hatten Zeit, sich geistig auf ihre außerordentliche Rolle als "Sprachrohr des Herrn" vorzubereiten. Wenn sie ihre Aufgabe gut machten, verblieben sie für den Rest ihres Lebens - andere wurden ausgetauscht und ermahnt, sich besser vorzubereiten. (S. auch weiter hinten "Ein Stimmträger berichtet von seiner Berufung")

Zur damaligen Anzahl dieser sog. "Recintos" (Versammlungshäuser) in ganz Mexiko, konnte mir niemand genaue Angaben geben. Meine Gesprächspartner meinten nur "varios cientos", d.h. mehrere hundert!

Obwohl die Versammlungen sonntäglich an diesen vielen Orten gleichzeitig oder nacheinander - je nach den Zeitregionen von Mexiko, stattfanden, bezog sich der Inhalt je Ort in differenzierter Form auf die jeweilige geistige Verfassung, Reinheit, Gefühl und Andacht der Anwesenden. So konnte es vorkommen, daß der Herr in einer Versammlung die Zuhörer belobigte zu ihrem Glauben und ihrer gezeigten Nächstenliebe, in einer anderen dagegen auch mal tadelte, weil sie sich nicht vorbereitet hatten oder nicht versuchten, seine Lehren in die Tat umzusetzen.

Mit Skepsis wird vielleicht folgender Sachverhalt vernommen werden, wobei es dafür eine geistige Erklärung gibt: Der göttliche Geist sprach immer in der Ich-Form, jedoch manchmal als Christus (in seiner Jesus-Inkarnation), ein anderes Mal als Gott Vater, Jehova und Allmächtiger Schöpfer. Zur Erläuterung wurde gesagt, daß die Menschheit ja aus der 1. und 2. Zeit die Gottheit auch in zwei Offenbarungsformen kennt.

Und nun Maria, die göttliche Mutter der Menschheit, wie ER sie nennt und wie ER sie vom Kreuze herab ernannt hat, als er zu Johannes sagte: "...siehe, Deine Mutter" - wobei der Herr erklärt, daß Johannes stellvertretend die ganze Menschheit darstellt. Wer das "Buch des Wahren Lebens" oder die Zusammenfassung im Dritten Testament gelesen hat, wird wissen: Maria war - genau wie Jesus - die Inkarnation eines "Wesensteils Gottes". Der Herr nennt es: "die Inkarnation meiner mütterlichen Liebe und Zärtlichkeit". Die Christen haben eine solche Definition noch nie gehört, doch der Herr widmet Maria sehr viel Aufmerksamkeit und Verdeutlichung: in Gott, der alles in allem umfasst, lebt sowohl das Männliche als auch das Weibliche; durfte Er sich nicht nach seiner Wahl ein Instrument der Reinheit, der Demut und des Gehorsams als Mutter für seine Inkarnation als Christus in Jesus schaffen? Er tat es, und wir lesen mit Ehrfurcht und Staunen, welche so ganz andere Rolle die Jungfrau Maria während ihres irdischen Lebens übernommen hatte. Wenn sich bei den Versammlungen Maria kundgab, sprach sie nur durch weibliche "Stimmträgerinnen" von denen immer welche bereit standen.

Manchmal unterbrach der Herr eine Unterweisung und bezog sich auf eine gedankliche Frage oder gar lästernde Zweifel eines Anwesenden, um ihn zu erleuchten oder auch liebevoll zu ermahnen, ohne dabei Namen zu nennen. ("Ich stelle niemanden bloß").

Andererseits gab der Herr gelegentlich auch Anweisungen, wer sich für diese oder jene Aufgabe vorbereiten solle, und nannte dabei sehr wohl und genau den entsprechenden Namen und die zu übernehmende Verantwortung.

Es darf nicht übersehen werden, daß dieses Geschehen inmitten eines fast ausschließlich katholisch erzogenen Volkes geschah, einem Volk also, dem es nicht leicht fallen würde, den zeremoniellen Kult des Glaubens ihrer Väter für eine zutiefst vergeistigte neue Gottesverehrung auszutauschen. Trotzdem ist es vielen gelungen, andere haben aus beiden Richtungen etwas Neues zu gründen versucht, entgegen den Weisungen des Herrn.

Während meiner langen Gespräche mit Don Ignacio wehrte er sich - unter anderem - heftigst dagegen, die sonntäglichen Versammlungen als "culto", als Gottesdienst zu bezeichnen. Es seien Zusammenkünfte, um das neue Wort Gottes zu lesen, zu besprechen, geistig zu verstehen und zu verbreiten, (reunión para el estudio de la palabra de Dios), so war es auch. Ich durfte an zwei Sonntagen dabei sein: Kein Gesang, kein lautes Gebet, nur ein geistiges, meditatives Nachdenken und Befragen Gottes, ein Gespräch von Geist zu Geist - wie es der Herr verlangt. Der eine oder andere verlas dann einen Vers zur allgemeinen Deutung, andere gaben Erklärungen ab. Da ich als ein Gast aus fernen Landen, der viele Fragen hatte, vorgestellt worden war, wurden einige dieser Fragen erörtert, gedeutet und beantwortet.

Einige - vor allem Frauen - sassen mit geschlossenen Augen da, es waren Seherinnen, die am Schluss ihre "Gesichte" erläuterten, meist mit einem symbolischen Sinn. Manche verstanden ihre eigene Botschaft nicht, sie wurde dann von einer anderen Seherin erklärt. Die Stimmung war gelöst, nicht verkrampft, man sprach nicht durcheinander; manch ein Redeeifriger musste allerdings gelegentlich gebremst werden, damit andere auch zu Wort kamen.

An den sonntäglichen Zusammenkünften (vor 1950) nahmen auch Ausländer teil, vor allem eine Gruppe von Deutschen. Wiederholt richtete der Herr sein Wort an sie und tröstete sie in ihrer Sorge um Angehörige im Kriegsgebiet Deutschland. Walter Maier durfte noch von 1942 bis 1950 teilnehmen und aus eigener Anschauung und Erleben dabei sein. Er war es denn auch, der in den 70er Jahren, zurückgekehrt nach Deutschland, zusammen mit seinem Freund Traugott Göltenboth mit der Übersetzung der ersten Bände des "Buch des Wahren Lebens" begann. Bis in sein hohes Alter entstanden aus dieser Zusammenarbeit die ersten 5 Bände. (Über den Reichl Verlag, St. Goar).

Parallel zu diesen Übersetzungen - Band 6 ist nun auch schon gedruckt - entstand die Idee, aus den 12 Bänden ein Kompendium in deutscher Sprache zu erstellen, aus mehreren Gründen: Erstens gab es bereits (mit der Bezeichnung "Humanidad") Ansätze in Mexiko in dieser Richtung; zweitens lag es auf der Hand, daß der interessierte Leser leichter zum Studium einer Zusammenfassung, als zur Lektüre einer Serie von 12 Bänden zu bewegen sei, zumal damals erst 5 davon übersetzt waren. Diese Beobachtung konnte man auch bei anderen Büchern und Serien machen, z.B. beim 11-bändigen Werk von Jakob Lorber.

Der Herr bezeichnete immer wieder diese seine Dritte Zeit, seine Wiederkunft, seinen Heiligen Geist als eine Bestätigung, Berichtigung und Erweiterung der Heiligen Schriften. Und Er nannte die Inhalte seiner Botschaften über all diese Jahrzehnte hinweg sein "Drittes Testament".

Das inzwischen unter diesem Titel, mit göttlicher Bestätigung und Weisung erschienene Buch ist ein Kompendium, eine erlaubte Auswahl aus der Gesamtheit seines Werkes (Siehe Kap. 51, 1). Dazu gehören also die 12 Bände des "Buch des Wahren Lebens" wie auch alle Unterlagen aus den Belehrungen jener Zeit von 1884 bis 1950, die bereits entdeckt sind oder ggfs. noch gefunden werden, sofern sie nachweislich echt sind.

Kein Zwang erfolgt aus diesen Belehrungen für den Leser, für den Suchenden, für den Zweifler oder den Besserwisser. Mit der Bestimmtheit und Autorität des Meisters, des VATERS - und mit seiner Liebe und sanften Geduld, wird uns das Wissen jener Bücher in klarster, menschlicher Sprache (spanisch) geschenkt, von denen Johannes sprach, als er im Kapitel 21 Vers 24 schrieb, "daß die Welt die 'Bücher' nicht fassen könne, die noch zu schreiben wären". Die Zeit ist gekommen. Die Bücher wurden geschrieben und die "Welt" - der menschliche Verstand - kann nach fast 2000 Jahren Christentum, die Bücher jetzt "fassen".

Die bereits in den 50er Jahren gedruckten 12 Bände (in spanischer Sprache) entsprechen nur einem (Haupt-) Teil der Botschaften, Belehrungen und Unterweisungen des göttlichen Meisters. Originale gibt es praktisch keine, denn die Stenographen mussten, jeder für sich, ihre Notizen "ins Reine" schreiben. Diese gaben sie weiter, oder liessen Abschriften machen - eine zentrale Sammelstelle ist nicht bekannt. Bis auf den heutigen Tag tauchen immer wieder solche Kopien auf, zumeist mit bereits bekannten Inhalten. Darauf beziehen sich auch die tröstenden Worte des Herrn in einer späteren Botschaft, dass Er in den letzten drei Jahren seiner Ansprachen (1948 bis 1950) die Inhalte seiner Offenbarungen zusammenfassend wiederholen würde.

Die spanischen Unterlagen werden von der "Asociación de Estudios Espirituales Vida Verdadera, A.C." verwaltet und betreut, in Mexico City. Post: Apdo. Postal 888, Mexico 06000 DF - oder per Adresse: Orinoco 54 - Int. 5 Col. Zacahuitzco, Mexico 03550 DF.

"Es kommt die Zeit, in der sich eure Augen öffnen und ihr das wahre Wesen des Spiritualismus begreifen werdet.

Wahrlich, Ich sage euch: "Mein Werk ist heiliger als alles, was ihr auf der Welt dafür gehalten habt!" Dennoch bin Ich bereit, euch alles zu vergeben, was ihr bei eurem Auftrag gefehlt habt, und durch eure Reue werdet ihr in ein neues, geistigeres Leben eintreten und meine Unterweisungen mit grösster Schlichtheit zur Anwendung bringen, damit es die wahre Vergeistigung ist, die ihr lehrt." ( U 197, 49)

Ich errichte derzeit den Tempel des Heiligen Geistes. Doch wenn dieser erbaut sein wird, wird es keine Versammlungshäuser, Kirchen und Wallfahrtsorte mehr geben, oder sie werden ihre Daseinsberechtigung verloren haben, zusammen mit ihren religiösen Symbolen, ihren Riten und Traditionen. Dann werdet ihr meine Größe und meine Gegenwart fühlen, werdet als Kirche das Universum und als Gottesdienst die Liebe zu euren Nächsten erkennen. (Kap. 58,25)


Beilage zu den ersten "Freundschafts-Exemplaren" des Buches "Das Dritte Testament"

Ist es nicht erstaunlich, daß Neues in der Wissenschaft, Medizin und Religion (in diesem Falle eine Offenbarung), zumeist nicht begeistert akzeptiert und begrüßt, sondern entweder misstrauisch beiseitegeschoben oder aus Bequemlichkeit abgelehnt wird, ohne die Richtigkeit der darin enthaltenen Wahrheit überhaupt zu prüfen?

Unterstellen wir, daß die Christenheit mit dem echten Wunsche lebt, predigt und betet, daß der HERR wiederkommen solle, so wie er es ja seinen Jüngern und Aposteln verheißen hat. Müssten wir dann nicht "wachen und beten" - eine oft wiederholte Ermahnung? Unter wachen sei zu verstehen, die Zeichen der Zeit, die Entwicklung der Menschheit zu erkennen und unser Verhalten zu reinigen; und unter Beten, sich in Gedanken, in der Meditation und im Gebet ungeheuchelt die Wiederkunft des HERRN zu wünschen, sie zu erbitten.

Nun, sie ist geschehen, diese Wiederkunft. Nur ein zunächst kleiner Kreis Berufener sollte im Worte geschult werden, um dann als Auserwählte diese Frohe Botschaft ihren Mitmenschen, also der ganzen Menschheit, in Wort, Schrift und Beispiel mitzuteilen.

Warum trauen manche Fanatiker unserem Himmlischen Vater nicht zu, daß Er jetzt seine Verheißungen erfüllt hat bezüglich seiner prophezeiten Wiederkunft? Wann sollte es denn sein, irgendwann in einer fernen Zukunft, nur nicht während "unserer Lebenszeit", weil es uns in eine Glaubensnot bringt, der wir uns nur entziehen können (vermeintlich), wenn wir diese Wiederkunft verleugnen? Oh, wir törichten Christen. Lesen wir dazu, was der Herr von solchen Christen hält, im Dritten Testament, Kapitel 14 - Verse 6, 11, 17, 24, 25 und 83.

Man sollte meinen, ein jahrhundertealter Traum sei für die Christenheit in Erfüllung gegangen, und sie werde jetzt, beglückt durch diese Göttliche Offenbarung und Gnade, sich eifrig aufmachen, um die neue Botschaft kennenzulernen, sie mit den Lehren der Ersten und Zweiten Zeit vergleichen, Korrekturen erkennen und annehmen, erstaunliches neues Wissen erfahren und sich den geistigen, ewigen Werten ihres Seins und ihres Lebens stärker zuwenden.

Diese Umwandlung erwartet der HERR nicht von einem Tag auf den anderen, aber doch die Bereitschaft dazu und die treue Annahme seines Wortes, seiner Lehren und Gebote. Er sagt es auch deutlich, daß es für die von Ihm vorgesehene geistige Entwicklung seiner Kinder nicht genügt, sich an die Buchstaben der ersten Stufen seiner Schulung (d.h. A.T. und N.T.) zu klammern, die dazu noch - nach seinen eigenen Worten - Irrtümer und Veränderungen beinhalten. Dieses uns jetzt über mehr als 66 Jahre gebene Wort beinhalte seine gesamte frühere und seine weiterführende Lehre und werde als sein "Drittes Testament", zusammen mit dem Kern der beiden anderen Testamente als seine ewige Botschaft verbleiben, für diese Erde, für andere Welten und für sein ganzes geistiges Reich. Es sei die letzte Offenbarung über materielle Kanäle (Stimmträger), aber nicht die letzte Kommunikation mit seinen Kindern, denn diese werde von jetzt an sich steigernd von Geist zu Geist stattfinden und dann in Ewigkeit bestehen bleiben.

Während einer nachdenklichen Stunde kam mir der Gedanke, daß wir seine Lehren, Gebote und Beispiele, die uns im Alten und im Neuen Testament überliefert sind, mit einer großen Farbpalette - wie die eines Himmlischen Malers - vergleichen können. Nur, die Menschen suchen sich jeweils nur bestimmte Farben aus und erfinden andere dazu, um sich daraus das ihnen angenehme Gemälde zusammenzustellen, je nach Kirche, Sekte oder Glaubensgemeinschaft unterschiedlich. Doch dazu hat der "Himmlische Maler" Seine Farbenpracht nicht geschaffen.

"Das Dritte Testament" ist nur dann den ersten zwei Testamenten gleichzuordnen (und das sollte es), wenn der Leser seinen Göttlichen Ursprung erkennt und annimmt. Dann ist es für ihn nicht nur eine Zusammenfassung Göttlicher Belehrungen und Gebote, sondern schenkt uns noch eine Überfülle von neuen, unseren geistigen Horizont erweiternden Belehrungen und Perlen der Göttlichen Weisheit, die wir uns - die wir meinten, die Bibel sei in sich abgeschlossen - nie hätten träumen lassen.

Der Herr sagte in einer seiner Unterweisungen, Er komme nicht, um eine neue Kirche oder Religion zu bringen, sondern sein Gesetz. Es gibt zwei Wege, Fortschritte in der geistigen Entwicklung zu machen: der eine (schnellere) über die Liebe (das setzt den Glauben voraus), und der andere (längere) über den Schmerz, als Ergebnis des Unglaubens, des Hochmuts und oft auch der Unwissenheit.

Ich habe einigen Freunden ein Büchlein geschenkt: "Allein die Bibel. . ." mit dessen Autor ich in Briefwechsel stehe. Er bezieht sich in seinen überzeugenden Ausführungen immer wieder auf die Tatsache, daß die Bibel, das N.T. nicht in sich abgeschlossen ist, noch sein kann. Dabei erwähnt er die Offenbarungen an Jakob Lorber, der nach Göttlichem Diktat über 24 Bände geschrieben hat, ohne jemals ein "eigenes" Wort zu benötigen. Texte, Namen, Daten, Geschehnisse, Naturgeheimnisse, die später von unserer "Wissenschaft" bestätigt wurden, sind lange vorher in seinen Schriften zu lesen. Dieses Werk wurde in den Jahren 1842 bis 1864, in Österreich durch das Innere Wort diktiert. Es bezog sich auf die Zeit des Erdenwandels Jesu, die der Herr selbst "die Zweite Zeit" nennt. Die "Dritte" ist dann seine Wiederkunft "in den Wolken", im Geiste, als Tröster, als Geist der Wahrheit, - steht das alles etwa nicht im Neuen Testament? Du sagst ja, das steht dort; warum also, müsste man sich fragen, befassen sich die Theologen dann nicht mit dieser Zweiten Wiederkunft des Herrn oder "wachen und beten" sie nicht, wie es der Herr immer wieder fordert?

Mancher fragt sich, wenn zu dem N.T. noch so vieles zusätzlich zu sagen war, warum hat der Herr Jesus Christus dies nicht damals schon getan? Die Antwort steht ja kurz und bündig im letzten Kapitel des Johannes, Vers 25. Heute sagt uns der Herr auch ganz deutlich, daß die Menschen inzwischen fast 2000 Jahre Zeit gehabt haben, sich nach seiner damaligen Lehre zu entwickeln und geistig zu reifen, jetzt könnten wir eine "kräftigere Kost" vertragen. Bei Jakob Lorber sagte der Herr auch, daß die meisten Menschen heute (um 1860 herum) des Lesens und Schreibens kundig sind und daher über die gedruckten Bücher viel besser und schneller mit den Offenbarungen vertraut werden können. Das gilt natürlich genauso für dieses Buch "Das Dritte Testament", das ich meinen lieben Freunden hiermit vorstellen möchte.

Und sagte nicht Johannes in dem o. e. Kap. 21, Vers 25 "daß noch viele andere Dinge von Jesus getan wurden" - haben wir uns jemals dafür interessiert, was das wohl für Dinge sind und ob wir darüber je etwas erfahren? Nun, "die Welt" kann diese Dinge jetzt fassen d. h. begreifen, und daher hat es dem Herrn gefallen, sie seinem Diener Jakob Lorber in die Feder zu diktieren. Ich weiss es, denn ich habe die Werke Lorbers gelesen, das "Große Evangelium Johannis" (11 Bände) mehrfach. Es ist die wunderbare Offenbarung des Herrn über seine Zweite Zeit, und wenn er mal das Ende der Zeiten erwähnte, dann war es gerade der Übergang zu dieser heutigen Dritten Zeit, die des Wortes durch den Heiligen Geist. Er sagt uns ausdrücklich im neuen Wort, daß die Zweite Zeit im Jahre 1866 zu Ende ging, und eine neue, die Dritte Zeit begann - mit seiner Wiederkunft. In dieser Wiederkunft, die "materiell über die Stimmträger hörbar wurde", belehrte er zunächst sein auserwähltes Volk, eine kleine Auswahl von reinkarnierten Seelen der 12 Stämme Jakobs, die er als "Mein Volk Israel" bezeichnete und in Mexiko erneut zusammentreffen ließ.

Dieses "Dritte Testament" ist - vom Inhalt her - kein Menschenwerk. Zur Entstehung dieser Offenbarung, verweise ich auf das Vorwort und auf die Einführung in dem vorgestellten neuen Buch.

Nach den spanischen Originalschriften wurden die ersten Bände des Buch des Wahren Lebens (I bis V) als erste in Deutschland übersetzt und gedruckt. Ein Sammelband aus dem Jahre 1962 "Die Dritte Zeit" enthält ebenfalls wertvolle Auswahltexte. Mit diesem Kompendium, dessen Titel vom Herrn mehrmals vorgegeben wurde, begann die Arbeit im Oktober 1997, vor Ende des Jahres 2001 wurde es gedruckt.

Während einer "Pilgerreise" nach Mexiko (Juli 2000), zu der ich von der dortigen Asociación herzlichst eingeladen wurde, durfte ich nicht nur die kleine Gemeinde kennenlernen, sondern auch viele, viele Fragen klären und die äußeren Umstände (mit den Inhalten war ich schon vertraut) erfahren, unter denen während und nach der Zeit dieser Offenbarungen die Zeitzeugen derselben lernten und sich verhielten.

Jedenfalls fällt Dir, lieber Leser, aus dieser Quelle ein Buch mit Göttlichen Belehrungen zu, das, mit den zwei anderen Heiligen Schriften vereint, das wichtigste Lehrbuch der materiellen und geistigen Schöpfung ist - nach eigenen Angaben dieser Offenbarung. Bevor Du, lieber Freund, diese Aussage als Häresie oder Lästerung betrachtest, lies dieses Buch, das ich Dir zur getreuen Beachtung und geistigen Erhebung überreiche. Keinem Schüler einer "Dritten Klasse" würde es einfallen, den Lehrstoff seiner vorangegangenen zweiten Klasse zu leugnen, aber kein Schüler der "zweiten Klasse" (d.h. Zweiten Zeit) vergibt sich etwas, wenn er akzeptiert, daß ihn in der "Dritten Klasse" neues und erweitertes Wissen erwartet. In diesem Sinne betrachtet der Herr auch seine neue, Dritte Offenbarung in diesem "Dritten Testament".

Begehen wir nicht den gleichen Fehler, wie weiland die Pharisäer in Jerusalem, als sie den Messias ausschliesslich in weltlicher, materieller "Macht und Herrlichkeit" zu akzeptieren bereit waren. Auch die Aussage des Herrn "alle Augen werden mich sehen", - so wird in diesem neuen Wort ausdrücklich berichtigt - bezieht sich nicht auf unsere materiellen Augen, sondern auf unser Erkennen durch die gewaltige geistige Offenbarung des Herrn, auch wenn Er diese (notgedrungen) über menschliche, von ihm vorbereitete "Werkzeuge" bekanntgeben musste. So verstanden auch die Apostel das "geistige Sehen" nach seiner Auferstehung, ausser Thomas, für den Er als Ausnahme bereit war, ihm seine Wunden "materialisiert" fühlen zu lassen. Dafür ist Thomas in diesem neuen Wort zum Symbol materieller, statt geistiger Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen geworden.

Der Leser dieses Werkes sei damit getröstet, daß der Herr von niemandem erwartet, seine angestammte Glaubensweise und Religionsausübung übers Knie brechend verändern zu müssen. Wohl sei ihm aber anzuraten, sich behutsam mit den fortschreitenden Belehrungen des Heiligen Geistes, also dem Worte Gottes der Dritten Zeit, zu befassen, sie zu prüfen, darüber zu meditieren, mit den ersten Zwei Testamenten zu vergleichen und im Gebet den Herrn selbst zu befragen.

Das von Luther geprägte geflügelte Wort "Sola Scriptura" (allein die "Heilige Schrift"), das jeder neuen Gottesoffenbarung entgegengehalten wird, soll das auch für den Heiligen Geist in der Wiederkunft Christi gelten??

Wer nun aus einer zutiefst verwurzelten Glaubensnot heraus meint, seine Kirche oder seinen Glauben verteidigen oder beweisen zu müssen, indem er dieses Wort des Heiligen Geistes ungeprüft ablehnt, lästert oder verspottet (alles vom Herrn bereits prophezeit), tut nicht gut daran. Doch auch die "neuen Jünger" sind angewiesen, den überkommenen Glauben und Traditionen der Älteren mit Nachsicht zu respektieren; der Herr wird sich ihrer mit der Zeit in besonderer Weise annehmen. Strafen sind keine zu befürchten denn - falls Du es noch nicht weisst - ER straft niemals, selbst wenn seine Erziehung oftmals so betrachtet wird, weil sie uns früher oder später mit den bitteren Früchten unserer eigenen falschen Willensentscheidungen konfrontiert.
Asuncion, im Advent 2001

"Ich habe zugelassen, daß es auf Erden Religionen gibt, die für die Seele Wege sind, die zu Gott führen. Jede Religion, die das Gute und die Liebe lehrt und die Barmherzigkeit preist, ist gut, weil sie Licht und Wahrheit enthält. Wenn die Menschen in ihnen verkümmern und das, was ursprünglich gut war, in Schlechtes verkehren, geht der Weg unter dem Materialismus und der Sünde verloren.

Daher zeige Ich euch in dieser Zeit aufs neue meine Wahrheit, welche Weg, Lebensessenz und Gesetz ist, damit ihr dies Gesetz, welches Leuchtturm und Leitstern ist, jenseits der Formen und Riten sucht, jenseits alles Menschlichem. Wer Mich so sucht, wird Spiritualist sein." (Kap. 49, 4 - 5)

Glaubt nicht, daß es nur im Schoße des Volkes Israel Propheten, Wegbereiter und Lichtgeister gab. Auch in andere Völker habe Ich einige von ihnen gesandt; doch die Menschen verstanden sie als Götter und nicht als Boten und schufen um ihre Lehren Religionen und Kulte.(Kap. 9,49)


ROQUE ROJAS - Morgenröte der Wiederkunft des Herrn

(Aus "Die Dritte Zeit" Reichl Verlag. "Der Leuchter")

Roque Rojas wurde am 16. August 1812 in der Stadt Mexico, Calle del Indio Triste Nr. 8, in einfacher Familie geboren.

Schon in seiner frühesten Kindheit zeigten sich seine außerordentlichen Gaben. Von seinen ersten Lebensjahren an überraschte er bei allen möglichen Anlässen seine Angehörigen und andere Personen, die gelegentlich zugegen waren, durch seine treffenden Voraussagen und erstaunlichen Gesichte.

Doch erst am 23. Juni 1861 sollte an ihn der entscheidende Anruf ergehen. In dieser Nacht, gegen 22 Uhr, erwachte er plötzlich und erblickte vor sich einen Engel - ihm vertraut aus früheren Erscheinungen - und dieser sprach zu ihm: "Roque, du bist auserwählt, der 'Starke Fels Israels zu sein'. Ich komme, dir zu verkünden: Stehe auf und gehe bis hinter den 'Calvario' . Dort wird Jener zu dir reden, der mich entsandt hat, dir diese Botschaft zu überbringen."

Roque antwortete: "Bist du wirklich der Engel des Herrn oder nur ein Hirngespinst? Bin ich wahnsinnig oder bei Vernunft?" Die Stimme erwiderte: "Du bist nicht wahnsinnig! Du bist der Auserwählte und sollst den Weg für das neue Volk Israel bereiten, säubern und ebnen. Du wirst es vereinigen und sammeln. Geh hin, mach dich auf und begib dich, wohin du gerufen bist, denn dort ist der geheiligte Ort, wo du erfahren sollst, wer mich hieß, dir dieses anzuzeigen. Zweifle nicht, auserwählter Sohn Gottes."

Das Haus war von einem milden Licht erleuchtet, einem sanften, aber klaren Licht, wie bei Vollmond. Die himmlische Erscheinung verschwand alsbald.

Der Eindruck auf Roque war gewaltig, und mit den Worten: "Wer du auch seist, ich werde dir folgen!" gehorchte er auf der Stelle und machte sich auf nach dem bezeichneten Ort.

Als er den (heute noch vorhandenen) Kanal erreichte, bestieg er einen Kahn und begann zu rudern. In der Stille der Nacht hub ein Vogel an zu singen und erquickte ihn. Alsbald sah er, wie am Firmament ein Dreieck wie aus mattem Gold erschien; in dessen Mitte leuchtete ein menschliches Antlitz, hell wie die Sonne, gleich einem roten Feuerbrand, von dem gelbe Strahlen ausgingen. Das Licht war so stark, daß er den Kahn, in dem er saß, und die Wasserläufe sehen konnte, alles in einer erhabenen Klarheit, wie vom Glanz der Morgenröte übergossen.

Aufblickend gewahrte er auf dem Dreieck eine schneeweiße Taube, die mit den Flügeln schlug und aus deren Schnabel kristallene Lichttropfen perlten, die auf sein Haupt fielen und seinen Leib benetzten. Dann hörte er von weither eine Posaune erschallen in drei Fanfarenstößen und eine starke Stimme, die zu ihm sprach: "Du bist der für diese Zeit verheißene Elias!

Die wunderbare Erscheinung verschwand, die Stimme verstummte, und alles war wieder wie zuvor. Roque lenkte seinen Kahn ans Ufer.

So begann die unvergleichliche Botschaft des Elias, und durch sie die Verbindung mit dem Vater selbst.

Von diesem Tage an wurde Roque von seiner Familie für geistesgestört gehalten. Ja, er selbst, der nicht zu begreifen vermochte, was ihm begegnete, fürchtete, in einem Irrenhaus zu enden. Oft sah man ihn auf der Straße ziellos vor sich hingehen, ohne Kopfbedeckung, zum Himmel aufschauend und des Getriebes um sich her nicht achtend. Häufig hörte er in solchen Zuständen Stimmen, die ihn anwiesen, was er tun solle, und die ihn in allem leiteten.

Aufs höchste verwirrt, wandte er sich an verschiedene ihm befreundete Priester um Hilfe. Seine Angehörigen suchten auf ihre Weise Befreiung von alledem durch religiöse Übungen. Aber alles war umsonst. Roque, dessen Sorgen über das, was mit ihm geschah, von Tag zu Tag wuchsen, fing an, seine Familie und seine Arbeit zu vernachlässigen, und bald befand er sich in großen pekuniären Schwierigkeiten. Er kam so sehr von Kräften, daß er sich, als er einmal zum 'Hospital de Jesús' hinaufsteigen wollte, auf den untersten Treppenstufen hinsetzen musste, um sich zu erholen, so elend war er geworden bei allem, was ihm widerfuhr.

Allmählich gewöhnte er sich so an die Kundgebungen, daß er sich eines Tages an Jenen wandte, von dem die Stimme ausging, die zu ihm sprach, und fragte: "Nachdem du nun so viel zu mir geredet hast, möchte ich wissen, wer du bist?" Sofort antwortete ihm die Stimme und nannte ihm Tag, Stunde und Ort, wo ihm gesagt werden würde, wer er sei. Roque gehorchte diesem neuen Befehl und ging, wohin er bestellt war. Dort hörte er, wie ihm nochmals versichert wurde: "Gabriel ist es, der zu dir spricht." Von nun besaß er die Gewissheit, daß die Stimme, die er vernahm, wirklich vom Engel des Herrn kam.

Politische Umwälzungen erschütterten in jenen Jahren das Land; dessungeachtet bewarb er sich um Arbeit bei der Regierung und wurde zum Obmann des Standesamtes Ixtapalapa ernannt. Diese Stellung war insofern recht heikel, als jede Person, die damals der Regierung diente, als Freigeist angesehen wurde. Darum sagte sich die Familie von ihm los. Trotz der Niedergeschlagenheit über diese Trennung und seiner Unklarheit bezüglich der Kundgaben, die er immer noch nicht begriff, machte er sich bei allen beliebt, die mit ihm zu tun hatten, denn immer zeigte er sich gütig und leutselig.

Einst, es mochte auf Mitternacht zugehen, verließ er seine Wohnung und geriet beim Anblick des Sternenhimmels in Verzückung. Ein kleiner Lichtpunkt erregte seine Aufmerksamkeit; dieser wurde immer größer und größer, bis er schließlich als Feuerball über das Wasser auf ihn zurollte, alles um sich her in Licht tauchend. Ohne Zweifel war dies ein Sinnbild von Elias feurigem Wagen. Die Übermächtigkeit dieser eindrucksvollen Schauung bestürzte ihn, ließ ihn in die Knie sinken und mit den Händen sein Gesicht bedecken. Als das Leuchten noch heller wurde, alles überstrahlend, vernahm er wiederum: "Du bist der verheißene Elias!"

Seit diesem denkwürdigen Tage, da er erkannt hatte, daß Elias ihn leitete, und der Vater seiner bedurfte, fing er an, seine wunderbare Mission zu entfalten. Er zog sich aus Ixtapalapa zurück und wandte sich nach Mexiko. Von nun an besaß er das volle Vertrauen, weil er jetzt sicher wusste, daß es der Vater war, der zu ihm sprach und ihn führte, und daß Elias sich durch ihn der Welt offenbarte.

Sein Hellsinn öffnete sich, sein Bewusstsein ward in Verzückung erhoben während der göttlichen Botschaften, und sein einfaches und doch so beschwingtes Wort verlor jede Ängstlichkeit. Mit ungewöhnlichem Geschick weihte er seinen hervorragenden Verstand und seinen unbezwinglichen Willen dem Dienst Gottes und der Menschheit. Er scheute keine Mühe und kein Opfer, um uns den Weg zur wahren Vergeistigung zu weisen.

Mit großem Eifer verteidigte er das "geistige Vermögen", d. h. die Befähigung, mit dem Geistigen in Verbindung zu treten, was vielen völlig neu erschien, in Wahrheit aber einen wesentlichen Bestandteil der menschlichen Eigenschaften ausmacht. Er kämpfte für die Freiheit des Geistes, wenn auch gegen viele Anfeindungen und Gegner. Er kämpfte für die Freiheit des Glaubens, indem er sich bewusst war, daß der Glaube eine göttliche Gabe ist. Er kämpfte für die Freiheit des Denkens, wodurch allein wahres Wissen erworben werden kann. Er trug seine Verantwortung, ohne die Grenzen seiner Begabung zu verkennen: in seinen Pflichten fühlte er sich verantwortlich vor Gott und vor der Not seiner Brüder. Er übte seine Tätigkeit aus in aller Bescheidenheit und immer unentgeltlich.

Bedeutsam ist, daß der erste Auftrag, den der Abgesandte empfing, dahin lautete, er solle sowohl körperlich wie geistig heilen. So war es denn auch die Heilgabe, die Roque hauptsächlich betätigte, wodurch er zu großem Ruf gelangte und die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zog. Seine überraschenden Erfolge lockten viel Volk herbei, derart, daß die Behörden eingriffen und ihn auf das Rathaus beorderten, um Beweiserhebungen über seine Heiltätigkeit anzustellen. Die Frage war, ob es sich um technische, wissenschaftliche oder andere Ursachen handle.

Vor den Richter gerufen, stellte er sich ohne Zögern und erklärte mit allem Ernst und Nachdruck, er besitze weder wissenschaftliche Kenntnisse, noch habe er irgendeine Ausbildung auf dem Gebiet der Heilkunde genossen, und sein Tun beruhe ausschließlich auf der Macht des höchsten Wesens, als dessen geringstes Werkzeug er sich betrachte.

Bald darauf gründete er die erste Versammlungstätte, wo die ersten "Wortträger" geweiht wurden: 12 Männer und 12 Frauen. Dort fanden auch die ersten Versiegelungen statt. Am 1. September 1866 wurden sieben Personen ernannt, die an der Spitze der sieben Versammlungsstätten stehen und die sieben Siegel darstellen sollten, gemäß den Gaben, die einem jeden verliehen waren. Wahrscheinlich hat Roque Rojas an diesem Tage der Versammlung jene göttliche Offenbarung bekannt gegeben, welche die Gebote Moses, die Grundsätze Jesu und die Lehren des Elias in ein einziges Gesetz vereinigte. Diese Offenbarung hatte der Abgesandte am 23. Dezember 1862 erhalten.

Für die Karwoche des Jahres 1869 hatte sich Roque Rojas monatelang vorbereitet, im Wunsche, ihr Gedächtnis feierlich zu begehen. Doch als er unter den Personen, die ihn umgaben, ungenügende Vorbereitung, mangelnde Vergeistigung und Ehrfurchtslosigkeit fand, zerstörte er, erbittert über das Unverständnis seines Volkes, den Inhalt der Truhe, in der er die durch ihn niedergeschriebenen göttlichen Offenbarungen aufbewahrte, und erklärte die Stätte für geschlossen. Damit sah er seine Sendung als beendet an, übergab geistig ihre Erfüllung dem Vater und sagte voraus, daß jenes Heiligtum durch göttliche Weisung dermaleinst wieder geöffnet werden würde. So hielt er seine Mission für abgeschlossen. Drängt sich nicht, wenn wir diese Handlungsweise Roque Rojas betrachten, der Vergleich mit der Zornestat Moses auf, als dieser, verzweifelt über die Härte und den Götzendienst des Volkes Israel, die Gesetzestafeln zerbrach?

Damiana Oviedo sammelte die Reste aus der Truhe und versuchte sie wiederherzustellen. Sie gehörte zu den Zwölfen, die von dem Gesandten als "Wortträger" geweiht worden waren; überdies war sie seine Sekretärin gewesen.

Roque Rojas starb am 18. Mai 1879, zehn Jahre, nachdem er seinen Auftrag als Gesandter und Vorläufer bei jener Gedächtnisfeier des Jahres 1869 als erfüllt angesehen hatte.

"Dies ist ein Tag der Erinnerung: an einem Datum wie heute weihte Ich meine ersten Stimmträger, um durch sie meine neuen Weisungen und meine neuen Offenbarungen kundzutun. Der Geist Elia's durchstrahlte Roque Rojas4, um euch an den Weg zu erinnern, welcher das Gesetz Gottes ist."

"Der Augenblick war feierlich, die Seele der Anwesenden erbebte vor Furcht und Wonne, so wie das Herz Israels am Berge Sinai erbebte, als das Gesetz verkündet wurde; wie die Jünger erbebten, die auf dem Berge Tabor die Verklärung Jesu sahen, als Mose und Elia geistig zur Rechten und zur Linken des Meisters erschienen.

Jener 1. September 1866 war die Geburt eines neuen Zeitalters, die Morgenröte eines neuen Tages: der "Dritten Zeit", die für die Menschheit anbrach." (Kap. 2, 1 - 3)


Ein Nachwort und Gruß aus Mexiko - Ein Stimmträger berichtet von seiner Berufung

(Aus "Die Dritte Zeit" - Reichl Verlag)

Das mexikanische Volk ist in besonderer Weise dazu ausersehen worden, dem "WORT" eine Heimstätte zu werden. Davon möge als Abschluss dieses Buches (Die Dritte Zeit) ein Zeugnis stehen von einem Mexikaner, der selber ein hervorragendes Werkzeug des Wortes war. Er ist, menschlich gesprochen, einfacher Herkunft, hat als Stierkämpfer seinen Lebensweg begonnen, dann als Fotograf sein tägliches Brot für sich und seine Familie verdient und lebt heute (geschrieben ca. um 1960) einfach und in bescheidenen Verhältnissen.

Eben hatte ich mein 21. Lebensjahr vollendet. Seit Jahren war ich an mein Heim gebunden als Opfer einer sehr lästigen Hautkrankheit, die mir nicht gestattete, auch nur für wenige Augenblicke die Wohltat der Sonne oder der frischen Luft zu genießen.

In jenen Jahren der Vereinsamung, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen, umsomehr, als ich mich im Morgenrot der Jugend befand, wo man den eitelsten Träumen nachhängt, durchlitt ich keine geringe Krise der Ungeduld und Verzweiflung. Ich muss bekennen, nur das wohlwollende Getragensein durch meine Eltern und Geschwister hat mir in dieser Prüfung eine moralische Stütze geboten, neben der leisen Hoffnung freilich, eines Tages die Gesundheit wiederzuerlangen.

Viele Ärzte nahmen sich meines Falles an, und ich wurde unzähligen Behandlungsweisen unterzogen - alles ohne Erfolg. Ich erinnere mich nur, daß nach jedem Fehlschlag meine Hoffnungslosigkeit wuchs.

Als meine Isolierung, mein Schweigen und meine Einsamkeit täglich unerträglicher wurden, flüchtete ich mich ins Gebet und bemerkte, daß darin mein Geist einen unaussprechlichen Frieden fand, und daß in meinem Herzen die Ahnung eines Vorgefühls aufkam, daß ich binnen kurzem mich aus meiner Gefangenschaft befreit sehen würde.

Meine Gebete zogen sich immer mehr in die Länge, und meine geistige Konzentration wurde immer tiefer. Ich bemühte mich um möglichst häufige Meditationen, denn solange das Gebet andauerte, blieb ich allen Leiden enthoben. Wenn dann die Wonne vorüber war, und ich in die Wirklichkeit meines einsam-stillen und gleichförmigen Lebens zurückfiel, hatte ich immer das Empfinden, als käme ich aus einer anderen Welt, in der sich mein Geist gestärkt und inspiriert hatte. Hier muss ich einschalten, daß ich meine Gebete aus unvorbedachten Augenblickseinfällen formte. Nie werde ich vergessen, wie ich während solcher Entrückungen den Zeitbegriff verlor, und es Augenblicke gab, da mir alles entschwand, was mich umgab. Allerdings erinnere ich mich, daß ich mich in meiner Kindheit - etwa von 12 Jahren an - ohne daß ich mir dies erklären konnte, fast täglich in einer Art Loslösung der Seele versuchte, die sich über mehrere Minuten hinzog, während derer ich, vielleicht vom Unterbewusstsein geleitet, wie ein Automat handeln musste. Nie gab es die mindesten Schwierigkeiten, solange dieser eigenartige Zustand währte. Sonderbarerweise löste er anfangs Angst bei mir aus, allmählich aber machte ich mich mit ihm vertraut, während sich das Phänomen im Lauf der Zeit verstärkte.

Meine Krankheit erreichte ihren Höhepunkt. Manchmal war mir, als ob meine Haut unter der Wirkung eines inneren Feuers brannte, das mit nichts zu dämpfen war. Gleichzeitig wurde mein Aussehen immer beklagenswerter.

Eines Tages erschien mein Vater mit der Neuigkeit, er habe das Wort des göttlichen Meisters gehört aus dem Munde eines einfachen Menschen, der gewiss ein Auserwählter Gottes sei. Und zwar in einer dürftigen Versammlungsstätte eines abgelegenen Stadtteils von Mexiko. Ein guter Freund, der schon lange jene Kundgaben bewundere, habe ihn mitgenommen.

Augenblicks hatte ich die Gewissheit, daß ER es war, der Meister, der da mit Hilfe des menschlichen Wahrnehmungsvermögens sprach, um sich den Menschen zu nähern, auf der Suche nach denen, die nach Licht hungerten und nach Gerechtigkeit dürsteten.

Das Wunder, das ich Tag für Tag erwartete, stand vor mir. ER, mit dem ich so oft in meinen Stunden des Schmerzes geredet hatte, war mir nun ganz nahe und wartete auf mich, um mir die Gesundung des Leibes und der Seele zu schenken.

Ich folgte dem Ruf des Herrn! Es war am Sonntag, den 14. Februar 1934, daß ich zum ersten mal jenen bescheidenen Versammlungsraum betrat, einen von den vielen, wo die göttliche Botschaft zu hören war. Stark beeindruckte mich die Insichgekehrtheit und tiefe Konzentration, mit der die Anwesenden sich vorbereiteten, um das Kommen des "göttlichen Strahls" zu erwarten, der das innere Hören des "Wortträgers" inspirieren sollte, welcher dann das himmlische Wort zu übertragen hatte.

Der "Wortträger" oder das "Werkzeug" war bei jener Gelegenheit eine Frau. Eine einfache Frau von, möchte man sagen, gewöhnlichem Aussehen, und von Geburt an blind. Ihre Erscheinung, muss ich gestehen, machte mir keinen besonders angenehmen Eindruck. Umso größer war daher mein Erstaunen, als ihre Lippen sich auftaten und eine Predigt hören ließen von einer solchen Tiefe, so wundervoll und von solcher Weisheit, wie man es sich kaum vorstellen kann, dazu vorgetragen mit einer süßen Stimme voll überraschenden Tonfalls, was der Botschaft einen tief beeindruckenden und bewegenden Akzent verlieh.

Im weiteren Verlauf der Kundgabe vergaßen die Anwesenden der Gegenwart des Wortträgers gänzlich, um sich in die Regionen des Geistes zu erheben und im Vollmaß die göttliche Belehrung zu genießen. Wenn aber während der Kundgabe jemand zufällig die Augen öffnete und den Wortträger beobachtete, so konnte er bemerken, wie jenes an sich armselige und gewöhnliche Wesen sich verklärt hatte in der Erhebung ihres Sinnes, ja, wie in solchen Augenblicken von ihm eine große Schönheit und eine ehrfuchtsgebietende Majestät ausstrahlte.

Das göttliche Wort floss von ihren Lippen wie eine unversiegliche Flutwelle, eine Stunde, zwei Stunden, drei und mehr. Das kam alles ohne Stocken, ohne Unterbrechung, fehlerlos, und ohne daß sich die geringste Ermüdung zeigte oder die Stimme heiser oder brüchig wurde. Im Gegenteil schien, je länger die Kundgebung dauerte, die Inspiration an Vollkommenheit zuzunehmen.

Die Gegenwart des göttlichen Meisters war in jenen Augenblicken der Mitteilung so stark spürbar, daß man seine Nähe und Freundschaft ganz greifbar empfand. Er sprach zu jedem Herzen! Er las die verborgensten Gedanken der Anwesenden und berührte die geheimsten Fasern seiner Zuhörer, und zwar ohne irgendjemand zu verletzen oder anzuklagen. Ein jeder fühlte in seinem Herzen, welche Worte vom Meister mit dem forschenden Blick der Liebe und der Weisheit gerade an ihn gerichtet waren.

Die göttliche Mitteilung nahm auf den Lippen des Wortträgers verschiedene Tönungen und Färbungen an. Wenn der Herr als Vater sprach, teilte sich der Stimme Zärtlichkeit, Vergebung und Liebkosung mit; wenn er sich als Meister kundgab, wurde sie tiefgründig und weisheitsvoll, und wenn er den Richter hervorkehrte, dann bekam die Stimme des Wortträgers den Tonfall unendlicher Autorität und Macht, wobei sich die Gerechtigkeit und der göttliche Eifer in so eindrücklicher Weise vernehmen ließen, daß es die Zuhörer wahrlich vernichtend traf und ihnen Tränen der Reue erpresste und sie feste Vorsätze zu Umkehr und Wiedergutmachung fassen ließ.

Ganz klein fühlte ich mich vor solcher Größe und als der allerletzte unter den Versammelten. In meiner Unwissenheit kam mir der Gedanke, der Herr habe sicher meine unbedeutende Anwesenheit gar nicht bemerkt. Schnell jedoch musste ich mich von meinem Irrtum überzeugen und erfahren, daß der Blick des Meisters alle entdeckte. Nach mehreren Monaten häufiger Besuche, mit denen ich nichts anderes bezweckte, als jenes geistige Fest zu genießen, wurde ich an einem unvergesslichen Nachmittag vom Herrn gerufen. Es war der 9. August 1934, an dem ich, ohne daß ich aus meinem Erstaunen herauskam, gekennzeichnet und gesalbt wurde, dem göttlichen Wort als Wortträger zu dienen.

Tiefste Bewegung, die edelsten und abgründigsten Gefühle ergriffen in jenem höchsten Augenblick mein Herz. Was konnte ich in diesem erhabenen Moment dem verweigern, der ein unbeschränktes Recht über seine Kreaturen hat?

Meine Bestimmung war vorgezeichnet. Seit jenem Tag lebte ich nichts anderem, als mein Leben dem so schweren und heiklen Amt zu weihen.

Einige Monate der Vorbereitung, die gleichzeitig meine vollständige physische Gesundung mit sich brachten, dienten der Ausbildung als Wortträger des göttlichen Meisters, dem ich mich seit jener Stunde mit Leib und Seele hingab, bis zum 31. Dezember 1950, an dem das Licht der Gottheit aufhörte, sich in dieser Form kundzugeben.

Wenn wir, die wir Wortträger waren, es unternehmen wollten, über die Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen zu berichten, die uns in jenen Jahren unvergesslichen Kampfes vor den herbeiströmenden Scharen der verschiedenen über unser ganzes Land verstreuten Versammlungsstätten zuteil wurden, müssten wir ganze Bände füllen, denn unsere Laufbahn war eine ununterbrochene Folge wunderbarster Begebenheiten, und es wäre unmöglich, sie innerhalb des begrenzten Raumes zu erzählen, der mir hier zur Verfügung steht.

Doch ist es von äußerster Wichtigkeit zu betonen, daß wir für unsere Vorbereitung kein anderes Buch hatten als das Wort, das von unseren eigenen Lippen floss. Denn es sollte keinerlei Beinflussung in unseren Verstand eindringen, damit wir mit möglichster Treue die göttliche Botschaft aufnehmen konnten. Wenn wir demütig blieben, zeichnete uns der Herr aus in Liebe und Wohlgefallen vor seinem Volk. Wenn wir uns aber einmal von Eitelkeit oder Egoismus beherrschen ließen, berührte Er uns mit Seiner Gerechtigkeit, indem Er uns für einige Zeit Seine Inspiration entzog, um uns zu zeigen, daß wir ohne Ihn nichts vermöchten, denn ohne Ihn sind wir nichts.

Seit der letzten Mitteilung des Meisters Ende 1950 habe ich nie wieder irgend eine jener eigentümlichen Empfindungen verspürt, wie ich sie während der Ausübung der Mission als Wortträger Jahr um Jahr in meinem Wesen trug.

Von dem genannten Tag an widmete sich eine zahlreiche Gruppe von Brüdern der Aufgabe, die größtmögliche Anzahl von Kundgebungen und Offenbarungen zu sammeln, die der Herr uns gegeben hatte, und welche glücklicherweise mitgeschrieben worden waren. Aus ihnen wurde ein Buch zusammengestellt, das der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden sollte, und das bis jetzt die Quelle ist, aus der die Menschheit trinken kann von dem Wasser der Wahrheit, die der Meister den Menschen dieser und künftiger Zeit hinterließ als ein Geschenk der Liebe, des Lichts, der Gerechtigkeit und des Friedens.

Man hat von mir ein Zeugnis erbeten, der ich unverdientermaßen ein Wortträger des Meisters während seiner Kundgebung in dieser Form war, und habe versucht, es mit diesen Zeilen zu tun. Ich tat es mit aller Aufrichtigkeit, deren ich fähig bin, mit dem heißen Wunsch, dieses Zeugnis möge als Anreiz dienen und erreichen, Vertrauen und Glauben in denen zu wecken, die dies Buch in die Hand nehmen, das Botschaften enthält, die der göttliche Meister der Menschheit dieser Zeit in Seiner Güte durch ebenso einfache wie unwürdige Vermittler offenbarte.

Gleichzeitig sende ich aus tiefster Seele einen brüderlichen Gruß im Namen des Herrn meinen Brüdern und Schwestern in Deutschland, deren wunderbares geistiges Erwachen uns der Meister durch seine menschlichen Mittler anzeigte.

"Wißt ihr, was der Ursprung jenes Lichtes ist, das in dem durch die Lippen der Stimmträger ausgesprochenen Worte liegt? Sein Ursprung ist im Guten, in der Göttlichen Liebe, im Universellen Licht, das von Gott ausgeht. Es ist ein Strahl oder ein Funke jenes All-Lichtes, das euch das Leben gibt - ist Teil der unendlichen Kraft, die alles bewegt und durch die alles schwingt, pulsiert und unaufhörlich seine Bahnen zieht. Es ist das, was ihr Göttliche Ausstrahlung nennt, es ist das Licht des Göttlichen Geistes, welcher die Geister erleuchtet und belebt." (Kap. 4, 2)


Eine kleine "Überzeugungs-Statistik"

Wenn Sie dieses Buch bis hier gelesen haben, kennen Sie einen grossen Teil der Berichte: was, wann, wo und wie geschehen ist. Aus Erfahrung und vielen Gesprächen kenne ich bereits viele Arten der Ablehnung, des "Nicht-Glaubens" von Personen, die sich meist nicht die Mühe gemacht haben, zunächst einmal ohne Kommentar das Material zu studieren und zu prüfen. Dadurch, daß wir eine Belehrung ablehnen oder einfach nicht glauben, ändert sich ja nichts an der Lehre selbst. Falls diese Lehre Wahrheiten enthält, bleiben diese Wahrheiten davon unberührt und weiterhin für uns alle gültig.

Oben wird der Begriff "Statistik" erwähnt, darauf möchte ich hier eingehen. Wie umfangreich ist eigentlich das Schriftmaterial - oder könnte es sein, wenn alle Predigten oder Belehrungen hätten mitgeschrieben werden können, (was für die ersten Jahre nicht anzunehmen ist). Trotzdem, wir dürfen pro Versammlungsort ("recinto") mit einer wöchentlichen Botschaft rechnen. Wenn wir die wachsende Anzahl solcher Versammlungshäuser zugrundelegen, die in den letzten Jahren "varios cientos" d.h. mehrere hundert gewesen sein sollen, und an die vielen Jahre denken, genaugenommen 66 ½ Jahre (von Mitte 1884 bis Dez. 1950), bitte, rechnen oder urteilen Sie selbst. In meiner Korrespondenz mit Herrn Walter Maier, dem ich vor Jahren eine ähnliche Aufzählung vorlegte, rügte er scherzhaft meine "Zahlenakrobatik", die sich auf materielle Quantität beziehe, und nicht auf geistige Qualität, womit er vollkommen Recht hatte.

Trotzdem erwähne ich diese äusseren Umstände als Erklärung dafür, unter welchen Umständen eine sog. "Comisión Recopiladora" es sich in den 50er Jahren des XX Jh. zur Aufgabe gemacht hatte, das verfügbare Schrifttum zu sammeln, zu sichten, zu sortieren, orthographisch zu bereinigen und anschliessend in l2 Bänden drucken zu lassen. Es wurden 366 sogenannte "Enseñanzas" (wir nennen sie "Unterweisungen ") auf diese 12 Bände mit dem Titel "Libro de la vida Verdadera" verteilt, jede mit einer unterschiedlichen Anzahl von Versen (párrafos) versehen, insgesamt rund 25.500 Verse.

Diese etwas sonderbar anmutende Exkursion in eine "Zahlenakrobatik" verfolgt einen Zweck: Können Sie sich vorstellen, daß ein Mensch, eine Gruppe oder Sekte über 66 Jahre lang und an mehreren hundert Orten wöchentlich vor den eigenen Nachbarn, Freunden und Verwandten Göttliche Kundgaben vortäuscht ? Ganz zu schweigen von den Inhalten voller Wahrheit, liebevoller Belehrung, unbekannter Weisheiten, strenger Richtlinien und überwältigend ausstrahlender Autorität ? (Der Herr in Ich-Form, als Vater, als Christus, als Heiliger Geist).

Könnten sich diese (ihrer Umwelt bestens bekannten) Stimmträger, die das wörtliche Diktat lediglich deutlich und unverändert aussprachen, so verstellen und dabei aus eigenem Wissen, ohne zu stocken oder nachzudenken, stundenlang hohe religiöse Themen behandeln und dabei auch biblische Namen, Orte, Daten und Vorkommnisse korrekt erwähnen?

Wäre das überhaupt denkbar bei den vielen hundert Stimmträgern, z.T. einfache Bauern mit bescheidener Schulbildung oder kleine Angestellte, die teilweise im familiären Umgang noch ein indianisches Idiom benutzten und des korrekten kastilischen "Hochspanisch", dessen sie sich bedienten, garnicht mächtig waren? (Anschliessend erinnerten sie sich an nichts).

Könnten sich mehrere hundert solcher Stimmträger untereinander abstimmen in diesem riesigen mexikanischen Gebiet, über die Inhalte und den Sprachstil - denn die Schriften weisen unverwechselbar auf eine Urquelle hin? (Die Ansprachen waren im Stil gleich, die Inhalte jedoch nicht in allen Orten am gleichen Tag, das war von der geistigen Vorbereitung der Zuhörer abhängig).

Würden nicht im Zeitraum von 66 Jahren viele oder alle Stimmträger - es gab jüngere und ältere, Männer und Frauen - sterben oder körperlich gebrechlich werden? Wer würde dann, falls es sich um einen abgesprochenen Betrug gehandelt hätte, die sonntägliche Aufgabe nahtlos übernehmen? Würde nicht ein vorgetäuschter "ekstatischer Zustand" von manchen, ohnehin noch misstrauischen Teilnehmern, sofort aufgedeckt werden?

Und nun denken Sie insbesondere noch an die tief verwurzelte katholische Umwelt aller Teilnehmer, deren ganze religiöse Erziehung auf vielen Gebieten plötzlich in Frage gestellt wurde - und die dennoch, nach anfänglicher Prüfung der Botschaften, sich treu zu diesen Offenbarungen bekannten. Es gab deshalb dramatische Auseinandersetzungen in manchen Heimen, wo nur ein Partner sich überzeugen liess, der andere dagegen am katholischen zeremoniellen Kult festhielt.

Die Tatsache soll nicht unerwähnt bleiben, daß niemand aus diesem Geschehen einen wirtschaftlichen Vorteil hatte: es gab keinen "Klingelbeutel", keinen Mitgliedsbeitrag, keine Spenden, nichts. In späteren Zeiten liessen sich allerdings einige für die Organisation beauftragte Personen unter der Hand Geschenke geben. Solche fielen dann später (nach 1950) vom neuen Glauben und der verbleibenden kleinen treuen Gemeinde ab und bauten sich geschäftstüchtig eigene, neue Tempel (von der loyalen Gruppierung "Templos de Rutina" genannt), unter Missbrauch halber Wahrheiten und eigenmächtiger Einführung neuer Riten und Zeremonientums (Seancen in "Trance", und damit Anrufung unerleuchteter Geister, sog. falsche Propheten; es soll dort auch "mucho dinero", viel Geld, fliessen). Diese Fehlentwicklung hatte der Herr allerdings bereits mehrfach vorausgesagt, sie blüht und gedeiht bis auf den heutigen Tag. Der Herr wusste und weiss es, doch seinem Heiligen Wort tut dieser menschliche Fehltritt keinen Abbruch.

Diese einzelnen Abschnitte oder Argumente sollen den Leser zum Nachdenken anregen: Das Ergebnis dieser 66 Jahre dauernden Offenbarungen, Lehren und Unterweisungen (alles vom Herrn gebrauchte Bezeichnungen) liegt in Form von Schriften und Büchern vor uns, sie sind also nicht wegzuleugnen. Wer ist also der Autor ? Wenn wir die obigen Beweise einzeln prüfen, liegt es auf der Hand, daß es kein Menschenwerk sein kann.

Wenn nun ein Zelot oder Fanatiker des Buchstabens sein letztes Argument gegen diese Offenbarungen darin sieht, sie zwar nicht als Menschenwerk, aber als eine Falle des Versuchers anzusehen, dann sollte er zunächst die liebevollen, zärtlichen, weisen und tröstenden Worte unseres Himmlischen Vaters in aller Fülle gelesen und aufgenommen haben - zusammen, das ist auch wahr, mit strengen Hinweisen auf unser Fehlverhalten, laues Christentum und die Notwendigkeit unserer Umkehr. Allerdings auch die Verheissung seiner - dann - gewährten Vergebung und ewigen Gnade im geistigen Reich: ist das etwa die Sprache eines Versuchers??

Denkt nicht, daß Ich diese Nation erst in letzter Stunde für meine neue Kundgebung auserwählt habe. Alles war schon von Ewigkeit her vorgesehen. Dieser Boden, diese Rasse, euer Geist, wurden von Mir vorbereitet, ebenso wie die Zeit meiner Gegenwart auch durch meinen Willen vorbestimmt worden war. (Kap. 4,12)

Es genügt Mir, daß Mich einige wenige vernehmen, denn diese werden morgen ihren Mitmenschen das Zeugnis davon überbringen. Ich weiß, daß wenn Ich alle Menschen herbeigerufen hätte, die meisten nicht gekommen wären, weil sie von den Geschäften der Welt in Anspruch genommen sind. Sie würden Mich leugnen und verhindern, daß die Menschen guten Willens herbeikommen, um Mich zu hören. (Kap. 4,26)

Die "Toten", die "Blinden", die Kranken und die Parias bilden ein sehr großes Volk. Ich werde zu ihnen kommen, denn jene, die seelisch oder körperlich leiden, sind am empfänglichsten für meine Gegenwart. Die Großen der Welt- jene, die Macht, Reichtümer und weltliche Herrlichkeiten haben, glauben, Mich nicht zu benötigen, und erwarten Mich nicht: Was könnte ihnen Christus denn geben, da sie doch sagen, schon alles zu haben? Etwa einige geistige Güter, oder einen Platz in der Ewigkeit? Das interessiert sie nicht! (Kap. 4,31)


Der Auftrag zur Verbreitung des neuen Wortes

Unzählige Male hat der Herr seine Zuhörer, Schüler und Jünger aufgefordert, seine Botschaften schriftlich zu erfassen, Bücher, Auszüge und Analysen zu erstellen und diese anschliessend auch in andere Sprachen übersetzen zu lassen (aus der Originalsprache spanisch). Die Absicht dieser vorbereitenden Aufgabe ist die Verbreitung Seines Wortes, seines "Dritten Testaments" (darunter sind alle seine Belehrungen zu verstehen, nicht nur Auszüge oder Kompendien) über die ganze Erde und bei allen Völkern. Dieser Auftrag war auch unser Antrieb zur zusätzlichen - neben den ersten 6 Einzelbänden - Erstellung eines ins Deutsche übersetzten Kompendiums, wie auch dieses Büchleins, das Sie jetzt lesen.

Jahrzehntelang lebte die Asociacion de Estudios Espirituales in Mexiko (als Zentrum dieser Schriften) unter dem Eindruck, daß die Verteilung oder Verkauf ihrer Bücher ohne jede öffentliche Bekanntmachung oder Werbung geschehen müsse, vermutlich durch eine zu extrem interpretierte Weisung, der "unvorbereiteten Welt" dürften die reinen Göttlichen Perlen nicht vorgeworfen werden. Wir fragten uns andererseits, wie denn die vielen (z. T. nachstehend zitierten) Verse zu verstehen wären, wenn dieses inzwischen umfangreiche Schrifttum nicht nach gängigen Usancen bekannt gemacht wird. Aus den rund 25.500 Versen fiel uns dann ein Hinweis auf, der uns den Weg zeigte, wie wir vorgehen könnten und dürften: es war die Unterweisung Nr. 277 Vers 16, am Schluss zitiert.

Ich brachte euch dies Wort und ließ es euch in eurer Sprache hören, doch Ich gebe euch den Auftrag, es später in andere Sprachen zu übersetzen, damit es allen bekannt wird. (Kap. 59,4)

Ich will, daß mein Wort, wenn daraus Bücher gebildet werden, die über die Erde hin verbreitet werden müssen, fehlerlos gedruckt wird, so rein, wie es aus Mir hervorging. (Kap. 59,6)

Wenn ihr es so in eure Bücher gelangen lasst, wird ihm ein Licht entströmen, das die Menschheit erleuchten wird, und sein geistiger Sinn wird von allen Menschen empfunden und verstanden werden.(Kap. 59,7)

Bereitet euch vor, damit ihr die Frohe Botschaft weitergebt, die von vielen mit Freude aufgenommen werden wird. (Kap. 59,9)

Ich sage euch "von vielen" und nicht "von allen", denn manche mögen euch sagen, daß ihnen das von Gott in der Ersten Zeit Offenbarte, und das, was Christus den Menschen brachte, genügt. (Kap. 59,10)

Doch ihr, die ihr von meiner Göttlichkeit überreich beschenkt worden seid - was ist eure Aufgabe? Meine Lehre bekannt zu machen. Ihr dürft euch nicht vor der Welt verbergen, noch ihr die Hilfeleistung verweigern, die sie benötigt. (Kap. 59,14)

Aber mein Wort, geprägt in die Herzen derer, die es vernahmen, und niedergeschrieben in einem neuen Buch, soll zu den Völkern und Nationen der Welt als Same des Friedens, als Licht des wahren Wissens, als Heilmittel für jedes Übel, das den Körper und die Seele der Menschen quält, gebracht werden.(Kap. 59,20)

Ich werde meinem Volke die Mittel bereitstellen, um meine Botschaft zu allen Nationen zu bringen. Ich werde dafür sorgen, daß es auf seinem Wege Menschen guten Willens findet, die ihm helfen, meine Kundgaben bis an die Grenzen der Erde zu tragen.(Kap. 59,23)

Ihr sollt die Menschheit auf dies Buch hinweisen und mit eurer Erfüllung meines Gesetzes seine Wahrheit bezeugen.(Kap. 59,27)

U 277 - 16: "Deshalb sage Ich euch unablässig, daß ihr dies Saatkorn behüten sollt, damit ihr und eure Kinder es sind, die den Völkern der Erde dieses Licht bringen. Um Meine Botschaft in die verschiedenen Weltgegenden gelangen zu lassen, erlaube Ich euch, euch jener Mittel zu bedienen, die ihr für geeignet haltet, sofern euer Gewissen euch sagt, daß ihr auf dem rechten Weg seid."

Wir haben uns daher entschlossen, u. a. dieses Kompendium auch im Internet vorzustellen - in voller Länge, unter:

www.das-dritte-testament.com
und auch unter:
www.el-tercer-testamento.com
in spanischer Sprache (mit Genehmigung der mexikanischen Asociacion) und
www.the-third-testament.com in englischer Sprache.

Das Buch kann unter der Nr. ISBN 3-87667-257-0 über den Buchhandel oder direkt vom Reichl Verlag "Der Leuchter", Tel. 06741 - 1720 und Fax 1749 bestellt werden.


Abschluss

Meine Zusammenfassungen sollen jetzt zum Abschluss kommen, Ihr Interesse dagegen zu einem Neubeginn. Diese Sammlung von Berichten, Beobachtungen, Zitaten und Überzeugungen ergab sich über einen Zeitraum von rd. 40 Jahren. Haben Sie bitte Nachsicht, wenn die Inhalte dementsprechend nicht "aus einem Guss" entstehen konnten. Wenn Sie trotzdem klaglos bis hier gelesen haben, ist es ein Zeichen, daß Sie eine Botschaft gefunden haben, die Ihr Geist schon lange suchte und dessen Urheber er sofort erkannte.

Versuchen Sie in den Besitz des hier empfohlenen Buches, "Das Dritte Testament" zu kommen. Zusätzlich gibt deutsche Übersetzungen der ersten 6 Einzelbände, die sie über den Buchhandel oder auch vom Reichl Verlag "Der Leuchter " beziehen können. Warum sich der Herr für seine Wiederkunft und Dritte Offenbarung Mexiko ausgesucht hat, wird in den Texten ausdrücklich erklärt und gedeutet.

Ich weiss, daß es für den suchenden Menschen nicht leicht ist, sich in der verwirrenden Vielfalt der oft auch neu hinzukommenden Sekten oder Glaubensrichtungen auszukennen, falls er es überhaupt versucht. Er beurteile aber, ob sich eine dieser Gruppen oder Gemeinden jemals angemasst haben, aus eigenem Anspruch heraus Botschaften und Feststellungen zu verbreiten, wie sie nachfolgend (und auszugsweise) aus einigen vom Herrn übermittelten Versen hervorgehen:

Kap. 64,11 - 30: Grosse Völkerprophetie vom 10.1.1945 (Direkt gerichtet an sieben kriegsführende Nationen gegen Ende des 2. Weltkriegs):

"Hier bin Ich unter euch gegenwärtig, o ihr sieben Nationen! Sieben Häupter die ihr euch auf der Welt vor Mir emporgereckt habt:"

ENGLAND - DEUTSCHLAND - RUSSLAND - ITALIEN - FRANKREICH - VEREINIGTE STAATEN - JAPAN. (Jeder Nation widmet der Herr eine warnende Ansprache, zuletzt sagt ER):

"Sieben Nationen, sieben Häupter! Der Vater hat euch empfangen. Vor euch, unter eurer Herrschaft steht die Welt. Ihr seid Mir für sie verantwortlich!"

Kap. 51, 29 - 30 "Wahrlich, Ich sage euch, Ich habe dort inmitten der Heere, die für irdische Ideologien und Machtansprüche kämpfen, in den Augenblicken der Ruhe friedliebende und gutwillige Menschen entdeckt, die mit Gewalt zu Soldaten gemacht worden waren. Ihren Herzen entringen sich Seufzer, wenn mein Name über ihre Lippen kommt, und Tränen rinnen über ihre Wangen bei der Erinnerung an ihre Angehörigen, an Eltern, Frauen, Kinder oder Geschwister. Dann schwingt sich ihre Seele zu Mir empor, ohne einen andern Tempel als das Heiligtum ihres Glaubens, ohne einen andern Altar als den ihrer Liebe, noch mit einem andern Licht als dem ihrer Hoffnung, im Verlangen nach Vergebung für die Vernichtungen, die sie unfreiwillig mit ihren Waffen verursacht haben. Sie suchen Mich, um Mich mit allen Kräften ihres Wesens zu bitten, daß Ich ihnen erlaube, zu ihrem Heim zurückzukehren, oder daß Ich, wenn sie unter dem Schlag des Feindes fallen müssen, wenigstens mit meinem Mantel der Barmherzigkeit diejenigen bedecke, die sie auf Erden zurücklassen. Alle, die in dieser Weise meine Vergebung suchen, segne Ich, denn sie haben keine Schuld am Töten; andere sind die Mörder, welche sich, wenn die Stunde ihres Gerichts gekommen ist, vor Mir für alles werden verantworten müssen, was sie mit den Menschenleben gemacht haben."

Kap. 49, 43: "Wie ungerecht ist die menschliche Rechtsprechung. Wieviele Opfer schlechter Richter sühnen fremde Vergehen! Wieviele Unschuldige haben die Gitter des Gefängnisses sich vor ihren Augen schliessen sehen, während der Schuldige frei umherläuft und unsichtbar seine Last an Diebstählen und Verbrechen mit sich schleppt."

Kap. 16, 11: "Es ist euer Gott, der zu euch spricht, meine Stimme ist das Gesetz."

Kap. 6, 9 & 10: ..."Mit diesem Buch, das die Menschheit schliesslich als das Dritte Testament anerkennen wird, sollt ihr meine Sache verteidigen. Die Menschheit kennt nur das Gesetz der "Ersten Zeit" und was im Ersten und Zweiten Testament geschrieben steht. Doch das "Dritte" wird nun vereinen und berichtigen, was die Menschen aus Mangel an Zurüstung und Verständnis verändert haben".

Kap. 7, 39: "Seid nicht bestürzt, wenn man euch sagt, daß der, der in dieser Zeit zu euch gesprochen hat, der Versucher gewesen sei. ..... Wahrlich Ich sage euch, viele von denen, die meine Kundgebung so beurteilen, werden zu jenen gehören, welche tatsächlich im Dienste des Bösen und der Finsternis stehen".

Kap. 27, 2: "Die verschiedenen Religionen haben in die Menschenherzen eine falsche Furcht vor geistigem Wissen gesät....."

Kap. 16, 18: "Viele werden von Religion zu Religion wandern, bis ihr Geist das ewige, einzige Gesetz der Liebe erkennt."

Kap. 60, 116: "....Und dieses "Neue Evangelium", das Ich euch hinterlasse, wird sich ausbreiten...."

U 76 - 58: "Dies ist das Dritte Testament des alleinigen Gottes, der sich den Menschen in drei verschiedenen Offenbarungsformen und Zeitabschnitten kundgetan hat."

U 197 - 49: ...... "Wahrlich, Ich sage euch, daß mein Werk heiliger ist als alles, was ihr in der Welt so bezeichnet habt."

U 183 - 7: "Jene, die mein Wort mit Liebe, Blut und Tränen schrieben (die vier Evangelisten), folgten ihrer Erinnerung und ihrer Inspiration; sie haben meinen Willen getreulich ausgelegt. Doch dann kamen andere, und mein Wort wurde verfälscht......"

U 85 - 24 "Ihr neuen Jünger, die ihr mein Wort in dieser Zeit gehört habt, euch sage Ich: ihr braucht nicht zu kämpfen, damit dieses TESTAMENT oder Buch mit den vorigen vereint wird, denn ICH bin es gewesen, der in diesem Buch die Offenbarungen und Unterweisungen der DREI ZEITEN vereint hat, indem ich die Essenz aus jenen gezogen habe, um eine einzige Botschaft zu formen. "

U 5 - 15: "...jene, die ihr Ausländer nennt, werden auf der Suche nach meinem Wort herbeikommen ......."

U 192 - 19: "Liebt mich, auch wenn ihr euch nicht vorstellen könnt, wie Ich bin. Ich bin einfach die Liebe, die Macht, die Weisheit und alles, was existiert."

U 341 - 31: "......Zahllos sind die Lektionen, die Ich euch gegeben habe. Wieviel habe Ich zu euch von den vergangenen Zeiten gesprochen. In der Dritten Zeit habe Ich die drei Testamente vereint, und ein einziges "Buch" aus ihnen geschaffen; und in diesem Jahre 1950, in dem Ich euch durch den Menschen die letzte Seite gebe, sagt euch der Meister in Wahrheit: Mit dieser Seite soll das Buch9 nicht abgeschlossen sein. Ich werde weiterhin neue und zahllose Seiten fuer euch schreiben10. Ich werde weiterhin Licht herniederstrahlen, damit ihr in mein Wort eindringt, damit ihr weiterhin forscht und im Laufe der Zeit grössere Geistigkeit erlangt, denn ihr dürft nicht stehenbleiben."

(Anmerkung: Die mit "Kap." gekennzeichneten Verse, finden Sie im Kompendium "Das Dritte Testament"; die gelegentliche U-Zahl entspricht der Originalnummer aus dem 12-bändigen Hauptwerk, für Verse, die nicht im Kompendium enthalten sind).

9 Aus den vielen Belehrungen geht hervor, daß der Herr mit dem Begriff "Buch" kein materielles Buch meint, sondern die Summe aller seiner Unterweisungen, Prophezeiungen und Belehrungen während dieser 84 Jahre. U. a. sagt ER: "....mit meinem Worte spreche Ich für die Anwesenden und für die Abwesenden, für heute, für morgen und für alle Zeit; für die, die sterben, für die (im Fleische) Lebenden und für die, die noch geboren werden." (Kap. 7, 13)

10 Die weiteren Belehrungen, die der Herr uns hier verheisst, werden dann von Geist zu Geist und nicht mehr über einen menschlichen "Stimmträger" zu uns kommen, wie Er es uns mehrfach und deutlich gesagt hat.


Anhang

Während dieses Buch im Druck war, klärte sich die Genehmigung für die Einbeziehung der nachfolgenden Auszüge und Zitate, die so ausserordentlich überzeugend auch die Bedeutung und die Inhalte der mexikanischen Offenbarung beleuchten.

Stimmen zum Werk Jakob Lorbers und zur "Dritten Zeit"

Der Abschluss dieses Buches soll aus den Werken zweier erleuchteter Schriftsteller besonders zutreffende Auszüge oder Zitate bringen, die sich auf Texte des österreichischen Propheten Jakob Lorber beziehen. Neben den Berichten über das Geschehen während der drei Lehrjahre Jesu Christi durch das innere Wort erhielt er auch neue und bestätigende Prophetien bezüglich der Zweiten Wiederkunft Christi, des "Ewigen Evangeliums" und einer letzten und grössten Offenbarung kurz vor dem Weltgericht.

Am 1. September 1866 begann in Mexiko eine Dritte Zeit göttlicher Offenbarungen, die über berufene Menschen bis zum Jahre 1884 durch den Prophetengeist Elias kundgegeben wurden. Wird in der Heiligen Schrift nicht erwähnt, dass Elia dem Herrn jeweils die Wege ebnen würde?

Ab 1884 "übernahm" dann der Herr selbst sonntägliche Schulungen, Botschaften und Predigten vor einer ständig wachsenden Gemeinde und Gemeinden in Mexico City, die sich dann über das ganze Land ausbreiteten. So verlief bis zum Jahre 1950 die bisher grösste Göttliche Offenbarung, durch die Wiederkunft Christi als Heiliger Geist.

Lorber starb 1864. Die Lehrjahre Jesu Christi, die er durch das innere Wort beschrieb, nannte der Herr "Die Zweite Zeit", die zweite Offenbarung Gottes durch Christus. Aus den Lorberschriften kann nicht herausgelesen werden, dass die ihm gegebenen Diktate das Ende göttlicher Offenbarungen, das Neue Jerusalem oder gar die Wiederkunft Christi beschreiben oder den Anspruch erheben, es zu sein. Die oben erwähnte neue und Dritte Offenbarung fügt sich geschichtlich nahtlos an das Ende der "Zweiten Zeit". 1866 begann nach den Worten des Herrn die "Dritte Zeit", eine durch Sein ganzes Werk führende Bezeichnung.

Durch eine glückliche Fügung durfte ich wenige Jahre nach dem Studium Jakob Lorbers die mexikanische Offenbarung finden und nach vielen Jahren des Lesens und Vergleichens feststellen, dass sich der Menschheit hier ein gewaltiges, unerwartetes, aus materieller Sicht kaum glaubliches Geschehen offenbarte; eine konsequente Fortsetzung der "Göttlichen Geschichtsschreibung und Belehrung Seiner Kinder". Über die Offenbarungen Jakob Lorbers gibt es bereits ein umfangreiches Schrifttum; das Anliegen dieses Einführungsbuches für die Inhalte des "Buch des Wahren Lebens", vom Herrn als sein "Drittes Testament" bezeichnet, ist die Verbreitung des neuen Wortes, wie es vom Herrn in seinen Ansprachen immer wieder geboten wurde. ("Wenn ihr es nicht tut, werden die Steine reden").

Nachfolgend Ausschnitte und Zitate aus dem Buch "...Allein die Bibel ?"
(von Ralf Schuchardt, Turm Verlag, Bietigheim):

.....Die letzte und siebente Entwicklungsepoche, die durch die Gemeinde zu Laodicea symbolisiert wird, kennzeichnet den geistigen Zustand unserer heutigen Kirchen. (Nachzulesen in Offb.3,15-18)

.......Unschwer ist in diesem Mahnschreiben das laue Namenschristentum unserer Tage wiederzuerkennen. Die Kirche glaubt mit der Bibel alle Worte Gottes zu besitzen und keiner weiteren Offenbarung zu bedürfen. Doch vor dem Herrn steht sie elend, arm, blind und bloß da, weil sie sich selbst des himmlischen Lichtes beraubt hat und in ihrer geistigen Blöße den rechten Weg nicht mehr findet.

......Natürlich hat es den falschen Propheten zu allen Zeiten gegeben. Aber die Bibel hat ja auch nie den Blindglauben gefordert, sondern stets zur Wachsamkeit aufgerufen. "Prüfet aber alles, und das Gute behaltet", mahnt Paulus (1.Thess.5,21). Und er fügt hinzu: "Hat jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben gemäß" (Rö.12,7). Das wichtigste Kennzeichen echter Prophetie ist, dass sie mit der biblischen Lehre in Einklang steht. Wer sich auf den christlichen Glauben beruft, aber gleichzeitig wesentliche Aussagen der Bibel leugnet oder gar für überholt erklärt, wie das in unseren Tagen so häufig geschieht, der ist fraglos ein falscher Prophet und als solcher leicht zu erkennen. Von solchen Verfälschern des Evangeliums schreibt Paulus: "Es sind etliche da, die euch verwirren und wollen das Evangelium Christi verdrehen. Aber wenn auch wir oder ein Engel vom Himmel euch das Evangelium anders predigen würde, als wir es euch gepredigt haben, der sei verflucht." (Gal.1,7-8).

Wachsamkeit ist also angesagt, wenn wir nicht Gefahr laufen wollen, den falschen Christussen des Zeitgeistes Tür und Tor zu öffnen und dabei den wahren Christus und sein Wort leichtfertig zu verwerfen!

.....Davon, dass die Offenbarungen Gottes mit dem letzten Buch der Bibel ihren Abschluss gefunden haben, steht in obiger Textstelle kein einziges Wort. Es ist daher ein Selbstbetrug, aus diesem Bibelwort ein "sola scriptura" ableiten zu wollen, zumal gerade die Offenbarung Johannis ein durchweg kraftvolles Zeugnis für die unbeschränkte Wirksamkeit der prophetischen Weissagung ablegt.

.....Eine weitere Textstelle, die von manchen Theologen gerne angeführt wird, um zu belegen, dass die Zeit der Propheten seit 2000 Jahren vorbei sei, findet sich im Hebräer-Brief. Dort heißt es gleich zu Beginn: "Nachdem vorzeiten Gott manchmal und auf mancherlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn" (1,1-2). Aus der Formulierung "in diesen letzten Tagen" zieht man nun die Schlussfolgerung, dass damit der endgültige Abschluss aller Offenbarungen durch Jesus Christus gemeint sei, da es keinen noch vollkommeneren Vermittler des göttlichen Willens geben könne. Mit dieser Interpretation übersieht man jedoch geflissentlich die Tatsache, dass sich die Formulierung "in den letzten Tagen" im Neuen Testament an mehreren Stellen findet und sich dabei nie auf das Offenbarungsgeschehen bezieht, sondern ausschließlich auf die letzte Zeit vor dem Weltgericht (vergl. Apg.2,17; 2.Tim.3,1; 2.Petr.3,3). Die Apostel waren ja anfangs der Auffassung, dass das Weltgericht noch zu ihren Lebzeiten eintreten würde (vergl. 1.Kor.10,11; 1.Joh.2,18). Legt man diesen Umstand zugrunde, so erweist sich die Behauptung vom Abschluss aller Offenbarungen als haltlose These.

Richtig ist, dass Jesus die höchste Offenbarung Gottes ist, die denkbar ist. Das heißt aber nicht, dass Jesus seine Anhänger nach seiner Auffahrt ohne jede spirituelle Führung zurückgelassen hätte. Ganz im Gegenteil! Ein wesentlicher Bestandteil der Botschaft Jesu ist sein Hinweis auf weitere Offenbarungen - nach seinem "Tode"!

.....Nachdem Jesus seinen Jüngern während des letzten Abendmahles noch einmal die Grundzüge seiner Lehre dargelegt hat, bereitet er sie auf den bevorstehenden Abschied vor. Dabei gibt er ihnen die tröstliche Versicherung, dass sie nach seinem Heimgang keineswegs von ihm verlassen sein werden: "Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch" (Joh.14,18) . "Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch sei ewiglich: den Geist der Wahrheit" (Joh.14,16-17). Dieser verheissene Beistand oder Wahrheitsgeist ist aber nur eine Umschreibung der geistigen Gegenwart des Heilandes selbst. Dies bezeugt auch die Textstelle 1.Joh.2,1, wo Jesus als Paraklet (d.h. Beistand, Fürsprecher) bezeichnet wird. Jesus sagt also fest zu, dass er nach seiner Erhöhung allezeit im Geiste unter den Seinen anwesend sein wird. Später, nach seiner Auferstehung, bekräftigt er seine Zusage noch einmal. "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt" (Matth.28, 20).

.....Entscheidend aber ist, dass Jesus seinen Anhängern ausdrücklich zusichert, sie auch nach seinem Weggang nicht ohne Belehrung zu lassen. Deshalb verweist er auf sein kommendes Offenbarungswort als Geist der Wahrheit: "Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er (der vom prophetischen Geist Erfüllte; d.Vf.) wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen" (Joh.16, 12-13). .

.....Überdies versteht es sich von selbst, dass Jesus in der Zeit seines öffentlichen Wirkens viel mehr gesagt und gewirkt haben muss, als es in den kurzen Berichten der Evangelien beschrieben ist. Dies wird uns ja auch beim Evangelisten Johannes bestätigt. Es heißt dort: "Es sind auch viele andere Dinge, die Jesus getan hat. Wenn sie aber sollten eins nach dem andern geschrieben werden, dachte ich, die Welt würde die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären" (21,25). Und an anderer Stelle wird ergänzt: "Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor den Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch" (20,30).

..... In dem zehnbändigen Werk 'Das große Evangelium Johannes' erhalten wir ein fast lückenloses Bild über alle Vorkommnisse im Leben Jesu während seiner Lehr- und Wanderjahre. In einem weiteren Band wird uns eine umfassende Schilderung der Geburt und Kindheit Jesus gegeben. Zwei kleinere Schriften ergänzen diese herrliche Lebensbeschreibung.

.....Die Kirchen haben es bisher vorgezogen, diese einzigartigen Himmelsgaben zu ignorieren. Jesus muss dies wohl gewusst haben, als er von der Zeit seiner Wiederkunft folgendes weissagte: "Doch wenn des Menschen Sohn kommen wird, meinest du, er werde Glauben finden auf Erden?" (Luk.18,8).

.....Aber noch etwas anderes, ganz Entscheidendes, wird uns durch den Bibeltext verdeutlicht. Er macht uns darauf aufmerksam, dass die Wiederkunft Jesu zuallererst eine Wiederkunft im Wort ist. Das heißt, bevor der Heiland persönlich sichtbar erscheinen wird, wird er sich den Menschen aufs neue durch das prophetische Wort, den Geist der Wahrheit, offenbaren und so seine abermalige Ankunft vorbereiten.

Im letzten Buch der Bibel werden wir noch einmal mit dem neuzeitlichen Offenbarungsgeschehen konfrontiert. Dort ist nachzulesen, dass der Menschheit kurz vor dem Weltgericht ein "ewiges Evangelium" übergeben werden wird. Der betreffende Text in der Johannes-Offenbarung lautet: "Und ich sah einen Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkünden denen, die auf Erden wohnen, und allen Nationen und Geschlechtern und Sprachen und Völkern und sprach mit großer Stimme: Fürchtet Gott und gebet ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen" (14,6-7). Es ist nicht schwer, in dieser Vision die mehrfach verheißene Neuoffenbarung des Urevangeliums zu erkennen.

.....Es ist allerhöchste Zeit, dass die Christenheit endlich ihre unbegründete Skepsis gegenüber außerbiblischen Offenbarungen aufgibt. Gerade die Christen als Anhänger einer prophetischen Religion hätten die heilige Pflicht, hinzuhören, wenn die begründete Annahme besteht, dass Gott geredet hat; denn schließlich ruft die Heilige Schrift sie dazu auf. Das Augenmerk der Gläubigen sollte in diesen letzten Tagen vor allem darauf gerichtet sein, dass sie nicht zu denen gezählt werden, "die die Propheten getötet haben", wie sich Jesus einmal warnend äußerte (Matth.23,31). Will die Kirche die kommende Gerichtszeit überleben, so muss sie sich das mahnende Wort aus der Johannes-Offenbarung zu Herzen nehmen, das da lautet: "Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! (14,6-7) Vorstehende Auszüge von den Seiten 18 - 28)

"Man müsste in Superlativen sprechen, um auszudrücken, wer Jakob Lorber eigentlich war. Sieht man ihn als Literaten, dann übertrifft er alle Schriftsteller, Dichter und Denker aller Zeiten, denn wo gäbe es ein umfassenderes Wissen, eine tiefere Interpretation, eine genauere Kenntnis von geographischen, geschichtlichen, biologischen und naturwissenschaftlichen Gegebenheiten seit der Erschaffung des Kosmos als in seinen Werken, die 25 fünfhundertseitige Bände füllen, die kleineren Schriften nicht mitgerechnet. Nimmt man ihn als mediales Genie, so übertrifft er alle Eingeweihten, die wir kennen. Es gibt noch kein Wort für ihn, das ihn wirklich darstellen könnte, und wenn er sich selbst den 'Schreibknecht Gottes' nannte, so entspricht das nur seiner demütigen Selbsteinschätzung." (Seite 51)

.....Die umfangreichen Enthüllungen über das Leben nach dem Tode, wie sie uns durch Jakob Lorber kundgegeben sind, sind Gottes Antwort auf die Fülle uneinheitlicher Aussagen, Deutungen und Spekulationen über die nachirdische Existenz des Menschen. Es leuchtet ein, dass nur einer, nämlich Gott selbst, den Vorhang zu jenen ewigen Sphären lüften kann, weil er der Urgrund allen Seins selbst ist. Darüberhinaus sind die Jenseitsbotschaften Lorbers Gottes Antwort an eine Welt, die sich zunehmend der Diesseitigkeit und dem Materialismus verschrieben hat und mehr denn je im Begriff steht, ihren Schöpfer gänzlich zu vergessen. So soll der Mensch daran erinnert werden, dass dieses kurze Erdenleben nicht das wahre Leben ist, sondern nur eine Bewährungsprobe für eine zukünftige Welt. (Seite 68)

.....Zum Abschluss dieses Kapitels sei noch vermerkt, dass das Neuoffenbarungsgeschehen mit der Prophetie Jakob Lorbers keineswegs sein Ende, sondern nur seinen einstweiligen Höhepunkt gefunden hat. Die Prophetie als Kundgebung des Geistes Gottes wird ewig fortbestehen, solange es Menschen auf dieser Erde gibt. Dies bekräftigt Jesus selbst: "Ihr wisset es, dass es nun ebenso wie zu allen Zeiten Propheten gibt, und es wird deren also auch allzeit geben bis ans Ende der Welt bei allen Völkern der Erde, welches Glaubens sie auch sein mögen. Denn durch die Propheten allein wird, wenn auch schon alle Stricke zwischen Himmel und Erde zerrissen sind, noch ein geheimes Band fest erhalten, das keine finstere Macht zu zerstören vermag" (GEJ 1; 141,1) (Seite 69)

.....Von welcher Art die mächtigen Gottesgerichte sein werden, darüber sagen uns die nachfolgenden Textstellen Näheres. Jesus: "Wenn aber auch die Zahl der Reinen und Guten wie zu den Zeiten Noahs sich sehr verringern wird, dann soll die Erde abermals beschickt werden mit einem allgemeinen Gerichte, in welchem weder die Menschen noch die Tiere, noch die Pflanzen geschont werden. Es werden da den stolzen Menschen nichts mehr nützen ihre feuer- und todspeienden Waffen; denn es wird ein Feind aus den Lüften angefahren kommen und wird sie alle verderben, die da allzeit Übles getan haben. Das wird sein eine wahre Krämer- und Wechslerzeit. Aber was Ich erst jüngsthin einmal zu Jerusalem im Tempel den Wechslern und Taubenkrämern tat, das werde Ich dann im Großen tun auf der ganzen Erde und werde zerstören alle die Kramläden und Wechselbuden (die internationale Finanzwirtschaft; d.Vf.) durch den Feind, den Ich aus den weiten Lufträumen der Erde zusenden werde wie einen dahinzuckenden Blitz mit großem Getöse und Gekrache. Wahrlich, gegen den werden vergeblich kämpfen alle die Heere der Erde; aber Meinen wenigen Freunden wird der große, unbesiegbare Feind kein Leids tun und wird sie verschonen für eine ganz neue Pflanzschule, aus der neue und bessere Menschen hervorgehen werden! Fasset dieses wohl! Denket aber ja nicht, dass Ich das alles also haben wolle, und es wäre darum etwa das alles schon also bestimmt! Das alles sei ferne von Mir und euch" (GEJ 5; 108,2-4) (Seite 133)

.......bis zur Zeit, in der diese ganze Erde aufgelöst wird durchs Feuer. Denn wie zu der Zeit Noahs werden sie freien und sich freien lassen und werden sich gar nicht kümmern um die Stimme Meiner Erweckten; diese werde Ich aber dann gleich in einem Augenblick von dieser Erde entrücken und jene mit allen ihren Lieblingen dem alles zerstörenden Feuer preisgeben, zu dessen Entstehung die dermaligen unbußfertigen Weltmenschen selbst das allermeiste beitragen werden. Und sehet, das wird ein letztes Gericht auf dieser Erde sein... Zudem aber müsset ihr freilich nicht denken, dass solch ein Feuer sogleich an allen Orten und Punkten der Erde zugleich hervorbrechen wird, sondern gleich nur so nach und nach, auf dass den Menschen noch immer zur Besserung Zeit und Raum gegeben wird" (GEJ 10; 156,5-6) (Seite 137)

.....Jesus verheißt seinen damaligen Jüngern, dass Palästina nicht der Ort sein wird, wo er persönlich wieder zuerst auftreten wird. Er sagt: "Wohl aber in den Landen eines andern Weltteiles, die nun (in seinen Erdentagen; d.Vf.) von den Heiden bewohnt werden, werde Ich ein neues Reich gründen, ein Reich des Friedens, der Eintracht, der Liebe und des fortwährend lebendigen Glaubens, und die Furcht vor dem Tode des Leibes wird nicht mehr sein unter den Menschen, die in Meinem Lichte wandeln und im beständigen Verkehr und Umgang mit den Engeln des Himmels stehen werden... Die Erde ist allenthalben Mein, und Ich weiß, "woorts" Meine Wiederkunft für die ganze Erde am Allerwirksamsten sein wird! In jener Zeit aber, in der sich die Menschen von einem Ende der Erde zum anderen so schnell, wie da fährt ein Blitz aus der Wolke, werden verständigen können, ... da wird die Kunde von Meiner persönlichen Wiederkunft in einer ganz kurzen Zeit leicht über die ganze Erde verbreitet werden können" (GEJ 9; 94,9-11)

.....Im Gegensatz zur westlichen Welt, so der Herr, wird die Nachricht von seiner Wiederkunft im asiatischen Weltteil erst dann Glauben finden, nachdem dieser durch ein großes Weltgericht geläutert worden ist. In Amerika und im Westen Europas hingegen werden die Menschen zunehmend erkennen, dass die in den letzten Jahrhunderten in beiden Weltteilen ergangenen Neuoffenbarungen aus einundderselben göttlichen Quelle stammen, und aus dieser Einsicht heraus werden sich die Freunde der neuen Himmelskundgaben einander annähern und sich gegenseitig bestärken. Die entsprechenden Worte aus dem Munde Jesu lauten: "Es gibt ein gar großes Land im fernen Westen, das von allen Seiten vom großen Weltozean umflossen ist und nirgends über dem Meere mit der alten Welt zusammenhängt (Amerika? d.Vf.). Von jenem Lande ausgehend, werden die Menschen zuerst große Dinge vernehmen, und diese werden auch im Westen Europas auftauchen, und es wird daraus ein helles Strahlen und Widerstrahlen entstehen. Die Lichter der Himmel werden sich begegnen, erkennen und sich unterstützen. Aus diesen Lichtern wird sich die Sonne des Lebens, als das neue, vollkommene Jerusalem, gestalten, und in dieser Sonne werde Ich auf diese Erde wiederkommen" (GEJ 9; 94,14-15) (Seite 139-140)

Aus M. Kahirs " Nahe an 2000 Jahre" (Turm Verlag, Bietigheim):

Wenden wir uns nun den Offenbarungen des Lorberwerkes zu, die sich nicht nur mit der Ankündigung, sondern mit dem Verlaufe des Weltgerichtes selbst befassen, so ist folgendes festzustellen:

Die Weissagungen Jesu Christi wiederholen immer wieder jenen Zeitpunkt "nach nahezu zweitausend Jahren" als den kommenden Höhepunkt ihrer Erfüllung. Nicht weniger als dreißigmal kehrt dieser Hinweis im Großen Evangelium wieder. Und das mit einer Eindringlichkeit, welche die Wahl unseres Buchtitels voll gerechtfertigt erscheinen lässt. So deuten Voraussagung von einst und Weltlage von heute gemeinsam auf die gewaltige Wende hin, deren Zeuge die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts sein wird. Die Ursachen dazu sind bereits gelegt, die Auswirkung kann nach geistigen und natürlichen Gesetzen nicht ausbleiben.

Das Gericht wird als ein Universelles bezeichnet, dem alle Naturreiche und die gesamte Menschheit unterworfen werden. Die innere Beschaffenheit jedes Einzelnen wird entscheiden, ob ihm das Weltgericht zum Segen oder zum leiblichen, wenn nicht gar seelischen Untergang gereicht. Darum das Wort von der "Scheidung der Geister". Erschütternd ist die erste der nachfolgenden Weissagungen, wonach kaum ein Drittel der Früchte (= die Menschheit!) zur erforderlichen Reife gelangt, während zwei Drittel dem auflösenden Wandlungsprozess verfallen. Dies deutet in symbolischer Sprache die ungeheure Veränderung an, die sich innerhalb der Menschheit vollziehen wird. Auch im biblischen Matthäusevangelium finden sich ähnliche Hinweise auf die Wucht und Größe jenes trennenden Geschehens. ( Seite 72-73)

. . . "Wenn Meine wahre Lehre unter die Menschen guten Willens und tätigen Glaubens gebracht sein wird und zum wenigsten ein Drittel der Menschen davon Kunde haben wird, so werde Ich auch hie und da persönlich im Geistleibe sichtbar zu denen kommen, die Mich am meisten lieben und dafür auch den lebendigen Glauben besitzen. Und ich werde aus ihnen selbst Gemeinden bilden, denen keine Macht der Welt mehr Trotz und Widerstand zu leisten vermag . . . Bei Meiner zweiten Wiederkunft werde Ich nicht mehr von einem Weibe als Kind geboren werden, denn dieser Mein Leib bleibt verklärt, so wie Ich als Geist in Ewigkeit . . ."

. . . "Ich werde da nicht allein kommen, sondern all die Meinen aus den Himmeln werden in übergroßen Scharen kommen und stärken ihre noch im Fleische wandelnden Brüder. Und so wird eine wahre Gemeinschaft zwischen ihnen entstehen, was der Menschheit zum größten Troste gereichen wird . . . "

. . . "Nur der Mensch, der Meine Lehre annehmen und nach ihr leben wird, soll in sich das Licht, die Wahrheit und den Lebensfrieden finden. Wenn ich zum zweiten Male in diese Welt komme, dann wird auch unter den Völkern der Erde das Gären, Kämpfen und Verfolgen ein Ende nehmen. Ich aber werde nie mehr in einem Tempel von Menschenhand erbaut, Wohnung nehmen, sondern nur im Geiste und Herzen derer, die mich suchen, Mich bitten und Mich über alles lieben. . ."

. . "Hier, wo Ich von einem Orte zum anderen von den Juden des Tempels wie ein Verbrecher verfolgt werde, werde Ich persönlich nicht wieder zuerst auftreten, wohl aber in den Landen eines anderen Weltteils, die jetzt von den Heiden bewohnt sind, werde Ich ein neues Reich gründen: ein Reich des Friedens, der Eintracht, der Liebe und des lebendigen Glaubens. Und die Furcht vor dem Leibestode wird nicht mehr unter den Menschen sein, die in Meinem Lichte wandeln und in stetem Verkehr mit den Engeln des Himmels stehen werden . . ." (Seite 84-85)

.....Die Grundlehre Joachims de Fiore entsprang seiner visionären Idee von den drei Zeitaltern. Wie sich der Gottesgeist in der Schöpfung dreifältig offenbart: als Schöpfungswille (Liebe als Urgrund), als Schöpfungsplan (Weisheit der Ideen) und als Schöpfungsmacht (Kraft der Verwirklichung) - dies ist der wahre Sinn der Lehre vom "Vater, Sohn und Hl. Geist!" - so treten diese drei Aspekte auch zeitlich im Menschheitsgeschehen in Erscheinung. Joachim verkündet daher:

. . . "Dem Zeitalter des Vaters, das von Abraham bis Christi Geburt dauerte, folgte das zweite Zeitalter des Sohnes seit der Geburt des Heilands. Ein drittes, abschließendes Zeitalter wird kommen, das des Heiligen Geistes. Das Gesetz des ersten ist in den Büchern des Alten Testaments, das des zweiten in den Schriften des Neuen Testaments geschrieben. Das Gesetz des dritten und letzten Zeitalters wird das ewige Evangelium der Johannes-Offenbarung sein, der Inbegriff aller in der Christuslehre verborgenen höheren Wahrheit . . ." ( Seiten 191-192)

Mit anderen Worten: erst wenn die "Wiederkunft des Herrn im Menschengeiste", die "Ausgießung des Heiligen Geistes zu Beginn des Wassermann" (die Flosflorum-Zeit" des Malachias!) eintritt, wird jene reine Christuslehre des "Großen Evangeliums" von der Menschheit ergriffen und aufgenommen werden.

STIMMEN DER GEGENWART ZUR NAHEN ZEITWENDE

"Es wird zu allen Zeiten Propheten geben, bis ans Ende der Welt." - Dieser Ausspruch Jesu Christi, neu geoffenbart durch Lorbers "Grosses Evangelium Johannis", soll wegweisend dem letzten Abschnitt unseres Buches vorangestellt werden. Denn jenes Wort entwurzelt die Auffassung der heutigen Kirchen, dass die religiösen Offenbarungen des Christentums mit dem Neuen Testamente abgeschlossen seien. Oder dass solche Kundgaben aus mystischen Sphären und geistigen Welten bestenfalls "Privatoffenbarungen" darstellten, allein bestimmt für den Empfänger und ohne verbindlichen Wahrheitsgehalt für die ganze Menschheit. Aber selbst diese Einzeloffenbarungen oder visionären Schauungen werden von der Kirche sofort abgelehnt, wenn ihr Inhalt der offiziellen Theologie zuwiderläuft oder der dogmatischen Bibelauslegung nicht völlig entspricht.

Indessen bleibt es der frei prüfenden Beurteilung überlassen, ob beispielsweise die großen Neuoffenbarungswerke eines Swedenborg oder Lorber - sowohl ihrem Umfange wie ihrem Lehrinhalte nach - vom Geiste nur zur Erleuchtung ihrer beiden Verfasser gemittelt wurden. Ungleich logischer ist doch wohl die Annahme, dass hier ein großes Gesetz im Rahmen der Gesamtentwicklung waltete und immer walten wird: das Gesetz der fortschreitenden Reifung der Menschheit, dem vom führenden Gottesgeiste durch immer neue, die alten Wahrheiten ergänzende Offenbarungen Rechnung getragen wird. Unbedingt zu bejahen ist jedoch die Forderung nach einer Widerspruchslosigkeit zwischen alten und neuen Kundgaben des Geistes, denn ändern kann sich doch immer nur die Ausdrucksform, niemals aber der innere Sinn echter Wahrheiten, zu denen auch die religiöse Weissagung zu rechnen ist.


Übersicht je Band der 366 Unterweisungen

Die 366 Unterweisungen verteilen sich auf die 12 Bände des "Buch des Wahren Lebens" wie folgt:

Band 1 1 - 28 Band 7 175 - 207
Band 2 29 - 54 Band 8 208 - 241
Band 3 55 - 82 Band 9 242 - 276
Band 4 83 - 110 Band 10 277 - 309
Band 5 111 - 142 Band 11 310 - 338
Band 6 143 - 174 Band 12 339 - 366