Kap. 14 Christentum, Kirchen und Kulte
     Die Entwicklung des Christentums
     Kulthandlungen
     Die Geistlichkeit
     Abendmahl und Messe
     Die Taufe
     Totengedenken
     Materielle Symbole, Kreuze und  Reliquien
     Heiligenverehrung
     Kirchenfeste
     Die Gegenwart Gottes trotz falscher Kultformen

Kap. 15 Scheinchristen, kirchliche Irrlehren und Missstände
     Namens-Christen
     Ungläubige und Glaubensfanatiker
     Verfälschungen der Lehre Jesu und ihre Folgen
     Fehlentwicklungen und Missstände im Christentum



III DIE ZEIT DES KIRCHENCHRISTENTUMS

Kapitel 14 - Christentum, Kirchen und Kulte

Die Entwicklung des Christentums

1. Nach meinem Scheiden in der "Zweiten Zeit" setzten meine Apostel mein Werk fort, und die auf meine Apostel folgten, führten deren Arbeit fort. Es waren die neuen Arbeiter, die Bebauer jenes Ackerlandes, das vom Herrn vorbereitet war, fruchtbar ge­macht durch sein Blut, seine Tränen und sein Wort, aufbereitet durch die Arbeit der zwölf Ersten und auch durch jene, die auf sie folgten. Doch im Laufe der Zeit und von Generation zu Gene­ration mystifizierten oder verfälschten die Menschen mein Werk und meine Lehre immer mehr.

2. Wer sagte dem Menschen, dass er von Mir ein Abbild machen dürfe? Wer sagte ihm, dass er Mich am Kreuze hängend darstellen solle? Wer sagte ihm, dass er das Abbild Marias, die Gestalt der Engel oder das Antlitz des Vaters herstellen dürfe? Ach ihr klein­gläubigen Menschen, die ihr das Geis­tige materiell sichtbar machen musstet, um meine Gegenwart zu spüren!

3. Das Ebenbild des Vaters war Je­sus, das Ebenbild des Meisters, seine Jünger. Ich sagte in der "Zweiten Zeit": "Wer den Sohn kennt, kennt den Va­ter". Damit sollte gesagt sein, dass Christus, welcher in Jesus sprach, der Vater Selbst ist. Der Vater allein konnte sein eigenes Ebenbild schaffen.

4. Nach meinem Tod als Mensch of­fenbarte Ich Mich meinen Aposteln als Lebender, damit sie erkennen sollten, dass Ich das Leben und die Ewigkeit bin und dass Ich – ob im Körper oder außerhalb desselben – unter euch ge­genwärtig bin. Nicht alle Menschen verstanden dies, und darum gerieten sie in Abgötterei und in Fanatismus. (113, 13 - 17)

5. Ich habe der Frau aus Samaria ge­sagt: "Wer von diesem Wasser trinkt, das Ich gebe, wird nie mehr Durst ha­ben." Und heute sage Ich euch: Wenn die Menschheit von jenem lebendigen Wasser getrunken hätte, gäbe es kein so großes Elend in ihr.

6. Die Menschen hielten sich nicht unbeirrbar an meine Unterweisung und zogen es vor, meinen Namen zu gebrauchen, um ihrer Auslegung und Bequemlichkeit entsprechend Kirchen zu gründen. Ich verwarf Traditionen und unterwies sie in der Lehre der Liebe, doch heute kommt ihr zu Mir, um Mir gehaltlose Riten und Zeremo­nien darzubringen, die eurem Geist nicht den geringsten Nutzen bringen. Wenn in euren Werken keine Spiritua­lität vorhanden ist, kann keine Wahr­heit in ihnen sein, und was nicht Wahr­heit in sich trägt, gelangt nicht zu eu­rem Vater.

7. Als jene samaritanische Frau fühlte, dass das Licht meiner Augen bis auf den Grund ihres Herzens drang, sagte sie zu Mir: "Herr, ihr Juden sagt, dass Jerusalem der Ort sei, an dem man unseren Gott anbeten muss." Da sagte Ich ihr: "Frau, wahrlich, Ich sage dir, der Zeitpunkt wird kommen, an dem ihr den Vater weder auf diesem Berg noch in Jerusalem anbeten werdet, wie ihr es derzeit tut. Die Zeit rückt näher, in der man den Vater "im Geist und in der Wahrheit" verehrt; denn Gott ist Geist."

8. Dies ist meine Lehre aller Zeiten. Seht, die Wahrheit lag vor euren Au­gen, und ihr wolltet sie nicht sehen. Wie wollt ihr sie leben, wenn ihr sie nicht kennt? (151, 2 - 5)


Kulthandlungen

9. Wenn ihr liebt, werdet ihr keine sinnfälligen Kulthandlungen oder Riten nötig haben, weil ihr das Licht haben werdet, das euren inneren Tempel er­hellt, an dem sich die Wogen aller Stürme brechen werden, die euch peit­schen könnten, und das die finsteren Nebel der Menschheit auflöst.

10. Entweiht nicht länger das Göttli­che, denn wahrlich, Ich sage euch, groß ist die Undankbarkeit, mit der ihr euch vor Gott zeigt, wenn ihr diese äußerli­chen Kulthandlungen vollzieht, die ihr von euren Vorfahren übernommen habt und in denen ihr fanatisch geworden seid. (21, 13 - 14)

11. Betrachtet die fehlgeleitete Mensch­­heit - fehlgeleitet, weil die großen Kirchen, die sich christlich nennen, dem Rituellen und Äußerli­chen mehr Bedeutung beimessen als meiner Lehre selbst. Jenes Wort des Lebens, das Ich mit Werken der Liebe und mit dem Blut am Kreuze besie­gelte, lebt nicht mehr im Herzen der Menschen, es ist eingesperrt und stumm in den alten und verstaubten Büchern. Und so gibt es eine "christli­che" Menschheit, die weder be­greift noch weiß, wie man Christus nachfolgt.

12. Darum habe Ich nur wenige Jün­ger in dieser Zeit - solche, die ihre leidenden Brüder lieben, die den Schmerz lindern- solche, die in der Tugend leben und sie durch ihr Vorbild predigen: das sind die Jünger Christi.

13. Wer meine Lehre kennt und ver­heimlicht oder sie nur mit den Lippen bekannt macht und nicht mit dem Her­zen, der ist nicht mein Jünger.

14. Ich bin in dieser Zeit nicht ge­kommen, um Tempel aus Stein aufzu­suchen und Mich in ihnen kundzutun. Ich suche euren Geist, euer Herz, nicht materielles Gepränge. (72, 47 - 50)

15. Solange die Religionsgemein­schaften weiter in tiefen Schlaf versun­ken bleiben und ihre gewohnten Bah­nen nicht verlassen, wird es kein geis­tiges Erwachen geben, noch Erkenntnis der geistigen Ideale; und daher wird kein Friede unter den Menschen sein können, noch Raum für tätige Nächs­tenliebe. Das Licht, das die schweren mensch­lichen Konflikte löst, wird nicht erstrahlen können.(100, 38)


Die Geistlichkeit

16. Da ihr nicht wisst, was der wahre Friede ist, begnügt ihr euch damit, euch nach ihm zu sehnen und versucht mit allen möglichen Mitteln und auf alle nur erdenkliche Art, ein wenig Ruhe, Annehmlichkeiten und Befriedigungen zu erlangen, aber niemals das, was wirklich Friede des Geistes ist. Ich sage euch, dass ihn nur der Gehorsam des Kindes gegenüber dem Willen des Herrn erringt.

17. Auf der Welt fehlen gute Erklärer meines Wortes, gute Ausleger meiner Unterweisungen. Daher lebt die Menschheit, auch soweit sie sich christlich nennt, geistig rückständig, weil niemand da ist, der sie mit meiner wahren Lehre erschüttert, es nieman­den gibt, der die Herzen mit der Liebe pflegt, mit der Ich die Menschen lehrte.

18. Tag für Tag – in Gemeindesälen, Kirchen und Kathedralen – spricht man meinen Namen aus und wiederholt man meine Worte, doch niemand ist inner­lich bewegt, niemand erbebt durch ihr Licht, und zwar deshalb, weil die Men­schen den Sinn derselben falsch ver­standen haben. Die meisten glauben, dass die Wirkungskraft des Wortes Christi darauf beruht, es wieder und wieder mechanisch zu wiederholen, ohne zu begreifen, dass es nicht nötig ist, es aufzusagen, sondern es zu stu­dieren, darüber nachzudenken, es aus­zuüben und zu leben.

19. Wenn die Menschen den Sinnge­halt im Worte Christi suchen würden, so wäre es für sie immer wieder neu, frisch, lebendig und lebensnah. Aber sie kennen es nur oberflächlich, und so können sie sich nicht von ihm nähren, noch werden sie es auf diese Weise jemals können.

20. Arme Menschheit – im Dunkeln umherirrend, obwohl das Licht ihr so nahe ist, ängstlich klagend, obwohl der Friede in Reichweite ist! Doch die Menschen können jenes Göttliche Licht nicht erblicken, weil es welche gegeben hat, die ihnen mitleidslos die Augen verbunden haben. Ich, der Ich euch wahr­haft liebe, komme euch zu Hilfe, indem Ich euch aus der Finster­nis befreie und euch beweise, dass all das, was Ich euch seinerzeit sagte, für alle Zeiten bestimmt war, und dass ihr jenes Göttliche Wort nicht als eine alte Lehre einer vergangenen Epoche be­trachten dürft. Denn die Liebe, die die Essenz meiner ganzen Unterweisung war, ist ewig, und in ihr liegt das Ge­heimnis eurer Rettung in dieser Zeit der Verirrungen, unermesslichen Lei­des und zügelloser Leidenschaften. (307, 4 - 8)

21. Ich tadle jene, die einen blinden Glauben predigen, einen Glauben ohne Erkenntnis, einen durch Ängste und Aberglauben erworbenen Glauben.

22. Hört nicht auf die Worte derer, die alle Übel, die die Menschheit quä­len, alle Plagen, Hungersnöte und Seu­chen Gott zuschreiben, indem sie diese als Strafen oder Zorn Gottes bezeich­nen. Das sind die falschen Propheten.

23. Wendet euch von ihnen ab, denn sie kennen Mich nicht und wollen doch die Menschen lehren, wie Gott ist.

24. Dies ist die Frucht der schlechten Auslegung, die man den Schriften vergangener Zeiten gegeben hat, deren göttliche Sprache noch nicht im Kern der menschlichen Sprache entdeckt wurde, mit der die Offenbarungen und Prophetien niedergeschrieben wurden. Viele sprechen vom Ende der Welt, vom Jüngsten Gericht, vom Tod und von der Hölle ohne die geringste Kenntnis der Wahrheit. (290, 16 - 19)

25. Ihr lebt bereits in der "Dritten Zeit", und noch immer ist die Mensch­heit spirituell zurückgeblieben. Ihre Seelsorger, ihre Theologen und geistli­chen Hirten offenbaren ihr recht wenig und manchmal gar nichts über das Ewige Leben. Auch ihnen offenbare Ich die Geheimnisse des Buches mei­ner Weisheit, und so frage Ich euch: Warum schweigen sie? Warum fürch­ten sie sich davor, den schläfrigen Geist des Menschen aufzuwecken? (245, 5)

26. Meine Lehre unterweist euch in einer vollkommenen, geistigen und reinen Verehrung des Vaters, denn der Geist der Menschheit ist – ohne es zu merken - bei den Schwellen des Tem­pels des Herrn angelangt, wo er eintre­ten wird, um meine Gegenwart zu füh­len, um meine Stimme über sein Ge­wissen zu hören und Mich in dem Lichte zu schauen, das auf seinen Verstand herabfällt. 

27. Die Leere, welche die Menschen in dieser Zeit innerhalb ihrer verschie­denen Religionsgemeinschaften fühlen, ist darauf zurückzuführen, dass der Geist Hun­­ger und Durst nach Vergeis­tigung hat. Die Riten und Traditionen genügen ihr nicht mehr, sie sehnt sich danach, meine Wahrheit kennen zu lernen. (138, 43 - 44)


Abendmahl und Messe

28. Niemals bin Ich zu den Menschen in Geheimnisse gehüllt gekommen. Wenn Ich zu euch in bildlichem Sinne gesprochen habe, um euch das Göttli­che zu offenbaren oder das Ewige in irgendeiner materiellen Form darzu­stellen, so geschah es, damit ihr Mich versteht. Aber wenn die Menschen darin verharren, Formen, Gegenstände oder Symbole zu verehren, statt nach dem Sinngehalt jener Belehrungen zu suchen, so ist es nur natürlich, dass sie Jahrhunderte hindurch einen Stillstand erleiden und in allem Geheimnisse sehen.

29. Seit den Zeiten des Aufenthaltes Israels in Ägypten, in denen mein Blut durch das eines Lammes verkörpert wurde, hat es Menschen gegeben, die nur von Überlieferungen und Riten leben, ohne zu begreifen, dass jenes Opfer ein Abbild des Blutes war, das Christus vergießen sollte, um euch das Geistige Leben zu geben. Andere, die sich von meinem Körper zu nähren glauben, essen materielle Brote, ohne begreifen zu wollen, dass - als Ich meinen Jüngern das Brot bei dem Abendmahl gab - es geschah, um ihnen begreiflich zu machen, dass der, der den Sinngehalt meines Wortes wie Nahrung zu sich nimmt, sich von Mir nährt.

30. Wie wenige sind derer, die in Wahrheit meine Göttlichen Lehren zu begreifen vermögen, und diese weni­gen sind jene, die sie mit dem Geiste auslegen. Bedenkt jedoch, dass Ich euch die Göttliche Offenbarung nicht auf einmal übergeben habe, sondern dass Ich sie euch nach und nach bei jeder meiner Unterweisungen erläutere. (36, 7 - 9)

31. Wonne ist in den Herzen dieser Zuhörerscharen, weil sie wissen, dass sich vor ihrem Geiste das himmlische Festmahl befindet, zu dem der Meister sie erwartet, um ihnen das Brot und den Wein des wahren Lebens zu essen und zu trinken zu geben.

32. Der Tisch, um den sich damals Jesus mit seinen Aposteln versam­melte, war ein Symbol des Himmelrei­ches. Dort war der Vater von seinen Kindern umgeben, dort waren die Spei­sen, die das Leben und die Liebe dar­stellten; es erklang die Göttliche Stimme, und ihr Wesen war die welt­umfassende Harmonie, und der Friede, der dort herrschte, war der Friede, der im Reiche Gottes besteht.

33. Ihr habt versucht, euch in diesen Morgenstunden zu reinigen, da ihr dachtet, dass der Meister euch in seinen Worten ein neues Testament bringen werde, und so ist es: Heute erlaube Ich euch, dass ihr des Brotes und des Wei­nes gedenkt, mit denen Ich meinen Körper und mein Blut darstellte. Doch ebenso sage Ich euch, dass ihr in dieser neuen Zeit jene Nahrung nur im Göttli­chen Sinn meines Wortes finden wer­det. Wenn ihr meinen Körper und mein Blut sucht, müsst ihr sie im Göttlichen der Schöpfung suchen, denn Ich bin nur Geist. Esset von jenem Brot und trinket von jenem Wein, doch füllt auch meinen Becher, Ich möchte mit euch trinken: Ich habe Durst nach eurer Liebe.

34. Tragt diese Botschaft zu euren Brüdern und lernet, dass das Blut, da es Leben ist, nur ein Symbol des ewigen Lebens ist, welches die wahre Liebe ist. - Durch euch (gemeint sind die ersten Zuhörer in Mexiko) beginne Ich die Menschheit mit meinen neuen Of­fenbarungen zu erleuchten.(48, 22 - 25)

35. Ich bringe euch den Frieden und eine neue Unterweisung. Wenn mein Opfer der "Zweiten Zeit" die Opferung unschuldiger Tiere aufhob, die ihr auf dem Altar Jehovas opfertet, so hat heute die Nahrung meines Göttlichen Wortes bewirkt, dass ihr meinen Kör­per und mein Blut nicht mehr durch das Brot und den Wein dieser Welt ver­sinnbildlicht.

36. Jeder Geist, der leben will, muss sich vom Göttlichen Geiste nähren. Wer mein Wort vernimmt und es in seinem Herzen empfindet, hat sich in Wahrheit genährt. Dieser hat nicht nur meinen Körper gegessen und mein Blut getrunken, sondern hat von meinem Geiste genommen, um sich zu nähren.

37. Wer - nachdem er diese Himmli­sche Nahrung gekostet hat – wird Mich nochmals in Gebilden und Formen suchen, die von Menschenhand ge­macht sind?

38. Von Zeit zu Zeit komme Ich und beseitige Traditionen, Riten und Ge­bräuche und lasse in eurem Geiste nur das Gesetz und den geistigen Kern meiner Unterweisungen bestehen. (68, 27)


Die Taufe

39. Volk, zu seiner Zeit taufte Johan­nes, der auch der Täufer genannt wird, diejenigen mit Wasser, die an seine Weissagung glaubten. Diese Handlung war ein Sinnbild für die Reinigung von der Urschuld. Er sagte den Menschen­scharen, die zum Jordan kamen, um die Worte des Wegbereiters zu hören: "Siehe, ich taufe euch mit Wasser, doch schon ist Jener auf dem Wege, der euch mit dem Feuer des Heiligen Geistes taufen wird."

40. Aus diesem Göttlichen Feuer wurden alle Geister geboren, sie gingen rein und lauter daraus hervor. Doch wenn sie sich auf ihrem Wege mit der Sünde befleckt haben, welche der Un­gehorsammit sich brachte, so ergießt sich aufs neue das Feuer meines Geis­tes auf sie, um ihre Sünde zu tilgen, ihre Flecken auszulöschen und ihnen ihre ursprüngliche Reinheit zurückzu­geben.

41. Wenn ihr diese Geistige Taufe, statt sie als Läuterung zu verstehen, die der Mensch durch einen Akt aufrichti­ger Reue gegenüber seinem Schöpfer erlangt, in einen Ritus verwandelt und euch mit dem Symbolgehalt einer Handlung begnügt - wahrlich, Ich sage euch, dann wird euer Geist nichts er­langen.

42. Wer so handelt, lebt noch in den Zeiten des Täufers, und es ist, als ob er nicht an dessen Prophetien und Worte geglaubt hätte, die von der Geistigen Taufe sprachen, vom Göttlichen Feuer, durch das Gott seine Kinder reinigt und im Lichte unsterblich macht.

43. Johannes rief die Menschen als Erwachsene zu sich, um jenes Wasser als Sinnbild der Reinigung auf sie zu gießen. Sie kamen zu ihm, als sie sich bereits ihrer Handlungen bewusst wa­ren und schon den festen Willen haben konnten, auf dem Wege des Guten, der Rechtschaffenheit und der Gerechtig­keit zu bleiben. Seht, wie die Mensch­heit es vorgezogen hat, den symboli­schen Akt der Läuterung mittels Was­ser zu vollziehen, statt wahrhaftiger Erneuerung durch Reue und den festen Vorsatz zur Besserung, welche aus der Liebe zu Gott geboren werden. Die rituelle Hand­­lung bedeutet keine An­strengung; hingegen das Herz läutern und darum ringen, rein zu bleiben, bedeutet für den Menschen sehr wohl Anstrengung, Entsagung, und selbst Opfer. Darum haben die Menschen es vorgezogen, ihre Sünden äußerlich zuzudecken, indem sie sich mit der Einhaltung von Zeremonien, bestimm­ten Handlungen und Riten begnügten, die ihre moralische oder geistige Ver­fassung nicht im geringsten verbessern, wenn bei ihnen nicht das Gewissen mitspricht.

44. Jünger, das ist der Grund, wes­halb Ich nicht will, dass unter euch rituelle Handlungen stattfinden, damit ihr durch deren Vollzug nicht das ver­gesst, was tatsächlich auf den Geist einwirkt. (99,56 - 61)

45. Ich bin es, der die Geistwesen im Einklang mit dem Gesetze der Ent­wicklung zur Inkarnation sendet, und wahrlich, Ich sage euch, die Einflüsse dieser Welt werden meine Göttlichen Pläne nicht ändern. Denn über alles ehrgeizige Machtstreben hinweg wird mein Wille geschehen.

46. Jedes menschliche Wesen bringt einen Auftrag zur Erde mit, seine Be­stimmung ist vom Vater vorgezeichnet, und sein Geist ist durch meine Vater­liebe gesalbt. Umsonst veranstalten die Menschen Zeremonien und segnen die Kleinen. Wahrlich, Ich sage euch, in keinem materiellen Lebensalter wird das Wasser den Geist von seinen Ver­stößen gegen mein Gesetz reinigen. Und wenn Ich einen von jeder Sünde reinen Geist sende - von welcher Be­fleckung reinigen diesen dann die Geistlichen der Konfessionen mit der Taufe?

47. Es ist Zeit, dass ihr begreift, dass der Ursprung des Menschen keine Sünde ist, sondern dass seine Geburt das Ergebnis der Erfüllung eines Na­turgesetzes ist, eines Gesetzes, das nicht nur der Mensch erfüllt, sondern alle Geschöpfe, welche die Natur bil­den. Beachtet, dass Ich "der Mensch" gesagt habe und nicht "seinen Geist". Der Mensch hat meine Vollmacht, ihm ähnliche Wesen zu schaffen; die Geistwesen jedoch gehen nur aus Mir hervor.

48. Wachsen und sich Mehren ist universelles Gesetz. Die Sterne gingen ebenso aus anderen, größeren Sternen hervor, wie der Same sich vervielfäl­tigte, und niemals habe Ich gesagt, dass sie durch diese Tatsache gesündigt oder den Schöpfer verletzt haben. Warum solltet ihr in Erfüllung dieses Göttli­chen Gebotes dann für Sünder gehalten werden? Begreift, dass die Erfüllung des Gesetzes den Menschen niemals beflecken kann.

49. Was den Menschen befleckt und den Geist vom Wege der Entwicklung entfernt, sind die niederen Leiden­schaften: die Zügellosigkeit, das Las­ter, die Unzucht, denn all dies ist gegen das Gesetz.

50. Studieret und forschet, bis ihr die Wahrheit findet. Dann werdet ihr die Gebote des Schöpfers des Lebens nicht mehr Sünde nennen und werdet das Dasein eurer Kinder durch das Vorbild eurer guten Werke heiligen. (37, 18 - 23)


Totengedenken

51. Die Menschen halten an ihren Traditionen und Bräuchen fest. Es ist verständlich, dass sie eine unauslösch­liche Erinnerung an die Menschen haben, deren Körper sie ins Grab ge­senkt haben, und sie der Ort anzieht, wo sie deren Überreste beerdigten. Doch wenn sie sich in den wirklichen Sinn des materiellen Lebens vertiefen würden, würden sie erkennen, dass jener Körper bei seiner Auflösung Atom für Atom zu jenen Naturreichen zurückkehrt, aus denen er gebildet wurde, und das Leben sich weiter ent­faltet.

52. Aber der Mensch hat infolge des fehlenden Studiums des Geistigen zu allen Zeiten eine Kette von fanatischen Kulten für den Körper geschaffen. Er versucht das materielle Leben unver­gänglich zu machen und vergisst den Geist, der das ist, was in Wahrheit ewiges Leben besitzt. Wie weit sind sie noch davon entfernt, das Geistige Le­ben zu verstehen!

53. Jetzt versteht ihr, dass es unnötig ist, an jene Orte Gaben zu bringen, wo ein Grabstein, welcher "Tod" aus­drückt, "Auflösung und Leben" zum Ausdruck bringen sollte; denn dort ist die Natur in voller Blüte, dort ist Erd­reich, das fruchtbarer und unerschöpf­licher Schoß von Geschöpfen und Le­bensformen ist.

54. Wenn diese Lehren begriffen sind, wird die Menschheit dem Mate­riellen seinen Stellenwert und dem Göttlichen den seinen zu geben verste­hen. Dann wird der abgöttische Kult für die Vorausgegangenen verschwin­den.

55. Der Mensch soll seinen Schöpfer von Geist zu Geist erkennen und lie­ben.

56. Die Altäre sind Trauerflore und die Grabmäler sind ein Beweis für Unwissenheit und Abgötterei. Ich ver­gebe alle eure Verfehlungen, aber Ich muss euch wirklich wachrütteln. Meine Unterweisung wird verstanden werden und die Zeit wird kommen, in der die Menschen die materiellen Gaben durch hohe Gedanken ersetzen. (245, 16 - 21)


Materielle Symbole, Kreuze und Reliquien

57. In der "Ersten Zeit" kanntet ihr die Symbole: das Tabernakel oder Heiligtum, das die Bundeslade behü­tete, in der die Gesetzestafeln aufbe­wahrt waren. Als jene Sinnbilder ihre Aufgabe erfüllt hatten, beseitigte sie mein Wille von der Erde, entzog sie den Blicken der Menschen, damit die Welt nicht in Abgötterei geriete; aber den Sinngehalt oder die Essenz jener lehrreichen Symbole ließ Ich im Geiste meiner Diener geschrieben bestehen.

58. In der "Zweiten Zeit", nachdem das Opfer Christi vollbracht war, ließ Ich das höchste Symbol des Christen­tums verschwinden, das Kreuz, zu­sammen mit der Dornenkrone, dem Kelch und allem, was von Seiten der Menschheit zum Objekt schwärmeri­scher Verehrung hätte werden können. (138, 36)

59. Die Menschheit sah Jesus leiden, und seine Lehre und sein Zeugnis wird von euch geglaubt. Wozu Ihn weiterhin in euren Skulpturen kreuzigen? Genü­gen euch die Jahrhunderte nicht, die ihr damit verbracht habt, ihn als Opfer eurer Schlechtigkeit zur Schau zu stel­len?

60. Statt meiner in den Martern und im Todeskampfe Jesu zu gedenken - warum gedenkt ihr nicht meiner Aufer­stehung voll Licht und Herrlichkeit?

61. Es gibt manche, die beim Anblick eurer Bilder, die Mich in der Gestalt Jesu am Kreuze darstellen, zuweilen geglaubt haben, dass es sich um einen schwächlichen, feigen oder furchtsa­men Menschen handelte, ohne daran zu denken, dass Ich Geist bin und zum Vorbild für die ganze Menschheit das erlitten habe, was ihr Opferung nennt und was Ich Liebespflicht nenne.

62. Wenn ihr darüber nachdenkt, dass Ich eins war mit dem Vater, so denkt daran, dass es keine Waffen, noch Gewalten, noch Foltern gab, die Mich hätten beugen können; doch wenn Ich als Mensch litt, blutete und starb, so geschah es, um euch mein erhabenes Vorbild der Demut zu geben.

63. Die Menschen haben die Größe jener Lektion nicht begriffen, und überall errichteten sie das Bild des Ge­kreuzigten, das eine Schande für diese Menschheit darstellt, welche ihn - ohne Liebe und Achtung für Jenen, den sie zu lieben behauptet - fort und fort kreuzigt und täglich verwundet, indem die Menschen das Herz ihrer Mitmen­schen verletzen, für welche der Meister sein Leben gab. (21, l5 - 19)

64. Ich würde euch nicht verurteilen, wenn ihr von der Erde selbst das letzte Kreuz verschwinden ließet, mit dem ihr euren christlichen Glauben versinn­bildlicht, und als Ausgleich jenes Sym­bol durch die wahrhaftige Liebe unter­einander ersetzen würdet; denn dann würden euer Glaube und eure äußerli­che Gottesverehrung zu einer Vereh­rung und einem Glauben des Geistes, was dem entspricht, was Ich von euch erwarte.

65. Wenn eure Gottesdienste und eure Symbole wenigstens die Kraft hätten, um eure Kriege zu verhindern, um euch nicht ins Laster versinken zu lassen, um euch im Frieden zu erhalten. Aber seht, wie ihr über alles hinweg­geht, was nach euren Worten heilig ist; seht, wie ihr das mit Füßen tretet, was ihr für göttlich gehalten habt.

66. Ich sage euch noch einmal: es wäre besser für euch, wenn ihr keine einzige Kirche, nicht einen Altar, kein einziges Symbol oder Bildnis auf der ganzen Erde hättet, aber mit dem Geiste zu beten und euren Vater zu lieben verstündet und an Ihn zu glau­ben vermöchtet ohne das Bedürfnis nach Stellvertretern, und dass ihr euch lieben würdet, wie Ich euch in meiner Lehre unterwiesen habe. Dann wäret ihr gerettet, würdet auf dem Wege gehen, der durch meine Blutspuren gekennzeichnet ist – Spuren, mit denen Ich kam, die Wahrheit meiner Unter­weisungen zu besiegeln. (280, 69 - 70)


Heiligenverehrung

67. Ich gebe euch diese Belehrungen, weil ihr die Geistwesen vieler Gerech­ter zu Heiligen erklärt habt, die ihr bittet und verehrt, als ob sie Götter wären. Wie viel Unwissenheit, Menschheit! Wie können die Men­schen die Heiligkeit und Vollkommen­heit eines Geistwesens beurteilen, nur aufgrund ihrer menschlichen Werke?

68. Ich bin der Erste, wenn es darum geht, euch zu sagen, dass ihr euch die guten Beispiele zum Vorbild nehmen sollt, die eure Brüder mit ihren Wer­ken, mit ihrem Leben, mit ihrer Tugend geschrieben haben; und Ich sage euch auch, dass ihr, wenn ihr an sie denkt, ihren geistigen Beistand und ihren Einfluss erhoffen dürft. Doch weshalb errichtet ihr ihnen Altäre, die nur dazu dienen, die Demut jener Geistwesen zu beleidigen? Warum schafft man Kulte um ihr Andenken, als ob sie die Gott­heit wären, und setzt sie an die Stelle des Vaters, den man über der Vereh­rung der eigenen Brüder vergisst? Wie leidvoll ist für diese der Ruhm gewe­sen, den ihr ihnen hier habt zuteil wer­den lassen!

69. Was wissen die Menschen von meinem Urteil über jene, die sie Hei­lige nennen? Was wissen sie über das Geistige Leben jener Wesenheiten oder über den Ort, den sich jeder beim Herrn errungen hat?

70. Niemand denke, dass Ich mit die­sen Offenbarungen aus euren Herzen die Verdienste löschen will, die meine Diener unter den Menschen erbracht haben – im Gegenteil, Ich will, dass ihr wisst, dass die Gnade groß ist, die sie bei Mir gefunden haben, und dass Ich euch durch ihre Gebete vieles gewähre; aber es ist notwendig, dass ihr eure Unwissenheit beseitigt, aus der der religiöse Fanatismus, die Abgötterei und der Aberglauben entspringen.

71. Wenn ihr fühlt, dass der Geist jener Wesenheiten über eurer Lebens­welt waltet, so vertraut ihnen, die Teil der Geistigen Welt sind, damit ihr und sie im Wege des Herrn vereint das Werk der geistigen Brüderlichkeit vollbringt – jenes Werk, das Ich als Resultat all meiner Unterweisungen erwarte. (115, 52 - 56)


Kirchenfeste

 72. An diesem Tag, an dem die Men­schenscharen mit großem Geschrei zu ihren Kirchen eilen, um den Augen­blick zu feiern, in dem der Himmel sich öffnete, um Mich zu empfangen, sage Ich euch, dass all dies nur eine Tradition ist, um die Herzen der Men­schen zu beeindrucken. Es sind nur Rituale, die heute meine Göttliche Passion materialisieren.

73. Ihr sollt dieser Tendenz nicht fol­gen, indem ihr Altäre und Sinnbilder aufstellt. Macht keine Darstellungen heiliger Geschehnisse, und verwendet keine besonderen Gewänder, um aufzu­fallen, denn all dies ist abgöttischer Kult.

74. Ruft Mich mit dem Herzen, ruft euch meine Unterweisung ins Ge­dächtnis und folgt meinen Beispielen. Bietet Mir den Tribut eurer Besserung an, und ihr werdet fühlen, wie die Pforten des Himmels sich öffnen, um euch zu empfangen.

75. Meidet die falschen und profanen Darstellungen, die man von Mir und meiner Passion macht, denn niemand kann Mich verkörpern. Lebt mein Vor­bild und meine Unterweisung. Wer also tut, wird seinen Meister auf Erden verkörpert haben. (131, 11 - 13, 16)

76. Menschheit: In diesen Tagen, in denen ihr der Geburt Jesu gedenkt, lasst ihr den Frieden in eure Herzen einziehen und erscheint ihr wie eine vereinigte und glückliche Familie.

77. Ich weiß, nicht alle Herzen fühlen eine aufrichtige Freude, wenn sie mei­nes Kommens zur Welt in jener Zeit gedenken. Sehr wenige sind es, die sich Zeit für Besinnung und Sammlung nehmen und zulassen, dass die Freude eine innerliche ist und dass das Fest des Gedenkens sich im Geiste vollzieht.

78. Heute wie zu allen Zeiten haben die Menschen aus den Gedenktagen profane und sinnentleerte Feste ge­macht, um Vergnügungen für die Sinne zu suchen, weit entfernt von dem, was die Freuden des Geistes sein sollen.

79. Wenn die Menschen diesen Tag dazu gebrauchen würden, ihn dem Geiste zu widmen, indem sie über die Göttliche Liebe nachdenken, deren unumstößlicher Beweis die Tatsache war, dass Ich Mensch wurde, um mit euch zu leben – wahrlich, Ich sage euch, euer Glaube würde im Höchsten eures Wesens erstrahlen, und er wäre der Stern, der euch den Weg weisen würde, der zu Mir führt. Eurer Geist wäre derart von Güte durchdrungen, dass ihr auf eurem Lebenswege die Bedürftigen mit Wohltaten, Trost und Zärtlichkeit überschütten würdet. Ihr würdet euch mehr als Geschwister fühlen, würdet euren Beleidigern von Herzen verzeihen. Ihr würdet euch von Zärtlichkeit erfüllt fühlen beim Anblick der Verstoßenen, jener Kinder ohne Eltern, ohne Obdach und ohne Liebe. Ihr würdet an die Völker ohne Frieden denken, wo der Krieg alles Gute, Edle und Heilige des menschlichen Lebens zerstört hat. Dann würde euer Gebet rein zu Mir empor dringen und Mir sa­gen: " Herr, welches Recht auf Frieden haben wir, solange es so viele Ge­schwister von uns gibt, die furchtbar leiden?"

80. Meine Antwort darauf wäre dies: Da ihr den Schmerz eurer Mitmen­schen empfandet und ihr gebetet und Mitgefühl gehabt habt, so versammelt euch in eurem Heim, setzt euch an den Tisch und freut euch in jener gesegne­ten Stunde, denn Ich werde dort ge­genwärtig sein. Habt keine Bedenken, fröhlich zu sein, obwohl ihr wisst, dass es in jenem Augenblick viele gibt, die leiden; denn wahrlich, Ich sage euch, wenn eure Freude aufrichtig ist, wird von ihr ein Hauch von Frieden und von Hoffnung ausströmen, der die Notlei­denden wie ein Liebeswehen berühren wird.

81. Niemand meine, dass Ich aus eu­ren Herzen das reinste Fest auslöschen will, das ihr im Jahresverlauf feiert, wenn ihr der Geburt Jesu gedenkt. Ich will euch nur lehren, der Welt das zu geben, was ihr zusteht, und dem Geist, was ihm zukommt; denn wenn ihr so viele Feste begeht, um menschliche Er­eignisse zu feiern – warum überlasst ihr dieses Fest nicht dem Geist, damit er, zum Kind geworden, herbeikommt, um Mir sein Geschenk der Liebe dar­zubringen, damit er die Schlichtheit der Hirten erlangt, um Mich anzubeten, und die Demut der Weisen, um seinen Nacken zu beugen und sein Wissen vor dem Herrn der wahren Weisheit darzu­bringen?

82. Ich will nicht die Freude dämp­fen, die in diesen Tagen das Leben der Menschen umgibt. Es ist nicht nur die Macht einer Tradition – es liegt daran, dass meine Barmherzigkeit euch be­rührt, mein Licht euch erhellt, meine Liebe euch wie ein Mantel umhüllt. Dann fühlt ihr das Herz voller Hoff­nung, Freude und Zärtlichkeit, erfüllt von dem Bedürfnis, etwas zu schenken, zu erleben und zu lieben. Nur lasst ihr jene Gefühle und Eingebungen nicht immer in ihrer wahren Hochherzigkeit und Lauterkeit zum Ausdruck kom­men; denn ihr vergeudet jene Freude in Vergnügungen der Welt, ohne zuzulas­sen, dass der Geist, um dessentwillen der Erlöser zur Welt kam, jenen Au­genblick durchlebt, in jenes Licht ein­geht, sich läutert und gerettet wird. Denn jene Göttliche Liebe, die Mensch wurde, ist ewig gegenwärtig auf dem Lebenswege eines jeden Menschen, damit er in ihr das Leben finde. (299, 43 - 48)



Die Gegenwart Gottes trotz falscher Kultformen

83. Da der Mensch vermaterialisiert ist, muss er Mich über den sinnfälligen Kult suchen, und da die Augen seines Geistes nicht offen sind, muss er mein Abbild schaffen, um Mich zu sehen. Da er sich geistig nicht empfindsam gemacht hat, verlangt er immer mate­rielle Wunder und Beweise, um an mein Dasein zu glauben, und stellt Mir Bedingungen, um Mir zu dienen, Mir nachzufolgen, Mich zu lieben, und Mir für das, was Ich ihm gebe, etwas zu­rückzugeben. So sehe Ich alle Kirchen, alle Religionsgemeinschaften, alle Sekten, die die Menschen auf der gan­zen Erde geschaffen haben. Sie sind durchdrungen von Materialismus, von Fanatismus und Abgötterei, von Ge­heimniskrämerei, Betrug und Entwei­hungen.

84. Was nehme Ich davon an?: Nur die Absicht. Was gelangt zu Mir von alledem?: Die geistige oder körperliche Bedürftigkeit meiner Kinder, ihr biss­chen Liebe, ihr Verlangen nach Licht. Dies ist es, was Mich erreicht, und Ich bin bei allen. Ich blicke nicht auf Kir­chen, noch auf Formen, auf Riten. Ich komme zu allen meinen Kindern glei­chermaßen. Ich empfange ihren Geist im Gebet. Ich ziehe ihn an meine Brust, um ihn zu umarmen, damit er meine Wärme fühlt und diese Wärme Anreiz und Ansporn ist auf seinem Wege der Heimsuchungen und Prüfungen. Aber deshalb, weil Ich die gute Absicht der Menschheit annehme, muss Ich nicht zulassen, dass sie ewig im Dunkeln bleibt, eingehüllt in ihre Abgötterei und ihren Fanatismus.

85. Ich will, dass der Mensch er­wacht, dass der Geist sich zu Mir er­hebt und in seiner Erhebung die wahre Herrlichkeit seines Vaters schauen kann und den falschen Glanz der Litur­gien und Riten vergisst. Ich will, dass wenn er seinen wahren Aufstieg er­reicht, er sich erneuert, sich von den menschlichen Nöten frei macht und die Sinnengebundenheit, die Leidenschaf­ten, die Laster überwindet und sich selbst findet; damit er niemals zum Vater sagt, dass er ein Erdenwurm ist; damit er weiß, dass der Vater ihn zu seinem Bild und Gleichnis geschaffen hat. (360, 14 - 16)

86. Viele Religionsgemeinschaften gibt es auf Erden, und in ihrer Mehrheit sind sie auf den Glauben an Christus gegründet. Dennoch lieben sie sich untereinander nicht, noch erkennen sie sich gegenseitig als Jünger des Göttli­chen Meisters an.

87. Meint ihr nicht, dass wenn sie alle meine Lehre verstünden, sie die­selbe in Anwendung gebracht hätten, indem sie die Konfessionen zur Ver­söhnung und zum Frieden geleitet hät­ten? Doch dem war nicht so. Sie alle haben sich distanziert zueinander ver­halten, wodurch sie die Menschen geistig trennten und entzweiten, die sich dann als Feinde oder Fremde be­trachten. Jeder sucht Mittel und Argu­mente, um den andern zu beweisen, dass er der Besitzer der Wahrheit ist und dass die andern sich irren. Doch niemand hat die Kraft und den Mut, für die Vereinigung aller zu kämpfen, noch hat jemand den guten Willen, um zu entdecken, dass in jeder Glaubensüber­zeugung und in jeder Gottesverehrung etwas Wahrheit enthalten ist. (326, 19 - 20)



Kapitel 15 - Scheinchristen, kirchliche Irrlehren und Missstände

Namens-Christen

1. Der größere Teil dieser Mensch­heit nennt sich christlich; doch der Meister sagt euch: Wenn sie wirklich christlich wäre, hätte sie mit ihrer Liebe, mit ihrer Demut und ihrem Frie­den bereits den Rest der Menschen überwunden. Aber meine schon in der "Zweiten Zeit" als Testament hinterlas­sene Lehre ist nicht im Herzen der Menschheit, sie lebt und blüht nicht in den Werken der Menschen. Sie wird in verstaubten Büchern aufbewahrt, und Ich bin nicht gekommen, um zum Menschen über Bücher zu sprechen.

2. Statt eines Buches brachte Ich euch mein Leben, mein Wort und meine Werke, mein Leiden und meinen Tod als Mensch. Der Grund, weshalb der größte Teil der Menschheit, der sich christlich nennt, nicht den Frieden noch die Gnade Christi hat, ist der: weil die Menschen Ihn nicht zum Vor­bild nehmen, weil sie nicht nach seiner Lehre leben. (316, 5)

3. Hört auf Mich, Jünger, damit ihr alte Glaubensvorstellungen aus eurem Verstande ausmerzt. Die Christenheit teilte sich in Glaubensgruppierungen auf, die sich untereinander nicht lieben, die ihre Brüder durch falsche Urteile demütigen, verachten und bedrohen. Ich sage euch, es sind Christen ohne Liebe, deswegen sind sie keine Chris­ten, denn Christus ist Liebe.

4. Manche stellen Jehova als alten Mann voll menschlicher Fehler dar, rachsüchtig, grausam und schrecklicher als der schlechteste eurer Richter auf Erden.

5. Dies sage Ich euch nicht, damit ihr euch über jemanden lustig macht, son­dern damit sich eure Vorstellung von der Göttlichen Liebe läutert. Ihr wisst jetzt nicht, auf welche Weise ihr Mich in eurer Vergangenheit angebetet habt. (22, 33 - 35)

6. Wie ist es möglich, dass die Völ­ker, die sich Christen nennen, sich durch den Krieg vernichten und sogar beten, bevor sie hingehen, um ihre Brüder zu töten, und Mich bitten, dass Ich ihnen den Sieg über ihre Feinde gebe? Kann mein Same dort existieren, wo statt Liebe der Hass und statt Ver­gebung die Rache herrscht? (67, 28)

7. Allen Menschen der verschiedenen Glaubensbekenntnisse und Religionen sage Ich, dass sie die materiellen Reichtümer nicht auf ihren Platz zu verweisen verstanden, um dann dieje­nigen des Geistes auf den Platz zu stellen, der ihnen gebührt. Wenn die Menschen mei­ne Gesetze erfüllten, würden sie schon von hier aus den Abglanz des Verheißenen Landes schauen und den Klang der Stimmen ihrer Bewohner vernehmen.

8. Ihr behauptet, an mein Dasein zu glauben und Glauben an meine Gött­lichkeit zu haben; auch sagt ihr, dass mein Wille geschehe. Doch wahrlich, Ich sage euch: Wie gering ist euer Glaube und eure Ergebung in das, was Ich verfüge! Aber Ich erwecke in euch den wahren Glauben, damit ihr stark seid auf dem Wege, den Ich für euch gebahnt habe. (70, 12 - 13)

9. Heute fordere ich nicht euer Blut, dass ihr euer Leben opfert. Was Ich von euch verlange, ist Liebe, Aufrich­tigkeit, Wahrhaftigkeit, Selbstlosigkeit.

10. So lehre Ich euch, und darin un­terweise Ich euch und erziehe dadurch die Jünger meiner Göttlichkeit in dieser Dritten Zeit; denn ich sehe euch den Lauf der Welt gleichgültig betrachten, und zwar deshalb, weil ihr euch nicht in das Herz der Menschen zu versetzen versteht, wo es soviel Elend und soviel Schmerz gibt.

11. Es herrscht große Ungleichheit; denn Ich sehe Herren, denen nur die Krone fehlt, um sich Könige nennen zu können, und Ich sehe Untergebene, die wahre Sklaven sind. Daraus ist ein Kampf entbrannt. Unter jenen auf der Welt reich gewordenen Herren gibt es viele, die sich Christen nennen, doch Ich sage euch, dass sie kaum meinen Namen kennen.

12. Jene, die in den Mitmenschen nicht ihren Nächsten sehen, die Reich­tümer anhäufen und sich dessen be­mächtigen, was andern gehört, sind keine Christen, weil sie kein Mitgefühl kennen.

13. Der Kampf zwischen dem Geisti­gen und dem Materiellen wird kom­men, die Menschheit wird in diese Auseinandersetzung hineingeraten. Doch wie viele Leiden wird sie zu ertragen haben, damit der Sieg der Gerechtigkeit kommt! (222, 43 - 45)


Ungläubige und Glaubensfanatiker

14. Ich sage euch, dass es besser für euch ist, voller Ungewissheiten und Verneinungen zu sein, als voll falscher Überzeugungen oder Lügen, die ihr für Wahrheiten haltet. Die ehrliche Ver­neinung, die dem Zweifel oder der Unwissenheit entspringt, schadet euch weniger, als die unaufrichtige Zustim­mung zu etwas Falschem. Der ehrliche Zweifel, der nach Verständnis hungert, ist besser als der feste Glaube an ir­gendeinen Mythos. Die verzweifelte Ungewissheit, die schreiend nach Licht verlangt, ist besser als die fanatische oder abgöttische Sicherheit.

15. Heute überwiegen überall die Ungläubigen, die Enttäuschten und die Ver­­bitterten. Es sind Rebellen, die oftmals klarer sehen als die andern, die das rituelle Gehabe nicht als solches empfinden. Die Versicherungen, die sie von denen vernommen haben, die die Menschen geistig führen, überzeugen sie auch nicht. Denn all jene kompli­zierten Theorien erfüllen nicht ihr Herz, das nach reinem Wasser dürstet, das ihre Angst beschwichtigt.

16. Jene, die ihr für rebellisch haltet, zeigen in ihren Fragen oft mehr Er­kenntnislicht als diejenigen, die in der Meinung, gelehrt und groß zu sein, darauf antworten. Sie empfinden, se­hen, spüren, hören und begreifen klarer als viele, die sich Meister in den Gött­lichen Lehren nennen. (248, 12)

17. Wie einleuchtend und schlicht ist die Wahrheit! Wie klar und einfach die Spiritualität! Und doch - wie schwer ist sie für den zu begreifen, der hartnäckig im Dunkel seines Fanatismus’ und seiner Traditionen verharrt. Sein Verstand kann nicht begreifen, dass es etwas mehr gibt als das, was er ver­steht; sein Herz sträubt sich, das zu verwerfen, was für ihn sein Gott und sein Gesetz war: die Tradition und der Ritus.

18. Meint ihr etwa, dass Ich jene ver­abscheue, die meine Wahrheit durchaus nicht erkennen wollen? Nein, meine Kinder, meine Barmherzigkeit ist un­endlich groß, und gerade diese sind es, an die Ich Mich wende um ihnen zu helfen, ihr Gefängnis zu verlassen, damit sie sich an der Betrachtung des Lichtes ergötzen. Ihnen sind die für ihr Erwachen zum Glauben notwendigen Prüfungen vorbehalten. Es werden keine über ihre Kräfte gehenden Prü­fungen sein, es werden Lektionen sein, die jedem Geist, jedem Leben, jedem Menschen weise angepasst sind.

19. Von dort, unter jenen verfinster­ten Gehirnen, unter jenen Herzen, die krank sind vor religiösem Fanatismus und vor Unwissenheit, werdet ihr die großen und leidenschaftlichen Soldaten der Wahrheit erscheinen sehen. Denn an dem Tage, an dem sie sich von ihren Ketten, ihrer Finsternis befreien und sie das Licht sehen, werden sie ihren Jubel nicht zurückhalten können und mit voller Kehle hinausrufen, dass Ich zurückgekommen bin, um die Welt zu retten, indem Ich sie auf der Stufenlei­ter der Vergeistigung zum wahren Reich emporhebe. (318, 48 - 50)



Verfälschungen der Lehre Jesu und ihre Folgen

20. Ich gebe euch mein Wort mit dem gleichen geistigen Gehalt, mit dem Ich in der "Zweiten Zeit" zu euch sprach, und habe euch an viele meiner Unterweisungen erinnert, die ihr ver­gessen hattet oder von denen ihr euch wegen irrtümlicher Auslegungen eurer Vorfahren abgewendet habt.

21. Ihr habt so sehr gegen meine Lehre verstoßen, dass Ich euch sagen kann: Ihr habt einen Weg geschaffen, der von dem meinen völlig verschieden ist, dem ihr aber den gleichen Namen gegeben habt. Niemand außer Mir konnte euch von eurem Irrtum befreien – mit Worten des Lebens, der Liebe und der Wahrheit.

22. Ergründet und begreift daher mein Wort jetzt, da ihr Mir zuhört, dann wird Licht in euch sein. Dies ist die Zeit, in der Ich euch mit voller Klarheit sage, dass die Reinkarnation des Geistes Tatsache ist, dass sie als Licht Göttlicher Gerechtigkeit und Liebe seit Anbeginn der Menschheit besteht, ohne welche ihr auf dem lan­gen Wege der Vervollkommnung des Geistes nicht vorankommen könntet. (66, 63 - 65)

23. Recht wenig ist es, was die Kir­chen den Menschen über den Geist offenbart haben. Doch nun werden sie aus ihrer Lethargie erwachen, und jene werden gesegnet werden, die Bedenken und Befürchtungen überwinden und der Menschheit die Wahrheit enthüllen, die sie verheimlicht haben. Ich werde sie mit dem Lichte meiner Vergebung, meiner Gnade und meiner Weisheit erleuchten.

24. Wenn die Menschheit dann er­kennt, dass die Kirchen nicht nur dazu da sind, dass die Menschen auf Erden moralisch leben, sondern dass sie die Aufgabe haben, den Geist in seine ewige Heimat zu führen, wird die Menschheit auf ihrem geistigen Ent­wicklungswege einen Schritt vorwärts gemacht haben. (109, 15 - 16)

25. Nach meinem Dasein als Jesus unter den Menschen habe Ich immer solche gesandt, die als "Soldaten" oder Apostel kamen, um meine Lehre durch ihre Werke zu bestätigen und um zu verhindern, dass die Menschheit meine Lehren verdrehen würde. Aber viele "Taube" und "Blinde", die mein Wort unvollkommen auslegten, waren ge­teilter Meinung und schufen so die Unterschiedlichkeit der Sekten. Doch wenn die Menschen dann geistig ge­trennt sind - wie könnten sie einander gemäß dem höchsten Gebote meines Gesetzes lieben?

26. Daher sage Ich euch, dass diese Zivilisation nur Schein ist, weil die Menschen selbst sie zerstören. Solange die Menschheit nicht eine Welt auf den Fundamenten meines Gesetzes der Gerechtigkeit und Liebe errichtet, wird sie nicht den Frieden und das Licht des Geistes haben können, auf dessen Tu­genden sie eine wahre Welt der Auf­wärtsentwicklung schaffen und gestal­ten würde - sowohl im Geistigen, als auch in der Wissenschaft und in der Moral. (192, 17)

27. Nur die Erneuerung und das Ideal der Vervollkommnung werden euch auf den Weg der Wahrheit zurückkeh­ren lassen.

28. Die sich als Ausleger des Göttli­chen Gesetzes fühlen, sagen euch, dass euch für eure Verderbtheit und Wider­spenstigkeit Höllenqualen erwarten und dass nur, wenn ihr eure Reue bekundet, euer Fleisch kasteit und verwundet und Gott materielle Opfergaben darbringt, Er euch vergeben und euch in Sein Reich bringen werde – wahrlich, Ich sage euch, sie sind im Irrtum.

29. Wohin werdet ihr gelangen, Men­schen, geführt von denen, die ihr als große Meister heiliger Offen­barungen bewundert und die Ich als Irrende be­trachte? Darum komme Ich, euch mit dem Lichte dieser Lehre zu erretten, welche euch auf dem Pfade Meiner Liebe vorankommen lassen wird. (24, 46 - 47)

30. Die Menschen haben den wirkli­chen Sinngehalt meiner Unterweisung verheimlicht, um euch stattdessen ei­nen Christus zu zeigen, der nicht ein­mal ein Abglanz dessen ist, der starb, um euch das Leben zu geben.

31. Heute erlebt ihr die Folgen eurer Abkehr von dem Meister, der euch lehrte. Ihr seid von Schmerz umgeben, seid niedergedrückt von eurer Armse­ligkeit, gequält von Unwissenheit. Doch die Zeit ist gekommen, in der die im Menschen schlummernden Fähig­keiten und Gaben erwachen und wie Herolde verkünden, dass eine neue Zeit angebrochen ist.

32. Die Kirchen, die Wissenschaft und die Justiz der Menschen werden das Vordringen dessen zu verhindern suchen, was für sie ein fremder und schädlicher Einfluss ist. Doch es wird keine Macht geben, die das Erwachen und den Fortschritt des Geistes aufhal­ten kann. Der Tag der Befreiung ist nahe. (114, 5 - 8)

33. Schlecht haben Mich auf Erden jene vertreten, die Mich zu kennen behaupten, und das ist der Grund dafür, dass viele Mir den Rücken gekehrt haben.

34. Jene, die sich Atheisten nennen, werde Ich nicht zur Rechenschaft zie­hen, weil sie Mich aus ihren Herzen verbannt haben, sondern jene, welche - die Wahrheit verfälschend - einen Gott vor Augen geführt haben, den viele nicht annehmen konnten.

35. Alles, was gerecht, gesund und gut ist, enthält Wahrheit, die Ich zu allen Zeiten verkündet habe.

36. Die Stunde ist gekommen, in der ihr die Wahrheit wieder lieben sollt, das heißt, in der ihr wieder das Ge­rechte und Gute erkennen werdet. Da ihr aus Mir geboren seid, müsst ihr dahin gelangen, nach dem Hohen, dem Ewigen und dem Reinen zu trachten. (125, 22 - 25)

37. Ja, Israel, das Menschenherz hat immer danach getrachtet, materielle Dinge zu verehren, das Ohr hat sich am wohltönenden Wort erquickt. Daher hat der Mensch das, was Ich in der "Zwei­ten Zeit" als christliche Lehre brachte, verändert, als er es in "Religion" um­wandelte.

38. Immer ist im menschlichen Her­zen der Egoismus, die Habgier und die Eitelkeit erwacht, und sie haben sich zu Königen und Herren gemacht, damit das Volk sich vor ihnen verneigt, und um es zu meinem Vasallen, zum Skla­ven zu machen, es an die Sünde zu ketten und in die Finsternis, die Orien­tierungslosigkeit und Verwirrung zu führen. (363, 36)

39. Die Theologen dieser Zeit wer­den mein Wort und die neuen Schriften erforschen und werden fragen: "Wer bist du, der in dieser Weise gesprochen hat?" So wie die Schriftgelehrten und die Pharisäer von einst aufbegehrten und zu Mir sagten: "Wer bist du, dass du das Gesetz Moses missachtest und ersetzest?" Dann werde Ich ihnen be­greiflich machen, dass die drei Offen­barungen das einzige Gesetz sind, das Ich immer gelehrt und befolgt habe.

40. Viele von denen, die Mich in die­ser Epoche verurteilen, gehören zu denen, die in der "Zweiten Zeit" zwei­felten. Doch Ich habe sie erhalten und sie erneut zur Erde gesandt, damit sie den Sieg meines Gesetzes mit ansehen und ihre Augen dem Lichte öffnen. (234, 46 - 47)


Fehlentwicklungen und Missstände im Christentum

41. "Christlich" nennt sich ein großer Teil dieser Menschheit, ohne überhaupt zu wissen, was das Wort "Christus" bedeutet, noch seine Lehre zu kennen.

42. Was habt ihr aus meinem Worte, meinem Beispiel, meiner Lehre ge­macht, die Ich euch einstens gab?

43. Seid ihr tatsächlich entwickeltere Menschen als die jener Zeitepoche? Warum beweist ihr es nicht durch die Werke eures Geistes? Meint ihr etwa, dass dieses Leben ewig ist, oder denkt ihr vielleicht, dass ihr euch nur durch die menschliche Wissenschaft entwi­ckeln sollt?

44. Ich lehrte euch die wahre Erfül­lung des Gesetzes, damit ihr diese Welt in einen großen Tempel verwandeln würdet, in welchem man den wahren Gott verehrt, wo das Leben des Men­schen eine beständige Liebesgabe für den Vater sein würde, den er in jedem seiner Nächsten lieben und auf diese Weise seinem Schöpfer und Meister Tribut zollen sollte.

45. Doch heute, da Ich zu den Men­schen zurückgekommen bin – was finde Ich da vor? Lüge und Selbstsucht haben die Wahrheit und die Nächsten­liebe ersetzt; Stolz und Eitelkeit die Sanftmut und die Demut; Abgötterei, Fanatismus und Unwissenheit das Licht, die Erhebung und die Vergeisti­gung; Gewinnsucht und Entweihung herrschen, wo nur Pflichteifer und Rechtschaffenheit bestehen sollte; Hass und entfesselter Streit unter Geschwis­tern haben Brüderlichkeit, Frieden und Liebe ersetzt.

46. Doch Ich werde zu meinem Tem­pel kommen, um die Händler von dort zu verjagen, wie Ich es in der "Zweiten Zeit" im Tempel von Jerusalem tat, und werde ihnen ein weiteres Mal sagen: "Macht aus dem Hause des Gebets keinen Krämerladen." Ich werde die Menschen lehren, damit jeder vor dem wahren Altar dient, damit sie nicht länger im Irrtum befangen sind noch aus Unwissenheit in die Irre gehen we­gen der schlechten Auslegungen, die sie meinem Gesetze geben. (154, 15 - 20)

47. Mein Beispiel und das meiner Apostel wurde nicht von allen zum Vorbild genommen, die versucht ha­ben, Mir nachzufolgen. Viele haben sich in Herren verwandelt, anstatt Die­ner zu sein; haben ihr Herz mit Überle­genheitsgefühl und Hochmut erfüllt und waren nur auf Reichtum, Pomp und Ehrungen aus. Sie vergaßen dabei die Nöte der Armen und wurden gleichgültig und gefühllos gegenüber dem Elend und dem Leiden der andern. Daher gehen die Menschen auf der Suche nach Wahrheit von einer Kon­fession zur andern, daher ihr geistiges Bedürfnis, neue Sekten zu schaffen, um Mich frei zu suchen.

48. Jene, die früher als Heilige und Halbgötter angesehen wurden, werden heute von einer enttäuschten Mensch­heit abgelehnt.

49. Die Menschen suchen nicht mehr den Beichtvater auf, damit er sie von ihren Fehltritten losspreche, weil sie es unwürdig finden. Und die Drohung mit dem ewigen Höllenfeuer beeindruckt und erschreckt das Herz des Sünders nicht mehr.

50. Diese geistige Orientierungslo­sigkeit nutzend lauert der Wolf hinter der Hecke.

51. Jeder Diener meiner Göttlichkeit und jeder Repräsentant hat die Auf­gabe, Frieden unter den Menschen zu schaffen, doch das ist das Gegenteil, was sie in dieser Zeit tun. Jeder hält sich für den Ersten, jeder will der Stärkste sein und vergisst dabei, dass der einzige Starke, der Ich bin, in allen ist.

52. Nun könnt ihr euch erklären, weshalb Ich euch in der "Zweiten Zeit" wiederzukommen versprach; nun ist euch verständlich, weshalb Ich euch aufs neue unterrichte. Denn nur mein Wort kann die dunkle Binde des Geis­tes entfernen, meine Liebe allein ist imstande, euch von euren Sünden zu erlösen. (230, 23 - 28)

53. Über die schweren Vergehen und die Verfehlungen, die an meinem Ge­setze begangen wurden, wird mein Gericht kommen. Es wird keine einzige Verfehlung geben, die nicht durch den vollkommenen Meister korrigiert wer­den wird. Ihr dürft euch nicht verwirren lassen: berichtigt eure Fehler und rich­tet nicht. Begreift, dass Ich euch nie­mals strafe- ihr selbst straft euch.

54. Ich mache Licht in jenem, der aus Unwissenheit gesündigt hat, und be­wege den zur Reue, der wissentlich gesündigt hat, damit beide voll Ver­trauen auf meine Vergebung darange­hen, den begangenen Fehler wiedergut­zumachen. Dies ist der einzige Weg, zu Mir zu gelangen.

55. Bedenkt dies alles, ihr Geistli­chen, die ihr die Menschen auf den verschiedenen Konfessionswegen führt. Betet und bringt die Euren zur Vergeistigung. Es ist nun an der Zeit, dass ihr eure Verirrungen bereut und einen Kampf gegen den menschlichen Materialismus beginnt, welcher Tod und Finsternis für den Geist ist. Dafür sollt ihr meine Wahrheit gebrauchen, mein Wort als Waffe ergreifen und in meiner Lehre leben.

56. Ich habe keine Vorliebe für die eine oder andere Konfession. Nicht Ich werde auf eurer, sondern ihr müsst auf Meiner Seite stehen. Denn wenn ihr dies tut, werdet ihr erreicht haben, euch alle geistig zu vereinen. (162, 27 - 30)

57. Meine Lehre voller Spiritualität wird im Herzen dieses Volkes¨ kei­men, damit es in der Zukunft seine Früchte der Wahrheit und des Lebens spendet. Mein Wort wird sich über die Erde verbreiten und keinen Ort übrig­lassen, an dem es nicht reinigt, er­leuchtet und richtet.

58. Dann werden die Völker zum Geistigen Leben zu erwachen begin­nen, zum wahren und ewigen, und werden den äußerlichen und materia­listischen Teil ihrer verschiedenen Kultformen beseitigen, um sich darauf zu beschränken, sich der Essenz mei­nes Gesetzes zuzuwenden.

59. Die Menschheit wird die Macht feststellen, welche die Spiritualität verleiht, und wird ihren Blick von al­lem abwenden, was sie so viele Jahr­hunderte hindurch aufhielt.

60. Was nützt es, dass das Symbol des Christentums, das heißt das Kreuz, sich millionenfach auf Erden befindet, wenn die Menschen nicht guten Wil­lens sind und einander nicht lieben?

  

61. Das Äußerliche hat keine Macht mehr über die Menschen, es gibt keine Hochachtung mehr, noch Gutgläubig­keit, noch Bedauern darüber, verletzt zu haben. Daher sage Ich euch, dass die Symbole und Kultformen verschwin­den werden, weil ihre Zeit vorüber ist, und es die innerliche Anbetung sein wird, die den Menschen zum Lichte empor trägt, ihn erhebt und zu Mir führt. (280, 63 - 67)

  

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¨ des mexikanischen Volkes
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