Kap. 64 Prophetien
     Die Erfüllung alter und neuer  Prophetien
     Große Völkerprophetie vom  10. Januar 1945, gegen Ende des  Zweiten Weltkrieges
     Kriege und Naturkatastrophen –  Zeichen am Himmel
     Prophetie über die Spaltung der  mexikanischen Gemeinden

Kap. 65 Gleichnisse
     Gleichnis von den schlechten Hausverwaltern
     Gleichnis von der Wüstendurchquerung bis zur Großen Stadt
     Gleichnis von der Großmut eines Königs
     Seligpreisungen und Segnungen
     Ermutigungen zur  Aufwärtsentwicklung



 

XVI. PROPHEZEIUNGEN UND GLEICHNISSE, TROST UND VERHEIßUNG

Kapitel 64 - Prophezeiungen

Die Erfüllung alter und neuer Prophezeiungen

 1. Was die Propheten verkündeten, wird in dieser Zeit in Erfüllung gehen. Mein neues Wort wird zu Philosophen und Theologen gelangen, viele werden darüber spotten, und andere werden sich empören. Doch während dies ge­schieht, werden ihre verwunderten Augen die Erfüllung der Prophetien schauen, die Ich euch jetzt angekündigt habe. (151, 75)

 2. Jene Propheten vergangener Zeiten erhielten keinerlei rechtliche Vollmacht oder Ermächtigung auf Erden, sie wa­ren nicht gezwungen, sich irgendeiner Autorität zu unterwerfen und sie kon­zentrierten sich nur darauf, den Befeh­len ihres Herrn zu gehorchen, der sein Wort auf die Lippen jener von Ihm Erwählten legte.

 3. Voller Glauben und Mut hielt sie nichts von ihrer Aufgabe ab, das Volk mein Gesetz zu lehren und es vom religiösen Fanatismus abzubringen, indem sie ihm die Gleichgültigkeit und die Irrtümer der Priester zu Bewusst­sein brachten. (162, 7 – 8)

 4. Menschheit, erscheint dir der Schmerz, das Elend und das Chaos, das dich in dieser Zeit umfängt, als unvor­her­sehbar?

 5. Wenn ihr überrascht seid, dann deshalb, weil ihr euch für Meine Pro­phetien nicht interessiert und euch nicht vorbereitet habt.

 6. Alles war vorausgesehen, und alles war angekündigt, aber euch fehlte der Glaube, und nun trinkt ihr als Folge davon einen sehr bitteren Kelch.

 7. Auch heute prophezeie Ich durch das menschliche Verstandesvermögen. Einige Prophetien gehen bald in Erfül­lung, andere erst in fernen Zeiten.

 8. Dies Volk, das sie vernimmt, hat die große Verantwortung, sie der Mensch­heit bekannt zu machen. Denn sie enthalten Licht, das den Menschen die Wirklichkeit, in der sie leben, be­greif­lich macht, damit sie in ihrem rasenden Lauf auf den Abgrund zu innehalten. (276, 41 - 42)

 9. Vieles von dem, was Ich in dieser Zeit zu euch gesprochen habe, ist Pro­phetie, die sich mal auf die nächsten Zeiten, mal auf zukünftige Zeiten be­zieht. Deshalb wollen viele Menschen dieser göttlichen Botschaft keine Be­deutung beimessen.

 10. Dies Wort wird jedoch voll Licht unter den Menschen der kommenden Zeiten auferstehen, welche in ihm große Offenbarungen erkennen und entdecken werden, deren Genauigkeit und Voll­kommenheit die Wissen­schaftler in Erstaunen setzen werden. (216, 13)



Große Völkerprophetie vom 10. Januar 1945, gegen Ende des Zweiten Weltkrieges

 11. In diesem Augenblick spreche Ich zu den Nationen der Erde. Alle haben mein Licht; mit ihm sollen sie darüber nachdenken, dass sie gewagt haben, über das Leben zu verfügen, als ob sie die Eigentümer desselben wären.

 12. Wahrlich, Ich sage euch, eure Zerstörung und euer Schmerz hat bei vielen tiefe Reue hervorgerufen und hat Millionen von Menschen zum Lichte erweckt, die Mich suchen und anrufen, und von ihnen steigt ein Klageschrei zu Mir empor, der fragt: Vater, wird der Krieg 1945 womöglich nicht zu Ende gehen, und Du unsere Tränen nicht trocknen und uns den Frieden bringen?

 13. Hier bin Ich unter euch gegen­wärtig, o ihr sieben Nationen! Sieben Häupter, die ihr euch auf der Welt vor Mir emporgereckt habt!

 14. ENGLAND: Ich erleuchte euch, meine Gerechtigkeit wird euch noch schwer heimsuchen; doch Ich gebe euch Kraft, berühre euer Herz und sage euch: eure Machtansprüche werden fallen, eure Reichtümer euch genom­men und sie werden niemandem gege­ben werden.

 15. DEUTSCHLAND: Ich suche in diesem Augenblick euren Stolz heim und sage euch: bereitet euch, denn euer Same wird nicht untergehen. Um neue Länder habt ihr Mich gebeten, doch die Menschen haben sich in meine hohen Ratschlüsse eingemischt. Ich beuge euren Nacken und sage euch: nehmt meine Kraft und vertraut darauf, dass Ich euch retten werde.

 16. Aber wenn ihr nicht auf Mich vertrauen werdet und euch eurem Stolze hingeben solltet, werdet ihr allein und Sklave der Welt sein. Doch dies ist nicht mein Wille, denn nun ist die Zeit, in der Ich die Herren stürze und die Sklaven und Gefangenen be­freie. Nehmt mein Licht und richtet euch wieder auf.

 17. RUSSLAND: Mein Geist sieht alles. Die Welt wird nicht euer sein. Ich werde es sein, der über euch alle re­giert. Ihr werdet nicht imstande sein, meinen Namen auszulöschen, denn Christus, der zu euch spricht, wird über alle Menschen herrschen. Befreit euch vom Materialismus und bereitet euch für ein neues Leben vor, denn wenn dies nicht geschieht, werde ich euren Hochmut brechen. Ich übergebe euch mein Licht.

 18. ITALIEN: Ihr seid nicht mehr der Herr wie in den vergangenen Zeiten; heute haben euch Spott, Knechtschaft und Krieg zugrundegerichtet. Infolge eurer Entartung durchlebt ihr eine große Läuterung. Doch Ich sage euch: erneuert euch, beseitigt euren Fanatis­mus und Götzendienst und erkennt Mich als den höchsten Herrn. Ich werde neue Inspira­tionen und Licht auf euch ausgießen. Nehmt meinen Heil­balsam und vergebt einander.

 19. FRANKREICH: Ihr bringt euren Schmerz vor Mich. Euer Wehklagen gelangt bis zu meinem hohen Thron. Ich empfange euch. Früher habt ihr euch zum Herrn erhoben, jetzt zeigt ihr Mir nur die Ketten, die ihr mit euch schleppt.

 20. Ihr habt weder gewacht noch ge­betet. Ihr habt euch den Vergnügungen des Fleisches hingegeben und der Dra­che hat euch zur Beute genommen.

 21. Doch Ich werde euch retten, denn die Klagen eurer Frauen und das Wei­nen der Kinder dringt zu Mir empor. Ihr wollt euch retten und Ich reiche euch meine Hand. Aber wahrlich, Ich sage euch: wachet, betet und vergebt!

 22. VEREINIGTE STAATEN: In diesem Augenblick empfange Ich auch euch. Ich betrachte euer Herz – es ist nicht aus Stein, sondern aus Metall, aus Gold. Euer Gehirn aus Metall sehe Ich verhärtet. Ich finde keine Liebe bei euch, entdecke keine Geistigkeit. Ich sehe nur Größenwahn, Ehrgeiz und Habgier.

 23. "Macht nur so weiter", doch Ich frage euch: wann wird mein Same bei euch tiefe Wurzeln treiben? Wann werdet ihr euer "Goldenes Kalb" und euren "Turm von Babel" niederreißen, um stattdessen den wahren Tempel des Herrn aufzurichten?

 24. Ich berühre euer Gewissen vom ersten bis zum letzten und vergebe euch. Ich erleuchte euch, damit in der schwersten Stunde, wenn die Heimsu­chung ihren Höhepunkt erreicht, euer Verstand nicht getrübt ist, sondern klar denkt und euch daran erinnert, dass Ich über euch stehe.

 25. Ich gebe euch Licht, Kraft und Vollmacht. Mischt euch nicht in meine hohen Ratschlüsse ein, denn wenn ihr meinen Weisungen nicht gehorchen oder die Grenze die ich ziehe über­schreiten solltet, wird Schmerz, Zerstö­rung, Feuer, Seuche und Tod über euch kommen.

 26. JAPAN: Ich empfange euch und spreche zu euch. Ich bin in euer Hei­ligtum eingetreten und habe alles be­trachtet. Ihr wollt nicht Letzter sein, habt immer Erster sein wollen. Doch wahrlich, Ich sage euch: dieser Same ist nicht wohlgefällig vor Mir.

 27. Es ist nötig, dass ihr den Lei­denskelch leert, damit sich euer Herz läutert. Es ist erforderlich, dass sich eure "Sprache"¨ mit anderen "Spra­chen" vermischt. Es ist notwendig, dass die Welt sich euch nähert. Wenn die Welt vorbereitet und geläutert ist, wird sie euch den Samen bringen, den Ich ihr übergeben werde. Denn Ich sehe niemanden zugerüstet. Ich sehe bei euch nicht den geistigen Samen Meiner Göttlichkeit. Doch Ich werde den Weg bahnen.

 28. Bald wird es auf der ganzen Welt ein Chaos der Weltanschauungen ge­ben, eine Verwirrung der Wissen­schaften und Theorien. Doch nach diesem Chaos wird das Licht zu euch gelangen. Ich bereite euch alle zu und vergebe euch und sorge dafür, dass ihr den rechten Weg beschreitet.

 29. Wenn der Zeitpunkt da ist und der Friede zu den Nationen kommt, so sei nicht widersetzlich, schaltet euch nicht in meine hohen Ratschlüsse ein, noch widersetzt euch meinem Willen. Wenn die Nationen Frieden geschlos­sen haben, sollt ihr ihnen nicht in den Rücken fallen, denn dann werde Ich mein Gericht über euch kommen las­sen.

 30. Sieben Nationen! Sieben Häup­ter! Der Vater hat euch empfangen. Vor euch, unter eurer Herrschaft steht die Welt. Ihr seid Mir für sie verant­wortlich!

 31. Das Licht des "Buches der Sieben Siegel" sei in jeder der Nationen, damit die Menschen sich zurüsten, wie es mein Wille ist. Mein Friede sei mit euch! (127, 50 - 65)


Kriege und Naturkatastrophen – Zeichen am Himmel

 32. Dieselbe Welt, die ihr derzeit bewohnt, ist lange Zeit hindurch ein Schlachtfeld gewesen. Doch dem Men­schen hat die enorme Erfahrung, die ihm von seinen Vorfahren vermacht wurde, nicht genügt – eine bittere und schmerzvolle Erfahrung, die wie ein durch das Gewissen aufgeschlagenes Buch vor den Menschen dieser Zeit liegt.

 33. Aber das Herz der Menschen ist zu hart, um jene Frucht der Erfahrung anzunehmen, die wie ein Licht­ver­mächt­nis ist. Das einzige, was sie von ihren Vorfahren als Erbe übernommen haben, ist der Hass, der Stolz, der Groll, die Habgier, der Hochmut und die Rache gewesen, die ihnen im Blute weitergegeben wurden. (271, 65)

 34. Bedenkt, dass Gerichtszeit ist; denn wahrlich, Ich sage euch, jedes Vergehen wird gesühnt werden. Die Erde selbst wird Rechenschaft fordern von dem schlechten Gebrauch, den der Mensch von ihr und ihren Naturreichen gemacht hat.

 35. Alles, was zerstört worden ist, wird euch zur Rechenschaft ziehen und die Menschen dadurch erkennen lassen, dass sie vom Schöpfer mit Liebes­ab­sichten geschaffen wurden, und dass gerade jener einzige Wille, der sie vernichten könnte, sie umsorgt, sie beschützt und sie segnet. (180, 67)

 36. Ich übergebe euch diese Bot­schaft, die ihr über die Meere hinweg weitergeben müsst. Mein Wort soll den Alten Kontinent durchqueren und selbst zu den Menschen Israels gelan­gen, die sich in einen brudermörderi­schen Kampf um ein Stückchen Land gestürzt haben, ohne sich des Elends ihres Geistes bewusst zu werden.

 37. Ihr könnt euch die Prüfung, die die Welt durchleben wird, nicht vor­stellen. Alle erwarten den Frieden, doch dieser wird erst zur Geltung kommen, nachdem die Naturgewalten von Mir Zeugnis abgelegt haben. (243, 52)

 38. Meine Naturkräfte werden entfes­selt sein und ganze Landstriche verhee­ren. Die Wissenschaftler werden einen neuen Planeten entdecken, und ein "Sternenregen"¨ wird eure Welt er­hellen. Aber dies wird kein Unheil für die Menschheit herbeiführen; es wird den Menschen nur das Kommen einer neuen Zeit ankündigen. (182, 38)

 39. Ich habe euch schon offenbart, dass mein Volk über die ganze Erde verstreut ist, das heißt, dass der geistige Same auf dem ganzen Erdkreis ausge­streut ist.

 40. Heute seid ihr uneinig und miss­achtet euch sogar gegenseitig wegen Kleinigkeiten. Doch wenn die materia­listischen Lehren euch alle zu überwäl­tigen drohen, werdet ihr, die ihr mit dem Geiste denkt und fühlt, endlich eins werden. Wenn jene Zeit kommt, werde Ich euch ein Zeichen geben, damit ihr euch erkennen könnt ‑ etwas, das ihr in derselben Weise sehen und hören könnt. Wenn ihr euch dann ge­genseitig Zeugnis davon gebt, werdet ihr verwundert sein und sagen: "Es ist der Herr, der uns besucht hat." (156, 35 - 36)


Prophetie über die Spaltung der mexikanischen Gemeinden

 41. Hör Mir jetzt gut zu, Volk, und gehe daran, mein Wort würdig und wahr zu befolgen.

 42. Ich sehe, dass ihr Traurigkeit in euren Herzen tragt, weil ihr vorausahnt, dass nicht alle diese Menschenscharen sich an das Gesetz halten werden, das Ich in euren Geist geschrieben habe. Doch Ich sage euch, dass sich heute wie in der "Ersten Zeit" das Volk spal­ten wird.

 43. Ich habe viel zu euch gesprochen und habe für alle einen einzigen Pfad gekennzeichnet. Deshalb sage Ich euch: falls einige meiner Kinder Mir ungehor­sam sind, wird der Urteilspruch über dies Volk gefällt werden, wenn der durch den Willen eures Vaters festgesetzte Tag da ist, um diese Kund­gebung zu beenden.

 44. Ich bin in dieser Zeit als ein Be­freier zu euch gekommen, habe euch den Weg durch die Wüste gezeigt, das geistige "Tagewerk" des Kampfes um die Be­freiung und Rettung, und habe euch am Ende das neue Land der Ver­heißung versprochen, welches Friede, Licht und Seligkeit für den Geist ist.

 45. Wohl denen, die aufbrechen und Mir auf dieser Reise folgen im Verlan­gen nach Befreiung und Vergeistigung, denn sie werden sich niemals verlassen noch schwach fühlen in den Prüfungen, die ihnen die weite Wüste bringt.

 46. Wehe dagegen denen, die gegen den Glauben verstoßen, die die Dinge der Welt mehr lieben als das Geistige – denen, die weiterhin an ihren Götzen­bildern und ihren Traditionen festhal­ten! In der Meinung, Mir zu dienen, werden sie Untertanen des "Pharao" sein, welcher das "Fleisch", der Mate­rialismus, der Götzendienst ist.

 47. Wer zum Gelobten Lande, zum Vaterland des Geistes kommen möchte, muss bei seinem Gang durch die Welt eine Spur des Guten hinterlassen.

 48. Kommt auf diesem Wege und fürchtet euch nicht. Denn wenn ihr eure Hoffnung auf Mich setzt, ist es un­möglich, euch zu verirren. Wenn ihr euch fürchtet oder kein Vertrauen habt, dann ist euer Glaube nicht absolut, und Ich sage euch, dass wer Mir nachfolgen will, von meiner Wahrheit überzeugt sein muss. (269, 50-51)


Kapitel 65 – Gleichnisse, Trost und Verheißung

Gleichnis von den schlechten Haus­verwaltern

 1. Im Verlangen nach Barmherzigkeit näherte sich einem Hause eine Men­schen­menge von Hungrigen, Kranken und Nackten.

 2. Die Verwalter des Hauses rüsteten es unablässig zu, um die Durchziehen­den an ihrem Tische zu bewirten.

 3. Der Gutsbesitzer, Eigentümer und Herr jener Ländereien kam dazu, um den Vorsitz des Festmahls einzuneh­men.

 4. Die Zeit verging und die Bedürf­tigen fanden in dem Hause immer Nah­rung und Obdach.

 5. Eines Tages sah jener Herr, dass das Wasser auf dem Tische trübe war, dass die Speisen nicht gesund und wohl­schmeckend und die Tischtücher befleckt waren.
 6. Da rief er die mit der Zurichtung der Speisetafel Beauftragten zu sich und sagte ihnen: "Habt ihr die Leintü­cher gesehen und die Speisen gekostet und von dem Wasser getrunken?"

 7. "Ja, Herr," antworteten jene.

 8. "Dann lasst, bevor ihr diesen Hung­rigen zu essen gebt, zuerst eure Kinder davon essen, und wenn sie die Speisen gut finden, gebt diesen Gästen davon."

 9. Die Kinder nahmen von dem Brot, den Früchten und was es auf dem Ti­sche gab; doch der Geschmack war widerwärtig, und es gab Unzufrie­den­heit und Aufruhr dagegen, und sie beschwerten sich heftig.

 10. Da sagte der Gutsbesitzer denen, die noch warteten: "Kommt unter einen Baum, denn ich werde euch die Früchte meines Gartens und wohlschmeckende Speisen anbieten."

 11. Doch zu den Dienstleuten sagte er dies: "Reinigt das Befleckte, besei­tigt den schlechten Geschmack von den Lippen derer, die ihr enttäuscht habt. Ich habe keinen Gefallen an euch, denn ich habe euch aufgetragen, alle Hun­gernden und Dürstenden zu empfan­gen, um ihnen die besten Speisen und reines Wasser anzubieten, und ihr habt es nicht befolgt. Eure Arbeit ist mir nicht wohlgefällig."

 12. Der Herr jener Ländereien berei­tete nun das Festmahl selbst vor: das Brot war gehaltvoll, die Früchte gesund und reif, das Wasser frisch und erqui­ckend. Dann lud er jene ein, die darauf warteten – Bettler, Kranke und Aussät­zige -, und alle sättigten sich, und ihre Freude war groß. Bald waren sie ge­sund und frei von Leiden, und sie ent­schieden sich, auf dem Landgut zu bleiben.

 13. Sie begannen die Felder zu bestellen, wurden zu Feldarbeitern, doch sie waren schwach und wussten den Anweisungen jenes Herrn nicht zu folgen. Sie vermischten verschie­denar­tige Samen­körner, und das Erntegut entartete, der Weizen wurde vom Un­kraut erstickt.

 14. Als die Zeit der Ernte da war, kam der Gutsherr und sprach zu ihnen: "Was tut ihr da, wo ich euch doch nur die Verwaltung des Hauses aufgetragen habe, um die Gäste zu empfangen? Die Aussaat, die ihr ausgebracht habt, ist nicht gut, andere sind zur Bestellung der Felder bestimmt. Geht und säubert das Land von Disteln und Unkraut und verwaltet dann wieder das Haus. Der Brunnen ist ausgetrocknet, das Brot kräftigt nicht, und die Früchte sind bitter. Tut an den Durchziehenden, was ich an euch getan habe. Wenn ihr die, die sich an euch wenden, genährt und geheilt habt, wenn ihr den Schmerz eurer Nächsten beseitigt habt, dann werde ich euch in meinem Hause aus­ruhen lassen." (196, 47 - 49)


Gleichnis von der Wüstendurch­querung bis zur Großen Stadt

 15. Zwei Wanderer gingen mit lang­samen Schritten durch eine weite Wüste, ihre Füße schmerzten vom heißen Sand. Sie gingen einer fernen Stadt entgegen, und nur die Hoffnung, an ihr Ziel zu gelangen, belebte sie auf ihrem schweren Wege; denn das Brot und das Wasser gingen allmählich zur Neige. Der jüngere der beiden begann zu ermatten und bat seinen Gefährten, die Reise alleine fortzusetzen, weil ihn die Kräfte verließen.

 16. Der bejahrte Wanderer versuchte dem jungen neuen Mut einzuflößen, indem er ihm sagte, dass sie vielleicht schon bald auf eine Oase stoßen wür­den, wo sie die verlorenen Kräfte zu­rückgewinnen würden; aber jener fasste keinen neuen Mut.

 17. Der Ältere gedachte ihn nicht in jener Einöde im Stich zu lassen, und obwohl auch er müde war, lud er den ermatteten Gefährten auf seinen Rü­cken und setzte die Wanderung müh­sam fort.

 18. Nachdem der Jüngling ausgeruht war, und er die Mühsal erwog, die er dem bereitete, der ihn auf seinen Schultern trug, löste er sich von seinem Hals, nahm ihn bei der Hand, und so setzten sie ihren Weg fort.

 19. Unermesslicher Glaube beseelte das Herz des greisen Wanderers, wel­cher ihm Kräfte gab, seine Müdigkeit zu über­winden.

 20. Wie er es erahnt hatte, tauchte am Horizont eine Oase auf, unter deren Schatten sie die Kühle einer Quelle erwartete. Schließlich gelangten sie zu ihr und tranken von jenem erquicken­den Wasser, bis sie sich sattgetrunken hatten.

 21. Sie fielen in einen erholsamen Schlaf, und beim Erwachen fühlten sie, dass die Müdigkeit verschwunden war, auch hatten sie weder Hunger noch Durst. Sie fühlten Frieden in ihren Herzen und die Kraft, zu der Stadt zu gelangen, die sie suchten.

 22. Sie wollten jenen Ort eigentlich nicht verlassen, doch die Reise musste fortgesetzt werden. Sie füllten ihre Gefäße mit jenem kristallklaren und reinen Wasser und nahmen ihren Weg wieder auf.

 23. Der betagte Wanderer, der die Stütze des jungen gewesen war, sagte: "Wir wollen von dem Wasser, das wir bei uns tragen, nur mit Maßen Gebrauch machen. Es ist möglich, dass wir unterwegs einige Pilger treffen, die, von Erschöpfung überwältigt, am Ver­dursten oder krank sind, und es wird dann notwendig sein, ihnen das anzu­bieten, was wir bei uns tragen."

 24. Der junge Mann widersprach und sagte, dass es unvernünftig wäre, von dem zu geben, was vielleicht nicht einmal für sie selbst ausreichen würde; dass sie es in so einem Falle zu dem Preis verkaufen könnten, den sie woll­ten, da es sie so große Anstrengung gekostet hatte, jenes kostbare Element zu erlangen.

 25. Der Alte war mit dieser Antwort nicht zufrieden und erwiderte ihm, dass wenn sie Frieden in ihrem Geist haben wollten, sie das Wasser mit den Notlei­denden teilen müssten.

 26. Verdrossen sagte der junge Mann, dass er es vorzöge, das Wasser seines Gefäßes allein zu verbrauchen, ehe er es mit jemanden teilte, den man unterwegs treffen würde.

 27. Wieder ging die Ahnung des Al­ten in Erfüllung, denn vor sich sahen sie eine aus Männern, Frauen und Kin­dern bestehende Karawane, die in der Wüste verirrt dem Untergang nahe war.

 28. Eilig ging der gute Alte auf jene Leute zu und gab ihnen zu trinken. Die Ermatteten fühlten sich sogleich ge­stärkt, die Kranken öffneten ihre Au­gen, um jenem Reisenden zu danken, und die Kinder hörten auf, vor Durst zu weinen. Die Karawane erhob sich und setzte ihre Reise fort.

 29. Friede war im Herzen des edel­mütigen Wanderers, während der an­dere, als er sein Gefäß leer sah, besorgt zu dem Gefährten sagte, dass sie um­kehren und die Quelle aufsuchen soll­ten, um das Wasser, das sie verbraucht hatten, zu ersetzen.

 30. "Wir dürfen nicht zurückgehen," sagte der gute Wandersmann, "wenn wir Glauben haben, werden wir weiter vorne auf neue Oasen stoßen."

 31. Doch der Jüngling zweifelte, hatte Furcht und zog es vor, auf der Stelle von seinem Gefährten Abschied zu nehmen, um im Verlangen nach der Quelle zurückzugehen. Sie, die Lei­densgefährten gewesen waren, trennten sich. Während der eine auf dem Pfade weiterging, vom Glauben an sein Ziel beseelt, lief der andere bei dem Gedan­ken, er könnte in der Wüste umkom­men, mit der Zwangsvorstellung des Todes in seinem Herzen der Quelle zu.

 32. Schließlich kam er keuchend und erschöpft an. Aber zufrieden trank er sich satt, vergaß den Gefährten, den er alleine gehen ließ, und ebenso auch die Stadt, auf die er verzichtet hatte, und beschloss, fortan in der Wüste zu le­ben.

 33. Es dauerte nicht lange, da zog in der Nähe eine Karawane vorüber, die aus erschöpften und durstigen Männern und Frauen bestand. Sie kamen begie­rig näher, um von dem Wasser jener Quelle zu trinken.

 34. Doch plötzlich sahen sie einen Mann auftauchen, der ihnen zu trinken und zu rasten verbot, wenn sie ihm jene Wohltaten nicht bezahlten. Es war der junge Wanderer, der sich der Oase bemächtigt und sich zum Herrn der Wüste gemacht hatte.

 35. Jene Menschen hörten ihn traurig an, denn sie waren arm und konnten jenen kostbaren Schatz, der ihren Durst löschen würde, nicht kaufen. Schließ­lich trennten sie sich von dem wenigen, das sie bei sich trugen, kauften ein we­nig Wasser, um den brennenden Durst zu lindern, und setzten ihren Weg fort.

 36. Bald wandelte sich jener Mensch vom Herrn zum König, denn nicht immer waren es Arme, die dort durch­zogen; es gab auch Mächtige, die ein Vermögen für ein Glas Wasser geben konnten.

 37. Dieser Mann erinnerte sich nicht mehr an die Stadt jenseits der Wüste, und noch weniger an den brüderlichen Gefährten, der ihn auf seinen Schultern getragen und ihn davor bewahrt hatte, in jener Einöde umzukommen.

 38. Eines Tages sah er eine Kara­wane kommen, die zielsicher der Gro­ßen Stadt zustrebte. Doch mit Staunen beobachtete er, dass jene Männer, Frauen und Kinder voll Kraft und Freude ausschritten und dabei ein Lob­lied anstimmten.

 39. Der Mann verstand nicht, was er erblickte, und seine Überraschung wurde noch größer, als er sah, dass an der Spitze der Karawane jener voran­ging, welcher sein Reisegefährte gewe­sen war.

 40. Die Karawane hielt vor der Oase an, während die beiden Männer einan­der gegenüberstanden und sich erstaunt betrachteten. Endlich fragte der Oasen­bewohner den, der sein Gefährte gewe­sen war: "Sage mir, wie ist es möglich, dass es Menschen gibt, die diese Wüste durchqueren, ohne Durst zu fühlen oder Müdigkeit zu verspüren?"

 41. Er tat dies, weil er in seinem In­nern daran dachte, was von dem Tag an aus ihm würde, an dem niemand mehr herbeikommen würde, um ihn um Wasser oder Obdach zu bitten.

 42. Der gute Wanderer sagte zu sei­nem Gefährten: "Ich gelangte zu der Großen Stadt, doch nicht allein. Un­terwegs traf ich Kranke, Dürstende, Verirrte, Erschöpfte, und ihnen allen gab ich neuen Mut durch den Glauben, der mich beseelt, und so gelangten wir von Oase zu Oase eines Tages vor die Tore der Großen Stadt.

 43. Dort wurde ich vor den Herrn jenes Reiches gerufen, der mir, als er sah, dass ich die Wüste kannte und Mitleid mit den Reisenden hatte, den Auftrag gab, zurückzukehren, um Füh­rer und Berater der Reisenden bei der qualvollen Wüstendurchquerung zu sein.

 44. Und hier siehst du mich, wie ich gerade eine weitere Karawane führe, die ich zu der Großen Stadt bringen muss. – Und du? Was machst du hier?" fragte er den, der in der Oase geblieben war. – Dieser schwieg beschämt.

 45. Da sagte der gute Reisende zu ihm: "Ich weiß, dass du dir diese Oase angeeignet hast, dass du Wasser ver­kaufst und für den Schatten Geld ver­langst. Diese Güter gehören dir nicht, sie wurden von einer göttlichen Macht in die Wüste gelegt, damit derjenige von ihnen Gebrauch mache, der sie benötigen würde.

 46. Siehst du diese Menschenscha­ren? Sie bedürfen keiner Oase, weil sie weder Durst spüren noch müde wer­den. Es genügt, dass ich ihnen die Bot­schaft weitergebe, die ihnen der Herr der Großen Stadt durch meine Ver­mittlung sendet, und schon machen sie sich auf und finden bei jedem Schritt neue Kraft dank dem hohen Ziel, das sie haben: jenes Reich zu erreichen.

 47. Überlasse die Quelle den Dürs­tenden, damit sie bei ihr Erquickung finden und jene ihren Durst löschen, die die Härten der Wüste erleiden.

 48. Dein Stolz und Egoismus hat dich verblendet. Doch was hat es dir ge­nützt, Herr dieser kleinen Oase zu sein, wenn du in dieser Einöde lebst und dich der Möglichkeit beraubt hast, die Große Stadt kennen zu lernen, der wir gemeinsam entgegengingen? Hast du jenes hohe Ziel bereits vergessen, das wir beide hatten?"

 49. Als jener Mann den schweigend angehört hatte, der ein treuer und selbstloser Gefährte gewesen war, brach er in Tränen aus, weil er Reue fühlte wegen seiner Verfehlungen. Er riss sich die falschen Prunkgewänder vom Leibe und suchte den Ausgangs­punkt auf, welcher dort war, wo die Wüste begann, um dem Weg zu folgen, der ihn zu der Großen Stadt führen würde. Doch nun ging er seinen Weg von einem neuen Lichte erleuchtet, dem des Glaubens und der Liebe zu seinen Mitmenschen.

- Ende des Gleichnisses -

 50. Ich bin der Herr der Großen Stadt und Elia der Greis meines Gleichnis­ses. Er ist "die Stimme dessen, der in der Wüste ruft", er ist der, der sich aufs neue unter euch kundgibt in Erfüllung der Offenbarung, die Ich euch bei der Verklärung auf dem Berge Tabor gab. Er ist es, der euch in der "Dritten Zeit" zu der Großen Stadt führt, wo Ich euch erwarte, um euch den ewigen Lohn meiner Liebe zu geben.

 51. Folge Elia, o geliebtes Volk, und alles wird sich ändern in deinem Le­ben, in deiner Gottesverehrung und deinen Idealen; alles wird verwandelt werden.

 52. Habt ihr geglaubt, dass eure un­vollkommene Religionsausübung ewig bestehen bleiben würde? - Nein, meine Jünger. Morgen, wenn euer Geist die Große Stadt am Horizont erblickt, wird er wie sein Herr sagen: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt" (28, 18 - 40)


Gleichnis von der Großmut eines Königs

 53. Es war einmal ein König, der von seinen Untertanen umgeben einen Sieg feierte, den er über ein rebellisches Volk errungen hatte, das zum Vasallen wurde.

 54. Der König und die Seinen sangen eine Siegeshymne. Dann sprach der König so zu seinem Volke: "Die Kraft meines Armes hat gesiegt und hat mein Reich wachsen lassen; doch die Be­siegten werde ich wie euch lieben, ich werde ihnen Felder auf meinen Gütern geben, damit sie den Weinstock an­bauen, und es ist mein Wille, dass ihr sie ebenso liebt, wie ich sie liebe."

 55. Die Zeit verging, und unter jenem Volke, das durch die Liebe und die Gerechtigkeit jenes Königs gewonnen worden war, trat ein Mann auf, der sich gegen seinen Herrn auflehnte und ihn im Schlafe zu töten versuchte, wobei er ihn aber nur verletzte.

 56. Angesichts seines Verbrechens floh jener Mann voller Furcht, um sich in den dunkelsten Wäldern zu verste­cken, während der König die Undank­barkeit und die Abwesenheit seines Unter­gebenen beklagte, denn sein Herz liebte ihn sehr.

 57. Jener Mann wurde auf seiner Flucht von einem dem König feindli­chen Volke gefangengenommen, und als er angeklagt wurde, ein Untertan dessen zu sein, dessen Herrschaft sie nicht anerkannten, rief dieser ihnen erschreckt aus voller Kehle zu, dass er ein Flüchtling sei, weil er den König gerade erst getötet habe. Doch man schenkte ihm keinen Glauben und ver­urteilte ihn dazu, auf einem Scheiter­haufen zu sterben, nachdem er zuvor gemartert wurde.

 58. Als er bereits blutete, und man im Begriff war, ihn ins Feuer zu werfen, geschah es, dass der König mit seinen Knechten, die auf der Suche nach dem Rebellen waren, dort vorüberkam, und als er sah, was hier geschah, erhob jener Herrscher seinen Arm und sprach zu den Schergen: "Was tut ihr da, auf­rühre­risches Volk?" Und beim Klang der majestätischen und gebieterischen Stim­me des Königs warfen sich die Rebellen vor ihm nieder.

 59. Der undankbare Untertan, der noch immer nahe beim Feuer in Fes­seln lag und nur auf den Vollzug seines Urteils­spruches wartete, war verblüfft und bestürzt, als er sah, dass der König nicht tot war, und dass er sich ihm Schritt für Schritt näherte und ihn los­band.

 60. Er führte ihn weg vom Feuer und behandelte seine Wunden. Dann gab er ihm Wein zu trinken, bekleidete ihn mit einem neuen weißen Gewand, und nachdem er ihn auf die Stirne geküsst hatte, sprach er zu ihm: "Mein Unter­tan, warum bist du vor mir geflohen? Warum hast du mich verletzt? Ant­worte mir nicht mit Worten, ich will nur, dass du weißt, dass ich dich liebe, und ich sage dir jetzt: komm und folge mir nach."

 61. Jenes Volk, das diese Szenen der Barmherzigkeit miterlebte, rief ver­wundert und innerlich gewandelt: "Ho­siannah, Hosiannah!" Es bekannte sich als gehorsamen Vasallen jenes Königs und empfing nur Wohltaten von seinem Herrn, und der Untertan, der einst re­bellierte, fasste– von soviel Liebe sei­nes Königs überwältigt– den Vorsatz, jene Beweise grenzenloser Zuneigung zu vergelten, indem er seinen Herrn immerdar lieben und verehren würde, bezwungen von dessen so vollkomme­nem Handeln.

- Ende des Gleichnisses -

 62. Siehe, Volk, wie klar mein Wort ist! Doch die Menschen kämpfen gegen Mich und verlieren ihre Freundschaft zu Mir.

 63. Welchen Schaden habe Ich den Menschen angetan? Welchen Nachteil bringt ihnen meine Lehre und mein Gesetz?

 64. Wisset: sooft ihr Mich auch ver­letzt, jedes Mal wird euch vergeben werden. Aber dann seid ihr auch ver­pflichtet, euren Feinden zu vergeben, wann immer sie euch beleidigen.

 65. Ich liebe euch, und wenn ihr euch einen Schritt von Mir entfernt, so tue Ich den gleichen Schritt, um Mich euch zu nähern. Wenn ihr Mir die Tore eures Tempels verschließt, werde Ich an sie pochen, bis ihr öffnet und Ich ihn be­treten kann. (100,61-70)


Seligpreisungen und Segnungen

 66. Selig, wer sein Leid mit Geduld trägt, denn gerade in seiner Sanftmut wird er die Kraft finden, um auf seinem Entwick­lungswege weiterhin sein Kreuz zu tragen.

 67. Gesegnet sei, wer die Erniedri­gung mit Demut erträgt und denen zu vergeben vermag, die ihn beleidigt haben, denn Ich werde ihn rechtferti­gen. Doch wehe denen, die die Hand­lungen ihrer Mitmenschen richten, denn sie werden ihrerseits gerichtet werden!

 68. Gesegnet sei, wer das erste Gebot des Gesetzes erfüllt und Mich mehr als alles Erschaffene liebt.

 69. Gesegnet sei, wer Mich seine ge­rechte oder ungerechte Sache richten lässt. (44, 52 - 55)

 70. Selig, wer sich auf Erden demü­tigt, denn Ich werde ihm vergeben. Selig, wer verleumdet wird, denn Ich werde seine Unschuld bezeugen. Selig, wer Zeugnis von Mir ablegt, denn Ich werde ihn segnen. Und wer aufgrund der Ausübung meiner Lehre verkannt wird, den werde Ich anerkennen. (8, 30)

 71. Selig, die fallen und sich wieder aufrichten, die weinen und Mich seg­nen, die von ihren eigenen Brüdern verletzt auf Mich vertrauen im Inners­ten ihres Herzens. Diese Kleinen und Betrübten, Verspotteten, doch Sanft­mütigen und dadurch Starken im Geiste sind in Wahrheit meine Jünger. (22, 30)

 72. Selig, wer den Willen seines Herrn segnet, selig, wer sein eigenes Leiden segnet, weil er weiß, dass es seine Schandflecken abwaschen wird. Denn dieser gibt seinen Schritten Halt, um den Geistigen Berg zu ersteigen. (308, 10)

 73. Alle erwarten das Licht eines neuen Tages, die Morgenröte des Frie­dens, welche Beginn eines besseren Zeitalters sein soll. Die Unterdrückten erwarten den Tag ihrer Befreiung, die Kranken hoffen auf ein Heilmittel, das ihnen Gesundheit, Kraft und Lebens­freude zurückgibt.

 74. Wohl denen, die bis zum letzten Augenblick zu warten verstehen, denn ihnen wird mit Zinsen zurückgegeben werden, was sie verloren haben. Diese Erwartung segne Ich, denn sie ist Be­weis von Glauben an Mich. (286, 59 - 60)

 75. Wohl den Getreuen, Segen de­nen, die bis zum Ende ihrer Prüfungen standhaft bleiben. Gesegnet seien, die die Stärke, die ihnen meine Unterwei­sung zuteil werden lässt, nicht vergeu­det haben, denn sie werden in den kommenden Zeiten der Bitternis die Wechselfälle des Lebens kraft- und lichtvoll überstehen. (311, 10)

 76. Gesegnet seien, die Mich auf dem Altar der Schöpfung segnen und die Folgen ihrer Verfehlungen demütig entgegenzunehmen verstehen, ohne sie göttlichen Strafen zuzuschreiben.

 77. Gesegnet seien, die meinen Wil­len zu befolgen wissen und ihre Prü­fungen in Demut annehmen. Sie alle werden Mich lieben. (325, 7 - 8)


Ermutigungen zur Aufwärtsentwicklung

 78. Gesegnet seien, die Mich mit Demut und Glauben um den Aufstieg ihres Geistes bitten, denn sie werden empfangen, was sie von ihrem Vater erbitten.  79. Gesegnet seien, die zu warten verstehen, denn meine barmherzige Hilfe wird im geeigneten Augenblick in ihre Hände gelangen.

 80. Lernt, zu bitten und auch zu warten – im Wissen, dass meinem Liebeswillen nichts entgeht. Vertraut darauf, dass mein Wille sich in jedem eurer Bedürfnisse und in jeder eurer Prüfungen bekundet. (35, 1 -3)

 81. Gesegnet seien die, die von ei­nem Paradies des Friedens und der Harmonie träumen.

 82. Wohl jenen, die die Trivialitäten, die Eitelkeiten und Leidenschaften, welche dem Menschen nichts Gutes bringen und noch weniger seinem Geist, verachten und sie gleichgültig betrachtet haben.

 83. Gesegnet seien jene, die die fa­natischen Kulthandlungen, die zu nichts führen, beseitigt haben, und alte und irrtümliche Glaubensvorstellungen aufge­geben haben, um die absolute, nackte und reine Wahrheit zu umfan­gen.

 84. Ich segne diejenigen, die das Äu­ßerliche ablehnen, um sich stattdessen der geistigen Betrachtung, der Liebe und dem inneren Frieden hinzugeben, weil sie immer mehr erkennen, dass die Welt keinen Frieden schenkt, dass ihr ihn in euch selbst finden könnt.

 85. Gesegnet seien jene unter euch, welche die Wahrheit nicht erschreckt hat und die sich nicht über sie empört haben; denn wahrlich, Ich sage euch, das Licht wird wie ein Wasserfall auf euren Geist herabfallen, um für immer euer Verlangen nach Licht zu stillen. (263, 2 – 6)

 86. Selig, wer meine Unterweisungen vernimmt, sie sich zu eigen macht und sie befolgt, denn er wird auf der Welt zu leben verstehen, wird der Welt abzu­sterben verstehen und, wenn seine Stunde gekommen ist, in der Ewigkeit auferstehen.

 87. Gesegnet sei, wer sich in mein Wort vertieft, denn er hat den Grund für den Schmerz, den Sinn der Wieder­gut­machung und der Sühne begreifen gelernt, und statt zu verzweifeln oder zu lästern, womit er seine Pein noch vermehren würde, erhebt er sich voller Glauben und Hoffnung, um zu kämp­fen, damit die Last seiner Verschul­dungen täglich leichter wird und sein Leidenskelch weniger bitter.

 88. Frohsinn und Frieden ist den Menschen des Glaubens zu eigen – denen, die mit dem Willen des Vaters einver­standen sind. (283, 45 - 47)

 89. Euer Fortschritt oder eure Auf­wärts­entwicklung wird euch ermögli­chen, meine Wahrheit zu entdecken und meine göttliche Gegenwart wahr­zunehmen– sowohl im Geistigen, als auch in jedem meiner Werke. Dann werde Ich euch sagen: "Selig, die Mich überall zu erkennen vermögen, denn sie sind es, die Mich wirklich lieben. Selig, die Mich mit dem Geist und selbst mit dem Körper zu fühlen ver­mögen, denn sie sind es, die ihrem ganzen Wesen Feinfühligkeit verliehen haben, die sich wirklich vergeistigt haben". (305, 61 - 62)

 90. Ihr wisst, dass Ich von meinem "Hohen Throne" aus das Weltall in meinen Frieden und in meine Segnun­gen hülle.

 91. Alles ist von Mir zu jeder Stunde, in jedem Augenblicke gesegnet.

 92. Von Mir ist nicht, noch wird je­mals irgendeine Verfluchung oder Ver­dammung für meine Kinder kommen. Daher lasse Ich, ohne Gerechte oder Sünder zu sehen, auf alle meinen Se­gen, meinen Kuss der Liebe und mei­nen Frieden hernieder kommen. (319, 49 - 50)

Mein Friede sei mit Euch.

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¨ In den Evangelien wird dieses Gerichts- Zeichen mit den Worten angekündigt: "Die "Sterne" werden vom Himmel fallen".
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