Kap. 36 Glaube, Wahrheit und Erkenntnis
     Der alles überwindende Glaube
     Das Erkennen der Wahrheit Gottes
     Die Erkenntnis des Geistigen und Göttlichen
     Voraussetzungen für geistige  Erkenntnis
     Die notwendige Bewusstseinserweiterung des Menschen

Kap. 37 Das richtige Verständnis biblischer Texte
     Die Auslegung biblischer Worte und Verheißungen
     Die Offenbarung Jesu durch den  Apostel Johannes

Kap. 38 Die Drei Offenbarungszeiten und die Sieben Siegelepochen
     Die Entwicklungsabhängigkeit der Offenbarungen Gottes
     Die drei Testamente Gottes
     Die Dritte Zeit
     Die sieben heilsgeschichtlichen  Epochen

Kap. 39 Das irdische und das Geistige Israel
     Die geschichtliche Sendung Israels, sein Versagen
     Die Spaltung des jüdischen Volkes in irdisch und geistig Gesinnte
     Das Geistige Volk Israel
     Die 144000 Erwählten und Gekennzeichneten

Kap. 40 Die Kräfte des Guten und des Bösen
     Der Ursprung von Gut und Böse
     Hochmut und Demut
     Das Gute, der Mensch guten Willens
     Das Böse, der dem Bösen verfallene Mensch
     Der Kampf zwischen Gut und Böse
     Versuchungen und Verführungen
     Moralische Verbrechen
     Ohnmacht und Vergänglichkeit des Bösen
     Die Kraft der Vergebung

Kap. 41 Die Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits
     Inspiration und Beistand durch die Geistige Welt
     Verwirrte und übelwollende Geister
     Der Kampf der Geister um die Menschen
     Die Verbindung mit der Geisterwelt Gottes

Kap. 42 Schuld und Sühne, Prüfungen und Leiden
     Die Notwendigkeit von Reue  und Sühne
     Das Sühnegesetz
     Die Ursache von Prüfungen und  Leiden
     Glaube, Ergebung und Demut in den Prüfungen
     Die Bedeutung von Leid und Schmerz

Kap. 43 Krankheit, Heilung und Erneuerung
     Ursprung und Sinn der  Krankheit
     Heilung aus eigener Kraft
     Die Erneuerung des Menschen

Kap. 44 Leben im Göttlichen Sinne
     Das notwendige Gleichgewicht
     Gute und verderbliche Freuden
     Segensreicher und unseliger Reichtum
     Das Gesetz des Gebens
     Die Erfüllung der Pflichten und Aufgaben

Kap. 45 Vorbestimmung, Sinn und Erfüllung im Leben
     Die Vorsehung und Bestimmung  Gottes im menschlichen Schicksal
     In der Schule des Lebens
     Sinn und Wert des menschlichen Lebens




 

IX LEHREN DER GÖTTLICHEN WEISHEIT

Kapitel 36 - Glaube, Wahrheit und Erkenntnis

Der alles überwindende Glaube

 1. Um die Schwachheit, die Arm­se­ligkeit, das Elend und die Leiden­schaften zu besiegen und den Zweifel zu beseitigen, sind der Glaube und die guten Werke unerlässlich, welches Tugenden sind, die das Unmögliche bemeistern; ihnen gegenüber schwindet das Schwierige und Unerreichbare wie Schatten.

 2. Ich sagte den Menschen, die in der "Zweiten Zeit" an Mich glaubten: "Dein Glaube hat dir geholfen." Ich erklärte es so, weil der Glaube eine heilende Macht, eine Kraft ist, die um­wandelt, und sein Licht macht die Finsternis zunichte. (20, 63 - 64)

 3. Die, welche der Vergeistigung noch ferne sind, möchten Mich in der Gestalt Jesu sehen, um Mir zu sagen: "Herr, Ich glaube an Dich, denn Ich habe Dich gesehen." Ihnen sage Ich: Selig sind, die ohne zu sehen geglaubt haben, denn sie haben den Beweis erbracht, dass sie dank ihrer Vergeisti­gung Mich in ihrem Herzen empfunden haben. (27, 75)

 4. Ich will, dass ihr wisst, was Glaube ist, damit ihr versteht, dass wer ihn besitzt, Eigentümer eines unver­gleichlichen Schatzes ist.

 5. Wer von diesem inneren Licht er­leuchtet lebt, wird sich niemals ausge­stoßen, verlassen, schwach oder verlo­ren fühlen – für so arm die Welt ihn auch hält. Sein Glaube an den Vater, an das Leben, an seine Bestimmung und auch an sich selbst, wird ihn im Le­benskampf niemals untergehen lassen; und er wird außerdem immer fähig sein, große und staunenswerte Werke zu vollbringen. (136, 4 - 5)

 6. Der Glaube ist wie ein Leucht­turm, der euren Lebensweg erhellt, bis ihr im sicheren Hafen der Ewigkeit ankommt.

 7. Der Glaube darf nicht der jener lauen und furchtsamen Geistwesen sein, die heute einen Schritt vorwärts machen und morgen einen zurück, die nicht mit ihrem eigenen Schmerz kämpfen wollen und allein aufgrund der Barmherzigkeit des Vaters an den Sieg des Geistes glauben.

 8. Glaube ist jener, den der Geist fühlt, der im Bewusstsein, dass Gott in ihm ist, seinen Herrn liebt und sich freut, Ihn in sich zu fühlen und seine Mitmenschen zu lieben. So groß ist der Glaube an die Gerechtigkeit des Va­ters, dass er nicht erwartet, dass seine Nächsten ihn lieben, dass er Beleidi­gungen und Verfehlungen vergibt, aber daran glaubt, dass er morgen von Licht erfüllt sein wird, weil er durch seine Verdienste seine Läuterung erreichte.

 9. Wer Glauben hat, hat Frieden, be­sitzt Liebe und hat Güte in sich.

 10. Er ist reich im Geiste und selbst im Materiellen; aber an wahrem Reichtum, nicht an jenem, den ihr meint. (263, 12 - 16)

 11. Ich nenne euch nun den Beweis dafür, dass wahrer Glaube vorhanden ist: Wenn das Herz in der Stunde der Prüfung nicht verzagt; wenn in den kritischsten Augenblicken Friede den Geist erfüllt.

 12. Wer Glauben hat, ist in Einklang mit Mir, weil Ich das Leben, die Ge­sundheit und das Heil bin. Wer in Wahrheit diesen Hafen und diesen Leuchtturm sucht, geht nicht zugrunde.

 13. Wer diese Tugend besitzt, tut Wunder jenseits jeder menschlichen Wissenschaft und gibt Zeugnis vom Geiste und vom höheren Leben. (237, 69 - 71)


Das Erkennen der Wahrheit Gottes

 14. Wenn das Herz guten Glauben birgt und der Verstand frei von Vorur­teilen und unklaren Vorstellungen ist, weiß man das Leben besser zu schät­zen, und die Wahrheit wird mit größe­rer Klarheit erkannt. Wenn man hinge­gen im Herzen Zweifel oder Eitelkeit birgt und Irrtümer im Verstand, er­scheint alles unklar, und selbst das Licht erscheint als Finsternis.

 15. Sucht die Wahrheit, sie ist das Leben, aber sucht sie mit Liebe, mit Demut, mit Beharrlichkeit und mit Glauben. (88, 5 - 6)

 16. Betet, befragt euren Vater in eu­rem Gebet, dann werdet ihr in eurer Meditation einen Funken meines un­endlichen Lichtes empfangen. Erwartet nicht, in einem einzigen Augenblick die ganze Wahrheit zu erhalten. Es gibt Geistwesen, die schon seit langem auf der Suche nach Wahrheit sind, die for­schen und in alle Geheimnisse einzu­dringen versuchen und doch noch nicht das ersehnte Ziel erreicht haben.

 17. Christus, der Gesalbte, zeigte euch den Weg mit den Worten: "Liebet einander". Könnt ihr euch die Trag­weite dieses erhabenen Gebotes vor­stellen? Das ganze Leben der Men­schen würde verwandelt werden, wenn ihr nach dieser Lehre leben würdet. Nur die Liebe wird euch die Wahrhei­ten der göttlichen Geheimnisse offen­baren können, weil sie der Ursprung eures Lebens und alles Geschaffenen ist.

 18. Sucht eifrig nach der Wahrheit, sucht den Sinn des Lebens, liebt und werdet stark im Guten, und ihr werdet erleben, wie Schritt für Schritt alles von eurem Wesen abfallen wird, was falsch, unlauter oder unvollkommen war. Seid von Tag zu Tag empfindsa­mer für das Licht der göttlichen Gnade, dann werdet ihr euren Herrn direkt nach all dem fragen können, was ihr wissen wollt und was euer Geist benö­tigt, um die höchste Wahrheit zu errei­chen. (136, 40 - 42)

 19. Ich bin das "Wort", das die Men­schen aufsucht, weil sie nicht zu Mir gelangen konnten. Es ist meine Wahr­heit, die Ich ihnen offenbare, da die Wahrheit das Reich ist, in das ihr nach meinem Willen alle eingehen sollt.

 20. Wie wollt ihr die Wahrheit entde­cken, wenn Ich euch nicht zuvor sage, dass dafür viele Verzichtleistungen nö­tig sind?

 21. Um die Wahrheit zu finden, ist es bisweilen nötig, auf das zu verzichten, was man besitzt, sogar sich selbst zu entsagen.

 22. Der Selbstgefällige, der Materia­list, der Gleichgültige kann die Wahr­heit nicht erkennen, solange er nicht die Mauern zerstört, innerhalb derer er lebt. Es ist notwendig, dass er sich über seine Leidenschaften und Schwächen hinwegsetzt, um mein Licht von Ange­sicht zu schauen. (258, 44 - 47)

 23. Gesegnet sei, wer die Wahrheit sucht, denn er ist ein nach Liebe, Licht und Güte Dürstender. Suchet, so wer­det ihr finden, sucht die Wahrheit, und sie wird euch entgegenkommen. Denkt weiterhin nach, befragt auch fernerhin das Buch der göttlichen Weisheit, und es wird euch antworten, denn niemals ist der Vater schweigsam oder gleich­gültig geblieben gegenüber jenem, der Ihn inständig befragt.

 24. Wie viele derer, die die Wahrheit in Büchern, bei den Gelehrten und in den verschiedenen Wissenschaften suchen, werden sie schließlich in sich selbst entdecken, da Ich in das Innerste eines jeden Menschen einen Samen der Ewigen Wahrheit gelegt habe. (262, 36 - 37)

 25. Ich kann euch nicht betrügen! Ich bin niemals in einem Akt der Falsch­heit, Ich verberge Mich nicht im Dun­keln. Meine Wahrheit ist immer nackt. Doch wenn die Menschen die Nackt­heit meines Geistes nicht zu sehen vermochten, dann nur, weil sie es nicht wollten. Ich verberge euch meine Wahr­heit nicht durch irgendein Ge­wand. Meine Nacktheit ist göttlich und ist rein, meine Nacktheit ist heilig, und Ich werde sie allen Wesen des Univer­sums zeigen. Als ein Sinnbild dersel­ben kam Ich als Mensch nackt auf die Welt, und nackt ging Ich wieder von euch.

 26. Ich will, dass unter den Meinen immer Wahrheit herrscht, denn Ich bin und werde immer in eurer Wahrheit sein. Ich will, dass Liebe unter euch ist, und meine Liebe wird immer in eurer Liebe sein.

 27. Es gibt nur eine Wahrheit, eine einzige wahre Liebe; und wenn diese Wahrheit und diese Liebe in euch sind, werden eure Liebe und eure Wahrheit die Meine sein, und meine Wahrheit und meine Liebe werden die eure sein. (327, 33 - 34)

 28. Mein Licht ist in jedem Geiste. Ihr seid nun in der Zeit, in der mein Geist sich auf die Menschen ergießen wird. Darum sage Ich euch, dass ihr alle bald meine Gegenwart fühlen wer­det – die Gelehrten ebenso wie die Unwissenden, die Großen wie die Kleinen, die Mächtigen wie die Armen.

 29. Die einen wie die andern werden angesichts der Wahrheit des lebendigen und wahren Gottes erbeben. (263, 33 - 34)


Die Erkenntnis des Geistigen und Göttlichen

 30. Es ist unmöglich, dass eines mei­ner Kinder Mich vergisst, da es in sei­nem Geist das Gewissen in sich trägt, welcher das Licht meines Geistes ist, durch das es Mich früher oder später erkennen muss.

 31. Für die einen ist es leicht, in den Sinn meines Wortes einzudringen und dort das Licht zu finden; doch für an­dere ist mein Wort ein Rätsel.

 32. Ich sage euch, dass nicht alle in dieser Zeit die Geistigkeit meiner Bot­schaft verstehen können. Diejenigen, die es nicht vermögen, werden neue Zeiten abwarten müssen, damit ihr Geist seine Augen dem Lichte meiner Offenbarungen öffnet. (36, 4 - 6)

 33. Wenn Ich euch sage, dass meine Weisheit euer sein wird – glaubt ihr da, dass ein einziges Erdenleben ausrei­chen kann, um alles zu erfahren, was Ich euch zu offenbaren habe? Wenn Ich euch sage, dass ihr die menschliche Wissenschaft nicht erlangen könnt, ohne den weiten Entwicklungsweg zurückzulegen, so könnt ihr noch we­niger die Erkenntnis des Geistigen erwerben ohne eine vollständige Ent­wicklung eures Geistes.

 34. Ich stelle die Vergeistigung nicht in einen Gegensatz zur Wissenschaft, denn dieser Irrtum war jener der Men­schen, niemals der meine. Im Gegen­teil, Ich lehre euch, das Geistige mit dem Materiellen in Einklang zu brin­gen, das Menschliche mit dem Göttli­chen, das Vergängliche mit dem Ewi­gen. Dennoch erkläre Ich euch, dass man, um auf den Pfaden des Lebens zu wandeln, zuvor den Weg kennen muss, den euch das Gewissen vorzeichnet, dessen geistiges Gesetz dem Göttlichen Geiste entspringt. (79, 38 - 39)

 35. Ihr seid so tief gesunken und habt euch so sehr vom Geistigen entfernt, dass ihr all das für übernatürlich haltet, was – da es dem Geiste angehört – völlig natürlich ist. So nennt ihr das Göttliche übernatürlich, und ebenso betrachtet ihr alles, was zu eurem Geiste gehört, und das ist ein Irrtum.

 36. Der Grund dafür ist, dass ihr nur das seht und wahrnehmt, was im Be­reich eurer Sinne oder im Fassungsbe­reich eurer menschlichen Intelligenz liegt, und ihr das, was jenseits der Sinne und des Verstandes ist, für über­natürlich gehalten habt. (273, 1)

 37. Sowohl der Mensch, der das Licht des Wissens in der Natur sucht, als auch der, der meine Weisheit in den geistigen Offenbarungen sucht, muss den Weg, auf dem er all jene Wahr­heiten finden wird, die er auf andern Pfaden nicht entdecken kann, auf eige­nen Füßen zurücklegen. Eben darum habe Ich euren Geist ausgesandt, ein Leben nach dem andern hier auf Erden zu leben, damit er aufgrund seiner Entwicklung und seiner Erfahrung alles entdeckt, was in ihm ist und in dem, was ihn umgibt.

 38. Wenn ihr wollt, so prüft meine Worte gründlich, doch studiert und beobachtet danach das Leben aus ihrer Sicht, damit ihr die Wahrheit feststel­len könnt, die in allem, was Ich euch gesagt habe, enthalten ist.

 39. Es wird Gelegenheiten geben, bei denen es euch so vorkommt, als ob ein Widerspruch bestünde zwischen dem, was Ich euch heute sage, und dem, was euch in vergangenen Zeiten offenbart wurde, doch diesen gibt es nicht. Die Menschen sind es, die im Irrtum befan­gen sind. Aber nun werden alle zum Lichte gelangen. (105, 54 - 56)


Voraussetzungen für geistige Erkenntnis

 40. Die Demut ist das Licht des Geistes, und im Gegensatz dazu ist das Fehlen derselben Finsternis in ihm. Die Eitelkeit ist die Frucht der Unwissen­heit. Wer groß ist durch Wissen und angesehen aufgrund von Tugend, be­sitzt die wahre Bescheidenheit und geistige Demut. (101, 61)

 41. Lasst alle schlechten Gedanken von euch weichen und ziehet edle Ge­danken an. Das Glück liegt nicht in dem, was man materiell besitzt, son­dern in dem, was man geistig erkennt. Erkennen ist besitzen und danach han­deln.

 42. Wer wirkliches Wissen besitzt, ist demütigen Geistes. Er ist nicht stolz auf die Erdenweisheit, die nur danach strebt, alles (Irdische) kennen zu ler­nen, und alles leugnet, was sie nicht begriffen hat. Wer in sich das Licht der inspirierten Erkenntnis trägt, vermag zur rechten Zeit Offenbarungen zu empfangen, ebenso wie er sie auch zu erwarten versteht. Gelehrte haben sich viele genannt, doch die Sonne, die Tag für Tag in vollem Lichte erstrahlt, ist für sie ein Geheimnis gewesen.

 43. Viele haben geglaubt, alles zu wissen, doch wahrlich, Ich sage euch, die Ameise, die unmerklich ihren Weg kreuzt, enthält für sie ebenfalls ein un­ergründliches Geheimnis.

 44. Die Menschen werden viele Wunder der Natur erforschen können, aber solange sie es nicht auf dem Pfade der göttlichen Liebe tun, werden sie nicht die wahre Weisheit erreichen, die im unsterblichen Leben des Geistes enthalten ist. (139, 67 - 70)


Die notwendige Bewusstseins­erweiterung des Menschen

 45. Ich gewährte dem Menschen von Anfang an die Freiheit des Denkens. Doch immer ist er Sklave gewesen – manchmal aus Fanatismus, und in an­deren Fällen als Sklave der falschen Welt­anschauungen des "Pharao" und des "Kaisers". Das ist der Grund dafür, weshalb er in dieser Zeit angesichts der Freiheit, die der Geist nun erlangt, und der Helligkeit, die sich seinen Augen darbietet, geblendet ist. Denn sein Verstand ist noch nicht an diese Frei­heit gewöhnt.

 46. Der Mensch hatte die Kraft seines Verständnisses für das Geistige herab­gemindert, und deshalb geriet er in Fanatismus, ging auf verschlungenen Pfaden und war wie ein Schatten des Willens anderer.

 47. Er hatte seine Freiheit verloren, war nicht Herr seiner selbst noch seiner Gedanken.

 48. Doch nun ist das Zeitalter des Lichtes gekommen, die Zeit, in der ihr die Ketten zerbrechen und die Flügel ausbreiten müsst, um euch im Verlan­gen nach Wahrheit frei ins Unendliche zu erheben. (239, 4 - 7)

 49. Dies Jahrhundert, in dem ihr lebt, zeigt zwei Aspekte: der eine ist die Entwicklung des Verstandes, und der andere der geistige Stillstand.

50. Tatsächlich strahlt das göttliche Licht auf die Verstandesvermögen herab, und daher entspringt ihnen meine große Inspiration, deren Früchte die Menschheit in Erstaunen setzt; denn der Verstand verlangt nun nach Freiheit und Wissenserweiterung. Der Mensch vertieft sich in das Studium der Natur, er forscht, entdeckt, freut sich, wundert sich, ist aber niemals unschlüssig.

 51. Doch wann immer in ihm der Gedanke aufsteigt, die Beziehung zum Geistigen zu klären, zu der Wahrheit, die jenseits der ihm bekannten Materie liegt, ist er furchtsam, hat er Angst davor, in das Unbekannte vorzustoßen, in das, was er für verboten hält, in das, was (seiner Meinung nach) nur hohen und der Erforschung der Geheimnisse Gottes würdigen Wesen zukommt.

 52. Da hat er sich schwach und tö­richt erwiesen, unfähig, durch Willens­kraft die Vorurteile zu überwinden, die ihn niederhalten. Da hat sich gezeigt, dass er Sklave verdrehter Auslegungen ist.

 53. Niemals wird die Entfaltung der menschlichen Intelligenz vollständig sein, solange diese sich nicht auch auf der geistigen Ebene entwickelt. Er­kennt, wie groß die Rückständigkeit eures Geistes ist, weil ihr euch nur der Erkenntnis des irdischen Lebens ge­widmet habt.

 54. Der Mensch ist Sklave des Wil­lens anderer, Opfer von Bannsprüchen, Verdammungen und Drohungen. Doch was hat man damit erreicht? Dass er all seine Wünsche aufgibt, das höchste Wissen zu begreifen und zu erlangen, das der Mensch besitzen soll; dass er sich selbst daran hindert, das klären zu können, was er absurderweise immer für ein Geheimnis gehalten hat: das Geistige Leben.

 55. Meint ihr, dass das Leben des Geistes für den Menschen auf Erden ewig ein Rätsel sein wird? Wenn ihr so denkt, befindet ihr euch in einem gro­ßen Irrtum. Wahrlich, Ich sage euch, solange ihr nicht euren Ursprung kennt und nichts von dem wisst, was sich auf den Geist bezieht, werdet ihr bei allem Fortschritt eurer Wissenschaften doch bloß Geschöpfe sein, die in einer arm­seligen Welt unter Pflanzen und Tieren hausen. Ihr werdet euch weiterhin in euren Kriegen bekämpfen, und über euer Leben wird weiterhin der Schmerz regieren.

 56. Wenn ihr nicht entdeckt, was ihr in eurem Wesen tragt, noch in euren Nächsten den geistigen Bruder ent­deckt, der in jedem wohnt – könnt ihr euch da wirklich lieben? Nein, Men­schenkinder, auch wenn ihr sagt, dass ihr Mich kennt und Mir nachfolgt. Wenn ihr meine Lehre oberflächlich auffasst, werden euer Glaube, eure Erkenntnis und eure Liebe falsch sein. (271, 39 - 45)

 57. In Mir werden die Menschen den Mut finden, um sich vom Joch ihrer Unwissenheit zu befreien.

 58. Wie könnt ihr erwarten, dass auf Erden Frieden wird und die Kriege aufhören, dass die Menschen sich er­neuern und die Sünde geringer wird, wenn sie kein geistiges Wissen haben, welches Voraussetzung, Ursprung und Grundlage des Lebens ist?

 59. Wahrlich, Ich sage euch, solange man meine Wahrheit nicht begreift noch befolgt, wird euer Dasein auf Erden wie ein Gebäude sein, das auf Treibsand gebaut ist. (273, 24 - 26)

 60. Ich sage dem Menschen, dass er sich selbst ein Unbekannter ist, weil er nicht in sein Inneres vorgedrungen ist, weil er nicht um sein Geheimnis weiß, weil er sein eigentliches Wesen nicht kennt. Doch Ich will ihn in dieser Zeit den Inhalt des "Buches" lehren, das für ihn so lange Zeit hindurch verschlossen gewesen war, wo alle Geheimnisse aufbewahrt sind, die Ich euch schon in der "Zweiten Zeit" mit dem Licht mei­nes Geistes aufzuklären versprach.

 61. Jetzt werdet ihr euch wahrhaft kennen lernen und ins Innere eures Geistes vordringen. Dann werdet ihr sagen können, dass ihr zu wissen be­ginnt, wer ihr seid.

 62. Der Mensch wird seinen Ur­sprung, seine Bestimmung, seine Auf­gabe, seine Fähigkeiten kennen lernen und jenes ganze unendliche und ewige Leben, das um ihn her lebt und webt. Er wird seinen Nächsten nicht mehr verletzen können, wird nicht mehr das Dasein seiner Mitmenschen gefährden können, noch wird er wagen, irgend­etwas von all dem, was ihn umgibt, zu schänden, weil er zur Erkenntnis ge­kommen ist, dass alles heilig ist.

 63. Er wird das, was sein Geist ent­hält und verbirgt, erkennen, und dann wird er eine klare Vorstellung und einen tiefen Glauben daran haben, dass – da der Geist wunderbar ist – auch die Heimstätte wunderbar sein muss, die sein Vater für ihn in der Ewigkeit vor­gesehen hat. (287, 4 - 6)



Kapitel 37 - Das richtige Verständnis biblischer Texte

Die Auslegung biblischer Worte und Verheißungen

 1. Die Menschen haben sich der Er­forschung der alten Testamente ge­widmet, wobei sie sich bei der Unter­suchung und Auslegung der Prophetien und Verheißungen den Kopf zerbre­chen. Diejenigen unter ihnen sind der Wahrheit am nächsten gekommen, die den geistigen Sinn meiner Lehren ge­funden haben. Denn jene, die sich hart­näckig an die irdisch - materielle Aus­legung halten und den geistigen Sinn meiner Offenbarungen nicht verstehen oder nicht finden wollen, werden Ver­wirrungen und Enttäuschungen er­leiden müssen, wie sie das jüdische Volk erlitt, als der Messias kam, den es sich in einer anderen Art und Weise vorgestellt und anders erwartet hatte, als Ihn die Wirklichkeit zeigte. (13, 50)

 2. Die falsche Vorstellung, die sich der Mensch in den ersten Zeiten von meiner Gerechtigkeit gemacht hat, wird endgültig verschwinden, um der wah­ren Kenntnis von ihr zu weichen. Die göttliche Gerechtigkeit wird schließlich als das Licht verstanden werden, das der vollkommenen Liebe entspringt, die in eurem Vater existiert.

 3. Jener Gott, den die Menschen für rachsüchtig, grausam, nachtragend und unnachsichtig hielten, wird aus tiefstem Herzen als ein Vater empfunden wer­den, welcher für die Beleidigungen durch seine Kinder seine Vergebung schenkt, als ein Vater, der den Sünder liebevoll über­zeugt, als ein Richter, welcher, statt den zu verdammen, der schwer gefehlt hat, diesem eine neue Gelegenheit zur Rettung anbietet.

 4. Wie viele Unvollkommenheiten schrie­ben Mir die Menschen in ihrer Unwissenheit zu, weil sie Mich für fähig hielten, Zorn zu empfinden, ob­wohl der Zorn nur eine menschliche Schwäche ist! Wenn die Propheten zu euch vom "heiligen Zorn des Herrn" sprachen, so sage Ich euch jetzt, dass ihr jenen Ausdruck als göttliche Ge­rechtigkeit deuten sollt.

 5. Die Menschen der "Ersten Zeit" hätten eine andere Ausdrucksweise nicht verstanden, noch hätten die Zü­gellosen oder die Wüstlinge die Mah­nungen der Propheten ernst genommen, wenn diese nicht in jener Form zu ih­nen gesprochen hätten. Es war notwen­dig, dass die Inspiration meiner Boten in Worten ausgedrückt wurde, die das Gehirn und das Herz jener Menschen mit nur geringer geistiger Entwicklung, beeindrucken würden. (104, 11 - 14)

 6. Die Schriften der "Ersten Zeit" überlieferten die Geschichte des Vol­kes Israel und bewahrten den Namen seiner Kinder, seine Erfolge und seine Fehler, seine Werke des Glaubens und seine Schwachheiten, seine Herrlich­keit und seine Stürze, damit dies Buch zu jeder neuen Generation von der Entwicklung jenes Volkes in seiner Verehrung Gottes sprechen sollte. Je­nes Buch überlieferte sowohl die Na­men der Patriarchen, welche die Tu­gend und die Gerechtigkeit liebten, die Vorbilder an Glaubensstärke, als auch die Namen der Propheten, der Seher des Zukünftigen, durch deren Mund der Herr immer sprach, wenn Er sein Volk am Rande einer Gefahr sah. Auch überlieferte es die Namen der Ver­derbten, der Verräter, der Ungehorsa­men, denn jeder Vorfall, jedes Beispiel ist eine Lehre und manchmal ein Sinn­bild.

 7. Als Ich in Jesus unter den Men­schen wohnte, machte Ich nur dann, wenn es notwendig war, Gebrauch von der Essenz jener Schriften, vom Sinn­gehalt jener Werke, um meine Lehre zu vermitteln; das Materielle und das Gehaltlose pries Ich nie. Erinnert ihr euch nicht, dass Ich den gerechten Abel erwähnte, dass Ich die Geduld Hiobs lobte und der Weisheit und Herrlichkeit Salomons gedachte? Erinnerte Ich nicht bei vielen Gelegenheiten an Ab­raham und sprach von den Propheten, und sagte Ich euch nicht mit Bezug­nahme auf Mose, dass Ich nicht ge­kommen war, um das Gesetz, das er empfangen hatte, aufzulösen, sondern um es zu erfüllen? (102, 31 – 32)

 8. Ihr müsst die göttlichen Offenba­rungen studieren, die Ich euch zu allen Zeiten gegeben habe, müsst die bildli­che Sprache verstehen, in der zu euch gesprochen wurde, müsst auf diese Weise eure geistigen Sinne empfind­sam machen, damit ihr erkennt, wel­ches das Wort Gottes ist und was Men­schenwort ist, damit ihr den Sinngehalt meiner Unterweisungen entdeckt.

 9. Nur von einem geistigen Gesichtspunkt aus werdet ihr die rich­tige und wahrheitsgemäße Auslegung meines Wortes finden können - sowohl jenes, das Ich euch durch die Propheten sandte, als auch jenes, das Ich euch durch Jesus vermachte, oder dieses Wortes, das Ich euch durch Vermitt­lung der Sprachrohre der "Dritten Zeit" gebe.

 10. Wenn diese Menschheit einmal den wahren Sinngehalt des Gesetzes, der Lehre, der Prophetien und der Of­fenbarungen gefunden hat, wird sie das Schönste und Tiefste entdeckt haben in Bezug auf ihr Dasein.

 11. Dann werden die Menschen die wirkliche Gerechtigkeit kennen lernen, und ihr Herz wird den wahren Himmel erahnen; dann werdet ihr auch wissen, was Sühne, Läuterung und Wiedergut­machung ist. (322, 39 - 42)

 12. Die Schriften der vergangenen Zeiten könnten euch das offenbaren, was Ich heute für euch wiederhole; aber der Mensch hat es gewagt, meine Wahrheiten zu fälschen, um sie ver­fälscht zu verbreiten. Und so habt ihr nun eine geistig kranke, müde und vereinsamte Menschheit.

 13. Darum lässt sich mein Weckruf durch den Stimmträger vernehmen, weil Ich nicht will, dass ihr in Verwir­rung geratet. (221, 14 - 15)

 14. Wenn die Schriften meiner Jün­ger, die euch in der "Zweiten Zeit" mein Wort vermachten, verfälscht in eure Hände gelangen, so werde Ich bewirken, dass ihr erkennt, welches die wahren Worte Jesu sind. Euer Geist wird jene als falsch erkennen, die nicht im Einklang mit dem göttlichen Kon­zert meiner Liebe sind. (24, 19)

 15. Niemals ist der Mensch ohne meine Offenbarungen gewesen, welche das Licht des Geistes sind; aber er hat sich davor gefürchtet, sie zu ergründen. Nun frage ich euch: Was könnt ihr über die Wahrheit und über das Ewige wis­sen, wenn ihr dem Geistigen hartnäckig aus dem Wege geht?

 16. Betrachtet die materialistische Auslegung, die ihr meinen Offenba­rungen der Ersten und Zweiten Zeit gegeben habt, obwohl sie nur vom Göttlichen und Geistigen sprechen. Seht, wie ihr die materielle Natur mit der geistigen verwechselt, mit welchem Mangel an Achtung ihr das Tiefgrün­dige in Oberflächliches und das Hohe in Niederes verwandelt. Doch weshalb habt ihr dies getan? Weil ihr im Ver­langen, etwas im Werke Gottes zu tun, nach der Vorgehensweise sucht, meine Lehre eurem irdischen Leben, euren menschlichen Bequemlichkeiten anzu­passen, die euch am meisten am Her­zen liegen. (281, 18 - 19)

 17. In dieser Zeit werde Ich bewir­ken, dass die Lehre, die Ich euch in der "Zweiten Zeit" gab und die viele nicht erfasst und andere vergessen haben, von allen verstanden wird, und dass sie außerdem aufgrund meiner neuen Un­terweisungen befolgt wird. (92, 12)

 18. Das Licht meines Heiligen Geis­tes kommt auf euch herab; doch warum stellt ihr Mich in der Gestalt einer Taube dar? Jene Bilder und Symbole dürfen von meinen neuen Jüngern nicht mehr verehrt werden.

 19. Verstehe meine Lehre, Volk: In jener "Zweiten Zeit" manifestierte sich mein Heiliger Geist bei der Taufe Jesu in Gestalt einer Taube, weil dieser Vogel in seinem Fluge Ähnlichkeit hat mit dem Wehen des Geistes, sein Weiß spricht von Reinheit, und in seinem sanften und milden Blick liegt ein Ab­glanz von Unschuld.

 20. Wie konnte man jenen ungebil­deten Menschen das Göttliche begreif­lich machen, wenn man nicht die Ges­talten der Wesen zu Hilfe nahm, die ihnen in der Welt bekannt waren?

 21. Christus, der in diesem Augenbli­cke zu euch spricht, wurde durch ein Lamm dargestellt, und selbst Johannes sah Mich in seinem prophetischen Gesichte so. Dies alles ist darauf zu­rückzuführen, dass, wenn ihr Mich in jedem meiner Werke sucht, ihr in der ganzen Schöpfung immer ein Bild des Urhebers des Lebens finden werdet. (8, 1 - 3)

 22. Einstens sagte Ich euch, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr ginge, als dass ein reicher Geizhals in das Himmelreich eingeht. Heute sage Ich euch, dass jene Herzen sich von ihrer Selbstsucht freimachen und an ihren Mitmenschen tätige Nächstenliebe üben müssen, damit ihr Geist auf dem schmalen Pfade der Erlösung durch­kommen kann. Es ist nicht notwendig, sich von Besitztümern und Vermögen freizumachen, sondern nur vom Egoismus. (62, 65)

 23. Ich baue derzeit den Tempel wie­der auf, auf den Ich Mich bezog, als Ich meinen Jüngern, die bewundernd den Tempel Salomons betrachteten, sagte: "Wahrlich, Ich sage euch, von ihm wird kein Stein auf dem andern bleiben, doch Ich werde ihn in drei Tagen wiederaufbauen."

 24. Ich wollte damit sagen, dass jeder äußerliche Kult, so prächtig er den Menschen auch erscheint, aus dem Herzen der Menschen verschwinden wird, und Ich an seiner Stelle den wah­ren, geistigen Tempel meiner Göttlich­keit aufrichten werde. Jetzt ist die "Dritte Zeit", das heißt der dritte Tag, an dem Ich den Wiederaufbau meines Tempels beenden werde. (79, 4)

 25. Gott hat keine Gestalt, denn wenn Er sie hätte, wäre Er ein begrenztes Wesen, wie es das menschliche ist, und dann wäre Er nicht Gott.

 26. Sein "Thron" ist die Vollkom­menheit, die Gerechtigkeit, die Liebe, die Weisheit, die Schöpferkraft, die Ewigkeit.

 27. Der "Himmel" ist die höchste Se­ligkeit, die ein Geist auf seinem Ver­vollkommnungsweg erreicht, wenn er sich in Weisheit und Liebe so hoch erhebt, dass er einen Reinheitsgrad erlangt, den keine Sünde und kein Schmerz mehr erreicht.

 28. Wenn meine Propheten vom Geistigen Leben sprachen, taten sie es manchmal mittels menschlicher Er­scheinungsformen und euch bekannter Gegenstände.

 29. Die Propheten sahen Throne gleich denen der Könige auf Erden - Bücher, Wesen mit menschlicher Gestalt, Paläste mit Wandbehängen, Leuchter, das Lamm und viele weitere Gestalten. Aber heute müsst ihr begrei­fen, dass all dies nur ein Sinnbild, ein Symbol, einen göttlichen Sinngehalt, eine Offenbarung umschloss, die für euch in einer bildhaften Form zum Ausdruck gebracht werden musste, da ihr nicht in der Lage wart, eine andere, höhere zu verstehen.

 30. Nun ist es an der Zeit, dass ihr den Sinngehalt aller meiner Gleich­nisse und Unterweisungen, die Ich euch mittels Sinnbildern offenbart habe, richtig auslegt, damit die Bedeu­tung in euren Geist dringt und die sinn­bildliche Form verschwindet.

 31. Wenn ihr zu dieser Erkenntnis gelangt, wird euer Glaube wahrhaftig sein, da ihr ihn dann auf Wahrheit ge­gründet habt. (326, 37 - 42)

 32. Wenn alle Gerufenen zum Tische des Herrn eilen würden, wo die Speise aufgetragen wird, die den Geist nährt, so wäre dieser voll besetzt; doch nicht alle Geladenen sind gekommen.

 33. Es ist die Eigenart des Menschen, die Wohltaten Gottes nicht zu würdi­gen, und daher habt ihr viele eurer Mitmenschen euch abweisen sehen, als ihr den Ruf an sie ergehen ließet.

 34. Doch Ich sage euch, dass diese wenigen, die sich an meinen Tisch setzen und die mir beharrlich zuhören, um von Mir zu lernen, diejenigen sein werden, die den Menschenscharen die Größe meines Wortes, den Sinngehalt dieser Lehre bekannt machen, welche die Menschen zum Wiederaufbau einer Welt aufruft, die an ihr Ende gelangt ist und einer strahlenderen und höheren Platz macht. (285, 33 - 35)


Die Offenbarung Jesu durch den Apostel Johannes

 35. Alles steht geschrieben im Buch der Sieben Siegel, das sich in Gott befindet und dessen Existenz der Menschheit durch den Apostel und Propheten Johannes offenbart wurde.

 36. Den Inhalt jenes Buches hat euch nur das Göttliche Lamm offenbart, denn weder auf der Erde, noch in den Himmeln war ein gerechter Geist vor­handen, der euch die tiefen Geheim­nisse der Liebe, des Lebens und der Gerechtigkeit Gottes erklären konnte. Doch das Göttliche Lamm, welches Christus ist, löste die Siegel, die das Buch des Lebens verschlossen, um seinen Kindern dessen Inhalt zu offen­baren. (62, 30)

 37. Wenn das Buch der Weissagun­gen des Johannes von einigen als un­durchdringliches Geheimnis angesehen und von andern in einer irrtümlichen Auslegung betrachtet worden ist, so ist es darauf zurückzuführen, dass die Menschheit noch nicht die nötige Ver­geistigung erlangt hat, um das zu ver­stehen, was dort dargestellt ist; und Ich kann euch auch sagen, dass es nicht einmal von dem Propheten begriffen worden ist, dem es eingegeben wurde.

 38. Johannes hörte und sah, und als er vernahm, dass man ihm befahl, es niederzuschreiben, gehorchte er sogleich; doch er verstand, dass jene Botschaft für die Menschen war, wel­che lange Zeit nach ihm kommen wür­den. (27, 80 - 81)

 39. Wann werden die Menschen ihre Aufmerksamkeit dem zuwenden, was mein geliebter Jünger schriftlich hin­terließ? Seltsam ist die Art und Weise, in der seine Offenbarung niederge­schrieben ist, geheimnisvoll sein Sinn, tiefgründig bis ins Unermessliche seine Worte. Wer mag sie wohl verstehen?

 40. Die Menschen, die sich für die Offenbarung des Johannes zu interes­sieren beginnen, vertiefen sich darin, deuten, beobachten und studieren. Ei­nige nähern sich der Wahrheit ein we­nig, andere meinen den Sinngehalt der Offenbarung entdeckt zu haben und verkünden ihn der ganzen Welt; wieder andere sind verwirrt, oder zu müde, um weiterzuforschen, und sprechen jener Botschaft schließlich jeden göttlichen Sinngehalt ab.

 41. Jünger der "Dritten Zeit", jetzt sage ich euch, dass, wenn ihr wirklich das Verlangen habt, in dieses Heilig­tum einzutreten und den eigentlichen Sinngehalt jener Offenbarungen ken­nen zu lernen, ihr euch mit dem Gebet von Geist zu Geist vertraut machen müsst - eben jenem, das Johannes in seiner Verbannung ausübte.

 42. Ihr müsst zuerst begreifen, dass die göttliche Offenbarung, obwohl durch irdische Gestalten und Bilder dargestellt, insgesamt von dem Geist des Menschen handelt, von seiner Ent­wicklung, seinem Ringen, seinen Ver­suchungen und Stürzen, seinen Ent­weihungen und Ungehorsamkeiten. Sie handelt von meiner Gerechtigkeit, meiner Weisheit, meinem Reiche, von meinen Liebesbeweisen und meiner Kommunikation mit den Menschen, von ihrem Erwachen, ihrer Erneuerung und schließlich von ihrer Vergeisti­gung.

 43. Ich offenbarte euch dort die geis­tige Lebensreise der Menschheit, in Zeitab­schnitte unterteilt, damit ihr die Entwicklung des Geistes besser ver­steht.

 44. Also, Jünger– da sich die Offen­barung auf euer geistiges Leben be­zieht, ist es angebracht, dass ihr sie aus geistiger Sicht studiert und betrachtet; denn wenn ihr sie nur anhand irdischer Ereignisse deuten wollt, werdet ihr wie viele andere in Verwirrung geraten.

 45. Zwar haben viele irdische Ereig­nisse einen Bezug auf die Erfüllung jener Offenbarung und werden dies auch in Zukunft haben. Aber ihr sollt wissen, dass die darin enthaltenen Ge­schehnisse und Zeichen auch Gestalten, Bilder und Beispiele sind, die euch helfen sollen, meine Wahrheit zu ver­stehen und eure Bestimmung zu erfül­len, euch zu Mir zu erheben auf dem Wege der Reinheit des Geistes, von der euch mein Jünger Johannes ein leuch­tendes Vorbild hinterließ, welcher der Menschheit Jahrtausende vorausging in der Zwiesprache von Geist zu Geist mit seinem Herrn. (309, 47-51)


Kapitel 38 - Die drei Offenbarungszeiten und die sieben Siegelepochen

Die Entwicklungsabhängigkeit der Offenbarungen Gottes

 1. In allen drei Zeitabschnitten, in die Ich die Entwicklung der Menschheit eingeteilt habe, zeigte Ich euch mit meinem Lichte den gleichen geraden und schmalen Pfad für den Aufstieg des Geistes, den einen Weg der Liebe, der Wahrheit und der Gerechtigkeit.

 2. Ich habe euch von Unterweisung zu Unterweisung, von Offenbarung zu Offenbarung geführt, bis diese Zeit kam, in der Ich euch sage, dass ihr euch schon von Geist zu Geist mit Mir verbinden könnt. Hätte die Menschheit sich in der "Ersten Zeit" auf diese Weise verbinden können? – Nein, sie war genötigt, sich mit dem materiellen Kult, mit dem Ritus und den Zeremo­nien, mit den traditionellen Festessen und den Symbolen zu behelfen, damit sie das Göttliche und Geistige sich nahe zu fühlen vermochte. Aus dieser Unfähigkeit heraus, sich dem Geistigen zu nähern, sich zum Göttlichen zu erheben, das Tieferliegende zu erken­nen und die Geheimnisse aufzuklären, entstanden die verschiedenen Religio­nen, eine jede dem Grade der geistigen Rückständigkeit oder des geistigen Fortschritts der Menschen entspre­chend, wobei die einen der Wahrheit mehr zugetan waren als andere, einige vergeistigter waren als andere, doch alle dem gleichen Ziele zustrebten. Es ist der Pfad, den die Geistwesen im Verlaufe der Jahrhunderte und der Zeitalter zurücklegen – der Pfad, auf den die verschiedenen Religionen hin­weisen. Einige sind nur mit größter Langsamkeit vorangekommen, andere sind stehen geblieben, und wieder an­dere sind in die Irre gegangen und haben sich befleckt. (12, 92 - 93)

 3. Heute komme Ich im Geiste, und wahrlich, Ich sage euch: Manche mei­nen, dass Ich euch in den ersten Zeiten näher war als heute. Sie irren sich, weil Ich Mich euch mit jedem Kommen immer mehr genähert habe.

 4. Erinnert euch, dass Ich Mich in der "Ersten Zeit" auf einem Berge nieder­ließ und euch von da aus mein in Stein gemeißeltes Gesetz herabsandte. In der "Zweiten Zeit" verließ Ich die Berges­höhe und stieg in eure Täler hinab, indem Ich Mensch wurde, um unter euch zu leben. Und in der heutigen Zeit habe Ich, um euch noch näher zu sein, euer Herz zu meiner Wohnung ge­macht, um Mich dort kundzutun und von seinem Innern aus zu den Men­schen zu sprechen. (3, 31)

 5. Ihr begreift nun, dass Ich meine göttliche Offenbarung in drei große Zeitabschnitte eingeteilt habe.

 6. Es war in der geistigen Kindheit der Menschheit, als der Vater ihr das Gesetz gab und ihr einen Messias ver­hieß, der ihr das Tor zu einem neuen Zeitalter öffnen würde.

 7. Der Messias war Christus, welcher zu den Menschen kam, als diese sich in ihrer geistigen Jugendzeit befanden. Er lehrte die Menschen eine höhere Art und Weise, das Gesetz zu erfüllen, das sie früher vom Vater erhalten hatten und nicht zu erfüllen verstanden. Das "Wort" Gottes sprach durch die Lippen Jesu, weshalb Ich euch sage, dass die Welt durch die Liebeslehre des voll­kommenen Meisters weiterhin die Stimme und das Gebot ihres Vaters vernahm.

 8. Jesus seinerseits bot den Menschen an, ihnen den "Geist der Wahrheit" zu senden, damit dieser ihnen all das be­greiflich machen würde, was sie von seiner Lehre nicht verstanden hatten.

 9. Nun denn, geliebtes Volk - dieses schlichte, bescheidene Wort, das ihr derzeit vernehmt, ist die Stimme des Geistes der Wahrheit, ist das Geistige Licht Gottes, das sich in euer Wesen ergießt, damit ihr eure Augen für die Neue Zeit öffnet. Dieses Licht, das euch alle Offenbarungen eures Meis­ters nach und nach klar begreifen lässt, ist das Licht eures Vaters, des Heiligen Geistes, welcher die Menschheit auf einer höheren geistigen Entwicklungs­stufe überrascht, das heißt, während diese sich dem Erwachsenenalter nä­hert, um die Offenbarungen Gottes zu verstehen.

 10. In allem, was euch dieses Licht offenbart, werdet ihr die Unterweisung des Vaters empfangen; denn "das Wort" ist in Mir, und der Heilige Geist ist meine eigene Weisheit. (132, 10 - 15)

 11. In vergangenen Zeiten sprach Ich nicht so zu euch. In der "Ersten Zeit" erleuchtete das Gesetz die menschliche Seele; in der "Zweiten Zeit" erleuchtete Christus durch das Licht der Liebe das Herz des Menschen. Heute erleuchtet das Licht des Heiligen Geistes euren Geist, um ihn über alles Menschliche zu erheben.

 12. Von ein- und demselben Gott habt ihr diese drei Botschaften emp­fangen, und zwischen ihnen allen ist ein Zeitalter verstrichen - die notwen­dige Zeit für die Entwicklung des Geistes, damit er die neue Botschaft oder neue Unterweisung aufzunehmen vermöchte.

 13. Nun könnt ihr verstehen, warum Ich euch "Jünger des Heiligen Geistes" genannt habe. (229, 50 - 52)

 14. Wenn Ich euch in den ersten Of­fenbarungen alles gesagt hätte, wäre es nicht notwendig gewesen, dass der Meister, der Messias, euch neue Un­terweisungen lehren musste, noch dass in dieser Zeit der Heilige Geist kam, um euch die Herrlichkeiten des Geisti­gen Lebens zu zeigen.

 15. Deshalb sage Ich euch, dass ihr euch nicht an das klammern sollt, was euch in früheren Zeiten offenbart wurde, als ob es das letzte Wort meiner Lehre gewesen wäre.

 16. Ich kam aufs neue zu den Men­schen und lange Zeit hindurch habe Ich Mich durch ihr Verstandesvermögen kundgetan, und noch immer kann Ich euch sagen, dass mein letztes Wort noch nicht gesprochen ist.

 17. Sucht in meinem Buch der Weis­heit immer das letzte Wort, die neue Seite, die euch den Sinngehalt, den Inhalt des früher Gegebenen offenbart, damit ihr in Wahrheit meine Jünger seid. (149, 44 - 45)


Die drei Testamente Gottes

 18. Mose, Jesus und Elia – dies ist der Weg, den der Herr dem Menschen vorgezeichnet hat, um ihm zu helfen, sich zum Reiche des Friedens, des Lichtes und der Vollkommenheit zu erheben.

 19. Fühlt in eurem Leben die Ge­genwart der Boten des Herrn. Keiner von ihnen ist gestorben; sie alle leben, um den Weg der Menschen, die sich verirrt haben, zu erhellen und ihnen zu helfen, sich von ihren Stürzen zu erhe­ben und um sie zu stärken, damit sie sich in den Prüfungen ihrer Schuldab­tragung, derselben mit Liebe widmen.

 20. Erkennt das Werk, das Mose durch die Inspiration Jehovas auf Erden erfüllte. Erforscht eingehend die Lehre Jesu, durch welchen das "Göttliche Wort" sprach, und sucht den geistigen Sinn meiner neuen Offenbarung, deren Zeitalter von Elia vertreten wird. (29, 20 - 22)

 21. Wenn in der "Zweiten Zeit" meine Geburt als Mensch ein Wunder war, und meine geistige Auferstehung nach meinem körperlichen Tode ein weiteres Wunder – wahrlich, Ich sage euch – dann ist meine Kundgabe in dieser Zeit mittels eines menschlichen Verstandes ein geistiges Wunder.

 22. Meine Prophezeiungen werden sich in dieser Zeit bis zur letzten erfül­len. Ich hinterlasse euch meine drei Testamente, die ein einziges bilden.

 23. Wer den Vater früher als Liebe, Opfer und Vergebung gekannt hat, soll Ihn in dieser Zeit vollkommen kennen lernen, damit er Ihn liebt und verehrt, statt seine Gerechtigkeit zu fürchten.

 24. Wenn ihr in der "Ersten Zeit" dem Gesetz angehangen seid, so ge­schah dies aus Furcht, dass die göttli­che Gerechtigkeit euch züchtigen würde; deshalb sandte Ich euch mein "Wort", damit ihr erkennen würdet, dass Gott Liebe ist.

 25. Heute kommt mein Licht zu euch, damit ihr nicht in die Irre geht und in Treue gegen mein Gesetz das Ende des Weges erreichen könnt. (4, 43 - 47)

 26. Meine neuen Unterweisungen sind die Bestätigung jener, die Ich euch in der "Zweiten Zeit" gab, aber sie sind noch weitreichender. Bedenkt: Damals sprach Ich zum Herzen der Menschen, jetzt dagegen spreche Ich zum Geiste.

 27. Ich verleugne keines meiner Worte, die Ich euch in der Vergangen­heit gab – im Gegenteil, Ich gebe ihnen die gebührende Erfüllung und die rich­tige Auslegung. Ebenso sagte Ich da­mals den Pharisäern, die glaubten, dass Jesus das Gesetz zerstören wolle: "Denkt nicht, dass Ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulö­sen – im Gegenteil, Ich komme, um sie zu erfüllen". Wie könnte Ich jenes Gesetz und die Prophetien verleugnen, da sie doch das Fundament des Tem­pels sind, der in drei Zeitaltern in den Herzen der Menschen errichtet werden musste, und die Ankündigung meines Kommens zur Welt? (99, 24 - 25)

 28. Heute sage Ich euch wiederum: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben", und wenn ihr den Sinngehalt meines Wortes in dieser Zeit sucht, werdet ihr in ihm das ewige Gesetz der Liebe finden, eben jenen Weg, den Ich euch auf Erden vorzeichnete.

 29. Damals glaubten viele, dass Christus den Weg verfehlte und das Gesetz verfälschte. Daher bekämpften und verfolgten sie Ihn. Doch die Wahr­heit setzt sich wie das Licht der Sonne gegen die Finsternis immer durch. Jetzt wird mein Wort von neuem bekämpft werden, denn manche glauben in sei­nem Sinngehalt Widersprüche, Unklar­heiten und Irrtümer zu finden. Aber sein Licht wird erneut in die Finster­nisse dieser Zeit hineinleuchten, und die Menschheit wird erkennen, dass der Weg und das Gesetz, die Ich euch of­fenbart habe, die gleichen wie in jener Zeit sind und es immer sein werden. (56, 69 - 70)

 30. Diese Unterweisung ist der Weg zum ewigen Leben; jeder, der in dieser Lehre eine emporhebende Kraft und Vollkommenheit entdeckt, wird sie mit derjenigen zu vereinigen verstehen, die Ich euch lehrte, als Ich auf Erden war, weil ihre Essenz dieselbe ist.

 31. Wer die Wahrheit, die in meinen Lehren enthalten ist, nicht zu finden versteht, wird sogar versichern können, dass diese Lehre nicht zum gleichen Ziele führt wie die Lehren Jesu; die durch schlechte Auslegungen verblen­deten oder durch religiösen Fanatismus verwirrten Geister werden nicht sofort die Wahrheit dieser Offenbarungen be­greifen können. Sie müssen einen Weg der Prüfungen durchlaufen, um von der irdischen Gesinnung frei zu werden, die sie hindert, mein Gebot zu verste­hen und zu erfüllen, das euch lehrt, einander zu lieben. (83, 42 - 43)

 32. Vergebens werden viele Men­schen sagen, dass diese Lehre neu ist, oder dass sie keine Beziehung zu den göttlichen Offenbarungen hat, die euch in vergangenen Zeiten gegeben wur­den. Ich versichere euch, dass alles, was Ich euch in dieser Zeit mittels des menschlichen Verstandesvermögens gesagt habe, seine Wurzeln und seine Grundlagen in dem hat, was euch be­reits in der Ersten und Zweiten Zeit prophetisch verkündet wurde.

 33. Doch die Verwirrung, von der Ich zu euch spreche, wird daher kommen, weil diejenigen, die jene Offenbarun­gen auslegten, den Menschen ihre Deutungen aufgenötigt haben, und diese waren teils zutreffend und teil­weise irrig. Auch wird es geschehen, weil jenes geistige Licht meiner Lehren den Menschen vorent­halten und manchmal in verfälschter Form gege­ben wurde. Daher haben heute, da die Zeit gekommen ist, wo mein Licht euch aus der Finsternis eurer Unwis­senheit befreit, viele Menschen ver­neint, dass dies das Licht der Wahrheit sein kann, da es nach ihrer Meinung nicht mit dem übereinstimmt, was Ich euch früher gelehrt habe.

 34. Ich versichere euch, dass keines meiner Worte verloren geht, und dass die Menschen dieser Zeit erfahren werden, was Ich euch in den vergange­nen Zeiten tatsächlich sagte. Wenn die Welt dann den Spiritualismus kennen lernt, wird sie sagen: "Tatsächlich, all dies hat Jesus bereits gesagt!"

 35. Tatsächlich habe Ich euch bereits alles gesagt, auch wenn Ich von vielen der offenbarten Wahrheiten euch nur das Grundsätzliche derselben verkün­dete. Ich hinterließ sie euch, damit ihr sie allmählich begreifen lernen würdet, denn zu jener Zeit war die Menschheit noch nicht fähig, all das zu verstehen, was Ich euch jetzt in vollem Umfang zeige. (155, 24 -27)


Die Dritte Zeit

 36. Dies ist die "Dritte Zeit", in der Ich euch die Lektion gelehrt habe, die die Menschheit geistig vereinen soll. Denn es ist mein Wille, dass die Spra­chen, die Rassen, die verschiedenen Ideologien kein Hindernis mehr sein sollen für ihre Vereinigung. Die geis­tige Essenz, aus der Ich einen Geist schuf, ist dieselbe, die alle besitzen, und die Substanzen, aus denen das Blut zusammengesetzt ist, das durch die Adern der Menschen fließt, sind die gleichen bei allen. Daher sind alle gleich und meiner würdig, und für alle bin Ich aufs neue gekommen. (95, 9)

 37. Die Veränderungen, die das menschliche Leben erfährt, werden so groß sein, dass es euch vorkommen wird, als ob eine Welt zu Ende ginge und eine andere geboren würde.

 38. So, wie zu allen Zeiten das Leben des Menschen in Epochen oder Zeital­ter unterteilt wurde, und jedes dersel­ben sich durch etwas ausgezeichnet hat - sei es durch seine Entdeckungen, durch die göttlichen Offenbarungen, die es empfangen hat, durch seine Ent­faltung im Sinne des Schönen, was der Mensch "Kunst" nennt, oder durch seine Wissenschaft - so wird die nun beginnende Zeit, das Zeitalter, das bereits wie eine neue Morgenröte her­vorbricht, durch die Entfaltung der Geistesgaben gekennzeichnet sein - jener Seite eures Wesens, die ihr hättet pflegen sollen, um euch so viele Übel zu ersparen, was ihr jedoch immer auf später verschoben habt.

 39. Glaubt ihr nicht, dass das menschliche Leben sich völlig wandeln kann, wenn es Spiritualität entwickelt, die Geistesgaben entfaltet und das Gesetz in Kraft setzt, welches auf die­ser Welt vom Gewissen diktiert wird?

 40. Bald werden alle Völker begrei­fen, dass Gott in jedem Zeitalter zu ihnen gesprochen hat, dass die göttli­chen Offenbarungen die Leiter gewe­sen ist, die der Herr zu den Menschen herabgelassen hat, damit sie zu Ihm aufwärts steigen könnten.

 41. Diese neue Zeit werden manche die Zeit des Lichtes nennen, andere das Zeitalter des Heiligen Geistes, und wieder andere die Zeit der Wahrheit. Doch Ich sage euch, dass es die Zeit der geistigen Aufwärtsentwicklung, der geistigen Wiederherstellung, der Rück­forderung sein wird.

 42. Dies ist die Epoche, von der Ich schon seit langer Zeit gewünscht habe, dass sie im Herzen des Menschen lebt, und die fortwährend von ihm selbst bekämpft und zerstört wurde – eine Zeit, deren Helligkeit von allen gese­hen wird und unter deren Licht sich alle Kinder des Herrn vereinen: nicht zu einer Religionsgemeinschaft von Menschen, die die einen aufnimmt und die anderen abweist, die ihre eigene Wahrheit ausposaunt und sie anderen abspricht, die unwürdige Waffen ge­braucht, um sich durchzusetzen, oder welche Finsternis statt Licht gibt. (135, 53- 54, 57-59)

 43. Dies ist die "Dritte Zeit", in der der Geist des Menschen sich von den Ketten des Materialismus befreien muss. Dies wird der Kampf der Welt­anschauungen mit sich bringen, der heftiger sein wird, als ihn die Ge­schichte der Menschheit kennt.

 44. Die Verderbtheit, der Egoismus, der Hochmut, das Laster, die Lüge und alles, was euer Leben überschattet hat, werden wie zerbrochene Götzenbilder zu Füßen derer fallen, die sie verehrten, um der Demut Platz zu machen. (295, 64 - 65)


Die sieben heilsgeschichtlichen Epochen

 45. Die erste dieser geistigen Ent­wicklungsetappen auf der Welt wird von Abel repräsentiert, dem ersten Diener des Vaters, welcher Gott sein Brandopfer darbrachte. Er ist das Sym­bol des Opfers. Die Missgunst stand wider ihn auf.

 46. Die zweite Etappe repräsentiert Noah. Er ist das Symbol des Glaubens. Er baute die Arche aufgrund göttlicher Inspiration und führte die Menschen hinein, um sie zu retten. Gegen ihn erhob sich die Volksmenge mit ihrem Zweifel, Spott und heidnischer Gesin­nung. Doch Noah hinterließ seinen Samen des Glaubens.

 47. Der dritte Zeitabschnitt wird durch Jakob versinnbildlicht. Er ver­körpert die Kraft, er ist Israel, der Starke. Er sah geistig die Himmelslei­ter, auf der ihr alle aufsteigen werdet, um euch "zur Rechten des Schöpfers zu setzen". Gegen ihn erhob sich der En­gel des Herrn, um seine Kraft und seine Beharrlichkeit auf die Probe zu stellen.

 48. Der vierte wird durch Mose sym­bolisiert, er verkörpert das Gesetz. Er zeigt die Tafeln, auf denen es für die Menschen aller Zeiten niedergeschrie­ben ist. Er war es, der mit seinem un­ermesslichen Glauben das Volk be­freite, um es auf dem Weg der Erret­tung zum Gelobten Land zu führen. Er ist das Sinnbild des Gesetzes.

 49. Der fünfte Zeitabschnitt wird durch Jesus, das "Göttliche Wort", das Unbefleckte Lamm repräsentiert, wel­cher zu allen Zeiten zu euch gespro­chen hat und weiterhin zu euch spre­chen wird. Er ist die Liebe, um deret­willen er Mensch wurde, um in der Menschenwelt zu leben. Er erlitt den Schmerz derselben, zeigte der Mensch­heit den Weg des Opfers, der Liebe und der Barmherzigkeit, auf dem sie die Erlösung von all ihren Sünden er­reichen soll. Er kam als Meister, um zu lehren, wie man trotz der Herkunft aus einfachen Verhältnissen in der Liebe lebt, bis zur Selbstaufopferung geht und liebend, vergebend und segnend stirbt. Er verkörpert die fünfte Etappe, und sein Symbol ist die Liebe.

 50. Den sechsten Zeitabschnitt reprä­sentiert Elia. Er ist das Symbol des Heiligen Geistes. Er kommt auf seinem "Feuerwagen" und bringt das Licht zu allen Nationen und allen Welten, die euch unbekannt, aber Mir bekannt sind, weil Ich der Vater aller Welten und aller Geschöpfe bin. Dies ist die Etappe, in der ihr derzeit lebt – jene des Elias. Sein Licht ist es, das euch er­leuchtet. Er ist der Repräsentant jener Lehren, die verborgen waren und den Menschen in dieser Zeit offenbart wer­den.

 51. Der siebte Zeitabschnitt wird durch den Vater Selbst verkörpert. Es ist das Endziel, der Höhepunkt der Entwicklung. In ihm ist die Zeit der Gnade, das Siebte Siegel.

 52. Hiermit ist das Geheimnis der Sieben Siegel gelöst. Das ist der Grund, weshalb Ich euch sage, dass die derzeitige Epoche das sechste Siegel beinhaltet. Denn fünf von ihnen sind schon vergangen, das sechste ist nun gelöst, und das siebte bleibt noch ver­schlossen, sein Inhalt ist noch nicht gekommen, es ist noch nicht an der Zeit, dass diese Etappe zu euch kommt. Wenn sie da ist, wird Gnade, Voll­kommenheit und Friede walten. Aber um sie zu erreichen – wie viele Tränen wird der Mensch noch vergießen müs­sen, um seinen Geist zu läutern! (161, 54 - 61)

 53. Das Buch der Sieben Siegel ist die Geschichte eures Lebens, eurer Entwicklung auf der Erde, mit all ihren Kämpfen, Leidenschaften, Auseinan­dersetzungen und schließlich dem Sieg des Guten und der Gerechtigkeit, der Liebe und der Vergeistigung über die Leidenschaften des Materialismus.

 54. Glaubt in Wahrheit, dass alles auf einen geistigen und ewigen Zweck abzielt, damit ihr jeder Lektion den rechten Platz einräumt, der ihr zu­kommt.

 55. Solange euch das Licht des Sechsten Siegels erleuchtet, wird eine Zeit der Auseinandersetzung, der Ent­sagung und Läuterung sein; doch wenn diese Zeit vorüber ist, werdet ihr einen neuen Zeitabschnitt erreicht haben, in welchem euch das Siebte Siegel neue Offenbarungen bringen wird. Wie zu­frieden und glücklich wird der Geist desjenigen die neue Zeit empfangen, welcher als rein und vorbereitet befun­den wurde. Solange euch das Sechste Siegel erleuchtet, werden sich Körper und Geist läutern. (13, 53 – 55)

 56. Das Buch, das im Himmel ver­siegelt wurde, hat sich im sechsten Kapitel aufgetan. Es ist das Buch der Sieben Siegel, das Weisheit und Ge­richt enthält und wegen meiner Liebe zu euch entsiegelt wurde, um euch seine tiefen Lehren zu offenbaren.

 57. Der Mensch hat fünf Zeitab­schnitte hindurch auf der Erde gelebt, ermutigt durch den göttlichen Hauch des Geistes. Trotzdem hat er den geis­tigen Sinn des Lebens, den Zweck seines Daseins, seine Bestimmung und seinen Wesenskern nicht begriffen. Alles war ein undurchdringliches Ge­heimnis für seinen Verstand wie für seinen Geist, ein versiegeltes Buch, dessen Inhalt er nicht zu deuten ver­mochte.

 58. Vage ahnte er das Geistige Le­ben, aber ohne wirklich die Stufenleiter der Entwicklung zu kennen, welche die Wesen Gott näher bringt. Er kannte nicht seine sehr hohe Mission auf Er­den und nicht die Tugenden und Ga­ben, die seinem Geist zugehören, um in den Kämpfen zu siegen, sich über die menschlichen Nöte zu erheben und sich geistig zu vervollkommnen, um im Ewigen Lichte zu wohnen.

 59. Es war notwendig, dass das gött­liche "Buch" geöffnet und die Men­schen seinen Inhalt betrachten würden, um sich aus dem Dunkel der Unwis­senheit retten zu können, welche der Ursprung aller Übel ist, die es auf der Welt gibt. Wer konnte dieses Buch öffnen? Etwa der Theologe, der Wis­senschaftler oder Philosoph? Nein, niemand, nicht einmal die gerechten Geister konnten euch seinen Inhalt offenbaren, weil das, was das Buch hütete, die Weisheit Gottes war.

 60. Nur Christus, das "Wort", Er al­lein, die Göttliche Liebe konnte es tun; aber auch dann war es notwendig, zu warten, bis die Menschen in der Lage wären, die Göttliche Botschaft zu emp­fangen, ohne dass sie vom Glanze mei­ner geistigen Gegenwart geblendet würden. So musste die Menschheit fünf Etappen der Prüfungen, Belehrungen, der Erfahrung und Entwicklung durchlaufen, um die angemessene Ent­faltung zu erreichen, die ihr erlauben würde, die Geheimnisse kennen zu lernen, welche das Buch der Weisheit Gottes für die Menschen bewahrte.

 61. Das Gesetz Gottes, sein durch Christus gegebenes Göttliches Wort und alle Botschaften von Propheten, Boten und Abgesandten waren der Same, der den Glauben der Menschheit an eine göttliche Verheißung aufrecht erhielt, welche immer Licht, Rettung und Gerechtigkeit für alle Menschen ankündigte.

 62. Jetzt ist die erwartete Zeit für die Große Offenbarung da, durch die ihr alles verstehen sollt was Ich euch über die Zeiten hin offenbart habe und er­fahren sollt, wer euer Vater ist, wer ihr selbst seid, und was der Grund für euer Dasein ist.

 63. Nun ist die Zeit, in der ihr auf­grund der geistigen Entwicklung, die ihr erreicht habt, der durchlebten Prü­fungen und der gesammelten Erfah­rung, von meinem Geiste zu dem euren das Licht der Weisheit empfangen könnt, das in meinen Schatzkammern in Erwartung eurer Zurüstung aufbe­wahrt ist. Und da die Menschheit den notwendigen Entwicklungsgrad erlangt hat, um meine Botschaft zu empfangen, habe Ich ihr den ersten Strahl meines Lichtes gesandt, welches dieser hier ist, der die ungebildeten und schlichten Menschen, die meiner Einsprache als Stimmträger dienen, in Verzückung sprechen ließ.

 64. Dieser Lichtstrahl ist nur vorbe­reitender Art gewesen, er ist wie das Licht der Morgendämmerung, wenn es den neuen Tag ankündigt. Später wird mein Licht voll zu euch gelangen, euer Dasein erhellen und selbst den letzten Schatten von Unwissenheit, Sünde und Elend beseitigen.

 65. Diese Zeit, deren Morgenröte ihr im Unendlichen bewundert, ist die sechste Epoche, die im geistigen Leben der Menschheit anbricht – die Ära des Lichtes, der Offenbarungen, der Erfül­lung alter Prophetien und vergessener Verheißungen. Es ist das Sechste Sie­gel, das bei der Lösung seinen Inhalt an Weisheit in euren Geist verströmt, in einer Botschaft voll Gerechtigkeit, Aufklärung und Offenbarung. (269, 10 - 18)

 66. Jünger, Ich will, dass die Tugen­den eures Herzens die Gewänder sind, die die Blößen eures Geistes bedecken. So spricht zu euch der Tröster-Geist, welcher in der Zweiten Zeit verheißen wurde.

 67. Der Vater wusste bereits um den Schmerz und die Prüfungen, die die Menschheit bedrücken würden, und den Grad der Verderbtheit, den die Menschen erreichen würden. Das Kommen des Trösters bedeutet für euch die Lösung des Sechsten Siegels, das heißt den Beginn einer neuer Etappe in der Entwicklung der Menschheit. Von diesem Zeitpunkt an ist für alle Menschen ein göttliches Gericht in Kraft; jedes Leben, jedes Werk, jeder Schritt wird streng gerich­tet. Es ist das Ende eines Zeitalters, nicht das Ende des Lebens.

 68. Es ist der Abschluss der Zeiten der Sünde, und es ist notwendig, dass der ganze Inhalt dieses Sechsten Sie­gels des Buches Gottes auf die Geist­wesen ausgegossen wird und sie aus ihrer Lethargie reißt, damit der Mensch sich aufrafft und die Harmonie seines Geistes mit der ganzen Schöpfung erlebt, und er sich für die Zeit vorbe­reitet, in welcher durch das Lamm das Siebte Siegel gelöst wird, welches die letzten Hefen des Leidenskelches brin­gen wird, aber auch den Triumph der Wahrheit, der Liebe und der göttlichen Gerechtigkeit. (107, 17 - 19)

 69. Ich will, dass sich die Menschheit in dieser Zeit vorbereitet, damit, wenn das letzte Siegel gelöst wird, die Men­schen sich dessen bewusst werden und sich beeilen, den Inhalt der neuen Of­fenbarungen zu vernehmen und zu verstehen. Ich will, dass die Nationen und Völker stark werden, um den Lei­den jener Tage standzuhalten.

 70. Ich werde jene selig nennen, die die Heimsuchungen jener Zeiten zu überstehen wissen, und werde ihnen eine Belohnung für ihre Ausdauer und ihren Glauben an meine Macht geben, indem Ich sie als Stammeltern einer neuen Menschheit übrig lasse. (111, 10 - 11)

 71. Wenn das Siebte Siegel zusam­men mit den sechs anderen abgeschlos­sen ist, wird auch jenes Buch ver­schlossen bleiben, welches das Urteil Gottes über die Werke der Menschen gewesen ist, vom ersten bis zum letz­ten. Dann wird der Herr ein neues, unbeschriebenes Buch öffnen, um in ihm die Auferstehung der Toten, die Befreiung der Unterdrückten, die Er­neuerung der Sünder und den Sieg des Guten über das Böse aufzuzeichnen. (107, 20)


Kapitel 39 - Das irdische und das Geistige Israel

Die geschichtliche Sendung Israels, sein Versagen

 1. Wahrlich, Ich sage euch, wenn die Menschen an dem Gesetz festgehalten hätten, an das sie das Gewissen in ih­rem Innern mahnte, wäre es nicht not­wendig gewesen, euch Führer oder Propheten zu senden; noch wäre es nötig gewesen, dass euer Herr zu euch herabkam und dass Ich sogar in der "Ersten Zeit" mein Gesetz in einen Stein meißeln musste, und dass Ich Mensch werden und als Mensch an einem Kreuze sterben musste in der "Zweiten Zeit".

 2. Wenn Ich ein Volk heranbildete und es mit Gnadengaben überhäufte, geschah dies nicht, damit es sich er­höhe und die anderen erniedrige, son­dern damit es ein Beispiel der Erge­bung gegenüber dem wahren Gott und ein Vorbild der Brüderlichkeit unter den Menschen sei.

 3. Ich erwählte dieses Volk, damit es ein Werkzeug meines Willens auf Er­den sei und ein Überbringer meiner Offenbarungen, damit es alle einlade, in meinem Gesetze zu leben, und so die ganze Menschheit schließlich ein ein­ziges Volk des Herrn bilde.

 4. Dieses Volk hat viel gelitten – ob­wohl es das Auserwählte gewesen ist – weil es glaubte, dass das Erbe nur für es selbst da sei, dass sein Gott nicht auch für die Heiden Gott sein könne, weil es die übrigen Völker als Fremd­linge betrachtete und sie nicht teilhaben ließ an dem, was der Vater ihnen an­vertraut hatte. Ich habe es nur darum eine Zeitlang von den andern Völkern abgesondert, damit es nicht von der Verderbtheit und dem Materialismus angesteckt werden sollte.

 5. Aber als es sich in seiner Selbst­sucht abkapselte und groß und stark zu sein glaubte, bewies Ich ihm, dass seine Macht und seine Größe trügerisch waren, und Ich ließ zu, dass andere Nationen es überfielen und in die Knechtschaft führten. Könige, Pharao­nen und Cäsaren waren seine Herren, obwohl Ich ihnen angeboten hatte, ihr Herr zu sein.

 6. Der Vater in seiner unendlichen Liebe offenbarte sich aufs neue seinem Volke, um ihm die Freiheit zu geben und es an seine Mission zu erinnern – und in der heutigen Zeit komme Ich, um ihm meine Lehren der Liebe zu geben; doch nur mein Blick kann unter der Menschheit die Kinder Israels entdecken, die Ich herbeirufe und sammle, damit sie das Licht des Heili­gen Geistes empfangen.

 7. Ich habe Mich vor eurem Geiste offenbart, denn die Zeit, in der Ich durch die Natur und mittels materieller Manifestationen, die ihr Wunder nanntet, zu euch gesprochen habe, ist längst vergangen. Heute könnt ihr Mich bereits in eurem Geiste empfin­den, ebenso wie im Innersten eures Herzens.

 8. In dieser Zeit ist nicht Palästina Zeuge meiner Offenbarung gewesen; denn es ist nicht ein bestimmter Ort, den Ich suche, sondern euren Geist. Ich suche das "Volk Israel nach dem Geist", nicht nach dem Blut - das Volk, das den geistigen Samen besitzt, den es über die Zeiten hin durch meine Barm­herzigkeit empfangen hat. (63, 64 – 69)


Die Spaltung des jüdischen Volkes in irdisch und geistig Gesinnte

 9. Es war notwendig, dass der Vater nach seinem Scheiden (in Jesus) den Händen seines Volkes das Land entriss, das schon seinen Vorfahren anvertraut worden war.

 10. Den einen wurde es als Sühne entrissen und den andern zur Beloh­nung; denn jenes Land Kanaan, jenes liebliche Palästina vergangener Zeiten, wurde von Mir nur als ein Abbild des wahren Landes der Verheißung für den Geist zubereitet. Als dem Volk jene Besitz­tümer genommen wurden, blieb der materialistisch eingestellte Jude als Heimatloser auf der Erde zurück; doch der andere Teil - die Treuen, die immer meine Gegenwart gefühlt haben, blie­ben meinem Willen ergeben, ohne Schmerz darüber, jenes Vermächtnis vergangener Zeiten verloren zu haben, weil sie wussten, dass ihnen eine neue Gnade des Vaters anvertraut worden war: das Vermächtnis seines Wortes, des Göttlichen Wortes, seines Opfers, seines Blutes.

 11. In der heutigen Zeit, in der mein Volk Israel bereits in der Dritten Zeit lebt, sehe ich es noch immer in zwei Gruppen geteilt: Die eine vermateriali­siert, reich geworden durch die Güter der Erde als ihrer eigenmächtigen Wie­dergutmachung, welche selbst die Fun­damente der Welt durch ihre Macht er­zittern lässt, weil sie ihre Kraft, ihr Talent, die Gnadengaben, die der Vater auf ihren Geist ausgoss, in den Dienst für sich selbst, für ihren Ehrgeiz, für ihre Größe gestellt hat.

 12. Seht, wie jenes Volk selbst inner­halb der Grenzen seines Materialismus Beweise von Stärke gegeben hat in seinen Wissenschaften, in seinem Wil­len, in seiner Intelligenz. Es bewahrt auf dem Grunde seines Herzens den Groll wegen der früheren Hungersnöte, der Versklavungen, der Erniedrigun­gen; doch heute erhebt es sich stark und stolz, um andere Völker zu demü­tigen, sie mit ihrer Macht einzu­schüchtern, um sie zu beherrschen. Heute ist es selbst der Satte und sieht mit Genugtuung auf die Millionen von Hungrigen und auf die großen Volks­massen von Sklaven, Sklaven ihres Goldes, ihrer Macht, ihrer Wissen­schaft und ihres Geltungsstrebens.

 13. Doch Ich sehe auch den anderen Teil meines Volkes, den der Standhaf­ten und Getreuen- derer, die meine Gegenwart immer zu fühlen vermoch­ten, derer, die meine Ankunft unter den Menschen immer erkannt haben, derer, die an meine Offenbarungen geglaubt haben und die Mir trotz allem gehor­sam gewesen sind und meine Aufträge erfüllt haben.

 14. Jener andere Teil seid nicht nur ihr, die ihr in dieser Zeit Zeugen mei­ner Kundgabe durch das Verstandes­vermögen des Menschen gewesen seid; denn ein Teil des Geistigen Volkes Israel ist über den ganzen Erdkreis verstreut, und an dem Ort, an dem sich jeder befindet, empfängt er meine für­sorgliche Liebe, spürt er meine Ge­genwart, nährt er sich von meinem Brot und erwartet Mich, ohne zu wissen, von wo Ich herkommen würde, noch in welcher Art und Weise, aber er erwar­tet Mich.

 15. Doch die, welche sehr wohl wis­sen, wie Ich gekommen bin, wie Ich Mich kundgetan habe - die, die für die kommenden Zeiten vorbereitet sind, seid ihr, die ihr einen Teil der 144000 von Mir aus den zwölf Stämmen jenes Volkes Erwählten darstellt - Hundert­vierundvierzigtausend, die vor dem zahlreichen Volk Israel wie 144000 Hauptleute sein werden, die es im Geistesringen der Dritten Zeit in die Große Schlacht führen.

 16. Meint ihr, dass mein Volk im­merdar geteilt sein wird? Wahrlich, Ich sage euch: Nein! Für euch sind die Unterweisung, das Licht und die Prü­fungen gekommen, für jene sind meine Gerechtigkeit und gleichfalls Heimsu­chungen gekommen. Ich führe sie nun mit großen Schritten zum Erwachen ihres Geistes, und obwohl sie mit Si­cherheit im ersten Moment mein drittes Kommen zur Welt leugnen werden, wie sie das zweite verleugneten, sage Ich euch: Nicht ferne ist nun der Zeit­punkt ihrer Bekehrung. Sie leben in ihren alten Traditionen, doch Ich durchschaue den Geist und das Herz des jüdischen Volkes und lasse euch wissen, dass es mehr aus Bequemlich­keit und Furcht vor geistigen Offenba­rungen an seinen Traditionen festhält, als aus eigener Überzeugung. Es scheut sich vor den Manifestationen des Jen­seits; doch das, was Ich ihnen vor­schlagen werde, ist: der Verzicht auf alles Unnötige, die Ausübung der Barmherzigkeit, der Liebe und Demut.

 17. Ihnen werdet ihr euch stellen müssen, und ihr werdet beide zu euren Waffen greifen: die einen zum Wort, zum Gedanken, zum Gebet und zu den Beweisen; die andern zu ihrer Bega­bung, ihrer Macht, ihrer Tradition. Doch Ich werde in dieser Auseinander­setzung gegenwärtig sein und werde bewirken, dass meine Gerechtigkeit tatsächlich siegt, werde dafür sorgen, dass die Spiritualität triumphiert, dass der Geist sich über das Fleisch erhebt, es beugt und demütigt, und dann wird die Versöhnung der Stämme Israels kommen, die Vereinigung des Volkes des Herrn.

 18. Wenn jenes Volk erst einmal zu­gerüstet ist - wahrlich, Ich sage euch, dann wird es seinen Auftrag erfüllen, bis es die große Mission vollendet hat, die Gott von Anbeginn der Zeiten sei­nem Auserwählten Volke aufgetragen hat; welche darin besteht, der Erstgebo­rene und Treuhänder der Offenbarun­gen des Herrn zu sein, damit er als Ältestes der Geschwister die übrigen führe, seine Gnade mit ihnen teile und alle zur Rechten des Vaters bringe. (332, 17 - 21)


Das Geistige Volk Israel

 19. Wenn Ich von meinem "Volk Is­rael" spreche, vom "Volk des Herrn", so meine Ich jene, die eine geistige Mission mit auf die Erde gebracht ha­ben - jene, die mein Gesetz bekannt machten, die Mich ankündigten, Mir treu waren; jene, die das Dasein des lebendigen Gottes verkündeten, die den Samen der Liebe fortpflanzten, und die im Sohne die Gegenwart und das Wort des Vaters zu erkennen vermochten. Diese sind es, die das Volk Gottes bilden, dies ist Israel, das starke, das getreue, das kluge Israel. Dies ist meine Legion von Soldaten, die dem Gesetze, der Wahrheit treu sind.

 20. Jene, die meine Propheten ver­folgten, die das Herz meiner Boten zerrissen - jene, die dem wahren Gott den Rücken kehrten, um sich vor Göt­zen zu verbeugen – jene, die Mich leugneten, Mich verspotteten und mein Blut und Leben forderten, gehörten nicht zum Auserwählten Volk, auch wenn sie sich aufgrund der Rasse Isra­eliten nannten; sie gehörten nicht zum Volke der Propheten, zur Schar der Erleuchteten, zu den treuen Soldaten. Denn "Israel" ist ein geistiger Name, der unrechtmäßig verwendet wurde, um eine Rasse zu beherrschen.

 21. Ihr sollt auch wissen, dass jeder, der den Wunsch hat zu meinem Volke zu gehören, es mit seiner Liebe, seiner Barmherzigkeit, seinem Eifer und sei­ner Gesetzestreue erreichen kann.

 22. Mein Volk besitzt keine be­stimmten Länder oder Städte auf der Welt, mein Volk ist keine Rasse, son­dern es ist in allen Rassen vertreten, unter allen Menschen. Diese Men­schenschar hier, die mein Wort ver­nimmt und die neuen Offenbarungen empfängt, ist nur ein Teil meines Vol­kes. Ein anderer Teil ist über die Erde verstreut, und ein weiterer, der größte Teil, lebt in der geistigen Welt.

 23. Das ist mein Volk, das Mich kennt und Mich liebt, das Mir gehorcht und Mir nachfolgt. (159, 55 - 59)

 24. Heute sage Ich euch: Wo ist mein Volk? Wo ist jenes, das klug in den Prüfungen, mutig in den Schlachten und standhaft in den Mühsalen ist? Es ist über die Welt verstreut. Doch Ich werde es mit meiner Stimme zum Auf­bruch veranlassen und es geistig verei­nen, damit es allen Völkern vorangeht. Aber Ich sage euch, dass es heute von Menschen aller Rassen gebildet wer­den wird, die begreifen werden, worin das Bündnis besteht, das Ich von allen Menschen erwarte.

 25. Dieses Volk soll mutig und kämpferisch sein, doch soll es keine brudermörderischen Waffen, noch Kriegswagen haben, auch soll es keine Vernichtungsgesänge anstimmen. Sein Banner soll der Friede sein, sein Schwert die Wahrheit, und sein Schild die Liebe.

 26. Niemand wird entdecken können, wo dieses Volk ist: es ist überall. Seine Feinde werden versuchen, es zu ver­nichten, dies jedoch nicht können, denn nirgendwo werden sie es körperlich vereint finden, weil seine Einheit, seine Ordnung und seine Harmonie geistig sein werden. (157, 48 - 50)

 27. In dieser Zeit wirkt der Geist des wahren Israel überall. Es sind die Geistwesen, die meine Gegenwart fühlen, die mein Kommen erwarten, die auf meine Gerechtigkeit vertrauen.

 28. Wenn diese Worte zu anderen Orten gelangen, werden viele darüber spotten; aber Ich sage euch, es wäre für sie besser, dieselben nicht zum Ge­genstand ihres Spottes zu machen, denn die Stunde wird kommen, in der sie aus ihrem tiefen Schlafe erwachen und erkennen, dass auch sie Kinder des Volkes Gottes sind.

 29. Diese Menschenscharen hier, die Mich heute vernehmen, können einem Irrtum erliegen, wenn sie mein Wort nicht studieren, und wenn sie sich nicht freimachen von ihrer irdisch-materiel­len Denkungsart. Es kann ihnen erge­hen wie dem israelitischen Volke der Ersten Zeiten, welches die Stimme des Herrn hörte, das Gesetz empfing und Propheten hatte, weshalb es schließlich glaubte, das einzige von Gott geliebte Volk zu sein – ein schwerer Irrtum, von dem es die großen Heimsuchun­gen, die Erniedrigung, die Verbannung und die Gefangenschaft befreien soll­ten.

 30. Ihr müsst wissen, dass meine Liebe euch nicht nach Rassen oder nach Glaubensüberzeugungen aufteilen könnte, und dass, wenn Ich von "mei­nem Volke" spreche, dies nur ge­schieht, weil Ich schon seit den frü­hesten Zeiten Geister zubereite, die Ich zur Erde sende, damit sie mit ihrem Lichte den Weg der Menschheit erhel­len.

 31. Sie sind die ewigen Wanderer gewesen, die in verschiedenen Natio­nen gelebt haben und durch viele Prü­fungen gegangen sind. In dieser Zeit haben sie festgestellt, dass die mensch­lichen Gesetze ungerecht sind, dass die menschlichen Gefühlsäußerungen nicht wahrhaftig sind, und dass in den Geis­tern der Menschen Friedlosigkeit herrscht. (103, 10 - 14)

 32. Das Volk Gottes wird ein weite­res Mal unter der Menschheit erschei­nen - nicht ein in einer Rasse personifi­ziertes Volk, sondern eine große Zahl, eine Legion Jünger von Mir, bei denen nicht das Blut, die Rasse oder die Spra­che entscheidend ist, sondern der Geist.

 33. Dieses Volk wird sich nicht dar­auf beschränken, meine Lehre durch Schriften zu lehren. Damit die Worte Leben haben, muss man sie leben. Dieses Volk wird nicht nur Verbreiter von Schriften und Büchern sein, son­dern auch von Beispielen und Taten.

 34. Heute befreie Ich euch von allem Unnötigen, vom Unreinen und Irrigen, um euch in ein schlichtes und reines Leben einzuführen, über das sich euer Geist emporschwingen kann, wovon er durch seine Werke Zeugnis ablegt.

 35. Wenn die Zeit gekommen ist, werde Ich mein Volk der Menschheit präsentieren, und weder wird sich der Meister seiner Jünger schämen, noch werden die Jünger ihren Meister ver­leugnen. Dieser Zeitpunkt wird mit dem des Krieges der Weltanschauun­gen zusammenfallen, aus dem wie ein Hauch von Frieden, wie ein Lichtstrahl der Spiritualismus empor dringen wird. (292, 28 - 31)

 36. Mein Volk wächst, es mehrt sich, nicht nur auf Erden, sondern auch in der geistigen Welt. Unter jenen geisti­gen Scharen sind die, die Blutsbande mit euch verbanden, sei es, dass sie eure Eltern, Geschwister oder Kinder gewesen sind.

 37. Wundert euch nicht, wenn Ich euch sage, dass mein Volk so zahlreich ist, dass die Erde nicht genug Raum für es hätte, und dass es noch viel größer sein wird. Wenn Ich es einst vereint habe und nicht eines meiner Kinder mehr fehlt, wird ihm die Unendlichkeit als Heimstatt gegeben werden, jene Sphäre des Lichtes und der Gnade, die kein Ende hat.

 38. Hier auf Erden bereite Ich euch nur vor, gebe Ich euch die nötigen Anweisungen durch meine Lehre, da­mit ihr wisst, wie ihr jenem Leben näher kommt. Diese Menschheit ist nur ein Teil des Volkes Gottes. Es ist not­wendig, dass alle diese Aufklärungen kennen, damit sie ihr Leben auf das Ideal der Vollkommenheit ausrichten.

 39. Diese göttliche Botschaft, welche mein durch die Lippen des menschli­chen Stimmträgers gesprochenes Wort ist, soll nach meinem Willen zu allen Menschen gelangen. Mein Wort ist die Glocke, welche die Welt ruft, seine Essenz wird die Völker in Erregung versetzen und zum Erwachen bringen, um über die Vergeistigung, über die Bestimmung des Geistes nach diesem Leben nachzudenken. (100, 35 - 37)


Die 144000 Erwählten und Gekenn­zeichneten

 40. Um mein Werk in dieser "Dritten Zeit" zu verbreiten, habe Ich unter den großen Scharen 144000 Geistwesen erwählt und sie mit einem Kuss göttli­chen Lichtes gekennzeichnet - keinem Judaskuss, noch mit dem Siegel eines Bündnisses, das euren Geist in Gefahr bringt. Mein Merkmal ist das Zeichen, das der Heilige Geist in seine Auser­wählten legt, damit sie in dieser "Drit­ten Zeit" eine große Mission erfüllen.

 41. Wer dieses Zeichen trägt, ist nicht frei von Gefahren - im Gegenteil, er wird mehr versucht und mehr ge­prüft als die anderen. Erinnert euch an jeden der zwölf von Mir in der "Zwei­ten Zeit" Erwählten, und ihr werdet bestätigen, was Ich euch gerade sage. Unter ihnen gab es Augenblicke des Zweifels, der Schwachheit, der Verwir­rung, und es gab sogar einen, der Mich verriet, indem er Mich meinen Henkern durch einen Kuss auslieferte.

 42. Wie sollten die Erwählten dieser Zeit nicht wachen und beten müssen, um nicht der Versuchung zu erliegen! Doch wahrlich, Ich sage euch, dennoch wird es Verräter unter den Hundert­vierundvierzigtausend geben.

 43. Das Zeichen bedeutet Aufgabe, Auftrag und Verantwortlichkeit gegen­über Gott. Es ist keine Garantie gegen Versuchungen oder Krankheiten; denn wenn es so wäre - welche Verdienste hätten dann meine Auserwählten? Welche Anstrengung würde euer Geist machen, um meinem Worte treu zu bleiben?

 44. Ich spreche in dieser Weise zu euch, weil es viele Herzen unter diesem Volk hier gibt, die zu jener Zahl der Erwählten gehören möchten. Aber Ich habe gesehen, dass mehr als das Ver­langen, der Menschheit mittels der Gaben zu dienen, die Ich mit dem Zei­chen gewähre, der Wunsch maßgebend ist, sich sicher zu fühlen, oder es ist die Eitelkeit, die sie dazu bewegt, Mich zu bitten, dass Ich sie berufe. Diese meine Kinderschüler werde Ich auf die Probe stellen, und sie werden sich dann selbst davon überzeugen, dass mein Wort nicht unbegründet ist.

 45. Das Merkmal ist das unsichtbare Zeichen, durch das derjenige seine Aufgabe erfüllen kann, der es mit Liebe, Achtung, Eifer und Demut trägt. Dann wird er feststellen können, dass das Zeichen eine Göttliche Gnade ist, die ihn über dem Schmerz stehen lässt, die ihn in den großen Prüfungen er­leuchtet, die ihm tiefe Erkenntnisse offenbart und ihm, wo immer er will, einen Weg öffnet, auf dem der Geist weiter voranschreitet.

 46. Das Zeichen ist wie ein Ketten­glied, das den, der es besitzt, mit der Geistigen Welt verbindet, es ist das Mittel dafür, dass sich in eurer Welt der Gedanke und das Wort der Geisti­gen Welt kundgibt, weshalb Ich euch sage, dass ein Gekennzeichneter ein Botschafter von Mir ist, dass er mein Sendbote und mein Werkzeug ist.
 47. Groß ist die Aufgabe sowie die Verantwortung des Gekennzeichneten gegenüber meinem Werk. Aber er ist nicht allein auf seinem Wege, an seiner Seite ist immer der Schutzengel, der ihn behütet, ihn führt, ihn inspiriert und ermutigt.

 48. Wie stark ist der gewesen, der sich mit Liebe an sein Kreuz zu klam­mern verstand, und wie hart und bitter ist der Weg für jenen Erwählten gewe­sen, der sich nicht bereit fand, in der "Dritten Zeit" das göttliche Zeichen des Auserwählten zu tragen.

 49. Ich sage allen, die Mich vernehmen, dass sie lernen sollen, zu wachen und zu beten, ihr Kreuz mit Liebe zu tragen und rechtschaffen und gehorsam zu handeln, damit dieses Le­ben, das für euren Geist seine licht­vollste Reinkarnation bedeutet, nicht unfruchtbar wird, und er später der verlorenen Zeit und den ungenutzten Fähigkeiten nachweinen muss.

 50. Denkt alle über diese Unterwei­sung nach, ob gekennzeichnet oder nicht, denn ihr alle habt in meinem Werk eine Bestimmung zu erfüllen. (306, 3 – 4 & 7 - 12)

 51. Sehr zahlreich sind die "Stämme Israels nach dem Geist." Aus jedem davon werde Ich zwölftausend erwäh­len und sie an ihrer Stirne kennzeich­nen. Doch das "Volk Israel" beschränkt sich nicht auf 144000. Das Auser­wählte Volk ist unermesslich groß.

 52. Der Meister lehrte euch in der "Zweiten Zeit", dass viele zu den Beru­fenen gehören und wenige zu den Aus­erwählten; doch das ganze "Volk Is­rael" wird berufen, und Ich werde unter ihnen 144000 kennzeichnen. In alle werde Ich Frieden, Geistigkeit und den Beginn der Zwiesprache von Geist zu Geist legen. (312, 7 - 8)

 53. Ich bin der universelle Vater, meine Liebe kommt zu allen Herzen herab. Ich bin zu allen Völkern der Erde gekommen. Doch wenn Ich diese mexikanische Nation dafür erwählt habe, dass sich mein Wort und meine Offenbarungen in ganzer Fülle über sie ergießt, so geschah dies, weil Ich sie demütig gefunden habe, weil Ich in ih­ren Bewohnern Tugenden entdeckt habe und in sie die Geistwesen des "Volkes Israel" inkarnieren ließ.

 54. Doch nicht alle gehören dieser Nationalität an, nicht alle sind inkar­niert. Auf der ganzen Welt sind noch die Geistwesen verstreut, die zur Zahl der Auserwählten gehören. Sie wurden gekennzeichnet, Ich habe ihre Augen geöffnet, habe ihr Herz empfindsam gemacht, und von Geist zu Geist spre­chen sie mit Mir. (341, 25)

 55. Unter der Menschheit lebt ein Teil der 144000 von Mir Gekennzeich­neten. Diese meine Diener sind auf der Welt verstreut und erfüllen ihre Auf­gabe, für den Frieden zu beten und auf die Brüderlichkeit der Menschen hin­zuwirken. Sie kennen einander nicht; aber sie erfüllen ihre Bestimmung - den Weg ihrer Mitmenschen zu erhellen - die einen intuitiv, die anderen erleuch­tet durch diese Offenbarung.

 56. Diese durch meine Liebe Ge­kennzeichneten sind zum Teil einfache Menschen; doch es gibt auch solche, die in der Welt angesehen sind. Man kann sie nur an der Geistigkeit in ihrem Leben erkennen, an ihren Werken, an ihrer Art zu denken und die göttlichen Offenbarungen zu verstehen. Sie sind nicht abgöttisch, frömmlerisch, noch frivol. Es hat den Anschein, als ob sie keine Religion ausüben, und dennoch besteht ein innerer Gottesdienst zwi­schen ihrem Geist und dem ihres Herrn.

 57. Die mit dem Lichte des Heiligen Geistes Gekennzeichneten sind wie Rettungsboote, sie sind Wächter, sind Ratgeber und Bollwerke. Ich habe sie mit Licht in ihrem Geist versehen, mit Frieden, mit Kraft, mit Heilbalsam, mit Schlüsseln, die heimlich die widerstre­bendsten Türen öffnen, mit "Waffen", um Hindernisse zu überwinden, die für andere unüberwindlich sind. Es ist nicht nötig, dass sie weltliche Titel vorweisen, damit man ihre Fähigkeiten erkennt. Sie kennen keine Wissen­schaften und sind doch "Ärzte"; sie kennen die Gesetze nicht und sind doch Berater; sie sind arm an irdischen Gü­tern und können dennoch viel Gutes auf ihrem Lebenswege tun.

 58. Unter diesen Menschenscharen hier, die gekommen sind, mein Wort zu empfangen, sind viele nur zur Bestäti­gung ihres Auftrages herbeigekommen. Denn es ist nicht auf der Erde gewesen, wo ihnen die Geistesgaben verliehen wurden oder ihnen der Auftrag erteilt wurde. Wahrlich, Ich sage euch, das Licht, das jeder Geist besitzt, ist dasje­nige, das er sich auf seinem langen Entwicklungsweg erarbeitet hat. (111, 18 - 21)

 59. Die Menschheit wird gläubig werden, mein Werk wird sich über den Erdkreis verbreiten. Beginnen werde Ich mit den 144000 Gekennzeichneten die in der Zeit der Glaubens- und Welt­anschauungsstreitigkeiten gehorsam, mit Liebe und Hingabe kämpfen wer­den. Inmitten dieser Schlacht werden sie wie ein Kettenglied sein, das der Welt nicht eine Kette der Knechtschaft, sondern eines geistigen Bündnisses anbietet, das von Freiheit und Brüder­lichkeit geprägt ist. Diese Soldaten werden nicht allein sein, meine Geistige Welt wird sie begleiten und beschützen. Sie werden Wunder auf ihrem Wege vollbringen und so von meiner Wahrheit Zeugnis ablegen. (137,9)



Kapitel 40 – Die Kräfte des Guten und des Bösen

Der Ursprung von Gut und Böse

 1. Als der Vater euch erschuf, stellte er euch auf die erste Stufe der Him­melsleiter, damit ihr Gelegenheit hättet, euren Schöpfer wahrhaft kennen zu lernen und zu verstehen, während ihr diesen Weg zurücklegt. Aber wie we­nige begannen den aufwärtsführenden Entwicklungsweg beim Verlassen der ersten Sprosse! Die meisten schlossen sich in ihrem Ungehorsam und ihrer Widerspenstigkeit zusammen, machten schlechten Gebrauch von der Gabe der Freiheit und hörten nicht auf die Stimme des Gewissens; sie ließen sich von der Materie beherrschen und schu­fen so durch ihre Ausstrahlungen eine Macht – die des Bösen – und gruben einen Abgrund, in den ihr Einfluss ihre Geschwister hineinreißen musste, wel­che einen blutigen Kampf zwischen ihren Schwächen und Verderbtheiten und ihrem Verlangen nach Erhöhung und Reinheit begannen. (35, 38)

 2. Die Ursünde stammt nicht aus der Vereinigung von Mann und Frau. Ich, der Schöpfer, ordnete diese Vereini­gung an, als Ich beiden sagte: "Wach­set und mehret euch". Dies war das erste Gesetz. Die Sünde lag im Miss­brauch, den die Menschen von der Gabe der Willensfreiheit gemacht ha­ben. (99, 62)

 3. Das "Fleisch" [Seele] fürchtet den Kampf mit dem Geist und sucht einen Weg, ihn durch die Vergnügungen der Welt in Versuchung zu führen, um seine Befreiung zu verhindern oder sie wenigstens zu verzögern. Seht, wie der Mensch seinen eigenen Versucher in sich hat! Deshalb habe Ich gesagt, dass wenn er sich selbst besiegt, er die Schlacht gewonnen hat. (97, 37)

 4. In dieser Zeit, in der selbst die Luft, das Erdreich und das Wasser durch die Übeltaten der Menschen vergiftet sind – wie wenige sind derer, die sich nicht vom Bösen oder von der Finsternis anstecken lassen! (144, 44)

 5. Die Klage der Menschheit gelangt zu Mir; die Angst der Kinder, der Ju­gendlichen, der Männer und Frauen im reifen Alter und der Alten steigt empor. Es ist der Ruf, der Gerechtigkeit for­dert, ist eine flehentliche Bitte um Frieden, um Barmherzigkeit, die vom Geiste ausgeht. Denn die Saat der Liebe auf dieser Welt ist verdorben, und wisst ihr, wo die Liebe jetzt ist? Im Innersten des menschlichen Herzens, so tief innen, dass der Mensch sie nicht zu entdecken vermag, weil der Hass, das Machtstreben, die Wissenschaft und die Eitelkeit die Saat erdrückt ha­ben, und es weder Geistigkeit noch Barmherzigkeit gibt. Der Leidenskelch wird immer voller, und die Welt trinkt ihn bis zu den Hefen. (218, 12)

 6. Von Altar zu Altar, von Ritus zu Ritus und von Sekte zu Sekte ziehen die Menschen im Verlangen nach dem Brot des Lebens, ohne es zu finden, und aus Enttäuschung werden sie Got­teslästerer, schlagen Wege ohne Ziel ein und leben ohne Gott und ohne Ge­setz.

 7. Doch bedenke, Volk, dass unter ihnen die großen Geistwesen sind, dass Ich unter ihnen die Propheten und Jün­ger des Heiligen Geistes entdecke! (217, 49)

 8. In den Konfessionen erkennen die Menschen die Macht des Bösen an und haben es in einer menschlichen Gestalt personifiziert. Sie erkennen ihm ein mächtiges Reich zu und haben ihm verschiedene Namen gegeben. Die Menschen haben Furcht, wenn sie ihn nahe glauben, ohne zu verstehen, dass die Versuchung in den Leidenschaften, in den Schwächen begründet ist, dass sich im Innern des Menschen sowohl das Gute, als auch das Böse regt.

 9. Das Böse überwiegt in dieser Zeit auf der Welt und hat eine Kraft, eine Macht geschaffen, die sich in allem bekundet. Und im Geistigen gibt es Legionen von unvollkommenen, ver­wirrten, dem Bösen und der Rache zugeneigten Geistwesen, deren Kraft sich mit der menschlichen Bosheit vereint, um das Reich des Bösen zu bilden.

 10. Jene Macht widersetzte sich Jesus in der "Zweiten Zeit" und zeigte Ihm ihr Reich. Mein für alles empfindsames "Fleisch" wurde versucht, aber meine geistige Stärke besiegte die Versu­chung; denn Ich musste der Überwin­der der Welt, des "Fleisches", der Ver­suchung und des Todes sein, weil Ich der Meister war, der zu den Menschen herabkam, um ein Beispiel von Stärke zu geben. (182, 42 – 43)

 11. An dem Frieden, den ihr in euren Geist fühlt, könnt ihr meine Gegenwart erkennen. Niemand außer Mir kann euch den wahren Frieden geben. Ein Geistwesen aus der Finsternis könnte ihn euch nicht schenken. Ich sage euch dies, weil viele Herzen die Fallstricke eines verführerischen Wesens fürchten, dem die Menschen ihrer Vorstellungs­kraft gemäß Leben und Gestalt gege­ben haben.

 12. Wie falsch hat man die Existenz des Fürsten der Finsternis gedeutet! Wie viele haben schließlich mehr an seine Macht als an die meine geglaubt, und wie weit von der Wahrheit entfernt sind die Menschen dabei gewesen!

 13. Das Böse existiert, aus ihm sind alle Laster und Sünden hervorgegan­gen, das heißt: Jene, die Böses tun, haben immer existiert, sowohl auf der Erde als auch in anderen Heimstätten oder Welten. Aber warum personifi­ziert ihr alles existierende Böse in ei­nem einzigen Wesen, und warum stellt ihr es der Gottheit gegenüber? Ich frage euch: Was ist vor meiner absolu­ten und unendlichen Macht ein unrei­nes Wesen, und was bedeutet schon eure Sünde angesichts meiner Voll­kommenheit?

 14. Die Sünde ist nicht auf der Welt entstanden. Als die Geister aus Gott hervorgegangen waren, verblieben die einen im Guten, während die anderen, die von diesem Wege abirrten, einen andersartigen schufen, den des Bösen.

 15. Die Worte und die Gleichnisse, die euch in früheren Zeiten in Sinnbil­dern als eine Offenbarung gegeben wurden, sind von der Menschheit irr­tümlich ausgelegt worden. Das intui­tive Wissen, das die Menschen vom Übernatürlichen hatten, wurde von ihrer Einbildungskraft beeinflusst, und so bildeten sie nach und nach um die Macht des Bösen Wissenschaften, Kulte, abergläubische Vorstellungen und Mythen, die bis in eure Tage fort­bestehen.

 16. Aus Gott können keine Teufel hervorgehen; diese habt ihr mit eurem Verstand ersonnen. Die Vorstellung, die ihr von jenem Wesen habt, das ihr Mir ständig als Gegner entgegenstellt, ist falsch.

 17. Ich habe euch gelehrt, zu wachen und zu beten, damit ihr euch von Ver­suchungen und schlechten Einflüssen befreit, die sowohl von Menschenwe­sen als auch von Geistwesen stammen können.

 18. Ich habe euch gesagt, dass ihr den Geist dem "Fleische" [Seele] überord­nen sollt, weil dieses ein schwaches Geschöpf ist, das ständig in Gefahr ist, zu Fall zu kommen, wenn ihr nicht über es wacht. Das Herz, der Verstand und die Sinne sind offene Türen, durch die die Leidenschaften der Welt den Geist züchtigen.

 19. Wenn ihr euch vorgestellt habt, dass die Wesen der Finsternis wie Un­geheuer sind, so sehe Ich sie nur als unvollkommene Geschöpfe, denen Ich Meine Hand entgegenstrecke, um sie zu retten, denn auch sie sind meine Kinder. (114, 54 – 62)

 20. Immer, wenn ihr etwas Gutes tut, sagt ihr: "Ich bin edelmütig, ich bin großzügig, ich bin wohltätig; deshalb tue ich dies". Ich sage euch: Wenn ihr jene Werke im Namen eures Herrn tun würdet, wäret ihr demütig, weil die Güte von Gott stammt und Ich sie eu­rem Geist verliehen habe.

 21. Wer also seinem menschlichen Herzen seine guten Werke zuschreibt, verleugnet seinen Geist und Den, der sie mit diesen Tugenden versah.

 22. Wenn ihr dagegen etwas Böses tut, wascht ihr euch die Hände wie Pilatus, und jene Tat schiebt ihr auf den Vater, indem ihr sagt: "Es war der Wille Gottes, es stand geschrieben; Gott wollte es, es ist Schicksal".

 23. Ihr sagt, dass nichts ohne den Willen Gottes geschieht, um euch von euren Fehlern freizusprechen. Doch wahrlich, Ich sage euch, ihr irrt euch, denn eure Fehler, eure Erbärmlichkei­ten geschehen ohne Gottes Willen.

 24. Erkennt, dass der Allmächtige euch niemals mit Gewalt, durch seine Macht nötigt. Dies tut ihr mit euren schwächeren Geschwistern.

 25. Wahrlich, Ich sage euch, das Böse, die Unlauterkeit, der Mangel an Harmonie sind euch eigen; die Liebe, die Geduld, der Seelenfrieden kommen von Gott.

 26. Wann immer ihr liebt, ist es der Schöpfer eueres Geistes, der euch in­spiriert. Wenn ihr dagegen hasst, seid ihr es, ist es eure Schwachheit, die euch antreibt und euch zugrunde richtet. Immer, wenn etwas Böses in eurem Leben geschieht, könnt ihr sicher sein, dass es euer Werk ist.

 27. Doch dann fragt ihr euch: Warum lässt Gott dies zu? Leidet Er etwa nicht durch unsere Sünden? Weint Er nicht auch, wenn Er uns weinen sieht? Was würde es Ihn schon kosten, uns diese Stürze zu ersparen?

 28. Ich sage euch: Solange ihr nicht liebt, wird Gott für euch etwas sein, das ihr nicht begreifen könnt, weil die Großmütigkeit eures Schöpfers jenseits eures Verständnisses liegt.

 29. Werdet stark, groß, weise, lernt zu lieben. Wenn ihr liebt, werdet ihr nicht mehr den kindlichen Wunsch haben, Gott ergründen zu wollen, denn dann werdet ihr Ihn schauen und Ihn fühlen, und dies wird euch genügen. (248, 29 – 32)


Hochmut und Demut

 30. Macht aus der Demut einen eurer besten Verbündeten, um den geistigen Aufstieg zu erreichen. Denn die Pfor­ten des Himmelreiches, welches das Reich des Geistes ist, sind für den Hochmütigen völlig verschlossen. Er hat sie nie durchschritten, noch wird ihm dies je gelingen. Aber wenn er demütig wird, werde Ich der erste sein, der ihn lobt, und es wird meine Barm­herzigkeit sein, die ihm die Tür zur Ewigkeit öffnet. (89, 45)

 31. Nun folgt eine weitere meiner Unterweisungen, Jünger: Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr euch stark, groß oder überlegen fühlt, entfernt ihr euch von Mir, weil euer Hochmut das Ge­fühl der Demut erwürgt. Doch wenn ihr euch klein fühlt, wenn ihr erkennt, dass ihr wie Atome inmitten meiner Schöp­fung seid, dann nähert ihr euch Mir; denn aufgrund eurer Demut bewundert ihr Mich, liebt ihr Mich und fühlt Mich euch nahe. Dann denkt ihr an all das Große und Unerforschliche, das Gott in sich birgt und das ihr gerne wissen und erfahren würdet. Es kommt euch so vor, als ob ihr das Echo göttlichen Flüsterns in eurem Geist vernehmen würdet. (248, 22)

 32. Jünger: Wenn der Mensch eine wahre Kenntnis der Werke besitzt, die er getan hat, lässt er sich nicht durch Eitelkeit blenden. Er weiß, dass – falls dies unedle Gefühl in sein Wesen ein­dringt – sich seine Intelligenz trüben würde und er auf dem Entwicklungs­wege nicht mehr vorankommen könnte, er stehen bleiben und in Lethargie ver­sinken würde.

 33. Die Eitelkeit hat viele Menschen zugrundegerichtet, hat viele blühende Völker zerstört und eure Kulturen zu Fall gebracht.

 34. Solange die Völker Tatkraft, Tüchtigkeit und Fortschritt als Ideale hatten, erlebten sie Überfluss, Glanz und Wohlstand. Doch als der Hochmut sie sich überlegen fühlen ließ, als ihr Ideal der Aufwärtsentwicklung durch den unstillbaren Ehrgeiz ersetzt wurde, alles für sich haben zu wollen, began­nen sie Schritt für Schritt, ohne dass sie es merkten und ohne es zu wollen, alles zu zerstören, was sie aufgebaut hatten, und stürzten sich schließlich in den Abgrund.

 35. Die Geschichte der Menschheit ist voll von solchen Erfahrungen. Da­her sage Ich euch, dass es recht ist, wenn auf der Welt ein "Volk" mit gro­ßen Idealen entsteht, das – obschon sich immer seiner guten Werke be­wusst – sich nichts darauf einbildet. Auf diese Weise wird sein Lauf nicht aufgehalten werden, und der bisher erreichte Glanz wird morgen noch übertroffen und später erneut vermehrt werden.

 36. Wenn Ich so zu euch spreche, versuche Ich, euch nicht nur materielle Ziele zu inspirieren: Ich will, dass meine Worte richtig gedeutet werden, damit ihr sie auf das Geistige ebenso wie auf das Materielle anzuwenden versteht.

 37. Die Eitelkeit kann den Menschen nicht nur in seinem materiellen Leben befallen, und als Beweis für das, was Ich euch sage, betrachtet die Stürze und Fehlschläge der großen Konfessionen, die in ihren Fundamenten von der Ei­telkeit, dem Hochmut, ihrer falschen Pracht angenagt sind. Wann immer sie geglaubt haben, auf dem Höhepunkt ihrer Macht zu sein, ist jemand ge­kommen und hat sie aus ihren Träumen wachgerüttelt, hat ihnen ihre Irrtümer, ihre Abwege, ihr Abweichen vom Ge­setz und von der Wahrheit vor Augen geführt.

 38. Nur durch die wirkliche Erkennt­nis und Erfüllung meines Gesetzes im Angesichte des Gewissens wird diese Menschheit zu einem hochstehenden Leben aufsteigen können; denn das Gewissen, welches mein Licht ist, ist vollkommen, ist ungetrübt, ist gerecht, niemals wird es eitel oder geht krumme Wege. (295, 18 – 24)


Das Gute, der Mensch guten Willens

 39. Lernt Mich alle kennen, damit Mich niemand leugnet – erkennt Mich, damit eure Vorstellung von Gott auf Wahrheit beruht und ihr wisst, dass dort, wo sich das Gute zeigt, Ich bin.

 40. Das Gute vermischt sich mit nichts. Das Gute ist Wahrheit, ist Liebe, ist Barmherzigkeit, ist Ver­ständnis. Das Gute ist klar erkennbar und unverwechselbar. Erkennt es, da­mit ihr euch nicht irrt.

 41. Jeder Mensch kann einen anderen Weg gehen; aber wenn sie alle an ei­nem Punkt zusammentreffen, welcher das Gute ist, werden sie sich schließ­lich erkennen und vereinigen.

 42. Nicht so, wenn sie sich hartnä­ckig selbst betrügen, indem sie dem Guten den Anschein des Bösen geben und das Böse als Gutes maskieren, wie es bei den Menschen dieser Zeit ge­schieht. (329, 45 – 47)

 43. Seit nahezu 2000 Jahren wieder­holt ihr jenen Satz, welchen die Hirten von Bethlehem hörten: "Friede auf Erden den Menschen guten Willens"; doch wann habt ihr den guten Willen in die Tat umgesetzt, um ein Anrecht auf den Frieden zu erwerben? Wahrlich, Ich sage euch, ihr habt eher das Ge­genteil getan.

 44. Ihr habt das Recht verloren, die­sen Satz zu wiederholen; darum komme Ich heute mit neuen Worten und Unterweisungen, damit es nicht Sätze und Redewendungen sind, die sich eurem Verstande einprägen, son­dern der Sinngehalt meiner Lehre, welcher in euer Herz und euren Geist eindringen soll.

 45. Wenn ihr meine Worte so wie­derholen wollt, wie Ich sie euch gebe, so tut es; doch wisset: solange ihr sie nicht empfindet, werden sie keinerlei Wirkungskraft haben. Sprecht sie mit innigem Empfinden und mit Demut aus, fühlt sie in eurem Herzen nach­schwingen, dann werde Ich euch in einer solchen Weise antworten, dass Ich euer ganzes Wesen erbeben lassen werde. (24, 33 – 34)

 46. Ich sage euch noch einmal: Friede den Menschen guten Willens, die die Wahrheit lieben, denn sie tun etwas, um sich dem göttlichen Willen zu beugen. Und die sich unter meinen Schutz stellen, müssen meine Gegen­wart zwangsläufig fühlen – sowohl in ihrem Geist, als auch in ihrem mensch­lichen Leben, in ihren Kämpfen, in ihren Bedürfnissen, in ihren Prüfungen.

 47. Die Menschen guten Willens sind Kinder, die dem Gesetz ihres Vaters gehorchen. Sie gehen auf dem rechten Weg, und wenn sie stark leiden, erhe­ben sie ihren Geist zu Mir im Verlan­gen nach Vergebung und Frieden.

 48. Sie wissen, dass der Schmerz oftmals notwendig ist, und deshalb ertragen sie ihn mit Geduld. Nur wenn er unerträglich wird, bitten sie, dass ihnen die Last ihres Kreuzes erleichtert wird. "Herr" sagen sie Mir, "ich weiß, dass mein Geist der Läuterung, des Leidens bedarf, um sich aufwärts zu entwickeln. Du weißt besser als ich, was mir Not tut. Du kannst mir nichts geben, was ich nicht nötig habe. Dein Wille geschehe daher an mir."

 49. Gesegnet seien, die so denken und beten, denn sie suchen das Vorbild ihres Meisters, um es auf die Prüfungen ihres Lebens anzuwenden. (258, 52 – 53)


Das Böse, der dem Bösen verfallene Mensch

 50. In dieser Zeit ist der Einfluss des Bösen größer als der des Guten. Des­wegen ist die Kraft, die in der Mensch­heit vorherrscht, die des Bösen, aus welcher die Selbstsucht, die Lüge, die Unzucht, der Hochmut, die Schaden­freude, die Zerstörung und alle niede­ren Leidenschaften hervorgehen. Die­sem gestörten moralischen Gleichge­wicht entspringen die Krankheiten, die den Menschen quälen.

 51. Die Menschen haben keine Waf­fen, um gegen diese Kräfte zu kämp­fen. Sie sind besiegt und als Gefangene in den Abgrund eines Lebens ohne geistiges Licht gebracht worden, ohne gesunde Freude, ohne Streben nach dem Guten.

 52. Gerade jetzt, wo der Mensch glaubt, auf dem Gipfel des Wissens zu stehen, weiß er nicht, dass er im Ab­grund ist.

 53. Ich, der Ich euren Anfang und eure Zukunft in der Ewigkeit kenne, gab den Menschen von den ersten Zei­ten an Waffen, mit denen sie gegen die Kräfte des Bösen kämpfen konnten. Aber sie verachteten sie und zogen den Kampf des Bösen gegen das Böse vor, in welchem niemand siegt, weil alle besiegt daraus hervorgehen werden.

 54. Es steht geschrieben, dass das Böse nicht die Vorherrschaft behalten wird, was bedeutet, dass es am Ende der Zeiten das Gute sein wird, das tri­umphiert.

 55. Wenn ihr Mich fragt, welches die Waffen waren, mit denen Ich die Men­schen ausrüstete, um gegen die Kräfte oder Einflüsse des Bösen zu kämpfen, so sage Ich euch, dass es das Gebet, die Beharrlichkeit im Gesetz, der Glaube an mein Wort und die Liebe unterein­ander waren. (40, 65 - 70)

 56. Das Böse ist angewachsen unter den Menschen, mein Volk. Die Güte, die Tugend, die Liebe sind schwach gewesen gegenüber der Invasion des Bösen, der Krankheiten, der Plagen, der Seuchen und Unglücke. All das, was Saat der Verdorbenen ist, hat das Herz der Guten angesteckt, hat manche straucheln lassen, hat die Zahl der Treuen dezimiert, weil das Böse große Gewalt über die Menschheit ausgeübt hat.

 57. Ich habe zugelassen, dass solches geschieht, um der euch gewährten Willensfreiheit willen. Denn hinter all der Verdorbenheit, all der Finsternis und der Verblendung der Menschen gibt es ein göttliches Licht, das Gewis­sen, das nicht vergeht und niemals vergehen wird. Es gibt eine ursprüngli­che Wesenheit, welche der Geist ist, der den Kuss, den der Vater ihm gab, und welcher das Göttliche Siegel ist, mit dem Ich alle meine Kinder auf den Weg des Kampfes ausgesandt habe, unbefleckt bewahrt. Durch dieses Merkmal wird keines dieser Geistwe­sen verloren gehen. (345, 11 –12)


Der Kampf zwischen Gut und Böse

 58. Ihr wart auch verwundert ange­sichts der Gewalt, welche Männer und Frauen in ihrer Bösartigkeit während aller Epochen eures menschlichen Da­seins offenbart haben. Das Buch eurer Geschichtsschreibung hat ihre Namen zusammengetragen. Im Erinnerungs­buch eures Daseins, in dem Buch, in welchem Gott alle eure Taten, all eure Werke aufschreibt und festhält, sind ihre Namen gleichfalls enthalten, und ihr habt euch darüber gewundert, dass ein Geist, ein menschliches Herz soviel Kraft für das Böse bergen, soviel Mut aufrecht erhalten kann, um nicht vor seinen eigenen Werken zu erschauern; dass er die Stimme seines Gewissens zum Schweigen bringen kann, um nicht die Rechenschaftsforderung Gottes zu vernehmen, die Er durch dasselbe von all seinen Kindern verlangt. Und wie oft ist der Lebensweg jener Geistwesen auf diesem Planeten lang und von Dauer gewesen.

 59. Diese Menschen, die sich auf­grund der Willensfreiheit meiner Liebe und meiner Gerechtigkeit widersetzt haben, habe Ich verwendet und Mich gerade ihres Ungehorsams bedient, um sie zu meinen Dienern zu machen. In der Meinung, frei zu handeln, waren alle ihre Gedanken, Worte und Taten ein Werkzeug meiner Gerechtigkeit – sowohl in Bezug auf sich selbst, als auch auf die anderen.

 60. Doch wann wird jene Herrschaft enden? – Der Vater sagt euch: Die Herrschaft des Bösen hat die Mensch­heit niemals beherrscht, denn selbst in den Zeiten größter Verderbtheit gab es Mir getreue Menschen, die meiner Unterweisung gehorsam waren und Apostel meines Gesetzes. Aber der Kampf hat von Anfang an immer exis­tiert.

 61. Welche jener beiden Kräfte ist bisher im Kampfe überlegen gewesen? Die des Bösen! Daher musste Ich Mich unter euch körperlich hörbar machen, um euch beizustehen, um eure Hoff­nung und euren Glauben an Mich neu zu beleben, um euren Herzen Wärme zu geben und euch zu sagen: Ihr seid nicht allein auf dem Wege, Ich habe euch niemals belogen. Ihr dürft die Prinzipien, die Ich in euch gelegt habe, niemals abändern. Dies ist der Weg des Guten und der Liebe. (345, 48 – 49)

 62. Seht, wie mein Licht die Nebel eurer Welt zerreißt. Ich kämpfe zwar gegen Menschen, aber nur, um alles Böse auszutilgen, das in ihren Herzen lebt. Ich werde das Licht und die Kraft meiner Liebe in jene legen, die Mir getreulich folgen, und diese werden dann sagen: "Lasst uns den Drachen suchen, der uns auflauert- das Untier, das uns dazu bringt, zu sündigen und den Herrn zu beleidigen". Sie werden es auf den Meeren, in der Wüste, auf den Bergen und in den Wäldern, im Unsichtbaren suchen und es nicht fin­den, weil es im Herzen des Menschen lebt. Nur dieses hat es gezeugt, und dort ist es gewachsen, bis es die Erde beherrscht hat.

 63. Wenn das Blinken meines Licht­schwertes das Herz jedes Menschen verletzt, wird die Gewalt, die vom Bösen ausgeht, immer schwächer wer­den, bis sie vergeht. Dann werdet ihr sagen: "Herr, mit der göttlichen Kraft Deiner Barmherzigkeit habe ich den Drachen besiegt, von dem ich glaubte, dass er vom Unsichtbaren aus auflau­ert, ohne daran zu denken, dass ich ihn im eigenen Herzen trug."

 64. Wenn einmal in allen Menschen die Weisheit erstrahlt – wer wird es dann noch wagen, Gutes in Böses zu verfälschen? Wer wird dann noch das Ewige für das Vergängliche hingeben? Wahrlich, Ich sage euch: niemand; denn ihr alle werdet stark sein in der göttlichen Weisheit. Die Sünde ist nur Folge von Unwissenheit und Schwä­che. (160, 51 – 54)


Versuchungen und Verführungen

 65. Vielerlei "Bäume" pflegt die Menschheit; der Hunger und das Elend der Menschen lässt sie bei ihnen Schatten und Früchte suchen, die ihnen Heil, Gerechtigkeit oder Frieden an­bieten. Diese Bäume sind Lehren von Menschen, die oftmals von Hass, Selbstsucht, Machtstreben und Grö­ßenwahn inspiriert sind. Ihre Früchte sind Tod, Blut, Zerstörung und Schän­dungen des Heiligsten im Leben des Menschen, welches die Freiheit des Glaubens, Denkens, Sprechens ist – mit einem Wort: der Raub seiner Geistes­freiheit. Es sind die finsteren Mächte, die sich erheben, um gegen das Licht anzukämpfen. (113, 52 – 53)

 66. Ich habe dir gesagt, geliebtes Is­rael, dass die Zeit kommen wird, in der sich schlechte Sprachrohre erheben werden, um einem falschen Jesus Zu­gang zu gewähren, und in ihrem mate­riellen Streben werden sie betrügen und sagen, dass durch sie der Meister spricht. Es werden falsche "Führer" und falsche "Propheten", falsche "Sol­daten" aufstehen, die euch mit ihrem Wort und materiellen Bestreben vom Weg des Lichtes und der Wahrheit abbringen wollen. (346, 38)

 67. Betet, erkennt, dass jetzt die Zeit ist, in der meine Gerechtigkeit und mein Licht alle dunklen Mächte auf­gewühlt hat. Es ist dies eine schwierige und gefahrvolle Zeit, denn selbst die Wesen, die in der Finsternis hausen, werden sich unter euch als Lichtwesen ausgeben, um euch zu verführen, um euch zu verwirren. Ich gebe euch mein Licht, damit ihr nicht vom Wege abirrt, noch euch von jenen täuschen lasst, die meinen Namen missbrauchen.

 68. Die Verführer sind nicht nur un­sichtbare Wesen, ihr findet sie auch in Menschen inkarniert, die zu euch von Lehren sprechen, die Licht vortäu­schen, die aber im Widerspruch zu meinen Lehren stehen. Diesen sollt ihr kein Gehör schenken. (132, 7 – 8)

 69. Mein Reich ist stark und mächtig, und wenn Ich zugelassen habe, dass sich vor meiner Kraft und meiner Macht eine andere Macht erhebt – die des Bösen– so deshalb, um die meine zu beweisen; damit ihr angesichts des Betruges, der Finsternis, die Kraft mei­nes Lichtes und meiner Wahrheit erlebt und schaut. Es geschieht, damit ihr erkennt, dass jenes Reich der dunklen Schatten der Verirrungen und Versu­chungen, obschon es große Macht hat, mein Werkzeug ist, und Ich Mich in Wirklichkeit seiner bediene.

 70. Wenn Ich euch prüfe, geschieht dies nicht, um euch auf eurem Ent­wicklungswege aufzuhalten, denn Ich erwarte eure Ankunft in meinem Reich. Aber Ich will, dass ihr nach den Schlachten siegreich zu Mir kommt, nach dem Kampfe stark seid, voll Licht der geistigen Erfahrung nach der lan­gen Pilgerschaft, voller Verdienste im Geiste, damit ihr euer Angesicht de­mütig erheben und den Vater schauen könnt in dem Augenblick, da Er sich naht, um euch seinen Göttlichen Kuss zu geben – ein Kuss, der alles Glück und alle Vollkommenheiten für euren Geist enthält. (327, 8 - 9)


Moralische Verbrechen

 71. Menschen, Menschen, die ihr euch alle aneinander stoßt! Ich habe euch angetroffen, wie ihr eure Bosheit leugnet und euch mit dem brüstet, was ihr für Größe haltet, während ihr eure Schandflecken verbergt. Doch Ich sage euch, dass der Mensch, der sich für lobenswert hält in seiner scheinbaren Größe, ein geistig Armer ist. Und de­nen, die aus Mangel an Tugenden über die Fehler der andern lästern und fremde Verfehlungen richten, muss Ich sagen, dass sie Heuchler sind und der Gerechtigkeit und Wahrheit sehr ferne sind.

 72. Nicht nur jene morden, die das Leben des Körpers nehmen, sondern auch die, die das Herz durch Verleum­dungen zerreißen. Jene, die die Gefühle des Herzens, den Glauben, das Ideal töten, sind Mörder des Geistes. Und wie viele von ihnen leben frei, ohne Gefängnis und ohne Ketten.

 73. Wundert euch nicht, dass Ich so zu euch spreche, denn Ich sehe unter euch zerstörte Heime, weil ihr, eure Pflichten missachtend, außerhalb von ihnen neue Verpflichtungen eingegan­gen seid, ohne euch um den Schmerz und die Verlassenheit eurer Angehöri­gen zu kümmern. Seht euch um, wie viel zerstörte Heime gibt es, wie viele Frauen im Laster, und wie viele Kinder ohne Vater. Wie könnten in jenen Her­zen die Zärtlichkeit und Liebe existie­ren? Meint ihr nicht, dass derjenige, der das Glück jener Menschen abgetö­tet und das zerstört hat, was heilig war, ein Verbrecher ist?

 74. Ihr habt euch derart an das Böse gewöhnt, dass ihr selbst die Menschen, die jene neuen Todeswaffen erfinden, groß nennt, weil sie in einem Augen­blick Millionen Menschenleben ver­nichten können. Und ihr nennt sie so­gar Gelehrte. Wo bleibt da eure Ver­nunft? Groß kann man nur durch den Geist sein, und gelehrt nur der, der auf dem Weg der Wahrheit wandelt. (235, 36 - 39)



Ohnmacht und Vergänglichkeit des Bösen

 75. Groß, sehr groß ist in euren Au­gen die menschliche Verderbtheit, furchtbar erscheint euch die Macht und die Kraft des Bösen, welche die Men­schen ausüben; und dennoch sage Ich euch, dass sie schwach ist gegenüber der Kraft meiner Gerechtigkeit, gegen­über meiner Göttlichkeit, welche Herr des Schicksals, des Lebens, des Todes und der ganzen Schöpfung ist. (54, 70)

 76. Nur ein Wesen, das allmächtig wäre wie Ich, könnte mit Mir kämpfen. Doch glaubt ihr, dass, wenn eine Gott­heit aus Mir hervorginge, sie gegen Mich wäre? Oder glaubt ihr etwa, dass sie aus dem Nichts entstehen kann? Aus dem Nichts kann nichts hervorge­hen.

 77. Ich bin Alles und bin niemals ge­boren. Ich bin der Anfang und das Ende, das Alpha und das Omega alles Geschaffenen.

 78. Könnt ihr euch vorstellen, dass eines der von Mir geschaffenen Wesen sich zu Gott emporrecken könnte? Alle Geschöpfe haben Grenzen, und um Gott zu sein, ist es notwendig, keine Grenzen zu haben. Wer jene Träume von Macht und Größe gehegt hat, ist in die Finsternis seines eigenen Hochmuts gefallen. (73, 34 - 35)

 79. Wahrlich, ich sage euch, es gibt keine Macht, die ihr meiner Liebe ent­gegenstellen könnt. Die Feinde erwei­sen sich als armselig, die gegnerischen Kräfte sind schwach, die Waffen, die gegen die Wahrheit und die Gerechtig­keit zu kämpfen versuchten, sind im­mer zerbrechlich gewesen.

 80. Der Kampf, den die Kräfte des Bösen gegen die göttliche Gerechtig­keit geführt haben, ist euch als ein endloser Konflikt erschienen. Und dennoch – angesichts der Ewigkeit wird er wie ein Augenblick sein, und die begangenen Verfehlungen während der Zeit der Unvollkommenheit eures Geistes werden wie ein kleiner Fleck sein, den eure Tugend und meine lie­bevolle Gerechtigkeit für immer auslö­schen werden. (179, 12 - 13)


Die Kraft der Vergebung

 81. Ihr Menschen alle, Ich frage euch und betrachte dabei dies Volk hier als eure Stellvertreter: Wann werdet ihr euch innerlich erheben, euch unterein­ander lieben und euch gegenseitig eure Beleidigungen vergeben? Wann wird endlich Friede auf eurem Planeten sein?

 82. Die Vergebung, die der Liebe entspringt, lehrt allein meine Lehre, und sie besitzt eine machtvolle Kraft, um das Böse in Gutes zu verwandeln, den Sünder zu einem tugendhaften Menschen zu bekehren und umzuwan­deln.

 83. Lernt zu vergeben, und ihr werdet auf eurer Welt den Beginn des Friedens haben. Wenn es tausendmal nötig wäre, zu vergeben, sollt ihr es tausendmal tun. Seid ihr euch nicht bewusst, dass eine Versöhnung zur rechten Zeit euch erspart, einen Leidenskelch zu trinken? (238, 12 -14)

84. Solange ihr Menschen seid, erin­nert euch an Mich an jenem Kreuz, wie Ich meinen Henkern vergab, sie seg­nete und heilte, damit ihr während eures ganzen schweren Lebensweges gleichfalls jene segnet, die euch Un­recht tun, und ihr denen alles nur mög­liche Gute tut, die euch Böses angetan haben. Wer so handelt, ist mein Jünger, und wahrlich, Ich sage ihm, dass sein Schmerz immer nur kurz sein wird, denn Ich werde ihn in den Augenbli­cken seiner Prüfung meine Kraft fühlen lassen. (263, 56)

 85. Vergebt einander, und ihr werdet dabei Erleichterung für euch selbst und für den finden, der euch Unrecht getan hat. Tragt nicht die Last des Hasses oder des Grolls in eurem Geist; seid reinen Herzens, und ihr habt das Ge­heimnis des Friedens entdeckt und werdet als Apostel meiner Wahrheit leben. (243,63)


Kapitel 41 - Die Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits

Inspiration und Beistand durch die Geistige Welt

 1. Ihr alle bewegt euch auf der Stu­fenleiter geistiger Vervollkommnung; einige haben die Entwicklung erreicht, die ihr derzeit noch nicht fassen könnt, andere kommen nach euch.

 2. Die großen Geistwesen, groß durch ihren Kampf, durch ihre Liebe, durch ihre Anstrengung, suchen die Harmonie mit ihren kleinen Ge­schwistern, mit den fernstehenden, den nachlässigen; ihre Aufgaben sind edel und hoch, ihre Liebe zu meiner Gött­lichkeit und zu euch ist ebenfalls sehr groß.

 3. Diese Geistwesen wissen, dass sie für die Tätigkeit, für die Höherent­wicklung geschaffen wurden; sie wis­sen, dass es für die Kinder Gottes keine Untätigkeit gibt. In der Schöpfung ist alles Leben, Bewegung, Gleichge­wicht, Harmonie; und daher arbeiten diese unzähligen Wesen, strengen sich an und freuen sich in ihrem Kampf, in der Erkenntnis, dass sie auf diese Weise ihren Herrn verherrlichen und dem Fortschritt und der Vervollkomm­nung ihrer Nächsten dienen.

 4. Heute, da ihr euch abseits des We­ges befindet, den euch mein Gesetz kennzeichnet, kennt ihr nicht den Ein­fluss, den diese eure Geschwister auf euch ausüben; doch wenn ihr die Emp­findsamkeit besitzt, um jene Ausstrah­lungen, Eingebungen und Botschaften, die sie euch senden, wahrzunehmen, werdet ihr eine Ahnung von der Unzahl von Beschäftigungen und edlen Wer­ken haben, denen sie ihr Dasein wei­hen.

 5. Ihr müsst wissen, dass jene Geist­wesen in ihrer Liebe und Achtung vor den Gesetzen des Schöpfers niemals nehmen, was ihnen nicht zusteht, noch das Verbotene anrühren oder dort ein­dringen, wo sie wissen, dass sie es nicht dürfen, um nicht die Grundbe­standteile der Schöpfung in Disharmo­nie zu bringen.

 6. Wie anders machen es die Men­schen auf der Erde, die in ihrem Trachten, groß und mächtig in der Welt zu sein, ohne den geringsten Respekt gegenüber meinen Lehren mit dem Schlüssel der Wissenschaft die zerstö­rerischen Naturkräfte suchen, die Tore zu unbekannten Kräften öffnen und auf diese Weise die Harmonie in der Natur, die sie umgibt, zerstören!

 7. Wann wird der Mensch sich auf­nahmefähig zu machen verstehen, um den weisen Rat der Geistigen Welt zu hören und sich auf diese Weise von deren Eingebungen leiten zu lassen?

 8. Wahrlich, Ich sage euch, dies würde genügen, euch auf sicherem Wege auf den Gipfel des Berges zu bringen, der euch zukommt; dort wür­det ihr vor euch einen geraden und lichtvollen Pfad erblicken, den die Geistwesen zurückgelegt haben, wel­che jetzt nur dazu da sind, euch Gutes zu erweisen und euch in eurer Mühsal beizustehen, wobei sie euch Schritt für Schritt dem Ende des Weges näher bringen, wo euer Vater euch alle er­wartet.

 9. Da Ich zu euch über die Güte und geistige Höhe jener Wesen gesprochen habe, muss ich euch sagen, dass sie, wie ihr, auch von Anfang an die Gabe der Willensfreiheit hatten, das heißt wahre und heilige Freiheit des Han­delns, was Beweis der Liebe des Schöpfers zu seinen Kindern ist. (20, 28 – 36)

 10. Ihr geht nicht allein, denn meine Ermutigung und mein Licht sind mit jedem von euch. Aber für den Fall, dass euch dies wenig erscheinen sollte, habe Ich jedem menschlichen Ge­schöpf ein geistiges Lichtwesen zur Seite gestellt, um über eure Schritte zu wachen, um euch irgendeine Gefahr ahnen zu lassen, um euch als Gefährte in eurer Einsamkeit und als Stab auf der Lebensreise zu dienen. Es sind jene Wesenheiten, die ihr Schutzengel oder Beschützer nennt.

 11. Zeigt euch niemals undankbar ihnen gegenüber, und seid nicht taub für ihre Eingebungen, denn eure Kräfte werden nicht genügen, um alle Prüfun­gen des Lebens zu bestehen. Ihr bedürft jener, die weiter fortgeschritten sind als ihr, und die etwas aus eurer Zukunft kennen, weil Ich es ihnen offenbart habe.

 12. Der Kampf jener Wesen ist sehr schwer, solange ihr nicht die Vergeisti­gung erreicht, weil ihr eurerseits sehr wenig beitragt, um sie bei ihrer schwie­rigen Mission zu unterstützen.

 13. Wenn euch eure Vergeistigung erlaubt, die Gegenwart jener eurer Geschwister zu fühlen und wahrzu­nehmen, welche unsichtbar, ohne ir­gen­deine Zurschaustellung, zugunsten eures Wohlergehens und eures Fort­schritts wirken, dann werdet ihr es bedauern, sie genötigt zu haben, sich um eurer Sünden willen so sehr abzu­plagen und auch zu leiden. Doch wenn diese Einsicht in euch aufsteigt, dann nur, weil es in eurem Verstande bereits licht wurde. Dann wird Mitgefühl, Dankbarkeit und Verständnis für sie erwachen.

 14. Welch großes Glücksgefühl wird in euren Beschützern sein, wenn sie sehen, dass ihre Mühe von euch unter­stützt wird, und dass ihre Inspiration mit eurer Erhebung im Einklang ist!

 15. Ihr habt so viele Geschwister und so viele Freunde im "Geistigen Tale", die ihr nicht kennt.

 16. Morgen, wenn die Erkenntnis über das geistige Leben sich über den Erdkreis verbreitet hat, wird die Menschheit die Bedeutung jener We­sen an eurer Seite erkennen und die Menschen meine Vorsehung segnen. (334, 70 - 76)

 17. Wahrlich, Ich sage euch, wenn euer Glaube fest wäre, hättet ihr nicht das Verlangen, die Gegenwart des Geistigen mit den Sinnen des Fleisches zu spüren, denn dann wäre es der Geist, der mit seiner feinen Empfindsamkeit jene Welt wahrnehmen würde, die unaufhörlich um euch her pulsiert.

 18. Ja, Menschheit, wenn du dich der Geistigen Welt ferne fühlst, so können sich doch jene Wesen den Menschen nicht ferne fühlen, da es für sie keine Entfernungen, keine Grenzen noch Hindernisse gibt. Sie leben im Geisti­gen, und daher können sie dem Leben der menschlichen Wesen nicht ferne stehen, deren höchste Bestimmung die der Aufwärtsentwicklung und Vervoll­kommnung des Geistes ist. (317, 48 - 49)

 19. Die einzige Entfernung, die zwi­schen euch und Gott oder zwischen euch und einem Geistwesen existiert, ist nicht eine materielle Entfernung, sondern eine geistige, verursacht durch euren Mangel an Vorbereitung, an Reinheit oder Bereitschaft, die Inspira­tion und den geistigen Einfluss zu emp­fangen.

 20. Stellt niemals jene Entfernung zwischen euch und euren Meister oder zwischen euch und die Geistige Welt, dann werdet ihr euch immer der Wohltaten erfreuen, die meine Liebe über jene ausschüttet, die sie zu suchen verstehen. Immer werdet ihr das Ge­fühl haben, dass die Geistige Welt dem Herzen derer nahe ist, die sich vorbe­reiten, um sie zu fühlen.

 21. Wie groß ist die Entfernung, die die Menschheit dieser Zeit zwischen sich und das geistige Leben stellt! Sie ist so groß, dass die Menschen von heute Gott deshalb unendlich fern von sich fühlen und das Himmelreich für fern und unerreichbar halten. (321, 76 - 78)

 22. Ich sage euch, dass es nicht einen menschlichen Verstand gibt, der nicht unter dem Einfluss der Geistigen Welt lebt.

 23. Viele werden dies leugnen, doch niemand wird beweisen können, dass es unmöglich ist, dass der Verstand des Menschen die Gedanken und die Schwingungen nicht nur der Geistwe­sen und seiner eigenen Mitmenschen, sondern auch die meinen empfängt.

 24. Dies ist eine Offenbarung für die ganze Menschheit – eine Offenbarung, die, wenn sie verbreitet wird, offene Herzen finden wird, die sie mit großer Freude aufnehmen; ebenso wird sie auch auf hartnäckige Gegner und Be­kämpfer stoßen.

 25. Doch was werden diese tun kön­nen, um zu verhindern, dass das Licht des Geistigen Reiches im Leben der Menschen erstrahlt? Welcher Mittel werden sich die Ungläubigen bedienen können, um jene Schwingung auszu­schalten? Wer ist jener, der sich für außerhalb des universellen Einflusses stehend hält, welches die schöpferische und belebende Kraft Gottes ist?

 26. Ich spreche zu eurem Gewissen, zu eurem Geist und zu eurer Vernunft, doch Ich sage euch nochmals, dass ihr von anderen Daseinsebenen Botschaf­ten, Ideen und Inspirationen empfangt, und dass ebenso, wie ihr nicht wisst, woher euer Geist zur Inkarnation in diesen euren Körper kam, ihr auch nicht wisst, wer sich ihm unsichtbar und unfühlbar kundgibt. (282, 33- 37)


Verwirrte und übelwollende Geister

 27. Diese Zeit ist anders als die Erste und Zweite. Heute lebt ihr in einem Chaos entfesselter, sichtbarer und un­sichtbarer Elemente. Wehe dem, der nicht wacht, denn er wird unterliegen, und wer zugerüstet ist, muss kämpfen!

 28. Tausende unsichtbare Augen bli­cken auf euch; die einen, um euch auf eurem Wege aufzulauern und zu Fall zu bringen, die anderen, um euch zu beschützen. (138, 26 - 27)

 29. Die großen Legionen verwirrter Geistwesen führen Krieg mit den Men­schen, wobei sie deren Unwissenheit, Stumpfheit und Mangel an geistigem Schauen ausnützen; und die Menschen haben ihre Waffen der Liebe nicht zugerüstet, um sich vor ihren Angriffen zu schützen, weshalb sie bei diesem Kampfe wie schutzlose Wesen erschei­nen.

 30. Es war notwendig, dass meine geistige Lehre zu euch kam, um euch zu lehren, wie ihr euch zurüsten müsst, um bei diesem Gefecht siegreich zu bestehen.

 31. Von jener unsichtbaren Welt, die in eurer eigenen Welt webt und lebt, gehen Einflüsse aus, welche die Men­schen heimsuchen- sei es in ihrem Verstande, in ihren Gefühlen oder in ihrem Willen- und sie zu ergebenen Dienern, zu Sklaven, zu Werkzeugen, zu Opfern machen. Überall erscheinen geistige Kundgaben, und dennoch wollen die Weltmenschen weiterhin nicht wahrnehmen, was ihren Geist umgibt.

 32. Es ist nötig, die Schlacht zu be­ginnen, das Dunkel zu zerstören, damit, wenn das Licht in den Menschen an­bricht, alle sich in einer wahren Ge­meinschaft vereint aufmachen und durch das Gebet in dem Kampfe sie­gen, den sie gegen jene Mächte auf­nehmen, die sie so lange Zeit hindurch beherrscht haben.

 33. Menschen und Völker sind der Macht jener Einflüsse erlegen, ohne dass die Menschheit es bemerkt. Sel­tene und unbekannte Krankheiten, die von ihnen erzeugt werden, haben die Menschen niedergeworfen und die Wissenschaftler verwirrt.

 34. Wie viel Zwietracht, wie viel Verwirrung und Schmerz hat der Mensch auf sich gehäuft. Das Fehlen von Gebet, Moral und Geistigkeit hat die unreinen und verstörten Wesen angezogen. Doch was kann man schon von denen erwarten, die ohne Licht und ohne Vorbereitung abgeschieden sind?

 35. Dort sind jene, die ihr betrogen und unterdrückt habt, die ihr verstört und gedemütigt habt. Nur Verwirrung und Finsternis können sie euch zusen­den, sie können nur Rache üben, und sie machen euch nur Vorwürfe. (152, 22 - 28)

 36. Legionen von Wesen der Finster­nis gelangen wie Gewitterwolken unter die Menschheit, verursachen Umstürze, verwirren die Gedanken und verfins­tern die Herzen der Menschen. Und obwohl diese Menschheit Waffen hat, um sich gegen diese tückischen An­griffe zu verteidigen, verstehen die einen sie nicht zu gebrauchen, und die andern ahnen nicht einmal, dass sie sie besitzen. (240, 53)

 37. Die Menschheit von heute, so groß an Zahl sie in euren Augen auch ist, ist sehr klein im Vergleich mit der Welt der Geistwesen, die sie umgeben. Mit welcher Macht dringen jene Legi­onen auf die Wege der Menschen ein; doch diese nehmen jene Welt, die sie umwogt, nicht wahr, fühlen und hören sie nicht. (339, 29)

 38. Ein Mensch, der einem sündigen Leben verfallen ist, ist imstande, eine ganze Legion von Wesen der Finsternis hinter sich herzuziehen, die bewirken werden, dass er auf seinem Weg eine Spur unheilvoller Einflüsse hinterlässt. (87, 7)

 39. Wenn ihr von hier aus das "Geis­tige Tal" schauen könntet, wo die ver­materialisierten Wesen zu Hause sind – jene, die nichts für die geistige Reise nach diesem Leben erarbeitet haben – wärt ihr niedergeschmettert. Aber nicht einen Augenblick lang würdet ihr sa­gen: "Wie furchtbar ist die Gerechtig­keit Gottes!" Nein, stattdessen würdet ihr ausrufen: "Wie undankbar, wie ungerecht und grausam sind wir mit uns selbst! Wie gleichgültig gegenüber unserem Geist, und wie kalt sind wir als Jünger Jesu gewesen!"

 40. Daher hat der Vater erlaubt, dass sich jene Wesen zuweilen in eurem Leben bekunden und euch die schmerzliche, angstvolle Kunde von ihrem düsteren und friedlosen Leben geben. Sie sind Bewohner einer Welt, die nicht das strahlende Licht der geis­tigen Heimstätten besitzt, noch die Schönheiten der Erde, die sie zuvor bewohnten. (213, 52 - 53)

 41. Die Legionen von Geistwesen, die ziellos auf der Welt umherirren und auf verschiedene Weise an die Her­zenstüren der Menschen pochen, sind oftmals Stimmen, die euch sagen wol­len, dass ihr erwachen sollt, dass ihr eure Augen für die Wirklichkeit öffnen sollt, dass ihr eure Fehler bereuen und euch erneuern sollt, damit ihr später, wenn ihr euren Körper im Schoße der Erde zurücklasst, nicht wie sie eure Einsamkeit, eure Unwissenheit und euren Materialismus beweinen müsst. Erkennet hierin, wie selbst der Finster­nis Licht entspringt, denn kein Blatt vom Baume bewegt sich ohne meinen Willen; ebenso werden jene geistigen Manifestationen, die von Tag zu Tag mehr werden, die Menschen schließlich derart überschwemmen, dass sie am Ende die Skepsis der Menschheit be­siegen werden. (87, 65)

 42. Betet für die, die von euch schei­den und zum Jenseits aufbrechen, denn nicht allen gelingt es, den Weg zu fin­den, nicht alle sind imstande, sich geistig emporzuschwingen, noch errei­chen alle in kurzer Zeit den Frieden.

 43. Manche leben im Geistigen unter der Wahnvorstellung des materiellen Lebens; manche leiden unter heftigen Reuegefühlen; andere sind gefühllos, zusammen mit ihren Körpern unter der Erde begraben, und wieder andere können sich nicht von ihren Angehöri­gen trennen, von denen, die auf der Welt zurückblieben, weil das Klagen, die Selbstsucht und die menschliche Unwissenheit sie zurückhalten, sie an die Materie binden und des Friedens, des Lichtes und des Vorankommens berauben.

 44. Lasst zu, dass jene Geistwesen weiterziehen, die sich noch auf dieser Welt aufhalten, ohne dass sie ihnen noch zukommt; lasst sie die Güter, die sie in diesem Leben besaßen und lieb­ten, aufgeben, damit sie ihren Geist zur Unendlichkeit erheben können, wo sie das wahre Erbe erwartet. (106, 35 - 37)

 45. Es wird für euren Geist sehr wohltuend sein, bei eurer Ankunft im "Geistigen Tale" von ihnen empfangen zu werden und für die Barmherzigkeit, die ihr ihnen erwieset, Zeichen der Dankbarkeit zu erhalten. Groß wird eure Freude sein, wenn ihr sie dann von Licht durchdrungen seht.

 46. Aber wie leidvoll würde es sein, wenn ihr jener Legion von Wesen be­gegnet, die durch Verwirrtheit verfins­tert sind, und zu wissen, dass sie von eurer Seite eine Liebestat erwarteten, und ihr sie ihnen nicht zukommen lie­ßet. (287, 58)

 47. Wahrlich, Ich sage euch: Wenn Ich euch Menschen mit soviel Liebe und Barmherzigkeit behandle, so wende Ich Mich mit derselben fürsorg­lichen Liebe auch denen zu, die ihre früheren Verfehlungen im Jenseits sühnen. Ich sende diesen Wesen mein Licht, um sie aus ihrer Verstörtheit zu befreien, welche wie Finsternis ist, und aus ihren Selbstanklagen, welche das "Feuer" ist, um sie hernach unter die Menschen zu senden; damit jene, die früher Schmerz in die Herzen säten, jetzt mit Erkenntnislicht versehen zu Wohltätern und Beschützern ihrer ei­genen Geschwister werden. (169, 6)



Der Kampf der Geister um die Menschen

 48. Jenseits eures menschlichen Le­bens existiert eine Welt von Geistern, eure Geschwister, für den Menschen unsichtbare Wesen, die untereinander kämpfen, um euch zu erobern.

 49. Jener Kampf hat seinen Grund in der Unterschiedlichkeit der Entwick­lung, in der die einen und die anderen sich befinden. Während die Wesen des Lichtes, getragen vom Ideal der Liebe, der Harmonie, des Friedens und der Vervollkommnung, den Weg der Menschheit mit Licht bestreuen, ihr immer das Gute inspirieren und ihr all das offenbaren, was zum Wohle der Menschen ist, besäen die Wesen, die noch immer am Materialismus der Erde festhalten, die sich nicht von ihrer Selbstsucht und ihrer Liebe zur Welt zu lösen vermochten, oder die auf unbe­stimmte Zeit menschliche Süchte und Neigungen nähren, den Weg der Men­schen mit Verwirrungen, indem sie den Verstand verdunkeln, die Herzen blind machen, den Willen versklaven, um sich der Menschen zu bedienen und sie zu Werkzeugen ihrer Pläne zu machen, oder um sie zu gebrauchen, als ob sie ihre eigenen Körper wären.

 50. Während die Geistige Welt des Lichts den Geist der Menschen zu ge­winnen sucht, um ihm eine Bresche zur Ewigkeit hin zu öffnen; während jene gesegneten Heerscharen sich unabläs­sig abmühen, an Liebe zunehmen, zu Krankenpflegern am Schmerzenslager werden, zu Ratgebern an der Seite des Menschen, der die Last einer großen Verantwortung trägt; zu Beratern der Jugend, zu Beschützern der Kinder, zu Gefährten derer werden, die vergessen und allein leben, wirken die Legionen von Wesen ohne das Licht der geisti­gen Weisheit und ohne das erhebende Gefühl der Liebe gleichfalls unablässig unter den Menschen. Aber ihr Ziel ist es nicht, euch den Weg zum Geistigen Reich zu erleichtern – nein; die Absicht dieser Wesen ist völlig entgegenge­setzt, ihr Bestreben ist es, die Welt zu beherrschen, weiterhin die Herren der­selben zu sein, sich auf der Erde zu verewigen, die Menschen zu beherr­schen und sie zu Sklaven und Werk­zeugen ihres Willens zu machen - mit einem Wort: sich nicht das wegnehmen zu lassen, was sie immer als das Ihre betrachteten: die Welt.

 51. Also, Jünger: Unter den einen und den andern Wesen wogt ein hefti­ger Kampf – ein Kampf, den eure kör­perlichen Augen nicht sehen, dessen Widerspiegelungen sich jedoch Tag für Tag in eurer Welt fühlbar machen.

 52. Damit diese Menschheit sich verteidigen und von den schlechten Einflüssen befreien kann, benötigt sie Kenntnis von der Wahrheit, die sie umgibt, muss sie lernen, mit dem Geist zu beten, und muss auch wissen, mit welchen Fähigkeiten ihr Wesen aus­gestattet ist, um sie in dieser großen Schlacht des Guten gegen das Böse, des Lichtes gegen die Finsternis, der Vergeistigung gegen den Materialis­mus als Waffen gebrauchen zu können.

 53. Gerade die Geistige Welt des Lichts wirkt und kämpft und bereitet alles vor, damit die Welt sich eines Tages auf den Weg zur Vergeistigung macht.

 54. Denkt über all dies nach, und ihr werdet euch die Heftigkeit dieses Kampfes eurer geistigen Geschwister vorstellen können, die sich um die Rettung der Menschen bemühen – ein Kampf, der für sie ein Kelch ist, mit dem ihr ihnen fortwährend die Galle der Undankbarkeit zu trinken gebt, da ihr euch darauf beschränkt, von ihnen all das Gute zu empfangen, das sie euch bescheren, aber ohne euch jemals an ihre Seite zu stellen, um ihnen in ihrem Kampfe beizustehen.

 55. Nur wenige sind es, die sich ih­nen anzuschließen verstehen, wenige sind es, die für ihre Inspirationen emp­fänglich sind und ihre Hinweise befol­gen. Aber wie stark gehen diese durch das Leben, wie beschützt fühlen sie sich, welche Wonnen und Inspirationen beflügeln ihren Geist!

 56. Die Mehrheit der Menschen ist zwischen den beiden Einflüssen hin- und hergerissen, ohne sich für einen zu entscheiden, ohne sich völlig dem Ma­terialismus zu verschreiben, aber auch ohne sich anzustrengen, um sich von ihm zu befreien und ihr Leben zu ver­geistigen, das heißt, um es durch das Gute, durch Wissen und geistige Kraft zu erhöhen. Diese liegen noch ganz im Kampf mit sich selbst.

 57. Jene, die sich völlig dem Materi­alismus ergeben haben, ohne sich noch um die Stimme des Gewissens zu kümmern, und die alles missachten, soweit es sich auf ihren Geist bezieht, kämpfen nicht mehr, sie sind im Kampfe bezwungen worden. Sie glau­ben gesiegt zu haben, glauben frei zu sein, und merken nicht, dass sie Gefan­gene sind, und dass es nötig sein wird, dass die Legionen des Lichtes zur Finsternis herabkommen, um sie zu befreien.

 58. Diese Botschaft des Lichtes sende Ich allen Völkern der Erde, da­mit die Menschen erwachen, damit sie sich bewusst werden, wer der Feind ist, den sie bekämpfen müssen, bis sie ihn besiegt haben, und welche Waffen sie, ohne es zu wissen, mit sich führen. (321, 53 - 63)


Die Verbindung mit der Geisterwelt Gottes

 59. Jünger, erwachet und erkennet die Zeit, in der ihr lebt. Ich sage euch: ebenso, wie niemand meine Gerechtig­keit aufzuhalten vermag, ebenso wenig kann jemand die Tore zum Jenseits verschließen, die euch meine Barm­herzigkeit aufgetan hat. Niemand wird verhindern können, dass von jenen Welten Botschaften des Lichtes, der Hoffnung und der Weisheit zu den Menschen gelangen. (60, 82)

 60. Ich habe euch erlaubt, für kurze Zeit mit den Wesen des Jenseits in Verbindung zu treten, was Ich in der "Zweiten Zeit" nicht billigte, weil ihr damals nicht darauf vorbereitet wart – weder sie noch ihr. Diese Tür ist in dieser Zeit von Mir geöffnet worden, und damit mache Ich die Ankündigun­gen meiner Propheten und einiger mei­ner Verheißungen wahr.

 61. Im Jahre 1866 tat sich für euch diese unsichtbare Türe auf, und auch das Übermittlungsorgan der dazu Er­wählten, jene Botschaft kundzutun, welche die Geister des Lichtes den Menschen bringen würden.

 62. Vor jenem Jahre gaben sich in den Nationen und Völkern der Erde Geistwesen kund, die die vorauseilen­den Zeichen meiner Ankunft waren. (146, 15)

 63. Wenn die Menschen von heute nicht so hart und gefühllos wären, wür­den sie zweifellos andauernd Bot­schaften der Geistigen Welt empfan­gen, und gelegentlich würden sie sich von Scharen von Wesen umgeben se­hen, die unablässig auf das Erwachen der Menschen hinwirken, und sie wür­den feststellen, dass sie niemals allein sind.

 64. Die einen nennen jene Welt "un­sichtbar", andere "jenseitig". Doch weshalb? Einfach deshalb, weil ihnen der Glaube fehlt, um das Geistige zu "schauen", und weil ihre menschliche Armseligkeit ihnen das Gefühl gibt, einer Welt, die sie in ihren Herzen fühlen müssten, fern und fremd zu sein. (294, 32 - 33)

 65. Ihr seid erstaunt darüber, dass ein Geistwesen sich kundgibt oder mit euch in Verbindung tritt, ohne daran zu denken, dass auch ihr euch zum Aus­druck bringt und euch sogar in anderen Welten, in anderen Sphären kundgebt.

 66. Euer "Fleisch" [Seele] ist sich nicht bewusst, dass euer Geist sich in den Augenblicken des Gebets mit Mir verbindet, es vermag die Annäherung an euren Herrn mittels dieser Gabe nicht wahrzunehmen – nicht allein an meinen Geist, sondern auch an den eurer geistigen Geschwister, deren ihr in den Augenblicken des Gebetes ge­denkt.

 67. Ebenso wenig seid ihr euch be­wusst, dass der Geist sich in euren Ruhestunden, wenn der Körper schläft, je nach seiner Entwicklungshöhe und seiner Vergeis­tigung von seinem Kör­per löst und an entfernten Orten er­scheint, selbst in Geistigen Welten, die euer Verstand sich nicht einmal vor­stellen kann.

 68. Niemand wundere sich über diese Offenbarungen. Begreift, dass ihr euch derzeit der Vollendung der Zeiten nä­hert. (148, 75 - 78)
 
 69. Ich will, dass reine Gedanken die Sprache sein sollen, in der ihr euch mit euren Geschwistern verständigt, die im Geistigen wohnen, dass ihr euch auf diese Weise versteht, und wahrlich, eure Verdienste und eure guten Werke werden für sie von Nutzen sein; ebenso wie der Einfluss jener meiner Kinder, ihre Inspirationen und ihr Schutz für euch eine machtvolle Hilfe auf eurem Lebensweg sein werden, damit ihr gemeinsam zu Mir kommt.

 70. Vergeistigt euch, und ihr werdet in eurem Leben die wohltätige Gegen­wart jener Wesen erfahren: die Liebko­sung der Mutter, die ihr Kind auf der Erde zurückließ, die Warmherzigkeit und der Rat des Vaters, der gleichfalls hinscheiden musste. (245, 7 - 8)

 71. Dieses Werk wird von vielen kri­tisiert und abgelehnt werden, wenn sie erfahren, dass sich in ihm geistige We­senheiten kundgetan haben. Aber seid unbesorgt, denn es werden nur die Unwissenden sein, die diesen Teil mei­ner Unterweisungen bekämpfen.

 72. Wie oft haben die Apostel, die Propheten und die Sendboten des Herrn unter dem Einfluss geistiger Lichtwe­sen zur Welt gesprochen, ohne dass die Menschheit sich dessen bewusst wurde, und wie oft hat jeder von euch unter dem Willen geistiger Wesenheiten gehandelt und gesprochen, ohne dass ihr es wahrgenommen habt! Und eben dies, was schon immer geschehen ist, habe Ich euch jetzt bestätigt. (163, 24 - 25)

 73. Wenn euch nur die Neugier ver­anlassen sollte, die Verbindung mit dem Jenseits anzustreben, werdet ihr die Wahrheit nicht finden; wenn euch das Verlangen nach Größe oder die Eitelkeit dazu bringen sollte, werdet ihr keine wahre Kundgabe erhalten. Wenn die Versuchung euer Herz mit falschen Zielen oder eigensüchtigen Interessen betören sollte, werdet ihr gleichfalls nicht die Verbindung mit dem Lichte meines Heiligen Geistes erhalten. Nur eure Ehrfurcht, euer reines Gebet, eure Liebe, eure Barmherzigkeit, eure geis­tige Erhebung werden das Wunder bewirken, dass euer Geist seine Flügel ausbreitet, die Räume durchquert und zu den geistigen Heimstätten gelangt, soweit es mein Wille ist.

 74. Dies ist die Gnade und der Trost, die der Heilige Geist euch zugedachte, damit ihr ein- und dieselbe Heimstatt schauen und euch davon überzeugen würdet, dass es keinen Tod und keine Entfremdung gibt, dass nicht eines meiner Geschöpfe hinsichtlich des Ewigen Lebens stirbt. Denn in dieser "Dritten Zeit" werdet ihr auch jene Wesen in geistiger Umarmung umfan­gen können, die aus diesem irdischen Leben geschieden sind und die ihr gekannt habt, die ihr geliebt und auf dieser Welt, jedoch nicht in der Ewig­keit verloren habt.

 75. Viele von euch sind mit jenen Wesen mit Hilfe meiner "Arbeiter" in Verbindung getreten. Aber wahrlich, Ich sage euch, dies ist nicht die voll­kommene Art der Kontaktaufnahme, und die Zeit rückt näher, in der die inkarnierten und die entkörperten Geistwesen sich untereinander von Geist zu Geist werden verständigen können, ohne noch irgendein materiel­les oder menschliches Mittel zu ver­wenden, nämlich durch Inspiration, durch die Gabe der geistigen Feinfüh­ligkeit, der Offenbarung oder des Ah­nungs­vermögens. Die Augen eures Geistes werden die Gegenwart des Jenseits wahrnehmen können, danach wird euer Herz die Lebensäußerungen der Wesen nachfühlen, die das "Geis­tige Tal" bevölkern, und dann wird der Jubel eures Geistes sowie eure Er­kenntnis und die Liebe zum Vater groß sein.

 76. Dann werdet ihr wissen, was das Leben eures Geistes ist, wer er ist und wer er war, indem ihr euch selbst er­kennt, ohne euch in so engen Grenzen zu sehen wie jenen, die euren Körpern entsprechen. Denn der Vater sagt euch: auch wenn eure Körpermaterie tat­sächlich klein ist – wie ähnlich ist euer Geist meinem Göttlichen Geiste! (244, 21-24)



Kapitel 42 - Schuld und Sühne, Prüfungen und Leiden

Die Notwendigkeit von Reue und Sühne

 1. Wenn Ich häufig zulasse, dass ihr den gleichen Kelch trinkt, den ihr euren Brüdern gegeben habt, geschieht es, weil manche nur so das Böse begreifen, das sie verursachten; und indem sie durch die gleiche Prüfung gehen, die sie andere durchmachen ließen, werden sie den Schmerz kennen lernen, den sie fühlen ließen. Dies wird ihren Geist erleuchten und wird das Verstehen, die Reue, und folglich die Erfüllung mei­nes Gesetzes zur Folge haben.

 2. Aber wenn ihr vermeiden wollt, durch Leiden zu gehen oder den Kelch der Bitternis zu trinken, so könnt ihr das erreichen, indem ihr eure Schuld durch Reue, durch gute Werke, durch all das begleicht, was euch euer Gewis­sen zu tun heißt. So werdet ihr eine Liebesschuld begleichen, werdet eine Ehre, ein Leben oder den Frieden, die Gesundheit, die Freude oder das Brot zurückgeben, das ihr euren Mitmen­schen irgendeinmal geraubt habt.

 3. Seht, wie verschieden die Wirk­lichkeit meiner Gerechtigkeit von jener Vorstellung ist, die ihr euch von eurem Vater gemacht hattet!

 4. Vergesst nicht: Wenn Ich euch ge­sagt habe, dass keiner von euch verlo­ren gehen wird, habe ich euch ganz gewiss auch gesagt, dass jede Schuld beglichen und jede Verfehlung aus dem Buche des Lebens gestrichen werden muss. Es liegt an euch, den Weg zu wählen, um zu Mir zu gelangen. Ihr besitzt noch immer die Willensfreiheit.

 5. Wenn ihr das Gesetz der Wieder­ver­­geltung der alten Zeiten vorzieht, wie es die Menschen aus den stolzen Nationen noch immer handhaben, so seht ihre Resultate!

 6. Wenn ihr wollt, dass die Elle, mit der ihr eure Mitmenschen messt, auch euch messen soll, so braucht ihr nicht einmal auf euren Eintritt in das andere Leben zu warten, um meine Gerechtig­keit zu empfangen; denn hier (auf Er­den), wenn ihr es am wenigsten erwar­tet, werdet ihr euch in derselben kriti­schen Lage sehen, in die ihr eure Mit­menschen gebracht habt.

 7. Doch wenn ihr wollt, dass euch ein höheres Gesetz zu Hilfe kommt- nicht nur, um euch vom Schmerz zu be­freien, den ihr am meisten fürchtet, sondern auch, um euch edle Gedanken und gute Gefühle einzugeben, so betet, ruft Mich an, und geht dann euren Weg des Kampfes, um immer besser zu werden, um stark in den Prüfungen zu sein- mit einem Wort: um mit Liebe die Schuld zu bezahlen, die ihr gegenüber eurem Vater und euren Nächsten habt. (16, 53 - 59)

 8. Oft werde Ich von jemandem ge­fragt: "Meister, so Du unsere Verfeh­lungen vergibst – warum lässt Du dann zu, dass wir sie mit Schmerzen süh­nen?" Darauf sage Ich euch: Ich ver­gebe euch, aber es ist notwendig, jene Verstöße wiedergutzumachen, damit ihr eurem Geist die Reinheit zurück­gebt. (64, 14)

 9. Ich habe euch gesagt, dass selbst der letzte Flecken aus dem Herzen des Menschen getilgt werden wird, doch Ich sage euch auch, dass jeder seine eigenen Schandflecken abwaschen muss. Erinnert euch, dass Ich euch sagte: "Mit der Elle, mit der ihr messt, werdet ihr gemessen werden", und "Was man sät, muss man ernten". (150, 47)

 10. Von den materiellen Opfergaben, welche die Menschheit Mir darbringt, nehme Ich nur die gute Absicht entge­gen, wenn diese in Wahrheit gut ist; denn nicht immer kommt in einer Gabe eine hochherzige und edle Absicht zum Ausdruck. Wie oft bieten Mir die Men­schen ihr Opfer an, um ihre Übeltaten zu verdecken oder um dafür etwas von Mir zu verlangen. Darum sage Ich euch, dass der Friede des Geistes nicht käuflich ist, dass eure dunklen Flecken nicht durch materiellen Reichtum ab­gewaschen werden, auch wenn ihr Mir den größten Schatz anbieten könntet.

 11. Reue, Schmerz darüber, dass man Mich beleidigt hat, Erneuerung, Besse­rung, Wiedergutmachung der begange­nen Verfehlungen, dies alles mit der Demut, die Ich euch gelehrt habe- ja, dann bringen Mir die Menschen die wahren Opfer des Herzens, des Geistes und der Gedanken dar, die eurem Vater unendlich wohlgefälliger sind als der Weihrauch, die Blumen und die Ker­zen. (36, 27 - 28)


Das Sühnegesetz

 12. Ihr habt eine Gelegenheit nach der andern gehabt, und darin könnt ihr meine unendliche Liebe zu euch erken­nen; denn Ich habe euch beschenkt und eurer Wesenheit die Gelegenheit ge­währt, Fehler wiedergutzumachen, euren Geist zu läutern und zu vervoll­kommnen, anstatt euch zu strafen oder auf ewig zu verdammen, wie ihr früher zu denken gewohnt wart.

 13. Wer, der diese Lehren kennt und daran glaubt, dass sie wahr sind, würde es wagen, seiner Aufgabe auf Erden den Rücken zu kehren, obwohl er weiß, dass er damit eine noch härtere Sühne für seinen Geist bewirkt?

 14. Denn obschon es zutrifft, dass meine Gerechtigkeit euch neue Gele­genheiten bietet, um Flecken zu besei­tigen und Fehler wiedergutzumachen, trifft es auch zu, dass mit jeder Gele­genheit die Zahl der Prüfungen größer wird, und dass die Mühen und Leiden jedes Mal intensiver werden, so wie auch die begangenen Fehler schwer­wiegender wurden.

 15. Eure Pflicht – man sollte nicht von Strafe sprechen – wird darin beste­hen, wiederherzustellen, zu erneuern, wiedergutzumachen und bis zur letzten Schuld zu begleichen. Niemand – we­der euer Himmlischer Vater, noch eure Geschwister auf der Erde oder im "Geistigen Tale" – werden das tun, was nur ihr selbst tun müsst, obschon Ich euch sage, dass Ich immer eurem Rufe folgen werde. Wenn ihr euch einsam und verlassen glaubt, werdet ihr meine Gegenwart fühlen, und die Geistige Welt wird immer kommen, um euch bei der Last eures Kreuzes zu stützen. (289, 45 -47)

 16. Nur meine Liebe und meine Ge­rechtigkeit können heute jene beschüt­zen, die Hunger und Durst danach haben. Ich allein vermag in meiner vollkommenen Gerechtigkeit den auf­zunehmen, der sich selbst das Leben nimmt.

 17. Wenn diese wüssten, dass die Verlassenheit des Geistes schrecklicher ist als die Einsamkeit in dieser Welt, würden sie geduldig und mutig bis zum letzten Tag ihres Erdendaseins aushar­ren. (165, 73 - 74)

 18. Ich vernichte keines meiner Kin­der, so sehr sie Mich auch verletzen; Ich erhalte sie und gebe ihnen Gele­genheit, ihre Verfehlung wiedergutzu­machen und zu dem Weg zurückzukeh­ren, den sie verlassen hatten. Doch obwohl Ich ihnen vergeben habe, wer­den sie mit der Frucht ihrer Werke konfrontiert, und diese sind es, die sie richten und ihnen den rechten Weg weisen. (96, 55)


Die Ursache von Prüfungen und Leiden

 19. Erkennt euch selbst! Ich habe das Dasein der Menschen aller Zeiten be­trachtet und weiß, was der Grund von all ihrem Schmerz und Unglück gewe­sen ist.

 20. Seit den ersten Zeiten habe Ich gesehen, wie die Menschen sich (ge­genseitig) aus Neid, aus Mate­rialismus, aus Machthunger das Leben nahmen; immer haben sie ihren Geist vernach­lässigt, im Glauben, nur Materie zu sein, und wenn dann die Stunde ge­kommen ist, die menschliche Gestalt auf Erden zurückzulassen, blieb nur das übrig, was sie in ihrem materiellen Leben schufen, ohne irgendeine Selig­keit für den Geist zu ernten; denn sie haben sie nicht gesucht, nicht an sie gedacht, haben sich weder um die Tu­genden des Geistes, noch um Wissen gekümmert. Sie begnügten sich damit, zu leben, ohne den Weg zu suchen, der sie zu Gott führt. (11, 42 - 43)

 21. Heute habt ihr euch trotz des Fortschritts eurer Zivilisation immer mehr von der materiellen Natur ent­fernt, ebenso wie auch vom Geistigen, vom Reinen, von dem, was von Gott ist. Deshalb fallt ihr mit jedem Ab­schnitt eures Lebens in immer größere Schwäche, in immer größeres Leid, trotz eures Verlangens, mit jedem Tag, den ihr auf Erden verbringt, stärker und glücklicher zu werden. Doch ihr werdet nun einen Schritt vorwärts machen in der Erfüllung meines Gesetzes, o Be­wohner der Erde! (16, 35)

 22. Die Prüfungen, denen ihr auf eu­rem Lebensweg begegnet, sind kein Zufall, Ich habe sie euch gesandt, da­mit ihr Verdienste erwerbt. Kein Blatt vom Baume bewegt sich ohne meinen Willen, und Ich bin sowohl in den gro­ßen, als auch in den kleinen Werken der Schöpfung.

 23. Wachet und betet, damit ihr ver­stehen lernt, welches die Frucht ist, die ihr von jeder Prüfung ernten sollt, da­mit eure Sühne kürzer ist. Nehmt euer Kreuz mit Liebe auf euch, und Ich werde bewirken, dass ihr eure Sühne mit Geduld tragt. (25, 6)

 24. Wenn die Menschen unter La­chen, Vergnügungen und Eitelkeiten Mich vergessen und Mich sogar leug­nen, warum verzagen und zittern sie, wenn sie die Ernte der Tränen einho­len, die ihren Geist und ihren Körper quält? Dann lästern sie, sagen, dass es keinen Gott gibt.

 25. Mutig genug ist der Mensch, um zu sündigen, entschlossen, vom Wege meines Gesetzes abzuweichen; doch Ich versichere euch, dass er überaus feige ist, wenn es sich darum handelt, zu sühnen und seine Schulden zu be­gleichen. Dennoch stärke Ich euch in eurer Feigheit, beschütze euch in euren Schwächen, reiße euch aus eurer Le­thargie, trockne eure Tränen und gebe euch neue Gelegenheiten, damit ihr das verlorene Licht zurückgewinnt und den vergessenen Weg meines Gesetzes wiederfindet.

 26. Ich komme, euch wie in der Zweiten Zeit das Brot und den Wein des Lebens zu bringen, sowohl für den Geist, als auch für den Körper, damit ihr mit allem von eurem Vater Ge­schaffenen in Harmonie lebt.

 27. Auf meinen Wegen blühen die Tugenden, auf euren dagegen gibt es Dornen, Abgründe und Bitternisse.

 28. Wer sagt, dass die Wege des Herrn voller Dornen sind, weiß nicht, was er sagt, denn Ich habe für keines meiner Kinder den Schmerz geschaf­fen; doch die, welche sich vom Pfade des Lichts und des Friedens entfernt haben, werden bei der Rückkehr zu ihm die Folgen ihrer Schuld erleiden müssen.

 29. Warum habt ihr den Kelch des Leidens getrunken? Warum habt ihr das Gebot des Herrn vergessen, ebenso wie die Mission, die Ich euch anver­traute? Weil ihr mein Gesetz durch die euren ersetzt habt, und hier habt ihr die Ergebnisse eurer eitlen Weisheit: Bitte­res Leid, Krieg, Fanatismus, Enttäu­schungen und Lügen, die euch ersti­cken und mit Verzweiflung erfüllen. Und das Schmerzlichste für den ver­materialisierten Menschen, für den, der alles seinen Berechnungen unterwirft und den materiellen Gesetzen dieser Welt unter­stellt, ist dies, dass er nach diesem Leben noch immer die Last seiner Verirrungen und Neigungen mit sich herumschleppen wird. Dann wird das Leiden eures Geistes sehr groß sein.

 30. Schüttelt hier eure Sündenlast ab, erfüllt mein Gesetz und kommt bald. Bittet alle um Vergebung, die ihr ver­letzt habt, und überlasst das übrige Mir; denn kurz wird eure Zeit zum Lieben sein, wenn ihr euch wirklich ent­schließt, es zu tun. (17, 37 - 43)

 31. Kommt alle zu Mir, die ihr ein verborgenes Leid im Herzen tragt. Ihr tragt heimlich einen Schmerz in euch, den euch ein Verrat zugefügt hat, und eure Verbitterung ist sehr groß, weil es ein sehr geliebtes Wesen war, das euch tief verletzt hat.

 32. Werdet stille in euch, damit das Gebet euch erleuchtet und ihr erfahren könnt, ob nicht ihr irgendeinmal der Grund dafür wart, dass man euch ver­raten hat. Dann wird das Gebet euch in dem Gedanken bestärken, dass ihr de­nen vergeben müsst, die euch in eurer Liebe, eurem Glauben, eurem Ver­trauen verraten.

 33. Wahrlich, Ich sage euch, im sel­ben Augenblick, da ihr dem vergebt, der euch beleidigt hat, werdet ihr mei­nen Frieden voll fühlen; denn in die­sem Augenblick wird sich euer Geist mit dem meinen vereint haben, und Ich werde meinen Mantel ausbreiten, um euch zu vergeben und euch beide in meine Liebe zu hüllen. (312, 49 - 51)

 34. In Wahrheit sagt euch der Meis­ter: Ich habe für jeden Geist ein Reich des Friedens und der Vollkommenheit vorbereitet. Doch diesem Reich, das Ich bereitet habe, stellt sich ein anderes Reich entgegen: die Welt. Während man mein Reich durch Demut, Liebe und Tugend erringt, erfordert die Inbe­sitznahme des anderen Reiches Hoch­mut, Ehrgeiz, Stolz, Habgier, Egoismus und Bosheit.

 35. Zu allen Zeiten hat sich die Welt meinem Reiche widersetzt, allezeit sind die, die Mir nachfolgen, auf ihrem Wege bedrängt und in Versuchung geführt worden, sei es durch sichtbare Einflüsse oder unsichtbare Kräfte.

 36. Dies ist nicht die einzige Zeit, in der ihr über Dornen schreitet, um zu Mir zu gelangen, es ist nicht das erste­mal, dass euer Geist, im Bemühen meine Gegenwart zu erreichen, strau­chelt. Zu allen Zeiten habt ihr den Kampf im Innersten eures Wesens ausgetragen.

 37. Die Inspiration meines Geistes erhellt euer Inneres und hat eine Schlacht entfacht mit den dunklen Kräften, mit den falschen Lichtern, den falschen Tugenden, mit der Materie, mit allem Überflüssigen, mit der gan­zen falschen Herrlichkeit dieser Welt. (327, 3)

 38. Ich segne den Schmerz, den ihr um meinetwillen ertragen habt, denn alles, was ihr um meinetwillen leidet, wird euch ewig würdig machen. (338, 61)


Glaube, Ergebung und Demut in den Prüfungen

 39. Das menschliche Leben ist für den Geist der Schmelztiegel, in dem er sich läutert, und der Amboss, auf dem er geschmiedet wird. Es ist unerläss­lich, dass der Mensch ein Ideal in sei­nem Geiste hat, Glauben an seinen Schöpfer und Liebe zu seiner Bestim­mung, um sein Kreuz mit Geduld bis zum Gipfel seines Kalvarienberges zu tragen.

 40. Ohne Glauben an das ewige Le­ben gerät der Mensch in Verzweiflung bei all den schweren Prüfungen, ohne hohe Ideale versinkt er im Materialis­mus, und ohne Kräfte, um eine Enttäu­schung zu ertragen, geht er in der Mutlosigkeit oder im Laster zugrunde. (99, 38 – 39)

 41. Ich sage euch, dass ihr euer Kreuz lieben sollt; denn wenn ihr euch dagegen auflehnt, während ihr es auf den Schultern tragen müsst, wird der Schmerz in euren Herzen eine tiefe Wunde reißen. Ich liebe mein Kreuz wirklich, oh Volk; doch wisst ihr, was Ich mein Kreuz nenne? Mein Kreuz besteht aus euch, o Menschen, die Ich so sehr liebe. (144, 20)

 42. Der Glaube, die Ergebenheit und die Demut gegenüber dem von Mir Verfügten werden den Prüfungsweg kürzer machen, weil ihr dann den Lei­densweg nicht mehr als einmal gehen werdet. Aber wenn in den Prüfungen Auflehnung, Unzufriedenheit oder gar Gotteslästerungen aufkommen, wird die Heimsuchung länger dauern, denn ihr werdet dann jenen Weg aufs neue zurücklegen müssen, bis die Lektion gelernt ist. (139, 49)

 43. Ich sage euch: die Prüfungen, die sich der Mensch in dieser Zeit selbst geschaffen hat, sind sehr schwer, denn so sind sie für seine Rettung notwen­dig.

 44. Am Geliebtesten eines jeden Menschen wird sich die göttliche Ge­rechtigkeit vollziehen, um vom Werke eines jeden menschlichen Geschöpfes Rechenschaft zu fordern.

 45. Wie wichtig ist es, dass der Mensch die Erkenntnis erlangt, was geistige Sühne bedeutet, damit er in der Erkenntnis, dass der Geist eine Ver­gangenheit hat, die Gott allein kennt, mit Liebe, Geduld, Achtung und sogar Freude seinen Leidenskelch annimmt- im Wissen, dass er damit vergangene und gegenwärtige Schand­flecken ab­wäscht, Schulden begleicht und vor dem Gesetze Verdienste erwirbt.

 46. Es wird keine geistige Erhebung im Schmerze geben, solange man nicht mit Liebe leidet, mit Achtung gegen­über meiner Gerechtigkeit und Erge­bung gegenüber dem, was jeder für sich erwirkt hat. Doch nur diese Erhe­bung inmitten der Prüfungen wird den Menschen die Erkenntnis über das geben können., was das Gesetz der geistigen Wiedergutmachung ist. (352, 36 - 37, 42 - 43)


Die Bedeutung von Leid und Schmerz

 47. Wenn ihr die Prüfungen des Le­bens dem Zufall zuschreibt, werdet ihr schwerlich stark sein können. Doch wenn ihr eine Vorstellung von dem habt, was Sühne ist, was Gerechtigkeit und Wieder­gutmachung ist, werdet ihr in eurem Glauben Erhebung und Erge­bung finden, um in den Prüfungen zu siegen.  48. Es ist mein Wille, euren Geist auf verschiedene Weise zu prüfen, denn Ich bilde, forme und vervollkommne ihn. Dafür bediene Ich Mich aller Dinge und aller Menschen; als Werk­zeuge gebrauche Ich sowohl einen Gerechten, als auch einen Bösewicht. Das eine Mal bediene Ich Mich des Lichtes, ein andermal mache Ich die Finsternis zu meiner Dienerin. Darum sage Ich euch: wenn ihr euch in einer kritischen Situation befindet, so denkt an Mich, an euren Meister, der euch in aller Liebe den Grund für jene Prüfung erklären wird.

 49. Es gibt Kelche, die alle trinken müssen, die einen früher, und die an­dern später, damit alle Mich verstehen und lieben lernen. Das Elend, die Krankheit, die Verleumdung, die Ent­ehrung sind sehr bittere Kelche, die nicht nur an die Lippen des Sünders gelangen. Erinnert euch, dass der Al­lergerechteste in jener "Zweiten Zeit" den bittersten Kelch leerte, den ihr euch vorstellen könnt. Der Gehorsam, die Demut und die Liebe, mit welcher der Leidenskelch getrunken wird, wer­den das Kreuz leichter machen und die Prüfung schneller vorübergehen lassen. (54, 4 - 6)

 50. Alles, was euch umgibt, zielt dar­auf ab, euch zu läutern, doch nicht alle haben es so aufgefasst. Lasst den Schmerz, den ihr aus eurem Leidens­kelch trinkt, nicht unfruchtbar sein. Aus dem Schmerz könnt ihr Licht ge­winnen, welches Weisheit, Sanftmut, Stärke und Empfindsamkeit ist. (81, 59)

 51. Wisset, Jünger, dass der Schmerz die schlechten Früchte aus eurem Her­zen entfernt, euch Erfahrung schenkt und bewirkt, dass eure Irrtümer berich­tigt werden.

 52. Auf diese Weise prüft euch euer Vater, damit es in eurem Verstande hell wird. Doch wenn ihr nicht versteht und unfruchtbar leidet, weil ihr den Sinn meiner weisen Lektionen nicht entdeckt, ist euer Schmerz sinnlos und ihr wertet die Lektion nicht aus. (258, 57 - 58)

 53. Die Menschen rufen: Wenn es einen Gott der Barmherzigkeit und Liebe gibt – warum müssen dann die Guten durch die Bösen leiden, die Rechtschaffenen durch die Sünder?

 54. Wahrlich, Ich sage euch, meine Kinder: Kein Mensch kommt auf diese Welt, um nur sein eigenes Seelenheil zu erlangen. Er ist kein alleinstehendes Individuum, sondern ist Teil eines Ganzen.

 55. Leidet in einem menschlichen Körper ein gesundes und vollkomme­nes Organ etwa nicht, wenn die übrigen Organe krank sind?

 56. Dies ist ein materieller Vergleich, damit ihr das Verhältnis begreift, das zwischen jedem Menschen und den anderen besteht. Die Guten müssen unter den Bösen leiden, aber die Guten sind nicht völlig unschuldig, wenn sie sich nicht für den geistigen Fortschritt ihrer Geschwister einsetzen. Doch als Indi­viduum hat jeder seine eigene Ver­antwortung, und da er Teil meines Geistes und Ihm ähnlich ist, besitzt er Willen und Intelligenz, um zum Fort­schritt aller beizutragen. (358, 18 - 19)

 57. Legt meine Unterweisung richtig aus, meint nicht, dass mein Geist sich freut, wenn er eure Leiden auf der Erde sieht, oder dass Ich euch all das entzie­hen will, was euch angenehm ist, um Mich daran zu ergötzen. Ich komme, um euch zu veranlassen, meine Gesetze zu erkennen und zu beachten, denn sie sind eurer Achtung und Beachtung wert, und weil ihre Einhaltung euch die ewige Seligkeit und den ewigen Frie­den bringen wird. (25, 80)

 58. Ich muss euch sagen, dass ihr, solange ihr auf Erden wohnt, euch darum bemühen dürft, euer Dasein auf ihr so angenehm wie möglich zu ma­chen. Es ist nicht notwendig, unauf­hörlich zu weinen, zu leiden und zu "bluten", um den Frieden im Jen­seits zu verdienen.

 59. Wenn ihr diese Erde aus einem Tränental in eine Welt des Glückes umwandeln könntet, wo ihr einander lieben würdet, wo ihr darum bemüht wäret, das Gute zu tun und innerhalb meines Gesetzes zu leben – wahrlich, Ich sage euch, dies Leben wäre in mei­nen Augen sogar verdienstvoller und hochstehender als ein Dasein voller Leiden, Missgeschicke und Tränen, so große Bereitwilligkeit zum Ertragen desselben ihr auch haben möget. (219, 15 - 16)

 60. Freut euch, dass kein Schmerz ewig währt; eure Leiden sind zeitlich und vergehen sehr bald.

 61. Die Zeit der Sühne und Läute­rung ist für den, der die Prüfungen mit Vergeistigung betrachtet, flüchtig; für den dagegen, der ganz im Materialis­mus aufgeht, wird das, was in Wirk­lichkeit sehr bald vorüber ist, lange dauern.

 62. Wie die Schläge eures Herzens vorübergehen, so vergeht in der Un­endlichkeit das Leben des Menschen.

 63. Es gibt keinen Grund zur Furcht, denn so, wie sich jemandem ein Seuf­zer entringt, wie man eine Träne ver­gießt, oder wie man ein Wort sagt, so vergehen auch die Leiden des Men­schen.

 64. In der unendlichen Zärtlichkeit Gottes müssen sich alle eure Schmer­zen und Kümmernisse in Nichts auflö­sen. (12, 5-9)



Kapitel 43 - Krankheit, Heilung und Erneuerung

Ursprung und Sinn der Krankheit

 1. Wenn der Mensch sich durch die Unterlassung von Gebet und guten Werken vom Weg des Guten entfernt, verliert er seine moralische Kraft, seine Geistigkeit, und ist der Versuchung ausgesetzt, und in seiner Schwachheit lässt er die Sünden zu, und diese ma­chen das Herz krank.

 2. Doch Ich bin als Arzt zum Lager des Kranken gekommen und habe ihm all meine Liebe und Fürsorge zuteil werden lassen. Mein Licht ist wie fri­sches Wasser auf den vom Fieber er­hitzten Lippen gewesen, und als er meinen Balsam auf seiner Stirne fühlte, hat er Mir gesagt: "Herr, nur Deine Barmherzigkeit kann mich retten. Ich bin sehr krank in der Seele und der Tod wird sehr bald zu mir kommen".

 3. Doch Ich habe ihm gesagt: "Du wirst nicht sterben, denn Ich, der Ich das Leben bin, bin gekommen, und alles, was du verloren hast, wird dir wiedergegeben werden". (220, 39)

 4. Welche Verdienste kann ein Kran­ker erwerben, der zu jeder Anstrengung unfähig ist? Seine Verdienste können vielfältig und groß sein, wenn er sich mit Geduld und Ergebung zu wappnen versteht, wenn er gegenüber dem gött­lichen Willen demütig ist und Mich trotz seines Schmerzes zu segnen ver­mag. Denn sein Beispiel wird viele Herzen erleuchten, die im Finstern wohnen, die verzweifeln und sich dem Laster ergeben oder an den Tod den­ken, wenn sie eine Prüfung trifft.

 5. Wenn diese Menschen auf ihrem Wege einem Beispiel von Glauben, von Demut und Hoffnung begegnen, das einem Herzen entspringt, das eben­falls viel leidet, weil es ein sehr schwe­res Kreuz trägt, so werden sie spüren, dass ihr Herz von einem Lichtstrahl berührt worden ist.

 6. So ist es tatsächlich: da sie die Stimme ihres eigenen Gewissens nicht zu vernehmen vermochten, mussten sie das Geistlicht des Gewissens empfan­gen, das ein anderer Mensch ihnen durch sein Beispiel und seinen Glauben übermittelte.

 7. Gebt euch nicht geschlagen, erklärt euch niemals für gescheitert, beugt euch nicht der Last eurer Leiden. Habt immer die brennende Lampe eures Glaubens vor Augen. Dieser Glaube und eure Liebe werden euch retten. (132, 38 - 39)


Heilung aus eigener Kraft

 8. Ihr bittet Mich, dass Ich euch heile; doch wahrlich, Ich sage euch, niemand kann ein besserer Arzt sein als ihr selbst.

 9. Was nützt es, dass Ich euch heile und euren Schmerz beseitige, wenn ihr nicht eure Fehler, Sünden, Laster und Unvollkommenheiten ablegt? Nicht der Schmerz ist die Ursache eurer Krank­heiten, sondern eure Sünden. Seht, das ist der Ursprung des Schmerzes! Be­kämpft also die Sünde, trennt euch von ihr, und ihr werdet gesund sein. Doch dies zu tun ist eure Aufgabe. Ich lehre euch nur und helfe euch dabei.

 10. Wenn ihr durch euer Gewissen den Grund für eure Leiden entdeckt und alles daransetzt, ihn zu bekämpfen, werdet ihr die göttliche Kraft voll und ganz spüren, die euch hilft, im Kampfe zu siegen und eure geistige Freiheit zu gewinnen.

 11. Wie groß wird eure Befriedigung sein, wenn ihr fühlt, dass ihr durch eure eigenen Verdienste erreicht habt, euch vom Schmerz zu befreien, und ihr Frieden erlangt habt. Dann werdet ihr sagen: "Mein Vater, Dein Wort war meine Heilung. Deine Lehre war meine Rettung." (8, 54 - 57)

 12. Der wahre Heilbalsam, Volk - jener, der alle Krankheiten heilt, ent­springt der Liebe.

 13. Liebt mit dem Geiste, liebt mit dem Herzen und mit dem Verstande, dann werdet ihr genügend Macht ha­ben, um nicht nur die Krankheiten des Körpers zu heilen oder in den kleinen menschlichen Nöten zu trösten, son­dern um die geistigen Geheimnisse zu klären, die großen Ängste des Geistes, seine Verstörungen und Gewissens­bisse.

 14. Jener Balsam löst die großen Prü­fungen, entzündet das Licht, lindert die Qual, zerschmilzt die Ketten, die ein­schnüren.

 15. Der von der Wissenschaft aufge­gebene Mensch wird beim Kontakt mit diesem Balsam zur Gesundheit und zum Leben zurückkehren; der Geist, der sich abgelöst hat, wird beim Lie­beswort des Bruders, der ihn ruft, zu­rückkehren (296, 60 - 63)

 16. Schafft den Schmerz ab! Das von Mir erschaffene Leben ist nicht schmerzerfüllt. Das Leid entspringt dem Ungehorsam und den Verfehlun­gen der Kinder Gottes. Der Schmerz ist charakteristisch für das Leben, das die Menschen in ihrer Zügellosigkeit ge­schaffen haben.

 17. Erhebt euren Blick und entdeckt die Schönheit meiner Werke. Bereitet euch innerlich, damit ihr das göttliche Konzert vernehmt, schließt euch nicht von diesem Feste aus. Wenn ihr euch absondert - wie könntet ihr dann teil­haben an dieser Wonne? Ihr würdet traurig, gequält und krank leben.

 18. Ich will, dass ihr im universellen Konzert harmonische Noten seid, dass ihr begreift, dass ihr aus dem Quell des Lebens hervorgegangen seid, dass ihr fühlt, dass in jedem Geist mein Licht ist. Wann werdet ihr zur Vollreife ge­langen, in der ihr Mir sagen könnt: "Vater, unterwerfe meinen Geist Dei­nem Geist, ebenso meinen Willen und mein Leben."

 19. Erkennt, dass ihr dies nicht wer­det sagen können, solange eure Sinne krank sind, und euer Geist selbstsüch­tig vom rechten Wege getrennt ist.

 20. Ihr lebt unter der Qual der Krankheiten oder der Furcht, sie euch zuzuziehen. Doch was bedeutet schon eine körperliche Krankheit gegenüber einer Verfehlung des Geistes? Nichts, wenn dieser sich zu erheben vermag; denn in meiner Barmherzigkeit werdet ihr immer Hilfe finden.

 21. So wie das Blut durch eure Adern fließt und den ganzen Körper belebt, so durchdringt die Kraft Gottes als ein Lebensstrom euren Geist. Es gibt kei­nen Grund, krank zu sein, wenn ihr das Gesetz erfüllt. Das Leben ist Gesund­heit, Freude, Glück, Harmonie. Wenn ihr krank seid, könnt ihr kein Hort göttlicher Güter sein.

 22. Ihr Menschen mit kranken Ge­danken, Herzen oder Körpern, der Meister sagt euch: Bittet euren Geist, welcher Kind des Allmächtigen ist, dass er zum rechten Weg zurückkehre, dass er eure Leiden heile und euch in euren Schwächen beistehe. (134, 57 - 59)


Die Erneuerung des Menschen

 23. Die Eitelkeit- eine Schwäche, die sich schon beim ersten Menschen ge­zeigt hat - wird durch die Vergeisti­gung bekämpft werden. Es ist der Kampf, der schon immer zwischen dem Geist und dem "Fleisch" [Seele] bestanden hat. Denn während der Geist im Verlangen nach der Essenz des Vaters dem Ewigen und Hohen zuge­neigt ist, sucht das "Fleisch" nur das, was es befriedigt und ihm schmeichelt, auch wenn es zum Schaden des Geistes ist.

 24. Dieser Kampf, der sich bei jedem menschlichen Wesen zeigt, ist eine Macht, die im Menschen selbst entsteht infolge des Einflusses, den die Welt auf ihn ausübt. Denn das Irdische verlangt nach all dem, was seiner Natur ent­spricht.

 25. Wenn der Geist jene Macht zu beherrschen und in die rechten Bahnen zu lenken imstande ist, hat er in seiner eigenen Wesenheit beide Naturen in Einklang gebracht und wird ihren Fort­schritt und Aufstieg erreichen. Wenn er sich dagegen von der Macht des "Flei­sches" beherrschen lässt, wird er sich zum Schlechten verführt sehen, wird er ein Boot ohne Steuerruder inmitten eines Sturmes sein. (230, 64)

 26. Ihr - Ungläubige und Zweifler - könnt nicht an eine Welt der Gerech­tigkeit glauben, noch könnt ihr euch ein Leben der Liebe und Tugend auf eurer Erde vorstellen. Mit einem Wort: ihr haltet euch zu nichts Gutem fähig, noch habt ihr Glauben an euch selbst.

 27. Ich jedoch glaube an euch, kenne das Saatkorn, das in jedem meiner Kinder ist, denn Ich erschuf sie, denn Ich gab ihnen durch meine Liebe Le­ben.

 28. Ich setze sehr wohl meine Hoff­nung auf den Menschen, glaube an seine Rettung, an sein Würdigwerden und seinen Aufstieg. Denn als Ich ihn schuf, bestimmte Ich ihn dazu, Herr zu sein auf der Erde, auf der er eine Stätte der Liebe und des Friedens schaffen sollte, und Ich bestimmte auch, dass sein Geist im Lebenskampfe stark wer­den müsse, um durch Verdienste dahin zu gelangen, im Lichte des Reiches der Vollkommenheit zu leben, das ihm als ewiges Erbe zusteht. (326,44-46)


Kapitel 44 - Leben im Göttlichen Sinne

Das notwendige Gleichgewicht

 1. Jedem ist seine Bestimmung vor­gezeichnet durch seine geistige Auf­gabe und seine menschliche Aufgabe. Beide sollen im Einklang miteinander sein und einem einzigen Ziele zustre­ben. Wahrlich, Ich sage euch, Ich werde nicht nur eure geistigen Werke bewerten, sondern auch eure materiel­len Werke. Denn in ihnen werde Ich Verdienste entdecken, die eurem Geiste helfen, zu Mir zu gelangen. (171, 23)

 2. Bisher hat der Hochmut des Men­schen ihn den geistigen Teil missachten lassen, und das Fehlen dieser Kenntnis hat ihn daran gehindert, vollkommen zu sein.

 3. Solange der Mensch nicht lernt, seine körperlichen und seine geistigen Kräfte in Harmonie zu erhalten, wird er nicht das Gleichgewicht finden können, das in seinem Leben bestehen soll. (291, 26 - 27)

 4. Jünger: Obwohl ihr auf der Welt lebt, könnt ihr ein geistiges Leben füh­ren. Denn ihr sollt nicht meinen, dass die Vergeistigung darin besteht, sich von dem abzukehren, was dem Körper gemäß ist, sondern darin, die menschli­chen Gesetze mit den göttlichen Geset­zen in Übereinstimmung zu bringen.

 5. Gesegnet sei, wer meine Gesetze studiert und sie mit den menschlichen Gesetzen zu einem einzigen zu verei­nen versteht, denn er wird gesund, stark, hoch­­herzig und glücklich sein. (290, 26 - 27)


Gute und verderbliche Freuden

 6. Ich sage euch nicht, dass ihr euch von euren irdischen Pflichten oder von den gesunden Freuden des Herzens und der Sinne abwenden sollt. Ich verlange nur von euch, dass ihr auf das verzich­tet, was euren Geist vergiftet und euren Körper krank macht.

 7. Wer innerhalb des Gesetzes lebt, erfüllt das, was ihm sein Gewissen vorschreibt. Wer die erlaubten Freuden verschmäht, um sich in die verbotenen Vergnügungen zu stürzen, fragt sich sogar in den Augenblicken größten Vergnügens, warum er nicht glücklich ist noch Frieden findet. Denn von Ge­nuss zu Genuss sinkt er immer tiefer, bis er im Abgrund umkommt, ohne wahre Befriedigung für sein Herz und seinen Geist zu finden.

 8. Manche müssen unterliegen und den Kelch, in welchem sie das Vergnü­gen suchten, ohne es zu finden, bis zum letzten Tropfen leeren, damit sie die Stimme Dessen vernehmen können, der sie immerdar zum Festmahle des ewi­gen Lebens einlädt. (33, 44 - 46)

 9. Der Wissenschaftler schneidet mit ehrfurchtsloser Hand eine Frucht vom Baume der Wissenschaft, ohne zuvor auf die Stimme seines Gewissens zu hören, in der mein Gesetz zu ihm spricht, um ihm zu sagen, dass alle Früchte des Baumes der Weisheit gut sind, und dass daher, wer sie pflückt, es einzig zum Wohle seiner Nächsten tun darf.

 10. Die Beispiele, die Ich angeführt habe, zeigen euch, warum die Mensch­heit weder die Liebe, noch den Frieden jenes inneren Paradieses kennt, das der Mensch aufgrund seines Gehorsams gegenüber dem Gesetze für immer in seinem Herzen haben sollte.

 11. Um euch zu helfen, dasselbe zu finden, lehre Ich die Sünder, die Unge­horsamen, Undankbaren und Hoch­mütigen, um euch begreiflich zu ma­chen, dass ihr mit Geist ausgestattet seid, dass ihr Gewissen habt, dass ihr voll und ganz beurteilen und bewerten könnt, was gut und was böse ist, und um euch den Pfad zu zeigen, der euch zum Paradies des Friedens, der Weis­heit, der unendlichen Liebe, der Un­sterblichkeit, Herrlichkeit und Ewigkeit führen wird. (34, 15 - 17)

 12. Der Mensch legt meine Lehren nicht immer richtig aus. Ich habe euch niemals gelehrt, dass ihr die gute Frucht, die meine Gesetze gutheißen und zugestehen, miss­achtet oder zu genießen unterlasst. Ich habe nur ge­lehrt, dass ihr nicht nach Unnötigem, Überflüssigem streben und es noch viel weniger lieben sollt; dass ihr vom Ver­derblichen, Unerlaubten nicht wie von Früchten Gebrauch macht, die für den Geist und den Körper förderlich sind. Doch all das, was für den Geist oder das Herz erlaubt ist und ihm zum Wohle dient, habe Ich euch anemp­fohlen, weil es innerhalb meiner Ge­setze ist. (332, 4)

 13. Viel Zeit musste vergehen, damit die Menschheit geistige Reife erlangte. Immer seid ihr den beiden Extremen erlegen: eines ist der Materialismus gewesen, durch den ihr größere weltli­che Genüsse zu erreichen sucht, und dies ist in Wirklichkeit nachteilig, weil es den Geist von der Erfüllung seiner Aufgabe abhält. Aber ihr müsst auch das andere Extrem vermeiden: die Abtötung des "Fleisches", die völlige Versagung all dessen, was zu diesem Leben gehört; denn Ich sandte euch auf diese Erde, um als Menschen zu leben, als menschliche Wesen, und Ich habe euch den rechten Weg gezeigt, damit ihr so lebt, dass ihr "dem Kaiser gebt, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist."

 14. Ich habe diese Welt für euch er­schaffen, mit all ihrer Schönheit und all ihrer Vollkommenheit. Ich habe euch den menschlichen Körper gegeben, durch den ihr alle Fähigkeiten entfalten sollt, die Ich euch gegeben habe, um die Voll­kommenheit zu erreichen.

 15. Der Vater will nicht, dass ihr euch all das Gute versagt, das diese Welt euch bietet. Doch sollt ihr den Körper nicht über den Geist stellen, denn der Körper ist vergänglich, aber der Geist gehört der Ewigkeit an. (358, 7 - 9)


Segensreicher und unseliger Reichtum

 16. Wenn es mein Wille ist, euch zu Besitzern irdischer Güter zu machen, gewähre Ich sie euch, damit ihr sie mit euren bedürftigen Geschwistern teilt- mit denen, die kein Vermögen oder keine Unterstützung haben, mit den Schwachen und den Kranken. Viele von denen, die auf Erden nichts besit­zen, können euch jedoch an ihren geis­tigen Gütern teilhaben lassen. (96, 27)

 17. Ich will, dass alles euer ist, aber dass ihr von dem, was ihr benötigt, bewusst Gebrauch macht; dass ihr geistig reich zu sein versteht und im Materiellen vieles besitzen könnt, wenn ihr guten Gebrauch davon macht und dem einen wie dem andern seinen wah­ren Wert und Rang gebt.

 18. Wie kann der Geist eines uner­messlich reichen Menschen sich selbst schaden, wenn das, was er besitzt, zum Wohle seiner Nächsten ist? Und wie kann ein mächtiger Mensch Schaden nehmen, wenn sein Geist sich bei Ge­legenheit zurückzuziehen versteht, um zu beten, und er durch sein Gebet in Gemeinschaft mit Mir ist? (294, 38)

 19. Sagt Mir nicht: "Herr, ich habe Armut unter denen gesehen, die Dir nachfolgen. Bei denen jedoch, die sich nicht einmal mehr an Dich erinnern, noch Deinen Namen aussprechen, sehe ich Überfluss, Vergnügungen und Ge­nüsse."

 20. Mein Volk soll diese Fälle nicht als einen Beweis dafür ansehen, dass der, der Mir nachfolgt, zwangsläufig arm sein muss auf der Welt. Doch Ich sage euch, dass der Friede, den die haben, die hier zuhören und einen Teil ihres Lebens darauf verwenden, Gutes zu tun, jene nicht kennen, die ihr so sehr beneidet, noch könnten sie ihn mit all ihrem Reichtum erlangen.

 21. Manche verstehen es, die Güter der Welt und die des Geistes gleichzei­tig zu besitzen. Anderen werden jene der Welt nicht zuteil, weil sie die des Geistes vergessen, und wieder andere sind nur an denen der Welt interessiert, weil sie meinen, dass die göttlichen Gesetze ein Feind der irdischen Reichtümer sind.

 22. Güter sind und bleiben Güter, doch nicht alle wissen sie recht anzu­wenden. Auch sollt ihr wissen, dass nicht alles von dem, was viele besitzen, Ich ihnen gegeben habe. Manche haben das, was sie von Mir empfangen haben, als Ausgleich, so wie es andere gibt, die alles, was sie besitzen, gestohlen haben.

 23. Der beste Beweis, den die Men­schen über ihre Pflichterfüllung im Leben erhalten können, ist der Friede des Geistes, nicht das Klimpern der Münzen. (197, 24 - 27)

 24. Wenn Ich euch sage: "Bittet, so wird euch gegeben", bittet ihr Mich um Irdisches. Doch wahrlich – um wie wenig bittet ihr Mich! Bittet Mich vor allem um all das, was zum Wohle eures Geistes ist. Sammelt keine Schätze auf Erden, denn hier gibt es Diebe! Sam­melt Schätze im Reiche des Vaters, denn dort wird euer Vermögen sicher sein, und es wird der Beglückung und dem Frieden eures Geistes dienen.

 25. Die Schätze der Erde sind die Reichtümer, die Macht und die Titel von falscher Größe. Die Schätze des Geistes sind die guten Werke. (181, 68 - 69)

 26. Der Stolze glaubt groß zu sein, ohne es zu sein, und armselig ist, wer sich mit den unnötigen Reichtümern dieses Lebens begnügt, ohne die wah­ren Werte des Herzens und des Geistes zu entdecken. Wie armselig sind seine Wünsche, seine Begehrlichkeiten, seine Ideale! Mit wie wenig ist er zufrieden!

 27. Doch wer zu leben versteht ist jener, der gelernt hat, Gott zu geben, was Gottes ist, und der Welt, was der Welt ist. Jener, der sich im Schoße der Natur zu erquicken versteht, ohne zu einem Sklaven der Materie zu werden, der weiß zu leben, und selbst wenn er dem Anschein nach nichts besitzt, ist er Herr der Güter dieses Lebens und ist auf dem Wege, die Schätze des Gottes­reiches zu besitzen. (217, 19 - 20)


Das Gesetz des Gebens

 28. Wenn die Menschen Glauben an mein Wort hätten, Mich in ihren Her­zen tragen würden, hätten sie immer jenen Satz von Mir gegenwärtig, den Ich einmal den Scharen sagte, die Mir zuhörten: "Wahrlich, Ich sage euch, selbst wenn ihr nur ein Glas Wasser reicht, wird dies nicht ohne Belohnung bleiben."

 29. Doch die Menschen denken: Wenn sie etwas geben und nichts dafür zurückbekommen, dann bewahren sie das, was sie besitzen, indem sie es für sich allein behalten.

 30. Jetzt sage Ich euch, dass es in meiner Gerechtigkeit einen vollkom­menen Aus­gleich gibt, damit ihr nie­mals etwas von dem wegzugeben fürchtet, was ihr besitzt. Seht ihr jene Menschen, die Schätze sammeln und anhäufen und niemanden an ihrem Besitz teilhaben lassen? Jene Men­schen tragen einen toten Geist in sich.

 31. Jene dagegen, die bis zum letzten Hauch ihres Daseins sich der Aufgabe gewidmet haben, ihrem Nächsten alles zu geben, was sie besitzen, bis sie sich in ihrer letzten Stunde allein, verlassen und arm sahen – diese sind immer vom Lichte des Glaubens geführt worden, das ihnen in der Ferne die Nähe des "Gelobten Landes" gezeigt hat, wo sie meine Liebe erwartet, um ihnen einen Ausgleich für alle ihre Werke zu ge­ben. (128, 46 - 49)

 32. Kommt herbei, damit Ich euch zum wahren Leben auferwecke und euch daran erinnere, dass ihr erschaffen wurdet, um zu geben. Aber solange ihr nicht wisst, was ihr in euch tragt, wird es euch unmöglich sein, dem zu geben, der dessen bedarf.

 33. Seht, wie alles, was euch umgibt, den Auftrag erfüllt, zu geben. Die Ele­mente, die Sterne, die Wesen, die Pflanzen, die Blumen und die Vögel – alles, vom Größten bis zum nicht mehr Wahr­nehmbaren hat die Fähigkeit und die Bestimmung, zu geben. Warum macht ihr eine Ausnahme, obwohl ihr am meisten mit der göttlichen Gnade, zu lieben, ausgestattet seid?

 34. Wie sehr müsst ihr noch an Weisheit, an Liebe, an Tugend und Können zunehmen, damit ihr Licht seid auf dem Wege eurer jüngeren Ge­schwister! Welch hohe und schöne Bestimmung hat euch euer Vater zuge­dacht! (262, 50 - 52)



Die Erfüllung der Pflichten und Aufgaben

 35. In der "Dritten Zeit" wird meine geistige Lehre dem Geist die Freiheit geben, seine Flügel auszubreiten und sich zum Vater zu erheben, um Ihm die wahre Anbetung darzubringen.

 36. Doch auch der Mensch als menschliches Wesen hat dem Schöpfer einen Gottes-Dienst darzubringen, und dieser Tribut besteht in der Erfüllung seiner Pflichten auf Erden, indem er die menschlichen Gesetze befolgt, in sei­nen Handlungen Moral und gutes Ur­teils­vermögen zeigt und die Pflichten als Vater, Kind, Bruder, Freund, Herr und Knecht erfüllt.

 37. Wer auf diese Weise lebt, wird Mich auf Erden ehren und wird es ermöglichen, dass sein Geist sich auf­schwingt, um Mich zu verherrlichen. (229, 59 - 61)

 38. Wer der Last seiner Aufgabe ausweicht, wer den rechten Weg ver­lässt oder die Verpflichtungen außer Acht lässt, die sein Geist Mir gegen­über eingegangen ist, um stattdessen Ver­pflichtungen nach seinem Ge­schmack oder Willen zu übernehmen, der wird keinen wahren Frieden in seinem Herzen haben können, da sein Geist niemals zufrieden und ruhig sein wird. Es sind jene, die immerzu Ver­gnügungen suchen, um ihre Pein und ihre Ruhelosigkeit zu vergessen, indem sie sich durch falsche Freuden und flüchtige Befriedigungen betrügen.

 39. Ich lasse sie ihren Weg gehen, weil Ich weiß, dass sie, auch wenn sie sich heute entfernen, Mich vergessen und Mich sogar leugnen, bald die Be­deutungs­losigkeit der Reichtümer, der Titel, der Vergnügungen und Ehrungen der Welt begreifen werden, wenn die Wirklichkeit sie aus ihrem Traum von Größe auf Erden aufweckt, wenn der Mensch sich der geistigen Wahrheit, der Ewigkeit, der göttlichen Gerechtig­keit stellen muss, denen niemand ent­kommen kann.

 40. Niemandem ist dies unbekannt, da ihr alle einen Geist besitzt, der euch durch die Gabe des Ahnungsvermö­gens die Wirklichkeit eures Lebens offenbart – den Weg, der für euch an­gelegt ist, und alles, was ihr auf ihm verwirklichen sollt. Aber ihr wollt euch unbedingt von jedem geistigen Gelöb­nis entbinden, um euch frei zu fühlen und als Herren eures Lebens. (318, 13 - 15)

 41. Bevor euer Geist auf diesen Pla­neten gesandt wurde, wurden ihm die "Felder" gezeigt, wurde ihm gesagt, dass es seine Aufgabe sei, Frieden zu säen, dass seine Botschaft eine geistige sei, und euer Geist freute sich darauf und versprach, seiner Mission treu und gehorsam zu sein.

 42. Warum fürchtet ihr euch, jetzt zu säen? Weshalb fühlt ihr euch jetzt un­würdig oder unfähig dazu, die Arbeit durchzuführen, die euer Geist so sehr erfreute, als sie ihm aufgetragen wurde? Weil ihr zugelassen habt, dass die Leidenschaften euren Weg verstel­len und so dem Geist den Durchlass verwehren, wobei ihr seine Unent­schlossenheit mit kindischen Begrün­dungen zu rechtfertigen sucht.

 43. Kommt nicht mit leeren Händen zu dem "Tale", von dem ihr herge­kommen seid. Ich weiß, dass euer Leid dann sehr groß wäre. (269, 32 - 34)

 44. Einem jeden ist eine Anzahl von Geistwesen zugeteilt, die er führen oder pflegen soll, und diese Aufgabe ist mit dem körperlichen Tode nicht zu Ende. Der Geist sät, kultiviert und erntet weiterhin, in der Geistigen Welt ebenso wie auf der Erde.

 45. Die größeren Geister führen die kleineren, und diese ihrerseits andere mit noch geringerem Entwicklungs­grad, wäh­rend der Herr es ist, der sie alle zu seiner Hürde leitet.

 46. Wenn Ich euch jetzt gesagt habe, dass die größeren Geister die kleineren führen, so will Ich damit nicht sagen, dass diese Geister von Anbeginn an groß gewesen sind, und dass die letzte­ren immer klein gegenüber ihren Ge­schwistern sein müssen. Diejenigen, die jetzt groß sind, sind dies, weil sie sich aufwärtsentwickelt und entfaltet haben in der Erfüllung der edlen Auf­gabe, jene zu lieben, ihnen zu dienen und beizustehen, die diesen geistigen Entwicklungsgrad noch nicht erreicht haben, die noch schwach sind – jene, die sich verirrt haben, und jene, die leiden.

 47. Die heute noch klein sind, wer­den morgen groß sein aufgrund ihrer Beharrlichkeit auf dem Entwicklungs­wege. (131, 19 - 21)



Kapitel 45 - Vorherbestimmung, Sinn und Erfüllung im Leben

Die Vorsehung und Bestimmung Gottes im menschlichen Schicksal

 1. Nun ist die Zeit des Lichtes, in der der Mensch, außer zu glauben, meine Wahrheit verstehen, begründen und fühlen wird.

 2. Der Zweck meiner Lehre ist es, alle davon zu überzeugen, dass nie­mand ohne triftigen Grund auf diese Welt kam, dass dieser Grund die Gött­liche Liebe ist, und dass die Bestim­mung aller Menschen darin besteht, eine Liebesmission zu erfüllen.

 3. Zu allen Zeiten, von Anfang an, haben sich die Menschen gefragt: Wer bin ich? Wem verdanke ich das Leben? Weshalb existiere ich? Wozu bin ich hierher ­gekommen, und wohin gehe ich?

 4. Für einen Teil ihrer Ungewisshei­ten und ihres Mangels an Erkenntnis haben sie die Antwort in meinen Erklä­rungen und durch ihre Betrachtungen über das erhalten, was Ich euch im Laufe der Zeit offenbart habe.

 5. Aber manche glauben bereits alles zu wissen; doch Ich sage euch, sie sind in einem großen Irrtum befangen, weil das, was im Buche der Weisheit Gottes verwahrt wird, von den Menschen unmöglich entdeckt werden kann, so­lange es ihnen nicht offenbart wird; und es ist vieles, was in diesem Buch der göttlichen Weisheit enthalten ist, sein Inhalt ist unendlich. (261, 4 - 6)

 6. Das Schicksal hat das Erbarmen, welches Gott in dasselbe hineingelegt hat. Das Schicksal der Menschen ist voll gött­licher Güte.

 7. Ihr findet diese Güte oftmals nicht, weil ihr sie nicht zu suchen versteht.

 8. Wenn ihr innerhalb des für jeden Geist durch Mich vorgezeichneten Schicksals euch einen harten und bitte­ren Weg bahnt, so suche Ich ihn zu mildern, doch niemals seine Bitterkeit zu mehren.

 9. Die Menschen brauchen einander in der Welt, niemand ist zu viel, und niemand ist zu wenig. Alle Leben sind für die Ergänzung und Harmonie ihres Daseins füreinander notwendig.

 10. Die Armen benötigen die Rei­chen und diese jene. Die Bösen bedür­fen der Guten und diese der ersteren. Die Unwissenden haben die Wissenden nötig, und die Wissenden die Unwis­senden. Die Kleinen brauchen die Älte­ren, und diese ihrerseits benötigen die Kinder.

 11. Jeder Einzelne von euch ist durch die Weisheit Gottes in dieser Welt an seinen Platz gestellt und demjenigen nahe, bei dem er sein soll. Jedem Men­schen ist der Kreis zugewiesen, in dem er leben soll und in welchem es inkar­nierte und entkör­perte Geistwesen gibt, mit denen er zusam­menleben soll.

 12. So trefft ihr, jeder auf seinem Wege, nach und nach alle, deren Auf­gabe es ist, euch die Liebe zu lehren, die euch emporhebt; von anderen wer­det ihr Schmerz erleiden, welcher euch läutert. Die einen werden euch Leid bringen, weil ihr es also bedürft, wäh­rend die anderen euch ihre Liebe schenken werden, um eure Bitternisse auszugleichen; doch alle haben eine Botschaft für euch, eine Lehre, die ihr verstehen und nützen müsst.

 13. Vergesst nicht, dass jeder inkar­nierte oder entkörperte Geist, der euren Lebens­weg in irgendeiner Form kreuzt, euch in eurem Schicksal weiterhilft.

 14. Wie viele Lichtgeister habe Ich für euch zur Welt gesandt, und ihr habt nicht innegehalten, um meine Liebe für euch zu segnen!

 15. Vielen Geistwesen, die Ich zu euch geschickt habe, habt ihr keine Beachtung geschenkt, ohne euch be­wusst zu machen, dass sie Teil eures Schicksals waren; doch weil ihr sie nicht anzunehmen verstandet, bliebt ihr mit leeren Händen zurück und musstet später Reuetränen vergießen.

 16. Menschheit, deine Bestimmung ist es, mit allem Geschaffenen im Ein­klang zu sein. Diese Harmonie, von der Ich zu euch spreche, ist das größte aller Gesetze, denn in ihm findet ihr die vollkommene Gemeinschaft mit Gott und seinen Werken. (11, 10 -16; 22 -25)

 17. Wer seine Bestimmung verleug­net, weist den Ehrennamen "Kind mei­ner Göttlichkeit" zurück. Wenn er nicht an mein Dasein glaubt, kann er keinen Glauben an meine Liebe haben.

 18. Wenn für manche dies Leben überaus bitter und leidvoll gewesen ist, so wisset, dass dieses Dasein nicht das einzige ist, dass es nur dem Anschein nach lang ist, und dass es im Schicksal jedes Geschöp­fes ein Geheimnis gibt, in das nur Ich eindringen kann. (54, 8 - 9)

 19. Das Dasein eines Menschen auf der Erde ist nur ein Augenblick in der Ewigkeit, ein Hauch von Leben, wel­cher den Menschen eine Zeitlang be­lebt und sich sogleich wieder entfernt, um später wiederzukehren und einem neuen Körper den Odem zu geben. (12, 4)

 20. Einem jeden ist bestimmt, was ihm während seines Lebensweges zu­teil werden soll. Während die einen es zur rechten Zeit annehmen und nutzen, verschwenden es andere, und manche haben sich nicht einmal vorzubereiten verstanden, um es zu empfangen. Doch als sie zur Geistigen Welt zurückge­kehrt sind, wurden sie sich all dessen bewusst, was für sie bestimmt war, und was sie weder zu erlangen noch sich zu verdienen wussten. (57, 31)

 21. Niemand ist aus Zufall geboren worden, niemand ist aufs gerade wohl erschaffen worden. Versteht Mich, und ihr werdet erkennen, dass niemand auf seinem Lebensweg frei ist, dass es ein Gesetz gibt, das alle Geschicke leitet und regiert. (110, 29)

 22. Der Mensch glaubt, nach seinem Willen zu handeln, er glaubt, von je­dem höheren Einfluss auf ihn frei zu sein, und hält sich schließlich für unab­hängig und für den Gestalter seines eigenen Schick­sals, ohne zu ahnen, dass die Stunde kommen wird, in der alle begreifen werden, dass es mein Wille war, der sich an ihnen vollzog. (79, 40)

 23. Erarbeitet euch einen guten Lohn, indem ihr für eure Mitmenschen eine gute Frucht anbaut. Bereitet euch für die kommenden Zeiten vor, denn vor meinem Abschied wird es noch Zwist unter euch geben, weil an euch alle die Versuchung herantritt. Ihr müsst wach­sam sein. Betet und setzt meine Unter­weisung in die Tat um. Wahrlich, Ich sage euch, diese kurzen Zeitspannen, die ihr der Ausübung des Guten wid­met, werden ihre wohltätigen Wirkun­gen noch in vielen der nach euch kommenden Generationen fühlbar machen. Niemand war imstande oder wird je imstande sein, sich sein Schick­sal selbst zu bestimmen; dies kommt Mir allein zu. Vertraut auf meinen Willen, und ihr werdet den Lebensweg bis zum Ende ohne größere Schwierig­keiten zurücklegen.

 24. Fasst es recht auf, wenn Ich euch sage, dass kein Blatt vom Baume sich ohne meinen Willen bewegt; dann werdet ihr wissen, wann Ich es bin, der euch prüft, und wann ihr euren Lei­denskelch leert - um hernach Mich zu beschuldigen. Dann werdet ihr zu Richtern und macht Mich zum Ange­klagten.

 25. Erkennt eure Irrtümer und be­richtigt sie. Lernt, die Fehler eurer Mitmenschen zu vergeben, und wenn ihr sie nicht korrigieren könnt, so brei­tet wenigstens einen Schleier der Nach­sicht über sie aus. (64, 43 - 44)

 26. Seid keine Fatalisten, die sich in der Überzeugung bestärken, dass euer Schicksal genau dem entspricht, was Gott auf euren Lebensweg legte, und wenn ihr leidet, dies so ist, weil es geschrieben stand, und wenn ihr euch freut: der Grund dafür der ist, dass es gleichfalls so geschrieben stand. Ich habe euch davon überzeugt, dass ihr das ernten werdet, was ihr gesät habt.

 27. Doch hört nun gut zu: bei man­chen Gelegenheiten werdet ihr die Ernte sogleich empfangen, und bei anderen Gelegenheiten werdet ihr in ein neues Dasein treten müssen, um eure Saat zu mähen und zu ernten. Denkt gut über das nach, was Ich euch soeben gesagt habe, und ihr werdet viele schlechte Urteile über meine Gerechtigkeit und viele Unklarheiten beseitigen. (195, 53)


In der Schule des Lebens

 28. Die Menschen sind wie Kinder, die nicht über die Folgen ihrer Taten nachdenken, und deshalb begreifen sie nicht, dass ein Stolperstein, an den sie auf ihrem Wege stoßen, nur ein Hin­dernis ist, das der Meister aufstellte, um ihren besinnungslosen Lauf aufzu­halten oder um ihnen zu ersparen, eine schlechte Entscheidung zu treffen.

 29. Ich will, dass ihr euch nunmehr wie Erwachsene benehmt, dass ihr eure Werke, eure Taten überlegt, dass ihr eure Worte wägt. Dies ist der Weg, Klugheit und Gerechtigkeit in euer Leben zu bringen. Außerdem sollt ihr darüber nachdenken, dass das Leben eine unermessliche und beständige Prüfung für den Geist ist.

 30. Auf meinem Wege geht niemand zugrunde, und obschon es Gelegenhei­ten gibt, bei denen der Mensch von der Last des Kreuzes bezwungen zusam­menbricht, richtet ihn eine höhere Kraft wieder auf und ermutigt ihn. Diese Kraft entspringt dem Glauben. (167, 55 - 57)

 31. Von dem Verständnis, das die Menschen aus diesen Unterweisungen und aus dem Gehorsam gegenüber den Gesetzen gewinnen, die das Weltall regieren, hängt ihr Glück ab, von dem die einen meinen, dass es dieses auf Erden nicht gibt, und von dem andere meinen, dass Ich allein es im Übermaß habe, das sich aber sehr wohl im Frie­den eures Geistes offenbart.

 32. Nun weißt du, o geliebtes Volk, dass deine Glückseligkeit an dir selbst liegt, damit du die Menschen lehrst, dass auf dem Grunde ihres Wesens, wo es ihrer Meinung nach nur Verbitte­rung, Hass und Groll, Reue und Tränen gibt, ein Licht existiert, das nichts auslöschen kann, welches das des Geistes ist. (178, 6 - 7)

 33. Eure geistige Vergangenheit ist eurem "Fleische" [Seele] nicht bekannt. Ich lasse sie in eurem Geist eingeprägt, damit sie wie ein offenes Buch ist und euch durch das Gewissen und das Ah­nungsvermögen offenbart wird. Dies ist meine Gerechtigkeit, die – statt euch zu verurteilen – euch die Gelegenheit gibt, die Verfehlung wiedergutzumachen oder einen Irrtum zu berichtigen.

 34. Wenn die Vergangenheit aus eu­rem Geist ausgelöscht würde, müsstet ihr die bereits vergangenen Prüfungen von neuem durchlaufen; doch wenn ihr die Stimme eurer Erfahrung hört und ihr euch von diesem Lichte erleuchten lasst, werdet ihr euren Weg klarer er­kennen und den Horizont leuchtender erblicken. (84, 46)


Sinn und Wert des menschlichen Lebens

 35. Wisset, dass der natürliche Zu­stand des Menschen der der Güte, des seelischen Friedens und der Harmonie mit allem ist, was ihn umgibt. Wer in der Ausübung dieser Tugenden wäh­rend des Lebens beständig bleibt, der geht auf dem wahren Weg, der ihn zur Erkenntnis Gottes führen wird.

 36. Doch wenn ihr euch von diesem Pfad entfernt und das Gesetz vergesst, das eure Handlungen lenken soll, wer­det ihr unter Tränen die Augenblicke wiedergutmachen müssen, die ihr fern des Weges geistigen Hochgefühls ge­lebt habt, welches der natürliche Zu­stand ist, in dem der Mensch immer verbleiben soll. (20, 20)

 37. Viele Menschen haben sich so sehr an die Welt der Sünden und Lei­den, in der ihr lebt, gewöhnt, dass sie denken, dies Leben sei das natürlichste, dass die Erde dazu bestimmt sei, ein Tränental zu sein, und dass sie niemals Frieden, Eintracht und geistigen Fort­schritt wird beherbergen können.

 38. Jene Menschen, die so denken, sind im Schlaf der Unwissenheit be­fangen. Es irrt sich, wer meint, dass diese Welt von Mir zu einem Tal der Tränen und der Sühne bestimmt wurde. Das Eden, das Ich den Menschen an­bot, kann und soll wiederkehren, denn alles, was Ich geschaffen habe, ist Le­ben und Liebe.

 39. Daher irrt sich, wer behauptet, dass die Welt von Gott als Ort menschlicher Schmerzen bestimmt wurde. Stattdessen sollten sie sagen, dass sie selbst sie zu einer Ge­richts‑Mission verurteilten, während sie eigentlich zur Freude und Erqui­ckung der Mensch gewordenen Geist­wesen geschaffen worden war.

 40. Niemand war zur Sünde vorher­bestimmt, obwohl alles vorhergesehen wurde, um den Menschen aus seinen Stürzen zu erretten.

 41. Der Mensch wollte sich nicht durch die Liebe aufwärts entwickeln, noch wollte er weise werden, indem er mein Gesetz erfüllt; und er vergaß, dass meine Gerechtigkeit, der er immer auszuweichen versuchte, ihn beschützt, weil meine Gerechtigkeit der voll­kommenen Liebe entspringt. (169, 10 - 13)

 42. Wenn ihr mein Wort ergründet, werdet ihr begreifen, dass die Absicht des Vaters, als Er euch auf die Welt sandte, um ihre Wege voller Gefahren und Verführungen zu durchlaufen, nicht die war, dass ihr euch auf ihnen verirren solltet. Denn sie waren im voraus so angelegt, dass ihr auf ihnen die notwendigen Lektionen für die Ent­wicklung des Geistes erhalten würdet, um euch die Erfahrung zu geben, die euch fehlte, und schließlich, um euch voll Licht zu Mir zurückkehren zu lassen.

 43. Als euer Geist aus Mir hervor­ging, war er wie ein Funke, den die Winde in eine Flamme verwandeln mussten, damit bei der Rückkehr zu Mir euer Licht mit dem der Gottheit eins werden würde.

 44. Ich spreche zu euch vom Gipfel des Neuen Berges aus. Dort erwarte Ich euch, und wahrlich, Ich sage euch: am Tage eurer Ankunft wird es ein Fest in diesem Reiche geben.

 45. Ihr kommt auf dem Wege des Schmerzes dorthin und bereinigt dabei eure Verfehlungen – ein Weg, den nicht Ich vorzeichnete, sondern den der Mensch geschaffen hat. Diesen Pfad ließet ihr auch Mich gehen. Doch seit damals ist der Weg des Opfers und des Schmerzes durch mein Blut verherr­licht. (180, 64 - 65)

 46. Der Mensch wird schließlich be­greifen, dass sein Reich auch nicht von dieser Welt ist, dass sein Körper oder seine menschliche Hülle nur das In­strument ist, durch dessen Sinne sein Geist diese Welt der Prüfungen und der Wiedergutmachung wahrnimmt. Er wird schließlich erfahren, dass dies Leben nur eine großartige Lektion ist, die mit wunderbaren Gestalten und Bildern illustriert ist, damit die Schüler, das heißt alle Menschen, die Lektionen, die das Leben ihnen gibt, besser ver­stehen können, durch die sie, wenn sie diese recht zu bewerten vermögen, die Entwicklung ihres Geistes erreichen und den Sinn des Kampfes, der sie stark macht, begreifen werden; – den Schmerz, der sie abschleift, die Müh­sal, die veredelt, das Wissen, das er­leuchtet, und die Liebe, die erhebt.

 47. Wenn dies Dasein das einzige wäre – wahrlich, Ich sage euch, Ich hätte schon längst den Schmerz aus ihm beseitigt, denn es wäre ungerecht, wenn ihr nur deshalb auf diese Welt gekommen wäret, um einen Leidens­kelch zu trinken. Doch die, die heute leiden und weinen, tun dies, weil sie früher ausschweifend genossen. Aber dieser Schmerz wird sie läutern und würdig machen, aufzusteigen und in den Heimstätten des Herrn in reinerer Form zu genießen. (194, 34 - 35)

 48. Die Prüfung, die das Leben des Menschen enthält, ist so hart, dass es notwendig ist, es durch all jene geisti­gen und körperlichen Wonnen zu ver­süßen, die dem Menschen die Last seines Kreuzes liebenswerter und leichter machen.

 49. Ich segne all jene, die in der Wärme ihres Heimes die besten Freu­den ihres Daseins finden und die be­strebt sind, aus ihrer Elternliebe zu den Kindern, der Liebe der Kinder zu ihren Eltern, und der Geschwister unterein­ander einen Gottes-Dienst zu machen. Denn jene Einigkeit, jene Harmonie und jener Friede gleichen der Harmo­nie, die zwischen dem uni­versellen Vater und seiner geistigen Fami­lie existiert.

 50. In diesen Heimen erstrahlt das Licht des Geistes, wohnt der Friede meines Reiches, und wenn sich Leiden einstellen, sind sie leichter zu ertragen, und die Augenblicke der Prüfung sind weniger bitter.

 51. Noch verdienstvoller handeln jene, die darin Befriedigung suchen, diese den andern zu verschaffen, und die sich an der gesunden Freude ihrer Nächsten erfreuen. Dies sind Apostel der Freude, und sie erfüllen eine große Mission.

 52. Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr Augenblicke der Befriedigung und der Freude zu suchen, sowie Stunden inneren Friedens einzuhalten verstün­det, würdet ihr solche an allen Tagen eures Erdendaseins haben. Aber dafür müsst ihr zunächst euren Geist erhe­ben, eure Gefühle und die Art, über das Leben zu denken, hochherziger werden lassen.

 53. Diese Botschaft, die Ich euch durch mein Wort sende, ist von Licht erfüllt, das euren Weg erhellen und eurem Wesen die Aufwärtsentwicklung geben wird, die euch lehren wird, in Frieden zu leben und all das gesund zu genießen, mit dem Ich euer Dasein gesegnet habe.

 54. Diese Menschheit muss noch sehr darum ringen, die Schatten des Schmerzes zu bekämpfen und ihre Neigung zu falschen Vergnügungen und trügerischen Befriedigungen zu überwinden. Sie wird gegen ihren reli­giösen Fanatismus kämpfen müssen, der sie daran hindert, die Wahrheit zu erkennen; sie wird gegen den Fatalis­mus kämpfen müssen, der sie glauben lässt, dass alles der endgültigen Zerstö­rung entgegen geht, aus der sich nie­mand retten kann, und sie wird gegen ihren Materialismus kämpfen müssen, der sie nur vergängliche Vergnügungen suchen lässt – Sinnesfreuden, die den Geist in einen Abgrund von Lastern, von Schmerz, von Verzweiflung und Finsternis stür­zen.

 55. Ich gebe euch mein Licht, damit ihr die Schatten verlasst und auf die­sem Planeten, den ihr in ein Tränental verwandelt habt, endlich die wahren Wonnen des Geistes und des Herzens entdeckt, neben denen alle anderen Freuden klein und unbedeutend sind. (303, 28-33)