Kap. 19 Die Dreieinigkeit Gottes
     Die Einheit Gottes mit Christus und dem Heiligen Geist
     Die drei Offenbarungsweisen Gottes
     Gott als Schöpfergeist und Vater
     Christus, die Liebe und das Wort Gottes
     Der Heilige Geist - die Wahrheit und Weisheit Gottes

Kap. 20 Maria, die mütterliche Liebe Gottes
     Das irdische Dasein Marias in Demut
     Maria und Jesus
     Die Jungfräulichkeit Marias
     Das Vorbild Marias für die Frau
     Maria als Fürsprecherin, Trösterin und Miterlöserin der Menschen
     Die göttliche Natur Marias
     Die universelle Ausstrahlung Marias

Kap. 21 Allmacht, Allgegenwart Gottes und seine Gerechtigkeit
     Die Macht Gottes
     Die Gegenwart Gottes in allem Geschaffenen
     Schicksalsschläge
     Die Gerechtigkeit Gottes

Kap. 22 Liebe, Fürsorge und Gnade Gottes
     Die Liebe des Himmlischen Vaters
     Die Fürsorge und Hilfe Gottes
     Die Demut des Allerhöchsten
     Das Mitgefühl und Mit-Leiden Gottes
     Vergebung, Gnade und Erbarmung Gottes

Kap. 23 Inspirationen und Offenbarungen Gottes
     Göttliche Inspirationen
     Die Anpassung Göttlicher Offenbarungen an das Verständnis der Menschen  
     Verschiedene Arten der Offenbarungen Gottes
     Die Notwendigkeit Göttlicher Offenbarungen
     Die Unbegrenztheit Göttlicher Offenbarungen
     Das Offenbarwerden der Gegenwart Gottes im Menschen



V OFFENBARUNGSFORMEN UND WIRKEN GOTTES

Kapitel 19 - Die Dreieinigkeit Gottes

Die Einheit Gottes mit Christus und dem Heiligen Geist

 1. Das Licht meines Wortes wird die Menschen in dieser Dritten Zeit verei­nigen. Meine Wahrheit wird in jedem Verstande aufleuchten und damit Un­terschiede der Glaubensbekenntnisse und Kulte zum Verschwinden bringen.

 2. Während heute einige Mich in Je­hova lieben und Christus verleugnen, lieben andere Mich in Christus und kennen Jehova nicht; während manche mein Dasein als Heiliger Geist aner­kennen, streiten und entzweien sich andere wegen meiner Dreieinigkeit.

 3. Und nun frage Ich diese Mensch­heit und die sie geistig führen: Warum distanziert ihr euch voneinander, wo ihr euch doch alle zu dem wahren Gott bekennt? Wenn ihr Mich in Jehova liebt, seid ihr in der Wahrheit. Wenn ihr Mich durch Christus liebt – Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wenn ihr Mich als Heiligen Geist liebt, nähert ihr euch dem Lichte.

 4. Ihr habt nur einen einzigen Gott, nur einen einzigen Vater. Es gibt keine drei Göttlichen Personen, die in Gott existieren, sondern nur einen Göttli­chen Geist, welcher sich der Mensch­heit während drei ver­schiedenen Ent­wicklungsstufen offenbart hat. Beim Vordringen in diese Tiefe glaubte diese in ihrer Kindlichkeit drei Personen zu sehen, wo nur ein einziger Göttlicher Geist existiert. Wenn ihr also den Na­men Jehova hört, so denkt an Gott als Vater und Richter. Wenn ihr an Chris­tus denkt, so erkennt in Ihm Gott als Meister, als Liebe; und wenn ihr den Ursprung des Heiligen Geistes zu er­gründen sucht, so wisset, dass er nie­mand anderes ist als Gott, wenn er seine un­ermessliche Weisheit solchen Jüngern offenbart, die weiter fortge­schritten sind.

 5. Wenn Ich die Menschheit der "Ersten Zeit" geistig so entwickelt angetroffen hätte, wie sie es heute ist, hätte Ich Mich ihr als Vater, als Meis­ter und als Heiliger Geist offenbart; dann hätten die Menschen keine drei Gottheiten gesehen, wo nur eine ist. Aber sie waren nicht fähig, meine Leh­ren richtig zu deuten, und wären ver­wirrt wor­den und meinem Wege fern geblieben, um weiterhin ihren Vor­stellungen gemäße zugängliche und kleine Götter zu schaffen.

 6. Sobald die Menschen diese Wahr­heit einsehen und annehmen, wird es ihnen leid tun, dass sie sich gegenseitig verkannt haben wegen eines Irrtums, den sie mit ein wenig Liebe vermieden hätten.

 7. Wenn Christus die Liebe ist, könnt ihr dann glauben, dass Er von Jehova unabhängig ist, wo Ich doch die Liebe bin?

 8. Wenn der Heilige Geist die Weis­heit ist, glaubt ihr dann, dass dieser Geist unab­hängig von Christus exis­tiert, wo Ich doch die Weisheit bin? Meint ihr, das "Wort" und der Heilige Geist seien zweierlei?

 9. Es genügt, nur etwas von dem Wort zu kennen, das Jesus die Menschheit lehrte, um zu begreifen, dass nur ein Gott existiert hat und ewig nur einer sein wird. Deswegen sagte Ich durch ihn: "Wer den Sohn kennt, kennt den Vater, weil er in Mir ist und Ich in ihm bin." Später, als er ankün­digte, dass er in einer anderen Zeit zu den Menschen zurückkommen werde, sagte er nicht nur: "Ich werde wieder­kommen", sondern er versprach, den Heiligen Geist zu senden, den Geist des Trösters, den Geist der Wahrheit.

 10. Warum sollte Christus vom Hei­ligen Geist getrennt kommen? Könnte Er in seinem Geiste etwa nicht die Wahrheit, das Licht und den Trost mit sich bringen? (1, 66 - 70, 73 - 76)

 11. Ich bin euer Meister; doch seht Mich nicht getrennt vom Vater, denn Ich bin der Vater.

 12. Es gibt keinen Unterschied zwi­schen dem Sohn und dem Heiligen Geist, denn der Heilige Geist und der Sohn sind ein einziger Geist, und die­ser bin Ich.

 13. Seht in meinen Offenbarungen über alle Zeiten hinweg einen einzigen Gott, der euch mittels vielfacher und unterschied­licher Lektionen gelehrt hat: ein einziges Buch mit vielen Sei­ten. (256, 4)


Die drei Offenbarungsweisen Gottes

 14. Nun wisst ihr den Grund, warum der Vater sich in Etappen offenbart hat und versteht auch den Irrtum der Men­schen bezüglich des Begriffs der Drei­einigkeit.

 15. Versucht nicht mehr, Mir in eurer Vorstellung körperliche Gestalt zu geben, denn es existiert keine Gestalt in meinem Geiste, so wenig wie die Intel­ligenz, die Liebe oder die Weisheit Gestalt haben.

 16. Ich sage euch dies, weil sich viele Mich in der Gestalt eines Greises vor­stellen, wenn sie an den Vater denken; doch Ich bin kein alter Mann, denn Ich bin außerhalb der Zeit, mein Geist hat kein Alter.

 17. Wenn ihr an Christus denkt, formt ihr sogleich in eurem Sinn das körperliche Bild Jesu. Doch Ich sage euch, dass Christus, die ins Fleisch geborene Göttliche Liebe, mein mensch-gewordenes Wort, als Er die kör­perliche Hülle verließ, mit meinem Geiste verschmolz, aus dem Er hervor­gegangen war.

 18. Wenn ihr jedoch vom Heiligen Geist sprecht, verwendet ihr das Sym­bol der Taube, um zu versuchen, ihn euch in irgendeiner Form vorzustellen. Doch Ich sage euch, dass die Zeit der Sinnbilder vorüber ist, und dass ihr aus diesem Grunde, wenn ihr euch unter dem Einfluss des Heiligen Geistes fühlt, ihn als Eingebung, als Licht in eurem Geiste, als Klarheit empfangt, welche Ungewissheiten, Geheim­nisse und Dunkelheiten auflöst. (39, 42, 44 – 47)

 19. Von Zeitalter zu Zeitalter haben die Menschen eine immer klarere Vor­stellung von Mir. Diejenigen, die Mich durch Christus kennen gelernt haben, haben eine der Wahrheit näherkom­mende Vorstellung als jene, die Mich nur durch die Gesetze Moses kennen. Jener Gott, dem die Men­schenscharen aus Furcht vor seiner Gerech­tigkeit nachfolgten und gehorchten, wurde später als Vater und Meister gesucht, als in ihren Herzen der Same der Liebe Christi keimte. (112, 3)

 20. Ich stehe über den Zeiten, über allem Geschaffenen, Mein Göttlicher Geist ist nicht der Entwicklung unter­worfen. Ich bin ewig und vollkommen - nicht wie ihr, die ihr sehr wohl einen Anfang habt, die ihr durchaus Gesetzen der Entwicklung unterworfen seid und außerdem über eurem Sein den Ablauf der Zeiten fühlt.

 21. Sagt also nicht, dass der Vater nur einem Zeitalter angehört, Christus einem anderen, und der Heilige Geist wieder einem anderen. Denn der Vater ist ewig und gehört keinem Zeitalter an, sondern die Zeiten sind sein, und Christus, als Er als Mensch ent­schwunden war, ist Gott Selbst, ebenso wie der Heilige Geist, der kein anderer ist als euer Vater Selbst, welcher unter euch seine höchste Offenbarungsform vorbereitet, das heißt ohne die Hilfe irgendeines irdischen Mittlers. (66, 43)

 22. Ich habe euch erklärt, dass das, was ihr Vater nennt, die absolute Macht Gottes, des Universellen Schöp­fers ist, der einzige Ungeschaffene; dass Der, den ihr "Sohn" nennt, Chris­tus ist, das heißt die Offen­barung der vollkommenen Liebe des Vaters zu seinen Geschöpfen, und dass das, was ihr "Heiliger Geist" nennt, die Weisheit ist, die euch Gott in dieser Zeit als Licht sendet, in der euer Geist fähig ist, meine Offen­barungen besser zu verste­hen.

 23. Jenes Licht des Heiligen Geistes, jene Weisheit Gottes, wird bald in diesem dritten Zeitalter, das ihr entste­hen seht, regieren und das Denken einer Menschheit erleu­chten, die Spi­ritualität benötigt, die nach Wahrheit dürstet und nach Liebe hungert.

 24. Ebenso wahr ist, Volk, dass sich ein einziger Gott den Menschen offen­bart hat, wenn auch unter drei ver­schiedenen Aspekten: wenn ihr in den Werken des Vaters in jenem ersten Zeitalter nach Liebe sucht, werdet ihr sie finden; und wenn ihr das Licht der Weisheit sucht, werdet ihr es gleich­falls entdecken, so wie ihr in den Wer­ken und Worten Christi nicht nur der Liebe begegnen werdet, sondern auch der Macht und Weisheit. Was wäre also seltsam daran, wenn ihr in den Werken des Heiligen Geistes in dieser Zeit sowohl die Kraft, das Gesetz und die Macht, als auch die Liebe, die Zärtlichkeit und den Heilbalsam entde­cken würdet? (293, 20 - 21, 25 - 26)

 25. Gesetz, Liebe, Weisheit – dies sind die drei Offenbarungsformen, in denen Ich Mich dem Menschen gezeigt habe, damit er auf seinem Entwick­lungswege eine feste Überzeugung und eine vollständige Kenntnis seines Schöpfers hat. Diese drei Offenba­rungsphasen unterscheiden sich von­einander, aber sie alle haben ein und denselben Ursprung, und in ihrer Ge­samt­heit sind sie die absolute Voll­kommenheit. (165, 56)

 26. In Mir ist der Richter, der Vater und der Meister - drei verschiedene Offenbarungsphasen in einem einzigen Wesen, drei Kraftzentren und eine einzige Wesens-Essenz: Liebe. (109, 40)

 27. Ich bin Jehova, der euch zu allen Zeiten vom Tode befreit hat. Ich bin der eine Gott, der zu allen Zeiten zu euch gesprochen hat. Christus ist mein "Wort", das durch Jesus zu euch sprach. Er sagte euch: "Wer den Sohn kennt, kennt den Vater." Und der Hei­lige Geist, der heute zu euch spricht, bin gleichfalls Ich; denn es gibt nur einen Heiligen Geist, nur ein "Wort", und dies ist das Meine.

 28. Höret, meine Jünger: In der "Ersten Zeit" gab Ich euch das Gesetz, in der Zweiten lehrte Ich euch die Liebe, mit der ihr jene Gebote auslegen solltet, und nun in diesem Dritten Zeit­alter sende Ich euch das Licht, damit ihr in den Sinn all dessen eindringt, was euch offenbart wurde.

 29. Warum wollt ihr dann durchaus dort drei Gottheiten entdecken, wo nur ein Göttlicher Geist existiert, welcher der Meine ist?

 30. Ich gab den ersten Menschen das Gesetz, und dennoch kündigte Ich Mose an, dass Ich den Messias senden werde. Christus, in welchem Ich euch mein "Wort" gab, sagte euch, als seine Mission bereits zu Ende ging: "Ich kehre zum Vater zurück, von dem Ich ausgegangen bin." Er sagte euch auch: "Der Vater und Ich sind Eins." Doch danach versprach er, euch den Geist der Wahrheit zu senden, der nach mei­nem Willen und gemäß eurer Ent­wicklung das Geheimnis meiner Of­fenbarungen erhellen würde.

 31. Doch wer kann Licht in meine Geheimnisse bringen und diese Myste­rien erklären? Wer kann die Siegel des Buches meiner Weisheit lösen außer Mir?

 32. Wahrlich, Ich sage euch, der Heilige Geist, den ihr derzeit für etwas von Jehova und Christus Verschiede­nes haltet, ist nichts anderes als die Weisheit, die Ich eurem Geiste kund­tue, um euch die Wahrheit begreifen, schauen und fühlen zu lassen. (32, 22 - 27)

 33. Vereinigt in eurem Verstand und Geist meine Offenbarungen als Gott, die euch das Gesetz verkünden; meine Offenbarungen als Vater, die euch meine unendliche Liebe enthüllen, und meine Unterweisungen als Meister, die euch Meine Weisheit offen­baren, dann erhaltet ihr aus alledem eine Essenz, eine Göttliche Absicht: dass ihr auf dem Pfade des geistigen Lichtes zu Mir kommt - etwas mehr als nur eine Kundgebung an euch. Ich will euch in mein eigenes Reich führen, wo Ich euch immer gegenwärtig, für immer in euch bin. (324, 58)

 34. Es wird nicht das erstemal sein, dass die Menschen darum ringen, eine Göttliche Offenbarung zu deuten oder Klarheit in einer Sache zu erlangen, die sich ihren Augen als ein Geheimnis präsentiert. Schon in der "Zweiten Zeit" beratschlagten sich die Menschen nach meiner Predigttätigkeit auf der Welt über die Persönlichkeit Jesu und wollten wissen, ob er göttlich sei oder nicht, ob er eins mit dem Vater ist oder eine von ihm verschiedene Person. Auf alle Arten beurteilten und erforschten sie meine Lehre.

 35. Jetzt werde Ich wiederum Ge­genstand von Deutungen, Erörterun­gen, Auseinan­dersetzungen und Unter­suchungen sein.

 36. Man wird prüfen, ob der Geist Christi, als er sich kundtat, unabhängig vom Geiste des Vaters war; und es wird andere geben, die sagen, dass es der Heilige Geist war, der gesprochen hat, und nicht der Vater, noch der Sohn.

 37. Doch was ihr "Heiliger Geist" nennt, ist das Licht Gottes, und was ihr "Sohn" nennt, ist sein "Wort". Wenn ihr also dies Wort hier vernehmt, wenn ihr von meiner Lehre der "Zweiten Zeit" Gebrauch macht oder an das Gesetz und die Offenbarungen der "Ersten Zeit" denkt, so seid euch be­wusst, dass ihr in der Gegenwart des Einen Gottes seid, sein Wort vernehmt und das Licht seines Geistes empfangt. (216, 39 - 42)


Gott als Schöpfergeist und Vater

 38. Ich bin die Essenz alles Geschaf­fenen. Alles lebt durch meine unendli­che Macht. Ich bin in jedem Körper und in jeder Form. Ich bin in jedem von euch, aber ihr müsst euch vorbe­reiten und empfindsam machen, damit ihr Mich fühlen und entdecken könnt.

 39. Ich bin der Lebenshauch für alle Wesen, weil Ich das Leben bin. Daher habe Ich euch begreiflich gemacht, dass wenn Ich in allen euren Werken gegenwärtig bin, es nicht nötig ist, Mein Bildnis in Ton oder Marmor herzustellen, um Mich anzubeten oder Mich euch nahe zu fühlen. Dieses Un­verständnis hat nur dazu gedient, die Menschheit zur Abgötterei zu verfüh­ren.

 40. Aufgrund meines Wortes ahnt ihr die Harmonie, die zwischen dem Vater und allem Geschaffenen existiert, be­greift ihr, dass Ich die Essenz bin, die alle Wesen nährt, und dass ihr ein Teil von Mir Selbst seid. (185, 26 - 28)

 41. Der Geist des Vaters ist unsicht­bar, aber Er offenbart sich in unendlich vielen Formen. Das ganze Universum ist nur eine materielle Manifestation der Göttlichkeit. Alles Geschaffene ist ein Abglanz der Wahr­­heit.

 42. Ich habe das Dasein der Geistwe­sen, welche Kinder meiner Göttlichkeit sind, je nach dem Ort, den sie bewoh­nen, mit einer Reihe von Lebensformen umgeben, in welche Ich Weisheit, Schönheit, Lebenskraft und Sinnhaf­tigkeit legte, um jeder dieser Heim­stätten den sichtbarsten Beweis von meinem Dasein und eine Vorstellung von meiner Macht zu geben. Ich weise euch darauf hin, dass der Sinngehalt des Lebens im lieben, im wissen, im erkennen der Wahrheit besteht. (168, 9 -10)

 43. Jünger, aus Mir sind die drei We­sensnaturen hervorgegangen: Die Göttliche, die Geistige und die Mate­rielle. Als Erschaffer und Eigentümer alles Ge­schaffenen kann Ich in göttli­cher und zugleich verständlicher Weise zu euch sprechen. Da die materielle Natur aus Mir hervorging, kann Ich meine Stimme und mein Wort auch körperlich hören lassen, um Mich dem Menschen verständlich zu machen.

 44. Ich bin die vollkommene Wissen­schaft, der Ursprung von allem, die Ursache aller Ursachen und das Licht, das alles erhellt. Ich stehe über allem Geschaffenen, über aller Gelehrsam­keit. (161, 35 - 36)

 45. Jetzt ist die Zeit des Verstehens, der Erleuchtung des Geistes und des Ver­standes, in welcher der Mensch Mich endlich geistig suchen wird, weil er erkennen wird, dass Gott weder eine Person, noch eine Phan­tasievorstellung ist, sondern unbegrenzter und absoluter Universeller Geist. (295, 29)


Christus, die Liebe und das Wort Gottes

 46. Bevor sich der Vater in Jesus der Menschheit kundgab, sandte Er euch seine Offenbarungen, wobei Er sich materieller Formen und Ereignisse bediente. Unter dem Namen "Christus" habt ihr Den ken­nen gelernt, der die Liebe Gottes unter den Menschen kundtat; doch als Er zur Erde kam, hatte Er sich schon zuvor als Vater offenbart, weswegen ihr nicht sagen sollt, dass Christus auf der Welt gebo­ren wurde – Jesus war es, der geboren wurde, der Körper, in welchem Chris­tus wohnte.

 47. Denkt nach, und ihr werdet Mich schließlich verstehen und werdet aner­kennen, dass Christus schon vor Jesus war, denn Christus ist die Liebe Gottes. (16, 6 - 7)

 48. Hier bin Ich bei euch und gebe euch Kraft, um für den ewigen Frieden eures Geistes zu kämpfen. Doch wahr­lich, Ich sage euch, schon bevor die Menschheit Mich kennen lernte, er­leuchtete Ich euch bereits aus der Un­endlichkeit und sprach Ich schon zu euren Herzen. Denn da Ich Eins bin mit dem Vater, bin Ich immer in Ihm ge­wesen. Es mussten Zeitalter über die Menschheit hinweggehen, bis die Welt Mich in Jesus empfing und das Wort Gottes vernahm, obschon Ich euch sagen muss, dass nicht alle, die damals meine Lehre vernahmen, die erforderli­che geistige Entwicklung hatten, um in Christus die Gegenwart Gottes zu füh­len. (300, 3)

 49. In Jehova glaubtet ihr einen grau­samen, schrecklichen und rachsüchti­gen Gott zu erkennen. Alsdann sandte euch der Herr, um euch von eurem Irrtum zu befreien, Christus, seine Göttliche Liebe, damit ihr, "den Sohn kennen lernend, den Vater kennen solltet"; und trotzdem glaubt die un­wissende und aufs neue in ihre Sünde verstrickte Menschheit einen erzürnten und beleidigten Jesus zu sehen, der nur auf die Ankunft derer im "Geistigen Tale" wartet, die ihn verletzten, um ihnen zu sagen: "weichet von mir, ich kenne euch nicht"; und um sie sogleich die grausamsten Qualen in der Ewig­keit erleiden zu lassen.

 50. Es ist Zeit, dass ihr den Sinn meiner Lehren versteht, damit ihr kei­nen Irrtümern anheimfallt. Die Göttli­che Liebe wird euch nicht hindern, zu Mir zu kommen; doch wenn ihr eure Fehler nicht wiedergutmacht, wird es der unerbittliche Richter eures Ge­wissens sein, der euch sagt, dass ihr nicht würdig seid, in das Reich des Lichtes zu gelangen. (16, 46 - 47)

 51. Ich will, dass ihr wie euer Meister seid, um euch zu Recht meine Jünger zu nennen. Meine Hinterlassenschaft besteht aus Liebe und aus Weisheit. Christus war es, der zu euch kam, und Christus ist es, der in diesem Augenbli­cke zu euch spricht; doch versucht nicht, Mich von Gott zu trennen, oder Mich außerhalb von Ihm zu sehen, denn Ich bin und war immer Eins mit dem Vater.

 52. Ich habe euch gesagt, dass Christus die Göttliche Liebe ist; ver­sucht deshalb nicht, Mich vom Vater zu trennen. Glaubt ihr, dass Er ein Vater ohne Liebe zu seinen Kindern ist? Wie kommt ihr auf diesen Gedan­ken? Es ist an der Zeit, dass ihr dies erkennt.

 53. Niemand soll sich schämen, Gott, den Schöpfer, Vater zu nennen, denn dies ist sein wahrer Name. (19, 57 - 58)

 54. In Jesus erblickte die Welt ihren Mensch gewordenen Gott. Die Men­schen erhielten von ihm nur Lektionen der Liebe, Lehren von unendlicher Weisheit, Beweise vollkommener Ge­rechtigkeit, aber niemals ein Wort der Gewalttätigkeit, einen Akt oder ein Zeichen von Groll. Seht stattdessen, wie sehr er beleidigt und verspottet wurde. Er hatte Vollmacht und alle Gewalt in seiner Hand, wie sie die ganze Welt nicht hat, aber es war not­wendig, dass die Welt ihren Vater in seinem wahren Wesen, seiner wahren Gerechtigkeit und Barmherzigkeit kennen­ lernen sollte.

 55. In Jesus sah die Welt einen Vater, der alles für seine Kinder hingibt, ohne dafür irgendetwas für Sich zu verlan­gen; einen Vater, der die schwersten Beleidigungen mit unendlicher Liebe vergibt, ohne jemals Rache zu üben, und einen Vater, der, statt seinen Kin­dern, die Ihn beleidigen, das Leben zu nehmen, ihnen vergibt und ihnen mit seinem Blut den Weg zu ihrer geistigen Erlösung vorzeichnet. (160, 46 - 47)

 56. Als Mensch war Jesus euer Ideal und die Verwirklichung der Vollkom­menheit; damit ihr in ihm ein der Nach­folge würdiges Vorbild hättet, wollte Ich euch das lehren, was der Mensch sein muss, um seinem Gott ähnlich zu werden.

 57. Es ist ein Gott, und Christus ist Eins mit Ihm, weil Er das "Wort" der Gottheit ist, der einzige Weg, durch den ihr zum Vater alles Geschaffenen gelangen könnt. (21, 33 - 34)

 58. Jünger, Christus ist die höchste Manifestation der Göttlichen Liebe, ist das Licht, welches in den Regionen des Geistes das Leben ist; das Licht, das die Finsternis durchbricht und vor je­dem geistigen Blick die Wahrheit auf­deckt, die Geheimnisse auflöst, die Tür öffnet und den Weg zu Weisheit, Ewigkeit und Vollkommenheit des Geistes zeigt. (91, 32)


Der Heilige Geist - die Wahrheit und Weisheit Gottes

 59. In der Weisheit liegt die Heilkraft und der Trost, den euer Herz ersehnt. Daher versprach Ich euch einstens den Geist der Wahrheit als Geist der Trös­tung.

 60. Aber es ist unbedingt notwendig, Glauben zu haben, um nicht auf dem Ent­wicklungswege stehen zu bleiben, noch Furcht vor den Prüfungen zu fühlen. (263, 10 - 11)

 61. Dies ist das Zeitalter des Lichtes, in welchem die Göttliche Weisheit, die das Licht des Heiligen Geistes ist, selbst die geheimsten Winkel des Her­zens und des Geistes erhellen wird. (277, 38)



Kapitel 20 - Maria, die mütterliche Liebe Gottes

Das irdische Dasein Marias in Demut

 1. Maria ist die Blume meines Himmlischen Gartens, deren Wesen­heit immer in meinem Geiste gewesen ist.

 2. Seht ihr diese Blumen hier, die ihre Schönheit in Demut verbergen? Ebenso war und ist Maria: ein uner­schöpflicher Born der Schönheit für den, der sie in Reinheit und Ehrfurcht zu schauen vermag, und ein Schatz an Güte und Zärtlichkeit für alle Wesen.

 3. Maria ging durch die Welt und verbarg ihre göttliche Wesenheit; sie wusste, wer sie war und wer ihr Sohn war, doch statt sich jener Gnade zu rühmen, erklärte sie sich nur für eine Dienerin des Höchsten, für ein Werk­zeug der Ratschlüsse des Herrn. (8, 42 - 43, 46)

 4. Maria wusste, dass sie einen mächtigeren und größeren König emp­fangen würde als alle Könige der Erde. Doch krönte sie sich deswegen etwa zur Königin unter den Menschen? Ver­kündeten ihre Lippen auf Plätzen, Stra­ßen, in den einfachen Hütten oder in den Palästen, dass sie die Mutter des Messias werden würde, dass der "Ein­ge­borene Sohn" des Vaters aus ihrem Schoße hervorgehen werde?

 5. Gewiss nicht, mein Volk: die größte Demut, Sanftmut und Gnade war in ihr, und die Verheißung ging in Erfüllung. Ihr Herz einer menschlichen Mutter wurde beglückt, und schon bevor sie gebar - zu diesem Zeitpunkt und hernach während des ganzen Le­bens des Sohnes - war sie eine liebe­vollste Mutter, die geistig die Bestim­mung Jesu kannte, die Mission, die er unter den Menschen zu erfüllen hatte, und wozu er gekommen war. Sie wi­dersetzte sich nie­mals dieser Bestim­mung, denn sie hatte Anteil an demsel­ben Werk.

 6. Wenn sie zuweilen Tränen ver­goss, war es ein Weinen der menschli­chen Mutter, war es die Körpernatur, die den Schmerz in dem Sohne, ihrem eigenen Fleische fühlte.

 7. Doch war sie eine Jüngerin des Meisters, ihres Sohnes?: Nein. Maria brauchte von Jesus nichts zu lernen. Sie war im Vater Selbst und hatte sich nur inkarniert, um jene schöne und schwie­rige Aufgabe zu erfüllen.

 8. Beschränkte sich jenes vortreffli­che Mutterherz darauf, nur ihren ge­liebtesten Sohn zu lieben?: Gewiss nicht; durch jenes kleine menschliche Herz offenbarte sich das mütterliche Herz in Tröstung und erhabenen Wor­ten, in Ratschlägen und Wohltaten, in Wundern, in Licht und in Wahrheit.

 9. Niemals stellte sie sich zur Schau, niemals fasste sie das Wort des Meis­ters falsch auf. Aber ebenso, wie sie zu Füßen der Krippe war, die ihr als Wiege diente, so war sie auch zu Füßen des Kreuzes, an dem der Sohn, der Meister, der Vater der ganzen Schöp­fung starb und Seinen letzten Atem­zug als Mensch tat.

 10. So erfüllte sie ihre Bestimmung als menschliche Mutter und gab allen Müttern und allen Menschen ein erha­benes Beispiel. (360, 28 - 31)


Maria und Jesus

 11. Oftmals haben sich die Menschen gefragt, warum Jesus, selbst nachdem er gekreuzigt worden war, sich von der Sünderin Magdalena sehen ließ und hernach seine Jünger aufsuchte, man hingegen nichts davon weiß, dass er seine Mutter besucht hätte. Darauf sage Ich euch, dass es nicht notwendig war, Mich bei Maria in der gleichen Weise kundzutun, wie Ich es bei jener tat. Denn die Verbindung zwischen Chris­tus und Maria bestand schon immer, schon ehe die Welt war.

 12. Durch Jesus offenbarte Ich Mich der Menschheit, um Sünder zu retten, und Ich ließ Mich nach der Kreuzigung von ihnen betrachten, um den Glauben derer zu beleben, die Mich benötigten. Doch wahrlich, Ich sage euch, Maria – als Mensch meine liebevolle Mutter – brauchte sich von keiner Befleckung reinzuwaschen, und sie konnte auch gar keinen Mangel an Glauben haben, weil sie wusste, wer Christus war, noch bevor sie Ihm ihren mütterlichen Schoß darbot.

 13. Es war nicht nötig, meinen Geist zu vermenschlichen, um jene zu besu­chen, welche mit der gleichen Reinheit und Sanftmut, mit der sie Mich in ih­rem Schoße empfing, Mich dem Rei­che zurückgab, von dem Ich gekom­men war. Doch wer konnte die Art und Weise kennen, in der Ich in ihrer Ein­samkeit zu ihr sprach, und die Göttli­che Liebkosung, mit der sie Mein Geist umgab?

 14. So antworte Ich denen, die Mir diese Frage gestellt haben, weil sie häufig dachten, dass der erste Besuch Jesu seiner Mutter hätte gelten sollen.

 15. Wie verschieden musste die Form, in der Ich Mich Maria kundtat, von derjenigen sein, die Ich verwandte, um Mich Magda­­­lena und meinen Jün­gern fühlbar zu machen. (30, 17 - 21)


Die Jungfräulichkeit Marias

 16. Auf dem Gipfel des Berges, auf dem sich der Meister befindet, ist auch Maria, die Universelle Mutter – Jene, die in der "Zweiten Zeit" Frau wurde, damit das Wunder der Inkarnation des "Göttlichen Wortes" Wirklichkeit würde.

 17. Der Mensch hat Maria und auch die Art, in der Jesus zur Welt kam, oftmals beurteilt und durchforscht, und diese Urteile haben das Gewand der Reinheit des müt­terlichen Geistes zer­rissen, dessen Herz sein Blut auf die Welt herabströmen ließ.

 18. Ich habe in dieser Zeit die Schleier des Unbekannten weggezo­gen, um den Zweifel des Ungläubigen zu beseitigen und ihm die Kenntnis der geistigen Unterweisungen zu geben.

 19. Die Menschen haben aus meiner Wahrheit, die wie ein Weg ist, viele Nebenwege gemacht, auf denen sie meistens in die Irre gehen. Während die einen die Fürsprache der Himmli­schen Mutter suchen, und die andern sie verkennen, hüllt ihr Mantel der Liebe und Zärtlichkeit alle ewiglich ein.

 20. Von Anbeginn der Zeiten offen­bar­te Ich das Dasein der Geistigen Mutter, von der die Propheten spra­chen, schon bevor sie zur Welt kam. (228, 1 - 5)

 21. Maria wurde gesandt, um ihre Tugend, ihr Vorbild und ihre voll­kommene Gött­lichkeit zu offenbaren. Sie war keine Frau wie alle anderen unter den Menschen. Sie war eine an­ders beschaffene Frau, und die Welt betrachtete ihr Leben, lernte ihre Art zu denken und zu fühlen kennen, wusste um die Reinheit und Anmut ihres Geistes und ihres Körpers.

 22. Sie ist ein Beispiel von Schlicht­heit, Demut, Selbstlosigkeit und Liebe. Doch obwohl ihr Leben der damaligen Welt und den nachfolgenden Generati­onen bekannt gewesen ist, gibt es viele, die ihre Tugend, ihre Jungfräulichkeit nicht anerkennen. Sie können sich die Tatsache nicht erklären, dass sie zugleich Jungfrau und Mutter war. Der Grund dafür ist, dass der Mensch von Natur aus ungläubig ist und die Göttli­chen Werke nicht mit erwecktem Geiste zu beurteilen versteht. Wenn er die Schriften studieren und die Inkar­nation Marias und das Leben ihrer Vorfahren ergründen würde, wüsste er schließlich, wer sie ist. (221, 3)

 23. Die zartfühlendste Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen hat keine Ges­talt¨. Dennoch nahm sie in der Zwei­ten Zeit die Gestalt einer Frau an in Maria, der Mutter Jesu.

 24. Begreift, dass Maria immer exis­tiert hat, da ihre Essenz, ihre Liebe, ihr Zartgefühl schon immer in der Gottheit gewesen sind.

 25. Wie viele Theorien und Irrtümer haben die Menschen über Maria ge­schaffen! Über ihre Mutterschaft, ihre Empfängnis und ihre Reinheit. Wie sehr haben sie dabei gelästert!

 26. An dem Tage, da sie jene Rein­heit wirklich begreifen, werden sie sich sagen: "Es wäre besser für uns, wenn wir nie geboren wären". Tränen von Feuer werden in ihren Seelen brennen. Dann wird Maria sie in ihre Gnade hüllen, die Göttliche Mutter wird sie mit ihrem Mantel be­schützen, und der Vater wird ihnen vergeben und mit unendlicher Liebe sagen: "Wachet und betet, denn Ich vergebe euch, und in euch vergebe und segne Ich die Welt." (171, 69 - 72)


Das Vorbild Marias für die Frau

 27. Das Leben eures Meisters ist Vorbild für alle Menschen. Doch da der Frau die Unterweisung über ihre Aufgabe als Mutter fehlte, wurde ihr Maria gesandt als Verkörperung des göttlichen Zartgefühls, welche als Frau unter den Menschen erschien, um euch gleichfalls ihr göttliches Vorbild der Demut zu geben. (101, 58)

 28. Gesegnete Frauen: auch ihr ge­hört zu meiner Apostelschar. Zwischen dem Geist des Mannes und dem euren gibt es keinen Unterschied, auch wenn ihr körperlich verschieden seid und auch die beiderseitige Aufgabe unter­schiedlich ist.

 29. Nehmt als Meister eures Geistes Jesus und folgt ihm auf dem Pfade, den seine Liebe vorgezeichnet hat. Macht euch sein Wort zu eigen und umarmt sein Kreuz.

 30. Ich spreche zu eurem Geiste mit demselben Worte, mit dem Ich zu den Männern spreche, weil ihr geistig gleich seid. Dennoch – wenn euer Frauenherz ein Vorbild sucht, um ihm nachzueifern; wenn ihr vollkommene Beispiele als Stütze braucht, um euch im Leben zu vervoll­kommnen, so erin­nert euch an Maria, beobachtet sie während ihres ganzen Lebens auf Er­den.

 31. Es war der Wille des Vaters, dass das bescheidene Leben Marias von meinen Jüngern niedergeschrieben würde, die sie während ihres ganzen Wirkens kannten und sich mit ihr be­sprachen.

 32. Jenes Leben - bescheiden für den, der es kennt – war von der Geburt bis zu seinem Ende auf der Welt strahlend. Viele Seiten liebevoller Unterweisung schrieb Maria mit der Demut ihres Geistes, mit ihrem unend­lichen Zartge­fühl, mit der Reinheit ihres Herzens, mit ihrer Liebe zur Menschheit, was sie mehr mit Schweigen als mit Worten ausdrückte, da sie wusste, dass Jener, der zu den Menschen sprechen sollte, Christus war.

 33. Der Geist Marias war die vom Vater ausgegangene Mütterliche Liebe selbst, um der Menschheit das voll­kommene Beispiel von Demut, Gehor­sam und Sanftmut zu geben. Ihr Gang durch die Welt war eine Lichtspur, ihr Leben war schlicht, hoheits­voll und rein. In ihr gingen die Weis­sagungen in Erfüllung, die ankündigten, dass der Messias von einer Jungfrau geboren würde.

 34. Nur sie hatte in ihrem Schoße den Samen Gottes tragen können, nur sie war würdig, nach der Erfüllung ihrer Aufgabe gegenüber Jesus als Geistige Mutter der Menschheit zurückzublei­ben.

 35. Deshalb ist Maria euer vollkom­menes Vorbild, Frauen. Aber wendet euch an sie und nehmt sie euch zum Vorbild in ihrem Schweigen, in ihren Werken der Demut, der unendlichen Selbstverleugnung aus Liebe zu den Bedürftigen, in ihrem stillen Schmerz, in ihrem Mitgefühl, das alles vergibt, und in ihrer Liebe, welche Fürbitte, Trost und süßer Beistand ist.

 36. Jungfrauen, Gattinnen, Mütter, elternlose Mädchen oder Witwen, ein­same Frauen, die ihr ein vom Schmerz durchdrungenes Herz habt – nennt Maria eure liebevolle und fürsorgliche Mutter, ruft sie in Gedanken, empfangt sie im Geiste und fühlt sie im Herzen. (225, 46 - 54)


Maria als Fürsprecherin, Trösterin und Miterlöserin der Menschen

 37. Maria ging still durch die Welt, doch sie erfüllte die Herzen mit Frie­den, legte für die Bedürftigen Fürbitte ein, betete für alle und vergoss zuletzt ihre Tränen der Vergebung und des Mitleids über die Unwissenheit und Schlechtigkeit der Men­schen. Warum solltet ihr euch nicht an Maria wenden, wenn ihr zum Herrn kom­men wollt, da ihr durch sie Jesus empfangen habt? Waren nicht Mutter und Sohn in der Todesstunde des Erlösers vereint? Vermischte sich nicht in jenem Augen­blick das Blut des Sohnes mit den Trä­nen der Mutter? (8, 47)

 38. Ich habe der Welt vom Kreuze herab das Buch des Lebens und der geistigen Weisheit vermacht – ein Buch, das im Laufe der Jahrhunderte, der Zeitalter und Epochen von den Menschen gedeutet und verstanden werden sollte. Daher sagte Ich zu der vom Schmerz erschütterten Maria zu Füßen des Kreuzes: "Frau, dies ist dein Sohn", wobei Ich mit dem Blick auf Johannes zeigte, der in diesem Augen­blick die Menschheit verkörperte, je­doch die in einen guten Jünger Christi verwandelte Menschheit, die vergeis­tigte Menschheit.

 39. Auch an Johannes wandte Ich Mich mit den Worten: "Sohn, dies ist deine Mutter" – Worte, die Ich euch nun erläutern werde.

 40. Maria verkörperte die Reinheit, den Gehorsam, den Glauben, das Zart­gefühl und die Demut. Jede dieser Tugenden ist eine Sprosse der Leiter auf der Ich zur Welt herabkam, um im Schoße jener heiligen und reinen Frau Mensch zu werden.

 41. Jenes Zartgefühl, jene Reinheit und Liebe sind der göttliche Schoß, in welchem der Same des Lebens be­fruchtet wird.

 42. Jene Leiter, auf der Ich zu euch herabstieg, um Mensch zu werden und bei meinen Kindern zu wohnen, ist die gleiche, die Ich euch anbiete, damit ihr auf ihr zu Mir emporsteigt, indem ihr euch von Menschen in Lichtgeister verwandelt.

 43. Maria ist die Leiter, Maria ist der mütterliche Schoß. Wendet euch ihr zu, und ihr werdet Mir begegnen. (320, 68 - 73)

 44. Ich ließ euch Maria zu Füßen des Kreuzes zurück, auf jener Anhöhe, die mein Blut und die Tränen der Mutter aufnahm. Dort blieb sie in Erwartung ihrer Kinder, denn sie wird es sein, die das Kreuz von ihren Schultern nimmt und ihnen den Weg zum Himmel weist. (94, 73)

 45. Die Botschaft Marias war die des Trostes, der zärtlichen Fürsorge, der Demut und der Hoffnung. Sie musste zur Erde kommen, um ihr mütterliches Wesen bekannt zu machen und ihren jungfräulichen Schoß anzubieten, da­mit in ihm das "Wort" Mensch würde.

 46. Doch ihre Mission endete nicht auf Erden. Jenseits dieser Welt war ihre wahre Heimat, von der aus sie einen Mantel des Mitgefühls und der Für­sorglichkeit über alle ihre Kinder aus­breiten kann, von wo aus sie die Schritte der Verirrten verfolgen und ihren Himmlischen Trost auf die Lei­denden ausgießen kann.

 47. Viele Jahrhunderte, bevor Maria zur Welt kommen sollte, um - Mensch geworden in einer Frau - eine Göttliche Bestimmung zu erfüllen, kündigte sie ein Prophet Gottes an. Durch ihn habt ihr erfahren, dass eine Jungfrau einen Sohn empfangen und gebären würde, welcher Immanuel genannt würde, was bedeutet: Gott mit uns.

 48. In Maria, einer Frau ohne Makel, auf die sich der Geist der Himmlischen Mutterliebe herabsenkte, ging die Göttliche Verheißung in Erfüllung, die von dem Propheten angekündigt wor­den war.

 49. Seit damals kennt die Welt sie, und die Menschen und Völker sprechen ihren Namen mit Liebe aus, und in ihrem Schmerz verlangen sie nach ihr als Mutter.

 50. Schmerzensmutter nennt ihr sie, weil ihr wisst, dass die Welt das Schwert des Schmerzes in ihr Herz stieß, und aus eurer Vorstellungswelt weicht nicht jenes leid­volle Antlitz und jener Ausdruck unend­licher Trauer.

 51. Heute will Ich euch sagen, dass ihr aus euren Herzen jenes immerwäh­rende Bild des Schmerzes entfernen sollt und stattdessen an Maria als gü­tige, lä­chelnde und liebevolle Mutter denken sollt, welche geistig wirkt und all ihren Kindern dabei hilft, sich auf dem vom Meister vorgezeichneten Wege aufwärts zu ent­wickeln.

 52. Erkennt ihr nun, dass die Mission Marias sich nicht auf die Mutterschaft auf Erden beschränkte? Auch war ihre Manifestation in der "Zweiten Zeit" nicht die einzige, sondern es ist ihr eine neue Zeitepoche vorbehalten, in der sie von Geist zu Geist zu den Menschen sprechen wird.

 53. Mein Jünger Johannes, ein Pro­phet und Seher, schaute in seiner Ver­zückung eine Frau, mit der Sonne be­kleidet, eine Jungfrau, strahlend vor Licht.

 54. Diese Frau, diese Jungfrau ist Maria, die in ihrem Schoße nicht mehr einen neuen Erlöser, sondern eine ganze Welt von Menschen empfangen wird, die sich in ihr von Liebe, von Glauben und Demut nähren, um den göttlichen Spuren Christi nachzu­fol­gen, des Meisters aller Vollkommen­heit.

 55. Der Prophet sah, wie jene Frau litt, als ob sie gebären würde; doch jener Schmerz war der der Läuterung der Menschen, der Sühne der Geistwe­sen. Wenn der Schmerz vorüber ist, wird es in den Geistwesen licht wer­den, und Freude wird den Geist eurer Universellen Mutter erfüllen. (140, 44 - 52)


Die göttliche Natur Marias

 56. Der Mantel eurer Himmlischen Mutter hat der Welt von Ewigkeit her Schatten gespendet und beschützt lie­bevoll meine Kinder, die auch die Ihren sind. Maria als Geist wurde nicht auf der Welt geboren; ihr mütterlicher Wesenskern ist schon immer ein Teil von Mir gewesen.

 57. Sie ist die Gattin meiner Reinheit, meiner Heiligkeit. Sie war meine Tochter, als sie zur Frau wurde, und meine Mutter, als sie das "Inkarnierte Wort" empfing. (141, 63 - 64)

 58. Maria ist ihrem Wesen nach Göttlich, ihr Geist ist eins mit dem Vater und mit dem Sohne. Weshalb sie menschlich beurteilen, wo sie doch die auserwählte Tochter war, die der Menschheit von Anbeginn der Zeiten als das reine Geschöpf angekündigt war, in welchem sich das "Göttliche Wort" inkarnieren würde?

 59. Warum lästert der Mensch dann und zweifelt an meiner Macht und erforscht meine Werke ohne Respekt? Der Grund dafür ist, dass er sich nicht in meine Göttliche Unterweisung ver­tieft hat, nicht darüber nachgedacht hat, was die Schriften aussagen, noch sich meinem Willen unter­stellt.

 60. Heute, in der "Dritten Zeit", zweifelt er gleichfalls daran, dass Ma­ria sich den Menschen kundgibt. Doch Ich sage euch, dass sie an allen meinen Werken Anteil hat, weil sie die Ver­körperung der zartfühlendsten Liebe ist, die in meinem Göttlichen Geiste wohnt. (221, 4 - 6)

 61. Maria ist der Geist, der so sehr mit der Göttlichkeit verschmolzen ist, dass er einen ihrer Aspekte bildet, wie sie die drei Offenbarungsformen dar­stellen: Der Vater, Das Wort und das Licht des Heiligen Geistes. In diesem Sinne ist Maria jener Geist Gottes, der die Göttliche Fürsorg­lichkeit offenbart und verkörpert. (352, 76)

 62. Wie viele hoffen in den höchsten Himmel zu gelangen, um Maria kennen­ zu lernen, die sie sich immer in der menschlichen Gestalt als Frau vorstel­len, die sie auf der Welt war, als Mutter des menschgewordenen Christus, und die sie sich als Königin auf einem Thron vorstellen, schön und machtvoll.

 63. Doch Ich sage euch, dass ihr dem Göttlichen nicht länger Gestalt verlei­hen sollt in eurem Verstande. Maria, eure Geistige Mutter, existiert; aber sie hat weder die Gestalt einer Frau noch irgendeine andere Gestalt. Sie ist die heilige und liebevolle Zärtlichkeit, deren Barmher­zigkeit sich bis ins Un­endliche ausbreitet. Sie regiert in den Herzen, doch ihre Herrschaft ist die der Demut, der Barmherzigkeit und der Reinheit. Aber sie hat keinen Thron, wie die Menschen sich das vorstellen.

 64. Sie ist schön, aber von einer Schönheit, die ihr euch nicht einmal mit dem schönsten Angesicht vergegen­wärtigen könnt. Ihre Schön­heit ist himmlisch, und das Himmlische zu begreifen werdet ihr niemals im­stande sein. (263, 30)


Die universelle Ausstrahlung Marias

 65. Maria, eure Universelle Mutter, lebt in Mir, und sie schenkt ihren viel­geliebten Kindern die zärtlichsten Liebkosungen. Sie ist in euren Herzen gewesen, um in ihnen ihren Frieden und die Zurüstung eines Heiligtums zu hinterlassen. Maria wacht über die Welt und breitet ihre Flügel wie eine Lerche über sie aus, um sie von einem Pol zum anderen zu beschützen. (145, 10)

 66. In Meiner Gottheit lebt die für­bittende Liebe; es ist Maria. Wie viele Herzen, die dem Glauben verschlossen geblieben waren, haben sich durch sie der Reue und der Liebe geöffnet! Ihre mütterliche Wesenheit ist in der ganzen Schöpfung gegenwärtig, sie wird von allen empfunden, und dennoch leugnen sie manche sehenden Auges. (110, 62)

 67. Jene, die die Göttliche Mütter­lichkeit Marias leugnen, verleugnen eine der schönsten Offenbarungen, welche die Gottheit den Menschen ge­geben hat.

 68. Jene, die die Göttlichkeit Christi anerkennen und Maria verleugnen, wissen nicht, dass sie auf den zartfüh­lendsten und lieblichsten Wesenszug verzichten, der in meiner Göttlichkeit existiert.

 69. Wie viele gibt es, die die Schrif­ten zu kennen glauben und doch nichts wissen, weil sie nichts verstanden ha­ben. Und wie viele gibt es, die trotz ihrer Meinung, die Sprache der Schöp­fung entdeckt zu haben, im Irrtum leben.

 70. Der Mütterliche Geist ist in allen Wesen liebevoll tätig, ihr könnt sein Abbild überall erblicken. Seine Göttli­che Mutter­liebe ist als gesegneter Same in die Herzen aller Geschöpfe gefallen, und jedes Reich der Natur ist ein le­bendes Zeugnis von ihr, und jedes Mutterherz ist ein vor jener großen Liebe errichteter Altar. Maria war eine Göttliche Blüte, und die Frucht war Jesus. (115,15-18)



 

Kapitel 21 - Allmacht, Allgegenwart Gottes und seine Gerechtigkeit

Die Macht Gottes

 1. Wenn der gegenwärtige Mensch mit all seiner Wissenschaft nicht im­stande ist, die Elemente der Natur sei­nem Willen zu unterwerfen – wie könnte er dann seine Macht den geisti­gen Kräften aufzwingen?

 2. Ebenso, wie die Gestirne im Kos­mos ihrer unwandelbaren Ordnung folgen, ohne dass der Wille des Men­schen sie ihre Bahn oder ihre Bestim­mung verändern lassen kann, so kann auch die Ordnung, die im Geistigen existiert, von niemandem verändert werden.

 3. Ich schuf den Tag und die Nacht, das heißt, Ich bin das Licht, und nie­mand anderer als Ich kann es zurück­halten. Dasselbe gilt für das Geistige. (329, 31 - 33)

 4. Wenn ihr an Mich glaubt, dürft ihr darauf vertrauen, dass meine Macht unend­lich größer ist als die Sünde der Menschen, und dass daher der Mensch und sein Leben sich wandeln müssen, sobald die Sünde vor dem Lichte der Wahrheit und der Ge­rechtigkeit weicht.

 5. Könnt ihr euch das Leben auf die­ser Welt vorstellen, wenn die Men­schen einmal den Willen Gottes tun? (88, 59 - 60)

 6. Für Mich kann die Reue eines Menschenwesens, seine Erneuerung und seine Rettung nicht unmöglich sein. Ich wäre dann nicht allmächtig und der Mensch wäre stärker als Ich. Haltet ihr meine Macht der Kraft un­terlegen, die das Böse in den Menschen besitzt? Betrachtet ihr das Dunkle im Menschen als dem göttlichen Lichte überlegen? Niemals! sagt Mir euer Herz.

 7. Bedenkt: meine Aufgabe ist, nach­dem Ich euch das Sein gegeben habe, euch zur Vollkommenheit zu führen und euch alle in einer einzigen geisti­gen Familie zu vereinen; und vergesst nicht, dass mein Wille über alles hin­weg in Erfüllung geht.

 8. Ich, der Göttliche Sämann, lege meinen Liebessamen unmerklich in jeden Geist. Ich allein weiß, zu welcher Zeit dieser Same in der ganzen Menschheit aufkeimen wird, und Ich allein vermag mit unendlicher Geduld auf die Früchte meiner Werke zu war­ten. (272, 17 - 19)

 9. Ich will euch nicht durch meine Größe erniedrigen, noch mit derselben prahlen, aber Ich zeige sie euch den­noch, soweit es mein Wille ist, damit ihr die höchste Wonne darüber empfin­det, einen Gott aller Macht, Weisheit und Vollkommenheit zum Vater zu haben.

 10. Freut euch bei dem Gedanken, dass ihr niemals das Ende meiner Macht erleben werdet und dass, je höher die Entwicklung eures Geistes ist, ihr Mich desto besser erkennen werdet. Wer könnte sich nicht damit einverstanden zeigen, zu wissen, dass er niemals die Größe seines Herrn erreichen wird? Wart ihr auf Erden etwa nicht damit einverstanden, im Vergleich zu eurem irdischen Vater jünger an Jahren zu sein? Habt ihr ihm etwa nicht bereitwillig Erfahrung und Autorität zugebilligt? Habt ihr euch nicht gefreut, zu sehen, dass ihr einen stärkeren Mann als ihr zum Vater habt – stolz, tapfer und voller Tugenden? (73, 41 - 42)

 11. Was bedeutet die Kraft der Men­schen gegenüber meiner Macht? Was vermag schon die Gegnerschaft der materialistischen Völker gegen die unendliche Kraft der Vergeistigung? Nichts!

 12. Ich habe zugelassen, dass der Mensch bis an die Grenze seines Machtstrebens und bis zum Gipfel seines Hochmuts geht, damit er selbst feststellt, dass die Gabe der Willens­freiheit, mit der er vom Vater aus­ge­stattet wurde, eine Wahrheit dar­stellt.

 13. Doch wenn er dann bis an die Grenze gelangt ist, wird er seine Augen dem Lichte und der Liebe öffnen und sich angesichts meiner Gegenwart beugen, bezwungen von der einzigen absoluten Macht und der einzigen uni­versellen Weisheit, welche die eures Gottes ist. (192, 53)


Die Gegenwart Gottes in allem Geschaf­fenen

 14. Ich habe keine bestimmte oder begrenzte Stätte, an der Ich im Unend­lichen wohne, denn meine Gegenwart ist in allem, was existiert, sowohl im Göttlichen, als auch im Geistigen oder im Materiellen. Ihr könnt von Mir nicht sagen, in welcher Richtung mein Reich liegt; und wenn ihr euren Blick zu den Höhen erhebt und er gen Himmel ge­richtet ist, so tut dies nur als etwas Symbolisches. Denn euer Planet dreht sich unaufhörlich und bietet euch mit jeder Bewegung neue Himmelsab­schnitte und neue Höhen dar.

 15. Mit all dem will Ich euch sagen, dass es zwischen euch und Mir keine Entfernung gibt und dass das einzige, was euch von Mir trennt, eure uner­laubten Werke sind, die ihr zwischen mein vollkommenes Gesetz und euren Geist stellt.

 16. Je größer eure Reinheit, je hoch-stehender eure Werke und je beständi­ger euer Glaube ist, desto näher, inni­ger, eurem Gebete zugänglicher werdet ihr Mich fühlen.

 17. Ebenso auch: Je mehr ihr euch vom Guten, vom Gerechten, vom Er­laubten entfernt und euch dem Materi­alismus eines dunklen und egoistischen Lebens hingebt, desto mehr werdet ihr Mich immer ferner von euch fühlen müssen. Je mehr sich euer Herz von der Erfüllung meines Gesetzes entfernt, desto unempfindlicher wird es für meine göttliche Gegenwart werden.

 18. Begreift, warum Ich in dieser Zeit mein Wort in dieser Form kundtue und euch für die Zwiesprache von Geist zu Geist vorbe­reite.

 19. Da ihr Mich unendlich ferne glaubtet, verstandet ihr nicht, zu Mir zu kommen. Ich habe euch aufgesucht, um euch meine göttliche Gegenwart fühl­bar zu machen und euch zu beweisen, dass es zwischen dem Vater und seinen Kindern keine Räume oder Entfernun­gen gibt, die sie trennen. (37, 27 -32)

 20. Falls ihr denkt, dass Ich meinen Thron verlassen habe, um Mich euch kundzutun, so befindet ihr euch in einem Irrtum; denn jener Thron, den ihr euch vorstellt, existiert nicht. Die Throne sind etwas für die eitlen und hochmütigen Menschen.

 21. Da mein Geist unendlich und allmächtig ist, wohnt Er nicht an einem bestimmten Ort: Er ist überall, an allen Orten, im Geistigen und im Materiel­len. Wo soll dann jener Thron sein, den ihr Mir zu­schreibt?

 22. Hört auf damit, Mir eine mate­rielle körperliche Gestalt auf einem Thron gleich denen der Erde zu geben, befreit Mich von der menschlichen Gestalt, die ihr Mir immer gebt, hört auf, von einem Himmel zu träumen, den euer menschlicher Verstand nicht zu erfassen vermag. Wenn ihr euch von alledem befreit, wird es sein, als ob ihr die Ketten zerbrächet, die euch banden, als ob eine hohe Mauer vor euren Bli­cken einstürzte, als ob ein dichter Ne­bel sich lichtete und euch erlauben würde, einen Horizont ohne Grenzen und ein unendliches, strahlendes Fir­mament zu schauen, das jedoch zu­gänglich ist für euren Geist.

 23. Die einen sagen: Gott ist im Himmel, andere: Gott wohnt im Jen­seits. Aber sie wissen nicht, was sie sagen, noch verstehen sie, was sie glauben. Zwar "wohne" Ich im Him­mel; aber nicht an dem bestimmten Ort, den ihr euch vorgestellt habt: Ich wohne im Himmel des Lichtes, der Macht, der Liebe, der Weisheit, der Gerechtigkeit, der Seligkeit, der Voll­kommenheit. (130, 30, 35 - 36)

 24. Meine universelle Gegenwart er­füllt alles, an keinem Ort oder Lebens­raum des Universums gibt es eine Leere, alles ist von Mir durchdrungen. (309, 3)

 25. Ich habe euch gesagt, dass Ich euch so nahe bin, dass Ich selbst das Geheimste eurer Gedanken kenne, dass Ich überall bin, wo ihr seid, weil Ich allgegenwärtig bin. Ich bin das Licht, das euren Verstand durch Inspirationen oder lichtvolle Ideen er­leuchtet.

 26. Ich bin in euch, denn Ich bin der Geist, der euch beseelt, das Gewissen, das euch richtet. Ich bin in euren Sin­nen und in eurem Körper, denn Ich bin in der ganzen Schöpfung.

 27. Fühlt Mich immer mehr in euch und in allem, was euch umgibt, damit, wenn der Augenblick kommt, diese Welt zu verlassen, ihr voll und ganz in das Geistige Leben eingeht, und es keine Verstörtheit in eurem Geist gibt durch die Eindrücke, die die Sinnen­welt hinterlassen könnte; und ihr euch Mir einen weiteren Schritt nähert, der Ich die Quelle von unendlicher Rein­heit bin, aus der ihr ewig trinken wer­det. (180, 50 -52)

 28. Wisst ihr, was der Ursprung jenes Lichtes ist, das in dem von den Lippen der Stimmträger gesprochenen Worte enthalten ist? Sein Ursprung ist im Guten, in der göttlichen Liebe, im uni­versellen Lichte, das von Gott ausgeht. Es ist ein Strahl oder ein Funke jenes leuchtenden All-Seins, das euch das Leben gibt; es ist ein Teil der unendli­chen Kraft, die alles bewegt und unter der alles schwingt, sich regt und unauf­hörlich seine Kreise zieht. Es ist das, was ihr göttliche Ausstrahlung nennt, es ist das Licht des Göttlichen Geistes, das Geistwesen erleuchtet und belebt.

 29. Jene Ausstrahlung hat sowohl auf den Geist, als auch auf den Körper Einfluss, sowohl auf die Welten, als auch auf die Menschen, die Pflanzen und alle Wesen der Schöpfung. Sie ist geistig für den Geist, ist materiell für die Materie, ist Intelligenz für das Verstandesvermögen, ist Liebe in den Herzen. Sie ist Wissen, ist Talent und ist Selbstbesinnung, ist Instinkt, ist Intuition und steht über den Sinnen aller Wesen gemäß ihrer Ordnung, ihrer Beschaffenheit, ihrer Art und ihrem Entwicklungsgrad. Aber der Ursprung ist ein einziger: Gott; und ihre Essenz eine einzige: die Liebe. Was kann also unmöglich daran sein, dass Ich den Verstand dieser Ge­schöpfe erleuchte, um euch eine Bot­schaft geistigen Lichtes zu senden?

 30. Die Pflanzen empfangen die Le­bensstrahlung, die ihnen mein Geist sendet, damit sie Früchte tragen. Die Sterne empfangen die Kraft, die mein Geist auf sie ausstrahlt, um auf ihren Umlaufbahnen kreisen zu können. Die Erde, die das gegenwärtige, lebendige Zeugnis ist, all euren Sinnen zugäng­lich, empfängt unaufhörlich die Aus­strahlung von Leben, die so viele Wunder aus ihrem Schoße hervorgehen lässt. Weshalb sollte es dann unmög­lich sein, dass der Mensch, in dessen Wesen wie ein Juwel die Gegenwart eines Geistes strahlt, worin seine Ähn­lichkeit mit Mir begründet ist, direkt von meinem Geist zu seinem Geist die göttliche Ausstrahlung empfängt, wel­che der geistige Same ist, der in ihm Frucht bringen soll? (329, 42 - 44)

 31. Kein einziger eurer Seufzer wird im Himmel ungehört bleiben, jedes Gebet findet seinen Widerhall in Mir, keine eurer Trübsale oder Lebenskrisen bleiben von meiner Vaterliebe unbe­achtet. Alles weiß Ich, höre Ich, sehe Ich, und in allem bin Ich gegenwärtig.

 32. Weil die Menschen meinen, dass Ich Mich wegen ihrer Sünden von ihnen zurückgezogen habe, fühlen sie sich schließ­lich fern von Mir. O menschliche Unwis­senheit, die so viel Bitternis auf ihre Lippen gebracht hat! Wisset, dass wenn Ich Mich von ir­gendeinem meiner Geschöpfe entfer­nen würde, dieses augenblicklich zu existieren aufhören würde. Doch dies ist nicht geschehen, noch wird es ge­schehen, denn als Ich euch den Geist gab, versah Ich euch alle mit ewigem Leben. (108, 44 - 45)


Schicksalsschläge

 33. Verflucht nicht die Prüfungen, die euch und das ganze Menschen­geschlecht bedrücken, sagt nicht, dass sie Strafe, Zorn oder Rache Gottes sind, denn dann lästert ihr. Ich sage euch, dass es gerade diese Heimsu­chungen sind, die die Menschheit dem rettenden Hafen immer näher bringen.

 34. Nennt sie Gerechtigkeit, Sühne oder Lektionen, dann wird es zutref­fend und richtig sein. Der Zorn und die Rache sind menschliche Leidenschaf­ten, die solchen Wesen eigen sind, die noch dem Seelen­frieden, der Harmonie und der Voll­kommenheit ferne sind. Es ist nicht gerecht, dass ihr meiner Liebe zu euch, die alle meine Werke be­stimmt, den vulgären Namen "Strafe" gebt oder den unwürdigen Namen "Ra­che".

 35. Bedenkt, dass ihr euch freiwillig auf dornige Wege oder in finstere Ab­gründe begeben habt, und dass ihr nicht auf meinen liebevollen Ruf gehört, noch auf die Stimme eures Gewissens gelauscht habt, weshalb es notwendig wurde, dass der Schmerz euch zu Hilfe kam, um euch aufzuwecken, euch auf­zuhalten, euch zur Besinnung zu brin­gen und zum wahren Weg zurückkeh­ren zu lassen. (181, 6 - 8)

 36. Ich bestrafe euch nicht; aber Ich bin Gerechtigkeit, und als solche lasse Ich sie jeden fühlen, der gegen meine Gebote verstößt. Denn der Ewige hat euch sein Gesetz bekannt gemacht, das niemand abändern kann.

 37. Seht, wie der Mensch in einer schweren Prüfung klagt, wenn er in einen unermesslich tiefen Abgrund stürzt, wenn er sieht, wie seine Frau beim Verlust von geliebten Wesen weint, die Kinder ihres Unterhaltes beraubt werden, und die Heime in Elend und Trübsal versinken. Er ist bestürzt angesichts seines Unglücks, er verzweifelt; doch anstatt zu beten und seine Sünden zu bereuen, begehrt er gegen Mich auf und sagt: "Wie ist es möglich, dass Gott mich in dieser Weise züchtigt?", während der Göttli­che Geist in Wahrheit gleichfalls Trä­nen vergießt wegen des Schmerzes seiner Kinder, und seine Tränen sind Blut der Liebe, der Vergebung und des Lebens.

 38. Wahrlich, Ich sage euch: Auf­grund der Entwicklung, die die Menschheit erreicht hat, hängt die Verbesserung ihrer Situation in dieser Zeit nicht nur von meiner Barmherzig­keit ab. Sie ist Opfer ihrer selbst, doch nicht meiner Strafe. Denn mein Gesetz und mein Licht erstrahlen in jedem Gewissen.

 39. Meine Gerechtigkeit kommt herab, um jedes Unkraut¨ mit der Wur­zel auszureißen, und selbst die Natur­gewalten offenbaren sich als Vollstre­cker dieser Gerechtigkeit. Dann scheint es, als ob sich alles ver­eint, um den Menschen auszurotten, obwohl es sei­ner Läuterung dienen soll. Aber man­che werden daran irre und sagen: "Wenn wir so großen Schmerz zu er­tragen haben – wozu kommen wir dann überhaupt auf diese Welt?", ohne zu bedenken, dass der Schmerz und die Sünde nicht von Mir stammen.

 40. Der Mensch ist dafür verantwort­lich, dass er in Unwissenheit darüber bleibt, was Gerechtigkeit und was Sühne ist. Daher kommt zunächst sein Aufbegehren und danach seine Blas­phemie. Nur wer meine Unterweisung erforscht hat und mein Gesetz beachtet, ist nicht mehr fähig, seinen Vater zu beschuldigen. (242, 19 - 21)


Die Gerechtigkeit Gottes

 41. Ihr seid wie Sträucher, die manchmal so dürre und kranke Zweige haben, dass sie eine schmerzhafte Be­schneidung benötigen, um eure kran­ken Teile zu entfernen, damit ihr wie­der gesunden könnt.

 42. Wenn meine Liebesgerechtigkeit vom menschlichen Baume die kranken Äste ent­fernt, die sein Herz schädigen, richtet sie ihn auf.

 43. Wenn einem Menschen ein Glied seines Körpers abgeschnitten werden soll, seufzt er, zittert er und wird feige, auch wenn er weiß, dass es geschieht, um das zu entfernen, was krank ist, was tot ist und bedroht, was noch leben kann.

 44. Auch die Rosen, wenn sie be­schnitten werden, vergießen ihren Le­benssaft wie Schmerzenstränen; aber danach bedecken sie sich mit den schönsten Blüten.

 45. Meine Liebe beschneidet auf eine unendlich höhere Weise das Böse im Herzen meiner Kinder, wobei Ich Mich manchmal selbst opfere.

 46. Als die Menschen Mich kreuzig­ten, bedeckte Ich meine Henker mit meiner Güte und meiner Vergebung und gab ihnen Leben. Mit meinen Worten und in meinem Schweigen erfüllte Ich sie mit Licht, verteidigte und rettete Ich sie. So beschneide Ich das Böse, wehre Ich ihm durch meine Liebe und verteidige und rette ich den Übeltäter. Jene Vergebungen waren, sind noch immer und werden ewiglich Quellen der Erlösung sein. (248, 5)

 47. Ich kann kein Urteil über euch fällen, das schwerer ist als das Gewicht eurer Verfehlungen. Daher sage Ich euch, dass ihr von Mir nichts zu be­fürchten habt, sondern von euch selbst.

 48. Ich allein kenne die Schwere, die Größe und die Bedeutung eurer Ver­fehlun­gen. Die Menschen lassen sich ständig vom äußeren Anschein beein­drucken, denn sie vermögen nicht in das Herz ihrer Nächsten einzudringen. Ich dagegen blicke in die Herzen und kann euch sagen, dass Menschen zu Mir gekommen sind, die sich schwerer Verfehlungen angeklagt haben und die voll Reue waren, weil sie Mich belei­digt haben, doch Ich habe sie für rein befunden. Im Gegensatz dazu sind andere gekommen und haben Mir ge­sagt, dass sie niemals jemandem etwas Böses getan haben, doch Ich wusste, dass sie lügen. Denn obwohl ihre Hände sich nicht mit dem Blut ihres Nächsten befleckt haben, ist das Blut ihrer Opfer, denen das Leben zu neh­men sie befohlen hatten, auf ihren Geist herabgeströmt. Es sind jene, die den Stein werfen und dabei die Hand verbergen. Wenn Ich in meiner Kund­gabe die Worte "feige", "falsch" oder "Verräter" ausgesprochen habe, ist ihr ganzes Wesen erbebt, und oft haben sie sich aus meiner Lehrstunde entfernt, weil sie einen Blick auf sich fühlten, der sie gerichtet hat. (159, 42 - 43)

 49. Wenn in der Göttlichen Gerech­tigkeit nicht die größte Liebe des Va­ters vorhanden sein würde, wenn seine Gerechtigkeit nicht diesen Ursprung hätte, würde diese Mensch­heit nicht mehr existieren, ihre Sünde und ihre unaufhörlichen Vergehen hätten die göttliche Geduld erschöpft; aber dies ist nicht geschehen. Die Menschheit lebt weiterhin, die Geistwesen inkar­nieren immer noch, und auf Schritt und Tritt, in jedem menschlichen Werk bekundet sich meine Gerechtigkeit, welche Liebe und unendliche Barm­herzigkeit ist. (258, 3)

 50. Ergründet Mein Wort, damit ihr nicht, wie viele, an den Taten meiner göttlichen Gerechtigkeit irre werdet, wenn Ich jene, die nur eine leichte Verfehlung begehen, mit Macht heim­suche, und dagegen anscheinend denen vergebe, die ein schweres Vergehen begangen haben.

 51. Der Meister sagt euch: Wenn Ich den, der dem Anschein nach nur eine leichte Verfehlung begangen hat, mit Macht heimsuche, so deshalb, weil Ich die Schwäche der Geistwesen kenne, und wenn diese vom Wege der Ge­setzeserfüllung abwei­chen, kann es der erste Schritt sein, der sie ins Verderben führt. Doch wenn Ich anderen ein schweres Vergehen nachsehe, ge­schieht es, weil Ich weiß, dass eine große Ver­fehlung für den Geist Grund für eine gleichfalls große Reue ist.

 52. Richtet nicht, verurteilt nicht, wünscht nicht einmal in Gedanken, dass meine Gerechtigkeit auf jene fällt, die unter den Völkern Blutvergießen verursachen. Denkt nur, dass sie wie ihr gleichfalls meine Kinder sind, meine Geschöpfe, und sie ihre großen Verbrechen mit großen Sühne­leistun­gen werden büßen müssen. Wahrlich, Ich sage euch: gerade die, auf die ihr mit Fingern zeigt als jene, die den Frieden erbarmungslos zerstört haben und euch ins Chaos stürzen, werden in den kommenden Zeiten zu den großen Friedensstiftern wer­den, den großen Wohltätern der Mensch­heit.

 53. Das Blut von Millionen Opfern schreit von der Erde aus nach meiner göttlichen Gerechtigkeit, doch über die menschliche Rechtsprechung hinweg wird es die meine sein, die jeden Geist, jedes Herz erreicht.

 54. Die Rechtsprechung der Men­schen vergibt nicht, erlöst nicht, liebt nicht. Die meine liebt, vergibt, erlöst, erweckt zu neuem Leben, erhebt und erleuchtet; und gerade jene, die für die Menschheit soviel Schmerz verursacht haben, werde Ich erlösen und retten, indem Ich sie durch ihre große Sühne gehen lasse, welche der Schmelztiegel sein wird, in dem sie geläutert und völlig wach werden für die Stimme ihres Gewissens, um bis auf den tiefs­ten Grund ihrer Werke schauen zu können. Ich werde sie den gleichen Weg zurücklegen lassen, den sie ihre Opfer, ihre Völker gehen ließen. Aber schließlich werden sie die geistige Reinheit erreichen, um zur Erde zu­rückkehren zu können, um alles Zer­störte wiederaufzubauen, um alles Zugrunde­gerichtete wiederherzustellen. (309, 16 -18)

 55. Ihr sollt wissen, dass nicht erst, wenn der Tod zu euch kommt, euer Vater euch richtet, sondern dass dieses Gericht beginnt, sobald ihr euch eurer Werke bewusst werdet und ihr den Ruf eures Gewissens empfindet.

 56. Mein Gericht ist immer über euch. Auf Schritt und Tritt, sei es im menschlichen Leben oder in eurem geistigen Leben, seid ihr meinem Ge­richte unterworfen; aber hier auf der Welt, in der Körperhülle, wird der Geist unempfindlich und taub für die Rufe des Gewissens.

 57. Ich richte euch, um euch zu hel­fen, eure Augen dem Lichte zu öffnen, um euch von Sünde zu befreien und vom Schmerz zu erlösen.

 58. In meinem Urteil rechne Ich nie­mals die Beleidigungen an, die ihr Mir angetan haben könntet, denn bei mei­nem Gericht tritt niemals der Groll, die Rache, nicht einmal die Strafe in Er­scheinung.

 59. Wenn der Schmerz in euer Herz dringt und euch an der empfindlichsten Stelle trifft, so geschieht es, um euch auf irgendeinen Fehler hinzuweisen, den ihr begeht, um euch meine Unter­weisung verstehen zu lassen und euch eine neue und weise Lehre zu erteilen. Auf dem Grunde jeder dieser Prüfun­gen ist immer meine Liebe gegen­wär­tig.

 60. Bei einigen Gelegenheiten habe Ich euch erlaubt, dass ihr die Ursache einer Prüfung versteht, bei anderen könnt ihr den Sinn jener Warnung meiner Gerechtigkeit nicht finden, und zwar deshalb, weil es im Werke des Vaters und im Leben eures Geistes tiefe Geheimnisse gibt, die der menschliche Verstand nicht zu enträt­seln vermag. (23, 13 - 17)

 61. Fern ist die Zeit, in der euch ge­sagt wurde: "Mit der Elle, mit der ihr messt, werdet ihr gemessen werden." Wie oft wurde jenes Gesetz benutzt, um hier auf der Erde Rache zu nehmen und jedes Gefühl von Nächstenliebe beiseite zu schieben!

 62. Jetzt sage Ich euch, dass Ich diese Gerechtigkeitselle ergriffen habe und euch mit ihr messen werde, je nachdem wie ihr gemessen habt, obschon Ich erklärend hinzufügen muss, dass in jedem meiner Gerichte der Vater ge­genwärtig sein wird, der euch sehr liebt, und der Erlöser, der zu eurer Rettung gekommen ist.

 63. Der Mensch ist es, der mit seinen Werken sein Urteil fällt, furchtbare Urteile bisweilen, und euer Herr ist es, der euch Hilfe verschafft, damit ihr die Art und Weise findet, in der ihr eure Sühne ertragen könnt.

 64. Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr eine allzu schmerzliche Sühne ver­meiden wollt, so bereut rechtzeitig und gebt eurem Leben durch eine aufrich­tige Erneuerung eine neue Richtung mit Werken der Liebe und Barm­her­zigkeit für eure Brüder.

 65. Versteht, dass Ich das rettende Tor bin - das Tor, das für alle, die Mich mit wahrem Glauben suchen, niemals verschlossen sein wird. (23, 19 - 23)

 66. Nun seht ihr, dass die göttliche Gerechtigkeit aus Liebe besteht, nicht aus Bestrafung wie die eure. Was würde aus euch, wenn Ich eure eigenen Gesetze anwenden würde, um euch zu richten – vor Mir, vor dem kein äußerer Anschein noch falsche Argumente gelten?

 67. Wenn Ich euch gemäß eurer Schlechtigkeit richten und eure schrecklich harten Gesetze anwenden würde – was würde aus euch? Dann würdet ihr Mich zu Recht bitten, Gnade walten zu lassen.

 68. Doch ihr braucht euch nicht zu fürchten, denn meine Liebe welkt nie­mals, noch ändert sie sich, noch ver­geht sie. Ihr dagegen vergeht bestimmt, ihr sterbt und werdet wiederum gebo­ren, ihr geht und kommt dann wieder, und so geht ihr euren Pilgerweg, bis der Tag kommt, an dem ihr euren Vater erkennt und euch seinem göttlichen Gesetze unterstellt. (17, 53)



 

Kapitel 22 - Liebe, Fürsorge und Gnade Gottes

Die Liebe des Himmlischen Vaters

 1. Wundert euch nicht, dass meine Liebe euch trotz eurer Sünden überall­hin folgt. Ihr alle seid meine Kinder. Auf dieser Welt habt ihr ein Abbild der göttlichen Liebe in der Liebe eurer Eltern gehabt. Ihr könnt ihnen den Rücken kehren, ihre Autorität nicht anerkennen, ihren Anordnungen nicht gehorchen und ihren Ratschlägen kein Gehör schenken; ihr könnt mit euren bösen Handlungen eine Wunde in ihren Herzen verursachen, könnt Anlass geben, dass ihre Augen von so vielem Weinen austrocknen, dass sich auf ihren Schläfen weiße Haare zeigen und ihre Gesichter von den Spuren des Leides gezeichnet werden; doch nie­mals werden sie aufhören, euch zu lieben, und sie werden nur Segen und Vergebung für euch haben.

 2. Doch wenn diese Eltern, die ihr auf der Erde gehabt habt und die nicht vollkommen sind, euch so große Be­weise einer reinen und erhabenen Liebe gegeben haben – warum seid ihr dann erstaunt, dass Der, welcher diese Her­zen schuf und ihnen jene Aufgabe, Eltern zu sein gab, euch mit vollkom­mener Liebe liebt? – Die Liebe ist die höchste Wahrheit. Um der Wahrheit willen wurde Ich Mensch, und um der Wahrheit willen starb Ich als Mensch. (52, 27)

 3. Meine Liebe soll euch nicht in Er­staunen setzen, doch zweifelt auch nicht an ihr, wenn ihr erlebt, dass ihr in der Welt oft einen sehr bitteren Kelch leert.

 4. Der Mensch kann tief sinken, von Finsternis erfüllt sein oder zögern, zu Mir zurückzukehren. Doch für alle wird der Zeitpunkt kommen, an dem sie Mich in ihrem eigenen Wesen spü­ren, Mich nicht mehr ferne fühlen und Mich auch nicht als einen Fremden betrachten oder mein Dasein, meine Liebe und meine Gerechtigkeit leugnen können. (52, 30)

 5. Ich will euch nicht als Angeklagte vor Mir sehen, will euch immer als meine Kinder betrachten, für die meine Vaterliebe immer zur Hilfe bereit ist. Ich habe euch zum Ruhme meines Geistes geschaffen, und damit ihr in Mir glücklich seid. (127, 41)

 6. Lernt, Mich zu lieben, erkennt, wie meine Liebe euch trotz eurer Verstöße und Sünden überallhin folgt, ohne dass ihr euch ihrem Einfluss entziehen oder ihr ausweichen könnt. Erkennt: je schwerer eure Verfehlungen sind, desto größer ist mein Erbarmen mit euch.

 7. Die Bosheit der Menschen möchte meine Liebe abwehren, aber sie kommt nicht gegen sie an, weil die Liebe die universelle Kraft, die göttliche Macht ist, die alles erschafft und alles bewegt.

 8. Der Beweis für alles, was Ich euch sage, ist der, den Ich euch gegeben habe, als Ich Mich unter euch in dieser Zeit kundtat, in der die Menschheit sich im Abgrund ihrer Sünde verirrt hat. Meine Liebe kann keinen Ekel vor der menschlichen Sünde empfinden, wohl aber Mitleid.

 9. Erkennt Mich, kommt zu Mir, um eure Flecken im kristallklaren Brunn­quell meiner Barmherzigkeit abzuwa­schen. Bittet, bittet, so wird euch gege­ben werden. (297, 59 - 62)

 10. Für Augenblicke glauben die Menschen, meiner so unwürdig zu sein, dass sie nicht begreifen, dass Ich sie so sehr lieben kann. Und wenn sie sich einmal damit abgefunden haben, ferne von ihrem Vater zu leben, erbauen sie sich ein Leben nach ihren eigenen Vorstellungen, schaffen ihre Gesetze und gründen ihre Religions­gemein­schaften. Daher ist ihre Über­raschung groß, wenn sie Mich kommen sehen. Dann fragen sie: "Liebt uns unserer Vater wirklich so sehr, dass er auf solche Weise eine Möglichkeit sucht, Sich uns mitzuteilen?"

 11. Menschen, Ich kann euch nur sa­gen, dass Ich das, was mein ist, nicht zugrunde gehen lasse, und ihr seid mein. Ich liebte euch, noch bevor ihr wart, und werde euch ewig lieben. (112, 14 - 15)


Die Fürsorge und Hilfe Gottes

 12. Jünger, Ich habe euch alle Un­terweisungen gegeben, die der Geist in seiner Entwicklung benötigt.

 13. Wohl denen, die die Wahrheit erkennen, denn sie werden "den Weg" schnell finden. Andere weisen die gött­lichen Unterweisungen immer zurück, weil ihnen ihre Werke den meinen überlegen erscheinen.

 14. Ich liebe euch alle. Ich bin der Hirte, der seine Schafe ruft, der sie vereint und zählt und täglich mehr haben möchte – der sie nährt und lieb­kost, für sie sorgt und sich freut, wenn er sieht, dass es viele sind, obwohl er manchmal weint, wenn er sieht, dass nicht alle folgsam sind.

 15. Dies sind eure Herzen: viele von euch kommen zu Mir, aber wenige sind es, die Mir wirklich nachfolgen. (266, 23 - 26)

 16. Nehmt euer Kreuz und folgt Mir in Demut. Vertraut darauf, dass - wäh­rend ihr jemandem Trost zusprecht, einem Herzen Frieden oder einem Geist Licht bringt - Ich auf alles achten werde, was mit eurem materiellen Le­ben in Beziehung steht, und Ich werde nichts vernachlässigen.

 17. Glaubet daran, dass, wenn Ich zu eurem Geiste spreche, Ich auch einen Blick in euer Herz werfe, um in ihm seine Sorgen, seine Bedürfnisse und seine Wünsche zu entdecken. (89, 6 - 7)

 18. Es gib keine Rassen oder Stämme, so unkultiviert sie euch auch erscheinen mögen – auch jene, die ihr nicht kennt, weil sie in unzugänglichen Wäldern wohnen – die nicht Bekun­dungen meiner Liebe erfahren hätten. Sie haben im Augenblick der Gefahr himmlische Stimmen vernommen, die sie beschützen, behüten und beraten.

 19. Ihr habt niemals verlassen gelebt. Seit Anbeginn, da ihr zum Leben er­standet, seid ihr unter dem Schutz­schild meiner Liebe gewesen.

 20. Ihr Menscheneltern, die ihr eure Kinder zärtlich liebt: wärt ihr fähig, sie ihrem Schicksal zu überlassen, wenn sie kaum in dieses Leben hineingebo­ren worden sind, wenn sie eure Für­sorge, eure Hingabe, eure Liebe am meisten benötigen?

 21. Ich habe euch um eure Kinder besorgt gesehen, selbst wenn sie das Erwachse­nenalter erreicht hatten; selbst um jene, die sich vergehen, die euch verletzt haben, sorgt ihr euch mit der größten Liebe.

 22. Doch wenn ihr auf die Nöte eurer Kinder in dieser Weise reagiert – wie wird dann wohl die Liebe eures Himmlischen Vaters sein, der euch liebte, noch bevor ihr existiert habt?

 23. Immer bin Ich euch zu Hilfe ge­kom­men; und in dieser Zeit, in der Ich euch mit einer größeren geistigen Ent­wicklung antreffe, habe Ich euch ge­lehrt, wie ihr kämpfen müsst, um die unheilvollen Kräfte zunichte zu ma­chen, und die Art und Weise, die Schwingungen des Guten zu vermeh­ren. (345, 39 - 42)

 24. Ihr tretet nun in einen neuen Ab­schnitt eures Lebens ein; der Weg ist gebahnt. Nehmt euer Kreuz auf euch und folgt Mir. Ich sage euch nicht, dass es auf diesem Wege keine Prüfungen gibt; aber immer, wenn ihr eine schwierige Wegstrecke durchquert oder einen Leidenskelch leert, werdet ihr eine Stimme vernehmen, die euch er­mutigt und euch berät, wird meine Liebe bei euch sein, die euch beisteht und euch erhebt, und ihr werdet die sanfte Liebkosung meines Heilbalsams fühlen. (280, 34)

 25. Wenn Ich sehe, dass ihr euch vom Schmerz besiegen lasst und dass ihr, anstatt aus ihm die Lehren zu zie­hen, die jede Prüfung enthält, euch damit begnügt, zu weinen, zu fluchen oder einfach auf den Tod zu warten als das Ende eurer Leiden, dann nahe Ich Mich euch, um euer Herz liebevoll anzusprechen, ihm Trost und Hoffnung zu geben und es zu stärken, damit es sich selbst, seine Schwachheit und seinen Mangel an Glauben überwindet, und es über die Prüfungen triumphieren kann; denn in diesem Triumph liegt der Friede, das Licht und das geistige Glücklichsein, welches das wahre Glück ist. (181, 10)

 26. Wenn ihr bedenkt, dass Ich selbst in den kleinsten Wesen der Natur bin – wie sollte Ich euch da verleugnen und Mich von euch trennen, nur weil ihr Unvollkom­menheiten an euch habt, da ihr Mich gerade dann am meisten be­nötigt?

 27. Ich bin das Leben und bin in al­lem, deshalb kann nichts sterben. Denkt gründ­lich nach, damit ihr nicht an die Ausdrucks­weise gebunden bleibt. Bringt eure Sinne zur Ruhe und entdeckt Mich im Kern des Wortes. (158, 43 - 44)

 28. Kehrt in euer Inneres ein, und ihr werdet dort das Heiligtum, die Bun­deslade finden. Ihr werdet eine Quelle, einen Born der Gnaden und Segnungen entdecken.

 29. Es gibt keinen hilflosen Geist, niemand ist enterbt. Angesichts meiner Göttlichen Barmherzigkeit gibt es im ganzen Univer­sum keinen einzigen, der sich arm nennen kann, von seinem Vater verstoßen; keinen, der sich aus den Landen des Herrn verbannt nennen könnte.

 30. Wer sich enterbt fühlt, tut dies, weil er in sich selbst nicht die Gnaden­gaben entdeckt hat, oder weil er sich gerade in der Sünde verirrt hat, weil er verblendet ist, oder weil er sich unwür­dig fühlt.

 31. Ihr sollt diese Gnadengaben im­mer in euch entdecken; dann werdet ihr erleben, dass euch meine Gegenwart niemals fehlen wird, dass immer "Brot", "Heilbalsam", "Waffen", "Schlüssel" und alles, was ihr benötigt, in euch selbst vorhanden sein wird, weil ihr die Erben meines Reiches und meiner Herrlichkeit seid. (345, 87)

 32. Zwischen dem Vater und den Kindern gibt es ein Band, das niemals zerreißen kann, und dies Band ist die Ursache dafür, dass zwischen dem Göttlichen Geist und dem von euch allen eine Zwiesprache stattfindet. (262, 35)

 33. Die Menschheit benötigt meine Liebe, mein Wort, das bis auf den Grund ihrer Herzen gelangen muss. Der Meister kämpft unermüdlich darum, dass eure Geister täglich mehr erleuchtet werden, damit sie sich, von Unwissenheit befreit, zu höheren Regi­onen erheben können.

 34. Die Tore meines Reiches stehen offen, und das "Wort" des Vaters kommt mit unendlicher Liebe zu euch, um euch erneut den Weg zu zeigen.

 35. Ich bin nochmals zur Menschheit gekommen, doch sie hat Mich nicht gefühlt, weil Ich geistig erschienen bin, und ihr Materialismus groß ist. Da euer Geist meinem Göttlichen Geiste ent­sprang – weshalb haben die Menschen Mich dann nicht empfunden?: Weil sie ihren Geist an den Materialismus ge­bunden haben, an die niederen Leiden­schaften.

 36. Doch hier ist das Lamm Gottes, das als Licht zu euch gelangt, um euch zu erleuchten und die Wahrheit zu bringen. (340, 13 - 15)


Die Demut des Allerhöchsten

 37. Begreift, dass mein Wort euren Verstand nicht mit eitlen Philosophien erfüllt, es ist die Essenz des Lebens. Ich bin kein Reicher, der euch weltli­chen Reichtum anbietet. Ich bin der Alleinige Gott, der euch das Reich des wahren Lebens verheißt. Ich bin der demütige Gott, der sich ohne Gepränge seinen Kindern naht, um sie mit seiner Liebkosung und seinem wundertätigen Wort auf dem Sühneweg aufzurichten. (85, 55)

 38. Seid meine Diener, und ihr wer­det niemals von Mir gedemütigt wer­den.

 39. Seht: Ich bin nicht als König ge­kommen, noch trage Ich Szepter oder Krone. Ich bin unter euch als Beispiel von Demut, und mehr noch: als euer Diener.

 40. Bittet Mich, und Ich werde euch geben; befehlt Mir, und Ich werde gehorchen, um euch einen weiteren Beweis meiner Liebe und meiner De­mut zu geben. Ich bitte euch nur, dass ihr Mich erkennt und meinen Willen tut; und wenn ihr auf Hindernisse stoßt bei der Erfüllung eurer Pflichten, so betet und überwindet in meinem Na­men, und eure Verdienste werden grö­ßer sein. (111, 46)

 41. Der Vater spricht zu euch – Jener, der niemanden hat, um sich vor ihm im Gebet zu verneigen. Doch wahrlich, Ich sage euch, wenn es über Mir je­mand Größeren gäbe, würde Ich Mich vor ihm verneigen, denn in meinem Geiste wohnt die Demut.

 42. Bedenkt, wie ihr – obwohl ihr meine kleinen Kinder seid – Mich dazu veranlasst hernieder zu kommen, um zu euch zu sprechen, euch anzuhören und zu trösten, anstatt dass ihr darum ringt, zu Mir emporzusteigen. (125, 19)

 43. Erlebt in euren Herzen die Wonne, euch von eurem Vater geliebt zu fühlen, der euch niemals durch seine Größe erniedrigt hat, sondern diese in seiner vollkommenen Demut offenbart hat, um euch groß zu machen und euch dahin zu bringen, euch des wahren Lebens in Seinem Reiche zu erfreuen, welches weder Anfang noch Ende hat. (101, 63)


Das Mitgefühl und Mit-Leiden Gottes

 44. Wenn ihr glaubt, dass Jesus, weil er Gottes Sohn war, keinen Schmerz spürte, irrt ihr euch. Wenn ihr glaubt, dass Ich frei von Schmerz bin, weil Ich heute im Geiste komme, so seid ihr gleichfalls in einem Irrtum befangen. Wenn ihr denkt, dass – weil Ich weiß, dass ihr schließlich alle bei Mir sein werdet – Ich heute nicht leide, so habt ihr auch darin nicht recht. Wahrlich, Ich sage euch, es gibt kein anderes Wesen, das empfindsamer ist als der Göttliche Geist.

 45. Ich frage euch: Wer gab allen Wesen die Empfindsamkeit? Was könnt ihr Gutes tun, das nicht Freude bei Mir auslöst? Und was könnt ihr Böses tun, das nicht wie eine Wunde für meine Empfindsamkeit ist? Seht, das ist der Grund, weshalb Ich euch sage, dass die Menschheit Mich von neuem gekreuzigt hat. Wann werde Ich von meinem Kreuze herabgenommen und von der Dornenkrone befreit? (69, 34)

 46. Wenn manche sich als meine Feinde erheben, sehe Ich sie nicht als solche an, sondern nur als Bedürftige. Diejenigen, die sich für Gelehrte halten und mein Dasein leugnen, blicke Ich mit Mitleid an. Jene, die versuchen, Mich im Herzen der Menschen zu vernichten, betrachte Ich als Unwis­sende, da sie glauben, die Macht und die Waffen zu haben, um Den zu ver­nichten, welcher der Urheber des Le­bens ist. (73, 33)

 47. Ich zeige Mich euch als ein lie­bevoller Vater, als ein demütiger Meister, niemals gleichgültig gegen­über euren Leiden und immer nach­sichtig und barmherzig gegenüber euren Unvollkommenheiten, denn ihr werdet in meinen Augen immer Kinder sein.

 48. Ich muss euch richten, wenn Ich sehe, wie die Kinder, die mit soviel Liebe geschaffen und für das Ewige Leben bestimmt wurden, auf Erden hartnäckig den Tod suchen, ohne sich um das geistige Leben zu kümmern, noch den Wunsch haben, die Voll­kommenheiten kennen zu ­lernen, die jenes Dasein für sie bereithält. (125, 59 - 60)

 49. Da Ich euer Vater bin, muss Ich notwendigerweise mitfühlen, was die Kin­der fühlen. Nur so werdet ihr be­greifen, dass – während jeder von euch leidet und seinen eigenen Schmerz fühlt - der Göttliche Geist den Schmerz all seiner Kinder miterleidet.

 50. Als Beweis dieser Wahrheit kam Ich zur Welt, um Mensch zu werden und ein Kreuz zu tragen, das allen Schmerz und alle Sünde der Welt dar­stellte. Doch wenn Ich als Mensch die Last eurer Unvollkom­menheiten auf meinen Schultern trug und all euren Schmerz fühlte – könnte Ich Mich dann als Gott gefühllos zeigen angesichts der Trübsale meiner Kinder? (219, 11 - 12)


Vergebung, Gnade und Erbarmung Gottes

 51. Ich bin der einzige, der die Be­stimmung aller kennt, der Einzige, der den Weg kennt, den ihr zurückgelegt habt und den ihr noch durchlaufen müsst. Ich bin es, der eure Leiden und eure Freuden versteht. Ich weiß, wie viel ihr gewandert seid, um die Wahr­heit und die Gerechtigkeit zu finden. Meine Barmherzigkeit ist es, die den angsterfüllten Ruf dessen empfängt, der Mich innerlich um Vergebung für seine Verfehlungen bittet.

 52. Und als Vater erfülle Ich jede in­ständige Bitte, sammle eure Tränen, heile eure Gebrechen, lasse euch füh­len, dass euch vergeben ist und ihr von euren Schand­flecken losgesprochen seid, damit ihr euer Leben neu gestal­tet.

 53. Auch bin Ich der Einzige, der euch die Beleidigungen, die Mir von euch, die ihr meine Kinder seid, zuge­fügt werden, vergeben kann. (245, 39 - 41)

 54. In dieser Zeit erleuchtet euch mein Wort aufs neue. Ich will meine Gnade im Überfluss ausgießen, damit ihr rein und zugerüstet seid. Doch wenn ihr erneut in Sünde fallt, so er­kenne, Volk, dass nicht Ich es bin, der euch von meinem Schoße entfernt, sondern dass ihr es seid, die sich von Mir entfernen, obwohl dies nicht mein Wille ist. Doch meine Vergebung und meine Liebe sind wie offene Tore, um jeden zu empfangen, der reuevoll zu Mir zurückkeh­ren möchte. (283, 69)

 55. In der Liebe, mit der Ich euch vergebe und euch korrigiere, gebe Ich Mich zu erkennen. Als ihr nach eurem Willen gelebt und dabei fortwährend den Vater verletzt habt, schnitt Ich den Faden jenes Sünden­daseins nicht ab, versagte Ich euch weder die Luft, noch das Brot; Ich verließ euch nicht im Schmerz, noch überhörte Ich eure Klage. Und die Natur umgab euch weiterhin mit ihrer Fruchtbarkeit, ih­rem Licht und ihren Segnungen. So gebe Ich Mich den Menschen zu er­kennen und offenbare Mich ihnen. Niemand kann euch auf Erden mit dieser Liebe lieben, und niemand kann euch so vergeben, wie Ich es tue.

 56. Euer Geist ist ein Same, den Ich von Ewigkeit her pflege und vervoll­kommne, bis er die schönsten Blüten und die vollkom­mensten Früchte trägt. Wie könnte Ich euch absterben lassen oder der Gewalt der Unwetter überlas­sen? Wie euch auf eurem Wege im Stich lassen, wo Ich doch der Einzige bin, der die Bestimmung aller Ge­schöpfe kennt? (242, 31 - 33)
 
 57. Ihr, die ihr auf Irrwegen geht: Ich bin bereit, euch zu empfangen und euch meine Kraft und mein Licht zu geben, wenn ihr Mich ruft. Es ist nicht von Bedeutung, wenn ihr auf eurer Seele und eurem Geist die Spur der großen Sünder tragt. Ich werde bewirken, dass ihr jene segnet, die euch beleidigt haben, und dass ihr Gott segnet, weil Er jenes Wunder in euch für möglich gehalten hat. Dann werdet ihr die Liebe Christi in eurem Herzen zu fühlen beginnen.

 58. Manche werden beim Hören die­ser Worte denken: Wie ist es möglich, dass die großen Sünder diese Gnade ebenso empfangen können wie die Gerechten, die sie für ihre Verdienste besitzen?

 59. O Menschen, Menschen, die ihr nicht weiter als eure Augen seht! Ich habe euch meine Wohltaten immer aus Gnade gegeben, noch bevor ihr sie verdient habt.

 60. Ich antworte sowohl auf einen reinen Gedanken, als auch auf die trau­rige Klage dessen, der sich Mir be­fleckt naht, wann immer sich ihm ein – wegen seines Mangels an Liebe zu seinen Mitmenschen – noch so kleiner Funke von Demut oder Erkenntnis entringt.

 61. Ich bin der Verteidiger der Schwachen, die in ihrer großen Unfä­higkeit und Unwissenheit Tränen ver­gießen. Ich bin die göttliche Hoffnung, die die Weinenden ruft und tröstet; Ich bin der gütige Jesus, der den in seinem Schmerz und in seiner Sühne Stöhnen­den sanft liebkost.

 62. Ich bin euer Heiland, euer Erlö­ser; Ich bin die für den Menschen be­greifliche Wahrheit. (248, 18 - 21)



 

Kapitel 23 - Inspirationen und Offenbarungen Gottes

Göttliche Inspirationen

1. Jünger: Wenn mein Wort zu euch kommt und ihr es nicht versteht, zwei­felt ihr an ihm. Doch Ich sage euch: Wenn euch Ungewissheit quält, so zieht euch in die Einsamkeit der Felder zurück und dort, inmitten der Natur, wo ihr nur die freie Flur, die Berge und das Firmament als Zeugen habt, befragt euren Meister noch einmal. Vertieft euch in sein Wort, und schnell wird euch seine liebevolle Antwort errei­chen. Dann werdet ihr euch getragen, inspiriert, von einer unbekannten geis­tigen Wonne erfüllt fühlen.

 2. Auf diese Weise werdet ihr keine kleingläubigen Menschen mehr sein, weil ihr wisst, dass jedes Wort Gottes Wahrheit enthält, dass man jedoch, um es zu erschließen, mit Andacht und lauterem Sinn in dasselbe eindringen muss, weil es ein Heiligtum ist.

 3. Immer, wenn ihr vorbereitet seid und etwas wissen wollt, wird euer Verlangen nach Licht das göttliche Licht anziehen. Wie oft habe Ich euch schon gesagt: Geht in die Bergeinsam­keit und sagt Mir dort eure Sorgen, eure Leiden und Nöte.

 4. Jesus lehrte euch diese Lektionen in der "Zweiten Zeit" mit seinem Bei­spiel. Erin­nert euch an mein Beispiel, als Ich Mich in die Wüste zurückzog, um zu beten, bevor Ich mein Predig­tamt begann. Erinnert euch, dass Ich in den letzten Tagen meines Daseins unter den Menschen, noch bevor Ich in die Synagoge ging, um zu beten, die Ein­samkeit des Ölberghaines aufsuchte, um mit dem Vater zu sprechen.

 5. Die Natur ist ein Tempel des Schöpfers, wo sich alles zu Ihm erhebt, um Ihn zu verehren. Dort könnt ihr direkt und unver­fälscht die Ausstrah­lung eures Vaters empfan­gen. Dort, fern von menschlichem Egoismus und Materialismus, werdet ihr fühlen, wie weise Inspirationen in euer Herz drin­gen, die euch dazu bewegen, auf eurem Wege das Gute zu tun. (169, 28 - 31)

 6. Ihr müsst wach sein, Jünger, denn Ich werde zu euch nicht nur durch dies Sprachrohr sprechen, Ich werde Mich eurem Geist auch in den Augenblicken kundtun, in denen euer Körper schläft. Ich werde euch lehren, euch vorbereitet dem Schlafe hinzugeben und euren Geist vom Irdischen zu lösen, damit er sich zu den Regionen des Lichtes er­hebt, wo er die Weissagung empfangen wird, mit der er seinen Weg erhellt, um dann seine Botschaft dem Verstande zu übermitteln. (100, 30)

 7. Ich bin niemals fern von euch ge­wesen, wie ihr zuweilen geglaubt habt, noch sind Mir eure Leiden jemals gleichgültig gewesen, noch war Ich taub bei euren Rufen. Folgendes ist geschehen: Ihr habt euch nicht darum bemüht, eure höheren Sinne zu verfei­nern und habt erwartet, Mich mit den Sinnen des Fleisches wahrzuneh­men. Doch Ich sage euch, dass die Zeit, in der Ich den Menschen dies gewährte, schon sehr weit zurückliegt.

 8. Wenn ihr euch ein wenig darum bemüht hättet, einige eurer geistigen Fähigkeiten zu entfalten, wie die innere Erhebung durch geistige Betrachtung, das Gebet, das Ahnungsvermögen, den prophetischen Traum oder das geistige Gesicht – Ich versichere euch, durch jede derselben würdet ihr euch mit Mir verbinden und daher Antwort auf eure Fragen und göttliche Inspiration in eu­ren Gedanken erhalten.

 9. Ich bin immer bereit, mit euch zu sprechen, bin immer in Erwartung eurer Erhebung und geistigen Bereit­schaft, um euch zu Gefallen zu sein und euch das Glück zu bereiten, Mich eurem Geiste kundzutun. Dafür ist nur nötig, euch mit größter Lauterkeit be­reit zu machen, diese Gnade zu erlan­gen. (324, 52 - 54)

 10. Fragt eure Gelehrten, und wenn sie ehrlich sind, werden sie euch sagen, dass sie Gott um Inspiration gebeten haben. Ich würde ihnen mehr Einge­bungen schenken, wenn sie Mich darum mit mehr Liebe für ihre Mit­menschen bitten würden und mit weni­ger Eitelkeit für sich selbst.

 11. Wahrlich, Ich sage euch: Alles, was ihr an wahrem Wissen angesam­melt habt, kommt von Mir. Alles, was die Menschen an Reinem und Hohem haben, werde Ich in dieser Zeit zu eu­rem Vorteil nutzen, denn dafür habe Ich es euch gewährt. (17, 59 - 60)

 12. Jetzt ist eine Zeit, in der mein Geist unablässig zum Gewissen, zum Geist, zum Verstand und zum Herzen der Menschen spricht. Meine Stimme gelangt zu den Men­schen mittels Ge­danken und Prüfungen, durch welche viele von sich aus zur Wahrheit erwa­chen, da jene, die sie führen oder un­terweisen, schlafen und möchten, dass die Welt niemals erwacht. (306, 63)

 13. In der "Dritten Zeit" verwirk­lichte Ich mit der Klarheit meiner Kundgebungen das für die Menschen Unmögliche: Mich durch das mensch­liche Verstandesvermögen mitzuteilen.

 14. Begreift Mich, Jünger, denn in der Zwiesprache von Geist zu Geist, die euch erwartet, werdet ihr meine Gegenwart ewig­lich fühlen. Wenn ihr euch vorzubereiten versteht, werdet ihr Mir nicht mehr sagen: "Herr, warum kommst Du nicht? Warum siehst Du meinen Schmerz nicht?" Ihr werdet nicht mehr so zu Mir sprechen. Wahr­lich, Jünger, ich sage euch, wer so zu Mir spricht, wird einen greifbaren Be­weis seiner Unwissenheit und seines Unvorberei­tetseins geben.

 15. Ich will meine Jünger nicht von Mir getrennt sehen, Ich möchte, dass ihr Mir in eurem Geiste sagt: "Meister, Du bist unter uns, unser Geist fühlt Dich, Deine Weisheit ist die Quelle meiner Inspiration." Dies ist das wahre Bekenntnis, das Ich von euch hören will. (316, 54)


Die Anpassung Göttlicher Offen­barungen an das Verständnis der Menschen

 16. Um das Göttliche zu offenbaren sind eure Sprachen zu begrenzt; des­halb musste Ich zu allen Zeiten in Gleichnissen, in Entsprechungsbildern zu euch reden; aber nun seht ihr, dass – selbst wenn Ich auf diese Art zu euch gesprochen habe – ihr Mich wenig ver­standen habt, weil euch der nötige Wille gefehlt hat, meine Offen­barun­gen zu ergründen. (14, 50)

 17. In jedem Zeitalter habt ihr Mich erwartet, und dennoch – wann immer Ich bei euch war, habt ihr Mich nicht erkannt wegen eures Mangels an Zu­rüstung und Geistig­keit. Ich sage euch: Welche Form auch immer meine Ge­genwart umkleidet, immer wird sie Wahrheit und göttliche Lebens­essenz enthalten.

 18. Ich habe euch gesagt, dass Ich Mich unterschiedlicher Formen bedient habe, um Mich der Welt kundzutun. Doch diese waren keine Maske, um euch meinen Geist zu verbergen, son­dern sie dienten dazu, Mich zu ver­menschlichen, zu begrenzen und Mich so für die Menschen hörbar und fühlbar zu machen.

 19. Jetzt sage ich euch, dass ihr, be­vor ihr euer Urteil fällt, zuvor diese Stimme hören sollt, bis der Augenblick eures Überzeugt­seins oder eurer Er­leuchtung kommt, wenn es in dem Geist licht wird. (97, 11 - 12)

 20. Solange die Menschen in ihrer Blindheit und in ihrer Unwissenheit ver­harren, werden sie Anlass dafür sein, dass Gott, der vor allem Vater ist, sich gegenüber seinen Kindern ver­menschlichen, begrenzen und verklei­nern muss, um verstanden werden zu können. Wann werdet ihr zulassen, dass Ich Mich vor euch mit der Herr­­lichkeit zeige, in der ihr Mich schauen sollt?

 21. Ihr müsst groß sein, um euch meine Größe vorstellen zu können, und um dessentwillen komme Ich immer wieder, um euch geistige Größe zu geben, damit ihr die unendliche Wonne erfahren könnt, euren Vater kennen zu lernen, seine Liebe zu spüren, das gött­liche Konzert zu hören, das über euch erklingt. (99, 26 - 27)

 22. Der äußerliche Teil jener Offen­barung des Vaters auf dem Sinai war der Stein, der als Mittel diente, um das Göttliche Gesetz in ihn einzuprägen.

 23. Das Äußerliche in der Kundgabe Gottes an die Menschen durch Jesus war die Körperhülle, die menschliche Gestalt Christi.

 24. In der heutigen Zeit ist der äu­ßerliche Teil meiner Kundgabe der Stimmträger gewesen, weshalb diese Offenbarungsform, wie die der vergan­genen Zeiten, ein Ende haben muss.

 25. Begreift, dass ihr die Kinder des Spiritualistischen Volkes seid, das sich nicht von Formen nähren soll, sondern von der Essenz. Wenn ihr mein Wort recht versteht, werdet ihr nie mehr in Abgötterei geraten, noch werdet ihr euch an die äußerlichen Kulthandlun­gen, an die Riten, an das Vergängliche klammern, denn ihr werdet immer nach dem Wesentlichen, dem Ewigen ver­langen. (224, 69 – 71)


Verschiedene Arten der Offen­barungen Gottes

 26. Die Menschheit hätte gern den Besuch eines neuen Messias, der sie aus dem Abgrund rettet, oder sie möchte wenigstens die Stimme Gottes wie eines Menschen Stimme hören, die in den Lüften ertönt. Doch Ich sage euch, es würde genügen, ein wenig zu beobachten oder euren Geist in der Meditation zu sammeln, um ihm Emp­find­samkeit zu geben, und schon wür­det ihr hören, wie alles zu euch spricht. Wenn es euch unmöglich erscheint, dass die Steine sprechen, sage Ich euch, dass nicht nur die Steine, sondern alles, was euch umgibt, zu euch von eurem Schöpfer spricht, damit ihr von euren Träumen der Größe, des Hoch­muts und des Materialismus erwacht. (61, 49)

 27. Die Erleuchteten vergangener Zeiten sahen immer einen Lichtglanz, sie hörten immer mein Wort. Die Pro­pheten, die Inspirierten, die Vorläufer, die Begründer von Lehren mit hoher Geistigkeit legten Zeugnis ab, dass sie Stimmen hörten, die aus den Wolken, den Bergen, vom Wind oder irgendei­nem Orte herzukommen schienen, den sie nicht genau bestimmen konnten; dass sie die Stimme Gottes hörten, als ob sie aus Feuerzungen und geheim­nisvollen Echos hervorginge. Viele hörten, sahen und fühlten mittels ihrer Sinne, andere durch ihre geistigen Eigenschaften; dasselbe geschieht in dieser Zeit.

 28. Wahrlich, Ich sage euch: Jene, welche meine Botschaften mit ihren körperlichen Sinnen empfingen, legten die göttliche Inspiration geistig aus, und dies taten sie gemäß ihrer körperli­chen und geistigen Zurüstung, gemäß der Zeit, in der sie auf der Welt waren, so wie es jetzt bei den men­schlichen Werkzeugen geschieht, die ihr "Stimm­­träger" oder "Gabenträger" nennt. Doch muss Ich euch sagen, dass sie in den vergangenen Zeiten ebenso wie in den gegenwärtigen der Reinheit der göttli­chen Offenbarungen ihre eigenen Vor­stellungen oder diejenigen, welche in ihrer Umgebung vorherrschten, beige­mischt haben, und wissentlich oder unwissentlich die Reinheit und das unbegrenzte Wesen der Wahrheit ver­ändert haben, welches in Wahrheit die Liebe in ihren höchsten Offenbarungen ist.

 29. Die geistigen Schwingungen und Eingebungen waren in ihnen, und so­wohl die "Ersten" als auch die "Letz­ten" haben Zeugnis abgelegt und wer­den Zeugnis ablegen von dieser Inspi­ration, die zu ihrem Geiste gelangte, fast immer ohne zu wissen wie, in gleicher Weise, wie es heute bei vielen geschieht und wie es morgen noch bei weiteren geschehen wird.

 30. Die Worte, die Auslegungen und die Art des Handelns sind auf die Men­schen und die Zeiten zurückzuführen, in denen sie leben, doch über alledem steht die höchste Wahrheit. (16, 11 - 14)

 31. Von Zeit zu Zeit ist es notwendig, dass sich mein Geist in irgendeiner für euer Auffassungsvermögen zugängli­chen und verständlichen Weise offen­bart. Diese Not­wen­­digkeit, zu euch zu sprechen, ist in eurem Ungehorsam gegenüber meinem Gesetz, in eurem Abweichen vom wahren Wege begrün­det.

 32. Der Mensch ist aufgrund der Willensfreiheit, die er genießt, das rebellischste Wesen der Schöpfung. Bis heute hat er sich nicht den Weisungen des Gewissens unterwerfen wollen.

 33. Mein Wort möchte die einen zu­rückhalten, anderen Orientierung ge­ben, alle in der Wahrheit bestärken und euch aus den Abgründen retten.

 34. Nehmt keinen Anstoß an der Art und Weise, in der Ich Mich jetzt offen­bare, die so anders ist als die der "Zweiten Zeit". Wisset, dass Ich nie­mals zweimal die gleiche Form ge­braucht habe, da es bedeuten würde, euch bei ein- und derselben Unterwei­sung verharren zu lassen, und Ich komme immer, um euch neue Lektio­nen zu lehren und um euch zu helfen, neue Schritte zu gehen. (283, 39 - 42)

 35. Mein Wort teilt sich auf vielerlei Weise mit: durch das Gewissen, durch Prüfungen, die von Mir sprechen, durch die Naturkräfte oder durch meine geistigen Kinder. Mein Wort ist uni­versell. Jeder, der sich vorberei­tet, wird meine Stimme hören. (264, 48 u.)


Die Notwendigkeit Göttlicher Offen­barungen

 36. Meine Göttliche Unterweisung ist nicht nur für den Geist bestimmt – nein, sie muss auch das menschliche Herz erreichen, damit sowohl der geis­tige, als auch der körperliche We­sensteil harmonisch werden.

 37. Das Göttliche Wort ist dazu be­stimmt, den Verstand zu erleuchten und das Herz des Menschen empfind­sam zu machen, und die in diesem Worte enthaltene Lebens­essenz ist dazu bestimmt, den Geist zu nähren und zu erheben.

 38. Damit das Leben des Menschen vollständig ist, benötigt er unbedingt geistiges Brot, ebenso sehr wie er für die materielle Nahrung arbeitet und sich abmüht.

 39. "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein", sagte Ich euch in der "Zweiten Zeit", mein Wort ist weiterhin gültig, denn niemals werden die Menschen auf geistige Nahrung verzichten können, ohne auf der Erde von Krankheiten, Schmerz, Finsternis, Un­glücks­­fällen, Elend und Tod heimgesucht zu werden.

 40. Die Materialisten könnten dage­genhalten, dass die Menschen bereits von dem allein leben, was ihnen die Erde und die Natur bescheren, ohne dass sie nach etwas Geistigem zu stre­ben brauchen, das sie nährt, das sie während ihrer Lebensreise stärkt. Aber Ich muss euch sagen, dass dies kein vollkommenes und erfülltes Leben ist, sondern ein Dasein, dem das Wesentli­che, wie es die Geistigkeit ist, fehlt. (326, 58 - 62)

 41. Zu allen Zeiten habe Ich Mich dem Menschen in schlichter Weise offenbart, damit er Mich verstehen könnte, immer habe Ich es im Fas­sungsbereich eures Verstan­desvermö­gens und eures Herzens getan. Ich bin zu euch herabgekommen, um euch damit ein Beispiel von Demut zu ge­ben, wenn Ich Mich zu eurem armseli­gen Leben herabneigte, um euch zu einem besseren Leben zu erheben. (226, 54)

 42. Hier ist das Wort erfüllt, das Ich euch gab, als Jesus in der "Zweiten Zeit" seinem Vater dankte, weil er Seine Weisheit den Gelehrten und Gebildeten verborgen hat, sie jedoch den Demütigen gegeben und offenbart hat.

 43. Ja, mein Volk, denn jene, die ihr Gelehrte nennt, blähen sich auf und wollen das einfache Volk niederhalten, indem sie es nur das lehren, was sie für die Krümel des Brotes halten, das sie von Mir empfangen haben.

 44. Die Armen hingegen, die "klei­nen Leute", die durchaus die Nöte kennen, die das Leben mit sich bringt, und auch die damit verbundenen Ent­behrungen – wenn sie einmal etwas ihr Eigen nennen können, dann haben sie das Gefühl, dass es allzu viel für sie ist, und daher teilen sie es mit den andern.

 45. Ich füge nun noch hinzu: Wenn der Habgierige zu einem freigebigen Menschen wird und der Hochmütige zu einem demü­tigen, werden sie augen­blicklich all dessen teilhaftig werden, was Ich für jenen bereithalte, der tu­gendsam zu leben versteht. Denn meine Liebe ist nicht parteiisch, sie ist allumfassend, ist für alle meine Kinder. (250, 17)


Die Unbegrenztheit Göttlicher Of­fenbarungen

 46. Diese Unterweisung, die das Dritte Zeitalter erhellen soll, ist nicht meine letzte. Das Geistige hat kein Ende. Mein Gesetz erstrahlt gleich einer göttlichen Sonne in allen Gewis­sen. Stillstand und Niedergang ist nur den Menschenwesen eigen, und es ist immer die Folge von Lastern, Schwä­chen oder Zügellosigkeit der Leiden­schaften.

 47. Wenn die Menschheit ihr Leben einmal auf geistige Fundamente grün­det und das Ewigkeitsideal in sich trägt, das euch meine Lehre inspiriert, wird sie den Weg des Fortschritts und der Vollkommenheit gefunden haben, und niemals mehr wird sie sich vom Weg zu ihrer Aufwärtsentwicklung entfernen. (112, 18)

 48. Wenn ihr meint, dass Ich euch erst jetzt etwas vom geistigen Leben offenbart habe, befindet ihr euch in einem großen Irrtum; denn Ich sage euch noch einmal: die göttliche Unter­weisung begann, als der erste Mensch geboren wurde, und Ich über­treibe nicht, wenn Ich euch sage, dass meine Unterweisung mit der Schaffung der Geister begann, noch bevor die Welt war. (289, 18)

 49. Als die Menschen noch glaubten, dass nur das existiere, was sie mit ihren Augen zu entdecken vermochten und sie selbst die Gestalt der Welt, die sie bewohnten, nicht kannten, stellten sie sich einen Gott vor, der auf das be­grenzt war, was ihre Augen kannten.

 50. Aber in dem Maße, wie ihr Verstand nach und nach ein Geheimnis nach dem andern auflöste, dehnte sich das Universum vor ihren Augen immer mehr aus, und die Größe und Allmacht Gottes nahm für die staunende Intelli­genz des Menschen mehr und mehr zu.

 51. Daher musste Ich euch in dieser Zeit eine Unterweisung geben, die im Einklang mit eurer Entwicklung ist.

 52. Doch Ich frage euch: ist es mate­rielles Wissen, was meine Offenbarung enthält? Nein, das Wissen, das Ich euch lehre, han­delt von einem Dasein jen­seits der Natur, die ihr seht und schon so lange Zeit erforscht. Meine Offenba­rung zeigt den Weg, der den Geist zu einer Lebensebene empor führt, von wo aus er alles entdecken, erkennen und verstehen kann.

 53. Erscheint es euch unmöglich oder zumindest seltsam, dass Gott Sich den Menschen geistig kundtut – dass die Geistige Welt sich kundgibt und in eurem Leben manifestiert – dass unbe­kannte Wel­ten und Sphären sich euch mitteilen? Wollt ihr etwa, dass eure Erkenntnis stehen bleibt und der Vater euch niemals mehr als das offenbart, was Er euch bereits offenbart hat?

 54. Seid nicht gewohnheitsgläubig und setzt eurem Geiste keine Grenzen der Erkenntnis!

 55. Heute mögt ihr die Geistlehre verneinen, bekämpfen und verfolgen; doch Ich weiß, dass ihr euch morgen der Wahrheit beugen werdet.

 56. Jede göttliche Offenbarung ist bei ihrem Erscheinen bekämpft und abge­lehnt worden; doch zuletzt hat sich jenes Licht durchgesetzt.

 57. Bei den Entdeckungen der Wis­senschaft hat sich die Menschheit gleichfalls ungläubig gezeigt; doch schließlich musste sie sich der Realität beugen. (275, 64 - 70)

 58. Wenn sich vom Herzen der Menschheit der Tempel des Heiligen Geistes ins Unendliche erhebt, werden in ihrer Mitte neue Offenbarungen erscheinen, die umso größer sein wer­den, je mehr sich die Geistwesen auf­wärts entwickeln. (242, 62)

 59. Wie könnt ihr annehmen, dass –während Ich zu euch hernieder kam – Ich andere Nationen vernachlässigen könnte, wo ihr doch alle meine Kinder seid? Meint ihr, dass irgend jemand ferne oder außerhalb von Mir ist, ob­wohl mein Geist universell ist und alles Geschaffene umfasst?

 60. Alles lebt und nährt sich von Mir. Darum ist mein universeller Strahl auf den ganzen Erdball herabgekommen, und der Geist hat meinen Einfluss in dieser und in anderen Welten empfan­gen, denn Ich bin gekommen, um alle meine Kinder zu retten. (176, 21)

 61. Meine Kundgebung durch die Stimmträger soll nach meinem Willen nur vorübergehend sein, eine kurze Etappe der Vorbereitung, die diesem Volk als Norm, Gesetz und Grundlage dienen soll, um diese Wahrheit zu be­zeugen und zu verbreiten und der Welt die Gegenwart der "Dritten Zeit" zu verkünden.

 62. So, wie meine Kundgebung durch das menschliche Verstandesvermögen dazu bestimmt war, flüchtig wie ein Blitz zu sein, ebenso war es auch vor­gesehen, dass nur einige Menschen­gruppen gerufen würden, um bei dieser Offenbarung anwesend zu sein und diese Botschaft zu empfangen.

 63. Die Zwiesprache von Geist zu Geist hingegen wird das ganze Menschen­geschlecht erreichen, ohne zeitliche Begren­zung, denn diese Form, Mich zu suchen, zu empfangen, zu beten, Mich zu vernehmen und Mich zu fühlen gilt für alle Ewigkeit. (284, 41 - 43)


Das Offenbarwerden der Gegenwart Gottes im Menschen

 64. Ich will euch zu meinen Jüngern machen, damit ihr Mich als Kinder, die meines Geistes sind, empfinden lernt. Warum solltet ihr meine Gegenwart nicht in euch fühlen, da ihr doch aus meiner eigenen Essenz besteht, ein Teil von Mir seid?

 65. Ihr fühlt Mich nicht, weil ihr euch dessen nicht bewusst seid, weil es euch an Spiritualität und Zurüstung fehlt, und so viele Zeichen und Gefühlsein­drücke ihr auch empfangt, ihr schreibt sie materiellen Ursachen zu. Deshalb sage Ich euch, dass ihr, obwohl Ich bei euch bin, meine Gegenwart nicht wahrnehmt.

 66. Jetzt sage Ich euch: ist es etwa nicht natürlich, dass Ihr Mich in eurem Wesen fühlt, da ihr ein Teil von Mir seid? Ist es – in Anbetracht dessen - etwa nicht richtig, dass euer Geist schließlich mit dem meinen ver­schmilzt? Ich enthülle euch die wahre Größe, die in jedem Menschen vorhan­den sein soll; denn ihr seid in die Irre gegangen, und ihr seid in dem Verlan­gen, auf Erden groß zu sein, geistig kleiner geworden! (331, 25 - 26)

 67. Ich will nicht mehr, dass ihr Mir sagt: Herr, warum bist Du fern von Mir, warum hörst Du mich nicht, wa­rum fühle ich mich allein auf dem Le­bensweg?

 68. Geliebtes Volk: Ich entferne mich niemals von Meinen Kindern, ihr seid es, die sich von Mir entfernen, weil euch der Glaube gefehlt hat und ihr selbst Mich zurückgewiesen und mir die Türen eurer Herzen verschlossen habt. (336, 60)   

69. Ich will nicht, dass ihr Mich ferne fühlt; denn Ich habe euch gesagt, dass ihr alle Mich aufgrund eurer Vergeisti­gung fühlen werdet, Mich unmittelbar wahr­nehmen werdet. Euer Geist wird meine Stimme vernehmen, und geistig werdet ihr meine Gegenwart schauen. So will Ich euren Geist mit dem Mei­nen für ewig vereint sehen; denn dies ist mein Wille. (342, 57)

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¨ Die aus den Marienerscheinungen be­kannte Gestalt Marias ist daher nur als eine kurzfristig angenommene geistige Offen­barungsgestalt zu betrachten.

¨ Aus einem anderen, ähnlichen Worte Christi geht hervor, dass mit diesem "Un­kraut" nicht Menschen gemeint sind, son­dern deren böse und lasterhafte Triebe und Neigungen

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