Kap. 32 Inkarnation, Natur und Aufgabe des Menschen
     Die Inkarnation auf Erden
     Richtige Bewertung des Körpers und seine Führung durch den Geist
     Die Bedeutung/Aufgabe von Seele, Geist und Gewissen im Menschen
     Der Tempel Gottes im Menschen

Kap. 33 Mann und Frau, Eltern und Kinder, Ehe und Familie
     Die Beziehung zwischen Mann und Frau
     Die Beschaffenheit und Aufgabe des Mannes
     Die Frau, Gattin und Mutter
     Die Erziehung der Kinder und  Jugendlichen
     Ein Wort an die Kinder und Jungfrauen
     Ehe und Familie

Kap. 34 Willensfreiheit und Gewissen
     Die Bedeutung des Gewissens und der Willensfreiheit
     Der Missbrauch der Willensfreiheit
     Die notwendige Befolgung der Gewissensimpulse
     Der Kampf zwischen Willensfreiheit und Gewissen
     Schärfung des Gewissens durch das neue Gotteswort

Kap. 35 Die Macht der Gedanken, Gefühle und des Willens
     Das Senden und Empfangen von  Gedanken und deren Wirkungen
     Die Kraft der Gefühle, Wünsche oder Befürchtungen
     Der Mangel an Selbstüberwindung

VIII DER MENSCH

Kapitel 32 - Inkarnation, Natur und Aufgabe des Menschen

Die Inkarnation auf Erden

 1. Ihr weint, wenn einer der Euren ins "Geistige Tal" abscheidet, statt dass ihr euch voll Frieden fühlt, weil ihr be­greift, dass jener sich seinem Herrn einen weiteren Schritt nähert. Dagegen feiert ihr ein Fest, wenn ein neues We­sen in euer Heim kommt, ohne in die­ser Stunde daran zu denken, dass jenes Geistwesen ins Fleisch gekommen ist, um in diesem Tränental eine Sühne zu erfüllen; dann solltet ihr um es weinen. (52, 58)

 2. Ihr zeugt Kinder eures Fleisches, doch Ich bin es, der die Geistwesen auf die Familien, Volksstämme, Nationen und Welten verteilt, und in dieser für die Menschen unzugänglichen Gerech­tigkeit offenbart sich meine Liebe. (67, 26)

 3. Ihr lebt in der Gegenwart und wisst nicht, was Ich für eure Zukunft bestimmt habe. Ich bereite große Legi­onen von Geistwesen vor, die auf der Erde wohnen werden und eine schwie­rige Mission mitbringen; und ihr müsst wissen, dass viele von euch die Eltern jener Geschöpfe sein werden, in denen meine Boten inkarniert werden. Eure Pflicht ist es, euch innerlich zu berei­ten, damit ihr sie zu empfangen und zu leiten versteht. (128, 8)

 4. Ich möchte zu euch über viele geistige Themen sprechen, aber ihr könnt sie noch nicht verstehen. Wenn Ich euch offenbaren würde, zu welcher Art von Behausungen ihr schon auf die Erde herabgekommen seid, könntet ihr nicht begreifen, wie ihr an solchen Orten gelebt habt.

 5. Heute könnt ihr verneinen, dass ihr das "Geistige Tal" kennt, weil eurem Geist, solange er inkarniert ist, seine Vergangenheit unzugänglich ist, damit er nicht eitel wird noch niedergedrückt, noch angesichts seines neuen Daseins verzweifelt, in welchem er wie in ei­nem neuen Leben von vorn beginnen muss.

 6. Auch wenn ihr es wolltet, könntet ihr euch nicht erinnern. Ich gestatte euch nur, dass ihr eine Ahnung oder eine Intuition von dem bewahrt, was Ich euch hier offenbare, damit ihr im Lebenskampfe ausharrt und die Prü­fungen bereitwillig ertragt.

 7. Ihr könnt an allem zweifeln, was Ich euch sage, doch wahrlich, jene Geisterwelt war wirklich eure Heimat, solange ihr Geistwesen wart. Ihr wart Bewohner jener Heimstatt, in der ihr kein Leid kanntet, in der ihr die Herr­lichkeit des Vaters in eurem Wesen fühltet, da in ihm kein Makel war.

 8. Doch ihr hattet keine Verdienste, und so war es nötig, dass ihr jenen Himmel verlassen und zur Welt herab­kommen musstet, damit euer Geist durch seine Anstrengung jenes Reich zurückgewinnen würde.

 9. Doch ihr seid immer mehr moralisch gesunken, bis ihr euch dem Göttlichen und Geistigen, eurem Ur­sprung, sehr ferne fühltet. (114, 35 - 36)

 10. Wenn der Geist zur Erde kommt, ist er von den besten Vorsätzen beseelt, sein Dasein dem Vater zu weihen, Ihm in allem zu gefallen, seinen Nächsten nützlich zu sein.

 11. Aber sobald er sich im Körper gefangen sieht, auf tausendfache Weise versucht und auf die Probe gestellt auf seinem Lebensweg, wird er schwach, gibt er den Impulsen des "Fleisches" nach, erliegt er den Versuchungen, wird egoistisch und liebt sich schließ­lich selbst über alles, und nur für Au­genblicke schenkt er dem Gewissen Gehör, wo die Bestimmung und die Gelöbnisse geschrieben stehen.

 12. Mein Wort hilft euch, euch an euren geistigen Bund zu erinnern und die Versuchungen und Hindernisse zu besiegen.

 13. Niemand kann sagen, dass er niemals von dem von Mir vorgezeich­neten Wege abgewichen ist. Aber Ich vergebe euch, damit ihr lernt, euren Mitmenschen zu vergeben. (245, 47 - 48)

 14. Eine große geistige Unterweisung ist nötig, damit der Mensch in Einklang mit der Stimme seines Gewissens lebt. Denn obwohl alles von göttlicher Liebe durchdrungen ist, weise geschaffen zum Wohle und zur Beglückung des Menschen, bedeutet die Materie, die ihn auf der Welt umgibt, eine Prüfung für den Geist, von dem Augenblick an, da er eine Welt bewohnt, der er nicht angehört und mit einem Körper verei­nigt, dessen Natur anders ist als die seine.

 15. Darin könnt ihr den Grund dafür sehen, weshalb der Geist seine Ver­gangenheit vergisst. Von dem Augen­blick an, in dem er in ein unbewusstes Geschöpf, das eben geboren wurde, inkarniert und mit ihm verschmilzt, be­ginnt er ein Leben, das mit jenem Kör­per eng verbunden ist.

 16. Vom Geiste bleiben nur zwei Ei­genschaften gegenwärtig: das Gewis­sen und die Intuition; aber die Persön­lichkeit, die vollbrachten Werke und die Ver­gangenheit bleiben eine Zeit­lang ver­borgen. So ist es vom Vater vor­gesehen.

 17. Was würde aus dem Geist, der aus dem Lichte einer hohen Heimat gekommen ist, um unter den elenden Umständen dieser Welt zu leben, wenn er sich an seine Vergangenheit erinnern würde? Und welche Eitelkeiten würde es unter den Menschen geben, wenn ihnen die Größe offenbart würde, die in einem anderen Leben in ihrem Geist existierte? (257, 18 - 19)

Die richtige Bewertung des Körpers und seine Führung durch den Geist

 18. Ich sage euch nicht nur, dass ihr euren Geist reinigen sollt, sondern auch, dass ihr euren Körper kräftigen sollt, damit die neuen Generationen, die aus euch hervorgehen, gesund sind, und ihre Geister ihren schwierigen Auftrag erfüllen können. (51, 59)

 19. Achtet auf die Gesundheit eures Körpers, sorgt für seine Erhaltung und Lebenskraft. Meine Lehre rät euch, liebevolle Fürsorge für euren Geist und für euren Körper zu haben, denn beide ergänzen sich und benötigen einander bei der schwierigen geistigen Auftrags­erfüllung, die ihnen anvertraut ist. (92, 75)

 20. Messt eurem Körper nicht mehr Bedeutung bei, als er in Wirklichkeit hat, und lasst auch nicht zu, dass er den Platz einnimmt, der nur eurem Geist zukommt.

 21. Begreift, dass die Körperhülle nur das Werkzeug ist, das ihr benötigt, damit sich der Geist auf Erden kundtun kann. (62, 22 - 23)

 22. Seht, wie diese Lehre eurem Geist förderlich ist; denn während die Körpermaterie sich mit jedem Tag, der vergeht, ein wenig mehr dem Schoß der Erde nähert, nähert sich der Geist dagegen immer mehr der Ewigkeit.

 23. Der Körper ist der Stützpunkt, auf dem der Geist ruht, solange er auf Erden wohnt. Warum zulassen, dass er zu einer Kette wird, die fesselt, oder zu einem Kerker, der gefangen hält? Wes­halb zulassen, dass er das Steuer eures Lebens ist? Ist es etwa richtig, dass ein Blinder den führt, dessen Augen se­hen? (126, 15 - 16)

 24. Diese Unterweisung ist schlicht wie alles Reine, Göttliche, und daher leicht zu verstehen. Doch manchmal wird es euch schwierig erscheinen, sie in die Tat umzusetzen. Die Bemühun­gen eures Geistes erfordern Anstren­gung, Ver­zichtleistung oder Opfer von Seiten eures Körpers, und wenn es euch an Erziehung oder geistiger Dis­ziplin mangelt, habt ihr zu leiden.

 25. Seit Anbeginn der Zeiten hat es den Kampf zwischen dem Geist und dem "Fleisch" [Seele] gegeben bei dem Versuch, zu verstehen, was das Rich­tige, das Erlaubte und Gute ist, um ein Leben zu führen, das dem von Gott gegebenen Gesetz angepasst ist.

 26. In diesem schweren Ringen kommt es euch so vor, als ob eine fremde und übelwollende Macht euch fortwährend dazu verleite, der Schlacht den Rücken zu kehren, und euch ein­lade, von eurer Willensfreiheit Gebrauch zu machen und den Weg des Materialismus fortzusetzen.

 27. Ich sage euch, dass es keine grö­ßere Versuchung gibt als die Schwach­heit eures Körpers: sensibel für alles, was ihn umgibt; schwach genug, um nachzugeben; leicht zu Fall zu bringen und zu verführen. Doch wer die An­triebe, Leidenschaften und Schwächen des Körpers zu beherrschen gelernt hat, hat die Versuchung besiegt, die er in sich selbst trägt. (271, 49 - 50)

 28. Die Erde ist ein Kampfplatz, da gibt es viel zu lernen. Wenn es nicht so wäre, würden euch einige Lebensjahre auf diesem Planeten genügen, und ihr würdet nicht ein ums andere Mal aus­gesandt werden, um aufs neue geboren zu werden. Es gibt keine düsterere und dunklere Grabeshöhle für dem Geist, als sein eigener Körper, wenn diesem Schmutz und Materialismus anhaften.

 29. Mein Wort erhebt euch aus die­sem Grabe und gibt euch hernach Flü­gel, damit ihr euch zu den Regionen des Friedens und geistigen Lichtes aufschwingt. (213, 24 - 25)

Die Bedeutung und Aufgabe von Seele, Geist und Gewissen im Men­schen

 30. Der Körper könnte ohne Geist existieren, allein mittels des beseelten körperlichen Lebens; aber er wäre dann kein menschliches Wesen. Er würde Seele besitzen und ohne Geist sein, aber er könnte sich dann nicht selbst führen, noch wäre er das höchste We­sen, welches das Gesetz durch das Gewissen erkennt, das Gute vom Bö­sen unterscheidet und jede göttliche Offenbarung empfängt. (59, 56)

 31. Das Gewissen soll den Geist er­leuchten, und der Geist soll den Körper (über die Seele) führen. (71, 9)

 32. Während auf der Welt die einen der falschen Größe nachlaufen, sagen andere, dass der Mensch ein unbedeu­tendes Geschöpf vor Gott sei, und es gibt sogar solche, die sich mit dem Wurm des Erdreichs vergleichen. Ge­wiss, euer materieller Körper kann euch inmitten meiner Schöpfung klein erscheinen, aber für Mich ist er es nicht, wegen der Weisheit und der Befähigung, mit der Ich ihn geschaffen habe.

 33. Doch, wie könnt ihr die Größe eures Wesens aufgrund der Maße eures Körpers beurteilen? Spürt ihr in ihm nicht die Gegenwart des Geistes? Er ist größer als euer Körper, sein Dasein ist ewig, sein Weg unendlich, ihr seid nicht imstande, das Ende seiner Ent­wicklung zu erkennen, so wenig wie seinen Ursprung. Ich will euch nicht klein sehen, Ich schuf euch, damit ihr Größe erreicht. Wisst ihr, wann Ich den Menschen als klein betrachte? Wenn er in der Sünde verkommen ist, weil er dann seinen Adel und seine Würde verloren hat.

 34. Schon seit langem haltet ihr euch nicht mehr an Mich, wisst ihr nicht mehr, was ihr in Wirklichkeit seid, weil ihr zugelassen habt, dass in eurem Wesen viele Eigenschaften, Fähigkei­ten und Gaben, die euer Schöpfer in euch legte, untätig schlummern. Ihr schlaft bezüglich des Geistes und des Gewissens, und gerade in deren geisti­gen Eigenschaften liegt die wahre Größe des Menschen. Ihr lebt wie die Wesen, die von dieser Welt sind, weil sie in ihr entstehen und sterben. (85, 56 - 57)

 35. Mit meinem Liebeswort beweise Ich euch den Wert, den euer Geist für Mich hat. Es gibt nichts in der mate­riellen Schöpfung, das größer ist als euer Geist – weder das Königsgestirn mit seinem Lichte, noch die Erde mit all ihren Wundern, noch irgendetwas anderes Geschaffenes ist größer als der Geist, den Ich euch gegeben habe, denn er ist ein göttliches Partikel, ist eine Flamme, die aus dem Göttlichen Geiste hervor­gegangen ist.

 36. Außer Gott besitzen nur die Geister geistige Intelligenz, Bewusst­sein, Wille und Willensfreiheit.

 37. Über den Instinkt und die Nei­gungen des "Fleisches" [Seele] erhebt sich ein Licht, welches euer Geist ist, und über dieses Licht ein Führer, ein Lehrbuch und ein Richter, welcher das Gewissen ist. (86, 68)

 38. Die Menschheit sagt Mir in ihrem Materialismus: "Gibt es das Reich des Geistes überhaupt?" Doch Ich antworte euch: O ihr Ungläubigen, ihr seid der Thomas der "Dritten Zeit". Gefühle des Mitleids und Erbarmens, der Zärtlich­keit, Güte und Hochherzigkeit sind keine Eigenschaften des Körpers, so wenig wie es die Gnadengaben sind, die ihr verborgen in euch tragt. All jene Gefühle, die euch in Herz und Verstand geprägt sind, all jene Fähigkeiten gehö­ren dem Geiste an, und ihr dürft ihn nicht verleugnen. Das "Fleisch" ist nur ein begrenztes Werkzeug, doch der Geist ist dies nicht: er ist groß, weil er ein Atom Gottes ist.

 39. Sucht den Sitz eures Geistes im Kern eures Wesens und die große Weisheit in der Herrlichkeit der Liebe. (147, 21 - 22)

 40. Wahrlich, Ich sage euch, von den frühesten Tagen der Menschheit an besaß der Mensch das intuitive Wissen, ein geistiges Wesen in sich zu tragen – eine Wesenheit, die, obwohl sie un­sichtbar war, sich bei den verschiede­nen Werken seines Lebens offenbarte.

 41. Euer Herr hat euch von Zeit zu Zeit die Existenz des Geistes offenbart, seine Wesensnatur und sein verborge­nes Sein. Denn obschon ihr ihn in euch tragt, ist der Schleier, in den euch eure Vermaterialisierung hüllt, so dicht, dass ihr nicht zu erkennen vermögt, was das Edelste und Reinste in eurem Wesen ist.

 42. Viele Wahrheiten hat der Mensch zu leugnen gewagt. Dennoch – der Glaube an die Existenz seines Geistes gehörte nicht zu dem, was er am meis­ten bekämpft hat, weil der Mensch gefühlt und schließlich begriffen hat, dass die Leugnung seines Geistes das­selbe wäre wie sich selbst zu leugnen.

 43. Als der menschliche Körper auf­grund seiner Leidenschaften, seiner Laster und seines Sinnengenusses ent­artete, wurde er zu einer Kette, zu einer dunklen Augenbinde, zu einem Ge­fängnis und einem Hindernis für die Entfaltung des Geistes. Trotzdem hat dem Menschen in seinen Stunden der Prüfung nie ein Funken inneren Lichtes gefehlt, das ihm zu Hilfe käme.

 44. Wahrlich, Ich sage euch, der höchste und reinste Ausdruck des Geistes ist das Gewissen, jenes innere Licht, das den Menschen unter allen Geschöpfen, die ihn umgeben, das erste, das höchste, das größte und edelste sein lässt. (170, 56 - 60)

 45. Ich sage allem Volk, dass der höchste und schönste Titel, den der Mensch besitzt, der ist, ein "Kind Got­tes " zu sein, wenngleich es nötig ist, ihn zu verdienen.

 46. Der Sinn des Gesetzes und der Unterweisungen ist es, euch die Kennt­nis meiner Wahrheit zu offenbaren, damit ihr zu würdigen Kindern jenes Göttlichen Vaters werden könnt, wel­cher die höchste Vollkommenheit ist. (267, 53)

 47. Ihr wisst, dass ihr "Mir zum Bilde und Gleichnis" geschaffen wurdet; doch wenn ihr es sagt, denkt ihr an eure menschliche Gestalt. Ich sage euch, nicht dort ist mein Ebenbild, sondern in eurem Geist, welcher – um Mir ähnlich zu werden – sich vervollkommnen muss, indem er die Tugenden ausübt.

 48. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, bin die Gerechtigkeit und das Gute, und dies alles entstammt der Göttlichen Liebe. Versteht ihr nun, wie ihr sein müsstet, damit ihr "Mir zum Bilde und Gleichnis" wäret? (31, 51 - 52)

 49. Ihr habt einen Abglanz des Gött­lichen in euch, Ich bin wirklich in euch. Die Intelligenz, der Wille, die Fähig­keiten, Sinne und Tugenden, die ihr besitzt, zeugen von der höheren We­sensnatur, der ihr angehört, und sind ein lebendiges Zeugnis des Vaters, aus dem ihr hervorginget.

 50. Zuweilen befleckt und schändet ihr durch Ungehorsam und Sünde das Ebenbild, das ihr von Mir in eurem Wesen tragt. Dann gleicht ihr Mir nicht; denn es genügt nicht, einen menschlichen Körper und einen Geist zu haben, um ein Ebenbild des Schöp­fers zu sein. Die wahre Ähnlichkeit mit Mir besteht in eurem Licht und in eurer Liebe für alle eure Nächsten. (225, 23 - 24)

 51. Ich schuf euch "Mir zum Bilde und Gleichnis", und da Ich zugleich Drei und Eins bin, existiert in euch gleichfalls diese Trinität.

 52. Euer materieller Körper reprä­sentiert die Schöpfung aufgrund seiner vollkommenen Gestaltung und Harmo­nie. Euer inkarnierter Geist ist ein Ab­bild des "Wortes", das Mensch wurde, um auf der Welt der Menschen eine Liebesspur zu hinterlassen; und euer Gewissen ist ein strahlender Funke vom Göttlichen Lichte des Heiligen Geistes. (220, 11 - 12)

 53. Welches Verdienst hätte euer Geist, wenn er innerhalb eines Körpers ohne Willen und ohne eigene Neigun­gen wirken würde? Der Kampf des Geistes mit seiner Körperhülle [Seele] ist der von Macht gegen Macht. Da findet er den Prüfstein, an dem er seine Überlegenheit und seine Geistesgröße beweisen muss. Es ist die Prüfung, in welcher der Geist oft für einen Augen­blick den Versuchungen erlegen ist, in die die Welt ihn durch das "Fleisch" bringt. So groß ist die Gewalt, die diese (Versuchungen) auf den Geist ausüben, dass ihr schließlich den Eindruck hat­tet, dass eine übernatürliche und bösar­tige Macht euch ins Verderben riss und euch in den Leidenschaften zugrunde richtete.

 54. Wie groß ist die Verantwortung des Geistes vor Gott! Das Fleisch hat diese Verantwortung nicht übernom­men. Seht, wie es für immer in der Erde ruht, wenn der Tod kommt. Wann werdet ihr Verdienste erwerben, damit euer Geist würdig wird, vollkomme­nere Heimstätten zu bewohnen als diese, in der ihr lebt?

 55. Die Welt bietet euch Kronen an, die nur von Eitelkeit, von Stolz und falscher Größe zeugen. Dem Geist, der über diese Eitelkeiten hinwegzuschrei­ten versteht, ist im Jenseits eine andere Krone vorbehalten, jene meiner Weis­heit. (53, 9 - 11)

 56. Das Leben soll sich mehr in dem Geist als im Körper offenbaren. Wie viele haben schon auf dieser Welt ge­lebt; doch wie wenige haben geistig gelebt, haben die Gnade zum Ausdruck gebracht, die in jedem Menschenwesen existiert, in jenem Göttlichen Funken, den der Schöpfer in den Menschen legte.

 57. Wenn die Menschen die Hell­sichtigkeit in ihrem Geiste zu bewahren vermöchten, könnten sie durch sie ihre Vergangenheit, ihre Gegenwart und ihre Zukunft schauen.

 58. Der Geist gleicht meinem Buche der göttlichen Weisheit. Wie vieles enthält er! Fort und fort hat er euch etwas zu enthüllen - manchmal so tiefe Offen­barungen, dass sie für euch unbe­greiflich sind.

 59. Jener Lichtfunke, der in jedem Menschenwesen vorhanden ist, ist das Band, das den Menschen mit dem Geistigen verbindet, ist das, was ihn in Kontakt mit dem Jenseits und mit sei­nem Vater bringt. (201, 37 - 40)

 60. Ach, wenn doch eure materielle Natur das aufnehmen könnte, was euer Geist durch seine Sehergabe empfängt! Denn euer Geist hört niemals auf zu schauen, auch wenn der Körper auf­grund seiner materiellen Beschaffen­heit nichts davon wahrnimmt. Wann werdet ihr imstande sein, euren Geist zu verstehen? (266, 11)

 61. Solange ihr, die ihr das Leben nicht liebt, weil ihr es grausam nennt, nicht die Bedeutung des Gewissens im Menschen erkennt, noch euch von ihm führen lasst, werdet ihr nichts von wah­rem Werte finden.

 62. Das Gewissen ist es, das den Geist zu einem höheren Leben über die Materie [Seele] und ihre Leidenschaf­ten emporhebt. Die Vergeistigung wird euch die große Liebe Gottes fühlen lassen, wenn es euch gelingt, sie zur Tat werden zu lassen. Dann werdet ihr die Bedeutung des Lebens verstehen, werdet seine Schönheit schauen und seine Weisheit entdecken. Dann werdet ihr wissen, warum Ich es "Leben" ge­nannt habe.

63. Wer wird diese Lehre abzulehnen wagen, indem er sagt, dass sie nicht wahr ist, nachdem er sie kennen gelernt und verstanden hat?

 64. Wenn ihr begreift, dass euer wah­rer Wert in eurem Gewissen begründet ist, werdet ihr in Harmonie mit allem von eurem Vater Geschaffenen leben.

 65. Dann wird das Gewissen das arme menschliche Leben verschönen; aber zuvor muss sich der Mensch von allen Leidenschaften abwenden, die ihn von Gott trennen, um dem Pfade der Gerechtigkeit und Weisheit zu folgen. Dann wird für euch das wahre Leben beginnen, das Leben, das ihr heute mit Gleichgültigkeit betrachtet, weil ihr nicht wisst, was ihr verachtet, und keine Vorstellung von seiner Voll­kommenheit habt. (11, 44 - 48)

Der Tempel Gottes im Menschen

 66. Die Vorstellung, die die Mensch­heit von Mir hat, ist kindlich, weil sie die Offenbarungen, die Ich ihr unauf­hörlich gegeben habe, nicht zu ergrün­den verstand. Für den, der sich vorzu­bereiten weiß, bin Ich sichtbar und berührbar und überall gegenwärtig; für den jedoch, der keine Empfindsamkeit besitzt, weil der Materialismus ihn verhärtet hat, ist es kaum zu begreifen, dass Ich existiere, und er hat das Ge­fühl, dass Ich unermesslich weit ent­fernt bin, dass es unmöglich ist, dass Ich in irgendeiner Weise gefühlt oder gesehen werden kann.

 67. Der Mensch muss wissen, dass er Mich in sich trägt, dass er in seinem Geist und im Lichte seines Gewissens die reine Gegenwart des Göttlichen besitzt. (83, 50 - 51)

 68. Das Leid, das die Menschen die­ser Zeit niederdrückt, führt sie Schritt für Schritt, ohne dass sie es merken, vor die Tore des inneren Heiligtums, angesichts dessen sie – unfähig weiter­zugehen – fragen werden: "Herr, wo bist Du?" Und aus dem Innern des Tempels wird die gütige Stimme des Meisters vernehmbar sein und ihnen sagen: "Ich bin hier, wo Ich immer gewohnt habe – in eurem Gewissen". (104, 50)

 69. Ihr seid in Mir geboren worden. Das geistige und das materielle Leben habt ihr vom Vater erhalten. Und in bildlichem Sinne kann Ich euch sagen, dass zur gleichen Zeit, da ihr in Mir geboren worden seid, Ich in euch gebo­ren worden bin.

 70. Ich werde in eurem Gewissen ge­boren, wachse bei eurer Entwicklung und offenbare Mich völlig in euren Werken der Liebe, damit ihr voll Jubel sagt: "Der Herr ist mit mir." (138, 68 - 69)

 71. Heute seid ihr noch Kinderschü­ler und könnt Meine Unterweisung nicht immer richtig verstehen; doch sprecht vorläufig zu Gott mit eurem Herzen, mit euren Gedanken, und Er wird euch aus dem Innersten eures Wesens antworten. Seine Botschaft, die in eurem Gewissen sprechen wird, wird eine klare, weise liebevolle Stimme sein, die ihr nach und nach entdecken werdet, und an die ihr euch später ge­wöhnen werdet. (205, 47)

 72. Ich werde in dieser Dritten Zeit im Herzen Meiner Jünger die Kirche des Heiligen Geistes aufrichten. Dort wird der Schöpfergott wohnen, der starke Gott, der Gott, der in der Zwei­ten Zeit Mensch wurde, der Gott von unendlicher Weisheit. Er lebt in euch, doch wenn ihr Ihn fühlen und den Klang Seines Wortes vernehmen wollt, müsst ihr euch innerlich zubereiten.

 73. Wer das Gute tut, fühlt meine Gegenwart innerlich, ebenso jener, der demütig ist oder in jedem Nächsten einen Bruder sieht.

 74. In eurem Geist existiert der Tem­pel des Heiligen Geistes. Dieser Be­reich ist unzerstörbar, es gibt keine Stürme oder Orkane, die fähig wären, ihn niederzureißen. Er ist für den menschlichen Blick unsichtbar und unberührbar, seine Säulen sollen das Verlangen sein, im Guten zu wachsen. Seine Kuppel ist die Gnade, die der Vater seinen Kindern zuteil werden lässt, die Pforte ist die Liebe der Gött­lichen Mutter; denn jeder, der an meine Türe klopft, wird an das Herz der Himmlischen Mutter rühren.

 75. Jünger, hier ist die Wahrheit, die in der Kirche des Heiligen Geistes lebt, damit ihr nicht zu denen gehört, die durch falsche Auslegungen in die Irre gehen. Die Kirchen aus Stein waren nur ein Symbol, und von ihnen wird kein Stein auf dem andern bleiben.

 76. Ich will, dass auf eurem inneren Altar immer die Flamme des Glaubens brennt und ihr begreift, dass ihr mit euren Werken die Fundamente legt, auf denen eines Tages das große Heiligtum ruhen soll. Ich stelle alle Menschen mit ihren unterschiedlichen Ideen auf die Probe und wirke auf sie ein, denn alle werde Ich an der Aufrichtung meines Tempels teilhaben lassen. (148,44-48)


 

Kapitel 33 - Mann und Frau, Eltern und Kinder, Ehe und Familie

Die Beziehung zwischen Mann und Frau

 1. Schon bevor ihr zur Erde kommen würdet, kannte Ich bereits euren Le­bensweg und eure Neigungen; und um euch auf eurer Lebensreise beizuste­hen, stellte Ich auf euren Weg ein Herz, das durch seine Liebe zu euch den Pfad erhellen würde. Dieses Herz war so­wohl das eines Mannes, wie das einer Frau. Damit wollte Ich euch eine Hilfe geben, damit ihr zu einem Stab des Glaubens, der moralischen Kraft und der Barmherzigkeit für die würdet, die dessen bedürfen. (256, 55)

 2. An dem Glücke, Vater zu sein, wollte Ich euch teilhaben lassen, und so machte Ich euch zu Eltern von Men­schen, damit ihr solchen Wesen Gestalt geben solltet, die euch gleichen, und in welche die Geistwesen inkarnieren würden, die Ich euch sende. Da es im Göttlichen und Ewigen mütterliche Liebe gibt, wollte Ich, dass es im menschlichen Leben ein Wesen gäbe, das sie verkörpert, und jenes Wesen ist die Frau.

 3. Am Anfang wurde das Menschen­wesen in zwei Teile geteilt und so die zwei Geschlechter geschaffen, das eine – der Mann, das andere – die Frau; in ihm Stärke, Intelligenz, Würde; in ihr Zärtlichkeit, Anmut, Schönheit. Der eine – der Same, die andere – die fruchtbare Erde. Seht hier zwei Wesen, die nur ver­eint sich vollständig, voll­kommen und glücklich fühlen können. In ihrer Harmonie werden sie ein ein­ziges "Fleisch", einen einzigen Willen und ein einziges Ideal bilden.

 4. Wenn diese Verbindung vom Geist und von der Liebe inspiriert ist, wird sie Ehe genannt. (38, 29 - 31)

 5. Wahrlich, Ich sage euch: Ich sehe, dass in dieser Zeit Mann und Frau von ihrem Wege abgewichen sind.

 6. Ich entdecke Männer, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen; Frauen, die der Mutterschaft auswei­chen, und andere, die in die Bereiche vordringen, die für den Mann bestimmt sind, obwohl euch schon in alter Zeit gesagt wurde, dass der Mann das Haupt der Frau ist.

 7. Die Frau soll sich deswegen nicht zurückgesetzt fühlen; denn jetzt sage Ich euch, dass die Frau das Herz des Mannes ist.

 8. Siehe, darum habe Ich die Ehe eingesetzt und geheiligt. Denn in der Vereinigung dieser zwei Wesen, die geistig gleichwertig, aber körperlich verschieden sind, besteht der vollkom­mene Stand. (66, 68 - 69)

 9. Wie wenige sind es, die danach trachten, im Paradies des Friedens, des Lichtes und der Harmonie zu leben, indem sie mit Liebe die göttlichen Gesetze erfüllen.

 10. Sehr lang ist der Weg, den die Menschen zurückgelegt haben, doch noch immer ziehen sie es vor, die ver­botenen Früchte zu essen, die nur Lei­den und Enttäuschungen in ihrem Le­ben anhäufen. Verbotene Früchte sind jene, die zwar gut sind, weil Gott sie geschaffen hat, die für den Menschen jedoch schädlich werden können, wenn er sich nicht gebührend vorbereitet hat oder sie im Übermaß gebraucht.

 11. Der Mann und die Frau nehmen ohne Vorbereitung die Frucht des Le­bens und erkennen nicht ihre Verant­wortung gegenüber dem Schöpfer, wenn sie neue Wesen zur Menschwer­dung auf der Erde zeugen. (34, 12 - 14)

 12. Einige fragen Mich: "Herr, ist die menschliche Liebe vor Dir etwa unzu­lässig und abscheulich, und billigst Du nur die geistige Liebe?"

 13. Nein, Volk. Zwar stehen dem Geiste die höchsten und reinsten Emp­findungen der Liebe zu, doch auch in den menschlichen Körper legte Ich ein Herz, damit es liebe, und Ich gab ihm Gefühle, damit es durch dieselben alles liebe, was es umgibt.

 14. Die Liebe, deren Wurzeln nur im Körperlichen liegen, ist den vernunftlo­sen Wesen eigen, weil ihnen ein Ge­wissen fehlt, das ihren Weg erhellt. Außerdem sage Ich euch, dass aus den guten Vereinigungen immer gute Früchte hervorgehen und in ihnen Lichtwesen inkarnieren werden. (127, 7 - 8, 10)

 15. Ich verlange von euch keine übermenschlichen Opfer. Ich habe weder den Mann aufgefordert, nicht mehr Mann zu sein, um Mir nachzufol­gen, noch habe Ich von der Frau ver­langt, dies nicht mehr zu sein, um eine geistige Aufgabe zu erfüllen. Den Gatten habe Ich nicht von seiner Ge­fährtin getrennt, noch habe Ich diese von ihrem Gatten entfernt, damit sie Mir dienen könne; noch habe Ich den Eltern gesagt, dass sie ihre Kinder verlassen oder ihre Arbeit aufgeben sollen, um Mir nachfolgen zu können.

 16. Dem einen wie dem anderen habe Ich begreiflich gemacht, als Ich sie zu "Arbeitern auf diesem Weinberge" machte, dass sie – um meine Diener zu sein – nicht aufhören, Mensch zu sein, und dass sie darum verstehen müssen, Gott zu geben, was Gottes ist, und
der Welt, was ihr zukommt. (133, 55 - 56)

Die Beschaffenheit und Aufgabe des Mannes

 17. Euch Männern habe Ich ein Erbe, ein Gut gewährt, eine Frau, die euch anvertraut ist, um sie zu lieben und zu pflegen. Und dennoch ist eure Gefähr­tin zu Mir gekommen und hat wegen eurer Verständnislosigkeit vor Mir geklagt und geweint.
 18. Ich habe euch gesagt, dass ihr stark seid, dass ihr "nach meinem Bild und Gleichnis" geschaffen wurdet. Ich habe euch jedoch nicht aufgetragen, die Frau zu erniedrigen und eure Sklavin aus ihr zu machen.
 19. Ich habe euch stark gemacht, da­mit ihr Mich in eurem Heim vertretet: stark in der Tugend, in der Begabung, und habe euch als Ergänzung in eurem Erdenleben als Gefährtin die Frau ge­geben, damit ihr in gegenseitiger Liebe die Kraft findet, den Prüfungen und wechselvollen Schicksalen die Stirne zu bieten. (6, 61)

 20. Bedenket, Männer, dass oftmals ihr es wart, die in ihren Netzen tugend­hafte Frauen zu Fall gebracht haben, indem ihr in ihnen die empfindsamen und schwachen Seiten gesucht habt. Doch jene Spiegel, die klar waren und die heute trübe sind, sollt ihr dazu bringen, dass sie erneut die Reinheit und Schönheit ihres Geistes widerspie­geln.

 21. Warum verachtet ihr heute eben jene, die ihr früher zu einem verkom­menen Leben verführt habt? Weshalb beklagt ihr euch über die Entartung der Frau? Begreift, dass, wenn ihr sie auf den Weg meines Gesetzes geführt hät­tet, welcher das Gesetz des Herzens und des Geistes, der Achtung und der Nächstenliebe ist, indem ihr sie mit der Liebe liebt, die erhebt, und nicht mit der Leidenschaft, die herabwürdigt, so hättet ihr keinen Grund, zu weinen und euch zu beklagen, und sie wären nicht zu Fall gekommen.

 22. Der Mann sucht und erwartet bei der Frau Tugenden und Schönheit. Doch wieso verlangt ihr das, was ihr nicht verdient?

 23. Ich sehe, dass ihr noch immer große Verdienste zu haben glaubt, obwohl ihr nur wenige habt. Baut mit euren Werken, Worten und Gedanken wieder auf, was ihr zerstört habt, und gebt der Ehrenhaftigkeit, der Moral und der Tugend den Wert, den sie ha­ben.

 24. Wenn ihr euch in dieser Weise bemüht, Männer, helft ihr Jesus bei seinem Rettungswerk, und euer Herz wird von Wonne erfüllt sein, wenn ihr die Heime durch gute Gattinnen und ehrbare Mütter geehrt seht. Eure Freude wird groß sein, wenn ihr seht, dass die Tugend zu jenen zurückkehrt, die sie verloren hatten.

 25. Die Erlösung gilt allen. Warum sollte nicht selbst der größte Sünder erlöst werden? Deshalb sage Ich euch Männern: Arbeitet mit Mir zusammen, um die zu retten, die ihr ins Verderben gestürzt habt, indem ihr ihnen mit dem Lichte meiner Lehre neue Hoffnung einflößt. Lasst meine liebevollen Ge­danken ihren Verstand und ihr Herz erreichen. Bringt ihnen meine Bot­schaften auch in die Gefängnisse und Krankenhäuser, sogar zu den Orten des Morastes. Denn dort werden sie vor Reue und Schmerz weinen, weil sie nicht stark genug gewesen sind, als die Welt mit ihren Versuchungen sie ins Verderben zog.

 26. Jede Frau war einmal ein Kind, jede Frau war einmal Jungfrau, deshalb könntet ihr mit Einfühlungsvermögen ihr Herz erreichen.

 27. Ich werde Mich jener Männer bedienen, die diese Tugenden nicht befleckt haben, und ihnen diese Auf­gabe anvertrauen. Denkt daran, dass Ich euch gesagt habe: "An euren Wer­ken werdet ihr erkannt werden." Lasst zu, dass der Geist durch die irdische Erscheinungsform spricht.

 28. Doch denen, welche die von Mir in jenes Wesen gelegten Liebreize nicht zu achten bereit waren, sage Ich: Warum sagt ihr, dass ihr liebt, wenn es nicht Liebe ist, was ihr fühlt? Weshalb gebt ihr Anlass dazu, dass andere zu Fall kommen, und nichts hält euch davon ab? Bedenkt: Was würde euer Herz fühlen, wenn man das, was ihr mit jenen entblätterten Blumen macht, mit eurer Mutter, eurer Schwester oder mit eurer geliebten und daher geachte­ten Frau machen würde? Habt ihr ein­mal an die Wunden gedacht, die ihr den Eltern von denen geschlagen habt, die sie mit soviel Liebe großgezogen haben?

 29. Fragt euer Herz in einer regel­rechten Prüfung im Lichte des Gewis­sens, ob man das ernten kann, was man nicht gesät hat.

 30. Was bereitet ihr euch für euer zukünftiges Leben, wenn ihr dauernd eure Nächsten verletzt? Wie viele wer­den eure Opfer sein? Was wird euer Ende sein? Wahrlich, Ich sage euch, ihr habt viele im Wirbelsturm eurer Lei­denschaften zu Opfern gemacht; man­che gehören eurer Gegenwart an, und die anderen eurer Vergangenheit.

 31. Ich will, dass das Herz und der Mund, die ein Hort der Treulosigkeiten und der Lüge waren, zu einem Hort der Wahrheit und keuscher Liebe werden.

 32. Erhellt den Weg eurer Nächsten durch das Wort und euer Vorbild, da­mit ihr die Retter der gefallenen Frauen sein könnt. Ach wenn doch jeder von euch wenigstens eine erlösen würde!

 33. Äußert euch nicht schlecht über jene Frau, weil das verletzende Wort, welches eine verwundet, alle verletzen wird, die es hören – weil von diesem Augenblick an auch jene zu bösen Richtern werden.

 34. Respektiert die Handlungsweisen und die Geheimnisse anderer, denn es ist nicht eure Sache, sie zu verurteilen. Mir sind Männer, die in der Sünde zu Fall gekommen sind und die Ich wie­deraufrichten werde, lieber als Heuch­ler, die Reinheit zur Schau tragen und dennoch sündigen. Ich ziehe einen großen Sünder, der jedoch aufrichtig ist, der Vortäuschung einer falschen Tugend­haftigkeit vor. Wenn ihr euch schmücken wollt, sollen es die Fest­kleider der Aufrichtigkeit sein.

 35. Wenn ihr eine tugendhafte Frau mit hohen Gefühlen findet und euch unwürdig fühlt, zu ihr zu kommen, obwohl ihr sie liebt, und wenn ihr sie daraufhin demütigt und verachtet und, nachdem ihr gelitten und eure Verfeh­lung eingesehen habt, euch ihr zuwen­det, um Trost zu finden, so werdet ihr vergeblich an ihre Türe klopfen.

 36. Wenn alle Frauen, die im Leben jedes einzelnen Mannes eine Rolle gespielt haben, von ihm das Wort und das Gefühl der Liebe, der Achtung und des Verständnisses empfangen hätten, befände sich eure Welt nicht auf der Höhe der Sünde, auf der sie ist. (235, 18 - 32)

Die Frau, Gattin und Mutter

 37. Frauen, ihr seid es, die mit ihrem Gebet den geringen Frieden erhalten, der auf Erden vorhanden ist – jene, die als treue Hüterinnen des Heimes dafür sorgen, dass ihm nicht die Wärme der Liebe fehlt. Auf diese Weise vereinigt ihr euch mit Maria, eurer Mutter, um den menschlichen Hochmut zu bre­chen. (130, 53)

 38. Frauen, die ihr den Weg dieser Welt mit euren Tränen benetzt und euren Gang durch dies Leben mit Blut kennzeichnet: Ruht euch bei Mir aus, damit ihr neue Kräfte gewinnt und weiterhin der Hort der Liebe, das Feuer des Heimes, das starke Fundament des Hauses seid, das Ich euch auf Erden anvertraut habe. Damit ihr auch ferner­hin die Lerche seid, deren Flügel den Gatten und die Kinder bedecken. Ich segne euch.

 39. Ich erhöhe den Mann und den Platz der Frau zur Rechten des Mannes. Ich heilige die Ehe und segne die Fa­milie.

 40. In dieser Zeit komme Ich mit dem Schwert der Liebe, um alle Dinge zurechtzurücken, da sie zuvor durch den Menschen verschoben worden sind. (217, 29 - 31)

 41. Wahrlich, Ich sage euch, die menschliche Erneuerung muss bei der Frau beginnen, damit ihre Früchte, die die Menschen von morgen sein wer­den, frei von den Makeln sind, die euch zur Degeneration gebracht haben.

 42. Danach wird es Sache des Man­nes sein, seinen Teil zu diesem Werk der Wiederherstellung beizutragen; denn jeder, der eine Frau verdorben hat, wird sie wieder aufrichten müssen.

 43. Heute habe Ich euch dazu inspi­riert, die Frau zu retten, die auf ihrem Wege gestrauchelt ist; und wenn ihr Mir dann diejenige vorführt, die ihr gerettet habt, werde Ich ihr eine Blume, Segen und sehr großen Frieden geben, damit sie nicht nochmals zu Fall kommt.

 44. Wenn ihr diese Aufgabe so er­füllt, werden jene Wesen, die durch die Welt verwundet wurden, die Liebe Jesu in ihre Herzen einziehen fühlen.

 45. Ich werde es vernehmen, wenn sie Mir in ihrem Gebete sagen: "Mein Vater, schau nicht auf meine Sünde, sieh nur meinen Schmerz an. Richte nicht meine Undankbarkeit, blicke nur auf mein Leid." In diesem Augenblick wird auf jenes gequälte Herz Mein Trost herabkommen, und es wird sich mit Tränen reinigen. Wenn ihr nur wüsstet, dass das Gebet des Sünders stärker empfunden ist als das des Stol­zen, der sich für gerecht und rein hält. (235, 16 - 17, 43 - 45)

 46. Von der Liebe, mit der Ich euch das Leben gegeben habe, zeigen die Menschen nur wenige Beweise oder Merkmale. Von allen menschlichen Gefühlsregungen ist die, die der Göttli­chen Liebe am ähnlichsten ist, die mütterliche Liebe, denn in ihr ist Selbstlosigkeit, Selbstverleugnung und das Bestreben, das Kind glücklich zu machen, auch wenn es Opfer kostet. (242, 39)

 47. Euch unfruchtbaren Frauen sagt der Meister: Ihr habt euch sehr ge­wünscht und darum gebeten, dass euer Leib zu einem Quell des Lebens werde, und habt gehofft, dass eines abends oder eines morgens in eurem Innern das Pochen eines zarten Herzens zu vernehmen ist. Aber die Tage und Nächte sind verstrichen, und nur Schluchzer entrangen sich eurer Brust, weil kein Kind an eure Pforten gepocht hat.

 48. Wie viele von euch, die ihr Mich hört, und die ihr von der Wissenschaft aller Hoffnung beraubt worden seid, werdet fruchtbar werden müssen, damit ihr an meine Macht glaubt, und Mich viele durch dieses Wunder erkennen. Wachet und geduldet euch. Vergesst meine Worte nicht! (38, 42 - 43)

Die Erziehung der Kinder und Jugendlichen

 49. Familienväter, vermeidet Fehler und schlechte Beispiele. Ich verlange keine Vollkommenheit von euch, nur Liebe und Fürsorge für eure Kinder. Bereitet euch geistig und körperlich vor, denn im Jenseits warten große Legionen von Geistwesen auf den Au­genblick, um unter euch Mensch zu werden.

 50. Ich will eine neue Menschheit, die nicht nur an Zahl, sondern auch an Tugend zunimmt und sich mehrt, damit die Menschen die verheißene Stadt nahe sehen, und ihre Kinder es errei­chen, im Neuen Jerusalem zu wohnen.

 51. Ich will, dass sich die Erde mit Menschen guten Willens füllt, welche Früchte der Liebe sind.

 52. Zerstört das Sodom und Go­morrha dieser Zeit, lasst nicht zu, dass euer Herz sich an deren Sünden ge­wöhnt, und tut es nicht deren Bewoh­nern gleich. (38, 44 -47)

 53. Weist euren Kindern mit Eifer den Weg, lehrt sie, die Gesetze des Geistes und der Materie zu erfüllen; und wenn sie sie verletzen, so weist sie zurecht, denn ihr als Eltern vertretet Mich auf Erden. Erinnert euch dann an Jesus, der voll heiligen Zornes den Händlern von Jerusalem für alle Zeiten eine Lektion erteilte, indem er die Sa­che Gottes, die unwandelbaren Gesetze verteidigte. (41, 57)

 54. Heute seid ihr keine kleinen Kin­der mehr und könnt den Sinngehalt meiner Unterweisungen verstehen. Auch wisst ihr, dass euer Geist nicht zugleich mit dem Körper, den ihr be­sitzt, entstand, und dass der Ursprung des einen nicht der des anderen ist. Jene Kindlein, die ihr in euren Armen wiegt, tragen in ihren Herzen Un­schuld, doch in ihrem Geist bergen sie eine Vergangenheit, die zuweilen län­ger und unheilvoller ist als die ihrer eigenen Eltern. Wie groß ist die Ver­antwortung derer, die jene Herzen pflegen sollen, damit deren Geister Fortschritte auf ihrem Entwicklungs­wege erreichen.

 55. Blickt deswegen nicht mit weni­ger Liebe auf eure Kinder. Bedenkt, dass ihr nicht wisst, wer sie sind, noch was sie getan haben. Vermehrt viel­mehr eure Zuwendung und Liebe ihnen gegenüber und dankt eurem Vater, dass er seine Barmherzigkeit in euch gelegt hat, um euch zu Führern und Beratern eurer geistigen Geschwister zu machen, für die ihr hinsichtlich deren Körper und Blut vorübergehend Eltern seid. (56, 31 - 32)

 56. Ich sage den Familienvätern, dass sie ebenso, wie sie sich um die mate­rielle Zukunft ihrer Kinder sorgen, sich auch um deren geistige Zukunft küm­mern sollen, aufgrund der Mission, die sie in dieser Hinsicht auf die Welt mit­gebracht haben. (81, 64)

 57. Wisset, dass der Geist, wenn er inkarniert, alle seine Fähigkeiten mit­bringt, dass seine Bestimmung bereits niedergeschrieben ist, und dass er da­her nichts auf der Welt erst empfangen muss. Er bringt eine Botschaft mit oder eine Sühneaufgabe. Manchmal erntet er eine (gute) Saat, und ein andermal bezahlt er eine Schuld. Aber immer empfängt er in diesem Leben eine Lektion der Liebe, die ihm sein Vater gibt.

 58. Ihr, die ihr eure Kinder durch dies Leben geleitet, sorget dafür, dass sie, wenn die Zeit kindlicher Unschuld vorüber ist, den Weg meines Gesetzes beschreiten. Erweckt ihre Gefühle, offenbart ihnen ihre Fähigkeiten und regt sie immer zum Guten an, und wahrlich, Ich sage euch, wen ihr Mir in dieser Weise zuführt, der wird von dem Lichte überströmt werden, das von jenem göttlichen Feuer ausstrahlt, wel­ches meine Liebe ist. (99, 64 - 65)

 59. Geistig habt ihr schon einen wei­ten Weg zurückgelegt, und nun seid ihr erstaunt angesichts der Intuition und der Entfaltung, die die neuen Generati­onen von ihrer zartesten Kindheit an offenbaren. Denn es sind Geistwesen, die viel erlebt haben und nun wieder­kommen, um der Menschheit voranzu­schreiten – die einen auf den Wegen des Geistes, und die andern auf den Wegen der Welt, je nach ihren Fähig­keiten und ihrer Mission. Doch bei ihnen allen werden die Menschen inne­ren Frieden feststellen. Diese Wesen, von denen Ich zu euch spreche, werden eure Kinder sein. (220, 14)

 60. Meint ihr, dass ein Kind ange­sichts des schlechten Beispiels eines irdischen Vaters, der lasterhaft oder bösartig ist, einen Fehler begeht, wenn es nicht seiner Lebensweise folgt? Oder meint ihr, dass das Kind dazu verpflichtet ist, den Schritten seiner Eltern zu folgen?

 61. Wahrlich, Ich sage euch, das Ge­wissen und die Vernunft sollen es sein, die euch auf den rechten Pfad leiten. (271, 33 - 34)

 62. Die gesegnete Unschuld wird von der Verderbtheit der Welt angesteckt, die Jugendlichen folgen ihrem Weg in atemberaubendem Lauf, und auch die Jungfrauen haben Schamhaftigkeit, Keuschheit und Sittsamkeit verloren. All diese Tugenden sind aus ihren Her­zen entschwunden. Sie haben die welt­lichen Leidenschaften genährt und verlangen nur nach den Vergnügungen, die sie ins Verderben führen.

 63. Ich spreche zu euch in aller Klar­heit, damit ihr euch aufmacht und einen festen Schritt in der Entwicklung eures Geistes tut. (344, 48)

 64. Entzündet in der Jugend die Liebe zum Nächsten, gebt ihr große und edle Ideale, denn die Jugend wird es sein, die morgen darum kämpft, ein Dasein zu erreichen, in welchem Ge­rechtigkeit, Liebe und die heilige Frei­heit des Geistes erstrahlt. Bereitet euch vor, denn die große Schlacht, von der die Prophetien sprechen, ist noch nicht gekommen. (139, 12)

Ein Wort an die Kinder und Jung­frauen

 65. Ihr Kinder habt in Mir alle einen Göttlichen Vater, und wenn Ich euch im materiellen Leben menschliche Eltern gegeben habe, so geschah es, damit sie eurem Körper das Leben geben und euren Himmlischen Vater bei euch vertreten. Ich habe euch ge­sagt: "Du sollst Gott mehr als alles Geschaffene lieben," und habe hinzu­gefügt: "Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren". Vernachlässigt also nicht eure Pflichten. Wenn ihr die Liebe eurer Eltern nicht dankbar aner­kannt habt, und ihr sie noch auf der Welt habt, so segnet sie und anerkennt ihre Verdienste. (9, 19)

 66. An diesem Tage spreche Ich be­sonders zu den Mädchen, die morgen durch ihre Gegenwart das Leben eines neuen Heimes erhellen müssen, die wissen sollen, dass das Herz der Gattin und das der Mutter Leuchten sind, die jenes Heiligtum erhellen, so wie der Geist den inneren Tempel erhellt.

 67. Bereitet euch schon jetzt darauf vor, damit euch euer neues Leben nicht überrascht; bereitet schon jetzt den Weg, auf dem eure Kinder gehen wer­den – jene Geistwesen, die auf die Stunde warten, sich eurem Schoße zu nähern, um Gestalt und menschliches Leben anzunehmen, um eine Aufgabe zu erfüllen.

 68. Seid meine Mitarbeiter bei mei­nen Plänen der Wiederherstellung, in meinem Werke der Erneuerung und der Gerechtigkeit.

 69. Wendet euch ab von den vielen Versuchungen, die eure Schritte in dieser Zeit umlauern. Betet für die sündigen Städte, wo so viele Frauen zugrunde gehen, wo so viele Heiligtü­mer geschändet werden, und wo so viele Lampen erlöschen.

 70. Verbreitet durch euer Beispiel den Samen des Lebens, der Wahrheit und des Lichtes, der den Folgen des Mangels an Vergeistigung in der Menschheit Einhalt gebietet.

 71. Jungfrauen dieses Volkes: er­wacht und rüstet euch zum Kampfe! Werdet nicht blind durch die Leiden­schaften des Herzens, lasst euch nicht vom Unwirklichen verblenden. Entfal­tet eure Gaben der Intuition, der Inspi­ration, eure Empfindsamkeit und euer Zartgefühl. Werdet stark in der Wahr­heit, und ihr werdet eure besten Waffen zugerüstet haben, um dem Kampf die­ses Lebens gewachsen zu sein.

 72. Um mit eurem Blute die Liebe weiterzugeben, um euren Kindern mit der Essenz des Lebens beizustehen, welches die Liebe ist, von der Ich so­viel zu euch spreche, müsst ihr sie zuvor erleben, euch von ihr durchdrin­gen lassen und sie zutiefst fühlen. Das ist es, was meine Unterweisung in euren Herzen bewirken will. (307, 31 - 36)

Ehe und Familie

 73. Das Gesetz der Ehe kam als ein Licht herab, das durch den Geist der Erzväter sprach, damit sie erkennen sollten, dass die Vereinigung von Mann und Frau ein Bündnis mit dem Schöpfer bedeutet. Die Frucht dieser Vereinigung ist das Kind, in welchem das Blut seiner Eltern zusammenfließt als ein Beweis dafür, dass, was vor Gott verbunden wird, auf Erden nicht gelöst werden darf.

 74. Jenes Glück, das der Vater und die Mutter empfinden, wenn sie ein Kind zur Welt gebracht haben, ist dem ähnlich, das der Schöpfer erlebte, als Er Vater wurde, indem Er seinen viel­geliebten Kindern Leben gab. Wenn Ich euch später durch Mose Gesetze gab, damit ihr die Gefährtin auszu­wählen verstündet und nicht die Frau eures Nächsten begehrtet, so geschah es, weil die Menschen sich aufgrund ihrer Willensfreiheit auf die Wege des Ehebruchs und der Leidenschaften verirrt hatten.

 75. Nachdem diese Zeit vergangen war, kam Ich in Jesus zur Welt und erhöhte die Ehe und damit die mensch­liche Gesittung und Tugend durch meine gütige Unterweisung, die immer Gesetz der Liebe ist. Ich sprach in Gleichnissen, um mein Wort unver­gesslich zu machen, und machte aus der Ehe eine geheiligte Institution.

 76. Jetzt, da Ich aufs neue unter euch bin, frage Ich euch, Männer und Frauen: Was habt ihr aus der Ehe ge­macht? Wie wenige können darauf befriedigend antworten! Meine gehei­ligte Institution ist entweiht worden, aus jenem Lebensquell entspringen Tod und Schmerz. Auf dem reinen Weiß dieses Gesetzesblattes befinden sich die Schandflecken und Spuren von Mann und Frau. Die Frucht, die süß sein sollte, ist bitter, und der Kelch, den die Menschen trinken, ist voll Galle.

 77. Ihr entfernt euch von meinen Ge­setzen, und wenn ihr strauchelt, fragt ihr euch angstvoll: Warum gibt es so­viel Schmerz? Weil die Begierden des Fleisches immer die Stimme des Ge­wissens überhört haben. Jetzt frage Ich euch: Warum habt ihr keinen Frieden, obwohl Ich euch alles Notwendige gegeben habe, um glücklich zu sein?

 78. Ich habe am Himmelszelt einen blauen Mantel ausgebreitet, damit ihr unter ihm eure "Liebesnester" bautet, damit ihr dort, fern von den Versu­chungen und Verwicklungen der Welt, mit der Einfachheit der Vögel lebtet; denn in der Einfachheit und im auf­richtigen Gebet kann man den Frieden meines Reiches und die Offenbarung vieler Geheimnisse fühlen.

 79. Jeder, der sich vor meiner Gött­lichkeit ehelich verbindet – auch wenn seine Vereinigung von keinem Geistli­chen bestätigt ist – schließt einen Pakt mit Mir, einen Vertrag, der im Buche Gottes aufgezeichnet bleibt, in wel­chem alle Geschicke niedergeschrieben sind.

 80. Wer kann diese beiden ineinander verflochtenen Namen von dort auslö­schen? Wer kann auf der Welt lösen, was in meinem Gesetze vereinigt wor­den ist?
 81. Wenn Ich euch trennen würde, würde Ich mein eigenes Werk zerstö­ren. Wenn ihr Mich gebeten habt, auf der Erde vereinigt zu sein, und Ich es euch gewährt habe – warum haltet ihr hernach eure Gelöbnisse nicht und verleugnet eure Schwüre? Ist das etwa kein Hohn auf mein Gesetz und meinen Namen? (38, 32 - 37, 39 - 41)

 82. Ich habe zum Herzen der Frau, Mutter und Gattin gesprochen, die im Herzen nicht die Reinheit zu erhalten verstand, noch dem Lebensgefährten und den Kindern die Wärme der Zärt­lichkeit und des Verständnisses zu geben vermochte.

 83. Wie könnten Männer und Frauen ihre Vergeistigung erhöhen, wenn sie nicht zuvor die schweren Fehler korri­giert haben, die in ihrem menschlichen Leben existieren?

 84. Mein Werk macht es erforderlich, dass seine Jünger durch die Lauterkeit und die Wahrhaftigkeit der Hand­lungsweisen in ihrem Leben davon Zeugnis abzulegen verstehen.

 85. Die einen wie die andern frage Ich: Habt ihr Kinder? Dann habt Erbarmen mit ihnen. Wenn ihr auch nur für einen Augenblick deren Geister erblicken könntet, würdet ihr euch unwürdig fühlen, euch ihre Eltern zu nennen. Gebt ihnen keine schlechten Beispiele, hütet euch davor, in Gegen­wart der Kinder ein Geschrei zu erhe­ben.

 86. Ich weiß, dass es in dieser Zeit wie nie zuvor Probleme innerhalb der Ehen gibt – Probleme, für die die Betreffenden nur eine Lösung finden: die Trennung, die Scheidung.

 87. Wenn der Mensch vom geistigen Wissen die nötige Kenntnis hätte, würde er keine so schweren Fehler begehen, denn er würde im Gebet und in der Vergeistigung die Inspiration finden, um die schwierigsten Ver­wicklungen zu lösen und die härtesten Prüfungen zu bestehen.

 88. Mein Licht erreicht alle Herzen, auch die betrübten und niedergeschla­genen, um ihnen neuen Lebensmut zu geben. (312, 36 - 42)

 89. In der "Zweiten Zeit" betrat Ich das Heim vieler Ehepaare, die nach dem Gesetz Moses getraut worden waren, und wisst ihr, wie Ich viele von ihnen antraf? Streitend, die Saat des Friedens, der Liebe und des Vertrauens zerstörend. Ich sah Feindschaften und Zwietracht in den Herzen, an ihrem Tisch und ihrem Lager.

 90. Ich betrat auch das Heim von vielen, die – ohne dass ihr Eheleben durch das Gesetz bestätigt worden war – sich liebten und lebten, wie es die Lerchen in ihrem Nest tun, und ihren kleinen Liebling liebkosten und be­schützten.

 91. Wie viele gibt es, die unter ein- und demselben Dach wohnen und sich doch nicht lieben, und da sie sich nicht lieben, auch nicht vereint, sondern geistig getrennt sind! Doch sie lassen ihre Entzweiung nicht bekannt werden, aus Furcht vor einer göttlichen Strafe oder den menschlichen Gesetzen oder dem Urteil der Gesellschaft, und dies ist keine Ehe; bei diesen Menschen gibt es weder Gemeinschaft noch Wahrhaf­tigkeit.

 92. Dennoch führen sie ihre falsche Gemeinsamkeit vor, besuchen Familien und Kirchen, gehen spazieren, und die Welt verurteilt sie nicht, weil sie ihre fehlende Liebe zu verheimlichen ver­stehen. Wie viele dagegen, die sich lieben, müssen sich verstecken, ihre wirkliche Einigkeit verheimlichen und Verständnislosigkeit und Unge­rechtig­keiten ertragen.

 93. Der Mensch hat sich nicht hoch genug entwickelt, um durchzublicken und das Leben seines Nächsten richtig zu beurteilen. Jene Menschen, die die geistlichen und weltlichen Gesetze in Händen halten, bringen nicht die wahre Gerechtigkeit zur Anwendung, um solche Fälle zu ahnden.

 94. Aber jene Zeiten des Verständ­nisses und der Einsichtigkeit, die Ich euch ankündige, in der sich die Menschheit vervollkommnen wird, werden kommen, und dann werdet ihr wie in den Zeiten der Patriarchen vor Moses erleben, dass die Vereinigung der Liebenden so geschieht, wie Ich es an diesem Tage bei meinen Kindern gemacht habe: in geistiger Weise. So werdet es auch ihr in jenen künftigen Zeiten machen: in Gegenwart der El­tern derer, die sich vereinen werden, der Freunde und Verwandten, in größ­ter Geistigkeit, Brüderlichkeit und Freude. (357, 25 - 27)


Kapitel 34 - Willensfreiheit und Gewissen

Die Bedeutung des Gewissens und der Willensfreiheit

 1. Höret, Jünger: Der Mensch besitzt als geistige Gaben Willensfreiheit und das Gewissen; alle kommen mit Tu­genden begabt auf die Welt und kön­nen von ihnen Gebrauch machen. In ihrem Geist ist das Licht des Gewis­sens; aber gleichzeitig mit der Ent­wicklung des Körpers entwickeln sich mit ihm die Leidenschaften, die bösen Neigungen, und diese liegen im Kampf mit den Tugenden.

 2. Gott lässt dies so geschehen, denn ohne Kampf gibt es keine Verdienste, und dies ist daher für euch notwendig, um auf dem geistigen Wege emporzu­steigen. Worin bestünde das Verdienst der Kinder Gottes, wenn sie nicht kämpfen würden? Was würdet ihr tun, wenn ihr von Glück erfüllt leben wür­det, wie ihr es in der Welt ersehnt? Könnt ihr, von Annehmlichkeiten und Reichtümern umgeben, einen geistigen Fortschritt erwarten? Ihr würdet stehen bleiben; denn wo kein Kampf ist, gibt es keinen Verdienst.

 3. Doch versteht es nicht falsch; denn wenn Ich von Kampf spreche, meine Ich jenen, den ihr entfaltet, um eure Schwächen und Leidenschaften zu überwinden. Diese Kämpfe sind die einzigen, die Ich den Menschen er­laube, damit sie ihre Selbstsucht und ihr materielles Trachten beherrschen, auf dass der Geist, durch das Gewissen erleuchtet, seinen wahren Platz ein­nimmt.

 4. Diesen inneren Kampf heiße Ich gut, nicht aber jenen, den die Men­schen im Verlangen nach Selbsterhö­hung führen, verblendet von Ehrgeiz und Bosheit. (9, 42 - 44)

 5. Der Geist ringt darum, seinen Auf­stieg und Fortschritt zu erreichen, wäh­rend "das Fleisch" [Seele] immer wie­der den Anreizen der Welt erliegt. Doch Geist und Körper [Seele] könnten miteinander harmonieren, wenn beide nur von dem Gebrauch machen wür­den, was ihnen erlaubterweise zu­kommt, und dies ist es, was euch meine Lehre zeigt.

 6. Wie könnt ihr mein Gesetz jeder­zeit ausüben? Indem ihr auf die Stimme des Gewissens hört, welche der Richter eurer Handlungen ist. Ich gebiete euch nichts, was ihr nicht er­füllen könntet. Ich will euch davon überzeugen, dass der Weg zum Glück­lichsein keine Phantasie ist, sondern dass er existiert, und Ich offenbare euch hier, wie man ihn zurücklegt.

 7. Ihr habt die Freiheit, den Weg zu wählen, doch es ist meine Pflicht als Vater, euch den wahren, den kürzesten zu zeigen - jenen, der immer vom Lichte des göttlichen Leuchtfeuers erhellt ist, welches meine Liebe zu euch ist. Denn ihr seid Jünger, die da­nach dürsten, immer neue Worte zu vernehmen, die eure Kenntnisse bestä­tigen und euren Glauben beleben. (148, 53 - 55)

 8. Ich habe das Gewissen in eure Wesenheit gelegt, damit es die Richt­schnur auf all euren Wegen sei, da das Gewissen das Gute vom Bösen zu un­terscheiden vermag und das Rechte von dem, was unrecht. Mit diesem Lichte werdet ihr nicht getäuscht werden noch unwissend genannt werden können. Wie könnte der Spiritualist seinen Nächsten betrügen oder sich selbst zu täuschen suchen, wenn er die Wahrheit kennt? (10, 32)

 9. Der Mensch auf Erden ist ein Fürst, dem meine Liebe und meine Gerechtigkeit diesen Titel gaben, und der Auftrag, den er von Anbeginn er­hielt, war der, über die Erde zu herr­schen.

 10. Über die Göttliche Gabe seiner Willensfreiheit stellte Ich einen strah­lenden Leuchtturm, der seinen Le­bensweg erhellen sollte: das Gewissen.

 11. Freiheit, um zu wirken, und das Licht des Gewissens, um das Gute vom Bösen zu unterscheiden, sind zwei der größten Gaben, die meine Vaterliebe eurem Geiste vermachte. Sie sind im Menschen, schon bevor er geboren wird, und auch nachdem er gestorben ist. Das Gewissen leitet ihn und trennt sich nicht von ihm in der Verzweif­lung, noch beim Verlust der Vernunft, noch im Todeskampf, weil es zutiefst mit dem Geiste vereint ist. (92, 32 - 34)

 12. Der Geist erfreut sich der Wil­lensfreiheit, mittels derer er Verdienste erwerben soll, um das Heil zu erlangen.

 13. Wer führt, orientiert oder berät den Geist auf seinem freien Entwick­lungsweg, um das Erlaubte vom Uner­laubten zu unterscheiden und um sich daher nicht zu verirren? das Gewissen.

 14. Das Gewissen ist der Göttliche Funke, ist ein höheres Licht und eine Kraft, die dem Menschen hilft, nicht zu sündigen. Welches Verdienst gäbe es im Menschen, wenn das Gewissen materielle Gewalt besäße, um ihn zu zwingen, im Guten zu verbleiben?

 15. Ich will, dass ihr wisst, dass der Verdienst darin besteht, auf jene Stimme zu hören, sich davon zu über­zeugen, dass sie niemals lügt noch sich irrt in dem, was sie rät, und im treuen Befolgen ihrer Weisungen.

 16. Wie ihr sicherlich begreifen könnt, erfordert es Schulung und Kon­zentration auf sich selbst, um jene Stimme klar vernehmen zu können. Welche unter euch üben diesen Gehor­sam derzeit aus? Antwortet euch selbst.

 17. Das Gewissen hat sich immer im Menschen kundgetan; aber der Mensch hat nicht die notwendige Entwicklung erreicht, um sein ganzes Leben von jenem Lichte leiten zu lassen. Er benö­tigt Gesetze, Unterweisungen, Vor­schriften, Religionen und Ratschläge.

 18. Wenn die Menschen dahin gelan­gen, mit ihrem Geiste in Verbindung zu treten, und anstatt das Geistige im Äu­ßeren zu suchen, es in ihrem Inneren suchen, werden sie die sanfte, überre­dende, weise und gerechte Stimme vernehmen können, die immer in ihnen lebendig war, ohne dass sie auf sie hörten, und sie werden begreifen, dass im Gewissen die Gegenwart Gottes ist, dass es der wahre Mittler ist, durch den der Mensch mit seinem Vater und Schöpfer in Verbindung treten soll. (287, 26 - 30)

 19. Ihr alle habt mein Licht in euch, jeder Geist besitzt diese Gnade; aber während bei manchen dieses Licht immer stärker wurde, anwuchs, nach außen drang um sich kundzutun, bleibt es bei andern nur in einem geheimen, verborgenen, unbe­wussten Zustand. Doch wahrlich, Ich sage euch: wie sehr ein Mensch auch spirituell zurück­geblieben sein mag, immer wird er zwischen dem Guten und dem Bösen unterscheiden können, weshalb ihr alle für eure Werke Mir gegenüber verant­wortlich seid.

 20. Ich muss euch sagen, dass eure Verantwortlichkeit in dem Maße wächst, in dem eure Erkenntnis zu­nimmt, denn ihr werdet dann immer sensibler werden für die Weisungen des Gewissens. (310, 69 - 70)

 21. Ich will, dass ihr wisst, dass ihr unter allen Geschöpfen dieser Welt das bevorzugte Wesen seid, das mit Geist und Gewissen ausgestattet worden ist. Ich habe euch die Willensfreiheit gege­ben, damit ihr aus eigenem Willen den rechten Weg einschlagt, der zu Mir führt. Es ist kein blumiger Weg, den Ich euch anbiete, sondern der des Ge­betes, der Buße und des Kampfes, und auf diesem Pfade soll euch euer Gewis­sen führen. (58, 42)

 22. Was würde aus dem Geist, wenn er seiner Willensfreiheit beraubt wäre? In erster Linie wäre er nicht Geist und deshalb wäre er kein Geschöpf, das des Höchsten würdig ist. Er wäre so etwas wie jene Maschinen die ihr herstellt, etwas ohne eigenes Leben, ohne Intel­ligenz, ohne Willen, ohne Strebsam­keit. (20, 37)

23. Ich gab dem Menschen die Wil­lens­freiheit. Doch wenn dieser in seiner Verblendung so weit gehen sollte, Mir deswegen Vorwürfe zu machen, werde Ich ihm sagen, dass Ich ihm auch Wil­lenskraft und Verstand gab. Zugleich offenbarte Ich ihm mein Gesetz, wel­ches der Weg ist, um nicht zu strau­cheln oder sich zu verirren, und ent­zündete in ihm das Licht des Gewis­sens, welches das innere Leucht­feuer ist, das den Weg des Geistes erhellt und ihn zum ewigen Leben führt.

 24. Warum gibt es die Sünde, über­wiegt das Böse und brechen Kriege aus? Weil der Mensch nicht auf die Stimme des Gewissens hört und schlechten Gebrauch von seiner Wil­lensfreiheit macht. (46, 63 - 64)

 25. Die Welt vernimmt Mich nicht, denn die Stimme dieser Körper, durch die Ich Mich kundgebe, hat nur eine geringe Reichweite. Daher ist es die Stimme des Gewissens, welche meine Weisheit ist, die zu den Menschen spricht und viele überrascht, die im Banne ihrer Selbstsucht sonst taub sind gegenüber den Rufen jener Stimme, nur auf Schmeicheleien und irdisches Ansehen achten und sich an ihrer ge­sellschaftlichen Stellung und ihrer Macht berauschen. (164, 18)


Der Missbrauch der Willensfreiheit

 26. Heute treffe Ich eine Menschheit an, die geistig geschwächt ist infolge des Missbrauchs, den sie mit der Gabe der Willensfreiheit getrieben hat. Ich entwarf einen Weg der Gerechtigkeit, der Liebe, der Barmherzigkeit, des Guten. Der Mensch hat einen anderen von scheinbarem Licht geschaffen, der ihn ins Verderben geführt hat.

 27. Bei meiner Wiederkunft zeigt euch mein Wort eben jenen Weg, den ihr nicht gehen wolltet, und ungerecht und unvernünftig wäre, wer sagen würde, dass diese Lehre verwirrt oder teilnahmslos macht. (126, 5 - 6)

 28. Betrachtet die Menschen, wie sie sich vernichten und hassen, einander die Macht entreißen, ohne vor dem Verbrechen, dem Betrug oder dem Verrat zurückzuschrecken. Da gibt es Menschen, die zu Millionen als Opfer ihrer Mitmenschen sterben, und andere, die unter der Wirkung des Lasters zug­rundegehen. Ist etwa Licht in ihnen? Spricht etwa der Geist, der in ihnen lebt? Das, was da ist, ist Finsternis und Schmerz, das Ergebnis des Miss­brauchs der Gabe der Willensfreiheit und des Nicht-Hörens auf die innere Stimme; und weil die Menschen ihr Augenmerk nicht auf das Licht jenes Gottesfunkens richteten, den ihr alle in eurem Wesen tragt, welcher der göttli­che Lichtstrahl ist, den ihr Gewissen nennt. (79, 31)

 29. Die Willensfreiheit ist der höchste Ausdruck, ist das vollendetste Geschenk der Freiheit, die dem Men­schen auf dem Lebensweg gewährt wurde, damit seiner Beharrlichkeit im Guten, die er durch den Rat des Gewis­sens und durch den Kampf im Beste­hen der Prüfungen erlangt hat, ihn den Schoß des Vaters erreichen lassen wird. Doch die Willensfreiheit ist durch die Zügellosigkeit ersetzt wor­den, das Gewissen wird überhört; man hört nur noch auf die Forderungen der Welt, und die Geistigkeit ist durch Materialismus ersetzt worden.

 30. Angesichts so großer Verwirrung und so vieler Abweichungen wird den Menschen dieser Zeit meine Lehre absurd erscheinen. Doch Ich sage euch, dass es die rechte Unterweisung ist, um zu erreichen, dass die Menschen sich von der Lethargie, in die sie geraten sind, freimachen. (157, 15 - 16)

 31. Mein Wort ist der Weg, ist das göttliche Gesetz, das euch zur Voll­kommenheit führt, es ist das Licht, das den Geist erhebt, der jedoch getrübt wurde, als das "Fleisch" [Seele] mit seiner Unnachgiebigkeit sich durchge­setzt hat und nicht auf den inneren Ruf seines Geistes gehört hat.

 32. Wehe dann dem Geist, der unter dem Antrieb des "Fleisches" nachge­geben hat und sich vom Einfluss der Welt, die ihn umgibt, beherrschen ließ, wobei er seine Führerstellung mit der eines schutzlosen Wesens vertauschte, das durch die menschlichen Leiden­schaften und Schwächen hin und her getrieben wird gleich den dürren Blät­tern, wenn sie richtungslos vom Wind verweht werden.

 33. Der Mensch, der die Freiheit am meisten liebt, fürchtet sich, sich dem Göttlichen Willen zu unterwerfen, aus Angst, dass sein Geist ihn schließlich unterwirft und ihn vieler menschlicher Befriedigungen beraubt, von denen er weiß, dass sie ihm schaden; und so verlässt er den Weg, der ihn zum wah­ren Leben führt. (97, 36)

 34. Die Zeit, in der die Menschen die Willensfreiheit gebraucht haben, um sie für Vergnügungen, niedere Leiden­schaften, Feindschaften und Rache zu verwenden, geht nun zu Ende. Meine Gerechtigkeit versperrt die Pfade der Sünde und öffnet stattdessen den Weg der Versöhnung und der Erneuerung, damit die Menschen den Weg des Frie­dens finden können, den sie mit ande­ren Mitteln vergeblich gesucht haben. (91, 80)

 35. Ich gab euch das Geschenk der Willensfreiheit und habe jene, meinen Kindern gewährte gesegnete Freiheit respektiert. Aber Ich legte in euer We­sen auch das Göttliche Licht des Ge­wissens, damit ihr von ihm geführt eure Fähigkeiten in rechte Bahnen lenken würdet. Doch Ich sage euch: Im Kampf zwischen dem Geist und dem Körper [Seele], hat der Geist eine Niederlage erlitten, einen schmerzhaften Fall, der ihn allmählich immer mehr von der Quelle der Wahrheit entfernt hat, wel­che Ich bin.

 36. Seine Niederlage ist nicht end­gültig, ist vorübergehend; denn er wird sich aus der Tiefe seines Abgrunds erheben, wenn er seinen Hunger, sei­nen Durst, seine Blöße und seine Fins­ternis nicht länger ertragen kann. Der Schmerz wird seine Rettung sein, und wenn er dann die Stimme seines Ge­wissens hört, wird er sich stark und strahlend, inbrünstig und inspiriert erheben und aufs neue seine Fähigkei­ten gebrauchen. Jedoch nicht mehr mit jener Freiheit, sie für das Gute oder das Böse zu verwenden, sondern indem er sie allein der Erfüllung der göttlichen Gesetze widmet, welches der beste Gottesdienst ist, den ihr Meinem Geiste darbringen könnt. (257, 65 - 66)

Die notwendige Befolgung der Gewissensimpulse

 37. Wie fern der Wirklichkeit befin­den sich derzeit Millionen von Wesen, die nur für ihre materielle Gegenwart leben! Wie könnten sie ihre Augen für die Wirklichkeit öffnen? Nur, indem sie auf die Stimme des Gewissens lau­schen – jene Stimme, welche Samm­lung, Besinnung und Gebet benötigt, um gehört zu werden. (169, 16)

 38. Immer, wenn ihr wissen wollt, ob der Weg, dem ihr folgt, jener der Auf­wärtsentwicklung ist, sollt ihr das Ge­wissen befragen, und wenn Frieden in ihm ist, und in eurem Herzen Nächs­tenliebe und guter Wille gegenüber euren Mitmenschen zu Hause ist, wer­det ihr sicher sein, dass euer Licht noch immer scheint, und euer Wort tröstet und heilt.

 39. Doch wenn ihr entdecken solltet, dass in eurem Herzen die Habgier, das Übelwollen, der Materialismus und die Fleischeslust Wurzeln geschlagen ha­ben, könnt ihr sicher sein, dass euer Licht zu Finsternis, zu Trug geworden ist. Wollt ihr, dass – wenn der Vater euch abberuft – statt goldenem Weizen eine schmutzige Ernte vorweisen? (73, 45)

 40. Jünger: Wenn ihr keine Irrtümer oder Fehler begehen wollt, so prüft eure Handlungen im Lichte eures Ge­wissens, und wenn es etwas gibt, das es trübt, so erforscht euch gründlich, und ihr werdet den Schandfleck entdecken, damit ihr ihn korrigieren könnt.

41. Es gibt einen Spiegel in euch, in dem ihr euch betrachten und sehen könnt, ob ihr rein seid oder nicht.

 42. Der Spiritualist soll an seinen Taten erkannt werden, welche, um rein zu sein, vom Gewissen diktiert sein müssen. Wer so handelt, wird fühlen, dass er sich zu Recht mein Jünger nennt.

 43. Wer könnte Mich täuschen? Niemand. Ich beurteile euch nicht nach dem, was ihr tut, sondern nach der Absicht, mit der ihr es tut. Ich bin in eurem Gewissen und jenseits dessel­ben. Wie könnt ihr glauben, dass Ich eure Taten und deren Beweggrund nicht wissen kann? (180, 11 - 13)

Der Kampf zwischen Willensfreiheit und Gewissen

 44. Als die ersten menschlichen We­sen die Erde bewohnten, legte der Schöpfer Seine Liebe in sie und gab ihnen einen Geist, entzündete sein Licht in ihrem Gewissen, wobei ihnen gleichzeitig die Willensfreiheit gege­ben wurde.

 45. Doch während die einen sich Mühe gaben, im Guten standhaft zu bleiben, indem sie alle Versuchungen bekämpften in der Absicht, rein zu bleiben, des Herrn würdig und im Ein­klang mit ihrem Gewissen, schmiede­ten die anderen von Sünde zu Sünde und von einer Verfehlung zur nächsten Glied für Glied eine Kette der Sünden, nur von der Stimme der Sinne geführt, beherrscht von ihren Leidenschaften; und säten den Irrtum und die Versu­chung unter ihre Mitmenschen.

 46. Aber neben diesen verwirrten Geistwesen sind auch meine Propheten als Engelsboten meiner Göttlichkeit ge­kommen, um die Menschheit zu erwe­cken, sie vor den Gefahren zu warnen und ihr mein Kommen anzukündigen. (250, 38 - 39)

 47. Das "Fleisch" [Seele] war zu hartnäckig und widerspenstig, um den Weisungen jenes inneren Lichtes zu folgen, das ihr Gewissen nennt, und es fiel ihm viel leichter, den Impulsen zu folgen, die es zur Zügellosigkeit seiner Instinkte und seiner Leidenschaften verleiteten.

 48. Lange ist die Menschheit in schwerem Ringen zwischen dem Ge­wissen, das nie geschwiegen hat, und dem "Fleisch", das aus dem Materia­lismus seinen Kult und sein Gesetz machen möchte, den Lebensweg auf dieser Erde gegangen, ohne dass bis heute weder die Materie [Seele] noch der Geist gesiegt haben, da der Kampf andauert.

 49. Ihr fragt Mich, wer siegen wird? Und Ich sage euch, dass es nicht mehr lange dauert bis zum absoluten Sieg des Gewissens, der mittels des Geistes im "Fleische" bewirkt wird.

 50. Ahnt ihr nicht, dass nach soviel Kampf und so langem Ringen der Kör­per, der menschlich und vergänglich ist, sich dem Gewissen beugen muss, der mein ewiges Licht ist?

 51. Begreift, dass der Mensch nach einem so langen Widerstreit schließlich jene Empfindsamkeit und Nachgiebig­keit erlangen wird, die er nie zuvor gegenüber jener Stimme und jenem geistigen Leben gehabt hat, das in sei­nem Wesen vibriert und lebt.

52. Ihr alle bewegt euch auf diesen Punkt zu, ohne dass ihr es merkt. Doch wenn ihr dereinst auf Erden den Sieg des Guten und der Gerechtigkeit schaut, werdet ihr den Grund für den Kampf, die Schlachten und die Prüfun­gen begreifen. (317, 21 - 26)

 53. Seht, wie der Mensch vor und über allem steht, was ihn umgibt; dass er das einzige Wesen ist, das mit Wil­lensfreiheit und Gewissen ausgestattet ist. Von dieser Willensfreiheit haben alle Verirrungen, Stürze und Sünden der Menschen ihren Ausgang genom­men. Aber es sind vergängliche Ver­fehlungen vor der Gerechtigkeit und der Ewigkeit des Schöpfers. Denn her­nach wird sich das Gewissen gegen­über den Schwächen des Körpers und der Verführbarkeit des Geistes durch­setzen. Damit wird der Sieg des Lichtes kommen, welcher Wissen über die Finsternis ist, die Unwissenheit bedeu­tet. Es wird der Sieg des Guten, wel­cher Liebe, Gerechtigkeit und Harmo­nie ist, über das Böse sein, welche Selbstsucht, Zügellosigkeit, Unge­rech­tigkeit ist. (295, 49)

 54. Für Mich ist nichts unmöglich, mein Wille ist in Erfüllung gegangen und wird dies immer tun, auch wenn es gelegentlich so scheint, als ob es der Wille des Menschen ist, der herrscht, und nicht der Meine.

 55. Der Weg der Willensfreiheit des Menschen, seine Herrschaft auf Erden, die Siege seines Hochmutes, der Zwang, den er zuweilen durch seine Gewalt­anwendung auferlegt, sind so flüchtig im Vergleich zur Ewigkeit, dass sie zwar in gewisser Weise die göttlichen Pläne abändern können; aber morgen oder im Verlauf ihres Vollzugs wird sich immer mehr der Wille mei­nes Geistes über alle Wesen offenba­ren, indem er das Gute bestehen lässt und das Unreine beseitigt. (280, 9 - 10)

 56. Die Zeit wird kommen, in der die Grenzen dieser Welt durch die Liebe aufgehoben werden, und in der die Welten einander durch die Vergeisti­gung näherkommen.

 57. Bis dahin wird der Kampf zwi­schen dem Gewissen und der Willens­freiheit weitergehen, die der Mensch dazu gebrauchen und nutzen wird, um aus seinem Leben das zu machen, was ihm gefällt.

 58. Das Ringen zwischen diesen bei­den Kräften wird seinen Höhepunkt erreichen, und der Sieg wird sich der Seite des Geistes zuneigen, welcher in einer absoluten Liebeshingabe an sei­nen Vater zu Ihm sagen wird: "Herr, ich verzichte auf meine Willensfreiheit, vollbringe in mir allein Deinen Wil­len".

 59. Ich werde den, der so vor Mich gelangt, segnen und ihn in mein Licht hüllen; doch Ich werde ihn wissen lassen, dass Ich ihm niemals jene ge­segnete Freiheit, mit der er beschenkt wurde, wieder entziehen werde. Denn wer den Willen seines Vaters tut, wer treu und gehorsam ist, ist des Vertrau­ens seines Herrn würdig. (213, 61 - 64)

Schärfung des Gewissens durch das neue Gotteswort

 60. Meine Lehre voll Licht und Liebe stärkt den Geist, damit er seine Macht über das "Fleisch" [Seele] auszuüben und es derart empfindsam machen kann, dass diesem die Eingebungen des Gewissens immer leichter wahrnehm­bar werden.

 61. Spiritualität ist das Ziel, das der Mensch anstreben soll, da er dadurch imstande sein wird, voll und ganz mit seinem Gewissen eins zu werden, und schließlich das Gute vom Bösen unter­scheiden kann.

 62. Denn aufgrund des Mangels an geistiger Erhebung der Menschen konnte jene tiefgründige und weise, unbeirrbare und gerechte innere Stimme nicht genügend vernommen und gedeutet werden, und daher hat der Mensch keine uneingeschränkte Er­kenntnis erlangt, die ihm wirklich das Gute vom Bösen zu unterscheiden erlaubt.

 63. Doch nicht nur dies, sondern er soll in sich die notwendige Kraft fin­den, um jedem guten Impuls zu folgen und jeder lichtvollen Eingebung zu gehorchen und zugleich jede Versu­chung, jeden unlauteren oder schlech­ten Gedanken oder Gefühlsimpuls zurückweisen. (329, 56 - 57)

 64. Wie leicht wird es für die Men­schen sein, sich untereinander zu ver­stehen, wenn sie in sich stille werden und die Stimme ihrer höheren Vernunft vernehmen, die Stimme jenes Richters, den sie nicht hören wollen, weil sie wissen, dass er ihnen das völlige Ge­genteil dessen befiehlt, was sie gerade tun.

 65. Ich kann euch überdies sagen, dass wenn ihr nicht bereit wart, den Weisungen eures Gewissens Gehör zu schenken, ihr auch nicht gehorsam und willig gewesen seid, meine Lehre aus­zuüben. Ihr anerkennt sie in der Theo­rie, wendet sie aber nicht in der Praxis an. Ihr sprecht ihr göttliche Essenz zu – sagt, dass Christus sehr groß war und dass seine Unterweisung vollkommen ist. Aber niemand will groß sein wie der Meister, niemand will zu ihm kommen, indem er ihn wirklich zum Vorbild nimmt. Doch ihr sollt wissen, dass Ich nicht nur kam, damit ihr wüsstet, dass Ich groß bin, sondern auch, damit ihr alle es sein würdet. (287, 35 - 36)

 66. Ich werde alle Menschen und alle Völker um meine neue Botschaft scha­ren, werde sie rufen wie der Hirte seine Schafe, und werde ihnen den Frieden eines Stalles verschaffen, wo sie vor rauem Wetter und Stürmen Zuflucht finden.

 67. Ihr werdet noch erleben, wie viele, obwohl sie scheinbar nicht die geringste Spur von Glauben oder von Geistigkeit haben, im Reinsten ihres Geistes die unsterblichen Prinzipien des geistigen Lebens bewahrt haben; werdet noch erkennen, wie viele von denen, die für euch den Anschein er­wecken, als ob sie keinerlei Gottesver­ehrung haben, im Innersten ihres We­sens einen unzerstörbaren Altar in sich tragen.

 68. Vor diesem inneren Altar werden die Menschen geistig niederknien müs­sen, um über ihre Verfehlungen, ihre bösen Werke und ihre Beleidigungen zu weinen, in aufrichtiger Reue über ihren Ungehorsam. Dort, vor dem Altar des Gewissens, wird der menschliche Hochmut zusammen­brechen, sodass die Menschen sich nicht mehr aufgrund ihrer Rassen für überlegen halten. Dann werden die Verzicht­leistungen, die Wiedergutmachung und schließlich der Friede kommen als gesetzmäßige Frucht der Liebe und der Demut, des Glaubens und des guten Willens. (321, 9 - 11)


Kapitel 35 - Die Macht der Gedanken, der Gefühle und des Willens

Das Senden und Empfangen von Gedanken und deren Wirkungen

 1. Es gibt Kräfte, die – nicht sichtbar für den menschlichen Blick und nicht wahrnehmbar für die Wissenschaft des Menschen – beständig Einfluss auf euer Leben ausüben.

 2. Es gibt gute, und es gibt böse; die einen geben euch Gesundheit, und die anderen verursachen bei euch Krank­heiten; es gibt lichtvolle und dunkle.

 3. Woher stammen jene Kräfte? Vom Geiste, Jünger, vom Verstande und von den Gefühlen.

 4. Jeder inkarnierte oder entkörperte Geist sendet beim Denken Schwingun­gen aus; jedes Gefühl übt einen Ein­fluss aus. Ihr könnt sicher sein, dass die Welt voll von diesen Schwingungen ist.

 5. Jetzt könnt ihr leicht begreifen, dass dort, wo man im Guten denkt und lebt, heilsame Kräfte und Einflüsse vorhanden sein müssen, und dass dort, wo man außerhalb der Gesetze und Regeln lebt, die das Gute, die Gerech­tigkeit und die Liebe kennzeichnen, unheilvolle Kräfte existieren müssen.

 6. Beide erfüllen den Raum und kämpfen gegeneinander; sie haben Einfluss auf das Gefühlsleben der Menschen, und wenn diese zu unter­scheiden vermögen, nehmen sie die guten Eingebungen an und weisen die schlechten Einflüsse zurück. Aber wenn sie schwach sind und im Voll­bringen des Guten nicht geübt sind, können sie diesen Schwingungen nicht Widerstand leisten und sind in Gefahr, zu Sklaven des Bösen zu werden und seiner Herrschaft zu erliegen. (40, 58 - 63)

 7. Alles Geistige im Universum ist ein Quell des Lichts, sichtbar oder unsichtbar für euch, und dieses Licht ist Kraft, ist Macht, ist Inspiration. Den Ideen, Worten und Werken entströmt ebenfalls Licht, der Reinheit und Ho­heit entsprechend, die sie besitzen. Je höherstehend die Idee oder das Werk ist, desto zarter und feiner ist seine Schwingung und die davon ausgehende Inspiration, wenn es auch für die Skla­ven des Materialismus schwerer ist, sie wahrnehmen zu können. Dennoch – die Wirkung, welche die hohen Gedanken und Werke geistig ausüben, ist groß. (16, 16)

 8. Wenn eurem Sinn eine Idee oder ein Gedanke des Lichts entspringt, so gelangt er an seine Bestimmung, um seine wohltätige Aufgabe zu erfüllen. Wenn statt Gedanken der Güte von eurem Sinn unreine Ausstrahlungen ausgehen, so werden sie nur Schaden verursachen, wohin ihr sie sendet. Ich sage euch, auch die Gedanken sind Werke, und als solche bleiben sie in dem Buche niedergeschrieben, das in eurem Gewissen existiert.

 9. Ob eure Werke gut oder böse sind – ihr werdet das, was ihr euren Mit­menschen wünschtet, vielfach zurück­erhalten. Es wäre besser für euch, euch selbst etwas Böses zu tun, als es einem eurer Nächsten zu wünschen.

 10. Darum sagte Ich euch in der "Zweiten Zeit": "Das, was man sät, erntet man"; denn es ist notwendig, dass ihr eure Erfahrungen in diesem Leben erkennt und daran denkt, dass eure Ernten euch denselben Samen bescheren, den ihr ausgesät habt, je­doch in Vervielfältigung.

 11. O Menschheit, du hast die Lehren deines Meisters weder bedenken, füh­len noch leben wollen! (24, 15 - 18)

 12. Das ist der Grund, weshalb Ich euch gesagt habe, dass ihr nicht die Macht des Gedankens erkanntet. Heute sage Ich euch, dass der Gedanke Stimme und Gehör ist, dass er Waffe und Schild ist. Er erschafft ebenso wie er zerstört. Der Gedanke verkürzt die Entfernung zwischen ferne voneinan­der Weilenden und findet die, deren Spur er verloren hatte.

 13. Erkennt eure Waffen, bevor der Kampf beginnt. Wer sich vorzubereiten versteht, wird stark und unüberwind­lich sein. Es wird nicht notwendig sein, dass ihr Mordwaffen schwingt. Euer Schwert soll der reine und lautere Ge­danke sein, und euer Schild der Glaube und die Nächstenliebe. Selbst in der Stille soll eure Stimme als Botschaft des Friedens ertönen. (76, 34)

 14. Wachet, darauf achtend, dass ihr euren Verstand nicht mit unreinen Gedanken befleckt. Er ist schöpferisch, und wenn ihr einer schlechten Vor­stellung Obdach gewährt, wirkt sie herabziehend auf niedere Ebenen, und euer Geist wird vom Dunkel umfangen. (146, 60)

 15. Die vereinten Gedanken einer großen Menschengruppe werden fähig sein, die schlechten Einflüsse niederzu­ringen und die Götzen von ihren So­ckeln zu stoßen. (160, 60)

 16. Heute kann Ich euch versichern, dass in der Zukunft die Mitteilung durch Gedanken eine große Entfaltung erreichen wird; und durch dies Ver­ständigungsmittel werden viele Barrie­ren verschwinden, die heute noch die Völker und Welten trennen. Wenn ihr lernt, euch gedanklich mit eurem Vater zu verbinden, wenn ihr die Zwiespra­che von Geist zu Geist erreicht ‑ was könnte euch dann noch Schwierigkei­ten bereiten, euch mit euren sichtbaren oder unsichtbaren, anwesenden oder abwesenden, nahen oder fernen Ge­schwistern in Verbindung zu setzen? (165, 15)

 17. Eure Gedanken erreichen Mich immer, so unvollkommen sie auch seien, und Ich vernehme eure Gebete, auch wenn ihnen der Glaube fehlt, den ihr immer in sie legen sollt. Der Grund dafür ist, dass mein Geist die Schwin­gung und die Gefühle aller Wesen aufnimmt.

 18. Aber die Menschen, die wegen ihrer Selbstsucht Distanz zueinander halten, weitab vom geistigen Leben infolge des Materialismus, in den sie sich heutzutage haben verstricken las­sen, sind nicht darauf vorbereitet, sich mittels ihrer Gedanken untereinander verständigen zu können.

 19. Dennoch, Ich sage euch, dass es notwendig ist, dass ihr euren Geist zu schulen beginnt. Um dies zu erreichen, "sprecht" zu den Geistwesen, auch wenn ihr keine deutlich wahrnehmbare Antwort von ihnen erhaltet.

 20. Morgen, wenn alle zu geben ge­lernt haben, werden sie immer mehr Hinweise auf eine geistige Verständi­gung erhalten, wie sie sich die Men­schen niemals träumen ließen. (238, 51)

Die Kraft der Gefühle, Wünsche oder Befürchtungen

 21. In jedem Augenblicke gehen ge­dankliche oder geistige Schwingungen von euch aus, aber in den meisten Fäl­len strahlt ihr Selbstsucht, Hass, Ge­walttätigkeit, Eitelkeit und niedere Leidenschaften aus. Ihr verletzt und fühlt, wenn man euch verletzt: aber ihr liebt nicht, und deswegen fühlt ihr nicht, wenn man euch liebt, und mit euren krankhaften Gedanken sättigt ihr die Umgebung, in der ihr lebt, immer mehr mit Schmerz und erfüllt euer Dasein mit Unbehagen. Doch Ich sage euch: Sättigt alles mit Frieden, mit Harmonie, mit Liebe, dann werdet ihr glücklich sein. (16, 33)

 22. Denkt niemals schlecht von de­nen, die euch nicht mögen, und seid nicht erbittert über jene, die euch nicht verstehen, da ihr selbst das innerste Gefühl, das ihr gegenüber euren Nächsten habt, diesen gedanklich übermittelt. (105, 37)

 23. Seht ihr jene Menschen, die durch Gewalt mächtig sein wollen? Sehr bald werdet ihr sie von ihrem Irrtum überführt sehen.

 24. Ich werde ihnen beweisen, dass man nur durch die Güte, welche Aus­strahlung der Liebe ist, wahrhaft groß und mächtig sein kann. (211, 22 - 23)

 25. Euch fehlt der Glaube, um euer Angesicht empor zu richten und hoff­nungsvoll zu lächeln und der Zukunft ohne Befürchtungen, ohne Misstrauen ins Gesicht zu blicken, denn in der Zukunft bin Ich.

 26. Wie oft seid ihr krank, nur weil ihr dies denkt; denn auf Schritt und Tritt meint ihr, dass euch das Verhäng­nis verfolgt und der Schmerz auflauert. Dann zieht ihr durch euer Denken dunkle Kräfte an, mit denen ihr euer materielles Leben und euren geistigen Aufstiegsweg überschattet.

 27. Doch Ich bin hier bei euch, um aufs neue den Glauben an das Leben, an die Wahrheit, an das Ewige, an den vollkommenen Frieden zu entzünden und auch um euch zu lehren, das Licht anzuziehen. (205, 28 - 29)

Der Mangel an Selbstüberwindung

 28. Der Mensch hat sich doppelt schuldig gemacht: nicht nur, weil er keinerlei Anstrengungen unternimmt, damit die Binde fällt, die ihm die Kenntnis der höchsten Belehrungen verwehrt, sondern auch deshalb, weil er sich nicht von den Fesseln der Materie befreit hat, die ihn – im Gegensatz zu den geistigen Freuden – zu den körper­lichen Genüssen verführt haben. Das ist der Grund, weshalb er sich unter die Herrschaft der Leidenschaften ver­sklavt hat und zulässt, dass sein Geist einem Lahmen gleicht, der nichts tut, um gesund zu werden.

 29. Auf allen Gebieten sehe Ich die Mehrzahl der Menschen haltlos, überall begegne Ich nur dem schwachen Men­schen. Und worauf ist das zurückzu­führen? Darauf, dass ihr nicht den Mut und genügend Willenskraft habt, aus dem Schmutz, in dem ihr steckt, he­rauszukommen, die Trägheit zu über­winden, die die Fesseln schmiedet, die an die Materie binden, und dies ist der Ursprung aller Laster, aller Fehler.

 30. Aber der Mensch will von jener Macht, mit der er ausgestattet wurde, welche der Wille ist, keinen Gebrauch machen; dem Willen, welcher der un­eingeschränkte Gesetzgeber sein soll, welcher zum obersten Führer werden soll und, von der Vernunft unterstützt, kämpfen soll – Macht gegen Macht, Herrschaft gegen Herrschaft. Auf der einen Seite die Leidenschaften und die Begierden, auf der anderen die Ver­nunft und der Wille, bis diese letzteren die Schlacht gewinnen und ihr sagen könnt, dass ihr befreit seid.

 31. Dann werdet ihr die großen Pro­pheten, die großen Erleuchteten, die "Übermenschen" sein können. Dann werdet ihr mit den wilden Tieren zu­sammenleben und mit Reptilien spielen können. Denn wahrlich, Ich sage euch, es sind die euch belastenden Verfeh­lungen, die bewirken, dass ihr jene kleinen Brüder von euch fürchtet, und dies ist auch der Grund dafür, dass sie euch angreifen.

 32. Doch wenn ihr euch die Zeit nehmt, die Menschen zu beobachten, werdet ihr entdecken, dass es Men­schen gibt, die wilder als Tiger sind und die mehr Gift haben als die Kobra. (203,3-6)