Kap. 28 Sterben, Tod und jenseitiges Erwachen
     Die Unsterblichkeit des Geistes
     Vorbereitung auf das Scheiden von dieser Welt
     Der Übergang in die andere Welt
     Der "Todesschlaf"
     Das Wiedersehen im Jenseits
     Das Gericht über den Geist durch das eigene Gewissen
     Das wiedergewonnene geistige Bewusstsein

Kap. 29 Läuterung und Aufstieg der Seelen im Jenseits
     Gewissensbisse, Reue und  Selbstanklagen
     Die ausgleichende Gerechtigkeit
     Der Aufstieg der Geistwesen in das Reich Gottes

Kap. 30 Die Entwicklung der Seele über Re-inkarnationen
     Das Gesetz der Entwicklung
     Die "Auferstehung des Fleisches" – richtig verstanden
     Der unterschiedliche Entwicklungsstand der Geistwesen
     Die Kenntnis früherer Erdenleben und der eigenen Entwicklungshöhe
     Liebe als Notwendigkeit für die geistige Entwicklung
     Unterschiedliche Gründe für  Reinkarnationen
     Der Weg zur Vollkommenheit
     Die universelle Schule des Lebens
     Die Überzeugungskraft der  Reinkarnationslehre
     Reinkarnationswege eines Geistes

Kap. 31  Rettung, Erlösung und Ewiges Heil
     Die Korrektur falscher Vorstellungen über die Erlösung
     Der "Himmel" will errungen sein
     Die mächtigste Kraft zur Erlösung
     Rettung und Erlösung für jeden Geist
     Die herrliche Zukunft der Kinder Gottes




 

VII DER ENTWICKLUNGSWEG ZUR VOLLKOMMENHEIT

Kapitel 28 - Sterben, Tod und jenseitiges Erwachen

Die Unsterblichkeit des Geistes

 1. Dies ist die Zeit, in der die Men­schen für die Schönheiten des Geistes erwachen, in der sie sich für das Ewige interessieren und sich fragen: "Wie wird das Leben sein, das uns nach dem Tode erwartet?"

 2. Wer hat sich nicht schon gefragt – wie ungläubig er auch sei – ob in ihm nicht etwas existiert, das die Körper­materie überlebt? Wahrlich, Ich sage euch, es gibt niemanden, der jenes Mysterium nicht ahnt und der nicht einen Augenblick über das Unergründ­liche nachgedacht hätte.

 3. Die einen stellen Fragen hinsicht­lich des Geheimnisses des geistigen Lebens, das ferne zu sein scheint, und das doch in Wirklichkeit direkt vor euren Augen ist; andere werden davon verwirrt, und wieder andere leugnen es. Die einen reden, weil sie alles zu wis­sen glauben, andere schweigen und warten ab; doch wie wenige sind derer, die wirklich etwas vom Jenseits wis­sen. (107, 1)

 4. In der Dritten Zeit bin Ich dem Grab des Vergessens, in das die Menschheit Mich verwiesen hat, ent­stiegen, um sie zu neuem Leben zu erwecken; denn Ich bin das Leben. Niemand kann sterben. Selbst jener, der sich das Dasein mit eigener Hand raubt, wird hören, dass
ihm sein Gewissen seinen Mangel an Glauben vorwirft. (52, 63)

 5. Meine Lehre ist nicht nur dafür da, um euch Kraft und Zuversicht während eures Lebensweges auf Erden zu ge­ben; sie soll euch lehren, wie man diese Welt verlässt, die Schwellen des Jen­seits überschreitet und die ewige Hei­mat betritt.

 6. Alle Konfessionen stärken den Geist auf seinem Gang durch diese Welt; aber wie wenig offenbaren sie ihm und bereiten ihn für die große Reise ins Jenseits vor. Das ist der Grund, weshalb viele den Tod als ein Ende betrachten, ohne zu wissen, dass man von da an den unendlichen Hori­zont des wahren Lebens erblickt. (261, 52 - 53)

 7. Der "Tod" ist nur ein Sinnbild, der "Tod" existiert nur für jene, die die Wahrheit noch nicht zu erkennen ver­mögen. Für sie ist der "Tod" weiterhin ein Schreckensbild, hinter dem das Unfassbare oder das Nichts ist. Euch sage Ich: Macht eure Augen auf und begreift, dass auch ihr nicht sterben werdet. Ihr werdet euch vom Körper trennen, doch dies bedeutet nicht, dass ihr sterben werdet. Ihr habt, wie euer Meister, ewiges Leben. (213, 5)


Vorbereitung auf das Scheiden von dieser Welt

 8. Ihr müsst begreifen, dass ihr – mit Geist begabt – in der Schöpfung das geliebteste Werk des Vaters darstellt, weil Er in euch geistige Essenz, geis­tige Eigenschaften und Unsterblichkeit hineinlegte.

 9. Für den Geist gibt es keinen Tod - einen Tod, wie ihr ihn auffasst, das heißt das Aufhören zu existieren. Der Tod des Körpers kann nicht der Tod oder das Ende für den Geist sein. Ge­rade dann öffnet er die Augen für ein höheres Leben, während seine Körper­hülle dieselben in Bezug auf die Welt für immer schließt. Es ist nur ein Au­genblick des Überganges auf dem Wege, der zur Vollkommenheit führt.

 10. Wenn ihr es noch nicht so ver­standen habt, so deshalb, weil ihr diese Welt noch sehr liebt und euch eng an sie gebunden fühlt. Es bedrückt euch, diese Heimstatt zu verlassen, weil ihr euch für die Eigentümer dessen haltet, was ihr in ihr besitzt; und manche ha­ben auch eine unbestimmte Vorahnung meiner göttlichen Gerechtigkeit und fürchten sich davor, die geistige Welt zu betreten.

 11. Die Menschheit hat diese Welt allzu sehr geliebt – allzu sehr, weil ihre Liebe fehlgeleitet war. Wie viele sind aus diesem Grunde auf ihr umgekom­men! Wie sehr haben sich die Geistwe­sen aus demselben Grunde vermateria­lisiert!

 12. Nur wenn ihr die Schritte des To­des nahe gefühlt habt, wenn ihr schwer krank gewesen seid, wenn ihr gelitten habt, dann erst habt ihr daran gedacht, dass ihr nur einen Schritt vor dem Jen­seits steht, vor jener Gerechtigkeit, die ihr nur in solchen kritischen Augenbli­cken fürchtet; und dann macht ihr dem Vater Gelöbnisse und schwört, Ihn auf Erden zu lieben, Ihm zu dienen und zu gehorchen. (146, 46 - 49)

 13. Die Menschen haben dies Leben derart geliebt, dass sie sich – wenn die Stunde naht, es zu verlassen – gegen meinen Willen auflehnen und den Ruf nicht hören wollen, den Ich an sie er­gehen lasse. Sie verschmähen den Frieden meines Reiches und bitten den Vater um eine weitere Zeitspanne auf der Erde, um weiterhin ihre zeitlichen Güter zu besitzen.

 14. Werdet feinfühlig, damit ihr das Geistige Leben erahnt und euch nicht mit dem Anfang eurer Entwicklung begnügt – denn das ist dieses Leben -, weil über ihm höhere Schöpfungs­werke existieren.

 15. Versucht nicht, den Tod zurück­zuweisen, wenn er nach meinem Wil­len an euch herantritt, und verlangt auch nicht nach dem Wissenschaftler, damit er für euch das Wunder voll­bringt, meinen Ratschlüssen zu wider­stehen und euer Dasein zu verlängern, denn beide werdet ihr diesen Fehler bitter bereuen. Bereitet euch in diesem Leben vor, und ihr werdet keinen Grund haben, euren Eintritt ins Jenseits zu fürchten. (52, 55 - 57)

 16. Liebt das was der Welt angehört, solange ihr auf ihr lebt, bis zu einem bestimmten Punkt, damit ihr ihre Ge­setze zu erfüllen versteht; aber nährt immer das hohe Ziel, in den hohen geistigen Lebenswelten zu wohnen, damit euer Geist nicht verstört ist, wenn er sich seiner Körperhülle entle­digt, noch sich von dem in Versuchung führen lässt, was er auf diesem Plane­ten liebte, denn dann wird er an eine Welt gebunden und gekettet bleiben, der er nicht mehr angehört und die er in keiner Weise mehr genießen kann. (284, 5)

 17. Habt Erbarmen mit euch selbst! Keiner weiß, wann der Augenblick kommen wird, in dem sein Geist sich von der Materie trennt. Niemand weiß, ob am folgenden Tage seine Augen sich noch dem Lichte öffnen werden. Ihr alle gehört dem einzigen Eigentü­mer alles Geschaffenen und wisst nicht, wann ihr abgerufen werdet.

 18. Bedenkt, dass nicht einmal die Haare auf eurem Haupte euch gehören, noch der Staub, auf den ihr tretet; dass ihr selbst nicht euch gehört, dass ihr keine vergänglichen Besitztümer benö­tigt, da auch euer Reich nicht von die­ser Welt ist.

 19. Vergeistigt euch, und alles werdet ihr mit Gerechtigkeit und mit Maß besitzen, solange ihr es benötigt. Wenn dann der Augenblick des Verzichtes auf dieses Leben gekommen ist, werdet ihr vom Lichte erfüllt aufsteigen, um das in Besitz zu nehmen, was euch in der anderen Welt zukommt. (5, 95 - 97)


Der Übergang in die andere Welt

 20. Zu jeder Stunde ruft euch meine Stimme auf den guten Weg, auf dem der Friede ist; aber euer taubes Gehör hat nur einen Augenblick der Empfind­samkeit für jene Stimme, und dieser Augenblick ist der letzte eures Lebens, wenn der Todeskampf euch die Nähe des körperlichen Todes ankündigt. Dann wolltet ihr gerne das Leben neu beginnen, um Fehler wiedergutzuma­chen, um euren Geist angesichts des Urteilsspruches eures Gewissens zu beruhigen und dem Herrn etwas Wert­volles und Verdienstvolles darzubrin­gen. (64, 60)

 21. Wenn ihr nach der Unsterblich­keit des Geistes strebt, so fürchtet nicht das Kommen des Todes, der dem menschlichen Leben ein Ende setzt. Erwartet ihn vorbereitet, er untersteht meinem Befehl, und darum kommt er immer zur richtigen Zeit und zu Recht, auch wenn die Menschen häufig das Gegenteil glauben.

 22. Das Schwere ist nicht, dass der Mensch stirbt, sondern dass es seinem Geist beim Verlassen des Körpers an Licht mangelt und er die Wahrheit nicht schauen kann. Ich will nicht den Tod des Sünders, sondern seine Um­kehr. Doch wenn der Tod einmal not­wendig wird – sei es, um einen Geist zu befreien, oder um den Sturz eines Menschen ins Verderben aufzuhalten – dann durchschneidet meine göttliche Gerechtigkeit den Lebensfaden jener menschlichen Existenz. (102, 49 - 50)

 23. Wisset, dass im Buche eurer Be­stimmung der Tag und die Stunde auf­gezeichnet sind, da sich die Pforten des Jenseits öffnen werden, um eurem Geist Einlass zu gewähren. Von dort aus werdet ihr euer ganzes Werk auf Erden, eure ganze Vergangenheit se­hen. Ihr wollt doch dann nicht Stimmen hören, die aus Vorwürfen oder Klagen gegen euch bestehen, oder jene sehen, die euch als Urheber ihrer Übel be­zeichnen! (53, 49)

 24. Weil ihr noch einen weiten Weg vor euch seht, sollt ihr nicht stehen bleiben und denken, dass ihr niemals ans Ziel gelangen werdet. Schreitet voran, denn selbst über einen verlore­nen Augenblick wird euer Geist später weinen. Wer hat euch gesagt, dass das Ziel auf dieser Welt ist? Wer hat euch gelehrt, dass der Tod das Ende ist und dass ihr in jenem Augenblick mein Reich erreichen könnt?

 25. Der Tod ist wie ein kurzer Schlaf, nach welchem der Geist unter der Liebkosung meines Lichtes mit erneu­erten Kräften erwachen wird wie zu einem neuen Tage, der für ihn beginnt.

 26. Der Tod ist der Schlüssel, der euch die Tore des Gefängnisses öffnet, in dem ihr euch befandet, solange ihr an die Köpermaterie gebunden wart, und er ist zugleich der Schlüssel, der euch die Pforten zur Ewigkeit öffnet.

 27. Dieser Planet, der durch die menschlichen Unvollkommenheiten in ein Sühnetal verwandelt wurde, war für den Geist Gefangenschaft und Verban­nung.

 28. Wahrlich, Ich sage euch, das Le­ben auf Erden ist eine weitere Stufe auf der Leiter des Lebens. Warum fasst ihr es nicht so auf, damit ihr alle seine Lektionen nutzt? Der Grund, warum viele ein ums andere mal zu ihm zu­rückkehren müssen, ist der: weil sie es nicht verstanden und sie aus ihrem vorhergehenden Leben keinen Nutzen zogen. (167, 22 - 26)

 29. Ihr müsst wissen, dass der Geist vor seiner Erdeninkarnation eine gründliche Vorbereitung erhält, da er im Begriffe ist, einer langen und zu­weilen harten Prüfung unterworfen zu werden. Aber dank jener Vorbereitung ist er nicht verstört, wenn er in dieses Leben eintritt. Er schließt seine Augen für die Vergangenheit, um sie für ein neues Dasein zu öffnen, und so passt er sich vom ersten Augenblick der Welt an, auf die er gekommen ist.

 30. Wie anders ist die Art und Weise, in der sich euer Geist vor den Schwel­len des Geistigen Lebens einstellt, sobald er seinen Körper und die Welt verlassen hat. Da ihm wirkliche Vorbe­reitung für die Rückkehr in seine Hei­mat nicht zuteil wurde, ist er verwirrt, beherrschen ihn noch die Gefühle des Materiekörpers, und er weiß nicht, was er tun, noch wohin er sich wenden soll.

 31. Dies ist darauf zurückzuführen, dass er nicht lernte, dass man im letz­ten Augenblick auch für diese Welt die Augen verschließen muss; denn nur so wird er diese in der geistigen Welt, die er verlassen hatte, wieder öffnen kön­nen, wo ihn seine ganze Vergangenheit erwartet, um mit seiner neuen Erfah­rung vereint zu werden, und alle seine früheren Verdienste den neuen hinzu­gefügt werden.

 32. Ein dichter Schleier hüllt sein Denkvermögen ein, während er das Licht zurückgewinnt; ein hartnäckiger Einfluss von allem, was er zurückließ, hindert ihn daran, die Schwingung seines Gewissens zu fühlen; doch wäh­rend seine Schatten sich auflösen, um sich mit seinem wahren Wesenskern zu vereinen – wie viel Verstörtheit, wie viel Schmerz!

 33. Gibt es jemanden, der, nachdem er diese Botschaft gehört oder gelesen hat, sie als eine nutzlose oder falsche Belehrung ablehnt? Ich sage euch, dass nur der, der sich auf einer Stufe äu­ßersten Materialismus oder blinder Unbelehrbarkeit befindet, dieses Licht zurückweisen könnte, ohne dass sein Geist davon zutiefst bewegt wird. (257, 20 - 22)


Der "Todesschlaf"

 34. Die geistige Ruhe, wie sie eure irdische Natur versteht und auffasst, gibt es nicht. Die Erholung, die der Geist erwartet, ist Aktivität, ist die Vervielfachung im Tun des Guten, ist das Nutzen eines jeden Augenblickes. Dann erholt sich der Geist, entledigt sich von Selbstvorwürfen und Leiden, erquickt sich, indem er Gutes tut, erholt sich, indem er seinen Schöpfer und seine Geschwister liebt.

 35. Wahrlich, Ich sage euch, wenn Ich euren Geist untätig bleiben lassen würde, damit er ruht, wie ihr euch die Ruhe auf Erden vorstellt, würde sich seiner die Finsternis der Verzweiflung und der Angst bemächtigen; denn das Leben und das Licht des Geistes sowie sein größtes Glück sind die Arbeit, der Kampf, die unablässige Aktivität.

 36. Der Geist, der von der Erde zum "Geistigen Tale" zurückkehrt, in sich selbst die Müdigkeit des Fleisches eingeprägt mitbringt und das Jenseits als ein Ruhelager sucht, um zu ruhen, um zu vergessen, um die Spuren des Lebenskampfes auszulöschen - dieser wird sich als das unglücklichste Wesen fühlen und weder Frieden noch Selig­keit finden; bis er dann aus seiner Le­thargie erwacht, seinen Irrtum einsieht und sich zum Geistigen Leben erhebt, das so ist, wie Ich es euch eben gesagt habe – Liebe, Tätigkeit, unablässiger Kampf auf dem Pfade, der zur Voll­kommenheit führt. (317, 12 - 14)


Das Wiedersehen im Jenseits

 37. Ich will, dass ihr gläubige Men­schen seid, dass ihr an das Geistige Leben glaubt. Wenn ihr eure Brüder ins Jenseits habt aufbrechen sehen, so haltet sie nicht für fern von euch und denkt auch nicht, dass ihr sie für immer verloren habt. Wenn ihr euch mit ihnen wieder vereinen wollt, so arbeitet, er­werbt euch Verdienste, und wenn ihr dann ins Jenseits kommt, werdet ihr sie dort auf euch wartend finden, um euch zu lehren, im geistigen Tal zu leben. (9, 20)

 38. Wer hat noch nicht Beunruhigung empfunden angesichts des Lebens im Jenseits? Wer von denen, die einen Angehörigen auf dieser Welt verloren haben, hat nicht die Sehnsucht gefühlt, ihn noch einmal zu sehen oder we­nigstens zu wissen, wo er sich befin­det? All dies werdet ihr erfahren, ihr werdet sie wiedersehen.

 39. Doch erwerbt jetzt Verdienste, damit, wenn ihr diese Erde verlasst und im Geistigen Tale fragt, wo sich jene aufhalten, die ihr zu finden hofft, man euch nicht sagt, dass ihr sie nicht sehen könnt, weil sie sich auf einer höheren Stufe befinden. Vergesst nicht, dass Ich euch schon vor langer Zeit gesagt habe, dass es im Hause des Vaters viele Wohnungen gibt. (61, 31)


Das Gericht über den Geist durch das eigene Gewissen

 40. Wenn der Geist irgendeines gro­ßen Sünders sich von diesem materiel­len Leben löst, um in das geistige Tal einzugehen, ist er erstaunt festzustel­len, dass die Hölle, wie er sich diese vorstellte nicht existiert; und dass das Feuer, von dem man ihm in vergange­nen Zeiten erzählte, nichts anderes als die geistige Auswirkung seiner Werke ist, wenn er dem unerbittlichen Richter gegenübersteht, welcher sein Gewissen ist.

 41. Dieses jenseitige Gericht, diese Helligkeit, die inmitten der Finsternis anbricht, die jenen Sünder umgibt, brennt stärker als das heißeste Feuer, das ihr euch vorstellen könnt. Doch es ist keine Marter, die im voraus als eine Strafe für den, der Mich verletzt hat, vorbereitet wurde. Nein, diese Qual entspringt der Erkenntnis der begange­nen Verfehlungen, dem Leid, den ver­letzt zu haben, der ihm das Dasein schenkte, einen schlechten Gebrauch von der Zeit und all den Gütern ge­macht zu haben, die er von seinem Herrn empfing.

 42. Glaubt ihr, dass Ich den strafen sollte, der Mich durch seine Sünden verletzte, auch wenn Ich weiß, dass die Sünde denjenigen mehr verletzt, der sie begeht? Seht ihr nicht, dass der Sünder selbst es ist, der sich Böses antut, und dass Ich mit seiner Bestrafung nicht das Unglück vermehren will, das er sich bereitet hat? Ich lasse nur zu, dass er sich selbst erblickt, dass er die uner­bittliche Stimme seines Gewissens hört, dass er sich selbst befragt und sich selbst antwortet, dass er das geis­tige Gedächtnis zurückgewinnt, das er durch die Materie verloren hatte, und er sich an seinen Ursprung, seine Be­stimmung und seine Gelöbnisse erin­nert; und dort, in diesem Gericht, muss er die Wirkung des "Feuers" erfahren, das sein Böses ausmerzt, das ihn von neuem wie das Gold im Schmelztiegel schmilzt, um von ihm das Schädliche, das Unnütze und alles, was nicht geis­tig ist, zu entfernen.

 43. Wenn ein Geist innehält, um die Stimme und das Urteil seines Gewis­sens zu vernehmen – wahrlich, Ich sage euch, in dieser Stunde befindet er sich in meiner Gegenwart.

 44. Dieser Augenblick der Ruhe, des Stillewerdens und der Klarheit kommt nicht zu allen Geistwesen zur gleichen Zeit. Manche treten schnell in jene Prüfung ihrer selbst ein, und damit ersparen sie sich viele Leiden. Denn sobald sie zur Wirklichkeit erwachen und ihre Irrtümer erkennen, machen sie sich bereit und gehen daran, ihre bösen Werke bis zum letzten zu sühnen.

 45. Andere, die verblendet sind – sei es durch das Laster, durch irgendeinen Groll, oder weil sie ein Leben der Sün­den geführt haben – brauchen lange, bis sie aus ihrer Verblendung heraus­finden.

 46. Wieder andere, die unzufrieden sind, weil sie meinen, dass sie zu früh von der Erde weggerafft wurden, als ihnen noch alles zulächelte, fluchen und lästern, womit sie die Möglichkeit verzögern, sich aus ihrer Verstörtheit zu befreien; und wie diese gibt es eine große Zahl von Fällen, die nur meiner Weisheit bekannt sind. (36, 47 - 51)

 47. Für alles müsst ihr euch verant­worten und je nachdem, wie eure schlechten Werke beschaffen sind, werdet ihr nachdrücklichste Gerichte durch euch selbst empfangen. Denn Ich richte euch nicht, das ist falsch. Euer eigener Geist in seinem Zustand der Klarheit ist es, der euer furchtbarer Ankläger und schrecklicher Richter ist. Ich dagegen verteidige euch gegen die Verwirrungen, spreche euch frei und erlöse euch, denn Ich bin die Liebe, die läutert und vergibt. (32, 65)

 48. Bedenkt, dass ihr sehr bald im Geistigen sein werdet und dass ihr das, was ihr auf dieser Erde gesät habt, auch ernten müsst. Der Schritt von diesem Leben in das andere bleibt weiterhin ein ernstes und strenges Gericht für den Geist. Niemand entgeht diesem Ge­richt, auch wenn er sich für den wür­digsten meiner Diener hält.

 49. Mein Wille ist es, dass ihr von dem Augenblick an, an dem ihr jene unendliche Heimat betretet, nicht mehr die Ängste der Erde erlebt, und ihr die Beglückung und die Wonne zu fühlen beginnt, eine weitere Stufe erklommen zu haben. (99, 49 - 50)

 50. Das Jüngste Gericht, wie es die Menschheit gedeutet hat, ist ein Irrtum. Mein Gericht ist nicht eines von einer Stunde oder einem Tag. Schon seit geraumer Zeit lastet es auf euch.

 51. Doch wahrlich, ich sage euch, die toten Körper sind dazu bestimmt und folgten ihrer Bestimmung, sich mit dem ihnen entsprechenden Naturreich zu verschmelzen; denn was von der Erde ist, soll zur Erde zurückkehren, ebenso wie das Geistige nach seiner Heimat streben soll, welche mein Schoß ist.

 52. Aber Ich sage euch auch dies, dass ihr bei eurem Gericht eure eigenen Richter sein werdet; denn euer Gewis­sen, eure Selbsterkenntnis und Intuition werden euch sagen, bis zu welchem Punkt ihr lobenswert seid, und in wel­cher geistigen Heimstatt ihr wohnen müsst. Klar werdet ihr den Weg schauen, dem ihr folgen müsst, denn wenn ihr das Licht meiner Göttlichkeit empfangt, werdet ihr eure Taten erken­nen und eure Verdienste beurteilen.

 53. Im "Geistigen Tale" gibt es viele verwirrte und verstörte Wesen. Bringt ihnen meine Botschaft und mein Licht, wenn ihr es einst betretet.

 54. Schon jetzt könnt ihr diese Form der Barmherzigkeit ausüben durch das Gebet, durch das ihr mit ihnen in Ver­bindung treten könnt. Eure Stimme wird dort ertönen, wo sie wohnen, und sie aus ihrem tiefen Schlaf erwecken. Sie werden weinen und sich mit ihren Reuetränen reinigen. In jenem Augen­blicke werden sie einen Lichtstrahl empfangen haben, denn dann werden sie ihre vergangenen Eitelkeiten, ihre Irrtümer, ihre Sünden begreifen.

 55. Wie groß ist der Schmerz des Geistes, wenn das Gewissen ihn er­weckt! Wie demütigt er sich dann vor dem Blick des höchsten Richters! Wie demutsvoll entspringen dem Innersten seines Wesens die Bitten um Verge­bung, die Gelöbnisse, die Segnungen meines Namens!

 56. Nun erkennt der Geist, dass er sich der Vollkommenheit des Vaters nicht nähern kann, und so richtet er seinen Blick auf die Erde, wo er die Zeit und die Prüfungen nicht zu nutzen verstand, welche Gelegenheit boten, dem Ziel näher zu kommen, und bittet um einen weiteren Körper, um Ver­fehlungen zu sühnen und nicht erfüllte Aufgaben zu erfüllen.

 57. Wer sorgte also für Gerechtig­keit? War es nicht der Geist selbst, der Gericht über sich hielt?

 58. Mein Geist ist ein Spiegel, in dem ihr euch betrachten müsst, und er wird euch den Grad von Reinheit, den ihr habt, verraten. (240, 41 - 46)

 59. Wenn euer Geist sich der menschlichen Hülle entledigt und er sich im Heiligtum des Geistigen Le­bens in sein eigenes Innerstes zurück­zieht, um seine Vergangenheit und seine Ernte einer Prüfung zu unterzie­hen, werden sich viele seiner Werke, die ihm hier auf der Welt vollkommen erschienen waren und würdig, dem Herrn vor Augen geführt zu werden und einer Belohnung wert, in den Au­genblicken jener Selbstbetrachtung als armselig erscheinen. Der Geist wird begreifen, dass der Sinn vieler Taten, die ihm auf der Welt als gut erschie­nen, nur der Ausdruck von Eitelkeit, von falscher Liebe, von Wohltätigkeit war, die nicht von Herzen kam.

 60. Wer, glaubt ihr, hat dem Geist die Erleuchtung eines vollkommenen Richters gegeben, um sich selbst zu richten? Das Gewissen, das in jener Stunde der Gerechtigkeit auf euch den Eindruck machen wird, in nie zuvor gesehener Klarheit zu erstrahlen, und es wird es sein, das einem jeden sagt, was das Gute, das Gerechte, das Rich­tige, das Wahre gewesen ist, das er auf Erden tat, und was das Böse, das Fal­sche und das Unreine war, das er auf seinem Wege säte.

 61. Das Heiligtum, von dem Ich eben zu euch sprach, ist das des Gewissens – jener Tempel, den niemand entweihen kann, jener Tempel, in welchem Gott wohnt und aus dem seine Stimme er­tönt und das Licht hervorbricht.

 62. Auf der Welt wart ihr nie bereit, in jenes innere Heiligtum einzutreten, weil eure menschliche Persönlichkeit immer auf Mittel und Wege bedacht ist, der weisen Stimme auszuweichen, die in jedem Menschen spricht.

 63. Ich sage euch: Wenn euer Geist sich seiner Hülle entledigt, wird er schließlich vor der Schwelle jenes Heiligtums innehalten und sich sam­meln, um es zu betreten und vor jenem Altar des Geistes niederzuknien, sich selbst zu hören, seine Werke in jenem Lichte zu prüfen, welches das Gewis­sen ist, in sich die Stimme Gottes als Vater, als Meister und als Richter spre­chen zu hören.

 64. Kein Sterblicher kann sich jenen Augenblick in seiner ganzen Feierlich­keit vorstellen, den ihr alle durchleben müsst, um das zu erkennen, was ihr an Gutem in euch habt, um es zu bewah­ren, und auch das, was ihr von euch weisen müsst, weil ihr es nicht länger im Geist festhalten dürft.

 65. Wenn der Geist dann fühlt, dass er mit seinem Gewissen konfrontiert ist, und dieses sich mit der Klarheit der Wahrheit in Erinnerung bringt, fühlt sich jenes Wesen zu schwach, um sich selbst anzuhören, es wollte, es hätte nie existiert; denn in einem Augenblick zieht an seinem Bewusstsein sein gan­zes Leben vorbei – jenes, das es hinter sich ließ, das es besaß und das ihm eigen war und von dem es nun schließ­lich Rechenschaft ablegen muss.

 66. Jünger, Menschen, bereitet euch schon in diesem Leben auf jenen Au­genblick vor, damit ihr jenen Tempel nicht in ein Tribunal verwandelt, wenn euer Geist vor der Schwelle des Tem­pels des Gewissens erscheint; denn der geistige Schmerz wird dann so groß sein, dass es keinen körperlichen Schmerz gibt, der damit zu vergleichen wäre.

 67. Ich will, dass ihr über alles nach­denkt, was Ich euch in dieser Unter­weisung gesagt habe, damit ihr be­greift, wie sich im Geistigen euer Ge­richt vollzieht. So werdet ihr aus eurer Vorstellungswelt jenes Bild zum Ver­schwinden bringen, in welchem ihr euch einen Gerichtshof vorstellt, der von Gott in Gestalt eines Greises ge­leitet wird, welcher die guten Kinder zu seiner Rechten vorbeiziehen lässt, um sich des Himmels zu erfreuen, und der die Bösen zu seiner Linken aufstellt, um sie zu einer ewigen Strafe zu ver­dammen.

 68. Nun ist es an der Zeit, dass das Licht bis in den höchsten Bereich eures Geistes und eures Verstandes gelangt, damit die Wahrheit in jedem Menschen erstrahlt und er sich vorbereitet, um das Geistige Leben würdig zu betreten. (334, 5m. - 11, 14 - 15)


Das wiedergewonnene geistige Bewusstsein

 69. Es gibt in meiner Schöpfung nichts, das wie der körperliche Tod dazu geeignet ist, jedem Geist die Höhe seiner Entwicklung zu zeigen, die er während des Lebens erreichte, und nichts so Hilfreiches wie mein Wort, um zur Vollkommenheit aufzusteigen. Das ist der Grund, weshalb mein Ge­setz und meine Lehre allezeit und un­nachgiebig in die Herzen einzudringen suchen, und weshalb der Schmerz und die Leiden den Menschen anraten, jene Wege zu verlassen, die, statt den Geist zu erheben, ihn in den Abgrund führen.

 70. Wie glücklich wird sich euer Geist im Jenseits fühlen, wenn sein Gewissen ihm sagt, dass er auf Erden den Samen der Liebe säte! Die ganze Vergangenheit wird vor euren Augen erscheinen, und jeder Anblick von dem, was eure Werke waren, wird euch eine unendliche Wonne bereiten.

 71. Die Gebote meiner Gesetze, die euer Gedächtnis nicht immer zu be­wahren vermochte, werden gleichfalls voll Klarheit und Licht an eurem Geist vorüberziehen. Erwerbt Verdienste, die euch erlauben, mit für die Wahrheit offenen Augen ins Unbekannte einzu­dringen.

 72. Es gibt viele Geheimnisse, die der Mensch vergebens aufzuklären versucht hat; weder die menschliche Intuition, noch die Wissenschaft hat es geschafft, die vielen Fragen, die die Menschen sich gestellt haben, zu be­antworten, und zwar deshalb, weil es Erkenntnisse gibt, die nur für den Geist bestimmt sind, wenn dieser in das "Geistige Tal" eingegangen ist. Diese Überraschungen, die auf ihn warten, diese Wunder, diese Offenbarungen werden ein Teil seiner Belohnung sein. Doch wahrlich, Ich sage euch, wenn ein Geist mit einer Binde vor den Au­gen in die geistige Welt gelangt, wird er nichts schauen, sondern weiterhin nur Geheimnisse um sich sehen – dort, wo alles Klarheit sein sollte.

 73. Diese Himmlische Lehre, die Ich euch heute bringe, offenbart euch viele Schönheiten und bereitet euch vor, damit, wenn ihr dereinst im Geiste vor die Gerechtigkeit des Ewigen tretet, ihr der wunderbaren Wirklichkeit standzu­halten vermögt, die euch von diesem Augenblick an umgeben wird. (85, 42 + 63 - 66)

 74. Empfangt mein Licht, damit es euren Lebensweg erhellt, und ihr euch in der Stunde des Todes von der Be­wusstseinstrübung frei macht. Dann werdet ihr im Augenblick, da ihr die Schwellen des Jenseits überschreitet, wissen, wer ihr seid, wer ihr gewesen seid, und wer ihr sein werdet. (100, 60)

 75. Während eure Körper in die Erde hinabgesenkt werden, in deren Schoße sie sich mit ihr vermengen, um sie fruchtbar zu machen - denn noch nach dem Tode werden sie weiterhin Kraft und Leben sein - wird euer Gewissen, das über eurem Wesen steht, nicht in der Erde bleiben, sondern es wird mit dem Geist ziehen, um sich ihm als ein Buch zu zeigen, dessen tiefe und weise Lehren von dem Geist studiert werden.

 76. Da werden sich eure geistigen Augen für die Wahrheit öffnen, und in einem Augenblick werdet ihr das zu deuten wissen, was ihr in einem ganzen Leben nicht zu begreifen vermochtet. Dort werdet ihr verstehen, was es be­deutet, ein Kind Gottes und ein Bruder eurer Nächsten zu sein. Dort werdet ihr den Wert all dessen begreifen, was ihr besessen habt, werdet das Bedauern und die Reue wegen der begangenen Fehler, der verlorenen Zeit empfinden, und die schönsten Vorsätze zur Besse­rung und Wiedergutmachung werden in euch geboren werden. (62, 5)

 77. Strebt schon jetzt alle dem glei­chen Ziele zu, wobei ihr euer geistiges Leben versöhnt und harmonisiert. Niemand soll meinen, dass er auf ei­nem besseren Wege geht als sein Bru­der, noch denken, dass er auf einer höheren Stufe steht als die anderen. Ich sage euch, in der Todesstunde wird es meine Stimme sein, die euch die Wahrheit über eure Entwicklungshöhe sagt.

 78. Dort, in jenem kurzen Augen­blick der Erleuchtung vor dem Gewis­sen, empfangen viele ihre Belohnung; aber viele sehen auch ihre Größe ent­schwinden.

 79. Wollt ihr euch retten? Dann kommt zu Mir auf dem Wege der Brü­derlichkeit. Es ist der einzige, es gibt keinen andern, es ist jener, der in mei­nem Höchstgebot geschrieben steht, das euch sagt: "Liebet einander" (299, 40 - 42)



 

Kapitel 29 - Läuterung und Aufstieg der Geistwesen im Jenseits

Gewissensbisse, Reue und Selbstanklagen

 1. Ich will nicht, dass sich euer Geist befleckt, noch dass er bezüglich des wahren Lebens stirbt. Darum suche Ich euch mit meiner Gerechtigkeit heim, wenn Ich euch den schädlichen Freu­den und Vergnügungen hingegeben antreffe. Euer Geist muss rein zu mei­nem Schoße gelangen, wie er aus ihm entsprang.

 2. Alle, die ihren Körper in der Erde zurücklassen und sich im Zustand der Verstörtheit von dieser Welt lösen, erwachen – wenn sie meine Gegenwart schauen, die sich im Lichte der Ewig­keit offenbart, das den Geist erleuchtet – aus ihrem tiefen Schlafe unter bitte­ren Tränen und in der Verzweiflung der Selbstanklagen. Solange der Schmerz im Kinde anhält, um sich von seinen Leiden zu befreien, leidet auch der Vater. (228, 7 - 8)

 3. Gewissensbisse und Qualen, die vom Mangel an Wissen herrühren – Leiden, weil die Vergeistigung fehlt, um sich an jenem Leben zu erfreuen, dieses und noch mehr ist in der Sühne der Geistwesen enthalten, die befleckt oder ohne Vorbereitung zu den Schwellen des Geistigen Lebens gelan­gen.

 4. Erkennt, dass Ich die Sünde, die Unvollkommenheiten oder die Ver­derbtheit der Menschen nicht als Krän­kung auffassen kann, die dem Vater zugefügt wird, da Ich weiß, dass die Menschen sich das Böse selbst zufü­gen. (36, 56)

 5. Wie lichtvoll wäre euer Leben und wie großartig und wegweisend wäre eure Wissenschaft, wenn ihr eure Nächsten lieben und den Willen eures Vaters tun würdet – wenn ihr etwas von eurer Willensfreiheit opfern und gemäß dem, was euch das Gewissen befiehlt, wirken würdet. Eure Wissen­schaft würde dann beim Überschreiten der Grenzen des Materiellen das Über­irdische berühren; denn bisher hat sie sich jenen Grenzen nicht einmal genä­hert.

 6. Welche Bestürzung fühlt der Geist des Wissenschaftlers, wenn er diese Welt verlässt und schließlich der göttli­chen Wahrheit gegenübersteht! Dort senkt er schamerfüllt sein Angesicht und bittet darum, dass ihm sein Hoch­mut vergeben werde. Er glaubte alles zu wissen und zu können, leugnete, dass etwas existiere, was jenseits seines Wissens oder seines Begreifens liege. Aber nun, da er vor dem Buch des Lebens steht, vor dem unendlichen Werk des Schöpfers, muss er seine Armseligkeit er­kennen und sich in Demut hüllen vor Dem, der absolute Weisheit ist. (283, 48 - 49)

 7. Fürchtet nicht, dass ihr bei der An­kunft in der Geistigen Welt an das denken müsst, was ihr auf Erden ge­sündigt habt. Wenn ihr euch vom Schmerz reinwaschen lasst und die Reue aus eurem Herzen hervorbricht, wenn ihr darum ringt, eure Verfehlun­gen wiedergutzumachen, werdet ihr würdig und rein in meine Gegenwart gelangen, und niemand, nicht einmal euer Gewissen wird es wagen, eure vergangenen Unvollkommenheiten zu erwähnen.

 8. In der vollkommenen Heimat gibt es für jeden Geist einen Ort, welcher in der Zeit oder in der Ewigkeit die An­kunft seines Besitzers erwartet. Auf der Stufenleiter der Liebe, der Barm­her­zigkeit, des Glaubens und der Ver­dienste werdet ihr einer nach dem an­deren in mein Reich gelangen. (81, 60 - 61)


Die ausgleichende Gerechtigkeit

 9. Nur wenige Jünger habe Ich auf dieser Welt gehabt, und in noch kleine­rer Zahl solche, die wie ein Bild des Göttlichen Meisters gewesen sind. Im Geistigen Tal dagegen habe Ich viele Jünger, denn dort macht man am meisten Fortschritte im Erfassen mei­ner Lehren. Dort ist es, wo meine Kindlein, die nach Liebe Hungernden und Dürstenden, von ihrem Meister empfangen, was die Menschheit ihnen verweigerte. Dort ist es, wo durch ihre Tugend jene erstrahlen, die wegen ihrer Demut auf der Erde unbeachtet blie­ben, und wo jene traurig und reuevoll weinen, die auf dieser Welt mit fal­schem Lichte glänzten.

 10. Im Jenseits ist es, wo Ich euch empfange, wie ihr es auf der Erde nicht erhofftet, als ihr unter Tränen, aber Mich segnend, eure Schuld sühntet. Es ist nicht von Bedeutung, dass ihr wäh­rend eurer Lebensreise einen Augen­blick heftigen Aufbegehrens hattet. Ich werde berück­sichtigen, dass ihr Tage großer Schmerzen hattet und in ihnen Ergebung bewieset und meinen Namen segnetet. Auch ihr habt, in den Grenzen eurer Kleinheit, einige Golgathas er­lebt, auch wenn diese durch euren Un­gehorsam verursacht worden sind.

 11. Seht, durch einige Augenblicke der Treue und Liebe zu Gott erlangt ihr Lebens- und Gnadenzeiten im Jenseits. So erwidert meine Ewige Liebe die kurz­fristige Liebe des Menschen. (22, 27 - 29)

 12. Jede gute Tat findet ihre Beloh­nung, die nicht auf der Erde empfangen wird, sondern im Jenseits. Aber wie viele möchten von dieser Seligkeit schon hier auf Erden genießen, ohne zu wissen, dass der, welcher nichts für sein geistiges Leben tut, beim Eintritt in dasselbe ohne Verdienste dastehen und seine Reue dann groß sein wird. (1, 21)

 13. Wen es nach Ehrungen und Lob­preisungen der Welt verlangt, mag sie hier bekommen; aber sie werden von kurzer Dauer sein und ihm am Tage seines Eintritts in die Geistige Welt nichts nützen. Wer auf Geld aus ist, mag hier seinen Lohn erhalten, denn es war das, wonach er strebte. Doch wenn die Stunde gekommen ist, in der er alles hier zurücklassen muss, um sich im Jenseits einzustellen, wird er nicht das geringste Recht haben, irgendeine Belohnung für seinen Geist zu bean­spruchen, auch wenn er meint, vieles zugunsten der Wohltätigkeit getan zu haben.

 14. Im Gegensatz dazu wird der, der immer Schmeicheleien und Be­gün­s­tigun­gen abgelehnt hat, der seine Mit­menschen reinen Herzens und unei­gennützig geliebt und jede materielle Belohnung zurückgewiesen hat, der damit beschäftigt war, das Gute zu säen, und dem es Freude machte, Lie­beswerke zu vollbringen – dieser wird nicht an Belohnungen denken, denn er wird nicht für die eigene Befriedigung leben, sondern für die seiner Nächsten. Wie groß wird sein Friede und seine Seligkeit sein, wenn er dann im Schoße seines Herrn ist! (253, 14)

 15. Ich bringe euch in dieser Zeit eine reine und vollkommene Unterwei­sung, weshalb Ich euch sage, dass euch am Ende eures Tagewerkes nur das zugute gehalten wird, was ihr im Leben mit wahrer Liebe getan habt; denn dies wird beweisen, dass ihr die Wahrheit kanntet. (281, 17)

 16. Denkt nicht – weil ihr im Augen­blick, da ihr ein gutes Werk vollbringt, den Wert desselben nicht kennt - dass ihr das Gute, das ihr tatet, niemals erfahren werdet. Ich sage euch, dass keines eurer Werke ohne Lohn bleiben wird.

 17. Wenn ihr einst im Geistigen Rei­che seid, werdet ihr erkennen, wie oftmals ein kleines Werk, dem An­schein nach von geringer Bedeutung, der Beginn einer Kette von Wohltaten war - einer Kette, die andere immer länger machten, die aber den, der sie begann, für immer mit Genugtuung er­füllen wird. (292, 23 - 24)

 18. Ich inspiriere euch dazu, Ver­dienste zu erwerben; aber es soll euch dabei nicht der egoistische Wunsch nach der eigenen Rettung bewegen, sondern ihr sollt eure Werke im Ge­danken an eure Mit­menschen tun, im Gedanken an die kommenden Genera­tionen, deren Jubel sehr groß sein wird, wenn sie den Weg durch die "Ersten" geebnet antreffen. Dann wird euer Glück grenzenlos sein, weil die Freude und der Friede eurer Geschwister auch euren Geist erreicht.

 19. Wie anders ist es bei jenen, die nur nach ihrer eigenen Rettung und ihrer Seligkeit trachten; denn wenn sie zu dem Ort gelangen, den sie sich durch ihre Werke erwirkten, können sie keinen Augenblick Friede oder Freude haben, wenn sie jene betrachten, die sie zurückgelassen haben und die die schwere Last ihrer Leiden ertragen.

 20. Wahrlich, Ich sage euch, die wah­ren Jünger dieser Lehre werden gerecht und rein sein in ihren Werken, wie ihr Geist, der mein eigenes Licht ist. (290, 76 - 77)

 21. Wenn ihr demütig seid, wird sich euer geistiger Reichtum mehren in dem Leben, das euch erwartet. Dann werdet ihr den Frieden haben, der euch die schönste Empfindung eures Daseins beschert. Und in eurem Geist wird die Sehnsucht geboren, dem Vater zu die­nen, indem ihr ein treuer Hüter alles von Mir Geschaffenen und ein Trost für den Leidenden und Frieden für den Friedlosen seid. (260, 29)


Der Aufstieg der Geistwesen in das Reich Gottes

 22. Dies ist die "Dritte Zeit", in der euer Geist schon auf Erden damit be­ginnen kann, von sehr hohen Lebens­ebenen und sehr großen Erkenntnissen zu träumen. Denn wer von dieser Welt scheidet und in seinem Geist bereits die Erkenntnis dessen mitnimmt, was er vorfinden wird, und die Entfaltung seiner Geistesgaben, der wird viele Welten durchqueren, ohne in ihnen zu verweilen, bis er zu jener gelangt, auf der zu wohnen ihm aufgrund seiner Verdienste zukommt.

 23. Er wird sich völlig seines geisti­gen Zustandes bewusst sein, wird seine Aufgabe durchzuführen verstehen, wo immer er sich auch befindet. Er wird die Sprache der Liebe, der Harmonie und der Gerechtigkeit verstehen und wird sich mit der Klarheit der geistigen Sprache, welche der Gedanke ist, mit­zuteilen vermögen. Es wird für ihn keine Klippen, Verstörtheit noch Trä­nen geben, und er wird immer mehr die unermessliche Wonne erfahren, sich den Heimstätten zu nähern, die ihm gehören, weil sie ihm als ewiges Erbe zukommen. (294, 55)

 24. Auf der göttlichen Himmelsleiter gibt es eine unendliche Zahl von We­sen, deren geistige Vervollkommnung ihnen erlaubt, gemäß dem Entwick­lungsgrade, den sie erreicht haben, verschiedene Stufen einzunehmen. Euer Geist wurde mit passenden Eigen­schaften geschaffen, um sich auf dieser Stufenleiter der Vervollkommnung zu entwickeln und bis zu dem in den ho­hen Ratschlüssen des Schöpfers festge­setzten Ziele zu gelangen.

 25. Die Bestimmung jener Geistwe­sen kennt ihr nicht, doch Ich sage euch, dass sie vollkommen ist wie alles von Mir Geschaffene.

 26. Noch immer begreift ihr nicht die Gaben, die euch der Vater schenkte. Doch seid unbesorgt, denn später wer­det ihr euch ihrer bewusst werden und erleben, wie sie sich voll offenbaren.

 27. Die unendliche Zahl von Geist­wesen, die wie ihr, unterschiedliche Lebensebenen bewohnen, sind unter sich vereint durch eine höhere Macht, welche die der Liebe ist. Sie wurden für den Kampf, für ihre Höherent­wicklung, nicht für den Stillstand ge­schaffen. Diejenigen, die meine Gebote erfüllt haben, wurden groß in der Gött­lichen Liebe.

 28. Ich erinnere euch jedoch daran, dass selbst dann, wenn euer Geist Größe, Macht und Weisheit erreicht hat, er nicht allmächtig werden wird, da seine Eigenschaften nicht unendlich sind, wie sie es in Gott sind. Dennoch werden sie ausreichen, um euch auf dem geraden Weg, den euch vom ers­ten Augenblick an die Liebe eures Schöpfers vorgezeichnet hat, zum Gip­fel eurer Vollendung zu bringen. (32, 34 - 37)

 29. Sieben geistige Entwicklungs­abschnitte muss euer Geist zurückle­gen, um seine Vollkommenheit zu er­reichen. Heute, da ihr noch auf Erden lebt, wisst ihr nicht, auf welcher Stufe der Himmelsleiter ihr euch befindet.

 30. Obwohl Ich die Antwort auf diese Frage eures Geistes weiß, darf Ich sie euch derzeit nicht sagen. (133, 59 - 60)

 31. Jede Sprosse, jede Stufe, jede Le­bensebene bietet dem Geist ein größe­res Licht und eine vollkommenere Seligkeit. Aber der höchste Friede, das vollkommene Glück des Geistes ist jenseits aller vorübergehenden Aufent­haltsorte.

 32. Wie viele Male werdet ihr mei­nen, das vollkommene Glück im Schoße Gottes im voraus zu fühlen, ohne euch bewusst zu sein, dass jenes Glück kaum ein Vorgeschmack der nachfolgenden Welt ist, wohin ihr nach diesem Leben ziehen müsst. (296, 49 - 50)

 33. Wie viele träumen vom Sterben in der Erwartung, dass dieser Augen­blick sie zu Mir bringt, damit sie Mich dann ewiglich im Himmel anbeten, ohne zu wissen, dass der Weg unend­lich weiter ist, als sie geglaubt haben. Um auch nur eine Stufe der Himmels­leiter, die euch zu Mir führen wird, höher zu steigen, muss man das menschliche Leben in rechter Weise gelebt haben. Die Unwissenheit ist schuld daran, dass viele den Sinngehalt meiner Lehren falsch auffassen. (164, 30)

 34. Durch den Menschen wurden die Kräfte der Zerstörung entfesselt. Der Krieg hat seinen Samen in alle Herzen gesät. Wie viel Schmerz hat die Menschheit erfahren! Wie viel Verlas­senheit, Elend, Verwaistheit und Trauer hat er auf seiner Bahn zurück­gelassen! Meint ihr, dass die Geistwe­sen jener, die im Kampf gefallen sind, zugrundegegangen sind oder dass jener Teil des Lebens, die Ewigkeit, die im Menschen wohnt, nicht mehr existiert?

 35. Nein, Volk: der Geist überlebt den Krieg und den Tod. Dieser Teil meines eigenen Geistes hat sich von den Feldern des Schmerzes erhoben und sucht auf meinem Wege einen neuen Horizont, um weiterhin zu leben, sich zu entfalten und zu entwickeln. (262, 26 - 27)

 36. Ich habe euch die Erde gegeben, damit ihr sie alle gleichermaßen be­sitzt, damit ihr in Frieden lebt und sie als zeitweiliges Heim verwendet, in welchem ihr eure Fähigkeiten entfaltet und euren Geist vorbereitet, um zu seiner neuen Heimstatt aufzusteigen.

 37. Ich habe euch gesagt: "Im Hause des Herrn gibt es viele Wohnungen." Ihr werdet sie in dem Maße kennen lernen, in dem ihr euch erhebt. Jede davon wird euch in ansteigendem Grade Mir näher bringen, und sie wer­den von euch, euren Werken entspre­chend, erreicht werden, denn alles ist einer göttlichen Ordnung und Gerech­tigkeit unterstellt.

 38. Niemand wird euren Übergang von einer Lebensebene zur anderen verhindern können, und am Ende einer jeden von ihnen wird Jubel und Fest­lichkeit in eurem Geiste und auch in meinem sein.

 39. So bereite Ich euch vor, damit ihr wisst, dass der Weg, den ihr zurückle­gen müsst, lang ist, und ihr euch nicht mit euren ersten Werken zufrieden gebt, in der Meinung, dass sie euch schon die Tür zu jenen Heimstätten öffnen werden.

 40. Doch Ich sage euch auch dies, dass es schön und genugtuend für einen Geist ist, ans Ende eines Entwicklungs­abschnittes zu gelangen und innezu­halten, um auf den zurückgelegten Weg mit seinen großen Kämpfen, sei­nen Tagen der Bitternis und seinen Stunden des Friedens zurückzublicken, nachdem er die zahllosen Hindernisse überwunden hat.

 41. Schließlich der Triumph, die Be­lohnung und die Gerechtigkeit, die um euch her erstrahlen, und der Geist eures Vaters - gegenwärtig, herrlich, den Sohn segnend und ihn in seinem Schoße ruhen lassend, bis er für seine nächste Lebensstufe vorbereitet ist. So geht er von einer zur andern, bis er schließlich zur höchsten Erfüllung gelangt, um ewig bei Mir zu wohnen. (315, 34 - 36)

 42. Der Geistfunke, der den Men­schen seinem Schöpfer ähnlich macht, wird sich immer mehr der unendlichen Flamme nähern, aus der er entsprang, und jener Funke wird ein leuchtendes Wesen sein - bewusst, strahlend vor Liebe, voll Wissen und Kraft. Jenes Wesen erfreut sich des Zustandes der Vollkommenheit, in welchem nicht der geringste Schmerz oder die kleinste Not existiert, in welchem die voll­kommene und wahre Seligkeit herrscht.

 43. Wenn dies nicht das Ziel eures Geistes wäre – wahrlich, Ich sage euch, Ich hätte euch meine Lehre nicht durch so viele Unterweisungen bekannt ge­macht, denn dann wäre das Gesetz der "Ersten Zeit" für euch ausreichend gewesen, um in Frieden auf Erden zu leben.

 44. Aber wenn ihr bedenkt, dass Ich unter den Menschen lebte und ihnen eine unendlich bessere Welt jenseits dieses Lebens verhieß, und wenn ihr euch überdies daran erinnert, dass Ich in einer anderen Zeit wiederzukommen versprach, um weiterhin zu euch zu sprechen und alles zu erklären, was ihr nicht verstanden hattet, so werdet ihr zu dem Schluss kommen, dass die geistige Bestimmung des Menschen höher, viel höher ist als alles, was ihr erwarten könnt, und dass die verhei­ßene Seligkeit unendlich viel größer ist, als was ihr ahnen oder euch vor­stellen könnt. (277,48-49)



Kapitel 30 - Die Entwicklung des Geistes über Reinkarnationen

Das Gesetz der Entwicklung

 1. Ich sage euch, der Mensch muss wissen, dass sein Geist viele Male zur Erde gekommen ist und er noch immer nicht auf dem Wege meines Gesetzes aufwärts zu steigen verstand, um den Gipfel des Berges zu erreichen. (77, 55)

 2. Da der Mensch die Entfaltung der Wissenschaft und die Entdeckung des­sen miterlebt hat, was er zuvor nicht geglaubt hätte –warum sträubt er sich dann gegen die natürliche Entwicklung des Geistes? Warum versteift er sich auf das, was ihn zum Stillstand bringt und einschläfert? Weil er vor dem Ausblick auf das ewige Leben zurück­scheute! (118, 77)

 3. Begreift: Obwohl die Schöpfung dem Anschein nach abgeschlossen ist, entwickelt sich dennoch alles, verwan­delt und vervollkommnet sich alles. Kann euer Geist sich etwa diesem göttlichen Gesetz entziehen? Nein, meine Kinder. Niemand kann das letzte Wort über das Geistige, über die Wis­senschaft, oder über das Leben sagen, denn sie sind Meine Werke, die kein Ende haben. (79, 34)

 4. Wie viele Menschen meinen auf­grund des Wissens, das sie erlangt haben, geistige Größe zu besitzen, und sind für Mich doch nicht mehr als ei­nige auf dem Entwicklungswege stehen gebliebene Kinder. Denn sie müssen bedenken, dass es nicht nur die Entfal­tung ihres Verstandes ist, wodurch sie die Aufwärtsentwicklung ihres Geistes erreichen können, sondern es muss durch die Entwicklung der Gesamtheit ihres Wesens geschehen, und es gibt viele Fähigkeiten im Menschen, die entwickelt werden müssen, um die Vollendung zu erreichen.

 5. Das ist der Grund dafür, dass Ich – als eines meiner Gesetze der Liebe und Gerechtigkeit – die Reinkarnation des Geistes einsetzte, um ihm einen länge­ren Weg zu gewähren, der ihm alle notwendigen Gelegenheiten bietet, um seine Vervollkommnung zu erreichen.

 6. Jedes Erdendasein ist eine kurze Lektion, denn andernfalls wären die Gelegenheiten eines Menschen, um die Erfüllung meines Gesetzes zu vollbrin­gen, zu gering. Aber es ist unumgäng­lich, dass ihr das Ziel dieses Lebens erkennt, damit ihr aus ihm den Sinnge­halt aufnehmt und seine Harmonie erreicht, welche die Grundlage menschlicher Vollkommenheit ist. Damit ihr zu einer höheren Daseins­ebene fortschreiten könnt, bis ihr zum geistigen Leben gelangt, wo Ich für euch so viele Lektionen bereithalte, die Ich euch noch lehren muss, und so viele Offenbarungen, die Ich noch zu geben habe. (156, 28 - 29)

 7. Während alles unaufhörlich wächst, sich wandelt, sich vervoll­kommnet und entfaltet – weshalb sollte da euer Geist jahrhundertelang im Still­stand verharren?

 8. Da ihr durch die Wissenschaft vieles entdeckt und gelernt habt, ist euch die unaufhörliche Entwicklung nicht unbekannt, die in allen Wesen der Schöpfung existiert. Daher will Ich, dass ihr begreift, dass ihr euren Geist nicht in jener Zurückgebliebenheit und in jenem Stillstand verlassen dürft, in den ihr ihn schon seit langer Zeit ge­bracht habt, und dass ihr euch bemühen müsst, um die Harmonie mit allem, was euch umgibt, zu erreichen, damit für die Menschen ein Tag kommt, an dem die Natur, statt ihre Geheimnisse zu verbergen, sie offenbart, und anstatt dass die Naturkräfte euch feind sind, sie zu Dienern, Mitarbeitern, Brüdern werden. (305, 6, 8)


Die "Auferstehung des Fleisches" – richtig verstanden

9. Nun soll die Welt die Wahrheit über die "Auferstehung des Fleisches " erfahren, welches die Reinkarnation des Geistes ist.

 10. Reinkarnieren bedeutet: zur mate­riellen Welt zurückkehren, um von neuem als Mensch geboren zu werden; das Auferstehen des Geistwesens in einem menschlichen Körper, um seine Mission fortzusetzen. Dies ist die Wahrheit über die "Auferstehung des Fleisches", von der eure Vorfahren gesprochen haben, wobei sie ebenso verdrehte wie absurde Auslegungen gegeben haben.

 11. Die Reinkarnation ist ein Ge­schenk, das Gott eurem Geist gewährt hat, damit er sich niemals auf die Arm­seligkeit der Materie beschränkt, auf seine flüchtige Existenz auf der Erde, auf seine natürlichen Unzulänglichkei­ten, sondern der Geist kann – da er einer höheren Natur entstammt – so viele Materiekörper gebrauchen, wie er für die Durchführung seiner großen Aufgaben in der Welt benötigt.

 12. Durch diese Gabe beweist der Geist seine unermessliche Überlegen­heit über das "Fleisch", über den Tod und über alles Irdische, indem er den Tod überwindet, einen Körper nach dem andern und alle überlebt, so viele ihm auch anvertraut wurden. Er ist Überwinder der Zeit, der Widerstände und der Versuchungen. (290, 53 - 56)

 13. Wie habt ihr glauben können, dass am Tage des Gerichts die Körper der Toten auferstehen und sich mit ihren Geistwesen vereinen, um in das Reich Gottes einzugehen? Wie könnt ihr das, was euch zu andern Zeiten gelehrt wurde, in dieser Weise ausle­gen?

 14. Das Fleisch ist von dieser Welt, und in ihr bleibt es, während der Geist sich frei erhebt und zu dem Leben zurückkehrt, von dem er ausging. "Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus meinem Geist geboren ist, ist Geist." Die "Auferste­hung des Fleisches" ¨ ist die Wieder­einkörperung des Geistes, und wenn manche glauben, dass dies eine menschliche Theorie ist, und andere von euch glauben, dass es eine neue Offenbarung ist – wahrlich, Ich sage euch, Ich habe seit Anbeginn der Menschheit damit begonnen, der Welt diese Offenbarung bekannt zu machen! Den Beweis dafür könnt ihr im Text der Schriften finden, die ein Zeugnis meiner Werke sind.

 15. Doch in dieser Zeit ist diese Of­fenbarung zu eurem Geiste gelangt, während er sich auf einer höheren Entwicklungsstufe befand, und bald wird sie gerechterweise als eines der gerechtesten und liebevollsten Gesetze des Schöpfers angenommen werden. Verwerft die Vorstellung, die ihr vom "Tage des Gerichts" hattet; denn es ist nicht einer eurer Tage, weil es ein Zeitabschnitt ist, und das "Ende der Welt" ist nicht das des Planeten, auf dem ihr lebt, sondern das Ende des selbstsüchtigen Lebens, das ihr auf ihm geschaffen habt. (76, 41 - 43)

 16. Das Geheimnis der "Auferste­hung des Fleisches" wurde aufgeklärt durch die Offenbarung über die Rein­karnation des Geistes. Heute wisst ihr, dass der Sinn dieses Gesetzes der Liebe und Gerechtigkeit der ist, dass der Geist sich vervollkommnet, dass er niemals verloren geht, weil er immer eine offene Tür als Gelegenheit für seine Rettung vorfinden wird, die ihm der Vater anbietet.

 17. Mein Urteilsspruch über jeden Geist aufgrund dieses Gesetzes ist vollkommen und unerbittlich.

 18. Ich allein weiß euch zu richten, weil jedes Schicksal für die Menschen unbegreiflich ist. Daher wird niemand den anderen gegenüber bloßgestellt oder verraten.

 19. Nachdem die Geistwesen sich in ihren Sünden verirrt hatten, nach so vielen Kämpfen und Wechselfällen und nach langem wandern, werden sie voll Weisheit aufgrund ihrer Erfahrungen zu Mir kommen, geläutert durch den Schmerz, erhoben durch ihre Ver­dienste, müde von der langen Pilger­schaft, jedoch einfach und fröhlich wie Kinder. (1, 61 -64)


Der unterschiedliche Entwicklungs­stand der Geistwesen

 20. Vor langer Zeit ist euer Geist aus Mir hervorgegangen; dennoch sind nicht alle in gleicher Weise auf dem geistigen Entwicklungswege fortge­schritten.

 21. Alle Schicksale sind verschieden, obschon sie euch zum gleichen Ziele bringen. Den einen sind diese, den andern jene Prüfungen vorbehalten. Das eine Geschöpf durchläuft den ei­nen Weg, das andere folgt einem ande­ren. Ihr seid weder alle im selben Au­genblick ins Dasein getreten, noch werdet ihr alle zum gleichen Zeitpunkt zurückkehren. Die einen wandern vorne, die andern hinten, doch das Ziel erwartet euch alle. Niemand weiß, wer ihm nahe ist, oder wer ferne von ihm wandert, weil ihr noch zu unreif seid, um diese Kenntnis zu besitzen; ihr seid menschlich, und eure Eitelkeit würde euch zum Verderben gereichen. (10, 77 - 78)

 22. Zu allen Zeiten, selbst in den fer­nen Zeiten der Menschheitsgeschichte, habt ihr Beispiele von Menschen hohen Geistes gehabt. Wie könntet ihr euch erklären, dass es bereits in den frühes­ten Zeiten Menschen mit entwickeltem Geist gab, wenn diese nicht durch auf­einanderfolgende Reinkarnationen gegangen wäre, die ihm halfen, sich aufwärts zu entwickeln?

 23. Der Grund dafür ist, dass der Geist nicht zur selben Zeit wie die Körperhülle entsteht, und der Anfang des Menschengeschlechts auch nicht mit dem des Geistes zusammenfällt. Wahrlich, Ich sage euch, es gibt keinen einzigen Geist, welcher auf die Welt gekommen ist, ohne dass er zuvor im Jenseits existiert hat. Wer von euch kann die Zeit ermessen oder kennen, die er in anderen Sphären gelebt hat, bevor er kam, auf dieser Erde zu leben? (156, 31- 32)


Die Kenntnis früherer Erdenleben und der eigenen Entwicklungshöhe

 24. Solange der Geist eng mit der Seele verbunden ist, erkennt er nicht noch kann er die Verdienste wissen, die er in seinen früheren Leben erworben hat. Aber nun erfährt er, dass sein Leben die Ewigkeit ist, eine un­unterbrochene Entwicklung im Verlan­gen, den Gipfel zu erreichen. Doch heute wisst ihr noch nicht, welche Höhe ihr erreicht habt. (190, 57)

 25. Euer Verstand empfängt nicht die Eindrücke oder Erinnerungsbilder der Vergangenheit eures Geistes, weil der Körper wie ein dichter Schleier ist, der nicht zulässt, in das Leben des Geistes einzudringen. Welches Gehirn könnte die Bilder und Eindrücke aufnehmen, die der Geist im Verlauf seiner Ver­gangenheit empfangen hat? Welche Intelligenz könnte mit menschlichen Vorstellungen zusammenhängend er­fassen, was ihm unbegreiflich ist?

 26. Wegen all dem habe Ich euch bisher nicht erlaubt, zu wissen, wer ihr geistig seid, noch wie eure Vergangen­heit beschaffen war. (274, 54 - 55)

 27. Alle meine Werke sind von Mir in einem Buche niedergeschrieben, das sich "Leben" nennt. Die Zahl seiner Seiten ist unzählbar, seine unendliche Weisheit wird von niemandem außer Gott, der sein Verfasser ist, erreicht werden können. Aber darin, auf jeder seiner Seiten, ist eine kurze Zusam­menfassung enthalten, in der der Vater jedes seiner Werke fassbar dargestellt hat, um es für jedes Verstandesvermö­gen begreiflich zu machen.

 28. Auch ihr schreibt ständig am Bu­che eures Lebens, in dem alle eure Werke und alle eure Schritte auf dem ganzen Entwicklungswege niederge­schrieben bleiben werden. Jenes Buch wird in eurem Gewissen geschrieben stehen und wird Licht des Wissens und der Erfahrung sein, mit dem ihr morgen den Weg eurer jüngeren Geschwister erhellen sollt.

 29. Noch könnt ihr niemandem euer Buch zeigen, weil nicht einmal ihr seinen Inhalt kennt. Aber bald wird es in eurem Wesen licht werden, und ihr werdet euren Mitmenschen die Seiten zeigen können, die von eurer Entfal­tung, eurer Sühneleistung und euren Erfahrungen sprechen. Ihr werdet dann ein offenes Buch für die Menschen sein.

 30. Wohl denen, die sich ihre Mis­sion zu eigen machen. Sie werden füh­len, dass sie auf der Leiter emporstei­gen, die Jakob im Traume sah, welche der geistige Weg ist, der die Wesen bis in die Gegenwart des Schöpfers führt. (253, 6 - 8)


Liebe als Notwendigkeit für die geis­tige Ent­wicklung

 31. So, wie euer Körper, um zu le­ben, nach Luft, Sonne, Wasser und Brot verlangt, ebenso benötigt auch der Geist das Lebensumfeld, das Licht und die Nahrung, die seinem Wesen ent­sprechen. Wenn er sich der Freiheit beraubt sieht, im Verlangen nach seiner Nahrung emporzuschwingen, wird er schwach, welkt er und wird stumpfsin­nig; so wie wenn man ein Kind zwin­gen würde, immer in seiner Wiege zu bleiben und in seiner Kammer einge­sperrt zu sein. Seine Glieder würden lahm werden, es würde bleich werden, seine Sinne würden abstumpfen und seine Fähigkeiten verkümmern.

 32. Erkennt, dass auch der Geist ein Lahmer sein kann! Ich könnte euch sogar sagen, dass die Welt voll von geistig Lahmen, Blinden, Tauben und Kranken ist! Der Geist, der eingesperrt lebt und ohne Freiheit zur Entfaltung ist, ist ein Wesen, das nicht wächst – weder an Weisheit, noch an Kraft, noch an Tugend. (258, 62 - 63)

 33. Wahrlich, Ich sage euch, was euch emporheben kann ist die Liebe, weil ihr Weisheit, Gefühl und Erhe­bung innewohnt. Die Liebe ist eine Zusammenfassung aller Eigenschaften der Göttlichkeit, und Gott hat diese Flamme in jedem geistigen Geschöpf entzündet.

 34. Wie viele Lektionen habe Ich euch gegeben, damit ihr lernt, zu lie­ben! Wie viele Gelegenheiten, Leben und Reinkarnationen hat euch die gött­liche Barmherzigkeit zugeteilt! Die Lektion wurde wiederholt, so oft es nötig war, bis sie gelernt war. Einmal erfüllt, gibt es keinen Grund zur Wie­derholung, denn sie kann auch nicht mehr vergessen werden.

 35. Wenn ihr meine Lektionen schnell lernen würdet, bräuchtet ihr nicht mehr zu leiden, noch über Fehler zu weinen. Ein Wesen, das auf Erden die Lektionen nutzt, die es auf ihr emp­fangen hat, mag zur Welt zurückkeh­ren, aber immer wird es mit größerer Reife und unter besseren Lebensbedin­gungen geschehen. Zwischen einem Leben und dem nächsten wird es im­mer eine Erholungspause haben, die notwendig ist, um nachzudenken und sich auszuruhen, bevor es das neue Tagewerk beginnt. (263, 43 - 45)


Unterschiedliche Gründe für Reinkarnationen

 36. Wahrlich, Ich sage euch, in kei­ner Epoche des menschlichen Lebens hat dem Menschen die Kenntnis mei­nes Gesetzes gefehlt; denn von dem Göttlichen Funken, welcher sein Ge­wissen ist, hat ihm nie ein Lichtstrahl in seinem Geist, eine Eingebung in seinem Verstand, oder eine Ahnung in seinem Herzen gefehlt.

 37. Dennoch ist euer Geist mit einer dunklen Binde vor den Augen ins Jen­seits zurückgekehrt, und Ich sage euch: Wer die Lektion nicht nutzt, die das Leben auf dieser Welt enthält, in die­sem Tal der Prüfungen, der muss zu ihm zurückkehren, um seine Wieder­gutmachung zu vollenden, und vor allem, um zu lernen. (184, 39)

 38. Auf anderen Welten erfreuen sich die Geistwesen gleichfalls der Willens­freiheit und sündigen und geraten auf Abwege, oder sie bleiben beharrlich im Guten und erreichen es auf diese Weise, sich aufwärts zu entwickeln, so wie ihr es auf der Erde tut. Doch wenn der vorbestimmte Zeitpunkt da ist, kommen jene, die dazu vorgesehen sind, auf dieser Welt zu leben, zu ihr herab, um eine edle Aufgabe zu erfül­len, und andere, um ihrer Sühnepflicht nachzukommen.

 39. Aber je nachdem, wie sie diese Erde sehen wollen, wird sie sich den einen als Paradies und den anderen als eine Hölle präsentieren. Wenn diese daher die Barmherzigkeit ihres Vaters begreifen, sehen sie nur noch ein wun­derbares Leben, das mit Segnungen und Lebenslehren für den Geist besät ist – einen Weg, der sie dem Gelobten Lande näher bringt.

 40. Die einen gehen von dieser Welt mit dem Wunsche, zurückzukehren, andere tun es mit der Furcht, zurück­kehren zu müssen. Der Grund dafür ist, dass eure menschliche Wesensnatur noch nicht die Harmonie zu begreifen vermochte, in der ihr mit dem Herrn leben sollt. (156, 33 -34)

 41. Niemand lehne sich gegen die Vorstellung auf, in einem anderen Körper auf diesen Planeten zurückkeh­ren zu müssen, und habt auch nicht die Meinung, dass die Reinkarnation eine Strafe für den Geist ist. Alle Geistwe­sen, die dazu bestimmt sind, auf der Erde zu leben, haben das Gesetz der Reinkarnation durchschreiten müssen, um ihre Höherentwicklung erreichen zu können und die Aufgabe durchzu­führen, die Ich ihnen anvertraut habe.

 42. Nicht nur die wenig entwickelten Geistwesen müssen erneut inkarnieren, auch die hochstehenden Geistwesen kommen ein ums andere Mal zurück, bis sie ihr Werk vollendet haben.

 43. Elia ist der größte der Propheten, der zur Erde gekommen ist; doch trotz der großen Werke, die er tat, und der großen Beweise die er erbrachte, musste er in einer anderen Zeit, in einem anderen Körper und mit einem anderen Namen zu dieser Welt zurück­kehren.

 44. Dieses Gesetz der Liebe und Ge­rechtigkeit war den Menschen lange Zeit unbekannt, denn wenn sie es frü­her gekannt hätten, hätten sie in Ver­wirrung geraten können. Dennoch gab euch der Vater einige Offenbarungen und einige Anzeichen, die das dieser Zeit vorauseilende Licht zur Aufklä­rung aller Geheimnisse waren. (122, 25 - 28)


Der Weg zur Vollkommenheit

 45. Weit ist der Weg, auf dem ihr zur Fülle des Lichtes gelangen werdet. Kein Wesen hat einen längeren Weg als den des Geistes, auf welchem der Vater, der göttliche Bildhauer, der euren Geist formt und glättet, ihm die vollkommene Gestalt gibt. (292, 26)

 46. Wahrlich, Ich sage euch: damit ihr völlige Reinheit erlangt, wird euer Geist sich noch sehr läutern müssen, in dieser Welt und in der Geistigen.

 47. So oft es für euch notwendig ist, werdet ihr zu diesem Planeten zu­rück­kehren müssen, und je öfter ihr die Gelegenheiten, die euer Vater euch gewährt, ungenutzt lasst, desto mehr werdet ihr euren endgültigen Eintritt in das wahre Leben verzögern und eure Verweildauer im Tal der Tränen ver­längern.

 48. Jeder Geist muss in jedem Erden­dasein den Fortschritt und die Früchte seiner Entwicklung vorweisen, indem er jedes Mal einen festen Schritt nach vorn macht.

 49. Seid euch bewusst, dass das ein­zige Gute, das dem eigenen Wohl zu­gute kommt, jenes ist, das aus wahrer Liebe und Barmherzigkeit an anderen, und zwar selbstlos, geschieht. (159, 29 - 32)

 50. Im Menschen gibt es zwei Mächte, die immer im Kampfe liegen: seine menschliche Natur, die vergäng­lich ist, und seine geistige Natur, die ewig ist.

 51. Dieses ewige Wesen weiß sehr wohl, dass sehr lange Zeiträume verge­hen müssen, damit es seine geistige Vervollkommnung erreichen kann. Es ahnt, dass es viele Menschenleben haben und dass es in ihnen durch viele Prüfungen gehen muss, bevor es das wahre Glück erlangt. Der Geist ahnt, dass er nach den Tränen, dem Schmerz, und nachdem er viele Male durch den körperlichen Tod gegangen ist, zu jenem Gipfel gelangen wird, den er in seinem Sehnen nach Vollkommenheit immer gesucht hat.

 52. Der Körper [Seele] dagegen, das gebrechliche und kleine Ding, weint, bäumt sich auf und weigert sich zu­weilen, den Rufen des Geistes zu fol­gen, und nur wenn dieser sich entwi­ckelt hat, stark und erfahren ist im Kampfe mit dem "Fleisch" und allem, was ihn umgibt, gelingt es ihm, den Körper zu beherrschen und sich durch ihn zu bekunden.

 53. Lang ist die Pilgerschaft des Geistes, weit sein Weg, vielfach und sehr abwechslungsreich seine Daseins­formen, und alle Augenblicke sind seine Prüfungen anderer Art. Doch während er diese besteht, erhebt er sich, reinigt er sich, vervollkommnet er sich.

 54. Auf seinem Gang durchs Leben lässt er eine Lichtspur zurück; daher ist dem hochstehenden Geist oftmals das Wimmern seines Körpers nicht wich­tig, weil er weiß, dass es vorübergeht und er sich auf seiner Reise nicht durch Ereignisse aufhalten lassen darf, die ihm klein erscheinen.

 55. Für einen Augenblick richtet er seine Aufmerksamkeit auf die Schwä­chen seines "Fleisches", aber er weiß, dass er etwas, das nur kurz lebt und bald im Innern der Erde verschwindet, nicht zu sehr lieben darf. (18, 24, 27 - 28)


Die universelle Schule des Lebens

 56. Seit Anbeginn der Menschheit gibt es die Reinkarnation des Geistes als ein Gesetz der Liebe und Gerech­tigkeit und als eine der Formen, in denen der Vater seine unendliche Gnade bewiesen hat. Die Reinkarnation ist nicht nur eine Sache dieser Zeit, sondern aller Zeiten, und ihr sollt auch nicht meinen, dass Ich euch dies Mys­terium erst jetzt offenbart habe. Schon in den frühesten Zeiten existierte im Menschen das intuitive Wissen über die Wiedereinkörperung des Geistes.

 57. Doch die Menschen, welche ma­terialistische Wissenschaften und Schätze der Welt erstrebten, ließen sich von den Leidenschaften des Fleisches beherrschen, wodurch jene Fasern des menschlichen Herzens verhärtet wur­den, mit denen man das Geistige wahr­nimmt, sodass die Menschen taub und blind für alles wurden, was dem Geiste zugehört. (105, 52)

 58. Vor eurer Erschaffung wart ihr in Mir; danach, als geistige Geschöpfe, wart ihr an dem Ort, wo alles in voll­kommener Harmonie schwingt, wo die Essenz des Lebens und die Quelle des wahren Lichtes ist, von dem Ich euch nähre.

 59. Der Schmerz wurde nicht vom Vater geschaffen. In den Zeiten, von denen Ich zu euch spreche, hattet ihr keinen Grund zum Seufzen, ihr hattet über nichts zu klagen, ihr fühltet den Himmel in euch selbst, denn in eurem vollkommenen Leben wart ihr das Sinnbild dieses Daseins.

 60. Aber als ihr jene Heimstatt ver­ließet, gab Ich eurem Geiste ein Ge­wand, und ihr sanket immer tiefer. Hernach entwickelte sich euer Geist Schritt für Schritt, bis er zu der Da­seinsebene gelangte, wo ihr euch jetzt befindet und wo das Licht des Vaters strahlt. (115, 4 - 5)

 61. Das Ziel jedes Geistes ist es, nach seiner Läuterung und Vervollkomm­nung mit der Göttlichkeit zu ver­schmelzen¨. Dafür überflute Ich euren Weg mit Licht und gebe eurem Geist Kraft, damit ihr Stufe um Stufe empor­steigt. Je nach der Entwicklungshöhe, die ihr errungen habt, wenn ihr diese Welt verlasst, wird die geistige Heim­stätte sein, die ihr im Jenseits bewohnt. Denn das Universum wurde als eine Schule der Vollkommenheit für den Geist geschaffen. (195, 38)

 62. Wenn Ich euch alles in diesem Leben gegeben hätte, würdet ihr kein Verlangen mehr haben, eine weitere Stufe höher zu steigen. Aber das, was ihr in einem Dasein nicht erreicht habt, erstrebt ihr in einem anderen, und was ihr in jenem nicht erreicht, verheißt euch ein anderes, höheres, und so geht es bis in alle Ewigkeit schrittweise weiter auf dem endlosen Entwick­lungsweg des Geistes.

 63. Wenn ihr mein Wort hört, er­scheint es euch unmöglich, dass euer Geist fähig sein soll, eine so große Vollkommenheit zu erreichen; doch Ich sage euch, dass ihr nur deshalb die hohe Bestimmung des Geistes in Zwei­fel zieht, weil ihr nur das betrachtet, was ihr mit euren materiellen Augen seht: Armseligkeit, Unwissenheit, Bos­heit. Aber dies kommt nur daher, weil der Geist bei den einen krank ist, bei anderen ist er gelähmt; andere sind blind und manche geistig tot. Ange­sichts eines solchen geistigen Elends müsst ihr an der Bestimmung zweifeln, welche die Ewigkeit für euch bereit­hält.

 64. Und so lebt ihr in dieser Zeit der Liebe zur Welt und zum Materialis­mus. Doch schon ist das Licht meiner Wahrheit zu euch gelangt und hat die Finsternis der Nacht einer Zeit vertrie­ben, welche bereits vergangen ist, und hat mit seiner Morgenröte das Kom­men eines Zeitalters angekündigt, in welchem der Geist Erleuchtung emp­fangen wird durch meine Unterwei­sung. 116, 17 - 18)

 65. Viele von euch werden keine neue Gelegenheit haben, zur Erde zu­rückzukehren, um auf ihr eure Verfeh­lungen wiedergutzumachen. Ihr werdet jenes Werkzeug, das ihr heute habt und das euer Körper ist, auf den ihr euch stützt, nicht mehr besitzen. Ihr müsst begreifen, dass das Kommen zur Welt für den Geist ein Privileg, aber niemals eine Strafe ist. Deshalb müsst ihr diese Gnade nutzen.

 66. Nach diesem Leben werdet ihr zu anderen Welten gehen, um neue Lek­tionen zu empfangen, und dort werdet ihr neue Gelegenheiten finden, um weiter aufzusteigen und euch zu ver­vollkommnen. Wenn ihr eure Pflichten als Menschen getan habt, werdet ihr diese Welt mit Befriedigung verlassen, weil ihr eure Aufgabe erfüllt habt, und in eurem Geist wird Friede sein. (221, 54 - 55)

 67. Meine Stimme ruft derzeit große Menschenscharen herbei, weil für viele Geistwesen das Ende ihrer Pilgerschaft auf Erden naht.

68. Jene Niedergeschlagenheit, jener Abscheu, jene Traurigkeit, die sie im Herzen tragen, sind der Beweis dafür, dass sie sich bereits nach einer höheren Heimstätte, einer besseren Welt seh­nen.

 69. Aber es ist notwendig, dass sie die letzte Etappe, die sie auf der Welt zurücklegen, im Gehorsam gegenüber den Weisungen ihres Gewissens leben, damit die Spur ihrer letzten Schritte auf Erden segensvoll ist für die Generatio­nen, die nach ihnen kommen, um ihre verschiedenen Aufgaben in der Welt zu erfüllen. (276, 4)

 70. Diese Welt ist nicht ewig, noch braucht sie es zu sein. Wenn diese Heimstätte einmal nicht mehr den Da­seinszweck, den sie jetzt hat, erfüllt, wird sie verschwinden.

 71. Wenn euer Geist nicht mehr die Lektionen benötigt, die dies Leben hier erteilt, weil sie andere, höhere auf einer anderen Welt erwarten, dann wird er aufgrund des in diesem Erdenkampf errungenen Lichtes sagen: "Mit wel­cher Klarheit begreife ich jetzt, dass alle Höhen und Tiefen dieses Lebens nur Erfahrungen und Lektionen waren, die ich nötig hatte, um besser zu ver­stehen. Wie lang erschien mir jene Lebensreise, solange die Leiden mich niederdrück­ten. Jetzt hingegen, wo alles vorbei ist – wie kurz und flüchtig erscheint sie mir angesichts der Ewig­keit. (230, 47 u.)

 72. Freut euch, Menschen, denkt, dass ihr Flugvögel seid auf dieser Welt voller Tränen, Erbärmlichkeiten und Leiden! Freut euch, denn es ist nicht eure Heimat für die Ewigkeit, bessere Welten warten auf euch!

 73. Wenn ihr also von dieser Erde scheidet, so tut es ohne Bedauern, dann werden die Schmerzensseufzer, die Mühen, die Tränen hier zurückbleiben. Ihr werdet dieser Welt Lebewohl sagen und euch zu jenen emporschwingen, die euch in den Himmelshöhen erwar­ten. Von dort aus werdet ihr die Erde als einen Punkt im Raume sehen, an den ihr mit Liebe zurückdenken wer­det. (230, 51)


Die Überzeugungskraft der Reinkarnationslehre

 74. Das Licht des Spiritualismus of­fenbart nun der Welt die Wahrheit, die Gerechtigkeit, die Vernunft und die Liebe, welche der geistigen Befähigung zur Reinkarnation innewohnen. Den­noch wird die Welt diese Offenbarung zunächst hartnäckig bekämpfen und ihr den Anschein einer fremdartigen und falschen Lehre geben, um den Men­schen guten Glaubens Misstrauen ein­zuflößen.

 75. Unnütz und vergeblich werden die Anstrengungen sein, die die Kon­fessionen machen, um ihre Gläubigen in den eingefahrenen Geleisen alter Glaubensvorstellungen und unzeitge­mäßer Glaubensysteme zu erhalten. Denn niemand wird das göttliche Licht aufhalten können, das bis zum Grunde menschlichen Denkvermögens vor­dringt und den Geist für ein Zeitalter der Offenbarungen, göttlicher Einge­bungen, der Erhellung von Zweifeln und Geheimnissen, der geistigen Be­freiung erweckt.

 76. Auch wird niemand die Flut auf­halten können, welche die Menschheit bilden wird, wenn sie im Verlangen nach ihrer Freiheit des Denkens, des Geistes und des Glaubens aufbricht. (290, 57 – 59)


Reinkarnationswege eines Geistes

 77. Ich rufe alle Erdenpilger, damit sie meine Stimme hören, die sie zur Aufwärtsentwicklung und zum Besitz des ewigen Lebens einlädt.

 78. An diesem Tag, an dem sich das "Göttliche Wort" kundtut – nützet sein Wort und lasst euch durch dasselbe erleuchten; denn im Wissen ist das Licht und eure Erlösung.

 79. Wenn mein Gesetz euch Moral, Rechtschaffenheit und Ordnung bei allen Handlungen eures Lebens lehrt – warum sucht ihr dann entgegengesetzte Wege, wodurch ihr euch Schmerzen bereitet? Doch wenn ihr ins Jenseits abscheidet und euren Körper auf der Erde zurücklasst, weint ihr, weil ihr diese Hülle zu sehr geliebt habt.

 80. Wenn ihr fühlt, dass euch der Körper nicht mehr gehört, und dass ihr auf dem Entwicklungswege fortschrei­ten müsst, bis ihr zu Mir kommt, sage Ich euch: "Mein Kind, was hast du Mir vorzuweisen? Hast du auf der Erde in Erfüllung meiner Gebote gelebt?"

 81. Ihr jedoch – beschämt und ver­zagt, weil ihr kein Geschenk der Liebe habt für Den, der euch so sehr liebt und euch so vieles gewährt hat – habt Ket­ten geschmiedet, die euren Geist nie­derdrücken, und er erscheint lichtlos, weint und jammert über sich, weil er die Gnade verloren hat. Er hört nur die Stimme des Vaters, die ihn ruft. Doch da er sich nicht entwickelt hat und sich auch nicht wert fühlt, zu Ihm zu kom­men, bleibt er stehen und wartet ab.

 82. Die Zeit vergeht, und der Geist hört wiederum die Stimme, und ganz von seinem Leid erfüllt fragt er, wer zu ihm spricht, und diese Stimme sagt ihm: "Erwache! Weißt du nicht, woher du gekommen bist und wohin du gehst?" Da hebt er seine Augen auf, sieht ein unermesslich großes Licht, bei dessen Glanze er sich armselig vor­kommt. Er erkennt, dass er, bevor er zur Erde gesandt worden war, schon existierte, schon vom Vater geliebt war, von dem die Stimme ausging, und der nun, da Er ihn in dem beklagens­werten Zustand sieht, seinetwegen leidet. Er erkennt, dass er zu verschie­denen Heimstätten gesandt worden ist, um den Weg des Kampfes zu durchlau­fen und durch seine Verdienste seinen Lohn zu erlangen.

 83. Und das Kind fragt: "Wenn ich, bevor ich zur Erde gesandt wurde, Dein sehr geliebtes Geschöpf gewesen bin – warum bin ich nicht in der Tugend standhaft geblieben und musste fallen, leiden und mich abmühen, um zu Dir zurückzukommen?"

 84. Die Stimme hat ihm geantwortet: "Alle Geistwesen sind dem Gesetze der Entwicklung unterstellt worden, und auf diesem Weg behütet sie mein Va­tergeist immerdar, und Er hat Wohlge­fallen an den guten Werken der Kinder. Allerdings habe Ich euch zur Erde gesandt, damit ihr aus ihr einen Kampfplatz der geistigen Vervoll­kommnung, nicht eine Walstatt des Krieges und des Schmerzes macht.

 85. Ich habe euch gesagt, dass ihr euch mehren sollt, dass ihr nicht un­fruchtbar sein sollt. Doch wenn ihr ins "Geistige Tal" zurückkehrt, bringt ihr keine Ernte mit, klagt ihr nur und kommt ohne die Gnade, mit der Ich euch ausgestattet habe. Deshalb ent­sende Ich euch noch einmal und sage euch: "Reinigt euch, sucht das, was ihr verloren habt, und erarbeitet euren geistigen Aufstieg."

 86. Der Geist kehrt zur Erde zurück, sucht einen kleinen und zarten menschlichen Körper, um in ihm zu ruhen und die neue Lebensreise zu beginnen. Er findet den kleinen Kin­deskörper, der ihm zugewiesen ist, und gebraucht ihn, um seine Verstöße ge­gen mein Gesetz zu sühnen. Mit Kenntnis der Ursache kommt der Geist zur Erde, er weiß, dass er Odem des Vaters ist, und kennt den Auftrag, den er von Ihm mitbringt.

 87. In den ersten Jahren ist er unschuldig und bewahrt seine Reinheit, er bleibt in Verbindung mit dem geisti­gen Leben. Danach beginnt er die Sünde kennen zulernen, sieht aus der Nähe den Stolz, den Hochmut und die Widersetzlichkeit der Menschen ge­genüber den gerechten Gesetzen des Vaters, und das von Natur aus wider­spenstige "Fleisch" beginnt sich mit dem Bösen zu beflecken. In Versu­chung zu Fall gekommen vergisst er den Auftrag, den er zur Erde mit­brachte, und schickt sich an, Werke zu tun, die wider das Gesetz sind. Geist und Körper [Seele] kosten die verbote­nen Früchte, und wenn sie dem Ver­derben anheim gefallen sind, über­rascht sie die letzte Stunde.

 88. Wieder befindet sich der Geist im geistigen Lebensraum, ermattet und gebeugt von der Last seiner Schuld. Da erinnert er sich an die Stimme, die einst zu ihm sprach und ihn noch immer ruft, und nachdem er viele Tränen vergossen hat, da er sich verloren fühlt, ohne zu wissen, wer er ist, erinnert er sich, dass er schon einmal an jenem Orte gewe­sen ist.

 89. Der Vater, der ihn mit soviel Liebe geschaffen hat, erscheint auf seinem Wege und sagt zu ihm: "Wer bist du, woher kommst du und wohin gehst du?"

 90. Der Sohn erkennt in jener Stimme das Wort Dessen, der ihm das Sein, die Intelligenz und die Fähigkei­ten gab – den Vater, der ihm immer wieder vergibt, reinigt, ihn aus der Finsternis wegbringt und zum Lichte führt. Er zittert, denn er weiß, dass er vor dem Richter steht, und sagt: "Va­ter, mein Ungehorsam und meine Schuld bei Dir sind sehr groß, und ich kann nicht erwarten, in Deinem Reiche zu leben, denn ich habe keine Ver­dienste. Heute, da ich zum "Geistigen Tale" zurückgekehrt bin, sehe ich, dass ich nur Schuld angehäuft habe, die ich sühnen muss".

 91. Doch der liebevolle Vater zeigt ihm ein weiteres Mal den Weg, er kehrt wieder ins Fleisch zurück und gehört wieder der Menschheit an.

 92. Doch nun macht der schon erfah­rene Geist die körperliche Hülle [Seele] mit größerer Kraft gefügig, um sich durchzusetzen und den göttlichen Ge­boten zu gehorchen. Der Kampf be­ginnt; er bekämpft die Sünden, die den Menschen zu Fall bringen, und will die Gelegenheit nutzen, die ihm für seine Erlösung gewährt worden ist. Der Mensch kämpft von Anfang bis zum Ende, und wenn die weißen Haare an seinen Schläfen erglänzen und sein früher widerstandsfähiger und starker Körper sich unter der Last der Jahre zu beugen beginnt und die Kräfte verliert, fühlt sich der Geist stark, reifer und erfahrener. Wie groß und abstoßend erscheint ihm die Sünde! Er wendet sich von ihr ab und gelangt ans Ziel. Nun wartet er nur noch auf den Augen­blick, an dem der Vater ihn ruft, denn er ist zu dem Schluss gekommen, dass das göttliche Gesetz gerecht und der Wille Gottes vollkommen ist, dass dieser Vater lebt, um seinen Kindern Leben und Heil zu geben.

 93. Als der letzte Tag kam, spürte er in seinem Fleische den Tod und fühlte keinen Schmerz. Er schied still und andächtig. Er sah sich im Geiste, und als ob er einen Spiegel vor sich hätte, erblickte er sich schön und strahlend vor Licht. Da sprach die Stimme zu ihm und sagte ihm: "Sohn, wohin gehst du?" Und er, der wusste, wer Er war, ging auf den Vater zu, ließ dessen Licht in sein Wesen einströmen und sprach also: "O Schöpfer, o allumfas­sende Liebe, ich komme zu Dir, um auszuruhen und Dir die Erfüllung zu übergeben".

 94. Die Rechnung war beglichen, und der Geist war gesund, rein und ohne Ketten der Sünde und sah vor sich den hohen Lohn, der ihn erwartete.   

  

95. Danach fühlte er, dass er mit dem Lichte jenes Vaters verschmolz, dass seine Seligkeit größer wurde, und er erblickte einen Ort des Friedens, ein heiliges Land, empfand eine tiefe Stille, und "ruhte in Abrahams Schoße". (33, 14 - 16)

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¨ Dieser aus dem alten christlichen Glau­bensbekenntnis bekannte Ausdruck wurde auf dem Konzil von Nikäa, also zu einer Zeit formuliert, als die bis dahin teilweise anerkannte Reinkarnationslehre durch Kaiser Justinian (!) als Irrlehre verdammt wurde. So wurde aus der Wiedergeburt des Geistes im "Fleische" die "Auferstehung des Fleisches"

¨ Nähere Erläuterungen dazu geben u.a. die Textstellen Kap. 23,69, & Kap 58, 46!
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Kapitel 31 - Rettung, Erlösung und ewiges Heil

Die Korrektur falscher Vorstellun­gen über die Erlösung

 1. Viele Menschen waren der Auffas­sung, dass alle Tränen dieser Welt durch die Sünde der ersten Erdenbe­wohner verursacht worden sind. In ihrer Unfähigkeit, das Gleichnis zu deuten, haben sie schließlich gesagt, dass Christus kam, um mit seinem Blut jede Befleckung abzuwaschen. Wenn diese Behauptung richtig gewesen wäre – warum sündigen und leiden die Men­schen auch weiterhin, obwohl jenes Opfer bereits vollbracht wurde?

 2. Jesus kam zur Erde, um den Men­schen den Weg zur Vollkommenheit zu zeigen – einen Weg, den er mit seinem Leben, mit seinen Taten und seinen Worten lehrte. (150, 43 - 44)

 3. Ihr alle werdet das Ziel erreichen durch die Erfüllung eurer Aufgabe. Ich habe euch meine Lehren, die uner­schöpflich sind, deshalb gegeben, da­mit ihr auf der Stufenleiter eurer Ent­wicklung emporsteigt. Nicht mein Blut ist es, das euch errettet, sondern mein Licht in eurem Geist wird euch erlösen. (8, 39)

 4. Ein neues Kreuz wird Mir in der Dritten Zeit zuteil werden. Dieses wird den sterblichen Augen nicht sichtbar sein, doch von seiner Höhe herab werde Ich der Menschheit meine Lie­besbotschaft senden, und mein Blut, welches die geistige Essenz meines Wortes ist, wird in Licht für den Geist verwandelt werden.

 5. Jene, die Mich seinerzeit richteten, bringen heute den Herzen der Men­schen mit ihrem Geiste reuevoll das Licht, um ihre Fehler wieder gutzuma­chen.

 6. Damit meine Lehre über die Schlechtigkeit der Menschen trium­phiert, muss sie zuvor wie Christus an der Martersäule gegeißelt und verspot­tet werden. Aus jeder Wunde muss mein Licht strömen, um die Finsternis dieser Welt ohne Liebe zu erhellen. Es ist notwendig, dass mein unsichtbares Blut auf die Menschheit niederfällt, um ihr erneut den Weg zu ihrer Erlösung zu zeigen. (49, 17 - 19)

 7. Ich sage euch nochmals, dass in Mir die ganze Menschheit gerettet werden wird. Jenes auf Golgatha ver­gossene Blut ist Leben für jeden Geist. Doch es ist nicht das Blut an sich, da es in den Staub der Erde fiel, sondern die Göttliche Liebe, die in ihm symboli­siert ist. Wann immer Ich zu euch von meinem Blute spreche, wisst ihr nun, was es ist und welche Bedeutung es hat.

 8. Viele Menschen haben ihr Blut im Dienste ihres Herrn und aus Liebe zu ihren Mitmenschen vergossen, doch dieses hat nicht die Göttliche Liebe verkörpert, sondern nur die geistige, menschliche.

 9. Das Blut Jesu jedoch verkörpert die Göttliche Liebe, denn es gibt kei­nerlei Makel an ihm. Im Meister war niemals eine Sünde, und er gab euch sein Blut bis zum letzten Tropfen, um euch begreiflich zu machen, dass Gott alles für seine Geschöpfe ist, dass Er sich ihnen völlig hingibt, ohne Vorbe­halte, weil Er sie unendlich liebt.
10. Wenn der Staub der Erde jene Flüs­sigkeit aufsaugte, welche im Kör­per des Meisters Leben war, so geschah es, damit ihr begreifen solltet, dass meine Lehre das Leben der Menschen durch die göttliche Bewässerung mit seiner Liebe, Weisheit und Gerechtig­keit fruchtbar machen musste.

 11. Die Welt – ungläubig und skep­tisch gegenüber den Worten und Bei­spielen des Meisters – bekämpft meine Lehre und sagt, das obwohl Jesus sein Blut vergoss, um die Menschen vor der Sünde zu retten, die Welt nicht gerettet wurde; dass sie täglich mehr sündigt, obwohl sie entwickelter ist.

 12. Wo bleibt die Macht jenes Blutes der Erlösung, fragen sich die Men­schen, während jene, die die wirklichen Grundgedanken meiner Lehre aufzei­gen sollten, die Fragen der nach Licht Hungernden und nach Erkenntnis der Wahrheit Dürstenden nicht zu befriedi­gen verstehen.

 13. Ich sage euch, dass in dieser Zeit die Fragen derer, die nicht wissen, mehr Tiefe und größeren Gehalt haben als die Antworten und Erklärungen jener, die behaupten, die Wahrheit zu kennen.

 14. Doch Ich bin aufs neue gekom­men, zu euch zu sprechen und hier ist mein Wort für jene, die der Auffassung sind, dass jenes Blut tatsächlich die Rettung der Sünder vor der göttlichen Gerechtigkeit bewirkte – all jener, die verloren und zu schwerer Pein verur­teilt waren.

 15. Ich sage euch: Wenn der Vater, der alles weiß, geglaubt hätte, dass die Menschen nicht nach und nach die ganze Lehre, die ihnen Jesus in seinen Worten und Werken gab, nutzen und verstehen würden – wahrlich, Er hätte ihn niemals gesandt; denn der Schöpfer hat nie etwas Unnützes getan - nichts, das nicht dazu bestimmt ist, Früchte zu tragen. Doch wenn Er ihn aussandte, um unter den Menschen geboren zu werden, heranzuwachsen, zu leiden und zu sterben, so geschah es, weil Er wusste, dass jenes ausstrahlende und fruchtbare Leben des Meisters durch seine Werke einen unauslöschlichen Weg, eine unzerstörbare Spur vor­zeichnen würde; sodass alle seine Kin­der den Pfad fänden, der sie zur wahren Liebe leiten und in der Befolgung sei­ner Lehre zu der Heimstatt führen würde, in der ihr Schöpfer sie erwartet.

 16. Auch wusste Er, dass jenes Blut, das von Lauterkeit, von unendlicher Liebe zeugt und bis zum letzten Trop­fen vergossen wurde, die Menschen lehren würde, mit Glauben an ihren Schöpfer die Aufgabe zu erfüllen, die sie zum Gelobten Lande emporheben würde, wo sie Mir die Erfüllung ihrer Aufgabe darbringen und dann sagen können: "Herr, alles ist vollbracht."

 17. Jetzt kann Ich euch sagen, dass nicht die Stunde, in der mein Blut am Kreuze vergossen wurde, jene war, welche die Stunde der Erlösung der Menschen anzeigte. Mein Blut blieb hier, in der Welt gegenwärtig, leben­dig, frisch, und kennzeichnete mit der blutigen Spur meiner Passion den Weg zu eurer Entsühnung, der euch die Heimstätte erringen lassen wird, die euch euer Vater verheißen hat.

 18. Ich habe euch gesagt: "Ich bin der Quell des Lebens, kommt und reinigt euch von euren Flecken, damit ihr frei und heil zu eurem Vater und Schöpfer geht."

19. Meine Quelle besteht aus Liebe, unerschöpflich und grenzenlos. Das ist es, was euch mein damals vergossenes Blut sagen will. Es besiegelte mein Wort, es bestätigte meine Lehre. (158, 23 - 33)

 20. Heute, viele Jahrhunderte von jenem Geschehen entfernt, sage Ich euch, dass – obwohl Ich mein Blut für die ganze Menschheit vergossen habe – nur jene das Heil ihres Geistes zu er­langen vermochten, die den Weg gin­gen, den Jesus euch lehrte; während all jene, die in der Unwissenheit, in ihrem Fanatismus, in ihren Irrtümern oder in der Sünde verharrten, noch nicht ge­rettet sind.

 21. Ich sage euch, auch wenn Ich tau­sendmal Mensch würde und tausend­mal am Kreuze stürbe – solange die Menschen sich nicht erheben, um Mir nachzufolgen, werden sie das Heil ihres Geistes nicht erreichen. Es ist nicht mein Kreuz, das euch erlösen soll, sondern das eure. Ich trug das Meine auf den Schultern und starb an ihm als Mensch, und von diesem Au­genblick an war Ich im Schoße des Vaters. Ihr sollt Mir in Sanftmut und in Liebe nachfolgen und mit echter De­mut euer Kreuz auf den Schultern tra­gen, bis ihr das Endziel eurer Mission erreicht habt, um dann gleichfalls bei eurem Vater zu sein. (168, 16 - 17)

 22. Es gibt niemanden, der nicht das Glück finden möchte, und je dauerhaf­ter es ist, desto besser- denn Ich lehre euch einen Weg, der zur höchsten und ewigen Seligkeit führt. Dennoch – Ich zeige euch nur den Weg, und dann lasse Ich euch jenen wählen, der euch am meisten zusagt.

 23. Ich frage euch: "Wenn ihr euch nach Glück sehnt – warum sät ihr es nicht aus, um es hernach zu ernten?" Wie wenige sind derer, die sich getrie­ben gefühlt haben, für die Menschen da zu sein! (169, 37 - 38)

 24. Falsch ist die Vorstellung, die ihr von dem habt, was das Leben auf der Erde bedeutet, von dem, was der Geist ist, und von dem, was die Geistige Welt ist.

 25. Die Mehrheit der Gläubigen meint, dass, wenn sie mit einer gewis­sen Rechtschaffenheit leben, oder wenn sie im letzten Augenblick ihres Lebens die begangenen Verfehlungen bereuen, der Himmel für ihren Geist sicher ist.

 26. Doch diese falsche Vorstellung, die dem Menschen sehr gefällt, ist der Grund dafür, dass er das Gesetz wäh­rend seines ganzen Lebens nicht be­harrlich erfüllt, und so bewirkt, dass sein Geist, wenn er diese Welt verlässt und in die geistige Welt gelangt, fest­stellen muss, dass er an einen Ort ge­kommen ist, an dem er nicht die Wun­der schaut, die er sich vorgestellt hatte, noch die höchste Glückseligkeit fühlt, auf die er ein Anrecht zu haben glaubte.

 27. Wisst ihr, was jenen Wesen wi­derfährt, die sicher waren, in den Himmel zu kommen, und die stattdes­sen nur Verwirrendes vorfanden? Da sie nicht länger auf der Erde zu Hause waren, weil ihnen der Stützpunkt ihrer körperlichen Hülle fehlte, und sie sich auch nicht zu jenen Höhen erheben konnten, in denen sich die Sphären des Geistigen Lichtes befinden, schufen sie für sich – ohne sich dessen bewusst zu sein – eine Welt, die weder menschlich noch zutiefst geistig ist.

 28. Dann beginnen sich die Geistwe­sen zu fragen: Ist das der Himmel? Ist das die Heimstatt, die Gott den Geist­wesen bestimmt hat, nachdem sie so lange auf Erden gewandert sind?

 29. Nein – sagen andere – dies kann nicht der "Schoß des Herrn" sein, wo nur Licht, Liebe und Reinheit existie­ren kann.
 30. Allmählich, durch Nachdenken und Schmerz, gelangt der Geist zum Begreifen. Er versteht die göttliche Gerechtigkeit, und vom Lichte seines Gewissens erleuchtet beurteilt er seine vergangenen Werke und entdeckt da­bei, dass sie armselig und unvollkom­men waren, dass sie nicht wert waren, das zu verdienen, was er geglaubt hatte.

 31. Danach, aufgrund dieser Selbst­betrachtung, zeigt sich die Demut und entsteht das Verlangen, auf jene Wege zurückzukehren, die er hinter sich hatte, um die Schandflecken auszulö­schen, die Fehler wiedergutzumachen und vor seinem Vater wirklich Ver­dienstvolles zu tun.

 32. Es ist notwendig, die Menschheit über diese Geheimnisse aufzuklären, damit sie begreift, dass das Leben in der Materie eine Gelegenheit dafür ist, dass der Mensch für seinen Geist Ver­dienste erwirbt; Verdienste, die ihn erheben werden, bis er in einer Sphäre höherer Vergeistigung zu leben ver­dient, wo er aufs neue verdienstvoll handeln muss, um nicht zurückzublei­ben und um weiter von Stufe zu Stufe aufzusteigen; denn "im Hause des Va­ters gibt es viele Wohnungen."

 33. Diese Verdienste werdet ihr durch die Liebe erwerben, wie es euch das ewige Gesetz des Vaters gelehrt hat. Und so wird euer Geist auf der Stufenleiter zur Vollkommenheit Stufe um Stufe fortschreiten und dabei den schmalen Weg kennen lernen, der zum Himmelreich führt – zum wahren Himmel, welcher die Vollkommenheit des Geistes ist. (184, 40 - 45)

 34. Wahrlich, Ich sage euch, wenn Ich in dieser Zeit als Mensch gekom­men wäre, hätten eure Augen meine Wunden noch frisch und blutend sehen müssen, weil die Sünde der Menschen nicht aufgehört hat; und sie sich auch nicht erlösen wollten im Gedenken an jenes Blut, das von Mir auf Golgatha vergossen wurde und das ein Beweis meiner Liebe zur Menschheit war. Aber Ich bin im Geiste gekommen, um euch die Schande zu ersparen, das Werk derer zu betrachten, die Mich auf Erden richteten und verurteilten.

 35. Alles ist vergeben; aber in jedem Geist existiert etwas von dem, was Ich für alle am Kreuze vergoss. Glaubt nicht, dass jene Lebenskraft und jenes Blut sich auflösten oder verloren gin­gen. Sie verkörperten das geistige Le­ben, das Ich von jenem Augenblick an auf alle Menschen verströmte. Durch jenes Blut, das mein Wort besiegelte und alles bekräftigte, was Ich auf Erden sprach und tat, werden sich die Men­schen im Verlangen nach Erneuerung ihres Geistes aufwärts entwickeln.

 36. Mein Wort, meine Werke und mein Blut waren nicht und werden nicht vergeblich sein. Wenn es euch bisweilen so vorkommt, dass man mei­nen Namen und mein Wort fast verges­sen hat, werdet ihr bald miterleben, wie sie aufs neue voller Lebenssaft, Leben und Reinheit in Erscheinung treten als ein Same, der, obwohl er unablässig bekämpft wird, niemals vergeht. (321, 64 - 66)

 37. Das Blut Jesu, verwandelt in Licht der Erlösung, drang in alle Geistwesen als Rettung ein und tut dies weiterhin. Ewiglich spendet mein Geist Rettung und Licht, unablässig lasse Ich die Strahlen meines Lichtes dort ein­dringen, wo es dunkel ist, unaufhörlich ergießt sich Mein Göttlicher Geist – nicht als menschliches Blut, sondern als Erlöserkraft, als geistiges Leben auf alle Meine Kinder. (319, 36)


Der "Himmel" will errungen sein

 38. Die Menschen, fortgerissen von der Gewalt ihrer Leidenschaften, sind so sehr in ihren Sünden gesunken, dass sie jede Hoffnung auf Erlösung aufge­geben haben. Doch es gibt niemanden, der nicht heil werden kann. Denn der Geist – wenn er sich überzeugt hat, dass die menschlichen Stürme nicht aufhören werden, solange er nicht auf die Stimme des Gewissens hört – wird sich erheben und mein Gesetz erfüllen, bis er zum Ziele seiner Bestimmung gelangt, das nicht auf der Erde ist, sondern in der Ewigkeit.

 39. Jene, die glauben, dass das Da­sein sinnlos ist, und die dabei an die Nutzlosigkeit des Kampfes und des Schmerzes denken, wissen nicht, dass das Leben der Meister ist, der formt, und der Schmerz der Meißel, der ver­vollkommnet. Denkt nicht, dass Ich den Schmerz schuf, um ihn euch in einem Kelche zu reichen – denkt nicht, dass Ich euch zum Fallen veranlasst habe. Der Mensch wurde von sich aus ungehorsam, und darum muss er sich auch durch seine eigene Anstrengung wieder aufrichten. Auch sollt ihr nicht meinen, dass nur der Schmerz euch vervollkommnet; nein, auch durch Liebestätig­keit werdet ihr zu Mir ge­langen, denn Ich bin Liebe. (31, 54 - 55)

 40. Betet mehr mit dem Geiste als mit dem Körper, denn um das Heil zu erlangen, genügt nicht ein Augenblick des Gebets oder ein Tag der Liebe, sondern es bedarf eines Lebens voller Ausdauer, Geduld, hochherziger Werke und der Befolgung meiner Gebote. Dafür habe Ich euch große Fähigkeiten sowie Einfühlungsvermögen gegeben.

 41. Mein Werk ist wie eine Arche der Rettung, die alle einzutreten einlädt. Jeder, der meine Gebote befolgt, wird nicht zugrunde gehen. Wenn ihr euch von meinem Worte leiten lasst, werdet ihr gerettet sein. (123, 30 - 31)

 42. Denkt daran, dass nur das, was vollkommen ist, zu Mir gelangt. Darum wird euer Geist nur dann in mein Reich eingehen, wenn er die Vollkommenheit erreicht hat. Ihr seid ohne Erfahrung aus Mir hervorgegangen, doch werdet ihr mit dem Gewande eurer Verdienste und Tugenden geschmückt zu Mir zurückkehren müssen. (63, 22)

 43. Wahrlich, Ich sage euch, die Geister der Gerechten, die nahe bei Gott wohnen, verdienten sich mit ihren eigenen Werken das Recht, jenen Platz einzunehmen – nicht, weil Ich ihnen diesen gegeben habe. Ich wies ihnen nur den Weg und zeigte ihnen am Ende desselben eine hohe Belohnung.

 44. Gesegnet seien, die zu Mir sagen: "Herr, Du bist der Weg, das Licht, das ihn erhellt, und die Kraft für den Wan­derer. Du bist die Stimme, die die Wegrichtung angibt und uns auf der Lebensreise neu belebt; und Du bist auch die Belohnung für den, der zum Ziele gelangt." – Ja, meine Kinder, Ich bin das Leben und die Auferstehung von den Toten. (63, 74 - 75)

 45. Heute fragt der Vater nicht: Wer ist imstande und bereit, das Menschen­geschlecht mit seinem Blut zu retten? Noch wird Jesus antworten: "Herr, ich bin das Lamm, das bereit ist, mit sei­nem Blut und seiner Liebe den Weg zur Entsühnung der Menschheit zu bahnen."

 46. Auch werde Ich mein "Wort" nicht senden, um in dieser Zeit Mensch zu werden. Dieses Zeitalter ist für euch vorüber und ließ seine Lehre und Erhe­bung in eurem Geist zurück. Jetzt habe Ich eine neue Epoche geistigen Fort­schritts eingeleitet, in welcher ihr die­jenigen sein sollt, die Verdienste er­werben. (80, 8 - 9)

 47. Ich will euch alle glücklich se­hen, in Frieden und im Lichte woh­nend, damit ihr nach und nach alles besitzt – nicht nur durch meine Liebe, sondern auch durch eure Verdienste; denn dann werden eure Genugtuung und euer Glück vollkommen sein. (245, 34)

 48. Ich kam, euch die Schönheit ei­nes höheren Lebens als das menschli­che zu zeigen, euch zu hohen Werken zu inspirieren, euch das Wort zu leh­ren, das Liebe erweckt, euch das nie gekannte Glück zu verheißen, das je­nen Geist erwartet, der den Berg des Opfers, des Glaubens und der Liebe zu ersteigen vermochte.

 49. All dies sollt ihr in meiner Un­terweisung erkennen, damit ihr endlich begreift, dass es eure guten Werke sind, die euren Geist der wahren Glückseligkeit näher bringen werden. (287, 48 - 49)

 50. Wenn ihr, um von einem Konti­nent der Erde zu einem andern zu rei­sen, viele hohe und niedrige Berge, Meere, Völker, Städte und Länder durchqueren müsst, bis ihr das Ziel eurer Reise erreicht, so bedenkt, dass ihr, um zu jenem Gelobten Land zu gelangen, gleichfalls lange reisen müsst, damit ihr auf der langen Reise Erfahrung, Erkenntnis, Entfaltung und Entwicklung des Geistes erlangt. Dies wird die Frucht des Lebensbaumes sein die ihr schließlich genießen werdet, nachdem ihr viel gekämpft und geweint habt, um sie zu erreichen. (287, 16)

 51. Ihr seid Kinder des Vaters des Lichtes; doch wenn ihr aufgrund eurer Schwachheit in die Finsternis eines Lebens voller Mühen, Irrtümer und Tränen geraten seid, so werden diese Leiden vorübergehen, weil ihr euch auf meinen Ruf hin erheben werdet, wenn Ich euch rufe und euch sage: "Hier bin Ich und erhelle eure Welt und lade euch dazu ein, den Berg zu ersteigen, auf dessen Gipfel ihr den ganzen Frie­den, jenes Glück und jenen Reichtum finden werdet, den ihr auf Erden ver­geblich ansammeln wolltet." (308, 5)

52. Jede Welt, jede Daseinsebene wurde geschaffen, damit die Geistwe­sen sich auf ihr entwickeln und einen Schritt auf ihren Schöpfer zu tun und so immer weiter auf dem Wege der Vervollkommnung vorankommend Gelegenheit haben, fleckenlos, rein und wohlgestaltet ans Ziel ihres Reisewe­ges zu gelangen, auf den Gipfel der geistigen Vollkommenheit, was eben gerade das Wohnen im Reiche Gottes ist.

 53. Wem erscheint es unmöglich, schließlich "im Schoße Gottes" zu wohnen? Ach ihr armseligen Verstan­desmenschen, die ihr nicht wirklich nachzudenken versteht! Habt ihr schon vergessen, dass ihr aus meinem Schoße ins Dasein tratet, das heißt, dass ihr bereits zuvor in ihm existiert habt? Es ist doch nichts Seltsames daran, dass alles, was dem Quell des Lebens ent­sprang, zu seiner Zeit zu ihm zurück­kehrt.

 54. Jeder Geist war, als er aus Mir ins Leben trat, jungfräulich rein; doch hernach befleckten sich viele auf ihrem Wege. Dennoch – da alles von Mir in weiser, liebevoller und auf Gerechtig­keit bedachter Weise vorausgesehen wurde, ging Ich unverzüglich daran, auf dem Wege, den meine Kinder durchlaufen mussten, alle notwendigen Mittel für ihre Rettung und Erneuerung bereitzustellen.

 55. Auch wenn jene geistige Jung­fräulichkeit von vielen Wesen ge­schändet wurde, wird der Tag kommen, an dem sie sich von all ihren Verfeh­lungen läutern und dadurch ihre ur­sprüngliche Reinheit zurückgewinnen. Die Läuterung wird in meinen Augen sehr verdienstvoll sein, denn der Geist wird sie durch große und fortwährende Prüfungen seines Glaubens, seiner Liebe, seiner Treue und seiner Geduld errungen haben.

 56. Ihr alle werdet auf dem Weg der Arbeit, des Kampfes und des Schmer­zes zum Reich des Lichtes zurückkeh­ren, wo ihr es nicht mehr nötig habt, in einen menschlichen Körper zu inkar­nieren, noch in einer Welt aus Materie zu leben; denn dann wird euch euer geistiges Wirkungsvermögen bereits befähigen, euren Einfluss und euer Licht von einer Daseinsebene zur an­dern zu senden und fühlbar zu machen. (313, 21 - 24)


Die mächtigste Kraft zur Erlösung

 57. Seht, hier ist der Weg, geht auf ihm, und ihr werdet euch retten. Wahr­lich, Ich sage euch, es ist nicht nötig, Mich in dieser Zeit gehört zu haben, um das Heil zu erlangen. Jeder, der im Leben mein göttliches Gesetz der Liebe ausübt und jene am Schöpfer inspirierte Liebe in Nächstenliebe verwandelt, ist gerettet. Er gibt Zeugnis von Mir in seinem Leben und in seinen Werken. (63, 49)

 58. Wenn die Sonne auf die ganze Natur und auf alle Wesen Lebenslicht ausstrahlt, und wenn auch die Sterne Licht auf die Erde ausstrahlen, - warum sollte dann nicht der Göttliche Geist Licht auf den Geist des Menschen ausstrahlen?

 59. Jetzt sage Ich euch: Menschen, geht in euch, lasst das Licht der Ge­rechtigkeit, das seinen Ursprung in der Liebe hat, sich auf der Welt verbreiten. Lasst euch durch meine Wahrheit da­von überzeugen, dass ihr ohne wirkli­che Liebe eure Rettung nicht erlangen werdet. (89, 34 - 35)

 60. Mein Licht ist für alle meine Kinder; nicht nur für euch, die ihr diese Welt bewohnt, sondern für all die Geistwesen, die auf unterschiedlichen Daseinsebenen leben. Sie alle werden befreit und zum ewigen Leben aufer­standen sein, wenn sie mit ihren Wer­ken der Liebe an ihren Geschwistern mein göttliches Gebot erfüllen, das von euch fordert, dass ihr euch untereinan­der liebt. (65, 22)

 61. Geliebtes Volk, dies ist der "Dritte Tag", an dem Ich mein Wort unter den "Toten" zu neuem Leben erwecke. Dies ist die "Dritte Zeit", in der Ich vor der Welt in geistiger Weise erscheine, um ihr zu sagen: "Hier ist derselbe Christus, den ihr am Kreuze sterben saht, und Er spricht derzeit zu euch, denn Er lebt und wird leben und wird immer sein."

 62. Dagegen sehe Ich, dass die Men­schen ein hinsichtlich des Glaubens, der Liebe und des Lichtes totes Herz im Leibe haben, obwohl sie in ihren Religionsgemeinschaften behaupten, die Wahrheit zu verkünden. Sie mei­nen, dass sie ihre Rettung gesichert haben, wenn sie in ihren Kirchen beten und an ihren Riten teilnehmen. Doch Ich sage euch, die Welt muss erfahren, dass die Erlösung des Geistes nur durch die Vollbringung von Werken der Liebe und Barmherzigkeit erlangt wird.

 63. Die Versammlungsstätten sind nur eine Schule. Die Kirchen sollen sich nicht nur darauf beschränken, das Gesetz zu erklären, sondern sie sollen dafür sorgen, dass die Welt versteht, dass das Leben ein Weg ist, auf dem man das zur Anwendung bringen muss, was man vom göttlichen Gesetz gelernt hat, indem man meine Lehre der Liebe ausübt. (152, 50 - 52)

 64. Christus wurde Mensch, um vor der Welt die Göttliche Liebe zu offen­baren. Aber die Menschen haben harte Herzen und einen besserwisserischen Verstand, sie vergessen bald eine emp­fangene Lehre und legen sie falsch aus. Ich wusste, dass die Menschen nach und nach Gerechtigkeit und Liebe mit Rache und Strafe verwechseln würden. Deshalb kündigte Ich euch eine Zeit an, in der Ich geistig zur Welt zurückkeh­ren würde, um den Menschen die Leh­ren zu erklären, die sie nicht verstanden hatten.

 65. Jene verheißene Zeit ist diese, in der ihr lebt, und Ich habe euch meine Unterweisung gegeben, damit meine Gerechtigkeit und göttliche Weisheit als eine vollkommene Lehre der erha­benen Liebe eures Gottes offenbart wird. Meint ihr, dass Ich gekommen bin, weil Ich fürchte, dass die Men­schen schließlich die Werke ihres Herrn oder sogar das Leben selbst vernichten werden? Nein, Ich komme nur aus Liebe zu meinen Kindern, die ich voll Licht und Frieden sehen möchte.

 66. Ist es nicht recht und billig, dass auch ihr nur aus Liebe zu Mir kommt? Doch nicht aus Liebe zu euch selbst, sondern in der Liebe zum Vater und zu euren Mitmenschen. Meint ihr, dass sich jener an der Göttlichen Liebe inspiriert, der nur aus Furcht vor Höl­lenqualen die Sünde meidet, oder jener, der gute Werke nur im Gedanken an die Belohnung tut, die er damit erlan­gen kann, nämlich einen Platz in der Ewigkeit zu gewinnen? Wer so denkt, kennt Mich nicht, noch kommt er aus Liebe zu Mir. Er handelt nur aus Liebe zu sich selbst. (164, 35 - 37)

 67. Mein ganzes Gesetz ist in zwei Geboten zusammengefasst: der Liebe zu Gott und der Liebe zum Nächsten. Dies ist der Weg. (243, 4)


Rettung und Erlösung für jeden Geist

 68. Jetzt komme Ich nicht, um kör­perlich Tote zu erwecken, wie Ich es mit Lazarus in der "Zweiten Zeit" tat. Heute kommt mein Licht, den Geist zu erwecken, der Mir gehört. Und dieser wird sich durch die Wahrheit meines Wortes zum ewigen Leben erheben; denn euer Geist ist der Lazarus, den ihr derzeit in eurem Wesen tragt und den Ich von den Toten auferwecken und heilen werde. (17, 52)

 69. Auch das geistige Leben wird von Gesetzen regiert, und wenn ihr euch von ihnen entfernt, fühlt ihr sehr bald die schmerzlichen Folgen jenes Ungehorsams.

 70. Erkennt, wie groß mein Verlan­gen ist, euch zu retten. Heute wie da­mals werde Ich das Kreuz auf Mich nehmen, um euch zum wahren Leben zu erheben.

 71. Wenn Mein auf Golgatha vergos­senes Blut das Herz der Menschen erschütterte und sie zu meiner Lehre bekehrte, so wird es in dieser Zeit mein göttliches Licht sein, das den Geist und die Seele erbeben lässt, um euch auf den wahren Weg zurückzu­bringen.

 72. Ich will, dass die, die für das Le­ben der Gnade tot sind, ewiglich leben. Ich will nicht, dass euer Geist in der Finsternis wohnt. (69, 9 - 10)

 73. Erkennt, wie viele eurer Mitmen­schen inmitten ihres abgöttischen Trei­bens das Kommen des Messias erwar­ten. Bedenkt, wie viele in ihrer Unwis­senheit meinen, dass Ich nur kommen werde, um mein Gericht über die Bö­sen abzuhalten, die Guten zu retten und die Welt zu zerstören, ohne zu wissen, dass Ich unter den Menschen als Vater, als Meister, als Bruder oder Freund bin, voll Liebe und Demut, und meine helfende Hand ausstrecke, um alle zu retten, zu segnen und ihnen zu verge­ben. (170, 23)

 74. Niemand ist durch Zufall geboren worden, und wenn jemand sich für noch so unbedeutend, unfähig und armselig hält, so ist er doch durch die Gnade des Höchsten Wesens geschaf­fen worden, welches ihn ebenso liebt wie die Wesen, die er für höhere hält, und er hat eine Bestimmung, die ihn wie alle zum Schoße Gottes führen wird.

 75. Seht ihr jene Menschen, die als Ausgestoßene auf den Straßen dahin­ziehen und Laster und Elend mit sich schleppen, ohne zu wissen, wer sie sind und wohin sie gehen? Wisst ihr von den Menschen, die noch immer in Wäldern leben, von Raubtieren umlau­ert? Niemand ist von meiner Vaterliebe vergessen, alle haben sie eine Aufgabe zu erfüllen, alle besitzen sie den Keim zur Entwicklung und sind auf dem Wege, auf dem die Verdienste, die An­strengung und der Kampf den Geist Stufe um Stufe zu Mir bringen werden.

 76. Wo ist jemand, der – wenn auch nur für einen einzigen Augenblick – meinen Frieden nicht ersehnt hat und sich nicht wünschte, vom irdischen Leben befreit zu sein? Jeder Geist hat Heimweh nach der Welt, die er zuvor bewohnte, nach dem Heim, in welchem er geboren wurde. Jene Welt erwartet alle meine Kinder und lädt sie ein, sich des ewigen Lebens zu erfreuen, das manche ersehnen, während andere nur den Tod erwarten, um dann aufzuhören zu sein, weil sie einen verwirrten Geist haben und ohne Hoffnung und ohne Glauben leben. Was könnte diese We­sen dazu bewegen, für ihre Erneuerung zu kämpfen? Was könnte in ihnen die Sehnsucht nach Ewigkeit erwecken? Sie erwarten nur das Nicht-Mehr-Sein, das Schweigen und das Ende.

 77. Doch das "Licht der Welt" ist zu­rückgekehrt, "der Weg und die Wahr­heit", um euch durch seine Vergebung zum Leben auferstehen zu lassen, um euer müdes Angesicht zu liebkosen, euer Herz zu trösten und zu bewirken, dass der, der sich nicht für wert hielt zu existieren, meine Stimme vernimmt, die ihm sagt: Ich liebe dich, komm zu Mir! (80, 54 - 57)

 78. Der Mensch mag fallen und sich ins Dunkel stürzen und sich daher von Mir ferne fühlen; er mag glauben, dass wenn er stirbt, alles für ihn zu Ende sei. Für Mich dagegen stirbt niemand, nie­mand geht verloren.

 79. Wie viele gibt es, die auf der Welt für verkommene Wesen gehalten wurden und die heute voller Licht sind! Wie viele, die als Spur die Schandfle­cken ihrer Sünden, ihrer Laster und Verbrechen hinterlassen haben, haben bereits ihre Läuterung erreicht! (287, 9 - 10)

 80. Zwar beflecken viele ihren Geist; doch verurteilt sie nicht, denn sie wis­sen nicht, was sie tun. Auch sie werde Ich retten, ungeachtet dessen, dass sie Mich derzeit vergessen haben, oder Mich durch die falschen Götter ersetzt haben, die sie auf der Welt schufen. Auch sie werde Ich in mein Reich bringen, selbst wenn sie jetzt – weil sie den falschen Propheten folgen – den gütigen Christus vergessen haben, welcher für sie sein Leben hingab, um sie seine Lehre der Liebe zu lehren.

 81. Für den Vater ist niemand "böse", niemand kann es sein, da sein Ursprung in Mir ist. Verirrte, Blinde, Gewalttä­tige, Rebellen – so sind viele meiner Kinder aufgrund ihres freien Willens geworden, mit dem sie ausgestattet wurden. Doch in allen wird es licht werden, und Meine Barmherzigkeit wird sie auf den Weg zu ihrer Erlösung führen. (54, 45 - 46)

 82. Ihr alle seid mein Same, und der Meister erntet ihn. Wenn unter den guten Samen der Unkrautsame gelangt, nehme Ich auch ihn liebevoll in meine Hände, um ihn in goldenen Weizen umzuwandeln.

 83. Ich sehe in den Herzen den Sa­men des Unkrauts, des Morastes, des Verbrechens, des Hasses, und dennoch ernte und liebe Ich euch. Ich liebkose und reinige diesen Samen, bis er wie Weizen in der Sonne glänzt.

 84. Meint ihr, dass die Macht meiner Liebe nicht fähig ist, euch zu erlösen? Ich werde euch, nachdem Ich euch gesäubert habe, in meinen Garten säen, wo ihr neue Blüten und neue Früchte tragen werdet. Zu meiner göttlichen Aufgabe gehört es, euch meiner würdig zu machen. (256, 19 - 21)

 85. Wie könnte für Mich ein Geist unwiederbringlich verloren gehen, wo er doch einen Funken meines Lichtes in sich trägt, welcher niemals erlischt, und Ich auf allen Wegen bei ihm bin? So lange auch seine Widersetzlichkeit andauern oder seine Verwirrung an­halten mag – niemals werden diese dunklen Kräfte meiner Ewigkeit stand­halten. (255, 60)

 86. Für Mich ist es ebenso verdienst­voll, wenn ein mit der Spur schwerster Verfehlungen beflecktes Wesen von einem hohen Ideal inspiriert sich läu­tert, als wenn ein Wesen, das standhaft rein geblieben ist, bis zuletzt darum ringt, sich nicht zu beflecken, weil es von Anbeginn das Licht liebte.

 87. Wie ferne der Wahrheit wandeln jene, die meinen, dass die verwirrten Geister eine andere Beschaffenheit haben als die Geister des Lichtes!

 88. Ungerecht wäre der Vater, wenn dies wahr wäre, wie Er auch nicht mehr der Allmächtige wäre, wenn es Ihm an der Weisheit und Liebe mangelte, um die Befleckten, die Unreinen, die Un­vollkommenen zu retten, und Er sie nicht mit allen Gerechten in ein- und derselben Heimstatt vereinen könnte. (295, 15 - 17)

 89. Wahrlich, Ich sage euch, selbst jene Wesen, die ihr Versucher oder Dämonen nennt, sind nur verwirrte oder unvollkommene Wesen, derer sich der Vater weise bedient, um seine ho­hen Ratschlüsse und Pläne durchzufüh­ren.

 90. Aber diese Wesen, deren Geister heute von Finsternis umfangen sind, und von denen viele einen schlechten Gebrauch der Fähigkeiten gemacht haben, die Ich ihnen gewährt habe, werden – wenn die Zeit dazu für sie gekommen ist – von Mir gerettet wer­den.

 91. Denn der Augenblick wird kom­men, o Israel, da alle Geschöpfe des Herrn Mich ewig rühmen werden. Ich wäre nicht mehr Gott, wenn Ich mit meiner Macht, meiner Weisheit und meiner Liebe einen Geist nicht erretten könnte. (302, 31)

 92. Wann haben die Eltern auf Erden nur die guten Kinder geliebt und die Bösen verabscheut? Wie oft habe Ich sie am liebevollsten und sorgsamsten gerade denen gegenüber gesehen, die sie am meisten verletzen und leiden lassen! Wie sollte es möglich sein, dass ihr größere Werke der Liebe und Ver­gebung tun könntet, als es die meinen sind? Wann hat man schon einmal erlebt, dass der Meister von den Jün­gern lernen muss?

 93. Wisset also, dass Ich niemanden meiner für unwürdig halte, und dass der Weg zum Heil euch daher ewiglich einlädt, ihn zu beschreiten, ebenso wie die Tore meines Reiches, welche das Licht, der Friede und das Gute sind, für immer offen stehen in Erwartung der Ankunft derer, die dem Gesetze und der Wahrheit ferne standen. (356, 18 - 19)


Die herrliche Zukunft der Kinder Gottes

 94. Ich werde nicht zulassen, dass ein einziges meiner Kinder sich verirrt oder gar verloren geht. Die Schmarot­zerpflanzen verwandle Ich in frucht­bringende, denn alle Geschöpfe wurden ins Dasein gerufen, um ein Ziel der Vollkommenheit zu erreichen.

 95. Ich will, dass ihr euch mit Mir an meinem Werke erfreut. Schon früher habe Ich euch an meinen Eigenschaften teilhaben lassen, weil ihr ein Teil von Mir seid. Da alles Mir gehört, mache Ich auch euch zu Eigentümern meines Werkes. (9, 17 - 18)

 96. Zweifelt nicht an meinem Worte. In der "Ersten Zeit" erfüllte Ich euch meine Verheißung, Israel aus der Knechtschaft Ägyptens – welche Ab­götterei und Finsternis bedeutete – zu befreien, um euch nach Kanaan zu führen, dem Land der Freiheit und der Verehrung des lebendigen Gottes. Dort wurde euch mein Kommen als Mensch angekündigt, und die Prophetie wurde Wort für Wort in Christus erfüllt.

 97. Ich, jener Meister, der in Jesus wohnte und euch in ihm liebte, ver­sprach der Welt, in einer anderen Zeit zu ihr zu sprechen und Mich im Geiste zu offenbaren. Und hier ist die Erfül­lung meiner Verheißung.

 98. Heute kündige Ich euch an, dass Ich für euren Geist wunderbare Regio­nen, Aufenthaltsorte, geistige Heim­stätten reserviert habe, wo ihr die wahre Freiheit finden könnt um zu lieben, das Gute zu tun und mein Licht zu verbreiten. Könnt ihr daran zwei­feln, nachdem Ich euch meine früheren Verheißungen erfüllt habe? (138, 10 - 11)

 99. Mein göttliches Verlangen ist es, euch zu retten und euch in eine Welt des Lichtes, der Schönheiten und der Liebe zu führen, wo ihr aufgrund der Erhebung des Geistes, der Hochherzig­keit der Gefühle, des Ideals der Voll­kommenheit freudig schwingt. Doch erkennt ihr nicht in diesem göttlichen Verlangen meine Vaterliebe? Zweifel­los muss der, der dies nicht so versteht, blind sein. (181, 13)

 100. Bedenkt: Alle Schönheiten die­ser Welt sind dazu bestimmt, zu ver­schwinden, um irgendeinmal anderen Platz zu machen. Doch euer Geist wird weiterhin ewig leben und den Vater in all seiner Herrlichkeit schauen – den Vater, aus dessen Schoße ihr stammt. Alles Geschaffene muss zu dem Ort zurückkehren, von dem es ausging. (147, 9)

 101. Ich bin das ewige Licht, der ewige Friede und die ewige Seligkeit, und da ihr meine Kinder seid, ist es mein Wille und meine Pflicht, euch zu Teilhabern an meiner Herrlichkeit zu machen; und dafür lehre Ich euch das Gesetz als den Weg, der den Geist in die Höhen jenes Reiches leitet. (263, 36)

 102. Seid euch immer bewusst, dass der Geist, welcher die hohen Grade der Güte, der Weisheit, der Reinheit und der Liebe erreicht, über der Zeit, dem Schmerz und den Entfernungen steht. Er ist nicht darauf beschränkt, an einem Ort zu wohnen, er vermag überall zu sein und kann allerorten eine höchste Wonne daran finden, zu existieren, zu fühlen, zu wissen, zu lieben und sich geliebt zu wissen. Dies ist der Himmel des Geistes. (146,70-71)